Verunglückte Formel 1 Fahrer

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King123
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Re: Verunglückte Formel 1 Fahrer

Beitrag von King123 » 12.10.2013, 17:35

Maria de Villota

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Karriere

Mit 16 Jahren begann de Villota, Kartrennen zu bestreiten und gewann schon im selben Jahr ihr erstes Rennen.
De Villota war in ihrer Karriere bei zahlreichen Rennserien an den Start gegangen. Unter anderem nahm die Tochter des ehemaligen Formel-1-Piloten Emilio de Villota an der Superleague Formula, der WTCC, der Euroseries 3000 oder auch den spanischen GT- und Formel-3-Meisterschaften teil.


Unfall und Tod

Maria de Villota verunglückte bei Geradeaus Testfahrten für Marussia auf einem Flugfeld im englischen Duxford schwer. Bei dieser ersten Testfahrt war Maria de Villota auf dem Gelände des „Imperial War Museum” gegen einen Team-LKW geprallt. Sie konnte nicht aus eigener Kraft aussteigen und musste von Helfern aus dem Auto befreit werden. Der Unfall erfolgte bei ca. 50 km/h. Jedoch prallte sie beim Aufprall mit dem Helm gegen die Laderampe des Lasters und zog sich schwere Kopf und Gesichtsverletzungen zu. Sie wurde ins Addenbrooke's Hospital in Cambridge gebracht und musste zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Ihr Zustand war kritisch, aber stabil. Ihr rechtes Auge konnten die Ärzte jedoch nicht mehr retten.Im Oktober desselben Jahres kam sie wieder an die Öffentlichkeit. Seither war sie mit einer Augenklappe als Markenzeichen immer wieder am Rande von Autorennen aufgetreten. Im Automobil-Weltverband Fia hatte sie sich für Frauen im Motorsport starkgemacht.
Am Morgen des 11. Oktober 2013 - mehr als 1 Jahr nach ihrem schweren Unfall - wurde die 33 Jährige tot in ihrem Hotelzimmer in Sevilla aufgefunden. Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. Nach der ersten Obduktion wurde ein Herzinfarkt als Todesursache festgestellt. Wenig später wurde jedoch bekannt, dass Villota an den Spätfolgen ihres Unfalls 2012 verstarb. Offenbar hatte sich die Hirnhaut gelöst.
Wenige Tage später wollte de Villota ihr Buch mit dem Titel "Das Leben ist ein Geschenk" (La vida es un regalo) in Sevilla vorstellen.


De Villota im Marussia

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Zuletzt geändert von King123 am 22.12.2018, 08:21, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Verunglückte Formel 1 Fahrer

Beitrag von ashleyco » 21.11.2013, 02:38

ich habe jetzt mit Interesse diesen Thread gelesen.

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Re: Verunglückte Formel 1 Fahrer

Beitrag von King123 » 22.11.2013, 16:58

Danke, das freut mich :-)
#ForzaJules :thumbs_up:

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Re: Verunglückte Formel 1 Fahrer

Beitrag von Nele » 19.07.2015, 10:08

Gute Zusammenstellung!
Gute Besserung Michael.
R.I.P Jules Bianchi & Justin Wilson

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Re: Verunglückte Formel 1 Fahrer

Beitrag von King123 » 20.12.2018, 20:28

Jules Bianchi

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Karriere

Der Franzose Jules Bianchi war von 2004 bis 2007 im Kartsport aktiv. 2007 wurde er in der französischen Formel-Renault auf Anhieb Meister. Eine halbe Saison im Formel Renault 2.0 Eurocup bestritt er im selben Jahr, ein Sprungbrett in die höchste Rennserie der World Series by Renault, die Formel Renault 3.5.

2008 fuhr der charismatische Bianchi in der Formel 3 Euroserie an der Seite von Nico Hülkenberg und errang nach zwei Saisonsiegen den dritten Saisonrang. In seiner zweiten Saison blieb er bei ART Grand Prix und dominierte die Saison nach Belieben und gewann 9 von 20 Rennen. Seine Teamkollegen in diesem Jahr waren unter anderem Valterri Bottas und Esteban Gutierrez.

