Eure Vorlieben in TV und Kino

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Welches Filmgenre mögen F1-Fans?

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CanadaGP
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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von CanadaGP » 13.01.2020, 18:01

Die Oscarnominierungen sind heute bekannt gegeben worden. „Joker“ mit 11 Nominierungen, „The Irishman“, „1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ mit 10 Nominierungen.
https://www.spiegel.de/kultur/oscar-no ... 9b14d1321c

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Costigan
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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von Costigan » 13.01.2020, 20:40

CanadaGP hat geschrieben:
13.01.2020, 18:01
Die Oscarnominierungen sind heute bekannt gegeben worden. „Joker“ mit 11 Nominierungen, „The Irishman“, „1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ mit 10 Nominierungen.
https://www.spiegel.de/kultur/oscar-no ... 9b14d1321c
Grundsätzlich wenige Überraschungen, wenn man die Award Season verfolgt hat. Allerdings ist es schon etwas überraschend, wie sehr die Academy Joker scheinbar liebt. Denn dass er das Feld mit 11 Nominierungen sogar anführen würde, wurde nicht unbedingt erwartet. Da wurden die anderen drei dahinter eigentlich eher erwartet.

Bester Film ist in diesem Jahr sowieso sehr spannend. Gestern hätte ich Once Upon A Time wohl noch die Favoritenrolle zugesprochen, aber dass er nun für den besten Schnitt nicht nominiert wurde, ist schon ein Indikator dafür, dass es womöglich nicht reichen könnte. War in der Vergangenheit jedenfalls oft so.
Ist zur Zeit ein Fünfkampf zwischen Once, Irishman, 1917, Parasite (ich ärgere mich immer noch, den im Kino verpasst zu haben, obwohl ich ihn unbedingt sehen wollte) und Joker - Jojo Rabbit darf man auch nicht ganz außer Acht lassen. Im Moment würde ich mich nicht festlegen wollen.

Regie hängt dann auch ein bisschen davon ab, wer beim besten Film abräumt (wobei das in den letzten Jahren immer seltener übereinstimmte), aber zur Zeit würde ich hier auf Bong Joon-ho (Parasite) tippen, knapp vor Mendes (1917) und Tarantino.
Aber das Ergebnis beim Directors Guild Award wird da noch mehr Licht ins Dunkel bringen.

Bei den Darstellern sind die Sieger dagegen schon ziemlich sicher: Phoenix (einzig Driver könnte ihm noch gefährlich werden, das ist die spannendste Frage), Zellweger, Pitt und Laura Dern werden es ziemlich sicher machen.
It's never good to live in the past too long. As for the future, it didn't seem so scary anymore. It could be whatever I want it to be... Who's to say this isn't what happens? And who's to say my fantasies won't come true... just this once?

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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von CanadaGP » 13.01.2020, 21:13

Costigan hat geschrieben:
13.01.2020, 20:40
CanadaGP hat geschrieben:
13.01.2020, 18:01
Die Oscarnominierungen sind heute bekannt gegeben worden. „Joker“ mit 11 Nominierungen, „The Irishman“, „1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ mit 10 Nominierungen.
https://www.spiegel.de/kultur/oscar-no ... 9b14d1321c
Grundsätzlich wenige Überraschungen, wenn man die Award Season verfolgt hat. Allerdings ist es schon etwas überraschend, wie sehr die Academy Joker scheinbar liebt. Denn dass er das Feld mit 11 Nominierungen sogar anführen würde, wurde nicht unbedingt erwartet. Da wurden die anderen drei dahinter eigentlich eher erwartet.

Bester Film ist in diesem Jahr sowieso sehr spannend. Gestern hätte ich Once Upon A Time wohl noch die Favoritenrolle zugesprochen, aber dass er nun für den besten Schnitt nicht nominiert wurde, ist schon ein Indikator dafür, dass es womöglich nicht reichen könnte. War in der Vergangenheit jedenfalls oft so.
Ist zur Zeit ein Fünfkampf zwischen Once, Irishman, 1917, Parasite (ich ärgere mich immer noch, den im Kino verpasst zu haben, obwohl ich ihn unbedingt sehen wollte) und Joker - Jojo Rabbit darf man auch nicht ganz außer Acht lassen. Im Moment würde ich mich nicht festlegen wollen.

Regie hängt dann auch ein bisschen davon ab, wer beim besten Film abräumt (wobei das in den letzten Jahren immer seltener übereinstimmte), aber zur Zeit würde ich hier auf Bong Joon-ho (Parasite) tippen, knapp vor Mendes (1917) und Tarantino.
Aber das Ergebnis beim Directors Guild Award wird da noch mehr Licht ins Dunkel bringen.

Bei den Darstellern sind die Sieger dagegen schon ziemlich sicher: Phoenix (einzig Driver könnte ihm noch gefährlich werden, das ist die spannendste Frage), Zellweger, Pitt und Laura Dern werden es ziemlich sicher machen.
Parasite kann ich nur empfehlen. Der kam bei uns in der Sneakpreview. Habe erst danach erfahren, dass er in Cannes die Goldene Palme gewonnen hat. War echt ein interessanter Film.

Ansonsten gehe ich mit deiner Einschätzung mit, insbesondere der Hauptdarsteller sollte klar an Phoenix gehen. Pitt hat mir in Once Upon a Time in Hollywood auch sehr gefallen.

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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von RedBull_Formula1 » 13.01.2020, 22:35

Costigan hat geschrieben:
13.01.2020, 20:40
[...]
Bester Film ist in diesem Jahr sowieso sehr spannend. Gestern hätte ich Once Upon A Time wohl noch die Favoritenrolle zugesprochen, aber dass er nun für den besten Schnitt nicht nominiert wurde, ist schon ein Indikator dafür, dass es womöglich nicht reichen könnte. War in der Vergangenheit jedenfalls oft so.
Ist zur Zeit ein Fünfkampf zwischen Once, Irishman, 1917, Parasite (ich ärgere mich immer noch, den im Kino verpasst zu haben, obwohl ich ihn unbedingt sehen wollte) und Joker - Jojo Rabbit darf man auch nicht ganz außer Acht lassen. Im Moment würde ich mich nicht festlegen wollen.
[...]
Bei den Darstellern sind die Sieger dagegen schon ziemlich sicher: Phoenix (einzig Driver könnte ihm noch gefährlich werden, das ist die spannendste Frage), Zellweger, Pitt und Laura Dern werden es ziemlich sicher machen.
Ist zwar meine persönlich Meinung, aber ich fand Once Upon A Time in Hollywood nicht so "stark" wie Joker. Ich weiß nicht, aber bin eher etwas enttäuscht von Once Upon a Time. Vielleicht liegt das an den zu hohen Erwartungen? 1917 oder Joker wird als bester Film ausgezeichnet. Ich glaube ich habe bis jetzt noch keine Person erlebt, die nicht restlos begeistert war von Joker. Desweiteren sollte man auch immer das Budget und das Einspielergebnis beachten. Und da kann dieses Jahr wahrlich kein Film Joker auch nur annähernd den Rang ablaufen.

Pheonix muss mit dem Oscar belohnt werden. Ansonsten würde ich die Welt nicht verstehen. Mit deiner restlichen Prognose gehe ich konform.
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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von Costigan » 14.01.2020, 16:40

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
13.01.2020, 22:35
Ist zwar meine persönlich Meinung, aber ich fand Once Upon A Time in Hollywood nicht so "stark" wie Joker. Ich weiß nicht, aber bin eher etwas enttäuscht von Once Upon a Time. Vielleicht liegt das an den zu hohen Erwartungen?
Kann daran liegen, aber das würde im Endeffekt ja auch nur dafür sprechen, dass der Film die Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Wie gesagt: Ich kann es verstehen, dass der Film nicht jedermanns Sache ist. Ich habe auch einen zweiten Anlauf gebraucht, bis es richtig Klick gemacht hat, obwohl eigentlich alles dafür sprach, dass er mir zusagt.
Ich denke, das größte Problem ist, dass der Film nicht 'story-driven' ist. Wir sind es gewohnt, handlungsorientierte Filme zu schauen.
Der Film lebt aber nicht von seiner Handlung, sondern von seiner Atmosphäre und dem Zusammenspiel der Charaktere. Wie gesagt, im Grunde passiert 2 Stunden (von 2 Stunden und 40 Minuten) lang recht wenig. Wenn man sich dann nicht von der Ära, in der der Film spielt, besonders angesprochen fühlt und sich auch nicht allein für die Stimmung und die Figuren begeistern kann, kann dann schnell die große Langeweile aufkommen.

Zudem glaube ich, dass viele Zuschauer mit vielen Anspielungen auch einfach nichts anfangen können bzw. sie nicht registrieren und selbst wenn doch, macht es den Film für sie nicht unbedingt besser. Zum Beispiel die Rückblick-Szene auf dem Boot mit Cliff und seiner Frau - diese Geschichte ist eine klare Anspielung auf den Tod von Natalie Wood. Aber wie viele wissen das, wie viele kennen heutzutage noch Natalie Wood und die Geschichte um ihren Tod? Und selbst wenn bezweifle ich wie gesagt, dass sowas den Film für viele besser macht.
Oder die Szene, die auch schon im Trailer zu sehen war mit dem Flammenwerfer (“Anybody ordered fried sauerkraut?!”): Da zitiert sich Tarantino mal wieder selbst (Inglourious Basterds).
In der Abspannszene finden dann auch mal wieder seine selbst erfundenen "Red Apple"-Zigaretten ihren Platz. Und so weiter...
Es gibt also schon einiges zu entdecken, was für den einen oder anderen dann ein Spaß ist, am Großteil aber komplett vorbeigeht.
Ich habe auch z.B. im Kino am Ende einem Gespräch gelauscht, wo dann einer bzgl. Sharon Tate sagte "Ach, die gab es wirklich?" - wenn man dieses Vorwissen gar nicht hat, funktioniert natürlich auch das Ende bzw. alle Szenen von Margot Robbie überhaupt nicht (ihre Rolle scheint komplett überflüssig, wenn man nicht um Sharon Tates Schicksal weiß. Was Tarantino sich bei ihren Szenen gedacht hat, erschließt sich erst gegen Ende) und allgemein würde ich meinen, dass ein gewisses Wissen über diese Epoche und evtl. auch eine Vorliebe dafür von großem Vorteil ist.
Auch wenn ich nicht sagen würde, dass ich z.B. diese Vorliebe für diese Zeit habe. Ich habe mich eher während des Films in diesen "verliebt".

