Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

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Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von Redaktion » 12.12.2019, 14:38

Lange wurde Toto Wolff als Nachfolger von Chase Carey gehandelt, doch Ferrari-CEO Louis Camilleri setzt diesen Diskussionen nun mit einer klaren Ansage ein Ende
Mattia Binotto, Toto Wolff

Mattia Binotto und Toto Wolff bei der FIA-PK beim Saisonfinale in Abu Dhabi

Seit Monaten kursieren Gerüchte, wonach Toto Wolff 2021 Nachfolger von Chase Carey als Vorsitzender der Formel 1 werden könnte. Bei den obersten Chefs von Rechteinhaber Liberty Media, John Malone und Greg Maffei, steht er, das ist ein offenes Geheimnis, hoch im Kurs. Aber Stand heute gilt ein solcher Aufstieg für Wolff als faktisch ausgeschlossen.

Denn selbst wenn kein anderes Team ein Problem damit haben sollte, dass ausgerechnet ein Mercedes-Mann neuer Boss der Formel 1 wird - Ferrari würde eine solche Konstellation nicht akzeptieren.

"Dass jemand, der in den vergangenen Jahren eine aktive und wichtige Rolle in einem Team gespielt hat, Verantwortung in der Formel 1 übernimmt, würde automatisch Interessenkonflikte mit sich bringen", sagt Ferrari-CEO Louis Camilleri.

Ferraris Position in dieser Frage sei klar: "Wenn Mattia [Binotto] der Kandidat wäre, Chase Carey zu ersetzen, wäre der Rest des Fahrerlagers auch nicht glücklich drüber. Ist ja auch logisch."

Veto wäre nur "letzter Ausweg" für Ferrari

Camilleri erklärt, er würde diese Position in einem "konstruktiven Dialog" auch gegenüber Liberty "sehr klar" vertreten, sollte es tatsächlich dazu kommen, dass der Rechteinhaber Wolff in Erwägung zieht. Und zur Not könnte Ferrari immer noch sein "verfassungsmäßiges" Veto einlegen - als "letzten Ausweg", wie Camilleri es formuliert."Chase", sagt der Ferrari-CEO, "hat ziemlich gute Arbeit geleistet. Er kommt aus der Unterhaltungsbranche, hatte keinen Formel-1-Background. Ich denke, es braucht einen echten CEO mit einem Entertainment-Background, immerhin reden wir von einem börsennotierten Unternehmen.""Das ist meine persönliche Meinung. Aber letztendlich muss Greg Maffei die Entscheidung treffen, wer Chase nachfolgt, sollte es dazu kommen."

Mercedes-Meisterfeier in Malaysia

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas besuchend en Hauptsponsor in Kuala Lumpur um Mercedes sechsten Doppelerfolg in Serie zu feiern Weitere Formel-1-Videos

Was Camilleri nicht dazusagt: Als der langjährige Ferrari-Teamchef Jean Todt zum FIA-Präsidenten gewählt wurde, hatte man derlei Bedenken über die Neutralität von Spitzenpersönlichkeiten im Grand-Prix-Sport nicht.Bernie Ecclestone, Careys Vorgänger als Formel-1-Boss, glaubt indes, dass sich die Frage, ob Wolff den Vorsitz der Königsklasse übernehmen könnte, ohnehin nicht stellt. Ein erfolgreicher Mercedes-Teamchef zu sein, sei eine Sache, sagt der 89-Jährige gegenüber der 'Daily Mail'. Aber die Formel 1 zu führen, das berühmteste "Piranhabecken" des Sports, sei damit nicht vergleichbar."Toto hat bei Mercedes gezeigt, dass er ein guter Manager ist. Aber da ist es leicht, dass dir die Leute zustimmen", sagt Ecclestone. "Ich weiß nicht, ob es ihm immer noch so leicht fallen würde, wenn er die Leute nicht so kontrollieren kann."

