Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

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Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon Redaktion » 08.09.2016, 07:20

Bernie Ecclestone bleibt (vorerst), aber der Verkauf der Formel 1 ist durch: Liberty Media kauft mit einem Milliardendeal CVC Capital Partners aus
Jetzt durchklicken: Das sind die neuen Chefs der Formel 1! John Malone (75), Vorsitzender von Liberty Media. Malone wird auf ein Vermögen von 6,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er hat in Yale Elektrotechnik, Wirtschaft und Industriemanagement studiert und ist Doktor der Philosophie. Von Geschäftspartnern wird er "Darth Vader" genannt.

Jetzt durchklicken: Das sind die neuen Chefs der Formel 1! John Malone (75), Vorsitzender von Liberty Media. Malone wird auf ein Vermögen von 6,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er hat in Yale Elektrotechnik, Wirtschaft und Industriemanagement studiert und ist Doktor der Philosophie. Von Geschäftspartnern wird er "Darth Vader" genannt.

Am vergangenen Wochenende hatten sich die Gerüchte verdichtet, nun ist es offiziell: Die amerikanische Mediengruppe Liberty Media von John Malone übernimmt in zwei Schritten die volle Kontrolle über die Formel 1. Insgesamt ist der Deal über acht Milliarden US-Dollar wert.

Das Ende der Ära Bernie Ecclestone bedeutet der Einstieg von Liberty Media (noch) nicht. Wie erwartet wird der Medienmanager Chasey Carey im neuen Management-Konstrukt eine tragende Rolle spielen, allerdings nicht als Geschäftsführer, sondern als Vorsitzender von Delta Topco. Er löst damit Peter Brabeck-Letmathe, Präsident des Verwaltungsrats des Nahrungsmittelkonzerns Nestle, ab. Brabeck-Letmathe bleibt aber Aufsichtsratsmitglied der Formel 1."

"Ich bin ganz aufgeregt, die Rolle als Vorsitzender der Formel 1 zu übernehmen und die Chance zu haben, gemeinsam mit Bernie Ecclestone, CVC und dem Team von Liberty Media zu arbeiten", sagt Carey. "Ich bewundere die Formel 1 als einmaliges, weltweites Sport-Unterhaltungs-Franchise, das jedes Jahr hunderte Millionen Fans auf der ganzen Welt begeistert. Ich sehe große Chancen, die Formel 1 im Interesse des Sports, der Fans, Teams und Investoren weiterzuentwickeln."

Ecclestone wollte Liberty angeblich nicht

Ecclestones Zitat in der offiziellen Presseaussendung fällt kurz und knapp aus: "Ich möchte Liberty Media und Chase Carey in der Formel 1 willkommen heißen und freue mich darauf, mit ihnen zu arbeiten." Der 85-Jährige hat angeblich bis zuletzt versucht, andere Investoren ins Spiel zu bringen, weil er in die Verhandlungen zwischen CVC und Liberty nur rudimentär eingebunden war. Zudem spielt er in den Überlegungen von Liberty offenbar nur für eine Übergangsperiode eine Rolle.

Porträt: Wer ist John Malone?

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"Bernie", sagt CVC-Manager Donald Mackenzie, "war in den vergangenen zehn Jahren ein wundervoller Geschäftsführer für uns. Es hat in dieser Zeit viele Erfolge gegeben und die eine oder andere Herausforderung, aber es wurde nie langweilig und wir hatten eine Menge Spaß. Die kombinierten Qualitäten von Chase und Bernie bedeuten, dass die Erfolge hoffentlich weitergehen, und wir wünschen den beiden alles Gute."Liberty Media erwirbt in einem ersten Schritt 18,7 Prozent der Anteile vom bisherigen Kontrolleigentümer CVC Capital Partners. Dafür fließen 1,1 Milliarden Dollar (1,0 Milliarden Euro) in Cash an die Verkäufer, die darüber hinaus auch mit Liberty-Aktien und Schuldscheinen im Wert von weiteren 489 Millionen Dollar (435 Millionen Euro) vergütet werden. Das gilt freilich nur für die erste Tranche, die bereits abgewickelt und am späten Mittwochabend offiziell bestätigt wurde.

