AYRTON SENNA DA SILVA

Ehemalige Fahrer, Teams, Rennen etc.: Hier kann über die Formel 1 Geschichte diskutiert werden.

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon meanmc » 07.10.2014, 20:38

Falls es jemand noch nicht gesehen hat, dieses kurze Filmchen zu Senna, mit tollen Quali-Ausschnitten durchzogen mit charaktarisierenden Aussagen Sennas ist meiner Meinung nach sehr sehenswert:

https://www.youtube.com/watch?v=sSZj8v_Dqzk" target="_blank" target="_blank

(ansonsten bei YT einfach nach "Ayrton Senna Lap of Life" suchen)
Zuletzt geändert von meanmc am 21.10.2014, 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
Dave Mustaine : "If there's a new way, I'll be the first in line (But it better work this time)"

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon _PF1_ » 13.10.2014, 20:20

Letzte Woche wieder einmal Senna - Genie, Draufgänger, Legende geschaut.
Ayrton Senna :heartbeat:
Lewis Hamilton Fanclub :checkered: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
viewtopic.php?f=76&t=20305

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon motorsportfan88 » 01.05.2015, 00:03

21 Jahre...unvergessen und Champion für immer!

Hier ein paar tolle Videos, in guter Qualität...(schaut sie euch an, sind tolle Aufnahmen)

https://www.youtube.com/watch?v=3GOEorrE4mY" target="_blank


https://www.youtube.com/watch?v=JRIOKRHhOto" target="_blank


https://www.youtube.com/watch?v=lFtZORPi8tw

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon _PF1_ » 01.05.2015, 15:51

Bild
Lewis Hamilton Fanclub :checkered: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon motorsportfan88 » 21.03.2016, 12:39

Heute wäre er 56 geworden!
RIP Champ!

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon Plauze » 02.05.2019, 08:35

Jetzt war es gestern also schon 25 Jahre her.

Es war gleichzeitig mein erstes bewusst im TV angesehenes Formel-1-Rennen. Ich würde lügen, wenn ich den Anteil, den Sennas Tod an diesem Rennen hatte, als prägend für mich oder für meine Kindheit bezeichnen würde. Ich war als 8jähriger kleiner Schumacher-Erfolgsfan, der ich damals war und der ich ein kleines bisschen bis heute geblieben bin, am Drumherum des Formel-1-Zirkus nicht so brennend interessiert und nicht in dem Thema drin, um ermessen zu können, was Sennas Unfall für eine gewaltige und einschneidende Bedeutung hatte. Damals ging es gerade erst mit dem Schumacher-Rummel los. Mein Vater war zwanzig Jahre zuvor Formel-1-Fan gewesen und hatte am Nürburgring Stuck, Stommelen und Co. die Daumen gedrückt, hatte mir diese Begeisterung aber nicht direkt vermittelt - der Anstoß war von meinen Schulfreunden gekommen, die jetzt keine Formel-1-Fans mehr sind, während ich u.a. hier gelandet bin...

Jedenfalls war Senna nicht das entscheidende Thema. Irgendwie aber dann doch schon, denn Schumachers Stern stieg ja im direkten Vergleich mit eben diesem überirdisch guten Rennfahrer, der in den ersten zwei Rennen von dem Deutschen besiegt worden war. Auch wenn es mir damals als Kind wohl nicht so bewusst war, hatte meine beginnende Formel-1-Begeisterung also durchaus etwas mit Ayrton Senna zu tun, der die Maßstäbe dafür setzte, was Schumacher dann bei Benetton und später bei Ferrari bewerkstelligte. Und dann erinnere ich mich noch daran, dass mein bester Freund und ich damals, als 8- oder 9- oder 10jährige Kinder, nicht etwa Autounfälle nachstellten, sondern imaginäre Rennstrecken malten, die wir mit riesigen Auslaufzonen versahen, damit den Fahrern nicht passieren konnte, was Senna passiert war. Die Sicherheitsdiskussion, die durch und nach Imola aufgeworfen worden war, färbte also ab.