Ich würde einfach sagen, dass dieser Film grundsätzlich wesentlich unzugänglicher für ein großes Publikum ist als ein Django Unchained, der quasi für jeden was zu bieten hatte und viel herkömmlicher war.
Es fiel seit dem Erscheinen von Once Upon A Time in Hollywood immer wieder der Satz "it's Tarantino's love letter to the industry": Er schaut hier nostalgisch auf eine Zeit der Branche zurück, die er sehr schätzt, die es heute aber nicht mehr gibt und erinnert sich zudem an seine Kindheit, die er in den 60ern in Los Angeles verbracht hat. So ist es am Ende auch Tarantinos mit Abstand entspanntester und persönlichster (wozu ich gleich nochmal komme, wenn es um die Oscars geht) Film mit bittersüßem Anstrich. In seiner Golden Globe Dankesrede erwähnte er z.B. Margot Robbies "goodness", die sie in diesem Film ausstrahlt und dass er davon in diesem Film mehr hatte als je zuvor in irgendeinem Film von ihm. Und das habe ich genauso empfunden.

Und wie letzte Mal schon geschrieben, kann ich mich bei dem Film auch einfach für Kleinigkeiten begeistern, die für die Handlung ziemlich bis völlig belanglos sind, wie z.B.:

Diese wunderschön gefilmte und sehr atmosphärische Autofahrt:

Hier die tolle Kamerafahrt von Ricks Pool über dessen Haus hin zu den Polanskis und wie sich die wunderschöne Sharon/Margot die Haare im Wind der Autofahrt öffnet:

Oder auch die Szenen zwischen Cliff und Pussycat. Brad Pitt spielt seine Rolle einfach superlässig und Margaret Qualley ist für mich eine der Entdeckungen dieses Films:
Oder der Soundtrack: Den habe ich letztens komplett unkommentiert gelassen. Dabei liebe ich ihn. Ist für mich vielleicht sogar der beste Soundtrack, den ein Tarantinofilm je hatte. Und der Mann stellt die Musik für seine Filme immer toll zusammen...

Aber diese Begeisterung ist halt unmöglich auf alle übertragbar und so bleibt es dann am Ende für viele ein zwar handwerklich guter und gut gespielter Film, aber eben auch einer, der wenig erzählt und dadurch seine Längen hat. Kann ich wie gesagt gut nachvollziehen.
1917 oder Joker wird als bester Film ausgezeichnet.

Wonach gehst du da bei deiner Prognose? Rein danach, was dir gerecht erscheint oder verfolgst du die Season auch und bist davon überzeugt?
Wie gesagt, dass Joker jetzt sogar die meisten Nominierungen bekommen hat, ist eine Überraschung und zeigt, wie sehr er der Academy gefallen hat und deshalb sollte man ihn auch auf der Rechnung haben, aber ich habe trotzdem meine Zweifel, dass er auch gewinnt. Würde darauf zur Zeit kein Geld setzen. Ich gehe bei meinen Prognosen nicht danach, was ich mir wünsche, sondern was mir anhand der bisherigen Ergebnisse am wahrscheinlichsten erscheint.
Und man muss immer noch bedenken, dass er, Arthouse-Stil hin oder her, auf einer Comicvorlage basiert und auch wenn sich die Oscars in den letzten 1-2 Jahren ein wenig geöffnet haben und sich im Wandel befinden, sind sie für dieses Genre traditionell nicht allzu empfänglich.
Dramen, Tragikkomödien, Historienfilme etc. haben da meist die besseren Karten. Zudem wählen sie auch gerne Filme mit einer/für eine (politische) Botschaft aus.

Ich würde Once Upon A Time in Hollywood immer noch knapp vorne sehen, auch wenn die Nicht-Nominierung für den besten Schnitt als ein schlechtes Zeichen gewertet werden könnte. Scheint mir momentan immer noch der sicherste Tipp zu sein. Der Film kam sehr gut an und hat schon viel gewonnen und was ein wichtiges Argument ist: Es ist ein Film über die Industrie. Sowas ist sehr beliebt. Die Leute fühlen sich angesprochen und können sich damit identifizieren, feiern sich zudem gerne selbst.

Wie gesagt, das Rennen ist sehr knapp und eine Prognose derzeit schwierig, aber wenn ich mich festlegen müsste, sähe die Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit bei mir aktuell so aus:

1. Once Upon A Time in Hollywood
2. 1917
3. Parasite
4. Joker/Irishman
6. Jojo Rabbit
7. Marriage Story
8. Little Women
9. Ford v Ferrari

Es kommen vor den Oscars aber noch wichtige Preise: Der BAFTA, der SAG und vorallem der DGA (!) werden Aufschlüsse darüber geben, wer am Ende die besten Karten hat.
Ich glaube ich habe bis jetzt noch keine Person erlebt, die nicht restlos begeistert war von Joker.

Ich schon: Ein Arbeitskollege von mir fand den zum Kotzen :mrgreen: "Das ist kein Joker, das ist ein Psycho". Aber gut, der hat wahrscheinlich vorher auch keinen Trailer gesehen und guckt generell nur Mainstream.
Aber auch bei den Kritikern gab es negative Stimmen: 69 % auf Rotten Tomatoes sind gut, aber nicht überwältigend und die Filmstarts-Kritik ist auf deren Seite auch schon berühmt-berüchtigt (weil es im Nachhinein angesichts des Erfolgs schon etwas peinlich ist^^): http://www.filmstarts.de/kritiken/258374/kritik.html

Allgemein fiel halt auch zwangsweise immer wieder der Vergleich zu den Scorsese Klassikern Taxi Driver und King of Comedy, an denen sich Todd Phillips stark orientiert hat und für einige war Joker dann nur ein müder Abklatsch.
Aber wie dem auch sei: Ich fand ihn auch klasse.
Desweiteren sollte man auch immer das Budget und das Einspielergebnis beachten. Und da kann dieses Jahr wahrlich kein Film Joker auch nur annähernd den Rang ablaufen.
Da ist Joker zwar ein beachtlicher Erfolg gelungen, für die Oscarchancen spielt das allerdings keine Rolle.
Pheonix muss mit dem Oscar belohnt werden. Ansonsten würde ich die Welt nicht verstehen. Mit deiner restlichen Prognose gehe ich konform.
Wie ich schon mal sagte, bin ich schon lange ein Fan von Phoenix und er war glaube ich immer genial und natürlich ist auch seine Performance als Joker oscarwürdig. Und schon allein aufgrund seiner gesamten Karriereleistungen würde ich mich für ihn freuen (und sehr wahrscheinlich klappt es ja auch). Aber hast du auch schon Marriage Story gesehen? Meiner Meinung nach ist Adam Driver darin auch (genauso wie Scarlett Johansson) oscarwürdig. Eine extrovertierte/extravagante Rolle wie die des Jokers lädt natürlich zu "großen Gesten" ein, weil man da komplett durchdrehen kann und sowas zündet dann meistens auch mehr bei den Zuschauern, aber ich fand auch Driver und Johansson in Marriage Story unglaublich und würde einen Oscar für Driver nicht als unverdient erachten. Nicht umsonst werden ihm als Einzigen noch Restchancen eingeräumt.
Er wird sehr, sehr wahrscheinlich an Phoenix gehen und damit kann ich auch sehr gut leben, aber ich muss sagen, dass ich sowohl einen Oscar für Phoenix, als auch eine Entscheidung pro Driver verstehen könnte.
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Re: Eure Vorlieben in TV und Kino

Beitrag von Vitello Tonnato » 15.01.2020, 15:15

Hallo Film- und Serienfans,

Auf mehrfache Anregungen hin wurden die Threads zu TV-Serien und Filmvorlieben zusammengeführt.

Dadurch wird zugegebenermaßen der Lesefluss für die bisherigen Beiträge insbesondere des Serienthreads erschwert (wobei es dort ja eher weniger um zusammenhängende Diskussionen ging), aber für die Zukunft ein hoffentlich entsprechend häufig und gerne frequentierter Thread sichergestellt, in dem ihr euch also nun zu allen Formaten aus Fernsehen und (Heim-)Kino austauschen könnt.

Dabei weiterhin viel Spaß wünscht
VT/die Moderation
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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von Arestic » 15.01.2020, 20:53

Costigan hat geschrieben:
08.01.2020, 20:25
Aber wie soll jemand Far From Home verstehen, wenn er Endgame nicht gesehen hat? Wie Homecoming, wenn er vorher nicht zumindest Civil War gesehen hat? Im Grunde sind beide Spider-Man Teile die besten Beispiele: Auch der erste verzichtet schon auf eine Einführung und Origins und setzt reichlich Vorwissen voraus. Es kommen zu Beginn Figuren (Peter, Happy) vor, ohne vorgestellt zu werden, weil "sie ja bereits jeder kennt".
Das stimmt so nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Beide Spider-Man Teile sind das beste Beispiel dafür, wie Marvel arbeitet und die Filme eben für sich selber stehen lässt, trotz wichtiger Hintergrund Geschichte die trotzdem jeder versteht, ohne alle Filme vorher gesehen zu haben.