Wolff & Liberty: Keine Erfindung der Medien

Ungeachtet dessen: Dass es bei Liberty Media Strömungen gibt, die Wolff gern an der Spitze des Sports sehen würde, hat bisher keiner dementiert. Es soll sogar erste Kontakte zwischen Liberty und dem Mercedes-Teamchef gegeben haben, allerdings noch auf einer oberflächlichen Ebene.Und in Abu Dhabi goss Lewis Hamilton mit einer Aussage zusätzliches Öl ins Feuer: "Ich weiß, dass sich Toto auch gerade die Optionen für seine Zukunft anschaut [...]. Ich warte ab, wie er sich entscheidet." Was suggeriert, dass ein Verbleib in seiner Mercedes-Position nach 2020 für Wolff kein Selbstläufer ist, sondern er das Thema zumindest mit Hamilton schon besprochen hat.

Hamilton & Ferrari: Wie realistisch ist ein Deal?

Lewis Hamilton hat sich zweimal mit Ferrari-Präsident John Elkann getroffen hat - und wir analysieren, was dahinter steckt ... Weitere Formel-1-Videos

Doch Wolff hat bisher stets betont, dass er seine derzeitige Rolle sehr genießt - und tut das nach wie vor: "Ich werde immer schätzen, dass mir Mercedes 2012 diese Chance gegeben und so großes Vertrauen in mich gesetzt hat. Für ein Unternehmen wie Daimler muss es nicht leicht gewesen sein, Niki und mich als Shareholder zuzulassen und an Bord zu holen.""Seither ist die Beziehung zu den Entscheidungsträgern im Daimler-Vorstand aber noch stärker geworden, und auch zu den vielen Mitarbeitern, die Teil unserer Reise innerhalb des Daimler-Konzerns sind", sagt der 47-Jährige. "Und genau diese Beziehungen sind etwas, was die Lebensqualität maßgeblich beeinflusst."Es klingt fast schon wie ein Bekenntnis zu Mercedes, wenn Wolff sagt: "Wenn man mir weiterhin die Freiheit lässt, das Team unternehmerisch so zu führen wie die vergangenen Jahre, und daran habe ich keinen Zweifel, dann ist das eine Aufgabe, die mir unheimlich Spaß macht und mir auch unternehmerische Herausforderungen und Chancen bietet.""Ich sehe mich nicht als Fußballtrainer, der einen Drei- oder Fünfjahresvertrag absolviert und sich dann selbst in einem anderen Team neu erfinden muss", geht Wolff auch auf die Frage ein, ob Ferrari eine Aufgabe wäre, die ihn reizen würde. "Meine Position ist da eine andere. Eben weil man mir diese Chance als Shareholder gegeben hat."

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von Formula_1 » 12.12.2019, 15:03

Redaktion hat geschrieben:Was Camilleri nicht dazusagt: Als der langjährige Ferrari-Teamchef Jean Todt zum FIA-Präsidenten gewählt wurde, hatte man derlei Bedenken über die Neutralität von Spitzenpersönlichkeiten im Grand-Prix-Sport nicht.
Also zumindest war bei Todt auch ein Jahr Pause dazwischen (das wäre bei Wolff nicht gegeben, wenn er 2021 kommen würde) und außerdem war Camilleri 2009 doch gar nicht in einer Position, um für oder gegen Todt als Präsidenten zu sein.

Andererseits denke ich, dass Camilleri auch nichts gegen Wolff ab 2021 hätte, wenn es dann kein Mercedes mehr in der Formel 1 gibt - allerdings gibt es meines Wissens nach schon Motorenverträge bis 2025, also ist zumindest ein Teil von Mercedes definitiv dann noch vertreten.

Ich finde diese Aussage jedenfalls nachvollziehbar, direkt vom Teamchef zum Präsidenten der ganzen Serie aufzusteigen ist meiner Meinung nach nicht richtig.