Wie stark aber der Bann war, den Senna von seinem Debüt bis zu seinem letzten Einlenken in die Tamburello über die Formel 1 gelegt hatte, wurde mir eigentlich erst so richtig klar, als Schumacher 2000 in Monza in der Pressekonferenz in Tränen ausbrach. Jeder weiß, wie beherrscht und kühl er äußerlich sechs Jahre zuvor auf Sennas (und natürlich Ratzenbergers) Tod reagiert hatte. Das wurde ihm von vielen nicht weniger nachgetragen als diverse Fouls auf der Strecke. Schumacher war immer in seinem Funktions- und Arbeitsmodus geblieben, auch als um ihn herum die Rennsportwelt einstürzte. Auch dies hatte seine Titelgewinne 1994 und 1995 begünstigt.

Doch jetzt brachen die Dämme, und zwar auf die Frage hin, wie es sich anfühlt, mit dem 41. Sieg Sennas Marke - zu diesem Zeitpunkt noch der zweite Platz in der Siegerliste - eingestellt zu haben. Erst in dem Moment, in dem auch Schumacher offensichtlich die Gefühle über den Verlust dieses riesengroßen Sportlers zuließ und mit dem Gedanken konfrontiert wurde, welche Bedeutung die Nennung dieses Namens im Zusammenhang mit einer eigenen sportlichen Leistung hat, wurde auch mir so richtig bewusst, welches Format Senna hatte. Schumacher wird sich ja vollends bewusst gewesen sein, dass er Sennas Siegesmarke nur deshalb bereits in Monza hatte einstellen können, weil der Brasilianer um einige weitere erfolgreiche Jahre gebracht worden war. Ob die Wunschehe mit Williams, die Senna ab 1994 einging, so einschneidende Erfolge gezeitigt hätte, sei dahingestellt, denn ich bin mir bis heute nicht sicher, ob die Chemie so wirklich passte. Womöglich wäre Senna ja über kurz oder lang wieder bei McLaren oder auch im Ferrari gelandet, denn spätestens ab 1994 bemühten sich beide Teams darum, Topfahrer in eines ihrer Cockpits zu setzen. Nach Sennas Tod war aber nur noch einer übrig...

Mir ist mit Schumachers Tränenausbruch damals erst bewusst geworden, dass wir ab 1994 um ein Duell der Giganten gebracht worden sind. Weder hat es für Senna vorher einen Rivalen von diesem Format gegeben noch für Schumacher in den Jahren danach. Im Nachhinein tut mir das leid, weil ich als aktiver Formel-1-Fan von Senna nur in Hypothesen und Spekulationen sprechen kann - was wäre gewesen, wenn...? Wahrscheinlich hätte ich als Kind Senna gehasst, denn er hätte meinem Lieblingsfahrer garantiert so manchen Sieg und vermutlich auch manchen Titel streitig gemacht. Aber was wären das für legendäre Rennen gewesen? Was hätte Senna 1995 in Spa veranstaltet? Oder 1996 in Barcelona?
Bei den großen sportlichen Leistungen der letzten 25 Jahre ist Senna immer mitgefahren, denn er war und ist bis heute der Maßstab dafür, was ein guter Formel-1-Fahrer tun und können muss, um erfolgreich zu sein. Die Ausgewogenheit aus irrsinnigem Speed und Leidenschaft für das Limit auf der einen und großer Rennintelligenz und Übersicht auf der anderen Seite haben wir seitdem bei den großen Namen des Sports, Schumacher, Alonso, Vettel und Hamilton wieder angetroffen. Der Prototyp eines modernen Formel-1-Piloten, an den nur die Allerbesten an ihren allerbesten Tagen heranreichen, ist und bleibt aber dieser geniale, leidenschaftliche, streitbare, charismatische Rennfahrer Ayrton Senna.