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Noch im selben Jahr absolvierte er Testfahrten für Ferrari in der Formel 1. Darüber hinaus erhielt er einen langfristigen Fördervertrag bei Ferrari. In den nächsten Jahren war er erfolgreich in der GP2-Asia-Serie und 2012 in der Formel Renault 3.5 aktiv. Außerdem nahm er bei den Young-Driver-Days 2010 an zwei Formel-1-Testtagen für Ferrari teil. Im Jahr 2012 war er außerdem Testfahrer für das Force-India Team in der Formel 1 und nahm an einigen Freitagstrainings teil. Mit der Scuderia Ferrari blieb der Vertrag weiterhin bestehen.

Für die Formel 1-Saison 2013 wurde zunächst mit Jules Bianchi um einen Vertrag als Stammpilot verhandelt, der aber dann an den deutschen Adrian Sutil ging. Bianchi fand kurz darauf ein Cockpit bei Marussia, da dort ein Platz durch einen anderen Fahrer aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten kurzfristig frei geworden war. Gleich an seinem ersten Rennwochende in Australien war er im Training teilweise sogar um eine Sekunde schneller als sein Teamkollege Max Chilton. Auch im Rennen hatte er meist die Nase vorn. Bereits in seinem zweiten Karriererennen, erzielte er unter schweren Bedingungen sein bestes Saisonergebnis mit Platz 13. In Suzuka hatte er einen schweren Trainingsunfall in der Degner bei dem er sich eine leichte Ellenbogenverletzung zuzog, nachdem dieser in der Sitzschale eingeklemmt wurde. Bianchi beendete seine erste Saison als bester Fahrer ohne Punkte auf dem 19. Gesamtrang. Chilton wurde dagegen 23. und Letzter der Gesamtwertung.

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2014 blieb er mit Max Chilton bei Marussia, die nun mit Ferrari-Motoren starteten. Er wählte die #17 als seine Startnummer für seine weitere Karriere. Beim Großen Preis von Monaco fuhr er profitierend durch viele Ausfälle und Zwischenfälle auf den achten Rang. Aufgrund einer nicht angetretenden Strafe wurde er am Ende als Neunter gewertet. Er erzielte damit seine ersten Punkte und die ersten des Marussia-Teams. Am Saisonende lag er auf dem 17. Gesamtrang.



Unfallhergang


Bianchi verunglückte beim Großen Preis von Japan in Suzuka am 5. Oktober 2014 schwer. Schon vor dem Rennwochenende wurden starke Regenfälle und Orkane vorhergesagt. Am Renntag kam es dann auch so. Das Rennen musste aufgrund der schlechten Wetterbedingungen schon nach wenigen Runden für eine Stunde unterbrochen werden. In der 43. Runde rutschte Adrian Sutil in der Dunlop, der siebten Kurve, von der Strecke. Zur Bergung des Fahrzeugs wurde kein Safety-Car herausgeschickt. Genau eine Runde später verlor Bianchi an selber Stelle die Kontrolle über seinen Marussia und prallte in das Heck des Bergungsfahrzeuges, der den Sauber von Sutil bergen sollte. Bianchi versuchte noch durch massives Gegenlenken gegen den stark übersteuernden Boliden das Verlassen der Strecke zu verhindern. Das Bergungsfahrzeug wurde beim Anprall eineinhalb Meter hoch in die Luft geschleudert - und das bei einem Gewicht von neun Tonnen. Ein Streckenposten konnte nur knapp einem noch größeren Unglück entkommen. Auf Bianchi wirkten beim Aufprall unglaubliche 92 g. Jules Bianchi wurde mit schweren Kopfverletzungen aus dem Fahrzeug geborgen und noch an der Strecke medizinisch versorgt.
Nach einer Notoperation lag er auf der Intensivstation des Universität-Mie-Krankenhauses nahe der Rennstrecke.
Bianchi hatte vor diesem Rennen einen Vertrag bei Sauber für das kommende Jahr unterzeichnet.

Einen Monat nach dem Unfall wurde er in ein Krankenhaus seiner Heimatstadt Nizza verlegt. Nach über 9 Monaten im Koma verstarb Bianchi am 17. Juli 2015 an den Folgen seiner schweren Hirnverletzungen, ohne nochmal aus dem Koma zu erwachen.

Bianchi ist der erste tödlich verunglückte Fahrer in der Formel-1-Weltmeisterschaft seit Roland Ratzenberger und Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino 1994.

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Jules Bianchi 03.08.1989 - 17.07.2015

Starts: 34
Teams: 2013-2014 Marussia
Punkte: 2
#ForzaJules :thumbs_up:

#KeepFightingMichael :thumbs_up:

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