"Gerechtigkeit für Breonna Taylor": Doch keine Untersuchung gegen Hamilton

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Sportsmann » 14.09.2020, 23:56

Silberner Mercedes hat geschrieben:
14.09.2020, 18:16

Wenn ich mir Sport anschaue möchte ich gerne mal für kurze Zeit vergessen dürfen, mal abschalten und einfach nur eintauchen in eine Welt die weitgehend intakt ist. Ich kann mich mit mit einer allgemeinen Botschaft die auf Toleranz, gegenseitige Achtung und Freundschaft über alle Grenzen hinweg aufmerksam macht, gut identifizieren. Aber die Konfrontation mit persönlichen Einzelschicksalen gehört m.M.n. nicht dazu. Das klingt hart, aber es dient auch ein Stück weit dem Selbstschutz.

Davon mal abgesehen glaube ich auch nicht das Schwarze in der USA generell nur deshalb zum Opfer werden weil sie Schwarz sind. Das gibt es natürlich auch viel zu häufig. Aber das hängt auch ein Stück weit damit zusammen wie groß der prozentuale Anteil dieser Volksgruppe an illegalen Handlungen ist. Doch zu solchen Fragen schweigt sich die gutmeinende Presse gerne aus.
Nimm es mir nicht übel, ich will mal meine Meinung äussern, wieder mal - weil das Thema relevant ist - etwas ausführlicher und ausschweifender. Zur Not zum Fazit runterscrollen ;) Nach 7 Seiten hier ist es etwas spät, aber vielleicht kann ich den Kommentar beim nächsten Mal ja einfach verlinken :nod:

Ich wiederhole auch weiterhin, Sport und Politik sind nicht zu trennen. Aber wenn es Regeln gibt, muss man sie einhalten oder Strafen in Kauf nehmen. Da zeigt sich dann wie ernst es jemand meint, wie bereit er ist auch etwas zu opfern. Und wenn das passiert, ist das auch in Ordnung. Selbstschutz funktioniert besser indem man meditiert, oder sich klar macht, dass man nicht an allen Fronten kämpfen kann, also sich die Informationen ansieht, aber die Gedanken nicht dahin schweifen lässt.

Kurz generell ist Politik im Sport für mich normal und somit auch erlaubt und teilweise sogar erwünscht. Was ich allerdings wiedereinmal nicht gut heissen kann ist, wie Hamilton sich darstellt und was er aussagt. Manchmal weiss ich auch nicht ob er naiv ist, oder ein chronischer Nachahmer ist, der auf der bereits vorhandenen Welle surft, oder ....ob er auch mal nachdenkt. Sperrt die Mörder ein, stürzt die Statue. Das sind starke, aggressive Botschaften die von ihm unterstützt oder wiederholt werden bzw. wurden. Sicherlich könnte es sein, dass genau jetzt diese Aggression einen positiven Effekt hat, das alte verdorbene System auseinandergenommen wird, aber mir fehlt da immer mehr die Idee, wie man weiter machen will. WIederholen und gegen XYZ sein ist keine Lösung, es braucht nicht zielloses Geschrei, sondern sinnvoll gebündelte Aktionen - so meine Meinung. Und es braucht auch Abstraktion, eine klare Botschaft und nicht, das ständige hinterherrennen nach Namen, so bitter jeder einzelne Fall auch ist. Floyd, NameEntfallen (Querschnittsgelähmt), Taylor, die Bewegung begann 2013 mit dem Tod des Teenager Trayvon Martin. Botschaften wie Trump muss weg und eingeforderte Versprechen bei Biden wären sicherlich mehr wert als Einzelfällen hinterherzujagen. Schade dass die Energie mit wenig Effizienz verpufft.

Ich kenne die Details zum Fall Taylor auch nicht, nur einzelne Artikel (Tagesspiegel) ,aber wenn ich davon lese, das Polizisten beschossen werden, und es um Drogen geht, dann kommen zumindest Fragen auf, ob die Schuld wirklich so klar verteilt ist. Informationen wer zuerst geschossen hat, habe ich nicht, letztendlich bin ich auch der Ansicht das die Polizei Fehler gemacht hat, reichlich verschiedene, auch in der Nachbereitung. Aber Hamiltons Forderung geht mir als zu einseitig durch. Die Botschaft Aufklärung zu fordern und zumindest Ermittlungsverfahren zu bewirken, am besten geeint mit anderen Prominenten und Aktivisten, das wäre ja mal etwas - elegant und womöglich effektiver als von Ferne etwas zu sagen und zu hoffen dass das Fußvolk Druck macht und die Ungerechtigkeit am Ende irgendwie ...angegangen wird.