R.I.P.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon bolfo » 03.05.2019, 01:21

Plauze hat geschrieben:Mir ist mit Schumachers Tränenausbruch damals erst bewusst geworden, dass wir ab 1994 um ein Duell der Giganten gebracht worden sind. Weder hat es für Senna vorher einen Rivalen von diesem Format gegeben noch für Schumacher in den Jahren danach. Im Nachhinein tut mir das leid, weil ich als aktiver Formel-1-Fan von Senna nur in Hypothesen und Spekulationen sprechen kann - was wäre gewesen, wenn...? Wahrscheinlich hätte ich als Kind Senna gehasst, denn er hätte meinem Lieblingsfahrer garantiert so manchen Sieg und vermutlich auch manchen Titel streitig gemacht. Aber was wären das für legendäre Rennen gewesen? Was hätte Senna 1995 in Spa veranstaltet? Oder 1996 in Barcelona?


Einer der besten Beiträge, die ich hier je gelesen habe :thumbs_up:

Für mich bedeutet Sennas Tod irgendwie beides. Einerseits, dieses "hätte, wäre, wenn...", was Senna noch alles hätte erreichen können. Gleichzeitig hat sein Tod aber auch dazu geführt, dass er als Renngott auf dem Höhepunkt seines Schaffens gestorben ist. Dies ist - auch wenns hart ist - mitunter für seinen Mythos ebenso prägend, wie wenn er noch 3-4 weitere Titel gewonnen hätte. Warum? Weil ihm dadurch das erspart blieb, was jedem Rennfahrer mal passiert: Dass einer kommt, der besser ist als du. Senna jedoch starb an der Spitze. Sein letztes Rennwochenende fuhr er auf Pole. Seine letzte Runde war eine Führungsrunde. Er ist dort gestorben, wo er hingehörte: An der Spitze des F1-Feldes. Das ist irgendwie auf eine traurige Art und Weise auch eine Art "romantisch", weil sie die Realität idealisiert. Senna, der Unbesiegbare. Senna, der 1993 im McLaren gegen die beiden Williams richtig gut aussah, als der beste Fahrer im Feld gesehen wurde. Gerade dies lässt viele seiner Anhänger noch heute "träumen", was hätte sein können. Ohne mit der Realität leben zu müssen, wie es dann wirklich geworden wäre. Vielleicht wäre Barcelona 1996 zur Schlacht der Legenden geworden. Umgekehrt hätte Senna seine Karre auch einfach in die Wand setzen können. So jedoch bleibt der Zauber, den Senna ausgestrahlt hat, für immer erhalten. Vielleicht ist es genau das, was Legenden ausmacht.

Eine ähnliche Traurigkeit und Tragik sieht man bei vielen ganz legendären Sportlern, Musikern und Künstlern. Für mich ists neben Senna z.B. Farrokh Bulsara aka Freddie Mercury. Das letzte Album mit Queen zu Lebzeiten war "Innuendo". Und als letzten Song gibts nichts geringeres als "The show must go on", vielleicht die Hymne von Queen schlechthin. Da bleibt die Traurigkeit, weil man sich fragt, was nach so einem Meisterwerk noch gekommen wäre. Umgekehrt jedoch ebenso der Zauber, denn vielleicht wäre nachher überwiegend (oder relativ bald mal) Schwachsinn gekommen (auch wenn ich es nach dem 1995 veröffentlichten "Made in heaven" nicht denke).

Senna hat genau diese Art des Zaubers in sich, die weit über seinen Tod hinaus sein Wesen hell erscheinen lässt. Ein Meister, ein Magier, der der Welt nicht das ganze Können zeigen konnte, von dem wir nur ansatzweise erahnen können, wie gut er wirklich war. Ohne Beweis, dass es wirklich so ist. Genau das macht echte Legenden aus. Legenden, die obschon ihrer grossen Leistungen für immer einen mysteriösen Teil in Sicht tragen, bei dem man nur ansatzweise zu träumen vermag, was noch alles möglich gewesen wäre. Und dieses träumerische ist eben romantischer als die Realität (wie z.B. bei Schumacher, der dann 2010-2012 in der F1 nicht mehr an die alten Erfolge anschliessen konnte).
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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon meanmc » 03.05.2019, 18:27

Wenn der Thread schon mal auffällt bzw. "nach oben rutscht"...