In Spider-Man Homecoming ist die erste Szene des Films...
...ein Vlog von Peter Parker, wo er über die Geschehnisse in Civil War spricht. Somit ist der Zuschauer gleich informiert, was kurz vor diesem Film geschah und kennt sich gleich mal aus mit der Geschichte und die Beziehungen der Charaktere.
Und in Spider-Man Far away from home das gleich nochmal:
Eigentlich hatte ich gar nicht vor, etwas zu schreiben, aber damit hast du mich dann doch gekriegt. Denn natürlich ist Marvel (und Endgame) Massenkino (und in meinen Augen auch meistens 0815, aber das ist nebensächlich).
Aber das ist an sich auch gar nicht negativ (Christopher Nolan Filme sind mittlerweile auch Mainstreamkino, aber er zeigt, wie es wesentlich besser und cleverer gehen kann), aber das konnte ich so nicht stehen lassen.
Ich finde es unfair etwas als Mainstream zu bezeichnen, nur weil es Erfolg hat. Ich will dir zum Teil auch Recht geben. Die Werbekampagne um Endgame war einfach so riesig, da man möglichst viele Leute ins Kino holen wollte. Aber die Filme an sich finde ich nicht Mainstream.
Das ist wie bei Musik. Jedes Genre ist grundsätzlich mal nicht Mainstream, weil es ja nur eine gewisse Gruppe hört. Aber es passiert halt auch mal, dass ein Song oder ein Album einfach richtig gut ist, vielleicht auch Einfluss von anderen Genres hat und dieses eben Welle schlägt und sich unfassbar gut verkauft. Ist dies nun ein Mainstream Song/Album gewesen? In meinen Augen nein. Es bediente ja nur ein Genre, man kann halt nichts dafür, wenn vielen Leuten dies gefällt, auch wenn es toll ist. Mainstream wäre für mich aber, wenn jetzt andere Musiker versuchen, dass gleiche zu machen, weil es sich einmal gut bei wem anderen verkauft hat.
Und ähnlich ist es bei den Marvel Filmen. Die Zuschauerzahlen und die Einspieleinnahmen haben sich jedes mal gesteigert, aber man blieb sich immer treu, was die Story, die so eben einmalig ist und von DC jetzt ebenfalls kopiert wird nur eben schlechter (was für mich dann schon Mainstream ist) und hat nicht plötzlich wie bspw. bei Fast and Furious den Grundkern des Themas, welche die ersten Teilen noch toll machten, geändert in etwas, was kaum noch Substanz hat und möglichst vielen gefallen soll.

Denn irgendwie kommt es mir manchmal vor, dass viele Leute alles, was Erfolg hat, sofort als Mainstream darstellen lassen wollen und dies ist halt in meinen Augen nicht immer richtig.
Ja, Endgame war Fanservice und die Fans der ersten Stunde kriegen genau das, was sie wollen, aber wenn man eine Fanbase von hunderten Millionen Menschen hat, macht man eben einen Film für die breite Masse. Die Fans bilden die breite Masse. Endgame war der meisterwartete Film des Jahres und auch mit Abstand der erfolgreichste. Der wurde nicht für 20 Fanboys gedreht, die Gefolgschaft über die Jahre war gigantisch.
Wenn man es so sieht, dann hast du natürlich Recht. Aber ich finde deine Ansicht etwas falsch gedacht. Denn wie du schon sagst, die Gefolgschaft war/ist gigantisch. Aber dies war ja nicht immer so. Iron Man 1 wurde nicht für die breite Masse gedreht, sondern für Fans von Superhelden Filmen, einer Nische eben. Und diese Nische gefiel über die Jahre hinweg immer mehr und mehr Leuten, ohne dass man etwas am Konzept änderte. Das Konzept stand ja nämlich schon Jahre bevor Endgame rauskam. Die Nische wurde über die Jahre größer, Marvel musste aber nie aus der Nische raus um mehr Leute zu erreichen, die Filme taten das.
Aus meiner Sicht wird da alles Wesentliche ausdiskutiert und am Ende kann man Filme emotional oder analytischer bewerten und ich bin da jemand, der dazu neigt, dahingehend nochmal zu unterscheiden und für mich gehören die Marvel Filme daher rein sachlich betrachtet auch nie zur Crème de la Crème dessen, was das Kino hervorbringt, selbst wenn einige davon mich gut unterhalten haben. Aber wie gesagt, wenn es darum geht, was einem am besten gefällt, lässt sich auch nicht streiten.
Ich kenne das Video, ich habe es mir damals nach Endgame auch angesehen. Meiner Meinung nach ist dieses analytische denken und bewerten eines Filmes nicht wirklich die gute Wahl. Das ist wie in der Formel 1. Mittlerweile wird doch jede super Szene genau analysiert und dann wird auch am Ende noch erklärt, warum dies gar nicht so toll war, weil man es eben erklärte, auch wenn man selbst als Zuseher im ersten Moment völlig begeistert von der Szene war.
Aber qualitativ und vom storytelling bleibt es eben schon ein Makel, wenn man einen Film nur dann verstehen und vollumfänglich genießen kann, wenn man bereits reichlich Vorwissen besitzt.
Finde ich nicht, oder hat Once upon ebenfalls so einen Makel? Hast du ja selbst erwähnt:
Zudem glaube ich, dass viele Zuschauer mit vielen Anspielungen auch einfach nichts anfangen können bzw. sie nicht registrieren und selbst wenn doch, macht es den Film für sie nicht unbedingt besser.
Ein Makel ist es für mich, wenn es Anspielungen in einem Film gibt, die man entweder nicht versteht, oder die den Film nicht wirklich besser machen.
Bei den Marvel Filmen ist es eben so, dass, wie ich ja schon anhand vom Spider-Man Beispiel zeigte, die Filme eben doch von der Story für sich stehen können und sie auch ganz gut sind, sie aber noch besser sind, wenn man eben alle vorher kennt. Ja, sogar Endgame kann für sich als Story alleine stehen. Auch da wird in den ersten Momenten genau erklärt, was eigentlich passiert, sodass Leute (und ich kannte da einige im Bekanntenkreis) die nicht Infinity War gesehen haben, sich ganz gut auskannten. Und das ist für mich eben eine große Stärke.
Ich finde es aber mühselig, darüber ausgiebig zu diskutieren. Dadurch wird sich keine Meinung ändern. Jeder hat seinen Geschmack und jeder hat seine Kriterien, was einen guten Film ausmacht.
Aber hier bin ich dann auch deine Meinung. Ich finde es aber auch interessant darüber zu diskutieren und auch andere Filme als Beispiele rein zu holen. Zumindest mir macht es Spaß.
Zum Schluss will ich halt sagen, dass Endgame als einzelner Film natürlich nicht der beste Film aller Zeiten oder sonst was ist. Aber ich gehe bei einer Bewertungen über Filme und Serien immer von dem aus, wie sehr es mir gefiel, ohne da zu analytisch zu werden. Und Marvel hat es eben bei mir geschafft, mich auf eine 11 Jährige Reise mit zu nehmen, mich nie zu langweilen und die Geschichte dann in einen Höhepunkt enden zu lassen, wo ich selbst jetzt noch Gänsehaut bekommen könnte, wenn ich an den Kinobesuch denke. Und das reicht mir persönlich dann auch.

Zum Glück bleiben Geschmäcker verschieden und ich habe auch hier, unter anderem wegen dir, einige Filme kennen gelernt, die ich so nicht gesehen hätte, da sie von außen "nicht mein Geschmack" wären. Finde den Thread hier mittlerweile am Besten XD :mrgreen: und ich freue mich über jede Diskussion oder Meinungsäußerung, verstehe es aber, wenn jemand nichts mehr zu einem schon zig mal diskutierten Thema sagen will. :thumbs_up:



Anderes Thema: Hab gestern Abend den Film "7500" gesehen. Ich sag mal so, ganz netter Film, war auch phasenweise richtig spannend. Aber kein Muss fürs Kino.

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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von Costigan » 16.01.2020, 19:39

Arestic hat geschrieben:
15.01.2020, 20:53
Das stimmt so nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Beide Spider-Man Teile sind das beste Beispiel dafür, wie Marvel arbeitet und die Filme eben für sich selber stehen lässt, trotz wichtiger Hintergrund Geschichte die trotzdem jeder versteht, ohne alle Filme vorher gesehen zu haben.

In Spider-Man Homecoming ist die erste Szene des Films...
...ein Vlog von Peter Parker, wo er über die Geschehnisse in Civil War spricht. Somit ist der Zuschauer gleich informiert, was kurz vor diesem Film geschah und kennt sich gleich mal aus mit der Geschichte und die Beziehungen der Charaktere.
Sorry, aber da kommen wir wie gesagt auf keinen Nenner. Für mich zeigt es ganz deutlich, wie oberflächlich dieser/diese Filme sind. Da werden innerhalb von 5 Sekunden Namen wie Captain America, Iron Man und Black Widow in den Raum geworfen und eine kurze vom Handy abgefilmte Szene aus Civil War gezeigt und du nennst es "Somit ist der Zuschauer gleich informiert, was kurz vor diesem Film geschah und kennt sich gleich mal aus mit der Geschichte und die Beziehungen der Charaktere." Ich sehe diese Information bzgl. der Vorgeschichte nicht. Ich habe Civil War bislang noch nicht gesehen und das Einzige, was ich daraus erfahre, ist, dass Peter sich mit Captain America geprügelt und seinen Schild geklaut hat. Wie er überhaupt dort aufgetaucht ist oder warum/wie er zu Spider-Man wurde, bleibt völlig offen, genauso wie der genauere Kontext dieser Szene.