Unabhängig von dem Fall ist auch das US-System schuld, also sowohl die Gesellschaft wo Waffen allgegenwärtig sind, als auch das Polizeisystem. Hier in Deutschland wäre es vermutlich so gelaufen, dass sich die Polizisten zurückziehen und das SEK, nach Kommunikationsversuchen, dann ggf. den Rest erledigt.
Kann ich das von US-Polizisten erwarten? Eigentlich schon, zumindest die mit Diensterfahrung sollten nach all den Protesten mal überlegt haben, wo Probleme sind und wie man ggf. anders damit umgehen kann.... sagt der weit entfernte abgehobene Europäer in mir. Aber ist das so leicht? In den USA sind die armen Säue nach 4 Monaten im Dienst, in Kalifornien dauert die Polizeiausbildung laut Tagesschau rekordverdächtige 32 Wochen, also ca. 8 Monate. Schiessen lernen ist Pflicht, aber Gewaltprävention, Kommunikationsstrategien usw. kann man nicht in der kurzen Zeit reinprügeln, das sind Dinge die Zeit brauchen und die man als Einstellung und nicht nur als theoretisches Wissen mittragen muss. Im täglichen Berufsleben ist womöglich nicht genug Zeit um an den Feinheiten zu arbeiten, denn nachdenken benötigt auch mal Distanz, also Zeit die man nicht mit praktischer Berufsausübung verbringt (die idealerweise nicht Freizeit ist).
Was hingegen wie schon oben angedeutet nicht geht ist, dass Ermittlungen ausbleiben und Probleme vertuscht werden. Ohne Analyse werden die Dinge sich womöglich wiederholen, im schlimmsten Fall fühlt sich der ein oder andere als hätte er einen Freibrief. Das die junge Sanitäterin gestorben ist, ist schlimm und das muss auch öffentlich kommuniziert werden. Wurde es aber scheinbar nicht.

Und zu guter letzt gibt es noch ein Problem, was in unserer National geprägten Welt durchaus Bedeutung hat. Hamilton ist Brite, er ist nicht Amerikaner. Wenn in Österreich etwas passieren würde, würde ich zumindest zweimal darüber nachdenken, wie eine Äusserung meinerseits wirkt, wenn ich als Outsider das Kommentiere, bzw. ob ich etwas positives bewirken kann. Für mich wirkt Hamiltons Rolle daher auch ein wenig Fehl am Platze.

Kurz: Die FIA sollte hier nicht einfach nur von politisch und unpolitisch sprechen, sondern die Botschaft Hamiltons prüfen und ggf. rügen, sofern sie auf Vorurteilen basiert und ggf. Gewalt schürt. Menschen als Mörder (vermutlich nicht Totschläger oder Unglücksschützen) zu bezeichnen - von weiter Ferne, das ist eine neue Dimension. Selbstverständlich kann ich mich irren und der Fall ist klar wie Glas und die Polizisten eindeutig Mörder. Solche Informationen habe ich aber nicht.
Das sinnvollste wäre meiner Ansicht nach, man würde Hamilton zur Seite nehmen und Grenzen definieren, sowie eine Abstimmung der Botschaften als "gewünscht" ansprechen. Es geht hier primär für mich darum, Aggression und Gewalt und Polarisierung zu vermeiden, bzw. Sinn und Unsinn von Worten und Handlungen, bzw. Nichthandlungen. Hamilton ist für mich emotional, aber starke Emotionen sind selten ein guter Ratgeber. Und die FIA muss zusehen, dass sie ausschließlich friedliche und saubere Botschaften unterstützt, alles andere ist für eine internationale Organisation - die auch Fühler in die USA hat, ein handfestes Problem.
Zuletzt geändert von Sportsmann am 15.09.2020, 00:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Munster » 15.09.2020, 00:08

Hamilton ist ein super Fahrer und wenn man ihn in Interviews und Pressekonferenz sieht auch ein ausgesprochen angenehmer Typ, aber sein politischer Aktivismus geht mir gewaltig auf den Keks!