Als jemand, der kurz vor der Senna-Zeit die F1 entdeckt hat, konnte ich mich natürlich glücklich schätzen, diesem einzigartigen Fahrer nicht nur bei der Arbeit zuschauen zu können, sondern auch den Mensch dahinter zu erleben. Nicht umsonst wird er nicht nur für sein Rennfahren gelobt. Er war auch ausserhalb des Cockpits eine zu beachtende Persönlichkeit. Ich war im Nachhinein froh, dass ich ihn mehrfach, einmal sogar einen ganzen Tag, persönlich treffen durfte.

Ich empfinde es als sehr schade, und irgendwie auch recht seltsam, dass so viel Unwissen über Senna vorherrscht - wie man sieht, sind es aber zumeist Leute, die Senna nicht mal selbst erlebt haben. Sagt eigentlich genug aus...

Sein Tod vor knapp 25 Jahren war natürlich ein großer Schock, wobei ich sagen muss, dass ich ihm zwar stets die Daumen drückte, aber dieses typische Fan-sein war noch nie meine Welt! Somit hatte ich weder Senna Shirt, Bettwäsche, Poster, Autogramme oder sonstwas...

Da die Formel 1 damals jedoch durch die vielen technischen Ausfälle - und leider traf es Senna viel zu oft, gerade in Führung liegend - noch eine "ganz andere Spannung erzeugte", fieberte man natürlich mit Senna mit, oft, wie erwähnt, dann völlig unfair unbelohnt. Gerade 1989 war ein sehr unfaires und grausames Jahr... was hätte man sich damals so haltbare Autos gewünscht wie die letzten zwei Jahrzehnte...

Da Senna zumeist im unterlegenen Material fuhr, und zudem oft enormes Pech hatte, hatte ich mich für ihn gefreut, dass er ab 1994 endlich wieder in einem Auto sitzt, mit dem er auch tatsächlich um Siege und Titel fahren kann. Dass es dann so endet - wer hätte das auch nur erahnt!?

Gerade 1989 schrie nach einer Wiedergutmachung... und dann das!

Persönlich finde ich es schade, dass so viele M. Schumacher Fans oder Menschen, die Senna nie haben fahren sehen, tatsächlich davon ausgehen, dass er nicht auch 1994 - 199x seinen Stempel aufgedrückt hätte oder, noch absurder, sogar seinen Tod dafür verantwortlich machen, dass er "diese Legende geworden ist"! -> die war er bereits Jahre vorher...

Zeigt mir aber auch immer, dass viele diesen Menschen und Fahrer nie wirklich analysiert haben. Auch das empfinde ich als sehr schade, da es genügend Quellen gibt, die aufzeigen, was den Menschen und Rennfahrer Senna ausgemacht hat.

Oft genug liest man aus den Beiträgen förmlich raus, dass diese Menschen Senna nie live erlebt haben - sonst würden sie weder so schreiben noch argumentieren. Im Grunde ists gar eine Schande...

Senna war absoluter Perfektionist, hat sich so dem Thema Formel 1 hingegeben, dass er praktisch "über den Dingen stand". Etwas, was nur ganz wenige Menschen in ihrem Beruf (oder Alltag bzw. bei Handlungen) erreichen.

Prost, der selbst dafür bekannt war ein harter Arbeiter zu sein, merkte nicht umsonst an, dass Senna selbst Bodenunebenheiten auf der Strecke persönlich inspizierte oder, wenn er am Abend dann endlich mal auf dem Weg ins Hotel war, Senna noch mit seinen Ingenieuren sitzen sah.

Berger meinte "Während wir uns hier in Phoenix einen Abschwitzen, lacht uns der Senna nur aus", auf seine Fitness bezogen.

Und das ist nur ein kleiner Einblick in die Welt eines Ayrton Sennas...

Sennas Stärken zeigten sich vor allem, wenn es für alle schwierig wurde - bei Stadtrennen, die er meist gewann (z. B. USA und Monaco). Bei Regenrennen - mit demselben Ergebnis. Legendär natürlich auch seine Qualifikationsleistungen.

