F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

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F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Redaktion » 20.02.2020, 13:00

Während der "rosarote Silberpfeil" von Racing Point Bestzeit fährt, rätselt alles über das Original: Was bewirkt der Lenkrad-Trick von Mercedes und ist er legal?
Lewis Hamilton sicherte sich die Bestzeit am Donnerstagmorgen in Barcelona. Jetzt durch alle Fotos der neuen Autos klicken!

Lewis Hamilton sicherte sich die Bestzeit am Donnerstagmorgen in Barcelona. Jetzt durch alle Fotos der neuen Autos klicken!

Schon am zweiten Tag der Wintertests in Barcelona (Hier geht's zum Live-Timing!) hat die Formel-1-Saison 2020 ihr erstes großes Aufreger-Thema. Die Fan-Community im Internet spielt nach Bildern vom Mercedes von Lewis Hamilton, auf denen ein "flexibles Lenkrad" zu sehen ist, verrückt - und fragt sich: Was macht der F1 W11 EQ Performance, wenn der Weltmeister das Lenkrad an sich zieht?

Natürlich haben sich unsere Journalisten vor Ort bei Mercedes erkundigt, was es mit dem System auf sich hat. Es sei ein "Lenkmodus", so die vage Antwort, den man bei den Tests evaluieren möchte. Was dieser Modus bewirkt, darüber verrät das Team naturgemäß nichts - was auch nicht anders zu erwarten war.

Also bleibt es zunächst bei Spekulationen auf Basis von Videos - und auf denen ist eindeutig zu sehen, wie Hamilton das Lenkrad am Kurvenausgang an sich heranzieht, wenn er auf eine Gerade fährt, und von sich wegschiebt, wenn er die nächste Kurve erreicht.

Das ist insofern hochspannend, als TV-Bilder suggerieren, dass sich gleichzeitig auf den Geraden die Spitzen der Vorderräder nach innen bewegen. Das passende Schlupfloch könnte die einleitende Formulierung von Artikel 10.2.1. sein, die da lautet: "Wenn die Position des Lenkrads fixiert ist ..." Das ist sie immer dann nicht, wenn sie der Fahrer an sich zieht oder von sich wegschiebt!

Ein Blick ins Technische Reglement ...

Andere Paragrafen sprechen dagegen, dass das Mercedes-System legal sein könnte. Artikel 10.2.3. zum Beispiel lautet übersetzt: "Keine Bewegung der Radaufhängung erlaubt, solange das Auto sich bewegt." Und 10.2.2. verbietet explizit "powered" Vorrichtungen, mit denen einzelne Komponenten der Radaufhängung in ihrer Konfiguration verändert werden können.

Racing-Point-Technikchef Andrew Green erklärt gegenüber 'auto motor und sport': "So weit wir das an dem Video beobachten können, ist diese Vorrichtung Teil der Lenkung. Im Reglement steht nur, dass der Fahrer mit der Lenkung die Position der Vorderräder verändern darf. Wie und wohin ist da nicht genau spezifiziert."

Findigen Beobachtern ist aufgefallen: Jedes Mal, wenn Hamilton den Lenkrad-Trick anwendet, steht auf dem Display das Wort "Marker". Was das bedeutet, ist nicht hundertprozentig klar.

Neben der Theorie, dass das System den Luftwiderstand auf den Geraden verringert und somit die Höchstgeschwindigkeit erhöht, ohne in den Kurven Abtrieb zu verlieren, gibt es noch einen zweiten Verdacht.

Weniger Luftwiderstand, mehr Reifentemperatur?

Demnach sollen die Vorderräder auf den Geraden "eingezogen" werden, um bis zur nächsten Kurve weniger Temperatur in den Gummis zu verlieren. Das würde dem Grip in langsamen Kurven helfen - in der Vergangenheit eine Schwachstelle von Mercedes.

Sollte dem so sein, könnte der Schuss aber auch nach hinten losgehen. Denn höhere Reifentemperaturen bedeuten in der Regel höheren Verschleiß. Was vielleicht erklärt, warum Hamilton das System nicht immer aktiviert, sondern nur punktuell. Immer genau dann, wenn die Reifentemperatur zu niedrig ist?

