Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erlaubt

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Redaktion
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Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erlaubt

Beitragvon Redaktion » 15.10.2015, 22:28

Motorenhersteller und FIA haben sich geeinigt, dass kommendes Jahr wie 2015 während der Saison entwickelt werden darf, Vorjahresmotoren sind nun doch erlaubt

(Motorsport-Total.com) - 2016 werden die Entwicklungsmöglichkeiten der Antriebseinheiten im Vergleich zu dieser Saison nicht eingeschränkt. Dafür hatten sich Ferrari und Honda intensiv stark gemacht - jetzt haben sich die FIA und die Motorenhersteller bei einem Treffen in Genf darauf geeinigt. Die interne Abstimmung fiel laut den Kollegen von 'Autosport' einstimmig aus.

Zudem einigte man sich darauf, dass kommende Saison doch nicht nur 2016er-Antriebseinheiten zugelassen werden. Das Reglement hatte den Einsatz von 2015er-Motoren ursprünglich verboten. Das bedeutet, dass Red Bull, Toro Rosso oder Manor-Marussia in der kommenden Saison auch ältere Antriebe einsetzen dürfen, wenn diese dem Technischen Reglement entsprechen.

Was die Entwicklung angeht, sieht die Situation folgendermaßen aus: Während die Hersteller Mercedes, Ferrari, Renault und Honda dieses Jahr 32 Token einsetzen durften, um ihre Triebwerke weiterzuentwickeln, war für 2016 ursprünglich eine Verringerung auf 25 geplant gewesen - außerdem war als Stichtag für die Homologation der 28. Februar anberaumt.

Jean Todt

FIA-Boss Todt bemühte sich erfolgreich, bei den Hersteller für Eintracht zu sorgen

Darüber hinaus sah das Reglement auch eine Einschränkung der Entwicklungsbereiche vor: das obere und das untere Kurbelgehäuse, der Ventilantrieb, ein Teil der Kurbelwelle, das Luftklappensystem und der Antrieb der Nebenaggregate hätten nicht mehr angetastet werden dürfen. All das tritt jetzt nicht in Kraft. Wie im Vorjahr dürfen auch weiterhin 32 Token eingesetzt werden - und das auch während der Saison. Ein Vorteil für die Rivalen von Mercedes, deren Chancen, den Rückstand aufzuholen, sich nun verbessert haben.

Nun müssen die Vorschläge noch durch die Instanzen Formel-1-Kommission und Motorsport-Weltrat gehen, ehe diese auch tatsächlich im Reglement verankert sein werden. Abgelehnt wurde übrigens laut 'Autosport' die Idee, dass neben den aktuellen Antriebseinheiten auch alte V8-Saugmotoren oder ein 3,5-Liter-Twinturbo-Motor eingesetzt werden dürfen. Red Bull hatte sich bereits mehrmals für eine dementsprechende Änderung stark gemacht, auch Formel-1-Boss Ecclestone soll dem nicht abgeneigt gewesen sein.


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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon phenO » 15.10.2015, 22:45

Also alles wie dieses Jahr. Und das Werksteam bleibt weiter im Vorteil, weil man die neuen Entwicklungen zuerst bei sich testet. Red Bull kann also Ferrari 2015 Motoren bekommen und Torro Rosso auch. Friede Freude Eierkuchen :roll:
Fan-Dasein hin oder her: Hofft alle auf ein starkes Ferrari 2016, ansonsten wird die nächste Saison genauso langweilig.
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon modellmotor » 15.10.2015, 23:00

phenO hat geschrieben:Also alles wie dieses Jahr. Und das Werksteam bleibt weiter im Vorteil, weil man die neuen Entwicklungen zuerst bei sich testet. Red Bull kann also Ferrari 2015 Motoren bekommen und Torro Rosso auch. Friede Freude Eierkuchen :roll:
Fan-Dasein hin oder her: Hofft alle auf ein starkes Ferrari 2016, ansonsten wird die nächste Saison genauso langweilig.