Ich meine, ich gehe ja nicht in einen Marvelfilm und erwarte Schindlers Liste. Ich will niemanden davon überzeugen, dass die Filme der größte Scheiß sind. Wie gesagt: Ich finde sie auch durchaus unterhaltsam und hatte immerhin genug Interesse, um mir mittlerweile fast alle angesehen zu haben, obwohl ich sehr viel schaue(n will) und daher oft abwägen muss, was ich mir angucke.
Aber ich habe ja schon den Vergleich zu Sam Raimis Spiderman Filmen gezogen und da muss einem doch auffallen, dass diese wesentlich mehr Tiefe und Substanz haben und besser erzählt sind.
Allein die Szenen zwischen Peter und May oder Onkel Ben haben dort doch wesentlich mehr Tiefe als alles, was uns in Homecoming und Far From Home gezeigt wird.
Ich kann ja trotzdem mit beiden Versionen etwas anfangen und was einem am Ende mehr zusagt, ist ja auch Geschmackssache und steht jedem frei, aber die qualitativen Unterschiede sollten einem meiner Meinung nach schon auffallen.

Grundsätzlich verstehe ich ja auch, dass man bei Tom Hollands Spider-Man auf eine Origins verzichtet hat. Keiner braucht zum dritten Mal den Spinnenbiss und haarklein erklärt bekommen, wie Peter Parker zu Spider-Man geworden ist. Haben wir alle schon gesehen. Aber da ist für mich auch schon das nächste Problem: Mich nerven die zig Reboots. Wir hatten innerhalb von 15 Jahren drei verschiedene Spider-Man Interpretationen. Für mich hätte es das gar nicht gebraucht.
Das ist aber nicht nur ein Marvel Problem, sondern generell eines in der heutigen Filmbranche: Es werden gefühlt nur noch Reboots, Prequels, Sequels, Spin-Offs etc. gedreht und das Schlimme ist: Das Ganze hat auch noch Erfolg, die Leute rennen da rein.
Und Marvel setzt dem Ganzen eben mit ihrem zusammenhängenden Filmuniversum, wo immer wieder Figuren aus dem einem Film in einem anderen auftauchen, die Krone auf.
Mir ist das einfach zu viel. Ich schätze Vielfalt und Originialtät und mag diesen Overkill einfach nicht, brauche nicht jedes Jahr einen oder gar mehrere Filme aus einem Franchise.
Selbst wenn mir Once Upon A Time in Hollywood jetzt nicht gefallen hätte (nach dem ersten Mal war mein Fazit ja eher "gut, aber nicht begeisternd"), hätte ich es trotzdem zu schätzen gewusst, einfach mal wieder eine eigenständige Geschichte (und noch dazu aus der Feder von Quentin Tarantino) gesehen zu haben und dass es überhaupt noch jemand versucht und solche Filme auch noch ihren Weg in die Kinos finden.

Ich finde es unfair etwas als Mainstream zu bezeichnen, nur weil es Erfolg hat. Ich will dir zum Teil auch Recht geben. Die Werbekampagne um Endgame war einfach so riesig, da man möglichst viele Leute ins Kino holen wollte. Aber die Filme an sich finde ich nicht Mainstream.
Und ich finde es absurd, dass wir darüber überhaupt diskutieren. Das ist ja keine Verunglimpfung, nicht mal eine Meinung, sondern einfach eine Tatsache.
Wikipedia hat geschrieben:Mainstream ([ˈmeɪnstriːm], englisch „Hauptströmung“[1]) spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider, den Massengeschmack der Massenkultur im Gegensatz zu Subkulturen oder dem ästhetischen Underground. Es entspricht damit weitgehend dem Begriff der populären Kultur.
Das MCU ist das erfolgreichste Franchise der Welt, Endgame der erfolgreichste Film aller Zeiten. Jetzt sag mir mal, ob diese Definition demnach auf das MCU zutrifft.


BTW finde ich, dass DC momentan davon abgekommen ist, Marvel zu kopieren. Das haben sie mit Justice League (analog zu Avengers) probiert, sind aber gescheitert und drehen seitdem Filme, die nicht miteinander verknüpft sind (muss dabei sagen, dass ich Wonder Woman und Aquaman noch nicht gesehen habe, daher also nicht völlig im Thema bin). Sonst hätte es so etwas wie Joker ja auch gar nicht gegeben. Einen "typisch DC"-Stempel hinsichtlich der Machart gibt es daher imho nicht (mehr).
Wenn man es so sieht, dann hast du natürlich Recht. Aber ich finde deine Ansicht etwas falsch gedacht. Denn wie du schon sagst, die Gefolgschaft war/ist gigantisch. Aber dies war ja nicht immer so. Iron Man 1 wurde nicht für die breite Masse gedreht, sondern für Fans von Superhelden Filmen, einer Nische eben. Und diese Nische gefiel über die Jahre hinweg immer mehr und mehr Leuten, ohne dass man etwas am Konzept änderte. Das Konzept stand ja nämlich schon Jahre bevor Endgame rauskam. Die Nische wurde über die Jahre größer, Marvel musste aber nie aus der Nische raus um mehr Leute zu erreichen, die Filme taten das.
Zur Definition habe ich ja schon etwas geschrieben, ansonsten möchte ich dazu nur noch anmerken, dass ich Superheldenfilme 2008 nicht mehr wirklich als Nischenfilme bezeichnen würde. Natürlich hat sich der Erfolg in den letzten 12 Jahren rasant entwickelt, aber es gab auch davor schon erfolgreiche Filme wie eben die Spider-Man Trilogie oder die Batman Verfilmungen, selbst Superman von 1978 war schon ein riesiger Erfolg.

Und für mich ist es eben schon deutlich erkennbar, wenn ich mir einen Superheldenfilm wie Iron Man oder ein Biopic wie Milk (um im selben Jahr zu bleiben) ansehe, welcher Film eher auf die breite Masse losgelassen wird und welcher sich eher in der Kategorie "Kunstfilm" einordnet.
Aber wie gesagt: Das ist ja nicht zwingend ein (negatives) Qualitätsmerkmal.
Wie ich schon sagte: Auch die Filme von Christopher Nolan werden seit The Dark Knight von Millionen Menschen heiß erwartet und konsumiert. Auch ein Quentin Tarantino wurde vom Independent-Autor/Regisseur (Reservoir Dogs) mit Kill Bill zum Rockstar unter den Regisseuren und mittlerweile reicht sein Name aus, damit die Leute ein Kinoticket lösen, wenn auch nicht im selben Maße wie bei Nolan.
Natürlich gibt es immer noch einen großen Unterschied zwischen einem Tarantino Film oder einem Dunkirk von Nolan zu einem Transformers oder eben einem Superheldenfilm, aber was ich sagen will, ist: Warner rechnet sich bei Tenet (2020, Nolan) auch wieder einen Box Office Hit aus, weil die Masse mittlerweile auf Nolan-Filme steht.

Steven Spielberg kann und macht auch beides, wechselt sich zwischen Oscarkost (Schindlers Liste (1993), Die Verlegerin (2017)) und Mainstream (Jurassic Park (1993), Ready Player One, 2018) regelmäßig ab.
(Fast) Jeder mag Blockbuster. Wir wollen in erster Linie von Filmen unterhalten werden. Da ist es also nicht verwerflich, wenn ein Film das will und eine große Zielgruppe hat.
Ich spreche ja nur von Schwächen und nenne Beispiele aus dem selben Bereich, die es meiner Meinung nach noch besser machen. Das MCU ist mir da zu vorhersehbar und eben teilweise oberflächlich (geworden). Meiner Meinung nach reicht es, eine handvoll Filme gesehen zu haben, um zu wissen, wie der Hase läuft. Sie sind keineswegs schlecht, aber in meinen Augen eben auch nicht bzw. nur ganz selten herausragend. Nichts, was mir lange im Gedächtnis bleibt und mich noch tagelang beschäftigen würde.
Dass es bei dir und vielen anderen anders ist, ist ja trotzdem schön. Geschmäcker sind verschieden und ich freue mich ja grundsätzlich, wenn Filme Begeisterung auslösen.
Ich kenne das Video, ich habe es mir damals nach Endgame auch angesehen. Meiner Meinung nach ist dieses analytische denken und bewerten eines Filmes nicht wirklich die gute Wahl. Das ist wie in der Formel 1. Mittlerweile wird doch jede super Szene genau analysiert und dann wird auch am Ende noch erklärt, warum dies gar nicht so toll war, weil man es eben erklärte, auch wenn man selbst als Zuseher im ersten Moment völlig begeistert von der Szene war.
Du musst es ja auch nicht machen. Aber mal unabhängig vom Video und generell gesprochen erwarte ich sowas von professionellen Filmkritikern, die dafür bezahlt werden. Ansonsten hätten wir reine Kommentare darüber, was dem jenigen gefällt. Es gibt aber abgesehen davon auch noch qualitative Merkmale für die Bewertung eines Films, die man objektiv (so weit man dieses Wort überhaupt in irgendeinem Zusammenhang benutzen kann) feststellen kann. Deswegen gibt es ja bei Preisverleihungen auch noch solche Kategorien wie "den besten Schnitt", "die beste Kamera", "die besten visuellen Effekte" etc.
Versteh mich nicht falsch: Ich bin kein Filmemacher und habe Filmwissenschaft auch nicht studiert, insofern bin ich dahingehend auch ein Laie und ich sitze bei einem Film auch nicht da und zerbreche mir den Kopf über technische Details. Aber ich bin ein leidenschaftlicher Filmfan und wenn man sich so intensiv mit Filmen auseinandersetzt und auch schon so viele gesehen hat, dann würde ich meinen, dass man mit der Zeit für gewisse Details auch schon ein Auge bekommt/bekommen kann und ich kann mich dann auch für solche Dinge begeistern, wenn sie wirklich gut gemacht sind (wie eben die verlinkten Kamerafahrten in "... Hollywood" oder die One-Shot-Machart von Birdman oder die tollen Naturaufnahmen von The Revenant).
Und ich lasse solche Dinge dann auch automatisch in meine Bewertungen miteinfließen. Nicht gezielt, sondern wirklich automatisch. Ich denke mir nicht "Ich muss da jetzt analytisch herangehen" und hype einen Film auch nicht künstlich hoch, obwohl ich ihn eigentlich stinklangweilig fand XP
Es gab z.B. in letzter Zeit auch hochgelobte Filme (wie bspw. The Favourite und Call Me By Your Name), die auf mich irgendwie gar nicht gewirkt haben. Und da fange ich dann meistens an, mich zu hinterfragen... warum konnte der mich nicht begeistern? Nervt mich dann manchmal schon, wenn ich Filme, die auf sämtlichen Bestenlisten auftauchen, nicht genauso toll fand.

