Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

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Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon Redaktion » 08.04.2019, 11:54

Günther Steiner vergleicht das Haas-Projekt mit gescheiterten Teams, wie USF1, HRT oder Caterham, und verteidigt das alternative Geschäftsmodell
Kevin Magnussen, Kimi Räikkönen, Daniel Ricciardo

Haas liegt derzeit auf WM-Rang sechs (acht Zähler)

Das Haas-Team besteht nun bereits seit vier Jahren in der Formel 1 und zählt mittlerweile zum vorderen Mittelfeld. Teamchef Günther Steiner erklärt ausführlich, wie sich das Team im Gegensatz zu anderen in der Königsklasse halten konnte und was er mit dem heutigen Wissensstand anders gemacht hätte. Außerdem verrät der Südtiroler, wie die Zusammenarbeit mit Ferrari und Dallara konkret funktioniert. Für dieses Geschäftsmodell wurde das Team viel kritisiert, doch Steiner hat eine Antwort für die Konkurrenz parat.

"Es läuft ganz gut. Man kann immer besser sein. Wir dürfen niemals zufrieden sein, bis wir alles gewinnen. Und wenn wir alles gewinnen, müssen wir es mit weniger Geld auch schaffen", lacht Steiner im Podcast 'Beyond the Grid'. Der Haas-Teamchef ist zufrieden mit der Entwicklung des Teams in den vergangenen drei Jahren. Vom achten WM-Rang 2016 bis zum fünften 2018 ist eine deutliche Steigerung erkennbar. Das Team konnte bislang die WM-Punkt in jedem Jahr verdoppeln.

2019 stellt Haas den Anspruch auf den Titel "Best of the Rest" und möchte den vierten WM-Rang hinter Ferrari, Mercedes und Red Bull belegen. Steiner vergleicht das Projekt mit jenen Teams, die zuletzt neu in die Weltmeisterschaft eingestiegen waren - 2010 traten mit Virgin (später Manor-Marussia und Manor), Lotus (später Caterham) und HRT drei neue Teams an.

USF1: "Sie haben die Schwierigkeit unterschätzt"

"Die sind nun nicht mehr dabei. Wir haben bei Null angefangen und konnten in unserem ersten Rennen Punkte sammeln. Bisher waren wir auch noch nie Letzter in der Weltmeisterschaft", betont Steiner die Erfolge der Mannschaft. Schon bevor Haas in die Formel 1 eingestiegen ist, bestand der Wunsch nach einem US-amerikanischen Team. Mit USF1 von Peter Windsor hätte schon 2010 ein neues US-Team antreten sollen, doch das Projekt scheiterte.

"Ich glaube, sie haben die Schwierigkeit unterschätzt. Sie hatten eine gute Idee, ein Team aus den USA heraus zu führen, aber ich glaube, sie kannten die technische und finanzielle Komplexität dieses Sports nicht", sucht Steiner Gründe für das Scheitern der Idee. "Sie hatten keinen guten Finanzier hinter dem Projekt und technisch hatten sie die Aufgabe unterschätzt."

Auch Haas-Teamgründer Gene Haas sei von der Komplexität der Formel 1 überrascht gewesen, verrät Steiner. "Zunächst die Komplexität der Technologie, denn die ist wirklich faszinierend in diesem Sport. Aber auch die Komplexität des Business und der Politik. Ich denke, das war ihm nicht bewusst." Der Teamchef gibt auch zu, dass die enorme finanzielle Anstrengung ein wenig überraschend für Haas war.

Romain Grosjean

Australien 2016: Grosjean holt im ersten Rennen die ersten Punkte (P6)

"Formel 1 ist sehr teuer und vielleicht hat ihn das auch ein wenig überrascht, wie viel Geld es wirklich benötigt." Deshalb hat Haas ein alternatives Geschäftsmodell gewählt. Alle Teile, die laut dem Reglement eingekauft werden dürfen, werden zugekauft und von externen Firmen produziert. So spart sich das Team hohe Kosten für Produktion und Personal. "Nur so können wir in diesem Umfeld bestehen." Haas versuche, besonders effizient zu arbeiten.