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von Tech Enthusiast » 12.12.2019, 15:15

Ich will nicht lügen: Ich bin happy darüber.
Würde Toto ungern verlieren als Mercedes Mann. Er ist sicher einer der wichtigsten Komponenten im Team. Ohne ihn würde Hamilton sicher zu Ferrari gehen (was ich auch ungern sehen würde).

Er wäre in meinen Augen aber trotzdem die beste Wahl für die F1 Leitung. Was er aus Mercedes gemacht hat ist beeindruckend. Auch und gerade seine Art nie etwas als gegeben hinzunehmen ist bewundernswert und trägt dem Erfolg bei. Sie können mit 50Sekunden Vorsprung gewinnen, er basht trotzdem die Stellen die hätten besser laufen können. Genau die Art, die ein Teamchef braucht, aber eben auch ein F1 Chef nötig hätte. Immer auf Verbesserung aus, egal wie hoch das Level bereits ist.

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von Formula_1 » 12.12.2019, 15:30

Tech Enthusiast hat geschrieben:
12.12.2019, 15:15
[..] Immer auf Verbesserung aus, egal wie hoch das Level bereits ist.
Ah ja, du meinst solche Sachen wie die Situation, dass er klatschend bei Bottas Boxenstopp die Crew beglückwünscht, weil die ihren schnellsten Boxenstopp gemacht haben, damit aber immer noch drei Zehntel Sekunden langsamer waren als der Rekord von RedBull? ;)

Nicht falsch verstehen, ich bin auch der Meinung, dass Wolff ein guter Teamchef ist, aber nur weil er in Interviews das Tiefstapeln auf ein neues Level gebracht hat, so heißt das noch nicht, dass der gesamte Erfolg nur durch ihn alleine zustande gekommen wäre. Würde er selber von sich vermutlich auch nicht behaupten.

Und ob ein Wolff tatsächlich als Formel 1 Präsident genauso "gut" wäre, darüber lässt sich, ähnlich wie Ecclestone das gesagt hat, noch gar nichts sagen.

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von evosenator » 12.12.2019, 16:20

Wolff würde ich gerne mit Hamilton bei Ferrari sehen, falls Vettel 2021 nicht mehr antreten sollte. :rotate:

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von DeLaGeezy » 12.12.2019, 17:07

Tech Enthusiast hat geschrieben:
12.12.2019, 15:15
Ich will nicht lügen: Ich bin happy darüber.
Würde Toto ungern verlieren als Mercedes Mann. Er ist sicher einer der wichtigsten Komponenten im Team. Ohne ihn würde Hamilton sicher zu Ferrari gehen (was ich auch ungern sehen würde).

Er wäre in meinen Augen aber trotzdem die beste Wahl für die F1 Leitung. Was er aus Mercedes gemacht hat ist beeindruckend. Auch und gerade seine Art nie etwas als gegeben hinzunehmen ist bewundernswert und trägt dem Erfolg bei. Sie können mit 50Sekunden Vorsprung gewinnen, er basht trotzdem die Stellen die hätten besser laufen können. Genau die Art, die ein Teamchef braucht, aber eben auch ein F1 Chef nötig hätte. Immer auf Verbesserung aus, egal wie hoch das Level bereits ist.
schau doch mal bei uns in den fanclub rein :) Dieses Forum hat ja auch Fahrer und Teamfanclubs. Du wärst mir da herzlich willkommen :thumbs_up:

Ich bin von den Fähigkeiten Wolffs total überzeugt.
Man liest oft, Mercedes investiert auch soviel Geld in dieses Projekt. Aber diese Konstanz und niedrige Fehlerquote bekommt man nicht nur mit Geld hin (siehe Ferrari, RB). Von außen mag man denken, dass es einfach wäre ein Team über einen so langen Zeitraum motiviert zu halten.
Andere versuchen das gleiche und scheitern kläglich dran. Mercedes AMG hat nicht nur einen super starken ersten Fahrer Fahrer, sondern auch einen hervorragenden Leader.
Wenn man kein vernünftiges Personalmanagement betreibt, dann bekommt man das nicht so hin. Bei Mercedes gibt es neben dem Kapital auch die Möglichkeiten sich zu entfalten.
Daher glaube ich nicht, dass ein Wolff automatisch bei z. B. Ferrari genauso erfolgreich wäre.
Ich hoffe, dass er noch lange bei Mercedes bleibt.
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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von vettel-fan2011 » 12.12.2019, 17:34

