Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 09.09.2019, 07:33

Redakteur Ruben Zimmermann erklärt, warum Charles Leclerc alle Eigenschaften eines Champions mitbringt - Im Cockpit muss man auch mal ein "Arschloch" sein
Charles Leclerc

Charles Leclerc ist endgültig im Konzert der ganz Großen angekommen

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist also mal wieder soweit. Sebastian Vettel hat einen Fehler gemacht, und bis zum nächsten Rennen in Singapur in zwei Wochen wird wieder fleißig darüber diskutiert werden, ob der viermalige Weltmeister seinen Zenit überschritten hat. Ob er bei Ferrari nur noch die Nummer 2 ist, und ob er überhaupt noch gut genug für die Formel 1 ist. Das ist nach einem Rennen wie Monza auch irgendwo nachvollziehbar.

Mir persönlich wird diese Diskussion aber häufig ein bisschen zu einseitig geführt. Oft hat man das Gefühl, dass es nur um Vettel und seine Krise geht. Vettel ist hier schlecht, Vettel macht dort etwas falsch und so weiter. Bei einigen Kommentaren in den sozialen Medien könnte man vermuten, der viermalige Weltmeister verliere das interne Ferrari-Duell gerade gegen Pastor Maldonado.

Doch es ist nicht Maldonado, der da im zweiten roten Auto sitzt - auch wenn der selbst behauptet, dass er 2014 kurz vor einem Wechsel zu Ferrari stand. Aber das ist eine andere Geschichte. Es ist Charles Leclerc, gegen den Vettel aktuell kein Land sieht. Und die beiden Rennen in Spa und Monza haben das bestätigt, was viele schon vorher ahnten: Leclerc ist ein kommender Weltmeister.

Leclerc hat aus Österreich gelernt

Eigentlich hätte der Monegasse schon nach seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Belgien Protagonist dieser Kolumne sein sollen. Aus offensichtlichen Gründen haben wir uns nach dem tragischen Spa-Wochenende aber dafür entschieden, niemanden gut schlafen zu lassen. Von daher hat es mir Leclerc mit seinem zweiten Sieg in Serie jetzt leicht gemacht - und sogar noch weiteres Futter geliefert.

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Denn es ist auch die Art und Weise seines Monza-Sieges, die gezeigt hat, warum Leclerc alles mitbringt, um eines Tages Weltmeister zu werden. Abseits des Cockpits wirkt der 21-Jährige teilweise wie der nette Student von nebenan. Doch in Italien hat er gezeigt, dass er auf der Strecke ein ziemlicher Drecksack sein kann. Und das meine ich durchaus im positiven Sinne.Formel-1-Weltmeister wird man nicht, indem man immer brav Platz macht, wenn ein anderer überholen möchte. Diese Lektion hat Leclerc im Österreich gelernt, als ihn Max Verstappen kurz vor Schluss abgekocht hat. Im Zweifel muss man bis an die Grenzen des Erlaubten gehen. Das wusste Verstappen schon damals, und das weiß seitdem auch Leclerc. Monza war eine Konsequenz daraus.

Qualifying: Leclerc eckt bei Vettel an

Für sein hartes Verteidigungsmanöver gegen Lewis Hamilton bekam Leclerc lediglich eine Verwarnung. Es ist nachvollziehbar, dass der Brite das nicht ausreichend fand. Meiner Meinung nach ist es aber die richtige Entscheidung. Let them race! Die Aktion mag nicht komplett sauber gewesen sein, aber sie war ein Statement von Leclerc: Das ist mein Sieg hier in Monza, und den nimmt mir keiner weg.

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Bereits am Samstag gab es übrigens eine Aktion, in der Leclerc ebenfalls nicht so 100 Prozent fair spielte. Im finalen Versuch im Qualifying wäre er eigentlich an der Reihe gewesen, Vettel Windschatten zu geben, nachdem es im ersten Run umgekehrt war. Doch er sah es gar nicht ein, an die Spitze der Gruppe zu fahren, nur um seinem Teamkollegen einen Vorteil zu verschaffen.So schafften es am Ende sowohl er als auch Vettel nicht mehr über die Linie. Das hat hinter den Kulissen für mächtig Ärger gesorgt, wie man hört. Im Debriefing sollen sogar nicht jugendfreie Wörter in Leclercs Richtung gefallen sein. Genau wissen wir das natürlich nicht, doch dass Teamchef Mattia Binotto Leclerc nach dem Rennen am Funk sagte, dass er ihm "verzeihe", spricht stark dafür, dass da etwas im Busch ist.

Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen

Das alles muss man natürlich nicht gut finden. Aber es sind genau diese Dinge, die an viele große Champions erinnern. Michael Schumacher, Ayrton Senna, Alain Prost, Fernando Alonso ... Sie alle vereint diese Drecksack-Eigenschaft. Sebastian Vettel selbst fällt übrigens auch in diese Kategorie. Mark Webber kann ein Lied davon singen. Stichwort "Multi 21".

Natürlich reicht es nicht aus, auf der Strecke ein - Pardon - "Arschloch" zu sein, um Weltmeister zu werden. Ein bisschen Autofahren muss man auch können. Aber dass Leclerc das kann, daran bestand eigentlich von Saisonbeginn an kein Zweifel. Aktuell sehen wir eine Entwicklung, die der 21-Jährige durchmacht. Dazu zählt zum Beispiel auch, dass er seine Fehlerquote noch etwas reduzieren muss.


Fotostrecke: Leclerc und Co.: Die jüngsten Ferrari-Sieger in der Formel 1

Platz 10: Kimi Räikkönen (27 Jahre, 152 Tage) - Australien 2007

Platz 10: Kimi Räikkönen (27 Jahre, 152 Tage) - Australien 2007

Monza war aber der endgültige Beweis dafür, dass Leclerc bereits im Konzert der ganz Großen mitspielt. Und die Ferrari-Fans dürfte er mit seinem Heimsieg jetzt ebenfalls im Sack haben. Es passt irgendwie ins aktuelle Bild, dass sich Vettel fünf Jahre vergeblich abmüht, den Tifosi einen Sieg zu schenken, während es Leclerc gleich im ersten Anlauf schafft. Italien hat einen neuen Liebling.

Vor dem Wochenende wurde ich im Podcast "Starting Grid" gefragt, ob Monza ein Schicksalsrennen für Sebastian Vettel werden könnte. Das habe ich verneint. Nach dem Rennen bin ich mir da ehrlich gesagt nicht mehr so sicher. Ich bin noch immer der Meinung, dass Sebastian Vettel nicht plötzlich zu schlecht für die Formel 1 und Ferrari geworden ist. Vielleicht ist Charles Leclerc aber einfach zu gut.

Ihr
Ruben Zimmermann
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P.S.: "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" fand jahrelang jeden Montag auf unseren Portalen Formel1.de und Motorsport-Total.com statt. 2019 ist sie umgezogen zu de.motorsport.com. Wen es dieses mal getroffen hat, können Sie hier nachlesen!


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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon EvNix » 09.09.2019, 07:52

Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Turel » 09.09.2019, 07:59

Leclerc ist die Zukunft von Ferrari und mit Verstappen, Norris, Russel etc. Die Zukunft der Formel 1.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon KIMI-ICEMAN » 09.09.2019, 08:01

Jetzt gehen die Diskussionen wieder von vorne los. Made my Day. :mrgreen:
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon DeLaGeezy » 09.09.2019, 08:19

Charles Leclerc hat mit dem schnellsten Auto einen Sieg eingefahren. Mehr war es nicht.
Hier war aber nicht seine Leistung beeindruckend, sondern die Journalisten sind so sehr angetan von der Art und Weise.
Er drängt Hamilton ab -> "Er setzt ein Statement".
So ein Quatsch.
Hamilton hat bereits Konsequenzen angekündigt, Vettel wird sich kein zweites Mal für dumm verkaufen lassen(btw ohne Vettel keine Pole).
Und irgendwann wird Leclerc seine eigene Medizin schlucken müssen.
Die neue Generation von Fahren mag auf diesen Style stehen. Ich finde es nach wie vor gefährlich. Müssen sie aber selbst wissen, was sie da machen.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon chrisspeed » 09.09.2019, 08:38

Turel hat geschrieben:Leclerc ist die Zukunft von Ferrari und mit Verstappen, Norris, Russel etc. Die Zukunft der Formel 1.