Genialer Trick, um den Luftwiderstand zu verringern und die Reifentemperatur zu managen, oder ein kreatives Ablenkungsmanöver, um die Konkurrenz auf etwas anzufixen, während die echten Geheimnisse des W11 ganz woanders liegen? Eins steht fest: In den nächsten Tagen ist für Gesprächsstoff gesorgt!

Und: Die Konkurrenz ist froh, dass der Barcelona-Test live übertragen wird. So sind Zuschauer dem Trick relativ rasch auf die Schliche gekommen. Ohne TV-Übertragung wäre das System womöglich erst in Melbourne aufgeflogen - und die Konkurrenz hätte wertvolle Zeit verloren, um selbst ein ähnliches System zu entwickeln.

Auf der Strecke konzentrierte sich Hamilton am Donnerstagmorgen auf Longruns. Der Weltmeister absolvierte in beeindruckender Konstanz 106 Runden und landete mit 1,040 Sekunden Rückstand auf dem siebten Platz.

Racing Point: Technikchef wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Bestzeit sicherte sich Sergio Perez im Racing Point RP20 (1:17.347 Minuten), der dem Mercedes W11 selbst oberflächlich betrachtet wie ein Abziehbild ähnelt (Hier geht's zum Schieberegler-Vergleich!).Der "rosarote Silberpfeil" von Racing Point ist das zweite große Gesprächsthema. "Ich kann ganz kategorisch sagen: Alle Designs stammen von Racing Point", rechtfertigt sich Technikchef Green gegenüber 'Sky'. "Es gab keinerlei Transfer von gelisteten Teilen von Mercedes. Das würden sie nie in Erwägung ziehen, und wir würden nie darum bitten. Das wäre nicht erlaubt."

Racing Point, der "rosarote Silberpfeil"

  Weitere Formel-1-Videos

"Was man hier sieht", erklärt Green, "ist das Ergebnis von Zeichnungen, die unsere Leute angefertigt haben, nachdem sie Bilder des Mercedes gesehen hatten. Das könnte jeder so machen. Und um ehrlich zu sein: Ich finde, unsere Leute haben dabei herausragende Arbeit geleistet!"Hinter Perez landeten Daniel Ricciardo (Renault/+0,402), Alexander Albon (Red Bull/+0,808) und Pierre Gasly (AlphaTauri/+0,818) auf den weiteren Plätzen. Gefolgt von George Russell auf P5 (+0,919), der für das krisengeschüttelte Williams-Team bisher einen viel besseren Saisonstart hinlegt als vor einem Jahr (71 Runden).

Vettel: Testpremiere am Donnerstagnachmittag

Ferrari begnügt sich, während alle über Mercedes reden, still und heimlich damit, den SF1000 auf Herz und Nieren zu testen. Charles Leclerc spulte weitere 49 Runden ab und landete mit 0,988 Sekunden Rückstand auf dem sechsten Platz.

Nach der Mittagspause ist die erste Testwoche für ihn übrigens beendet. Um 14:00 Uhr übernimmt Sebastian Vettel das Steuer, der sich zwar immer noch nicht hundertprozentig fit fühlt, aber offenbar zumindest dazu in der Lage ist, seine ersten Runden mit dem neuen Ferrari zu drehen.

Dann werden die Fans den SF1000 auch sehen können - denn das ist er trotz Stellwand-Verbot und TV-Live-Übertragung meistens nicht.

Während sich (nicht nur) die Fotografen über die neue Offenheit im Paddock freuen, ist die Regel für die Ferrari-Mechaniker ein Ärgernis. Sie bilden jetzt jedes Mal eine "menschliche Mauer", sobald es in der Box etwas Spannendes zu sehen geben könnte.