Mit 200 Angestellten und 60 Mitarbeitern bei Chassis-Hersteller Dallara ist Haas das mit Abstand kleinste Team im Feld. "Wir sind nicht einmal 300 Leute, wir schwanken zwischen 250 und 280. Aber mit großem Abstand sind wir die Kleinsten", weiß Steiner.

Daher verfügt man über eine enge Partnerschaft mit Motorhersteller Ferrari und der italienischen Ingenieursschmiede Dallara. Zu Beginn hätte man sich auch mit Mercedes auf einen Deal einigen können, verrät Steiner, doch mit den Italienern sei man sehr glücklich. "Wir hätten uns für Mercedes entscheiden können, da sie den besseren Motor hatten, aber im Moment bin ich sehr glücklich mit dem, was Ferrari für uns macht."

Dank Dallara und Ferrari "das Risiko reduziert"

Mittlerweile ist der PS-Nachteil auf Mercedes aufgeholt und Ferrari beliefert das Team nicht nur mit der Antriebseinheit, sondern auch mit dem Getriebe und Hinterrad-Aufhängung. Gemeinsam mit Dallara arbeiten Haas-Ingenieure am Chassis. "Wir haben eine Gruppe von unseren eigenen Leuten dort", erklärt Steiner. Er habe mit Gründer Gian Paolo Dallara, den er als "Italiens Ingenieurspapst" bezeichnet, und Geschäftsführer Andrea Pontremoli einen Deal abgeschlossen.

"Wir haben unser Risiko damit reduziert. Denn so viele Teams sind daran gescheitert, zu Beginn ein Auto zu produzieren und in der Startaufstellung zu stehen. Wir konnten daher kein Risiko auf uns nehmen und nicht auch scheitern, speziell als US-Team." Schließlich wollte Haas nach USF1 nicht das nächste erfolglose US-Projekt werden.

Daher hat man sich bestimmte Ingenieursleistungen im Bereich der Aerodynamik von Dallara gesichert. In der großen Produktionsanlage werden außerdem zahlreiche, von der FIA lizenzierte Tests am Chassis, wie etwa am Front- und Heckflügel, durchgeführt. "Sie haben ein paar Leute abgestellt, die Vollzeit für uns arbeiten, aber dort angestellt sind."

Zak Brown

Steiner im Gespräch mit McLaren-Boss Zak Brown

Dieses Geschäftsmodell hat viele andere Teams verärgert und selbst bei Haas für Verunsicherung gesorgt. "Wir waren auch nicht sicher, ob unser Modell erfolgreich ist oder nicht, aber zumindest haben wir etwas anderes versucht." Steiner hatte dieses Geschäftsmodell bereits in der Schublade, als er Gene Haas über seine NASCAR-Verbindungen kennenlernte. Überzeugen musste er den US-Geschäftsmann davon nicht. "Er muss sich selbst überzeugen." Steiner habe Haas "ehrlich und geradlinig" seine Meinung dazu gesagt, damit er eine Entscheidung treffen konnte.

Haas' Überlegungen hinter dem Formel-1-Projekt waren wirtschaftlicher Natur. Zwar ist seine Firma Haas Automation der größte Werkzeugmaschinen-Hersteller in den USA, auf der restlichen Welt allerdings kaum bekannt. Gene Haas wollte durch seinen Einstieg in die Formel 1 mehr globale Anerkennung. "Für ihn ist die Formel 1 ein Weg, um den Namen in aller Welt bekannt zu machen. Da die Formel 1 ein globaler Sport ist, denke ich auch, dass das funktioniert."

Trotz des Gegenwinds von Anfang an - "98 Prozent dachten nicht, dass das funktioniert wird" - hat sich das US-Team seinen Platz in der Formel 1 erkämpft. "Dieses Modell, das wir heute einsetzen, haben wir mit der Zeit gemeinsam mit Gene entwickelt." Die verstreuten Standorte in den USA (Kannapolis, North Carolina), England (Banbury) und Italien (durch Dallara und Ferrari) hätten keinen Nachteil gebracht, betont Steiner.


Fotos: Präsentation Haas VF-19 (Lackierung)

Daniil Kwjat (Toro Rosso)

Das Team sei weiterhin ein US-amerikanisches, das auch unter US-Lizenz antritt. Er würde rückblickend erneut mit diesem Geschäftsmodell an den Start gehen. "Wir haben realisiert, dass wenn man alles selbst machen muss, wir das nicht schaffen. Dazu muss man ein Hersteller sein und dann braucht man noch fünf Jahre. Das war nicht interessant für uns." Außerdem habe Steiner, der zuvor bereits für Jaguar und Red Bull tätig war, die Herausforderung nicht unterschätzt.