evosenator hat geschrieben:
12.12.2019, 16:20
Wolff würde ich gerne mit Hamilton bei Ferrari sehen, falls Vettel 2021 nicht mehr antreten sollte. :rotate:
Hä wieso? Vettel neben Hamilton klingt doch gut. :)
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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von evosenator » 12.12.2019, 17:36

vettel-fan2011 hat geschrieben:
12.12.2019, 17:34
evosenator hat geschrieben:
12.12.2019, 16:20
Wolff würde ich gerne mit Hamilton bei Ferrari sehen, falls Vettel 2021 nicht mehr antreten sollte. :rotate:
Hä wieso? Vettel neben Hamilton klingt doch gut. :)
Auch geil :thumbs_up:

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von turbocharged » 12.12.2019, 18:15

Jean Todt als FIA Präsident ist hingegen vollkommen in Ordnung.

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von CyclingimHarz » 12.12.2019, 18:28

Und gegen Todt hatte niemand etwas. Edit. Die Provokation hätte man sich gerne sparen dürfen. VG Fullmetal

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von Martinho » 12.12.2019, 18:38

DeLaGeezy hat geschrieben:
12.12.2019, 17:07

Ich bin von den Fähigkeiten Wolffs total überzeugt.
Aber diese Konstanz und niedrige Fehlerquote bekommt man nicht nur mit Geld hin (siehe Ferrari, RB). Von außen mag man denken, dass es einfach wäre ein Team über einen so langen Zeitraum motiviert zu halten.
Andere versuchen das gleiche und scheitern kläglich dran. Mercedes AMG hat nicht nur einen super starken ersten Fahrer Fahrer, sondern auch einen hervorragenden Leader.
Wenn man kein vernünftiges Personalmanagement betreibt, dann bekommt man das nicht so hin. Bei Mercedes gibt es neben dem Kapital auch die Möglichkeiten sich zu entfalten.
Daher glaube ich nicht, dass ein Wolff automatisch bei z. B. Ferrari genauso erfolgreich wäre.
Wenn man so ein gutes auto und dazu noch einen relativ guten fahrer hat dann regelt sich alles von allein. wolff ist bestimmt kein schlechter teamchef aber auch nicht großartig. mit dem besten auto und hamilton hat er es einfach. bottas kuscht ja. so wie es sein soll. und wenn der teamkollege mal nicht kuscht, wie 2016, dann ist es auch nicht schlimm. durch das gute auto wird man trotzdem wm. mit diesem auto sieht es nicht nur so aus als ob es einfach wäre. es IST einfach. wolff ist ein durchschnittlicher teamchef. er kann sich halt gut verkaufen. ein WIRKLICH guter teamchef ist oder war zum beispiel Ross Brawn. Dem kann wolff in keiner weise das wasser reichen. ich bin von wolffs fähigkeiten nicht überzeugt weil ich keine besonderen fähigkeiten in ihm sehe.

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von Red Baron » 12.12.2019, 20:01

Ohne auf Posts direkt einzugehen, möchte ich aber dennoch meine, am Ende belanglose, Meinung zu diesem Artikel äussern.

Jean Todt von FER zur FIA: kein Problem.
Wolff von MAMG zu LM: Apocalypsis now.

Legt nicht die FIA die technischen Grundlagen?
Vermarktet nicht LM das nach den technischen Grundlagen gefertigte Produkt?
Bei welcher Institution wäre Parteilichkeit gefährlicher?
Ich will diese Antworten nicht selbst geben da ich nach Lesen der Posts nicht mehr sicher bin.