Abschluss der Transaktion erst 2017

In einem zweiten Schritt, der im ersten Quartal 2017 vollendet werden soll, plant Liberty Media die volle Übernahme über die Kontrolle der Formel-1-Dachgesellschaft Delta Topco. Neben CVC würden dann auch andere Formel-1-Eigentümer verkaufen. Liberty investiert dafür 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro) an Eigenkapital und übernimmt zudem bestehende Verbindlichkeiten der Formel 1 in der Höhe von 4,1 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro).

Donald Mackenzie, Bernie Ecclestone und Pasquale Lattuneddu

CVC-Manager Donald Mackenzie, Bernie Ecclestone und Pasquale Lattuneddu

Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von rund acht Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro) für die Formel 1. Spekulationen, wonach Liberty Media die Königsklasse an der New Yorker Börse listen möchte, wurden bisher nicht offiziell bestätigt. Fest steht aber, dass die Teams die Möglichkeit haben werden, Formel-1-Anteile zu erwerben: "Bestimmte Teams haben bereits Interesse bekundet, nach Abschluss der Transaktion zu investieren", heißt es in einem Liberty-Statement.

Trotz der hohen Investitionssumme schätzt Liberty Media das damit einhergehende Risiko als sehr gering ein. Durch verschiedene Verträge (etwa mit TV-Sendern, Werbepartnern oder Rennstrecken) wird die Formel 1 bis 2026 einen garantierten Umsatz von mindestens 9,3 Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) erwirtschaften. Das ist der Bestand, der von CVC/Ecclestone übernommen wird. Alle Deals, die Liberty Media darüber hinaus abschließt, kommen da noch dazu.

FIA kann theoretisch Veto einlegen

Rein formell gesehen ist die Komplettübernahme im nächsten Jahr aber noch nicht bestätigt. Dafür erfordert es die Zustimmung von Wettbewerbs- und Finanzaufsichtsbehörden in mehreren Ländern, aber auch die Zustimmung des Automobil-Weltverbands FIA. Dieser hat ein Vetorecht und kann einen neuen Formel-1-Eigentümer theoretisch ablehnen. Außerdem besitzt die FIA ein Prozent der Formel-1-Anteile selbst. Und auch die Liberty-Aktionäre müssen noch zustimmen.

Analyse des Formel-1-Verkaufs

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Bisherige Formel-1-Eigentümer:*35,1% CVC Capital Partners (Private Equity)20,9% Waddell & Reed (Vermögensverwaltung)12,3% Lehman Brothers (Investmentbank)8,5% Bambino Holdings (Treuhandgesellschaft)5,3% Bernie Ecclestone4,5% Staat Norwegen (Norges Bank)3,0% JP Morgan Whitefriars (Bank-Tochtergesellschaft)3,0% US-Bundesstaat Texas (TRS, Lehrer-Rentensystem-Fonds)2,6% BlackRock (Vermögensverwaltung)1,0% FIA (Automobil-Weltverband)0,7% Churchill Capital (Private Equity)3,1% Streubesitz mehrerer Einzelpersonen* offiziell nicht bekannt, Angaben daher ohne Gewähr

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon toddquinlan » 08.09.2016, 08:25

also irgendwie verstehe ich das nicht:
- ich kaufe etwas für 8 Milliarden Dollar
- ich weiss das ich in den nächsten 10 Jahren einen Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar mache

wieviel Gewinn mache ich, 50 %? Dann wird es ja 20 Jahre dauern bis sich der Kauf amortisiert hat.

Oder: ich drehe an der Kostenschraube, presse die Rennstreckenbetreiber noch weiter aus was wiederum das garantierte Aus von Rennstrecken wie Monza, Hockenheim, Melbourne, Austin, Montreal und Silverstone bedeutet, denn dort haben die Betreiber jetzt schon Schwierigkeiten, die Antrittsgebühren zu bezahlen.

Man wird auch die Übertragung der Rennen ändern; es wird exklusiv als pay per view nur noch im Bezahlfernsehen übertragen werden.

Spielt allerdings alles keine Rolle, da man noch langweiliger wird mit den derzeitigen Änderungen, denn you can´t polish a turd. Man macht jetzt auf alte Optik mit breiten Reifen etc ohne jedoch mehr Spannung zu generieren.

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon LoK-hellscream » 08.09.2016, 09:08

toddquinlan hat geschrieben:also irgendwie verstehe ich das nicht:
- ich kaufe etwas für 8 Milliarden Dollar
- ich weiss das ich in den nächsten 10 Jahren einen Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar mache

wieviel Gewinn mache ich, 50 %? Dann wird es ja 20 Jahre dauern bis sich der Kauf amortisiert hat.


