Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

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Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von Redaktion » 25.11.2019, 10:46

Der Aufschwung von Red Bull ist unübersehbar, doch ob das Formel-1-Projekt von Honda über 2020 hinaus fortgesetzt wird, ist noch nicht entschieden
Alexander Albon

Trotz der Siege in diesem Jahr: Die Honda-Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt ...

Mit Red Bull ist Honda in der Formel 1 wieder zum Sieger geworden. Doch damit könnte es schon bald vorbei sein: Sollte die Honda-Konzernführung nicht für das Weitermachen stimmen, dann endet die moderne Honda-Ära in der Formel 1 bereits nach der kommenden Saison. Die Entscheidung darüber soll noch 2019 getroffen werden.

Deshalb muss laut Honda-Formel-1-Leiter Masashi Yamamoto in den nächsten Wochen eine Kernfrage beantwortet werden. Nämlich: Was würde es kosten, auch unter dem neuen Reglement ab 2021 als Motorenlieferant in der Formel 1 aufzutreten?

"Mit der Kostenberechnung haben wir bereits begonnen, wir besprechen das intern", sagt Yamamoto und verweist auf den "Druck", unter dem "alle Hersteller" stünden, das Thema Elektrifizierung zu forcieren. Dementsprechend brauche es ein schlüssiges und kostengünstiges Konzept, damit Honda künftig trotzdem in der Formel 1 antreten könne.

Ziel ist eine "Kostenbalance"

Dabei sein, das wäre dann aber nicht alles für die japanische Marke. Yamamoto erklärt: "Zu siegen hat Priorität. Wenn wir uns entscheiden, es machen zu wollen, dann wollen wir auch gewinnen." Sprich: Im Kampf gegen Ferrari, Mercedes und Renault reicht ein Schmalspurbudget wohl nicht aus.

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Yamamoto sucht den Kompromiss und meint: "Es ist positiv, gute Ergebnisse zu haben. Noch wichtiger aber ist, eine gute Kostenbalance zu finden."Warum gerade seine Abteilung einen Sparkurs hinnehmen müsse, erklärt Yamamoto mit dem hohen Aufwand, den Honda zuletzt betrieben hat: "Wir haben viel Budget für die Entwicklung aufgewendet, um zur Spitze aufzuschließen. Jetzt planen wir, wie wir das aktuelle Niveau halten, aber gleichzeitig die Kosten drücken können."

Helfen Einheitsteile?

An dieser Stelle könnten Einheitsteile ins Spiel kommen, wie sie nach wie vor auch für Formel-1-Antriebe im Gespräch sind. Yamamoto sieht hier jedoch den Regelgeber in der Pflicht: "Wenn die FIA zeigen könnte, dass wir 2025 dieses oder jenes Einheitsteil verwenden, dann hätte das vielleicht einen Einfluss auf unsere Entscheidung, ob wir weitermachen oder nicht. Denn das würde uns dabei helfen, beim Budget etwas langfristiger zu planen."

Wie rasch der Weltverband Antworten liefern kann, das könnte für Honda nach bisher drei Siegen und zwei Pole-Positions in diesem Jahr entscheidend sein: Der Beschluss über den Formel-1-Verbleib oder -Ausstieg nach 2020 soll noch vor Januar fallen.


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GenauDer
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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von GenauDer » 25.11.2019, 12:26

Ich hoffe mal nicht, dass man nach dieser enormen Aufholjagt jetzt hinschmeißt. Es wäre schließlich auch ein bisschen genugtuung, wenn man doch ein WM Auto bauen würde mit dieser GP2 Engine

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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von Sportsmann » 25.11.2019, 13:15