Natürlich gucke ich auch, inwiefern mich ein Film unterhalten hat (Und das hat Once Upon A Time zu jeder Sekunde, sodass ich ihn schon vier mal gesehen habe und ihn schon wieder gucken könnte !), aber viele beschränken sich rein darauf. Auch, weil die meisten kein Auge/kein Interesse für alles Weitere haben. Filme sollen unterhalten und vom Alltag ablenken und wenn der Film aus irgendeinem Grund nicht zugesagt hat, ist er schlecht. Generell gesprochen, nicht auf dich oder irgendjemanden aus diesem Faden hier bezogen. Ich erlebe das ja auch in meinem Umfeld.
Die meisten geben ja auf Kritiken auch nichts, weil sie schon oft Filme gut fanden, die schlecht bewertet wurden oder andersherum. Grundsätzlich auch hier: Jedem das Seine. Man muss Kritiken keinen Wert beimessen. Ich tue das aber schon, eben auch weil ich mehr gucken will als ich kann und irgendwie selektieren muss und auch wenn ich Kritiken nicht immer zustimme, kann ich oftmals (auch nicht immer) Kritikpunkte nachvollziehen (nur fällt es dann für mich vielleicht nicht so schwer ins Gewicht) bzw. auch andersrum verstehen, warum ein Film positiv bewertet wird, obwohl er mir nicht zugesagt hat.
Aber das setzt dann eben wieder Differenzieren und sich stark mit einem Thema zu beschäftigen voraus und das ist vielen die Mühe nicht wert oder zum Teil intellektuell auch gar nicht möglich (und nochmal: Davon soll sich bloß niemand angesprochen fühlen. Das klingt vielleicht arrogant, aber ich halte mich weder für was Besseres, noch meine ich explizit jemanden von hier. Ich denke dabei an Alltagsdiskussionen, wo ich manchmal einfach die Dummheit oder Oberflächlichkeit spüren kann).

Und so sehe ich eben dann auch qualitative Mängel, die einen Film für mich wirklich schlechter machen. Nicht, weil ein Schnitt falsch gesetzt wurde, so pedantisch und nerdig bin ich dann auch nicht (außer es ist wirklich massiv störend wie bei manchen "Wackelkamera"-Filmen). Sondern eben wie bei Homecoming/Far From Home erwähnt für mich die Oberflächlichkeit. Ja, die Filme haben mich unterhalten und damit so gesehen ihren Zweck erfüllt. Würden die meisten mit "Der Film war gut. Punkt, Aus, Ende." abhaken.
Aber das haben Spider-Man 1 (2002) und Spider-Man 2 (2004) eben auch geschafft, ohne auf mich oberflächlich zu wirken. Die haben es auch noch geschafft, mich emotional zu packen, weil sie sehr gut geschrieben und gespielt waren. Sind für mich eine andere Liga.
Finde ich nicht, oder hat Once upon ebenfalls so einen Makel? Hast du ja selbst erwähnt:
Zudem glaube ich, dass viele Zuschauer mit vielen Anspielungen auch einfach nichts anfangen können bzw. sie nicht registrieren und selbst wenn doch, macht es den Film für sie nicht unbedingt besser.
Ein Makel ist es für mich, wenn es Anspielungen in einem Film gibt, die man entweder nicht versteht, oder die den Film nicht wirklich besser machen.
Das war klar, da habe ich dir ja quasi eine Vorlage gegeben. Aber: Nein. Denn die Anspielungen, von denen ich sprach, sind ja nicht handlungsrelevant (Es spielt für die Handlung überhaupt keine Rolle, ob du den Namen Natalie Wood jemals gehört hast oder nicht).
Die mögen für jemanden, der filmhistorisch/popkulturell bewandert ist, ganz nett sein, aber man verpasst dadurch nichts von der Handlung, wenn man sie nicht wahrnimmt und man muss auch keinen vorherigen Tarantino Film gesehen haben, um Once Upon A Time in Hollywood folgen zu können. Das ist ein eigenständiger Film mit eigenständigen Figuren.

Zudem sagte ich nicht, dass die Anspielungen den Film nicht besser machen würden. Für mich tun sie es. Ich sagte nur, dass ich mir vorstellen könnte, dass viele sie nicht verstehen, weil ihnen das Hintergrundwissen fehlt (welches man aber nicht durch das Schauen von Tarantinos Filmen erlangt) und selbst wenn sie es täten, könnte ich mir vorstellen, dass das für den einen oder anderen keinen Unterschied machen würde.
Für mich ist sowas einfach ein nettes Gimmick , aber nichts, was jetzt ausschlaggebend für den Filmgenuss wäre.
Aber hier bin ich dann auch deine Meinung. Ich finde es aber auch interessant darüber zu diskutieren und auch andere Filme als Beispiele rein zu holen. Zumindest mir macht es Spaß.
Zum Schluss will ich halt sagen, dass Endgame als einzelner Film natürlich nicht der beste Film aller Zeiten oder sonst was ist. Aber ich gehe bei einer Bewertungen über Filme und Serien immer von dem aus, wie sehr es mir gefiel, ohne da zu analytisch zu werden. Und Marvel hat es eben bei mir geschafft, mich auf eine 11 Jährige Reise mit zu nehmen, mich nie zu langweilen und die Geschichte dann in einen Höhepunkt enden zu lassen, wo ich selbst jetzt noch Gänsehaut bekommen könnte, wenn ich an den Kinobesuch denke. Und das reicht mir persönlich dann auch.

Zum Glück bleiben Geschmäcker verschieden und ich habe auch hier, unter anderem wegen dir, einige Filme kennen gelernt, die ich so nicht gesehen hätte, da sie von außen "nicht mein Geschmack" wären. Finde den Thread hier mittlerweile am Besten XD :mrgreen: und ich freue mich über jede Diskussion oder Meinungsäußerung, verstehe es aber, wenn jemand nichts mehr zu einem schon zig mal diskutierten Thema sagen will. :thumbs_up:
Das ist doch ein schönes Schlusswort und Lieblingsthread = Filmthread lese ich gerne, genauso wie wenn die ein oder andere Filmempfehlung was gebracht hat :thumbs_up:

Mir macht's grundsätzlich auch großen Spaß, über Filme zu diskutieren bzw. die Diskussionen auch nur passiv zu verfolgen. Mein Punkt war nur: Wir werden bei dem Thema auf keinen gemeinsamen Nenner kommen und drehen uns beim Thema Marvel/Spider-Man/Endgame nur ewig im Kreis und auf Dauer ist mir meine Zeit dann auch deswegen zu schade dafür, weil ich - anders als du - für das MCU einfach keine große Leidenschaft habe.
Ich erinnere mich an eine Zeit in diesem Thread, als vorallem meanmc und Jerome (nichts gegen die User, ist nichts Persönliches, sondern nur aufs Thema, welches sie diskutiert hatten, bezogen) hier sehr, sehr ausgiebig über Marvel und Star Wars, aber vorallem Marvel diskutiert und berichtet haben und ich hatte dann schon irgendwann keine Lust mehr, in den Thread zu schauen, weil mich die Themeneintönigkeit so angeödet hat :sweat:
Klar hätte ich auch selbst ein anderes Thema einbringen können, aber ich hatte schon keine große Lust mehr und zudem waren die Rückmeldungen damals auch nie so groß und auf Monologe hatte ich dann auch keine Lust :? :wink:
Anderes Thema: Hab gestern Abend den Film "7500" gesehen. Ich sag mal so, ganz netter Film, war auch phasenweise richtig spannend. Aber kein Muss fürs Kino.
Das höre ich auch oft :mrgreen: :sweat: Kommt schon mal vor, dass ich einen Film vorschlage, bei dem es dann heißt "Ja, kann man gucken, aber ich weiß nicht, ob das im Kino sein muss". Scheint mir so, als müsste man im Kino nur noch die großen "Eventfilme" schauen und alles andere wird eher fürs Wohnzimmer gedreht.
Klar, Weltraumschlachten kommen im Kino natürlich nochmal ganz anders rüber, aber ich gehe grundsätzlich gerne ins Kino, egal ob großes Spektakel oder kleine, intime Geschichte.


BTW: Ich bin darauf gespannt:

Den ersten fand ich super.


Und ich weiß nicht, ob Free Guy hier schon mal erwähnt wurde, aber der sieht m.M.n. sehr, sehr spaßig aus:


Nächste Woche werden dann erstmal Bad Boys For Life und 1917 gesichtet.
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Re: Eure Vorlieben in TV und Kino

Beitrag von Plauze » 16.01.2020, 23:39

Wenn mich jemand fragt, was, wie ich weiß, niemand getan hat, muss ich sagen, dass ich die Marvel- und DC-Filmreihen ebenso wie ihre Serienableger nur insofern für relevant halte, dass da Regisseure und Schauspieler ihre Kunst verleugnen für bzw. verkaufen an die Inhaber an den Rechten generisch erzeugter Drehbücher auf Grundlage der jeweiligen Comic-Universen. Individuelle kineastische Sprache findet höchstens in Ausnahmefällen (Nolan) statt, bei der Avengers-Ballerei überwiegt längst die Unterdrückung ambitionierter Kino-Erzählkunst zugunsten einer immer weiteren Eskalation der sensationellen CGI-Actionflut. Unterhaltsam ist das ohne Frage, aber es ist eben auch dumm und fordert kein Nachdenken über das Gesehene heraus, so wie es bei anspruchsvoller comicbasierter Unterhaltung (besagte Batman-Reihe, Watchmen usw.) von der literarischen Vorlage eigentlich zwingend vorgegeben wird.

