Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

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Redaktion
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Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Redaktion » 30.07.2020, 14:30

Die Formel 1 will davon nichts wissen, aber in Istanbul ist man überzeugt davon, dass ein Grand Prix der Türkei für den Terminkalender 2020 nicht aus dem Rennen ist
Chasey Carey und Recep Erdogan

Treffen im Jahr 2017: Formel-1-Boss Chase Carey und Recep Erdogan

13 Renntermine umfasst der Formel-1-Kalender 2020 Stand heute. Mindestens 16 Grands Prix werden es letztendlich werden, denn bis Mitte Dezember werden vermutlich noch zweimal Bahrain und einmal Abu Dhabi dazukommen. Rechteinhaber Liberty Media hofft aber insgeheim, sogar 18 Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Und eine davon könnte ein Grand Prix der Türkei in Istanbul sein.

Zumindest dann, wann es nach dem dortigen Streckenbetreiber Intercity geht, denn der hat mittels Pressemitteilung angedeutet, in Verhandlungen mit der Formel 1 zu stehen: "Die Gespräche im Hinblick auf den Kalender 2020 dauern noch an. Wegen unserer Verschwiegenheitsvereinbarung mit der FOM können wir darüber aber nicht sprechen."

Eine Aussage, die von der Formel 1 offiziell nicht kommentiert wird. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass ein Grand Prix in der Türkei zumindest kurzfristig kein Thema ist. Zu aufwändig wäre es, die in die Jahre gekommene und zuletzt kaum durch internationale Motorsport-Events genutzte Strecke für ein Rennwochenende der Königsklasse herauszuputzen.

Zwischen 2005 und 2011 fand im sogenannten Otodrom von Istanbul siebenmal ein Grand Prix der Türkei statt. Die Strecke galt als fahrerisch anspruchsvoll und wurde vor allem durch die legendäre Kurve 8 mit ihren vier Scheitelpunkten berühmt. Rekordsieger ist Felipe Massa mit drei Triumphen zwischen 2006 und 2008. Sebastian Vettel hat 2011 gewonnen.

Dass die türkische Regierung die Formel 1 gern wieder in Istanbul sehen würde, ist kein Geheimnis. Auf der Internetseite des türkischen Präsidenten Recep Erdogan wird ein Grand Prix im Jahr 2020 quasi offiziell zum Regierungsprogramm erklärt. Das heißt aber noch lange nicht, dass es tatsächlich so kommen wird.

Auf Seiten der Formel 1 sieht man die Comeback-Chancen weniger euphorisch. Für 2020 wird eine Rückkehr in die Türkei ausgeschlossen. Und das, obwohl man sich mittel- bis langfristig sehr viel vorstellen kann. Bereits 2017 hat sich Formel-1-Boss Chase Carey zu einem Gespräch mit Erdogan getroffen. Seither lebt in der Türkei die Hoffnung auf ein Comeback.

Bisher steht der Formel-1-Kalender 2020 bis zum Grand Prix der Emilia-Romagna in Imola am 1. November fest. Dann könnten am 15. und 22. November die beiden Rennen (auf unterschiedlichen Streckenversionen) in Bahrain stattfinden. Und entweder am 29. November oder 6. Dezember das Saisonfinale in Abu Dhabi.

Liberty Media hat die Hoffnung, ein bis zwei weitere Rennen in den Kalender zu quetschen, aber noch nicht aufgegeben. Zwar informiert der Grand Prix von China dieser Tage darüber, dass er 2020 wie befürchtet definitiv nicht stattfinden kann. Aber andere Asien-Termine wie etwa Vietnam (Hanoi) oder Malaysia (Sepang) sind noch im Gespräch, heißt es.