Von Zukunft brauchen wir fast gar nicht mehr reden, denn am Wochenende fand ein Generationswechsel statt.

Hamilton rettet dich dieses Jahr noch übers Ziel, dank des starken Mercedes. ich kann mir jedoch vorstellen, dass wir nächste Saison einen großen Kampf zwischen Leclerc und Verstappen sehen werden.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon DeLaGeezy » 09.09.2019, 08:40

chrisspeed hat geschrieben:ich kann mir jedoch vorstellen, dass wir nächste Saison einen großen Kampf zwischen Leclerc und Verstappen sehen werden.

Ja, um den 2. Platz hinter Hamilton :lol:

Ne, hast du vielleicht Recht. Nicht unbedingt im nächsten Jahr, aber das könnte ein Duell werden.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon donstephan » 09.09.2019, 08:54

Guter Vergleich mit "Multi21" beides mal hat man durch Manipulation versucht, den langsameren Piloten, vor dem schnelleren zu positionieren. Nur diesesmal hatte halt VET keine Chance zu reagieren. Hoffe er lernt daraus !

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon focuset » 09.09.2019, 09:17

DeLaGeezy hat geschrieben:Charles Leclerc hat mit dem schnellsten Auto einen Sieg eingefahren. Mehr war es nicht.
Hier war aber nicht seine Leistung beeindruckend, sondern die Journalisten sind so sehr angetan von der Art und Weise.
Er drängt Hamilton ab -> "Er setzt ein Statement".
So ein Quatsch.
Hamilton hat bereits Konsequenzen angekündigt, Vettel wird sich kein zweites Mal für dumm verkaufen lassen(btw ohne Vettel keine Pole).
Und irgendwann wird Leclerc seine eigene Medizin schlucken müssen.
Die neue Generation von Fahren mag auf diesen Style stehen. Ich finde es nach wie vor gefährlich. Müssen sie aber selbst wissen, was sie da machen.



Ich glaube nicht, dass Leclerc das schnellste Auto hatte. Auf den Geraden mag das der Fall gewesen sein, aber auf die Runde nicht. Sein Schlüssel war die Pole inkl. dem gewonnenen Start und für einem die richtige Reifenstrategie....

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon GenauDer » 09.09.2019, 09:42

EvNix hat geschrieben:Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.

Ich muss mir das Quali mal LIVE neu ansehen ob da wirklich 100% Absicht dahinter war. Bislang sah ich nur die Zusammenfassung und da hat man wenig gesehen was LEC betrifft, nur die beiden Trödler vorne.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Sportsmann » 09.09.2019, 09:53

EvNix hat geschrieben:Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.


Das ist die eine Sache, die andere ist, dass Leclerc mal schön abgekürzt hat. Fehlerlos war er nicht. Dieses, sich keinen Vorteil verschaffen, weil der Abstand ja gleich blieb, ist nunmal ein verschaffter Vorteil gewesen. Er hätte die Kurve nicht bekommen, richtig Geschwindigkeit verloren und Hamilton wäre dort vorbeigegangen. Nach der Verwarnung die er da schon hatte, war für mich eine Strafe fällig - umso mehr als er dann noch zickzack fuhr.
Ich fand es trotzdem stark wie er - bis auf diese letzten zwei Aktionen - gefahren ist. Hamilton ist daran verzweifelt und hat am Ende fürs Team ein paar Pünktchen liegen lassen, das hätte er nicht getan, wenn er nicht den Glauben verloren hätte (bzw. die Performance). Die Leistung von LEC kann man gerne loben. Andere Fahrer hätten wohl noch mehr Fehler gemacht.
Vergleiche zu Vettel will ich eigentlich vermeiden, Fakt ist jedoch, dass die Fehler Leclercs von vielen durch die "ach der süße kleine zuckerbubi, der wird doch noch lernen" Brille gesehen wird. Fehler gehören bestraft, egal wer es ist. Erwachsen (auch rennfahrerisch gesehen) zu sein ist schließlich mit gleichem Maß gemessen zu werden, sonst sollte man nicht von Königsklasse, sondern Prinzenpark(platz) sprechen.
Leclerc wird sicher gut geschlafen haben, ich hoffe aber, dass er in Zukunft mit selbstbewusster Leistung überzeugt, und Vettel auch ohne internen Provokationen schlägt. Ansonsten kippt meine noch vorhandene Sympathie gänzlich, Leclerc wirkt zwar nach außen reifer, aber er ist genauso schlimm wie Verstappen. Bakucrash, Monaco (angekündigter) Crash, Monza Teamfriedensbruch und Glückssieg (weil keine Strafe, nicht vom fahrerischen) - Leclerc hat es geschafft die einzigen beiden Ferrarisiege in diesem Jahr zu holen, aber deswegen ist er noch lang kein Weltmeister. Auch ein Verstappen hat erst Jahre gebraucht (vergessen wir Rückfälle (Spa)) um konstant gut zu fahren - ohne Schrott zu produzieren.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Sportsmann » 09.09.2019, 10:01