Wie gesagt, das ist nur meine persönliche Meinung und ich möchte niemanden auf Biegen und Brechen davon überzeugen. Ich gehe für sowas ehrlich gesagt schon lange nicht mehr ins Kino - seit ich nicht mehr in Berlin wohne, ist das nächste größere Kino für maximal semi-interessante Filme zu weit weg. Aber selbst wenn ich könnte, wollte ich nicht, denn ich verpasse zwar Leinwandbombast, aber wie gesagt keine in meinen Augen in irgendeiner Form relevante Filmkunst. Auch meine Versuche, mich mit den Serienablegern anzufreunden bzw. ohne vorherige Kenntnis der filmischen Vorlage da irgendwie durchzusteigen, waren nicht von Erfolg gekrönt, sodass ich konstatieren muss, dass die umfangreiche filmische Aufbereitung dieser ganzen Comicstoffe für Fans bestimmt immer irgendwie ihren Reiz hat, für mich aber einfach nur jede Menge tote Gigabytes sind, die auf den Servern und in den Filmverleihen dieser Welt ihr Dasein fristen und mir wertvolle Sekunden des Dranvorbeiscrollens abnötigen.

Wenn wir nun fragen wollen, ob diese Filme Mainstream sind - das kommt auf die Definition von Mainstream und die eigene Position zu dieser Definitionsmenge an.
Dass diese Filme für eine möglichst große und möglichst sicher das Kino frequentierende Stamm-Zielgruppe konzipiert sind, die sich von dem Superheldentopos der Comicvorlage, den Actionsequenzen, den geilen Schauspielern und so weiter fesseln und an die komplette Filmreihe binden lässt, müssen wir aber doch hoffentlich nicht diskutieren?! Aus meiner Sicht ist diese Zielsetzung ein wesentliches Merkmal dessen, was ich als Mainstream definieren würde. Ein durch und durch kommerzieller Film eben, der nicht Filmkunst um ihrer selbst sein will, sondern mit mindestens einem Auge auf das möglichst rekordbrechende Einspielergebnis linst.
Und wenn wir diese (an sich ja völlig legitime) Haltung beispielsweise mit der Herangehensweise einiger der verbliebenen Aushängeschildern von New Hollywood - Scorsese, Polanski - oder einigen heutigen Autorenfilmern - Anderson, Dolan - vergleichen, meinetwegen aber auch gerne mit Blockbuster-Regisseuren vergangener Generationen - Ridley Scott, James Cameron, aber durchaus auch Steven Spielberg - , dann müsste doch der Unterschied recht ersichtlich sein. Für die entwickelte sich ein Spielfilm von der ersten Idee zur Vision, zum Konzept, zum Projekt, zur Produktion und schließlich zum fertigen Film. Ob der ein Kassenschlager werden würde, darüber stimmten die Zuschauer mit den Füßen ab und war in den Fertigungsstadien des Films noch nicht das Hauptaugenmerk. Die kreative Energie und das Feuer, mit dem der Regisseur sein Projekt Schritt für Schritt umsetzte, waren nicht von den Gedanken an den kommerziellen Erfolg gespeist, sondern nur von dem Glauben an die eigenen Ideen.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Eure Vorlieben in TV und Kino

Beitrag von PolePosition » 17.01.2020, 13:13

Ich habe mir vor kurzem mal wieder einen Film gegeben, den ich auch immer wieder schauen kann ohne dass er langweilig wird. Klasse Story, tolle Musik, teils lustig, teils melancholisch und nie langweilig. Schon etwas älter aber immer wieder sehenswert.
Definitiv einer meiner Lieblingsfilme.

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Re: Eure Vorlieben in TV und Kino

Beitrag von PolePosition » 18.01.2020, 14:08

Ich habe gestern abend „Once upon...“ gesehen und muss Costigan in allen Punkten recht geben.
Toller Film. Am Anfang war ich skeptisch ob ich einen 160 Minuten langen Film „ohne Handlung“ überhaupt durchstehe, aber ich wurde eines besseren belehrt. Der Film ist klasse gemacht, auf seltsame Art fesselnd und toll besetzt.
Meine erste Handlung nach dem Film: Den Soundtrack auf Vinyl bestellt.
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Re: Eure Vorlieben in TV und Kino

Beitrag von Costigan » 19.01.2020, 11:45

PolePosition hat geschrieben:
18.01.2020, 14:08
Ich habe gestern abend „Once upon...“ gesehen und muss Costigan in allen Punkten recht geben.
Toller Film. Am Anfang war ich skeptisch ob ich einen 160 Minuten langen Film „ohne Handlung“ überhaupt durchstehe, aber ich wurde eines besseren belehrt. Der Film ist klasse gemacht, auf seltsame Art fesselnd und toll besetzt.
Meine erste Handlung nach dem Film: Den Soundtrack auf Vinyl bestellt.
Freut mich, dass er dir auch gefallen hat.
Den Soundtrack werde ich mir wohl auch noch zulegen, der ist einfach stark :thumbs_up:
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Re: Eure Vorlieben in TV und Kino

Beitrag von Arestic » 19.01.2020, 11:51

@Costigan

Ich will jetzt nicht wieder auf deine Antwort einen langen Beitrag verfassen wo ich dir widerspreche und sich das dann im Kreis dreht mit einer Antwort von dir. Ich stimme dir in einigen Punkten nicht zu, was aber ok ist, immerhin sind diese sehr subjektiv wahr zu nehmen. Wir werden da auch auf keinen gemeinsamen Nenner kommen und das muss auch so nicht sein. In Zukunft wird es sicher wieder andere Filme geben, wo wir ähnlicher Meinung sind und dann passt das dann auch so :wave: :thumbs_up:

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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von RedBull_Formula1 » 21.01.2020, 23:07

Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Kann daran liegen, aber das würde im Endeffekt ja auch nur dafür sprechen, dass der Film die Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Wie gesagt: Ich kann es verstehen, dass der Film nicht jedermanns Sache ist. Ich habe auch einen zweiten Anlauf gebraucht, bis es richtig Klick gemacht hat, obwohl eigentlich alles dafür sprach, dass er mir zusagt.
Ich denke, das größte Problem ist, dass der Film nicht 'story-driven' ist. Wir sind es gewohnt, handlungsorientierte Filme zu schauen.
Der Film lebt aber nicht von seiner Handlung, sondern von seiner Atmosphäre und dem Zusammenspiel der Charaktere. Wie gesagt, im Grunde passiert 2 Stunden (von 2 Stunden und 40 Minuten) lang recht wenig. Wenn man sich dann nicht von der Ära, in der der Film spielt, besonders angesprochen fühlt und sich auch nicht allein für die Stimmung und die Figuren begeistern kann, kann dann schnell die große Langeweile aufkommen.
Vielleicht gebe ich dem Film auch eine zweite Chance. Bei mir hat es einfach nicht Klick gemacht. Wenn Tarantino drauf steht, dann will ich auch über den ganzen Film Tarantino haben und nicht nur in den letzten 20 min, wobei auch die letzten 20 min relativ heftig waren, selbst für Tarantino. Einer meiner Freunde hat mir gesagt (genau deiner Meinung), dass Tarantino hier einfach einen Film für sich gemacht hat und die letzten Minuten für seine treuen Jünger. Und genau das empfinde ich auch so, nur bin ich jemand, der irgendwo einen roten Faden braucht. Einen Handlungsstrang, der sich von Anfang bis Ende durchzieht und ausgeschmückt wird. Das fehlt hier irgendwo einfach.
Was mir auch fehlt ist eine sinnige Kommunikation zwischen den Charakteren. Man hatte das Gefühl, dass jeder Charakter einfach irgendwas belangloses von sich her gibt. Die Kunst des Dialogführens ging gegen 0. Dadurch wird der Film noch langatmiger, da er eben nicht handlungsorientiert ist. Margot Robbie musste nur schön sein. Dabei war Sharon Tate viel mehr als die „Schöne“. Trotzdem hatte sie kaum einen Dialog. Irgendwo auch eine Beleidigung für die Hinterbliebenen von ihr. Ganz ehrlich, wieso überhaupt die Manson Morde miteinbeziehen, indem man sie eigentlich gar nicht miteinbezieht?

Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Zudem glaube ich, dass viele Zuschauer mit vielen Anspielungen auch einfach nichts anfangen können bzw. sie nicht registrieren und selbst wenn doch, macht es den Film für sie nicht unbedingt besser. Zum Beispiel die Rückblick-Szene auf dem Boot mit Cliff und seiner Frau - diese Geschichte ist eine klare Anspielung auf den Tod von Natalie Wood. Aber wie viele wissen das, wie viele kennen heutzutage noch Natalie Wood und die Geschichte um ihren Tod? Und selbst wenn bezweifle ich wie gesagt, dass sowas den Film für viele besser macht.
Oder die Szene, die auch schon im Trailer zu sehen war mit dem Flammenwerfer (“Anybody ordered fried sauerkraut?!”): Da zitiert sich Tarantino mal wieder selbst (Inglourious Basterds).
In der Abspannszene finden dann auch mal wieder seine selbst erfundenen "Red Apple"-Zigaretten ihren Platz. Und so weiter...
Es gibt also schon einiges zu entdecken, was für den einen oder anderen dann ein Spaß ist, am Großteil aber komplett vorbeigeht.
Ich kann nachvollziehen, dass dir solche Easter Eggs und Anspielungen gefallen. Aber dafür gehe ich nicht ins Kino und schau mir einen fast 3 Stündigen Film an. Das Alleine reicht mir nicht als Ersatz für eine gute Story. Wie du schon schreibst, auch das Wissen über all diese Anspielungen machen den Film nicht wirklich besser für die meisten Zuschauer. Ich denke in den hinteren Reihen im Kino sind sogar einige aufgestanden und gegangen…


Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Oder der Soundtrack: Den habe ich letztens komplett unkommentiert gelassen. Dabei liebe ich ihn. Ist für mich vielleicht sogar der beste Soundtrack, den ein Tarantinofilm je hatte. Und der Mann stellt die Musik für seine Filme immer toll zusammen...