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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Turel » 30.07.2020, 14:49

von mir aus
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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Plauze » 30.07.2020, 14:54

Der Istanbul Park Circuit war immer eine schöne und anspruchsvolle Strecke - von diesem Standpunkt aus jederzeit.
Doch der Preis dafür ist zu hoch. Man müsste sich einem machtlüsternen Möchtegerndiktator andienen, der keine Gelegenheit auslässt, die demokratischen und laizistischen Strukturen, um die die Türkei ein Jahrhundert lang gerungen hat, wieder abzubauen. Der möchte sein Regime als Vorzeigeregierung präsentieren, die auch inmitten der Pandemie alles im Griff hat und dementsprechend auch der ideale Gastgeber für einen Grand Prix ist. Diesen Gefallen sollte man Erdogan nicht tun.

Wenn man denn unbedingt noch ein Rennen veranstalten möchte, empfehle ich, die Gespräche mit Malaysia fortzusetzen, aber da die zweite Welle der Pandemie unaufhaltsam auf uns zurollt, würde ich an der Stelle von Liberty Media vor allem daran arbeiten, die bereits bestätigten Rennen sauber über die Bühne zu bekommen.
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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von KIMI-ICEMAN » 30.07.2020, 14:57

Ich kann dem Präsidenten (wie heißt er doch gleich? Phonetisch Erdoan :lol: ) nicht aufs Fell gucken. Daher würde ich den Grand-Prix dort nicht austragen wollen.

Die Strecke finde ich allerdings nicht schlecht. Von den damals hinzugekommenen auf jeden Fall eine der besseren Strecken. Vor allem Kurve 8 mit der Vierfach-Linkskurve hatte einen richtig guten Wiedererkennungswert.
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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Schramm » 30.07.2020, 15:43

Lieber ein Rennen weniger als Erdogan eine Bühne zu bieten! NEIN!

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Tomek333 » 30.07.2020, 16:17

Wäre interessant zu sehen, wie die heutigen Formel 1 Autos dort performen würden
Mercedes mit vollen Tanks geht in Kurve 8 sicher mit nur eine Hand am Lenkrad voll

Aber die Strecke wie auch die in Südkorea ist total heruntergekommen.
Ich glaube kommt nur in Frage als alle letzte Möglichkeit
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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Toji » 30.07.2020, 16:25

Plauze hat geschrieben:
30.07.2020, 14:54
Man müsste sich einem machtlüsternen Möchtegerndiktator andienen, der keine Gelegenheit auslässt, die demokratischen und laizistischen Strukturen, um die die Türkei ein Jahrhundert lang gerungen hat, wieder abzubauen. Der möchte sein Regime als Vorzeigeregierung präsentieren
nicht auszudenken, was geschähe, wenn sich die formel 1 tatsächlich mit diktatoren einließe. zum glück dieser tage absolut unvorstellbar, gell, lewis?
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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Plauze » 30.07.2020, 18:18

Toji hat geschrieben:
30.07.2020, 16:25
Plauze hat geschrieben:
30.07.2020, 14:54
Man müsste sich einem machtlüsternen Möchtegerndiktator andienen, der keine Gelegenheit auslässt, die demokratischen und laizistischen Strukturen, um die die Türkei ein Jahrhundert lang gerungen hat, wieder abzubauen. Der möchte sein Regime als Vorzeigeregierung präsentieren
nicht auszudenken, was geschähe, wenn sich die formel 1 tatsächlich mit diktatoren einließe. zum glück dieser tage absolut unvorstellbar, gell, lewis?
Ich kann es mir zwar schon denken, aber du wirst selbst am besten wissen, was du mit deinem Verweis auf Hamilton aussagen willst. Zum Glück ist es dieser Tage absolut unvorstellbar, dass sich Menschen langfristig durchsetzen, die mit Häme auf grundsätzlich lobenswertes und fortschrittliches soziales Engagement reagieren und gleich mal den Whataboutism-o-meter anwerfen, um alles zu relativieren, was nicht im Handumdrehen den Weltfrieden bringt, was ihnen aber dennoch ihr auf Ressentiments gegründetes Weltbild zerrütten könnte, gell, Toji?
Kennt ihr die Geschichte von der Gemeindeschwester und der Kuh?