Es ist unbestreitbar, dass es rassistische und gewalttätige Polizeiübergriffe gibt, aber dennoch ist in der Regel schwer feststellbar in weit die Polizei sich nicht einfach selber geschützt hat. Auch Polizisten - gerade in den USA - werden nämlich regelmäßig ermordet. In den USA sind seit Beginn 2020 laut "Officer Down Memorial Page" an die 50 Polizisten in Schießereien und andersgarteten Übergriffen getöten worden. Am Ende vielleicht sogar überwiegend von Afroamerikanern oder Latinos bei der Bevölkerungsstruktur und den sozialen Ungleichgewicht in den USA. Veilleicht kann sich Hamilton ja auch mal diesen Polizisten annehmen? Im Übrigen sind auch schwarze Polizisten dabei, wenn ihm das mehr liegt; er scheint sich ja selbst für unglaublich schwarz zu halten. Wie wär's mit "Police Lives Matter"?

Bevor Hamilton sich irgendwelche T-Shirts überstreift, sollte er vorerst mal mit Polizisten in Brennpunkten auf Streife gehen. Dann kann er immer noch das Maul aufreißen, aber so ist das in der Regel mit all diesen Toleranzpredigern - schaut mal genauer hin entarnt es sich als riesen Heuchelei.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Lichtrot » 15.09.2020, 00:40

Geldstrafe und erledigt. HAM macht die F1 sonst noch zu seiner Privatshow. Sowas hat hier nichts zu suchen.

Aber da er in der F1 nicht wirklich gefordert wird, hat er eben solche Flausen im Kopf.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Tech Enthusiast » 15.09.2020, 02:23

Alpha3000 hat geschrieben:
14.09.2020, 17:51
Ich würde ihn für drei Rennen sperren. :wink:
Politik hat im Sport nichts zu suchen.
Und ein derart provozierender Aufruf im TV schon gar nicht.
Was heute alles als Politik betitelt wird, wundert mich immer wieder.
Eigentlich alles, was nicht Sport oder Biertischgelaber ist, oder?

Auch wenn ich es nicht unbedingt passend fand, gibt es durchaus Probleme, die angesprochen gehören und die man nicht ausschweigen darf. Wenn ein Sportler seinen Einfluss dafür nutzt, hilft das allen.

Wegen der Message an sich war ich gar nicht verwundert, sondern wegen der Sponsoren.
Die zahlen Unsummen, damit man deren Logo gerade bei einem Podium sehen kann. Die hat er damit abgedeckt.
Ich würde dahin gehend eine Art Vertragsstrafe einsehen und erwarte die sogar.
Gegen die FIA Richtlinien verstößt das (aktuell) nicht, also können sie auch nichts machen.

Die Frage mit "Wo ist die Grenze?" ist aber natürlich gerechtfertigt und sollte von der FIA evtl. klargestellt / geregelt werden.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von turbolazi » 15.09.2020, 02:25

NR6-KeepFightingMSC hat geschrieben:
14.09.2020, 20:43
Ich weiß nicht wirklich, was ich dazu sagen soll. Letztendlich wollte er Aufmerksamkeit für diesen Todesfall noch einmal schaffen und das hat er geschafft, wenn man sich mal die Suchanfragen zu dem Thema bei Google anschaut.
Ganz egal, was man von der Message an und für sich hält, ob er das jetzt bei einer Siegerehrung machen muss? Ich weiß ja nicht.
Nach dem Rennen gibt es die Kappen für die ersten drei und mehr Kleidungsstücke sind nicht erlaubt, vielleicht könnte man das einfach einführen.

Man hat ja mittlerweile vor den Rennen quasi schon eine Plattform für "politische" Probleme geschaffen und vielleicht sollte man sich darauf auch beschränken, aber ich bin mir da selbst uneinig, wie man das handhaben soll.