focuset hat geschrieben:
DeLaGeezy hat geschrieben:Charles Leclerc hat mit dem schnellsten Auto einen Sieg eingefahren. Mehr war es nicht.
Hier war aber nicht seine Leistung beeindruckend, sondern die Journalisten sind so sehr angetan von der Art und Weise.
Er drängt Hamilton ab -> "Er setzt ein Statement".
So ein Quatsch.
Hamilton hat bereits Konsequenzen angekündigt, Vettel wird sich kein zweites Mal für dumm verkaufen lassen(btw ohne Vettel keine Pole).
Und irgendwann wird Leclerc seine eigene Medizin schlucken müssen.
Die neue Generation von Fahren mag auf diesen Style stehen. Ich finde es nach wie vor gefährlich. Müssen sie aber selbst wissen, was sie da machen.



Ich glaube nicht, dass Leclerc das schnellste Auto hatte. Auf den Geraden mag das der Fall gewesen sein, aber auf die Runde nicht. Sein Schlüssel war die Pole inkl. dem gewonnenen Start und für einem die richtige Reifenstrategie....


Die Abdrängszene mit Hamilton fand ich nicht so gefährlich an sich (Auslaufzone), aber schon grenzwertig. Gefährlich ist es jedoch, den Teamfrieden zu opfern, bevor man um den Titel kämpfen kann. Bis dahin sollte man sich noch zusammenraufen. Und nicht unbedingt gefährlich, aber bestrafenswürdig ist das klare Abkürzen gewesen, gefolgt von zickzackfahren. Ich denke, dass auch viele Ferrarifans eine Strafe für die Summe verstanden hätte. Insbesondere nachdem eine Verwarnung ausgesprochen wurde, da hätte mehr passieren müssen.
Ich würde mir auch wünschen (für LEC's positive Entwicklung), dass Hamilton Leclerc seine Grenzen aufzeigt, wenn Vettel das mit dem abtriebsarmen Fahrzeug nicht kann. Hamilton hat Rosberg auch mehrfach gekonnt grenzwertig sehr weit zum Rand der Strecke getrieben, oder darüber hinaus. Sobald der Titel im Sack ist, erwarte ich da ggf. mehr, wenn sie sich nochmal auf der Strecke treffen. Leider ist wohl nur noch Suzuka eine Strecke wo das so sein könnte. Rot auf Pole (wenns gut läuft) und Silber im Rennen schneller.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon plastikschaufel » 09.09.2019, 10:01

Sportsmann hat geschrieben:
EvNix hat geschrieben:Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.