Es bleibt also 2016 alles so wie bisher . Etwas Anderes war eigentlich auch nicht zu erwarten.Ob Red Bull mit 2015er Ferrari Motoren -also eindeutig "B"-Ware - zufrieden sein könnte, ist zu bezweifeln.Das würde man wohl nur dann akzeptieren können, wenn sich die Situation durch die Einführung eine neues Antriebskonzepts 2017 deutlich positiver gestalten würde.
Grüße vom
modellmotor

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon Michael-KR » 15.10.2015, 23:01

Redaktion hat geschrieben: Abgelehnt wurde übrigens laut 'Autosport' die Idee, dass neben den aktuellen Antriebseinheiten auch alte V8-Saugmotoren oder ein 3,5-Liter-Twinturbo-Motor eingesetzt werden dürfen. Red Bull hatte sich bereits mehrmals für eine dementsprechende Änderung stark gemacht, auch Formel-1-Boss Ecclestone soll dem nicht abgeneigt gewesen sein.

Schade, sehr, sehr schade. Da wäre Salz in der Suppe drin gewesen.

phenO hat geschrieben:Also alles wie dieses Jahr. Und das Werksteam bleibt weiter im Vorteil, weil man die neuen Entwicklungen zuerst bei sich testet. Red Bull kann also Ferrari 2015 Motoren bekommen und Torro Rosso auch. Friede Freude Eierkuchen :roll:
Fan-Dasein hin oder her: Hofft alle auf ein starkes Ferrari 2016, ansonsten wird die nächste Saison genauso langweilig.

Tja, so düster wirds wohl aussehen - wobei, ich hoffe auf einen bärenstarken Renault-Motor im eigene Team Lotus und die fahren diesmal (2016) um die WM mit. :wink:
Ja, ja, ich weiß, dürfte unwahrscheinlich sein. :|

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon Michael-KR » 15.10.2015, 23:06

modellmotor hat geschrieben:Das würde man wohl nur dann akzeptieren können, wenn sich die Situation durch die Einführung eine neues Antriebskonzepts 2017 deutlich positiver gestalten würde.

Bis Ende 2016 hat sich RBR doch verpflichtet, in der F1 zu bleiben, oder?
Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass die 2016 noch einmal gute Miene zum bösen Spiel machen und dann, falls 2017 für sie nix Interessantes zu bieten hat, endgültig aussteigen.

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon Jerom∃ » 15.10.2015, 23:15

Todt ist vom Urlaub zurück ?


BTT: Das da überhaupt einer die Hersteller "besänftigen oder umstimmen" muss ist eine Zumutung sondergleichen.
Die FIA soll sagen was Sache ist und wenn das den verp***ten Herstellern nicht passt, sollen sie halt verschwinden.

Was ist das den für eine Sportart, wenn die Ausrüster mehr Macht haben als die eigentlichen Regelhüter.




Michael-KR hat geschrieben:Schade, sehr, sehr schade. Da wäre Salz in der Suppe drin gewesen.


Bin voll bei dir Micha.
Das wäre super gewesen endlich mal wieder verschieden Konzepte zusammen fahren zu sehen .
Genuinely entertaining .

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon iceman2411 » 15.10.2015, 23:20

Somit kann man Mercedes ja bereits zum nächsten WM Titel gratulieren. Auch nicht schlecht, somit entfallen die 3-4 Rennen die ich verfolgt habe auch direkt :mrgreen:
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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon paddel » 15.10.2015, 23:31

Ja, das haben Mercedes und Ferrari fein hinbekommen.

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon bolfo » 15.10.2015, 23:38

Super. Damit bekommen die Kundenteams erst recht keinen aktuellen Motor mehr, währenddem die Werkteams ihre "Neuentwicklungen", die ja bloss Prototypen sind, einsetzen können - mit einem PS Vorteil natürlich. Gleichzeitig wird Red Bull nun erst recht keinen Vorjahresmotor nehmen wollen: Denn die werden wohl kaum weiterentwickelt, und man würde deshalb während der Saison immer weiter zurückfallen.