Beeindruckend: Auch nach eineinhalb Testtagen gibt es noch keine einzige rote Flagge. Am knappsten dran war die neue Formel-1-Generation gleich zu Beginn des Vormittags, als Gasly in Kurve 9 mit noch kalten Reifen zu optimistisch aufs Gas stieg und das Heck außer Kontrolle verlor. Beim Ritt durch das Kiesbett wurde sein AT01 aber nicht weiter beschädigt.

(F1-Test Barcelona 2020, Donnerstag: Hier geht's zum Live-Ticker!)


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Zuletzt geändert von Redaktion am 20.02.2020, 13:00, insgesamt 6-mal geändert.

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Warlord » 20.02.2020, 13:05

Erst mal abwarten obs Legal ist.
Ansonsten, Hut ab.

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von toddquinlan » 20.02.2020, 13:19

irgendwie bin ich enttäuscht von RedBull, früher waren sie das Team was mit solchen Technikideen geglänzt hat, jetzt werden sie von Mercedes abgelöst, und auf der Motorseite von Ferrari (ja, ich bin immer noch der Meinung das Ferrari letzte Saison mit illegalen Tricks beim Motor gearbeitet hat).

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von turbocharged » 20.02.2020, 13:20

Redaktion hat geschrieben:
20.02.2020, 13:00
Also bleibt es zunächst bei Spekulationen auf Basis von Videos - und auf denen ist eindeutig zu sehen, wie Hamilton das Lenkrad am Kurvenausgang von sich "schiebt", wenn er auf eine Gerade fährt, und wieder an sich "heranzieht", wenn er die nächste Kurve erreicht.
Ja ganz eindeutig. Oder vielleicht doch nicht? Ah, ich hab mir das Video wohl rückwärts angeschaut.
So machts ja auch viel mehr Sinn, da der Pilot dann nicht gegen die Beschleunigungskräfte arbeiten muss. Warte... :think:
Redaktion hat geschrieben:
20.02.2020, 13:00
Findigen Beobachtern ist aufgefallen: Jedes Mal, wenn Hamilton den Lenkrad-Trick anwendet, steht auf dem Display das Wort "Marker". Was das bedeutet, ist nicht hundertprozentig klar.
Findige Formel 1 Journalisten wüssten was das bedeutet. "Marker" ist ein Knopf am Lenkrad, welchen der Pilot drücken kann, wenn er eine bestimmte Stelle "markieren" will (deshalb der Name), damit man sie in der Telemetrie gleich findet. Wie wenn man mit einem Textmarker wichtige Stellen markiert.
Redaktion hat geschrieben:
20.02.2020, 13:00
Neben der Theorie, dass das System den Luftwiderstand auf den Geraden verringert und somit die Höchstgeschwindigkeit erhöht, ohne in den Kurven Abtrieb zu verlieren, gibt es noch einen zweiten Verdacht.Weniger Luftwiderstand, mehr Reifentemperatur?Demnach sollen die Vorderräder auf den Geraden "eingezogen" werden, um bis zur nächsten Kurve weniger Temperatur in den Gummis zu verlieren.
Wenn man die Spur auf 0° stellt und somit die Reibung verringert, bleibt der Reifen also warm? Interessant.
Rennautos werden meist mit Toe Out gefahren, das heißt, dass die Spitzen der Reifen von oben betrachtet nach außen schauen. Dadurch hat man ein schnelleres und direkteres Einlenkverhalten. Bedeutet aber, dass die Reifen natürlich immer "schleifen", da sie nicht zu 100% in Fahrtrichtung schauen. D.h. mit diesem Trick verringert man die Reibung, erhöht somit leicht den Topspeed und "kühlt" die Reifen auf den Geraden. Damit hat man ein gutes Werkzeug um die Reifentemperatur kontrollieren zu können.
Redaktion hat geschrieben:
20.02.2020, 13:00
Das würde dem Grip in langsamen Kurven helfen - in der Vergangenheit eine Schwachstelle von Mercedes.
Stimmt, der SF9... äh W10 war grottenschlecht in den langsamen Kurven und hat dort vom W1... äh SF90 immer Prügel bezogen. :roll:


Starker Artikel. Naja, Mittagessen war wohl schon am kalt werden.
Zuletzt geändert von turbocharged am 20.02.2020, 13:22, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Wester » 20.02.2020, 13:22