Deshalb prallt auch all die Kritik der anderen Mittelfeldteams an ihm ab. Vor allem Traditionsteams, wie McLaren oder Williams, sehen Haas mit kritischen Augen. "Wir haben niemals gesagt, dass sie nicht machen können, was sie wollen. Sie können entscheiden, wir haben ihnen keine Optionen genommen. Diese Option hätten sie auch gehabt", kontert Steiner den B-Team-Vorwürfen. "Wir leben in einer freien Welt. Wenn es erlaubt ist, warum sollten wir es nicht machen? Man kann nicht sagen, dass wir das Geschäftsmodell anderer zerstören."


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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon CompraF1 » 08.04.2019, 12:30

Vielleicht hat man ja mit Rich Energy einen langfristigen Partner gefunden das man so viel Geld hat, das es sogar für einen Angriff auf Platz 3 der Konstrukteure reicht. Ein guter Punkt ist auch, das man kontinuierlich auf das selbe Fahreruo setzt. Ja Grosjean macht ab und zu mal Fehler. Aber KMag ist für mich persönlich ein super Fahrer geworden. Viele Räder greifen hier zusammen. Außer bei denen ihren Boxenstopps ab und zu. Und warum sollte nicht eine gute Saison gelingen ähnlich wie damals bei Sauber im Jahr 2001.
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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon GenauDer » 08.04.2019, 13:02

CompraF1 hat geschrieben:Vielleicht hat man ja mit Rich Energy einen langfristigen Partner gefunden das man so viel Geld hat, das es sogar für einen Angriff auf Platz 3 der Konstrukteure reicht. Ein guter Punkt ist auch, das man kontinuierlich auf das selbe Fahreruo setzt. Ja Grosjean macht ab und zu mal Fehler. Aber KMag ist für mich persönlich ein super Fahrer geworden. Viele Räder greifen hier zusammen. Außer bei denen ihren Boxenstopps ab und zu. Und warum sollte nicht eine gute Saison gelingen ähnlich wie damals bei Sauber im Jahr 2001.

Oder Lotus 2012. Wobei das lag an deren Spitzenfahrer jeweils ;)

Jedenfalls: Haas war von beginn an erfolgreicher, aber die Vorzeichen waren auch andere. Viel kommt ja von Ferrari.

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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 08.04.2019, 17:38

Man wird dem "Haas-Modell" sukzessive wieder einen Riegel vorschieben.
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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon MarvinAyrton007 » 08.04.2019, 18:30

Wer kennt es nicht, das gekaufte Ferrari C-Team (B-Team ist ja schon Alfa).
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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon terraPole » 08.04.2019, 18:50

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Man wird dem "Haas-Modell" sukzessive wieder einen Riegel vorschieben.

Hat Brawn nicht erst vor kurzem erwähnt dass er das Modell gut findet mit der Begründung dass schwächere Teams so näher an die Spitze kommen?
Kann mir vorstellen dass das die Kompromisslösung/Hintertür für die Top3 ist um das "Budgetlimit" einzuführen.

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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon Derbe_klopp_te » 09.04.2019, 09:24

Mal ne blöde Frage. Wie läuft das eigentlich in der Aeroabteilung.
Ich meine die beziehun doch das Chassis usw von Dallara. Heißt das auch, dass dallara das weiterentwickelt oder haben die nur den Grundbaustein gelegt und Haas versucht sich selber dran. Oder gibt es da einen Mittelweg und Dallara produziert zu jeder neuen Saison ein Chassis, was Haas selber weiterentwickeln muss?

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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon scott 90 » 09.04.2019, 17:56

Derbe_klopp_te hat geschrieben:Mal ne blöde Frage. Wie läuft das eigentlich in der Aeroabteilung.
Ich meine die beziehun doch das Chassis usw von Dallara. Heißt das auch, dass dallara das weiterentwickelt oder haben die nur den Grundbaustein gelegt und Haas versucht sich selber dran. Oder gibt es da einen Mittelweg und Dallara produziert zu jeder neuen Saison ein Chassis, was Haas selber weiterentwickeln muss?