Das einzig positive ist, dass Renault und Honda vielleicht besser aufschliessen können. Doch bei den Problemen, die sie haben, würde ich mich nicht mal wundern, wenns genau umgekehrt wäre und der Rückstand dadurch noch kleiner wird.

Insofern: Frohe Mercedes- und Ferrari-Festspiele 2016. Jemand anders kann nicht gewinnen.
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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon Michael-KR » 15.10.2015, 23:53

bolfo hat geschrieben:Super. Damit bekommen die Kundenteams erst recht keinen aktuellen Motor mehr, währenddem die Werkteams ihre "Neuentwicklungen", die ja bloss Prototypen sind, einsetzen können - mit einem PS Vorteil natürlich. Gleichzeitig wird Red Bull nun erst recht keinen Vorjahresmotor nehmen wollen: Denn die werden wohl kaum weiterentwickelt, und man würde deshalb während der Saison immer weiter zurückfallen.

Das einzig positive ist, dass Renault und Honda vielleicht besser aufschliessen können. Doch bei den Problemen, die sie haben, würde ich mich nicht mal wundern, wenns genau umgekehrt wäre und der Rückstand dadurch noch kleiner wird.

Insofern: Frohe Mercedes- und Ferrari-Festspiele 2016. Jemand anders kann nicht gewinnen.

Du meinst sicherlich "größer" oder?

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon bolfo » 16.10.2015, 00:25

Michael-KR hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Super. Damit bekommen die Kundenteams erst recht keinen aktuellen Motor mehr, währenddem die Werkteams ihre "Neuentwicklungen", die ja bloss Prototypen sind, einsetzen können - mit einem PS Vorteil natürlich. Gleichzeitig wird Red Bull nun erst recht keinen Vorjahresmotor nehmen wollen: Denn die werden wohl kaum weiterentwickelt, und man würde deshalb während der Saison immer weiter zurückfallen.

Das einzig positive ist, dass Renault und Honda vielleicht besser aufschliessen können. Doch bei den Problemen, die sie haben, würde ich mich nicht mal wundern, wenns genau umgekehrt wäre und der Rückstand dadurch noch kleiner wird.

Insofern: Frohe Mercedes- und Ferrari-Festspiele 2016. Jemand anders kann nicht gewinnen.

Du meinst sicherlich "größer" oder?


Ähm ja, natürlich :mrgreen: :oops:
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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon meanmc » 16.10.2015, 00:50

Ich hatte die Nachricht schon vor wenigen Stunden auf einer englischen Seite zufällig entdeckt, und hab den Artikel hier mal flux übersprungen.

Wie ich schon an anderer Stelle hier geschrieben habe - auf der einen Seite ist die Nachricht positiv, und ein gewisses Entgegenkommen ist zu erkennen, auf der anderen Seite wollten - wahrscheinlich federführend Mercedes und Ferrari - dafür auch eine Gegenleistung, und jene ist selbstverständlich nicht förderlich für die F1.

Ich muss gestehen, ich schein einer der wenigen zu sein, der es okay findet, wenn Teams mit "älteren Motoren" ausgestattet werden.
Und ich kenn das "Gejammer" aus eigener Erfahrung - brauch dazu nur auf 1993 (Ford) oder den damaligen Renault-Motor zu schauen. Schon damals wars so, dass durch das Sperren der beiden Motoren ein Team nur eingeschränkt erfolgreich sein konnte.

Ich fands damals Mist, aber letztendlich hilft alles Jammern nicht - es ist ein Geschäft, und so wird auch gehandelt.
Auch wenn ich sagen muss, dass Ford 1993 vielleicht auch irgendwann erkannt hat, dass man besser auf McLaren gesetzt hätte...