Es wird hier erwähnt, dass bei Todt ein Jahr dazwischen lag.
Hatte sich die Technologie in dem Jahr so grundlegend geändert dass sein technisches Wissen nutzlos war und er dadurch gezwungenermassen zur Objektivität verurteil wurde?
Falls der direkte Übergang von Wolff der Hauptstolperstein sein sollte, wäre es für LM mit grosser Wahrscheinlichkeit kein Problem eine Übergangslösung zu finden, wenigstens nach aussen hin. Bei den heutigen Kommunikationsmitteln weiss man aber nicht ob da alles so respektiert würde.

Es ist auch kein Camilieri/Elkann/??? Veto sondern ein FER-Veto, dass dazu dient, im Ernstfall die FER-Philosophy zu schützen; aus genau dem Grunde hat FER auf dem Vetorecht bestanden.

Jede Organisation hat ein Ziel und jeder für das Erreichen des Zieles Verantwortliche, hat eine Strategie um dieses Ziel zu erreichen. Wolff hat zweifelsfrei das Ziel erreicht.
Diejenigen die ihn kritisieren, verfehlen damit nicht nur vollkommen ihr Ziel, im Gegenteil, sie loben ihn ungewollt denn das höchste Lob ist die Kritik an einem Erfolgreichen.
Ich glaube es ist allen klar, dass es nicht Wolff’s Job ist, der Weltbevölkerung, oder auch nur bestimmten Forenmitgliedern, sympatisch zu sein.
:chat: :chat: :!!: hat geschrieben: Und ob ein Wolff tatsächlich als Formel 1 Präsident genauso "gut" wäre, darüber lässt sich, ähnlich wie Ecclestone das gesagt hat, noch gar nichts sagen.
Wie wir gerade erleben, ist Ecclestone nicht der einzige der sich für den Grössten der Menschheitsgeschichte hält.
Also kämen nur diese Beiden In Frage, und genauso „gut“ wäre nur eine Kopie von dem jetzigen CEO und Exec. Chairman der Formula One Group.
Da Beide einen Job mit dem gleichen Titel haben ist es also nicht möglich diesen Posten enu zu besetzen?
Ach ja, da ist ein kleiner Unterschied; einer hat jetzt schon den Prefix "EX-" im Titel. :mrgreen:

Ich persöhnlich traue Wolff zu, den Posten zu führen aber dem Vorgang stösst wohl das FER-Veto von hinten durch die Brust in’s Auge. :rotate:
The ultimate VER-Fan has orange hair and orange skin and not just during a race weekend but all the time :!:
Those signs of devotion can only be trumped by also painting his White House orange :!:

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von cih » 12.12.2019, 20:45

beachtet doch mal bitte das Ecclestone vorher auch Teamchef war. Der wurde auch nicht ins kalte Wasser geschmissen. Aber auch ich denke das min 2-3 Jahre vom Teamchefende bis zum F1-Obersten vergehen sollten
Wissen braucht keine 2500 Beiträge

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von evosenator » 12.12.2019, 22:13

Steckt da irgendwie mehr dahinter, dass Ferrari dies nicht passt?

Ich schätze Wolff als einen äusserst fairen Menschen ein und kann mir nicht vorstellen, dass er als LM Chef Mercedes bevorteilen würde.
Eher im Gegenteil sogar. Wissend, dass man ihm besonders auf die Finger schaut, würde er vermutlich Mercedes sogar, wenn schon, eher "benachteiligen", wie es Todt in seiner Position gegenüber Ferrari getan hat. Oder sagen wir mal so: Unter Todt hatte Ferrari nicht mehr die Privilegien, die sie unter Mosley gehabt haben.

Abgesehen davon hat man ja als Patron der Liberty Media eh keinen grossen Einfluss, was die Resultate anbelangt.