Schon interessant was die Teams immer finden. Da sitzen echt kreative Köpfe.
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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Höckernase » 20.02.2020, 13:26

turbocharged hat geschrieben: Rennautos werden meist mit Toe Out gefahren, das heißt, dass die Spitzen der Reifen von oben betrachtet nach außen schauen. Dadurch hat man ein schnelleres und direkteres Einlenkverhalten. Bedeutet aber, dass die Reifen natürlich immer "schleifen", da sie nicht zu 100% in Fahrtrichtung schauen. D.h. mit diesem Trick verringert man die Reibung, erhöht somit leicht den Topspeed und "kühlt" die Reifen auf den Geraden.
Also im Endeffekt eine Art DRS für die Spur.
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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von turbocharged » 20.02.2020, 13:29

Höckernase hat geschrieben:
20.02.2020, 13:26
turbocharged hat geschrieben: Rennautos werden meist mit Toe Out gefahren, das heißt, dass die Spitzen der Reifen von oben betrachtet nach außen schauen. Dadurch hat man ein schnelleres und direkteres Einlenkverhalten. Bedeutet aber, dass die Reifen natürlich immer "schleifen", da sie nicht zu 100% in Fahrtrichtung schauen. D.h. mit diesem Trick verringert man die Reibung, erhöht somit leicht den Topspeed und "kühlt" die Reifen auf den Geraden.
Also im Endeffekt eine Art DRS für die Spur.
Den aerodynamischen Effekt würde ich noch als den geringsten einschätzen.
Viel mehr Reifenmanagement und Lenkverhalten (Balance). Muss man ja auch nicht immer auf den Geraden machen. In gewissen Kurven kann man damit ja auch einfach das Verhalten des Autos ändern (Mercedes selbst spricht ja von "Lenkmodi"). Je nach Situation kann der Fahrer das gerade anpassen wie er will. Ähnlich wie z.B. Bremsbalance oder Differentialsperre.

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von RedBull_Formula1 » 20.02.2020, 13:46

Genialer Trick. Darum liebe ich die F1.

Bin mir aber sicher, dass andere Teams (RBR, Ferrari, Renault) versuchen werden, dass der Trick als illegal eingestuft wird.
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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Woelli38 » 20.02.2020, 13:47

Auch wenn es eine Innovation ist und ich davor meinen Hut ziehe, halte ich es eher für bedenklich. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden die Vorderräder bei Geradeausfahrt geradegestellt, um den Widerstand zu verringen. Topspeed / Reifenverschleiss bzw. Optimierung Reifentemperatur... alles Punkte, die dafür sprechen.

Was ist aber, wenn das System auf der geraden bei geradegestellten Reifen ausfällt und der Renner dann wegen zuwenig Haftung in der Kurve einem anderen Fahrer in das Auto rauscht bzw. rutscht, weil halt die Haftung weg ist?

Vielleicht habe ich das auch alles nur falsch verstanden, aber so ganz koscher ist mir das System deswegen nicht...
Man nannte Ihn den "Fisherman’s Friend" der Formel 1... :mrgreen:

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von G.E. » 20.02.2020, 14:03

Lücke gefunden.
Glückwunsch.
Traurig wenn beim Bau eines Autos auch Anwälte beteiligt sein müssen.

Was die Legalität angeht, seht ihr wenn das Licht angeht.
1, 2 oder 3?
Entweder ist es nach der einen Regel legal und fertig.
Oder es ist nach der anderen illegal, auch fertig.

Mir schwant Übles und es könnt für Mercedes eine dritte Form geben. Illegal aber für Mercedes legal.
Die Frage ist nur, ist es tatsächlich ein Vorteil?

Auch wenn ich Mercedes den Schachzug gönnen würde, ich bin da eher bei Artikel 10.2.3. zum Beispiel lautet übersetzt: "Keine Bewegung der Radaufhängung erlaubt, solange das Auto sich bewegt." Und 10.2.2. verbietet explizit "powered" Vorrichtungen, mit denen einzelne Komponenten der Radaufhängung in ihrer Konfiguration verändert werden können.