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Onkel Gustav » 31.07.2020, 06:12

Auf dieser Rennstrecke befindet sich ein Autohändler. Da hat der Recep über seine Medienleute mal wieder einen raus hauen lassen.

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von miga8 » 31.07.2020, 14:43

Das wird dann das einzige Rennen im Jahr, dass ich auslasse !!!
:bow: :bow:

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Simtek » 31.07.2020, 19:47

Vielleicht so eine Propaganda Aktion von Erdowahn? :popcorn:
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von viva espania » 31.07.2020, 23:35

Plauze hat geschrieben:
30.07.2020, 18:18
Toji hat geschrieben:
30.07.2020, 16:25
Plauze hat geschrieben:
30.07.2020, 14:54
Man müsste sich einem machtlüsternen Möchtegerndiktator andienen, der keine Gelegenheit auslässt, die demokratischen und laizistischen Strukturen, um die die Türkei ein Jahrhundert lang gerungen hat, wieder abzubauen. Der möchte sein Regime als Vorzeigeregierung präsentieren
nicht auszudenken, was geschähe, wenn sich die formel 1 tatsächlich mit diktatoren einließe. zum glück dieser tage absolut unvorstellbar, gell, lewis?
Ich kann es mir zwar schon denken, aber du wirst selbst am besten wissen, was du mit deinem Verweis auf Hamilton aussagen willst. Zum Glück ist es dieser Tage absolut unvorstellbar, dass sich Menschen langfristig durchsetzen, die mit Häme auf grundsätzlich lobenswertes und fortschrittliches soziales Engagement reagieren und gleich mal den Whataboutism-o-meter anwerfen, um alles zu relativieren, was nicht im Handumdrehen den Weltfrieden bringt, was ihnen aber dennoch ihr auf Ressentiments gegründetes Weltbild zerrütten könnte, gell, Toji?
Mit Russland ist sich Liberty Media auch einig und da ist nichts passiert. Sei‘s drum und nichts gegen Russlands und deren Regierung. :wink:
„Wahrer Beruf für den Menschen ist nur, zu sich selbst zu kommen.“
Hermann Hesse (1877-1962)

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von eXcaliber » 02.08.2020, 21:32

Schramm hat geschrieben:
30.07.2020, 15:43
Lieber ein Rennen weniger als Erdogan eine Bühne zu bieten! NEIN!
Wieso muss man immer ein ganzes Land mit einer Person gleichsetzen?

Habe die Rennen auf der Strecke in guter Erinnerung. Fände es toll dort mal wieder F1 Flitzer fahren zu sehen. :thumbs_up:

Aber wenn ihr unbedingt konsequent sein wollt... spart euch doch einfach grundsätzlich alle Rennen wo irgendein Despot oder Diktatur am Drücker sitzt. Das wären dann Ungarn, Abudhabi, Russland, China, Texas, Bahrein und Brasilien.

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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Tracklimit_F1 » 05.08.2020, 19:12

Man das wär geil, ich liebe die Strecke.
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Re: Istanbul behauptet: Verhandlungen mit Liberty Media über F1-Rennen 2020

Beitrag von Simtek » 06.08.2020, 12:47

eXcaliber hat geschrieben:
02.08.2020, 21:32
Schramm hat geschrieben:
30.07.2020, 15:43
Lieber ein Rennen weniger als Erdogan eine Bühne zu bieten! NEIN!
Wieso muss man immer ein ganzes Land mit einer Person gleichsetzen?

Habe die Rennen auf der Strecke in guter Erinnerung. Fände es toll dort mal wieder F1 Flitzer fahren zu sehen. :thumbs_up:

Aber wenn ihr unbedingt konsequent sein wollt... spart euch doch einfach grundsätzlich alle Rennen wo irgendein Despot oder Diktatur am Drücker sitzt. Das wären dann Ungarn, Abudhabi, Russland, China, Texas, Bahrein und Brasilien.
Bis auf Brasilien ..... Wo muss ich unterschreiben??
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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