Aber diese Begeisterung ist halt unmöglich auf alle übertragbar und so bleibt es dann am Ende für viele ein zwar handwerklich guter und gut gespielter Film, aber eben auch einer, der wenig erzählt und dadurch seine Längen hat. Kann ich wie gesagt gut nachvollziehen.
Da kann ich nur zustimmen. Die Soundtracks waren klasse. Mein Favorit ist ja California Dreamin‘
Und da kommen wir auch zu dem Punkt wieso die meisten (mich eingeschlossen) nicht vor Filmende gegangen sind: Die Musikalische Begleitung war Klasse, die Schauspieler waren Klasse, derjenige der die Drehorte ausgewählt hat verdient die allerhöchste Anerkennung, Kamera/Bild/Schnitt mit das Beste was ich jemals gesehen habe, Kleidung/Kostüme perfekt ausgewählt und generell wurde eine Atmosphäre erzeugt, die einen in das damalige Kalifornien/Los Angeles versetzt.


Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Wonach gehst du da bei deiner Prognose? Rein danach, was dir gerecht erscheint oder verfolgst du die Season auch und bist davon überzeugt?
Wie gesagt, dass Joker jetzt sogar die meisten Nominierungen bekommen hat, ist eine Überraschung und zeigt, wie sehr er der Academy gefallen hat und deshalb sollte man ihn auch auf der Rechnung haben, aber ich habe trotzdem meine Zweifel, dass er auch gewinnt. Würde darauf zur Zeit kein Geld setzen. Ich gehe bei meinen Prognosen nicht danach, was ich mir wünsche, sondern was mir anhand der bisherigen Ergebnisse am wahrscheinlichsten erscheint.
Mir zeigen die zahlreichen Nominierungen, dass die Academy den Film sehr schätzt. Es wird eben nicht nur die unglaubliche Performance von Joaquin Phoenix gewürdigt, sondern der gesamte Film mit all dem „Handwerk“, dass eben dieses Meisterwerk geschaffen hat. Ist irgendwo natürlich mein gut feeling, aber in Zeiten wo Sequels, Prequels, Remakes und generell Comicverfilmungen kritisch beäugt werden, zeigt Joker eben auch, dass es nicht immer das gleiche bereits gesehene mit anderer Besetzung sein muss, sondern man durchaus etwas „Neues“ entwickeln kann. Ein FU an all Denen, die meinen es gibt nichts künstlerisch wertvolles in Comic-Verfilmungen und Remakes, Sequels und Prequels. Der Film zeigt, dass sich Hollywood immer wieder neu erfinden kann.
Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Und man muss immer noch bedenken, dass er, Arthouse-Stil hin oder her, auf einer Comicvorlage basiert und auch wenn sich die Oscars in den letzten 1-2 Jahren ein wenig geöffnet haben und sich im Wandel befinden, sind sie für dieses Genre traditionell nicht allzu empfänglich.
Dramen, Tragikkomödien, Historienfilme etc. haben da meist die besseren Karten. Zudem wählen sie auch gerne Filme mit einer/für eine (politische) Botschaft aus.
War dir Joker nicht dramatisch genug?^^

Meine Top 5:

1. 1917 (Hat den Golden Globe geholt für Best Motion Picture Drama and Sam Mendes als Best Director, Historienfilm, Kriegsdrama, hochgelobt, die Academy liebt solche Filme, jedoch nicht nominiert fürs Film Editing), Bin mir mittlerweile ziemlich sicher dass er den Oscar bekommt.

2. Joker (Siehe oben, wobei du recht hast, dass noch nie eine Comicbuch-Verfilmung gewonnen hat, dennoch nominiert für Best Cinematography, Best Editing, Directing)

3. Once Upon a Time in…Hollywood (Nicht nominiert fürs Film Editing, auch wenn sich Hollywood gerne selbst beweihräuchert, auch die Academy wird Minuspunkte bei der fehlenden Story und dem zweifelhaften Umgang mit den tatsächlichen Geschehnissen von damals setzen)

4. Parasite (Kein Schauspieler nominiert, noch nie hat ein fremdsprachiger Film gewonnen, hat aber den SAG-Award geholt)

5. The Irishman (Nein, da Netflix Film, eher wird sich die Academy selbst vernichten)


Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Ich schon: Ein Arbeitskollege von mir fand den zum Kotzen :mrgreen: "Das ist kein Joker, das ist ein Psycho". Aber gut, der hat wahrscheinlich vorher auch keinen Trailer gesehen und guckt generell nur Mainstream.
Aber auch bei den Kritikern gab es negative Stimmen: 69 % auf Rotten Tomatoes sind gut, aber nicht überwältigend und die Filmstarts-Kritik ist auf deren Seite auch schon berühmt-berüchtigt (weil es im Nachhinein angesichts des Erfolgs schon etwas peinlich ist^^): http://www.filmstarts.de/kritiken/258374/kritik.html
Auf Rotten-Tomatoes Experten gebe ich schon lange nichts mehr. Der Audience Score liegt bei starken 88%. Die IMDB-Wertung ist von anfangs 8,9 auf immer noch starken 8,6 gefallen. Wobei man hier halt anmerken muss, dass der Film auch nicht Jedermanns Sache ist. Er ist halt düster, kalt, angsteinflößend, brutal, tragisch, aber eben auch brillant. Es ist richtig, dass einige Zuschauer den Film anscheinend nicht abhaben können. Das liegt mMn aber nicht am Film, sondern am Zuschauer, der nicht für so einen Film gemacht ist.

Costigan hat geschrieben:
14.01.2020, 16:40
Wie ich schon mal sagte, bin ich schon lange ein Fan von Phoenix und er war glaube ich immer genial und natürlich ist auch seine Performance als Joker oscarwürdig. Und schon allein aufgrund seiner gesamten Karriereleistungen würde ich mich für ihn freuen (und sehr wahrscheinlich klappt es ja auch). Aber hast du auch schon Marriage Story gesehen? Meiner Meinung nach ist Adam Driver darin auch (genauso wie Scarlett Johansson) oscarwürdig. Eine extrovertierte/extravagante Rolle wie die des Jokers lädt natürlich zu "großen Gesten" ein, weil man da komplett durchdrehen kann und sowas zündet dann meistens auch mehr bei den Zuschauern, aber ich fand auch Driver und Johansson in Marriage Story unglaublich und würde einen Oscar für Driver nicht als unverdient erachten. Nicht umsonst werden ihm als Einzigen noch Restchancen eingeräumt.
Er wird sehr, sehr wahrscheinlich an Phoenix gehen und damit kann ich auch sehr gut leben, aber ich muss sagen, dass ich sowohl einen Oscar für Phoenix, als auch eine Entscheidung pro Driver verstehen könnte.

Nein, ich habe Marriage Story noch nicht gesehen. Aber wenn man sich die ganzen Kritiken anschaut, dann erinnert mich das ganze irgendwo an Natalie Portman in Black Swan: Es gibt keinen anderen Sieger als Phoenix.
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Re: Welches Filmgenre mögen F1-Fans

Beitrag von Costigan » 22.01.2020, 11:26

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
21.01.2020, 23:07
Vielleicht gebe ich dem Film auch eine zweite Chance. Bei mir hat es einfach nicht Klick gemacht. Wenn Tarantino drauf steht, dann will ich auch über den ganzen Film Tarantino haben und nicht nur in den letzten 20 min, wobei auch die letzten 20 min relativ heftig waren, selbst für Tarantino.
Naja, ist eben die Frage, was man unter Tarantino versteht. Die Leute, die ihn durch Kill Bill kennengelernt haben und die Gewaltszenen in Django und The Hateful Eight schätzen, halten die letzten 20 Minuten für "typisch Tarantino". Für mich ist der ganze Film ein typischer Tarantino, der so nur von ihm hätte gemacht werden können.
Einer meiner Freunde hat mir gesagt (genau deiner Meinung), dass Tarantino hier einfach einen Film für sich gemacht hat und die letzten Minuten für seine treuen Jünger. Und genau das empfinde ich auch so, nur bin ich jemand, der irgendwo einen roten Faden braucht. Einen Handlungsstrang, der sich von Anfang bis Ende durchzieht und ausgeschmückt wird. Das fehlt hier irgendwo einfach.
Der rote Faden ist für mich Ricks "Reise". Er sitzt am Anfang mit (s)einem Agenten am Tisch, redet über seine abstürzende Karriere, wir begleiten ihn den Film über dabei und zum Schluss überlässt uns Tarantino ein Ende, was Gedankenspiele zulässt, wohin sich Ricks Zukunft wohl damit entwickelt haben könnte.
Was mir auch fehlt ist eine sinnige Kommunikation zwischen den Charakteren. Man hatte das Gefühl, dass jeder Charakter einfach irgendwas belangloses von sich her gibt. Die Kunst des Dialogführens ging gegen 0. Dadurch wird der Film noch langatmiger, da er eben nicht handlungsorientiert ist.

