McLarens tolle Mittwoch-Bestzeit: Nichts als heiße Luft!

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McLarens tolle Mittwoch-Bestzeit: Nichts als heiße Luft!

Beitrag von Redaktion » 28.02.2019, 05:43

Wie man die neue Wintertest-Bestzeit von Carlos Sainz wirklich einordnen muss und warum McLaren in Melbourne ganz sicher nicht auf Pole-Position fahren wird © circuitpics.de Carlos Sainz weiß genau: McLaren gehört auch 2019 nicht zu den Topteams McLaren hat am sechsten Tag der Testfahrten in Barcelona als erstes Team die Hosen ganz runtergelassen. Carlos Sainz stellte mit dem neuen MCL34 eine Bestzeit von 1:17.144 Minuten auf und war damit schneller als jeder andere Fahrer in diesem (oder vergangenem) Winter. Der Wert der Bestzeit ist aber überschaubar.

Denn selbst ein Team wie Renault, das noch strauchelt, hat schon in der ersten Woche erklärt, dass niedrige 1:17er-Zeiten möglich sind, und Teams wie Alfa Romeo trauen sich sogar 1:16er-Zeiten zu. Davon ausgehend, dass Ferrari momentan die Referenz für alle anderen ist, sind viele der Meinung, dass die absolute Spitze 1:15 fahren kann. Womit McLaren aktuell rund eineinhalb Sekunden Rückstand hätte.

"Es ist immer schön, Erster zu sein. Aber wir werden in Melbourne nicht auf Pole stehen. Wir haben dort keine Chance, das Rennen zu gewinnen, also sollten wir uns erstmal ein bisschen beruhigen", gibt Sainz freimütig zu. "Das sind nur Tests. Und das war ein Qualifying-Run, um die Performance des Autos besser einschätzen zu können."

Die GPS-Daten der Konkurrenz suggerieren, dass im MCL34 auf der schnellsten Runde gerade mal das Benzin für eine schnelle Runde getankt war. Ebenso wie etwas später, als Sainz seine Zeit wiederholen konnte. Immerhin sprechen die Reifen für ihn, denn anstatt des weichsten C5 war der C4 von Pirelli drauf. Auch McLaren könnte also theoretisch 1:16er-Zeiten fahren, wenn man davon ausgeht, dass der C5 um etwa 0,6 bis 0,7 Zehntelsekunden schneller ist als der C4.Daten suggerieren: Weniger als zehn Kilo Sprit an BordMcLaren, da sind sich alle einig, gehört nicht zum Kreis der absoluten Topteams. Weshalb ein Journalist am Mittwochabend scherzhaft von Sainz wissen wollte, ob er denn die Schikane abgekürzt habe, um so eine Zeit zu schaffen. "Wenn du schlau genug bist", seufzt der Spanier, "dann hast du ja gesehen, was wir heute gemacht haben." Das neue Modewort dafür im Internet lautet "Glory-Run". Video-Analyse: Das war der sechste Testtag Was ist die neue Winter-Bestzeit von Carlos Sainz wirklich wert? Nicht viel, glauben unsere Experten, und sehen trotz Crash weiterhin Ferrari auf Pole Weitere Formel-1-Videos Teamchef Zak Brown muss noch Sponsorenflächen verkaufen, um McLaren aus der finanziellen Bedrängnis zu führen. Im Nacken schweben Schulden in Millionenhöhe, getarnt als Anleihen (sogenannte "Bonds"). Ein Wintertest, bei dem einerseits Fernando Alonso als neuer Botschafter vorgestellt wird und dessen Nachfolger auch noch Bestzeit fährt, sendet da die richtige Message. Aber der erste Platz von McLaren hat wenig Substanz - und das wissen die Fahrer.Balance, Zuverlässigkeit: Probleme nicht geklärtDas Auto sei zwar "besser geworden", stellt Sainz fest. Aber man habe noch "Probleme mit der Balance" zu klären, "die wir erst nach und nach korrigieren. Vor uns liegt eine lange Saison, und wir müssen weiter hart arbeiten. Denn wir stehen nicht da, wo wir stehen wollen", gibt der 24-Jährige zu. "17.1 in Barcelona, das ist schon schnell. Aber Ferrari und Red Bull können ganz andere Zeiten fahren."Und dann kommt noch dazu, dass der McLaren-Renault MCL34 auch in Sachen Zuverlässigkeit nicht alle Kinderkrankheiten hinter sich gelassen hat. Sportdirektor Gil de Ferran spricht zwar nach Sainz' 130 Runden am Mittwoch vom bisher "fruchtbarsten" Tag des Winters, aber er gesteht: "Ich würde liebend gern erklären, dass es ein problemfreier Tag war. Die Wahrheit ist aber, dass wir uns immer noch mit kleineren Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen."