Eine Strafe darf es dafür auf gar keinen Fall geben (wobei, 100 Punkte Abzug bitte, lasst uns wenigstens eine spannende WM haben^^). Ich finde es auch merkwürdig, dass man mit WeRaceAsOne durch die Gegend fährt, selbst die "Kampagne" gegen Rassismus pusht und dann Hamilton quasi in den Rücken fällt. Wenn man damit ein Problem hat, reicht es mMn auch, ihm das persönlich zu sagen, dass man das bei der Siegerehrung in Zukunft nicht mehr sehen möchte, anstatt da eine Untersuchung einzuleiten.
100 Punkte Abzug braucht es nicht.Einfach soviel Punkte abziehen das am Ende Bottas einen Punkt mehr hat

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Tech Enthusiast » 15.09.2020, 05:16

Ob da 100 reichen werden? ;-)

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Ao Kiu » 15.09.2020, 05:17

Hamilton sollte dafür disqualifiziert werden. Ein Olympiasportler würde für so eine Aktion ebenfalls disqualifiziert!
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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von KIMI-ICEMAN » 15.09.2020, 08:07

Tja, Hamilton kann es sich wohl erlauben, so aufzutreten, auch wenn das in der F1 überhaupt nichts verloren hat.

Was wirft das auf die FIA für ein Licht, wenn sie das jetzt bestrafen würden. Bestrafen dann jemanden, der sich für Rassismus einsetzt. Den Shitstorm kann man nur erahnen.

Dennoch muss man das in Zukunft untersagen, das geht einfach gar nicht.

Und dann auch noch einen Fall anprangern, bei dem jemand ums Leben kann, weil ihr Macker auf Polizisten geschossen hat. Hallo, gehts noch? Ich würde jetzt sagen selber Schuld, aber dann bin ich hier gleich der Buh-Mann! Täglich tausende Artikel und Videos, wo die Polizei Gewalt angewendet hat und in ein schlechtes Licht gerückt wird, obwohl es vermutlich rechtmäßiges Handeln war. Es kotzt mich nur noch an und dieser Rassismus Mist ist in diesem Sport völlig deplatziert. :thumbs_down:
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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von BenHeF1 » 15.09.2020, 08:24

Neben der Frage, ob er das überhaupt hätte tun sollen oder ob politische Themen Platz im Sport etc. wäre die wichtigere Frage ob die Botschaft die richtige war.
Fordern Polizisten einzusperren ohne fundamentiertes Hintergrundwissen - sicherlich sowohl von ihm selbst als auch von den Zuschauern? Das sieht mir mehr nach wilder Meinungsäußerung aus und das sollte für einen Mann mit seiner Reichweite überhaupt keinen Platz haben. Und mit Rassismus hat das gleich zehnmal nix zu tun?!?
Und wenns nur eine Mahnung ist, aber es sollte was von der FIA kommen.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Hardundkrass » 15.09.2020, 08:34

Meine Güte als wenn es das jetzt wert wäre aus diesem Grund ein Fass aufzumachen. Da wurde jetzt mal für die paar Minuten halt kein mit Sponsoren beklebter Overall gezeigt, sondern ein Shirt mit einer Botschaft. Keine Ahnung warum sich jetzt soviele daran stören, solange das jetzt nicht zur Regel wird und die Siegerehrung inflationär für politische Botschaften genutzt wird kann man LH das doch durchgehen lassen, zumal es nunmal in die heutige Zeit passt.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von killingjoke » 15.09.2020, 08:47

Es geht nicht darum, dass Hamilton mal ein Shirt mit einer Message an hat. Das Problem ist ein grundlegendes. Wenn man da anfängt und nicht Einhalt gebietet kann jeder Fahrer sich mal für etwas einsetzen und mit seinen Messages auf Shirts bei Podien erscheinen. Und dann ist vielleicht mal eine Message dabei, die nich so dolle ist. Dann ist die FIA nur noch beschäftigt zu entscheiden, welches Shirt bestraft wird und welches ok ist. Das geht so nicht.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Zed Yago » 15.09.2020, 09:11

Wenn, in diesem Fall Hamilton, jemand sich Öffentlichkeitswirksam präsentiert, diese Worte und Handlungen jedoch durch das persönliche Verhalten nicht unterfüttert werden und genau die Verfahrensweise der Gegenseite (Lock her/him up) verwendet, ist das, genau wie bei der Gegenseite, nichts anderes als Populismus.

Wenn man (in diesem Fall bei Lewis Hamilton) dann das reale Verhalten bemerkt, sieht man: Nur heisse Luft und Selbstdarstellung.

