Carlos Ghosn offenbar als Renault-Konzernchef zurückgetreten

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Carlos Ghosn offenbar als Renault-Konzernchef zurückgetreten

Beitragvon Redaktion » 24.01.2019, 09:26

Carlos Ghosn bleibt bis zu seinem Prozess in Japan in Haft und ist offenbar von seinem Posten zurückgetreten - Eine Doppelspitze steht als Nachfolgelösung parat
Carlos Ghosn

Rückrtritt: Carlos Ghosn hat bei Renault wohl nicht länger das Sagen

Carlos Ghosn ist von seinem Amt als Renault-Chef offenbar zurückgetreten. Das bestätigt der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire nun in einem Interview mit dem TV-Sender 'Bloomberg'. Demnach hätte der Konzern am Mittwochabend ein Schreiben des in Japan inhaftierten Managers erhalten, in dem er ankündigt, mit sofortiger Wirkung auf seinen Posten zu verzichten.

Gerüchten zufolge soll Renault die Ghosn-Nachfolge bereits geregelt haben und mit einer Doppelspitze aus dem bisherigen Stellvertreter Thierry Bollore und dem Michelin-Chef Jean-Dominique Senard planen. Der französische Staat - als Großaktionär bei Renault ein wichtiger Player in strategischen Fragen - steht offenbar hinter dem Plan, wenn Le Maire Senard in höchsten Tönen lobt.

Ghosn bleibt derweil bis mindestens Anfang März in Haft. Bereits am Dienstag lehnte ein Richter in Tokio einen erneuten Antrag des 64-Jährigen auf Freilassung auf Kaution ab - obwohl Ghosn bereit war, seine gesamten Anteile an der Renault-Schwester Nissan als Sicherheit zu hinterlegen und seinen Pass abzugeben, um zu garantieren, dass er Japan vor Beginn seines Prozesses nicht verlässt.

"Ich möchte betonen, dass ich in Japan bleiben und alle Auflagen, die mir das Gericht macht, beachten werde", ließ sich Ghosn in einem Statement zitieren. "Ich werde meinem Prozess nicht nur deshalb beiwohnen, weil ich es muss, sondern auch, weil ich endlich Gelegenheit bekommen möchte, mich zu verteidigen. Ich bin bei allem, was mir vorgeworfen wird, nicht schuldig und freue mich darauf, vor Gericht um meine Reputation zu kämpfen. Nichts ist mir und meiner Familie wichtiger."


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Re: Carlos Ghosn offenbar als Renault-Konzernchef zurückgetreten

Beitragvon theCraptain » 24.01.2019, 13:51

Hier mal etwas zu den Hintergründen was Goshn vorgeworfen wird, ein Auszug des Berichts in der FAZ
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/carlos-ghosn-als-chef-von-renault-zurueckgetreten-16005466.html

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Der 64-jährige Ghosn war am 19. November in Tokio zusammen mit seiner früheren rechten Hand Greg Kelly wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Bis zu einem Prozess könnten noch Monate vergehen. Vor Gericht hatte der Spitzenmanager seine Unschuld beteuert.
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Renault stellte bei der Bezahlung Ghosns für die Jahre 2017 und 2018 keine Unregelmäßigkeiten oder Betrug fest. Weitere Untersuchungen für die Jahre davor laufen aber noch.
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Erst am vergangenen Freitag war bekanntgeworden, dass Ghosn unerlaubt Millionenbeträge von einer niederländischen Tochterfirma kassiert haben soll. Ghosn habe von dem niederländischen Gemeinschaftsunternehmen Nissan-Mitsubishi B.V. (NMBV) ohne vorgeschriebene Absprache mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern, Nissan-Chef Hiroto Saikawa und Mitsubishi Motors-Chef Osamu Masuko, rund 7,8 Millionen Euro Entschädigung erhalten, wie die beiden Renault-Partner bekanntgaben.

Ist wohl bekannt: Sowas gilt in der japanischen Kultur als unehrenhaft, kein Wunder dass die ihm nicht 1 mm entgegenlommen was das Freikommen auf Kaution betrifft.

Für Renault-F1 wird sich wohl erstmal nix ändern. Vermutlich wird sich irgendwann sein Nachfolger, wenn für ihn alles in Routine übergegangen ist, zum F1-Einsatz äußern. Könnte aber sein, der Neue ist nicht so F1-affin wie Goshn
https://www.auto-motor-und-sport.de/formel-1/acht-gruende-warum-f1-falsche-motoren-hat/
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Re: Carlos Ghosn offenbar als Renault-Konzernchef zurückgetreten

Beitragvon Hoto » 24.01.2019, 21:46

Naja, abwarten was dabei raus kommt. Ist er wirklich schuldig oder ist er es nicht. Noch gilt ja immer noch die Unschuldsvermutung.


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