GenauDer hat geschrieben:
25.11.2019, 12:26
Ich hoffe mal nicht, dass man nach dieser enormen Aufholjagt jetzt hinschmeißt. Es wäre schließlich auch ein bisschen genugtuung, wenn man doch ein WM Auto bauen würde mit dieser GP2 Engine
Um mal wieder etwas Satire rein zu bringen:
Bescheidenheit ist ein wichtiger Teil der Japanischen Kultur. Honda ging es nie darum Anderen die eigene Leistung, gar die eigenen Siege oder den möglichen Titel unter die Nase zu reiben. Es ging ihnen nur darum zu zeigen, dass man hart arbeiten kann um etwas zu erreichen. Und dass man wenn man nichts erreicht noch härter und mit mehr Einsatz arbeiten muss. Nachdem Honda ein titelfähiges Auto hatte, haben sie es und den Rennstall Brawn für einen symbolischen Dollar vermacht. Symbolik ist in Japan ebenfalls ein wichtiges Kulturgut. Und wie könnte es nun auch anders sein, dass man Millionen, bzw. über die Zeit Milliarden ausgegeben hat und nun wo man Siege erreicht hat, vom möglichen Ausstieg spricht.
Da kann man nur sagen, Danke Honda. Danke für eure Bescheidenheit und Demut. Ihr wollt den Sport nicht durch Seriensiege gefährden, wie es andere gierige prahlerische Hersteller tun. Nein, Ihr habt hart und gegen Spott und Widerstand gearbeitet, Ihr tragt den Erfolg in euren Herzen und seid bereit euch zurückzuziehen bevor es zu schön ist, um der Sucht nach Siegen zu entkommen. Meinen tiefsten Respekt habt ihr verdient.

Ja es hätte traurige Tradition, die Früchte nicht zu ernten. Ich hoffe auch dass es nicht so kommt. Mögen sich die Hersteller einigen, den Motor einfrieren und die Kosten senken. Aber es ist schon seltsam, man öffnet ein Motorenreglement nur um etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt Geld zu verfeuern um dann alles wieder einzufrieren? Gut, es ist ja nicht mein Geld. Honda ist durchaus eine Bereicherung und ich gönne ihnen den Erfolg. Speziell nachdem man sie niedergemacht hat, obwohl die Technologie extrem komplex war/ist und sie mit einem ambitionierten Konzept begonnen haben. Was auch mal schief gehen kann. Mehr Geduld hat geholfen, sei es in Jahr 2, oder auch in den letzten Jahren ohne McLaren. Hoffentlich haben auch die Konzernchefs genug Geduld mit dem Projekt um es langfristig ökonomisch zu gestalten statt kurzfristig Geld zu sparen.
Gesundheitstipp: Nach dem (30s) Händewaschen, wenn ihr vom Kühlen ins Warme kommt, reibt euch Hals, Ohren, Nase warm. (Nachfragen -> PN).
Suche Mäzen/in zur gemeinsamen Weltverbesserung - ebenfalls PN an mich ;)

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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von draine » 25.11.2019, 13:28

Den Motor einzufrieren macht m.M.n. keinen Sinn. Man verschleudert so viel Geld für Marketing und Co., auch ändernt sich die Welt aktuell so unglaublich schnell und ausgerechnet beim Herz des Rennwagens will man Stillstand? So etwas ähnliches hatten wir ja schon mit der Token-Regelung.

Aber ich denke das die Formel 1 am Ende ihrer Zeit angekommen ist. Sagen wir mal noch 5 Jahre und dann wird das Starterfeld wie bei der australisischen Formel 5000 nur noch aus 12 Fahrern (+1 Gaststarter > Barichello!) bestehen. Renault wird sicherlich aussteigen, weil ihnen die Kosten zu hoch und der Werbewert quasi Null ist. Mercedes hat zwar Geld aber alles erreicht, die werden es sicher auch nicht mehr ewig machen. Honda ist ja schon mehrmal aus-u. wieder eingesteigen (wie auch Renault). Einzig Ferrari ist eine Kostante.