Selbstverständlich - und das zeigen meine Beispiele aus 1993 sehr gut - nur solange gut, wie man Gegner mit diesen Methoden nicht davon abhält Rennen zu gewinnen.
Sprich - kann sich Manor oder Sauber keinen aktuellen Antrieb leisten, wär es für mich okay, wenn sie B-Ware bekommen (und dafür dann weniger zahlen).

Zahlen sie aber genauso viel, oder bekommen sogar aussichtsreiche Gegner absichtlich nur B-Ware, dann wird das schon etwas kritisch...

Was mich bei diesem Beschluss aber am meisten stört ist, dass wir auf absehbare Zeit keine "neuen Motoren" bekommen. Was bedeutet, Mercedes und Ferrari haben den Laden erstmal im Griff die nächsten Jahre.
Sicherlich verdient, aber im Umkehrschluss schreckt das neue Hersteller ab, und wird Honda und Renault sicherlich nicht unbedingt in der Serie halten. Das ist nicht die Zukunft der Formel 1 wie ich sie mir vorstelle...

Da waren zwei Hersteller wenig dienlich für die Zukunft der F1 - und ich werd mir auch ein Lächeln nicht verkneifen können, wenn ich die Herren dieser Teams bald wieder über die Zukunft der F1 reden höre, und wie generös sie doch daran denken :wink:
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
Dave Mustaine : "If there's a new way, I'll be the first in line (But it better work this time)"

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon bolfo » 16.10.2015, 02:06

meanmc hat geschrieben:Ich muss gestehen, ich schein einer der wenigen zu sein, der es okay findet, wenn Teams mit "älteren Motoren" ausgestattet werden.
Und ich kenn das "Gejammer" aus eigener Erfahrung - brauch dazu nur auf 1993 (Ford) oder den damaligen Renault-Motor zu schauen. Schon damals wars so, dass durch das Sperren der beiden Motoren ein Team nur eingeschränkt erfolgreich sein konnte.

Ich fands damals Mist, aber letztendlich hilft alles Jammern nicht - es ist ein Geschäft, und so wird auch gehandelt.
Auch wenn ich sagen muss, dass Ford 1993 vielleicht auch irgendwann erkannt hat, dass man besser auf McLaren gesetzt hätte...

Selbstverständlich - und das zeigen meine Beispiele aus 1993 sehr gut - nur solange gut, wie man Gegner mit diesen Methoden nicht davon abhält Rennen zu gewinnen.
Sprich - kann sich Manor oder Sauber keinen aktuellen Antrieb leisten, wär es für mich okay, wenn sie B-Ware bekommen (und dafür dann weniger zahlen).

Zahlen sie aber genauso viel, oder bekommen sogar aussichtsreiche Gegner absichtlich nur B-Ware, dann wird das schon etwas kritisch...

Was mich bei diesem Beschluss aber am meisten stört ist, dass wir auf absehbare Zeit keine "neuen Motoren" bekommen. Was bedeutet, Mercedes und Ferrari haben den Laden erstmal im Griff die nächsten Jahre.
Sicherlich verdient, aber im Umkehrschluss schreckt das neue Hersteller ab, und wird Honda und Renault sicherlich nicht unbedingt in der Serie halten. Das ist nicht die Zukunft der Formel 1 wie ich sie mir vorstelle...

Da waren zwei Hersteller wenig dienlich für die Zukunft der F1 - und ich werd mir auch ein Lächeln nicht verkneifen können, wenn ich die Herren dieser Teams bald wieder über die Zukunft der F1 reden höre, und wie generös sie doch daran denken :wink:


Ich finde, die Lage unterscheidet sich in ganz wesentlichen Punkten von der heurigen:

1) sind die Motorenhersteller Unternehmen, die selbst Teams stellen und somit NIEMALS Interesse haben werden, die Konkurrenz zu belifern, wenn sie zu gut wird. Sowas wie 1995, als Renault plötzlich auch Benetton mit gleichwertigen Motoren ausrüstete, von denen man wusste, dass sie die grösste Konkurrenz für Williams waren, werden wir so niemehr sehen. Damals hatte Renault das Interesse, die 2 besten Teams mit Motoren zu bedienen, damit man den grösstmöglichen Erfolg hatte. So ein "Motorenhersteller-Denken" wirds nicht mehr geben, da die eigenen Werkteams die Erfolge einfahren sollen und müssen.