Würde man sich sich ( in diesem Fall Hamilton) an die selber angesprochenen Probleme halte, würde diese Personen

- an Rennen wie in Russland, Türkei, Bahrain, VAE schlicht und einfach nicht teilnehmen
- das Rennfahren generell einstellen bzgl. Umweltschutz

Prinzipiell kann ich solche Leute, die entgegen ihrer selbst propagierten (evtl. nur vorgeblichen?) Einstellung handeln, nicht ernstnehmen. Die offizielle Bezeichnung für diesen Typ Leute ist mMn der Begriff "Heuchler". Obwohl, wenn man dann auch noch dafür bezahlt wird entgegen seiner (vorgeblichen) Überzeugung zu handeln, dann steht dass noch einmal eine Stufe über Heuchler.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von Cahad » 15.09.2020, 10:26

Es ist wirklich beeindruckend, dass es nach wie vor Leute gibt, die ihre Augen davor verschließen wollen, dass Politik und Sport schon seit vielen Jahren verflochten sind.

Sei es im europäischen Fußball, sei es in der NFL oder nun auch in der F1. Das ist nunmal ein Phänomen, welches mit der Zeit gewachsen ist und existiert. Da bringt es nichts, sich an überholte Vorstellungen zu klammern, die zur Zeiten Hitlers gelebt wurden.

Weiterhin muss man sich halt den speziellen Fall anschauen.

Reden wir bei dem von Lewis angeführten Fall über das Thema Menschenrechte?

Ich finde schon, denn jeder Mensch hat das grundlegende Recht auf die Unversehrtheit seines Lebens.

Geht Lewis mit seiner konkreten Forderung zu weit?

Nach kurzer Betrachtung der Details, die nunmehr über den Fall bekannt sind, sage ich: Nein. Zum einen wurde hier unverhältnismäßig ein Leben genommen, denn das Opfer lag im Bett. Es wäre für mich höchstens nachvollziehbar, wäre der LG v. Opfer erschossen worden. Weiterhin wurde dem Opfer nach den Schüssen keinerlei Hilfe geleistet. Das ist vielleicht kein Mord, sondern fahrlässige Tötung?! Dennoch müssen sich Menschen dafür verantworten.

Und es geht ja auch nicht darum, dass Lewis den Cops Mord vorwirft, denn dann hätte auf seinem Shirt "murdered" stehen müssen. Für mich, ein großer Unterschied.

Insgesamt glaube ich, dass wir was die Verflechtung beider Themen angeht, noch lange nicht beim Höhepunkt sind, denn es gibt noch viele andere Bereiche, bei denen es weltweit gemeinsame Nenner gibt oder zumindest geben sollte. Und die Menschen scheuen sich mittlerweile wieder immer weniger für diese Themen ihre Möglichkeiten zu nutzen.

Ob man das gut oder schlecht findet, ist jedem selbst überlassen. Aber das es so ist, wie es ist und nicht erst seit gestern, davor sollte man die Augen einfach nicht verschließen. Wenngleich Ich dir Leute verstehen kann, die wenigstens beim Sport ein wenig Zerstreuung und Ablenkung vom Übel der Welt suchen.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von wii07 » 15.09.2020, 10:29

Einfach die Regel einführen, das die Fahrer bei allen öffentlichen Veranstaltungen rund ums Rennen ihren Rennanzug anbehalten müssen und fertig.

Wobei ich doch gerne das eine oder andere politische Statement bei der Siegerehrung vorher noch sehen möchte:

In China z.B. ein "Free Tibet" Shirt - dazu im militär Stechschritt auf die Bühne maschieren und salutieren.

In Abu Dhabi ein Shirt mit "Gaylord" tragen und dann in die Kamere mit dem Hintern twerken.

Das wären so Sachen, da hätte ich mal Bock drauf.

Für die China Nummer könnte ich mir Vestappen gut vorstellen und für die Abu Dhabi Nummer Ricciardo.

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Re: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Beitrag von killingjoke » 15.09.2020, 10:33

Wie gesagt, irgendwelche Aussagen haben da nix zu suchen. Wenn man das einreißen lässt wird es nur noch schlimmer und es verkommt zu einer Plattform für Aussagen jeglicher Art.
Grundsätzliche Erlaubnis seine politischen Meinungen rauszuposaunen kann sehr böse enden in einem Unterhaltungssport. Wenn der Lewis sich so echauffiert über Verletzung von Menschenrechten dürfte er nur noch in ein paar ausgewählten Ländern Rennen fahren. Er kann ja jetzt beim russischen Grand Prix in den Streik treten, oder auf dem Podium Fuck Putin/Free Krim Shirt anziehen. Oder in Bahrain...oder in der Türkei....oder oder.....

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