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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von vettel-fan2011 » 25.11.2019, 17:12

draine hat geschrieben:
25.11.2019, 13:28
Den Motor einzufrieren macht m.M.n. keinen Sinn. Man verschleudert so viel Geld für Marketing und Co., auch ändernt sich die Welt aktuell so unglaublich schnell und ausgerechnet beim Herz des Rennwagens will man Stillstand? So etwas ähnliches hatten wir ja schon mit der Token-Regelung.

Aber ich denke das die Formel 1 am Ende ihrer Zeit angekommen ist. Sagen wir mal noch 5 Jahre und dann wird das Starterfeld wie bei der australisischen Formel 5000 nur noch aus 12 Fahrern (+1 Gaststarter > Barichello!) bestehen. Renault wird sicherlich aussteigen, weil ihnen die Kosten zu hoch und der Werbewert quasi Null ist. Mercedes hat zwar Geld aber alles erreicht, die werden es sicher auch nicht mehr ewig machen. Honda ist ja schon mehrmal aus-u. wieder eingesteigen (wie auch Renault). Einzig Ferrari ist eine Kostante.
Immerhin ist Ferrari in dieser Hinsicht konstant. :D
Nicht alles ist 100% ernst gemeint. Die Frage ist nur was! :ninja:

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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von borsti01 » 25.11.2019, 18:00

Was die Formel 1 wieder braucht, sind unabhängige Motorenhersteller, die in der Serie Geld verdienen können. Im Moment ist es nur ein reinbuttern von Konzernen für ein bisschen Prestige. Das machen diese Konzerne aber nur, wenn sich der Erfolg bald einstellt. Sonst ist es nix weiter als Geld verbrennen. Den welchen Werbeeffekt hat die F1 aktuell denn beispielsweise für Renault? Man zeigt, dass man anderen Teams meilenweit unterlegen ist!

Und was passiert, wenn Mercedes eines Tages nicht mehr gewinnt, sondern ins Mittelfeld abrutscht? Dann sind die vielleicht auch weg.

abloo
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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von abloo » 26.11.2019, 06:51

borsti01 hat geschrieben:
25.11.2019, 18:00
Was die Formel 1 wieder braucht, sind unabhängige Motorenhersteller, die in der Serie Geld verdienen können. Im Moment ist es nur ein reinbuttern von Konzernen für ein bisschen Prestige. Das machen diese Konzerne aber nur, wenn sich der Erfolg bald einstellt. Sonst ist es nix weiter als Geld verbrennen. Den welchen Werbeeffekt hat die F1 aktuell denn beispielsweise für Renault? Man zeigt, dass man anderen Teams meilenweit unterlegen ist!

Und was passiert, wenn Mercedes eines Tages nicht mehr gewinnt, sondern ins Mittelfeld abrutscht? Dann sind die vielleicht auch weg.
Unabhängige. Hm. Also judd, mugen, cosworth. Ich weiss nicht ganz unabhängig aber unabhängiger

StimmeVomLande
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Re: Honda: Formel-1-Verbleib nach 2020 ist eine Kostenfrage

Beitrag von StimmeVomLande » 26.11.2019, 11:23

Kommt mir fast vor als ob Honda eine Ausrede braucht.
Prozentual sind die Kosten einer Entwicklung niemals höher als die Unfähigkeit des Entwicklers.
Und der mit einer Entwicklung am Markt erzielbare Gewinn errechnet sich 100%-Unfähigkeit des Entwicklers.
Ergo: Wenn ein Entwickler aus seiner Entwicklung wegen zu hoher Kosten aussteigt, dann war er einfach nur zu unfähig dafür.
Und wenn man für die Entwicklung so lange braucht wie Honda, dann sind die Kosten dafür logischer Weise viel zu hoch.
Nur sollte man das Kind dann auch beim Namen nennen. Nämlich Unfähigkeit.
Und nicht der Formel1 zu hohe Kosten in die Schuhe schieben.
Denn bei 100% Fähigkeit sind dort die Kosten nicht zu hoch, sondern man kann sich dort (noch(Eco)) dumm und dämlich verdienen.

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