Es steht zwar mehr oder weniger auch im Artikel, aber die Trennung wie sie Steiner im dem Podcast, zumindest meiner Meinung nach, dargelegt hat, wurde nicht gänzlich erfasst. Vorbereitung des Renneinsatzes in Branbury(GB), Entwicklunhg des Chassis bei Dallara in Varano de' Melegari bei Parma (Italien) und quasi Geschäftsleitung Kannapolis(USA). Was er nicht gesagt hat, wo genau die Grenzen zwischen Kannapolis und Parma verlaufen.

In meinen Augen wäre es aber auch komisch, wenn Dallara 60 Leute beschäftigen würde die nur das Auto bauen, und die Weiterentwicklung aus der Hand geben. Zumindest für meine Begriffe zumal der Standort in Italien durchaus von Vorteil ist, denn so wäre der Weg nicht weit zum Ferrari Windkanal in Maranello. Wenn ich das richtig überblicke, sind das ca. 100 km. Haas hat zwar in den USA auch einen Windkanal, einen besondere sogar da man dort die Autos in Originalgröße testen kann, aber soweit ich weiß arbeiten alle Teams vemehrt mit Modell, welche 60% der Originalgröße haben.

Grundsätzlich ist der Standort auch zuträglich um Synergieeffekte zwischen Ferrari und Haas optimal zu nutzen. Es wäre relativ einfach möglich, dass die Mitarbeiter die Firma wechseln. Und es ist ja durchaus auch erstaunlich, dass man bei Haas niemanden hat, der auch repräsentativ nach Außen für die technischen Aspekte verantwortlich ist. Da hält man sich bedeckt Das könnte einen schon auf Ideen bringen, muss aber nicht sein. Denn das was Dallara für HRT produziert hat, geschah sicherlich mit viel weniger Mitteln.

Wenn man jetzt die Jobanzeigen bei Haas F1 anschaut
https://www.haasf1team.com/careers-consented

dann würde ich vielleicht sagen, der Eindruck wird bestätigt, wobei ich jetzt nicht zu sagen vermag, was die Ingenieure in Kannapolis genau machen. Werden dort generell die Teile produziert, oder nur die DInge die nicht zum Chassis gehören oder arbeitet man Dallara mehr oder weniger zu.
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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon Michael-KR » 09.04.2019, 20:03

Redaktion hat geschrieben: Steiner: "Wir leben in einer freien Welt. Wenn es erlaubt ist, warum sollten wir es nicht machen? Man kann nicht sagen, dass wir das Geschäftsmodell anderer zerstören."

Das Geschäftsmodell der anderen F1-Teams mag vielleicht (aber auch nur vielleicht) nicht zerstört werden, die Formel 1 mit der Idee dass hier freie Konstrukteure mit freien Ideen (im Rahmen der Regeln) ihr eigenes frei entwickeltes Rennauto an den Start bringen, diese grundsätzliche Idee, welche absolut hinter der F1 steckt, diese wird dabei allerdings sehr wohl zerstört.

Mich wundert es immer wieder, dass der eine Forist hier aus dem hohen Norden von D nicht ständig lauthals mit seiner grundlegenden, sehr vehementen Aussage aufschlägt. War er doch lange, sehr lange Zeit ein absoluer Gegner von B-/ C-Teams oder eben anderen (Abkupfer-) Kooperationen. Nun ja, wir alle werden älter und damit einsichtiger. ;-)
"Altersmilde" heißt es doch so schön.

scott 90 hat geschrieben: Haas hat zwar in den USA auch einen Windkanal, einen besondere sogar da man dort die Autos in Originalgröße testen kann, aber soweit ich weiß arbeiten alle Teams vemehrt mit Modell, welche 60% der Originalgröße haben.

Fehlt da zum Schluss nicht das entscheidende Wörtchen "müssen"? Soweit mir bekannt, sind 1:1-Windkanalmodelle lt. F1-Regeln verboten!
Oder kann nun auch diesbezüglich jeder machen was er will?