Das ist aber nicht neu bei Tarantino, dass die Dialoge nicht unbedingt dazu dienen, die Handlung voranzubringen. Dann dürfte dir auch Pulp Fiction nicht gefallen haben.
Margot Robbie musste nur schön sein. Dabei war Sharon Tate viel mehr als die „Schöne“. Trotzdem hatte sie kaum einen Dialog. Irgendwo auch eine Beleidigung für die Hinterbliebenen von ihr. Ganz ehrlich, wieso überhaupt die Manson Morde miteinbeziehen, indem man sie eigentlich gar nicht miteinbezieht?
Ich hätte mir auch mehr Szenen und mehr Dialoge für Margot gewünscht. Aber ich verstehe vollkommen, was Tarantino im Sinn hatte und sie musste nicht bloß schön sein. Es ging um ihre (Sharon Tates) gesamte positive, lebensbejahende und gutherzige Ausstrahlung und das konnte Robbie auch ohne viel Text gut verkörpern.

Hier zwei Aussagen dazu von ihr bei der Premiere:

https://youtu.be/OIlsmK_FqFM?t=698
(11:38-12:52)

https://youtu.be/OIlsmK_FqFM?t=1979
(32:58-Ende)

Jeder hatte die Erwartung, dass Tarantino hier den Mord an Tate zeigen würde. Und Tarantino hat diese Erwartungen während des Films auch gezielt gefüttert, indem er z.B. Charles Manson vor Tates Haus hat auftauchen lassen und in der Art, wie sie in der Tür stand und ihn unschuldig und leicht ängstlich angesehen hat. Aber ich finde es eben keineswegs zweifelhaft oder gar beleidigend, wie er mit dem Thema umgegangen ist. Debra Tate, die Schwester von Sharon, hat ja erst nach Sichtung des Drehbuchs überhaupt ihren Segen gegeben und Robbie sogar Schmuck von Sharon tragen lassen. Ursprünglich hatte sie große Vorbehalte gegen den Film und fand den Gedanken geschmacklos, den Mord an ihrer Schwester zu einem großen Event auszuschmücken.
Stattdessen aber hat Tarantino mit Robbie einfach "belanglose", weil alltägliche Szenen inszeniert, wie Tate beim Shoppen, Tate im Kino, Tate mit Freunden unterwegs, im Auto, beim Musik hören/dazu tanzen oder auf einer Party - um sie als das darzustellen, was sie war: Nämlich in erster Linie ein Mensch wie jeder andere. Es wurde immer wieder von Tarantino und Robbie gesagt, dass die Leute Tate in erster Linie wenn überhaupt als Mordopfer der Manson Family kennen und darüber definieren und gar nichts über den Menschen dahinter und dem Leben, das sie geführt hat, wissen.
Insofern fand ich es sehr ehrenwert und schön, was Tarantino daraus gemacht und in meinen Augen hat er mit dem Ende Klasse bewiesen. Er hat eben nicht den bestialischen Mord an ihr gezeigt, von dem sowieso jeder Interessierte schon Bescheid weiß, sondern stattdessen nach Inglourious Basterds wieder mal gezeigt, dass das Kino Dinge kann, die das wahre Leben eben nicht kann, nämlich die Geschichte umschreiben und tragische Ereignisse ungeschehen machen und er hat Sharon Tate damit im Film etwas geschenkt, was ihr im echten Leben nicht vergönnt war, nämlich weiterzuleben.

Das muss man nicht mögen und kann sich mehr Faktentreue wünschen und dies für angebrachter halten, aber letztlich ist Tarantino kein Dokumentarfilmer und er hat mit Once Upon A Time in Hollywood auch kein Biopic über Sharon Tate angekündigt und in der Kunst sollte sowas auch gestattet sein. Das Leben ist hart genug, deswegen sollte es zumindest im Kino noch ein Happy End geben können.
Ich kann nachvollziehen, dass dir solche Easter Eggs und Anspielungen gefallen. Aber dafür gehe ich nicht ins Kino und schau mir einen fast 3 Stündigen Film an. Das Alleine reicht mir nicht als Ersatz für eine gute Story. Wie du schon schreibst, auch das Wissen über all diese Anspielungen machen den Film nicht wirklich besser für die meisten Zuschauer. Ich denke in den hinteren Reihen im Kino sind sogar einige aufgestanden und gegangen…
Nun, das ist aber individuell unterschiedlich und sagt nicht zwingend etwas über die Qualität eines Films aus, sondern auch über die Zuschauer. Wenn ich sage "könnte mir vorstellen, dass auch das den Film für viele nicht besser machen würde", ist das nicht unbedingt eine Kritik am Film, sondern auch eine Aussage darüber, wie ich Kinogänger einschätze.
Letztlich sage ich nur, dass ich Verständnis habe, wenn man mit dem Film weniger anfangen kann, weil es eben kein Film für Jedermann ist. Das ist kein typischer crowd-pleaser, kein Popcornkino, sondern wie gesagt ein persönlicher Film und damit wie dein Freund sagte, gewissermaßen auch ein Film, den Tarantino für sich selbst und für Cineasten gedreht hat.
Für mich persönlich waren die "easter eggs" wie gesagt auch kein Ersatz für irgendwas, sondern eine nette Dreingabe, denn für mich hatte der Film genug Story, um mich zu unterhalten.
Mir zeigen die zahlreichen Nominierungen, dass die Academy den Film sehr schätzt. Es wird eben nicht nur die unglaubliche Performance von Joaquin Phoenix gewürdigt, sondern der gesamte Film mit all dem „Handwerk“, dass eben dieses Meisterwerk geschaffen hat.

Ist schon richtig, aber die reine Anzahl an Nominierungen macht einen Film, auch wenn gerade hierzulande gerne so berichtet wird, noch nicht zwingend zum Favoriten. Es gibt zur Genüge Beispiele von Filmen, die zahlreiche Nominierungen hatten, am Ende aber sogar komplett leer ausgingen: https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar#Die ... r%E2%80%9C
Das wird Joker natürlich nicht passieren, weil zumindest der Sieg von Phoenix quasi sicher ist, aber in allen anderen Hauptkategorien (Film, Director) erwarte ich keine Siege.
1. 1917 (Hat den Golden Globe geholt für Best Motion Picture Drama and Sam Mendes als Best Director, Historienfilm, Kriegsdrama, hochgelobt, die Academy liebt solche Filme, jedoch nicht nominiert fürs Film Editing), Bin mir mittlerweile ziemlich sicher dass er den Oscar bekommt.
Ist inzwischen auch bei mir auf dem ersten Platz. Aber nicht wegen den Globes: Die haben zwar noch den Ruf, sind mittlerweile aber kein allzu zuverlässiger Indikator mehr für die Oscars. Die Globes setzen seit Jahren mehr auf Namen, Stars und Kassenerfolge und sind daher auch immer wieder für Überraschungen gut (z.B. letztes Jahr Best Picture für Bohemian Rhapsody).
Die Gilden-Preise sind da wie gesagt zuverlässiger, weil da viele Oscarwähler mitstimmen.
4. Parasite (Kein Schauspieler nominiert, noch nie hat ein fremdsprachiger Film gewonnen, hat aber den SAG-Award geholt)
Eben, für das beste Ensemble. Vielleicht sticht hier weniger ein Schauspieler heraus. Bleibt für mich ein heißer Tipp und meine Nummer 3, mittlerweile fast gleichauf mit "Hollywood". The Artist hat als französische Stummfilmproduktion vor einigen Jahren auch gewonnen.
5. The Irishman (Nein, da Netflix Film, eher wird sich die Academy selbst vernichten)
Nun, um das Argument der Nominierungen aufzugreifen: Netflix führt das Feld mit 24 Nominierungen vor allen anderen Studios an :mrgreen:
Auf Rotten-Tomatoes Experten gebe ich schon lange nichts mehr. Der Audience Score liegt bei starken 88%. Die IMDB-Wertung ist von anfangs 8,9 auf immer noch starken 8,6 gefallen. Wobei man hier halt anmerken muss, dass der Film auch nicht Jedermanns Sache ist. Er ist halt düster, kalt, angsteinflößend, brutal, tragisch, aber eben auch brillant. Es ist richtig, dass einige Zuschauer den Film anscheinend nicht abhaben können. Das liegt mMn aber nicht am Film, sondern am Zuschauer, der nicht für so einen Film gemacht ist.
Was heißt RT-Experten? Die sammeln schlicht zahlreiche Kritiken von namhaften Magazinen und rechnen daraus einen Schnitt aus. Ist so gesehen ein gutes Barometer dafür, wie ein Film bei den Kritikern generell abgeschnitten hat. Nicht mehr und nicht weniger.
War ja nur meine Antwort auf deine Aussage, dass du wohl niemanden kennst, der den Film nicht super fand. Anscheinend ist es dir ja doch bewusst, dass nicht jeder begeistert war.
Und zum letzten Satz sage ich im Hinblick auf Once Upon A Time nur: :mrgreen:
:wink:
Nein, ich habe Marriage Story noch nicht gesehen. Aber wenn man sich die ganzen Kritiken anschaut, dann erinnert mich das ganze irgendwo an Natalie Portman in Black Swan: Es gibt keinen anderen Sieger als Phoenix.
Wird ja auch so kommen. Phoenix, Zellweger, Pitt und Dern sind allesamt sichere Sieger. Die Schauspielkategorien haben in diesem Jahr keine Spannung mehr.
Nur sollte man mit der Beurteilung, jemand "müsse" gewinnen vorsichtig sein, wenn man die Konkurrenz noch gar nicht gesehen hat. :wink: Ganz allgemein gesprochen.
Und davon ab wollte ich ursprünglich auch nur darauf hinweisen, dass die Oscars nicht "fair" sind und man darauf bei seinen Prognosen nichts geben sollte. Da spielen so viele Faktoren mit rein, die mit der Leistung nichts zu tun haben. Nur mal als aktuelles Beispiel: Schlappe für Netflix-Meisterwerk "Der schwarze Diamant": Adam Sandler "zu arrogant" für den Oscar?
Zuletzt geändert von Costigan am 26.01.2020, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.
It's never good to live in the past too long. As for the future, it didn't seem so scary anymore. It could be whatever I want it to be... Who's to say this isn't what happens? And who's to say my fantasies won't come true... just this once?

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