Ich denke, es hat eher mit der Vermarktung von Ferrari zu tun. Könnte mir gut vorstellen, dass Sie Angst haben, unter Wolff an Stellenwert einzubüssen oder:

Ferrari will Wolff bei Ferrari und ist deswegen gegen ein Engagement von ihm bei LM :rotate:

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Re: Ferrari droht mit Veto: Toto Wolff wird nicht Formel-1-Boss

Beitrag von DeLaGeezy » 13.12.2019, 08:50

Martinho hat geschrieben:
12.12.2019, 18:38
DeLaGeezy hat geschrieben:
12.12.2019, 17:07

Ich bin von den Fähigkeiten Wolffs total überzeugt.
Aber diese Konstanz und niedrige Fehlerquote bekommt man nicht nur mit Geld hin (siehe Ferrari, RB). Von außen mag man denken, dass es einfach wäre ein Team über einen so langen Zeitraum motiviert zu halten.
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Wenn man so ein gutes auto und dazu noch einen relativ guten fahrer hat dann regelt sich alles von allein. wolff ist bestimmt kein schlechter teamchef aber auch nicht großartig. mit dem besten auto und hamilton hat er es einfach. bottas kuscht ja. so wie es sein soll. und wenn der teamkollege mal nicht kuscht, wie 2016, dann ist es auch nicht schlimm. durch das gute auto wird man trotzdem wm. mit diesem auto sieht es nicht nur so aus als ob es einfach wäre. es IST einfach. wolff ist ein durchschnittlicher teamchef. er kann sich halt gut verkaufen. ein WIRKLICH guter teamchef ist oder war zum beispiel Ross Brawn. Dem kann wolff in keiner weise das wasser reichen. ich bin von wolffs fähigkeiten nicht überzeugt weil ich keine besonderen fähigkeiten in ihm sehe.
Die Formel1 ist ein Zirkus voller Egoisten. In so einem Umfeld ein Team zu formen, welches erfolgreich ist kann man schaffen. Das ist zwar auch nicht leicht, aber es ist möglich. Viel schwieriger ist es, die Mannschaft bei Laune zu halten und die Köpfe auf den Schlüsselpositionen zu halten. Das ist Wolff gelungen. Normalerweise lässt der (Sieges)hunger etwas nach, wenn du dauerhaft da oben stehst. Nicht bei Mercedes. Es ist für mich so ähnlich wie in der guten Zeit mit Schumi bei Ferrari. Da hat auch vieles sehr gut zusammen gepasst.
Bei Mercedes sieht es einfach aus. Man sagt, es ist das beste Auto, aber dennoch hat man meiner Meinung nach mehr Siege geholt, als möglich gewesen wäre. DIe Konkurrenz hat Fehler gemacht und Siege verschenkt. Mercedes war aber zur Stelle.
Ferrari hatte phasenweise das stärkere Paket, und dennoch viele Punkte liegen gelassen obwohl auch die mit starken Fahrern antreten.

Wolff hält das Team zusammen und ist auf maximale Effizienz und stetige Optimierung ausgelegt. Was nützen mir 0,2 Sekunden schnellere Boxenstopps, wenn dies mit einem Risiko verbunden ist alle Punkte zu verlieren (wie bei Haas oft genug vorgefallen)? Wie Toto schon sagte, es bringt dir keine Punkte wenn du den schnellsten Stopp der Saison gemacht hast.

Aber hast du gesehen wie oft Mercedes dieses Jahr zwei Stopps direkt hintereinander gemacht haben? Und die verliefen fehlerfrei und jeweils mit einer Zeit um 2,5 Sekunden. Das zeichnet ein weltklasse Team aus. Bei anderen Teams z.B. hat der zweite Fahrer mal eben über 5 Sekunden verloren.....

Es ist für mich völlig in Ordnung wenn du Wolff nicht magst und ihn für nicht so toll hälst. Jedoch nun völlig abzustreiten, dass er mit den Erfolgen nun gar nichts zu tun hat, trifft es dann auch nicht.
:checkered: Mercedes AMG F1 Team Fanclub

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