In einem gleichwertigen Auto war er im Grunde nur durch Defekte zu schlagen (über eine Saison).

Ob Senna, wie Berger erwähnte "alle Poles geholt und alle Rennen gewonnen hätte (spätestens ab Frankreich 94)" - wahrscheinlich, ja. Dafür reichte schon der Williams... wie lange Senna dann Titel gewonnen hätte, wäre bei dem Auto nur an seinem Wollen gelegen.

Und Senna sagte ja mal so vorhersehend: "Wenn ich kein Rennfahrer mehr bin, bin ich tot". Wie wahr...

Dass er diese Titel nicht eingefahren hat, stört mich nicht weiter. Es macht keinen Unterschied, ob er nun noch Titel Nummer 4-x eingefahren hätte - letztendlich hätte ich es ohnehin auch dem überlegenen Williams zugeschoben.

Da sollte man nicht blind sein - Senna fuhr oft genug in schwächeren Autos, auch ein Senna benötigte, wie alle, ein Auto was zumindest nahezu gleichstark ist (, wie das beste Auto im Feld) um einen Titel einzufahren!

-> wobei 1993 echt hätte interessant werden können, wenn er in San Marino, Ungarn nicht zwei Zweite Plätze und in Portugal den Sieg durch die Technik verloren hätte. Da hätte zum Titel nicht viel gefehlt - und das wär dann wirklich Senna-like gewesen. Aber die lieben Defekte... (und natürlich ein Prost, der einige Fehler machte und nicht mehr in absoluter Topform war)

Schaut man gerade auf 1993, ist es schon sehr interessant, wie manche über Senna, auch auf 1994 bezogen, urteilen. Aber na ja... was soll man machen... sie haben ihn ja nie selbst erlebt!

Seine einzigartige Klasse hatte er ohnehin schon bis 1994 gezeigt, wahrscheinlich hätte es mir nicht mal Spaß gemacht, ihm beim Seriensiege Einfahren zuzuschauen. Kann ich eh nicht verstehen, wie manche bei Seriensiegen ihrer Lieblinge in überlegenen Autos (als Nummer 1, also ohne TK als Gegner) abgehen. Für mich machte Senna das aus, was er in unterlegenen Autos zeigte - nicht, was 1988 und 1989 war, wobei Senna gar den Joker hat, dass sein Gegner damals ein Alain Prost war.

Zum großen Duell mit Schumacher, welches viele meinen verpasst zu haben, wär es wahrscheinlich eh nicht gekommen. Der Williams war zu stark, Senna Schumacher mindestens ebenbürtig. Das wäre lediglich 1994 noch spannend geworden - Sennas Aufholjagd, die aber wohl spätestens in Italien zu Sennas Gunsten gekippt wäre.

Schumachers große Erfolge wären erst gekommen, wenn Senna abgetreten wäre, oder sich bei den Fahrzeugen eine Verschiebung ergeben hätte. Aber auch das kann man nur realisieren, wenn man sich etwas objektiver mit der Thematik beschäftigt.

Ich hätte die 3-x Jahre mit Senna noch gerne mitgenommen. Mit dem Williams hatte er ab 1994 endlich wieder ein Top-Auto, und das hatte er sich gewünscht. Ich bin mir auch recht sicher, dass er dies solange wie möglich noch ausgekostet hätte, denn F1 Fahren war nun mal seine große Leidenschaft, der er alles andere untergeordnet hat.

Er wird wohl auf alle Zeit DER F1 Fahrer schlechthin sein... ich hab mich oft genug selbst gefragt, ob er denn wirklich so gut war. Trägt man alle Fakten zusammen, dann war er es tatsächlich...

Senna war seiner Zeit voraus, der Prototyp eines F1 Fahrers. Hatte ein unglaubliches Naturtalent, war Perfektionist, ein Arbeitstier, völlig auf die F1 fokussiert und topfit. Er wollte alles wissen, analysierte jede Kleinigkeit und überlies nichts dem Zufall.