Abgesehen davon, dass sicherlich mehr als 50 % Gewinn übrig bleiben (die Ausgaben halten sich sicherlich in Grenzen, da im Grunde ja nur Lizenzen verkauft werden), ist das in manchen Branchen durchaus üblich. Bau mal ein Haus und vermiete das, das kann auch bis zu 20 Jahre dauern, bis sich der Bau amortisiert hat.

Oder: ich drehe an der Kostenschraube, presse die Rennstreckenbetreiber noch weiter aus was wiederum das garantierte Aus von Rennstrecken wie Monza, Hockenheim, Melbourne, Austin, Montreal und Silverstone bedeutet, denn dort haben die Betreiber jetzt schon Schwierigkeiten, die Antrittsgebühren zu bezahlen.


Es gibt bestehende Verträge und erst danach wird man sehen, was Liberty vor hat.

Man wird auch die Übertragung der Rennen ändern; es wird exklusiv als pay per view nur noch im Bezahlfernsehen übertragen werden.


Wieso sollte man? Was glaubst du bringt mehr Geld ein? Ein paar wenige Pay-TV-Sender mit mickrigen Abo-Zahlen, oder Free-TV und staatliches Fernsehen mit riesigen Einschaltquoten? Ich tippe mal darauf, dass zweitere nicht nur zahlreicher sind, sondern auch mehr Geld in der Kassa haben.

Spielt allerdings alles keine Rolle, da man noch langweiliger wird mit den derzeitigen Änderungen, denn you can´t polish a turd. Man macht jetzt auf alte Optik mit breiten Reifen etc ohne jedoch mehr Spannung zu generieren.


Kritik ohne Lösungsansatz. :thumbs_up:

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon RedBull_Formula1 » 08.09.2016, 09:28

Das ist schon ein gewagter Kauf von Liberty, zu Zeiten des Zuschauermangels und schwindenden Interesses an der Formel 1.

Mal sehen, ob sie den Sport positiv verändern können. Es wäre wünschenswert und notwendig!
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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon jakethejake » 08.09.2016, 10:10

RedBull_Formula1 hat geschrieben:Das ist schon ein gewagter Kauf von Liberty, zu Zeiten des Zuschauermangels und schwindenden Interesses an der Formel 1.

Mal sehen, ob sie den Sport positiv verändern können. Es wäre wünschenswert und notwendig!


Sehe ich im Grunde auch so. :thumbs_up:
Es ist schon ein gewagter Zeitpunkt für den Kauf. Aber wenn sie es schaffen den Trend des Zuschauerschwundes umzudrehen, könnten sie auch als, überspitzt formuliert, "Helden" dastehen. Vielleicht bauen sie darauf?

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon Wester » 08.09.2016, 10:15

LoK-hellscream hat geschrieben:
Man wird auch die Übertragung der Rennen ändern; es wird exklusiv als pay per view nur noch im Bezahlfernsehen übertragen werden.


Wieso sollte man? Was glaubst du bringt mehr Geld ein? Ein paar wenige Pay-TV-Sender mit mickrigen Abo-Zahlen, oder Free-TV und staatliches Fernsehen mit riesigen Einschaltquoten? Ich tippe mal darauf, dass zweitere nicht nur zahlreicher sind, sondern auch mehr Geld in der Kassa haben.



In GBR hat sich PayTV mWn schon sehr durchgesetzt, ergo kann man deine Aussage nicht pauschal auf alle Länder übertragen. Sky ist hier Monopol im Bundesligafussball und hat allein dadurch schon einige Abozahlen. Dafür zahlen sie auch mehrere Millionen um die Rechte zu haben. Wenn die staatlichen Fernsehsender und das FreeTV so viel Geld haben, müssten sie die Bundesligarechte ja sehr einfach haben. Tun sie aber anscheinend nicht. Außerdem ist FreeTV auch nicht so free, dass man da ohne ein Cent zu zahlen komplett durchkommt. Als Kabelkunde brauchst du ein Vertrag um RTL usw. zu bekommen und nach Eurosport bzw Discovery ist es auch nicht mehr so sicher, dass das alles so bleibt, denn dort zeigt das Beispiel mit ihren Spatensender ESP2, dass man schon zusätzliche Verträge abschließen muss, um die zu empfangen. Ergo kann auch alles in eine mehr oder weniger andere Form von PayTV abdriften. Ich glaube MotoGP Fans müssten das bestätigen.
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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon LoK-hellscream » 08.09.2016, 10:29