Es ist definitiv eine Veränderung am Fahrzeug, bzw. eine Veränderung der Radaufhängung, wenn sich das Fahrzug bewegt.
Es wird am sich bewegenden Fahrzeug eine, oder mehrere Komponenten, hier Lenkrad und Räder, aktiv veränder.
Das wird wohl niemand in Frage stellen.

Jetzt bin ich gespannt.

Nochmal, ich finde die Idee klasse.
Zuletzt geändert von G.E. am 20.02.2020, 14:07, insgesamt 2-mal geändert.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von turbocharged » 20.02.2020, 14:06

G.E. hat geschrieben:
20.02.2020, 14:03
Es wird am sich bewegenden Fahrzeug eine, oder mehrere Komponenten, hier Lenkrad und Räder, aktiv veränder.
Das wird wohl niemand in Frage stellen.
Nein, aber das macht man auch in Kurven. Also Kurvenfahrten verbieten?

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von G.E. » 20.02.2020, 14:08

turbocharged hat geschrieben:
20.02.2020, 14:06
G.E. hat geschrieben:
20.02.2020, 14:03
Es wird am sich bewegenden Fahrzeug eine, oder mehrere Komponenten, hier Lenkrad und Räder, aktiv veränder.
Das wird wohl niemand in Frage stellen.
Nein, aber das macht man auch in Kurven. Also Kurvenfahrten verbieten?
Nein, dass darf man ja lauf Reglement, die Voredrräder mit dem Lenkrad bewegen.
Sonst könnte man ja nicht um Kurven fahren.
Hier wurde aber wohl das Bewegen sehr weitläufig ausgelegt.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von chrisspeed » 20.02.2020, 14:09

Woelli38 hat geschrieben:
20.02.2020, 13:47
Auch wenn es eine Innovation ist und ich davor meinen Hut ziehe, halte ich es eher für bedenklich. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden die Vorderräder bei Geradeausfahrt geradegestellt, um den Widerstand zu verringen. Topspeed / Reifenverschleiss bzw. Optimierung Reifentemperatur... alles Punkte, die dafür sprechen.

Was ist aber, wenn das System auf der geraden bei geradegestellten Reifen ausfällt und der Renner dann wegen zuwenig Haftung in der Kurve einem anderen Fahrer in das Auto rauscht bzw. rutscht, weil halt die Haftung weg ist?

Vielleicht habe ich das auch alles nur falsch verstanden, aber so ganz koscher ist mir das System deswegen nicht...
Was ist wenn die Bremse nicht bremst oder der Heckflügel nicht mehr einklappt? Was passiert, wenn das Gaspedal hängt oder das Differential blockiert?

Alles an einem Rennauto birgt Risiko für sich und die anderen. Es muss halt sicher gestellt werden, dass die besonders kritischen Teile doppelt Ausfallsicher sind als der "einfacherer" Systeme.

Ansonsten bin ich beeindruckt von der Kreativität der Ingenieure. Deswegen hat man ja so viele. Rein statistisch muss da eine gute Idee raus kommen:)

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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Vasko265 » 20.02.2020, 14:16

Mercedes Top, man sieht das dieses Team nicht umsonst so lange da oben steht. Angeblich wurde es durch die FIA auch schon abgenommen.
Aber ich würde mir weider eine F1 wünschen, wo der Fahrer wieder der Chef im Auto wird. Und der Fahrer entscheiden muss schneller, langsamer oder was auch immer. Mittlerweile sind das doch nur Roboter die genau das tun was Ihnen von der Box gesagt wird.
Heute gewinnt nicht mehr der beste Fahrer, sondern der der sich am besten an die Anweisungen hält(und natürlich wenn, er daß Auto dazu hat).
Aber dies wird ein Wunsch meinerseits bleiben.
Deswegen Gratulation an MER für diese grandiose Idee.
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Re: F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

Beitrag von Zitterbacke » 20.02.2020, 14:19

DAS war’s, für die anderen.

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