Immerhin sei der neue Renault-Motor ein "guter Schritt", lobt Sainz. Die Franzosen, so munkelt man, haben seit Ende 2018 rund 40 PS gefunden. Nur: "Wenn in Australien alle ihre Motoren aufdrehen und wir sehen, wie schnell sie wirklich sind, erst dann werden wir wissen, ob der Schritt, den wir mit dem Motor gemacht haben, groß genug ist."
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Re: McLarens tolle Mittwoch-Bestzeit: Nichts als heiße Luft!

Beitrag von Andy.2709 » 28.02.2019, 08:37

Redaktion hat geschrieben:Aber Ferrari und Red Bull können ganz andere Zeiten fahren.
Und Mercedes nicht? :??:

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Dai Jin
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Re: McLarens tolle Mittwoch-Bestzeit: Nichts als heiße Luft!

Beitrag von Dai Jin » 28.02.2019, 09:37

Schade, und ich dachte die Pole wäre für Melbourne gesichert.

Jonas_95
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Re: McLarens tolle Mittwoch-Bestzeit: Nichts als heiße Luft!

Beitrag von Jonas_95 » 28.02.2019, 11:46

Ich verstehe bis heute nicht, wie sich McLaren derart rasant in die Scheiße reiten konnte...

Teams wie Sauber oder Williams haben sich in der jüngeren Vergangenheit, bis sie ganz unten angekommen sind, konstant verschlechtert, was mich angesichts der begrenzten Ressourcen nicht sonderlich verwundert hat.

Bei McLaren war das irgendwie anders. Nach der Saison 2012 gab es plötzlich einen Bruch, der so überraschend kam, dass jeder an ein Durchhänger-Jahr geglaubt hat.

Jedes Jahr denke ich wieder - ja, ich trau dem McLaren durchaus den Sprung zu den großen Teams zu. Ich meine, sie können das, was sie vor sieben Jahren noch ausgezeichnet hat, ja nicht einfach von eine auf die andere Saison verlernt haben.

Ich erinnere mich auch noch gut, dass man Alonso 2018 nach dem Wechsel auf Renault-Motoren sogar Aussenseiter-Chancen auf die WM eingeräumt hat - Da dachte man die Missere liege ausschließlich an Honda.

Pustekuchen, McLaren hat sich dermaßen festgefahren - und das mit so einer Erfahrung. Mir wirklich schleierhaft.

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Re: McLarens tolle Mittwoch-Bestzeit: Nichts als heiße Luft!

Beitrag von Dopp.Ex » 28.02.2019, 13:31

Jonas_95 hat geschrieben: Ich erinnere mich auch noch gut, dass man Alonso 2018 nach dem Wechsel auf Renault-Motoren sogar Aussenseiter-Chancen auf die WM eingeräumt hat - Da dachte man die Missere liege ausschließlich an Honda.

Pustekuchen, McLaren hat sich dermaßen festgefahren - und das mit so einer Erfahrung. Mir wirklich schleierhaft.
Ich bin der Meinung, dass sich McL über die ganzen Honda-Jahre selber belogen hat, indem sie alles auf den Motorpartner schoben und immer behaupteten, wie gut ihr Chassis eigentlich wäre.

Vor zwei Jahren, wagte ich hier zu schreiben, dass die Zuverlässigkeitsprobleme vom Honda-Motor auch mit der Konstruktion des Autos zu tun haben könnte - etwas das übrigens Sauber im gleichen Jahr 2017 sogar mit dem bekannten 2016-er Motor hinbekommen hatte.

Es zeigte sich letztes Jahr und auch in diesen Testtagen wieder, dass das Chassis leider wirklich nicht auf weltmeisterlichem Niveau ist und es nicht einzig und allein nur am Motorenpartner lag.
Ich erwarte, dass sich dies durch James Key spätestens im nächsten Jahr wesentlich verbessern wird. In allen Teams, wo Key war ging es trotzt knappen Finanzen mit dem Auto stehts nach vorne.

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