Wester hat geschrieben:In GBR hat sich PayTV mWn schon sehr durchgesetzt, ergo kann man deine Aussage nicht pauschal auf alle Länder übertragen. Sky ist hier Monopol im Bundesligafussball und hat allein dadurch schon einige Abozahlen. Dafür zahlen sie auch mehrere Millionen um die Rechte zu haben. Wenn die staatlichen Fernsehsender und das FreeTV so viel Geld haben, müssten sie die Bundesligarechte ja sehr einfach haben. Tun sie aber anscheinend nicht. Außerdem ist FreeTV auch nicht so free, dass man da ohne ein Cent zu zahlen komplett durchkommt. Als Kabelkunde brauchst du ein Vertrag um RTL usw. zu bekommen und nach Eurosport bzw Discovery ist es auch nicht mehr so sicher, dass das alles so bleibt, denn dort zeigt das Beispiel mit ihren Spatensender ESP2, dass man schon zusätzliche Verträge abschließen muss, um die zu empfangen. Ergo kann auch alles in eine mehr oder weniger andere Form von PayTV abdriften. Ich glaube MotoGP Fans müssten das bestätigen.


PayTV ist doch schon wieder im sterben, weil das Streaming dem PayTV den Rang abläuft. Wenn sich das PayTV nicht den ganzen Sport schnappt (und damit wirklich viel Geld raushaut für die Exklusiv-Lizenzen - das kann mächtig in die Hose gehen), werden wir vermutlich in 10 Jahren hauptsächlich noch FreeTV und Streaming-Dienste sehen. Denn außer exklusiven Sport hat das PayTV seine Daseinsberechtigung verloren.

Und deshalb glaube ich auch nicht, dass sich das PayTV die Formel 1 leisten kann, denn Fußball-Exklusivausstrahlungen sind für PayTV das Wichtigste und danach wird nicht mehr viel Geld übrig sein für teure Sendungen wie die Formel 1 (ausgenommen derzeit bei Sky). Die Rechteinhaber würden mehr Geld verlieren als gewinnen, wenn man dann nur noch auf PayTV setzt, welches sich die Formel 1 leisten kann.

Außerdem würden die Einschaltquoten enorm sinken, da nicht jeder bereit ist, sich für eine Sportsendung einen Sender zu abonnieren.

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Wester
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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon Wester » 08.09.2016, 10:55

Die Streamingdienste sind ja auch nichts anderes als PayTV in einer anderen Form. Ganz umsonst kriegst du das auch nicht. Jetzt gibt es ja dieses neue DAZN wo man einige europäische Fussballligen+amerikanischen Sport verfolgen kann, das ohne Werbung aber auch für 9,99€/Monat. Dafür bekommt man vielleicht einiges geboten aber auch nicht alles und lass solche Dienste die F1 aufnehmen, dann wird das auch irgendwann nochmal mehr kosten. Der Vorteil bei sowas ist ja, dass du selber planen kannst was du schauen möchtest wie bei Netflix, aber summiere das mal. Netflix+DAZN+andere Streamseiten, dann bist du auch insgesamt auf einem Niveau von Sky. Dazu kommt ja, dass du auch eine bestimmte Internetverbindung haben musst um das volle Pensum verfolgen zu können, viele wollen ja gerne nur noch HD Qualität. Da kommst du irgendwann auch in Richtung der 30€/Monat und wärst damit auf einer Linie mit Sky. Das gibt sich alles nicht viel.
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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon mattiscb » 08.09.2016, 11:52

toddquinlan hat geschrieben:also irgendwie verstehe ich das nicht:
- ich kaufe etwas für 8 Milliarden Dollar
- ich weiss das ich in den nächsten 10 Jahren einen Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar mache

wieviel Gewinn mache ich, 50 %? Dann wird es ja 20 Jahre dauern bis sich der Kauf amortisiert hat.


Trugschluss. Ich habe 8Mrd.$ und lege sie in Formel1-Anteilen an.

Von 1,4Mrd Jahresumsatz der F1 gehen 60% an die Teams, ein wenig für Verwaltung und Marketing weg, sagen wir mal über'n Daumen 30% = 420 Mio$ bleiben für mich. Das ist für meine 8Mrd eine Verzinsung von 5.25% - heutzutage nicht zu verachten.