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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon scott 90 » 10.04.2019, 00:33

Michael-KR hat geschrieben:
scott 90 hat geschrieben: Haas hat zwar in den USA auch einen Windkanal, einen besondere sogar da man dort die Autos in Originalgröße testen kann, aber soweit ich weiß arbeiten alle Teams vemehrt mit Modell, welche 60% der Originalgröße haben.

Fehlt da zum Schluss nicht das entscheidende Wörtchen "müssen"? Soweit mir bekannt, sind 1:1-Windkanalmodelle lt. F1-Regeln verboten!
Oder kann nun auch diesbezüglich jeder machen was er will?

Mit meines Wissens wollte ich ausdrücken, dass ich mir nicht sicher bin, ob das stimmt.

Aber schauen wir nach
1.3 No RWTT may be carried out using a scale model which is greater than 60% of full size.

RWTT = Restricted Wind Tunnel Testing

Womit der "Vorteil" wegfallen würde, wenn der von Ferrari dies nicht kann. Ich muss gestehen, ob der Windkanal wirklich so besonders ist weiß ich auch nicht, ich meine sowas gelesen zu haben.

Steiner selbst begründete 2015 wie folgt warum sie unter anderem den von Ferrari nutzen.
https://www.motorsport.com/f1/news/haas ... 95/?nrt=54

“It is easier to get experienced people in Europe and there are always pros and cons to everything.

“The main thing with Windshear would have been to bring it up to speed. It would have taken too long a time, so development would have started late.”
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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon Michael-KR » 11.04.2019, 16:51

scott 90 hat geschrieben:Aber schauen wir nach
1.3 No RWTT may be carried out using a scale model which is greater than 60% of full size.

RWTT = Restricted Wind Tunnel Testing

Mit doppelten Verneinungen bzw. komplett verschachtelten Sätzen habe ich schon im Deutschen meine Probleme, aber dazu noch im Englischen.
"Kein eingeschränkter Windkanaltest darf unter Verwendung eines Skalenmodells durchgeführt werden, das mehr als 60% der Gesamtgröße beträgt." - oder wie ist es zu übersetzen bzw. ist über 60 % nun zulässig oder nicht?

Ach ja, das Thema Windkanal, auch so ein unendlich weites Feld, bei dem wir eigentlich nix wissen und diejenigen, die darüber ab und an schreiben, häufig noch weniger.

Wenn ich mir die zig News, verteilt über die Jahre hinweg bzgl. des neuen Windkanals von Ferrrari und wie sehr seine Ergebnisse von der Realität abweichen tun, so vor Augen führe, jou mei, dann kann der Haas einen Windkanaltunnel haben so groß wie der Mond und so neu wie der Morgenthau. Ohne Details, ohne kritische Einblicke in denselben, ist alles was für die Katz.

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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 11.04.2019, 17:29

Michael-KR hat geschrieben:
scott 90 hat geschrieben:Aber schauen wir nach
1.3 No RWTT may be carried out using a scale model which is greater than 60% of full size.

RWTT = Restricted Wind Tunnel Testing

Mit doppelten Verneinungen bzw. komplett verschachtelten Sätzen habe ich schon im Deutschen meine Probleme, aber dazu noch im Englischen.
"Kein eingeschränkter Windkanaltest darf unter Verwendung eines Skalenmodells durchgeführt werden, das mehr als 60% der Gesamtgröße beträgt." - oder wie ist es zu übersetzen bzw. ist über 60 % nun zulässig oder nicht?

Ich weiß nicht, wo Du da eine doppelte Verneinung siehst.
Klarer kann man es kaum formulieren.
> 60% Nein, <= 60% Ja.
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Re: Steiner erklärt: Warum Haas als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist

Beitragvon bolfo » 17.04.2019, 22:13

Warum man als einziger Neueinsteiger erfolgreich ist? Ganz einfach: Weil man kein "richtiger" Neueinsteiger ist, sondern bloss das C-Team von Ferrari. Leisten tut man eigentlich nichts, ausser, die Teile einzukaufen. Lieber ein Team wie HRT, als 10 Teams wie Haas, die nichts, aber auch gar nichts zur F1 beitragen. Bleibt zu hoffen, dass die Punktelosigkeit, die man nun in Bahrain und China erfahren hat, vorhanden bleibt, und Teams punkten, die auch ihr Auto selbst bauen.
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