Letztendlich schätze ich mich glücklich, dass ich ihn hab fahren sehen...
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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon Plauze » 05.05.2019, 11:16

meanmc hat geschrieben:Persönlich finde ich es schade, dass so viele M. Schumacher Fans oder Menschen, die Senna nie haben fahren sehen, tatsächlich davon ausgehen, dass er nicht auch 1994 - 199x seinen Stempel aufgedrückt hätte...

[...]

Zeigt mir aber auch immer, dass viele diesen Menschen und Fahrer nie wirklich analysiert haben. Auch das empfinde ich als sehr schade, da es genügend Quellen gibt, die aufzeigen, was den Menschen und Rennfahrer Senna ausgemacht hat.

Oft genug liest man aus den Beiträgen förmlich raus, dass diese Menschen Senna nie live erlebt haben - sonst würden sie weder so schreiben noch argumentieren. Im Grunde ists gar eine Schande...

Eine "Schande" ist es eigentlich eher, dass du Michael-Schumacher-Fans und/oder Menschen, die Senna nie haben fahren sehen, Sachen andichtest, die diese nie behauptet haben und niemals behaupten würden. Kein auch nur durchschnittlich informierter Formel-1-Fan würde jemals ernsthaft behaupten, dass ein Fahrer von Sennas Format Mitte der 90er Jahre nicht die Formel 1 geprägt und Erfolge gefeiert hätte.
Schade, dass du Gedanken an den 25. Todestag eines allseitig bewunderten und geschätzten Fahrers, der unbestritten in den ganz kleinen Kreis der besten Fahrer der Formel-1- und Rennsportgeschichte gehört, mal wieder instrumentalisierst, um dich selbst als "Wissenden" zu profilieren und Meinungen und Äußerungen anderer, die bei gleichzeitiger Bewunderung des Fahrers Senna zu diesem nun mal eine andere Perspektive einnehmen, mit Totschlags- und Strohmannargumenten abzuwerten.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon meanmc » 08.05.2019, 20:02

Hab es noch nicht angeschaut, aber der NDR hat anscheinend zum 25. Todestag von Senna diese Doku produziert, oder zumindest gesendet:

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon Simtek » 12.05.2019, 11:43

Wow
Das ist echt Klasse. :thumbs_up:
Ich werde mir das ganze natürlich mal angucken, wenn ich Zeit habe. :thumbs_up:
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: AYRTON SENNA DA SILVA

Beitragvon meanmc » 16.05.2019, 21:51

Wahrscheinlich kennen es einige schon...



Mich fasziniert immer wieder, wie Senna in Donington an Wendlinger vorbeizog...

Und Suzuka 1988 bewies zwei Dinge...
1. auch Prost drängte auf Start-Ziel Senna ziemlich ab (siehe Portugal 1988)
2. Schon zuvor überholte man an der Schikane ;)

Und einige D. Hill Fans sollten sich, und ich sag das schon immer, mal anschauen, was da in Silverstone 1993 los war. Das war der wahre Grund, wieso der Herr an der Spitze fahren durfte... Senna hielt Prost rundenlang auf...

Ich fand es ohnehin stets faszinierend, wie Senna meist gegen Prost im Zweikampf fuhr... Südafrika 93, England 93, Hockenheim - glaub 90 und vor allem 91 ... und noch einige mehr... Senna war so "brutal", aber "fair"... Prost konnte einem da schon oft leid tun... Senna war so abgezockt, stand so "drüber" und wusste genau, was möglich war bzw. Auto und Strecke hergeben... ein unglaubliches Talent!
Mir kam es damals oft so vor als duelliere sich "der Meister mit dem Lehrling"... in Zweikämpfen der beiden...

PS
Mich wundert es immer wieder, wieso z. B. seine Pole-Runde in Monza 1989, als er knapp 1,8 Sekunden vor seinem TK Prost stand, so selten Erwähnung findet. (nur mal als ein Beispiel von vielen, die stets ungenannt bleiben)
1989 war ohnehin die "beste Senna-Show", wenn da nicht diese Defekte gewesen wären.. :(
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