Nebenbei kann man auch glauben, die Einnahmen steigern zu können und den Wert der F1 zu erhöhen, so dass man effektiv mehr einnimmt und in ein paar Jahren die Anteile für mehr verkaufen kann - wenn die Verzinsung in anderen Anlagen rentabler ist.

Die Anleger sehen hier wahrscheinlich die Möglichkeit, den Wert der Marke F1 insbesondere durch mehr Social Media Präsenz leicht steigern zu können - und so wie Marken heute bewertet werden (Trump ist wahrscheinlich nur Milliardär, weil die Marke "Trump" mit Mrd bewertet wird, "Apple" = 170 Mrd$), reden wir hier von Vervielfachen.

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon Aldo » 08.09.2016, 12:37

Glaubt man dem Artikel...

http://www.auto-motor-und-sport.de/form ... um=twitter


Ist das ein guter Deal. Speziell was das mit den Ticketpreisen betrifft. Weg mit dem Tatterngreis.
"I'm a pure racer, I always was and I always will be."


- Fernando Alonso

2x F1 World Champion
1x WEC Champion
2x Le Mans
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To be continued..

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon Formel Heinz » 08.09.2016, 13:12

Aldo hat geschrieben:Glaubt man dem Artikel...

http://www.auto-motor-und-sport.de/form ... um=twitter


Ist das ein guter Deal. Speziell was das mit den Ticketpreisen betrifft. Weg mit dem Tatterngreis.


Vor allem das hier klingt interessant:
Carey wird sich nach Ecclestones Meinung um die TV-Rechte und die Digital-Strategie kümmern


Hoffentlich bedeutet dies, dass das Multimedia-Angebot ausgeweitet wird. Mein Traum wäre ja immer noch, dass zumindest Trainings im Livestream abgerufen werden könnten oder auch frühere Sessions in voller Länge Verfügbar wären :whistle:
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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 08.09.2016, 13:17

...und jeder Fahrer wird verpflichtet 20 Instagram-Bilder am WE zu posten.

Digital ist die F1 immer noch ein Neanderthaler. Man hat das nur soweit gelockert, wie es ohne Geldverlust für die Heuschrecken möglich ist.
Ich denke mit den Amis wird sich das ändern. Aber wer nun darauf spekuliert, dass es nix kostet, könnte enttäuscht sein.
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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon phenO » 08.09.2016, 13:36

Die Übernahme dürfte, wie alles im Leben, Vor und Nachteile haben.

Live wird günstiger = gut.
TV wird Haupteinnahmequelle = nicht gut? Könnte teuer werden für RTL und Co...

Einnahmen werden, wie in Amerika gerecht an Teams verteilt = gut.
Teams können sich selbst in die F1 einkaufen und bekommen so mehr Geld und Einfluss = schlecht.

Ob nun wirklich alles besser wird, das wird die Zukunft zeigen. Das der Tag einer Übernahme irgendwann kommt, das war aber auch klar. Genau wie die Tatsache, dass wir uns irgendwann von Bernie werden verabschieden müssen.

Spannend wird das allemal, aber vor 2020 wird sich zumindest sportlich nicht viel ändern.
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon theCraptain » 08.09.2016, 14:39

Gerade das riesige Potenzial zur Vermarktung der "Bewegtbilder" sind bestimmt das Hauptargumennt zum Kauf gewesen. Wer die US-Strukturen zur Vermarktung der Major-Sportarten kennt weiss in etwa was wir erwarten dürfen, und ich finde es eher gut weil es dem heutigen Zeitgeist und der Technologie entspricht.

Allerdings wird das etwas kosten, entweder pro Renn-WE z. B. € 5.- oder als Season-Paket (€ 95) und ja, natürlich ist Streaming die Basis für die Bewegtbilder. Dort wird man sowas wie den "Race Director" haben und auf jedes Kamerabild zugreifen können, im Splitscreen, mit allen möglichen Audiospuren und mehrsprachigen Kommentaren. Wird sicher auch ne Einbindung von Social Media geben.

Ob sich Free-TV (RTL) das zukünftig (jenseits 2020) leisten wollen? Eher weniger.

Wenns nach mir geht, diese Änderungen lieber schon heute als morgen :-)

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Re: Acht-Milliarden-Dollar-Deal bestätigt: Liberty kauft die Formel 1

Beitragvon pilimen » 08.09.2016, 16:10

8 Mrd. Dollar? Immerhin doppelt so viel wie das kleine Indie Spiel Minecraft... :-D


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