2) haben wir gar keine Möglichkeiten mehr. Nur noch 4 Hersteller. Red Bull will niemand beliefern (ausser vormals Renault). Honda sagt ab, Mercedes sagt ab, Ferrari sagt ab. Sowas hätte es 1993 niemals gegeben. Ein Team ohne Motoren wäre undenkbar gewesen. Auch wenn man nicht die Nonplusultramotoren von Renault bekommen hat, wurde man dennoch umworben. McLaren konnte sich 1994 quasi einen Motorenpartner aussuchen. Ford hätte man haben können (wenn auch nur B-Ware) und dann hatte man die Qual der Wahl zwischen Lamborghini und Peugeot. So eine Auswahl hat Red Bull nicht mehr. Aufgrund der wenigen Hersteller kanns deshalb auch nicht mehr vorkommen, dass ein Team wie McLaren 1992 Honda, 1993 Ford, 1994 Peugeot und 1995 Mercedes-Motoren im Heck hat. Die Kräfteverhältnisse werden heute auf Jahre hinaus festgelegt, wo wir in den 90ern viel schnellere Wechselmöglichkeiten hatte.

3) der Performanceunterschied ist viel grösser. Ja, damals hatten die Motoren auch Unterschiede. Mit dem Auto konntest du diese aber verdammt gut ausgleichen. Anhand des Chassis etc. konntest du damals Sekunden rausholen gegenüber der Konkurrenz. Doch heute kannst du diesbezüglich kaum mehr was rausholen - fast alle Autos sind diesbezüglich nahezu gleich. Damit bestimmt der Motor die Endperformance noch viel mehr. Bestes Beispiel: Benetton, die 1994 trotz V8-Motor mit weniger PS den wesentlich besser aufgestellten Renault- und Ferrari-Triebwerken um die Ohren gefahren sind. Dank einem überragenden Chassis. Sowas ist heute gar nicht mehr möglich. Diesen Motorennachteil kannst du heute nicht mehr ausgleichen.
Zudem gabs einfach mehr Regelfreiheit. Williams hätte mit der aktiven Radaufhängung wohl auch mit Ford-Motoren das Feld dominiert. Der Renault-Motor war nur das i-Tüpfelchen, die ganz grosse Dominanz kam jedoch von der Elektronik her, die allen anderen (so sagt man) mindestens eineinhalb Jahre voraus war.


Deshalb sehe ich die heutige Lage als viel prekärer. Das zeigt alleine die Tatsache, dass wir Gefahr laufen, einen Big-Player ohne Motoren zu sehen. Sowas wäre - wie schon gesagt - 1993 undenkbar gewesen. Die Hersteller hätten sich um Red Bull gerissen. Das zeigt, weshalb die heutige F1 hochgradig krank ist.
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motorsportfan88

Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon motorsportfan88 » 16.10.2015, 03:13

Wie kann man nur Vorjahresmotoren erlauben???
Der Abstand von Mercedes/Ferrari zum Rest wird immer größer werden.
Hoffen wir das Honda wie Ferrari dieses Jahr das Problem in den griff bekommt.
Renault sehe ich Chancenlos, die benutzen die Token ja nicht einmal. (ich vermute aus Unfähigkeit)
Das mit den Token war ja abzusehen, dass ist ein guter Kompromiss.

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Re: Formel 1 2016: Motorenentwicklung und 2015er-Antrieb erl

Beitragvon Green Hell » 16.10.2015, 04:03

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