Das ist die eine Sache, die andere ist, dass Leclerc mal schön abgekürzt hat. Fehlerlos war er nicht. Dieses, sich keinen Vorteil verschaffen, weil der Abstand ja gleich blieb, ist nunmal ein verschaffter Vorteil gewesen. Er hätte die Kurve nicht bekommen, richtig Geschwindigkeit verloren und Hamilton wäre dort vorbeigegangen. Nach der Verwarnung die er da schon hatte, war für mich eine Strafe fällig - umso mehr als er dann noch zickzack fuhr.
Ich fand es trotzdem stark wie er - bis auf diese letzten zwei Aktionen - gefahren ist. Hamilton ist daran verzweifelt und hat am Ende fürs Team ein paar Pünktchen liegen lassen, das hätte er nicht getan, wenn er nicht den Glauben verloren hätte (bzw. die Performance). Die Leistung von LEC kann man gerne loben. Andere Fahrer hätten wohl noch mehr Fehler gemacht.
Vergleiche zu Vettel will ich eigentlich vermeiden, Fakt ist jedoch, dass die Fehler Leclercs von vielen durch die "ach der süße kleine zuckerbubi, der wird doch noch lernen" Brille gesehen wird. Fehler gehören bestraft, egal wer es ist. Erwachsen (auch rennfahrerisch gesehen) zu sein ist schließlich mit gleichem Maß gemessen zu werden, sonst sollte man nicht von Königsklasse, sondern Prinzenpark(platz) sprechen.
Leclerc wird sicher gut geschlafen haben, ich hoffe aber, dass er in Zukunft mit selbstbewusster Leistung überzeugt, und Vettel auch ohne internen Provokationen schlägt. Ansonsten kippt meine noch vorhandene Sympathie gänzlich, Leclerc wirkt zwar nach außen reifer, aber er ist genauso schlimm wie Verstappen. Bakucrash, Monaco (angekündigter) Crash, Monza Teamfriedensbruch und Glückssieg (weil keine Strafe, nicht vom fahrerischen) - Leclerc hat es geschafft die einzigen beiden Ferrarisiege in diesem Jahr zu holen, aber deswegen ist er noch lang kein Weltmeister. Auch ein Verstappen hat erst Jahre gebraucht (vergessen wir Rückfälle (Spa)) um konstant gut zu fahren - ohne Schrott zu produzieren.

Waren Verwarnungen aber nicht nur je Vergehen da? Sprich nach einer Verwarnung für unsportliches Verhalten würde er für Abkürzen nicht direkt eine Strafe, sondern eine Verwarnung für Abkürzen kriegen?

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon LoK-hellscream » 09.09.2019, 10:07

EvNix hat geschrieben:Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.


Wenn du das so siehst, frage ich mich, wieso Vettel, Hamilton, Verstappen usw. alle ein Cockpit in einem Top-Team haben? Ich glaube, mit dieser Meinung stehst du alleine da.

DeLaGeezy hat geschrieben:Charles Leclerc hat mit dem schnellsten Auto einen Sieg eingefahren. Mehr war es nicht.


Wenn es so wäre, hätte er ohne Druck einen lockeren Sieg eingefahren. Da er unter ständigem Druck von Mercedes war und Vettel aber umgekehrt bis zu seinem Abflug keinerlei Druck auf Mercedes ausüben konnte, kann man deinen Eindruck als widerlegt ansehen. Der Ferrari war nur auf der Geraden schneller. Wäre ein Mercedes vorbeigegangen, wäre der Sieg dahin gewesen, er hätte nicht kontern können.

Sportsmann hat geschrieben:
EvNix hat geschrieben:Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.


Das ist die eine Sache, die andere ist, dass Leclerc mal schön abgekürzt hat. Fehlerlos war er nicht. Dieses, sich keinen Vorteil verschaffen, weil der Abstand ja gleich blieb, ist nunmal ein verschaffter Vorteil gewesen. Er hätte die Kurve nicht bekommen, richtig Geschwindigkeit verloren und Hamilton wäre dort vorbeigegangen. Nach der Verwarnung die er da schon hatte, war für mich eine Strafe fällig - umso mehr als er dann noch zickzack fuhr.


Es gibt für diese Schikane keine Vorgabe, wie man fahren muss, wenn man sich verbremst (im Gegensatz zu vielen anderen Kurven in dieser Saison). Es gibt aber 2 Möglichkeiten: Entweder man nimmt den Notausgang, oder man fährt über die eingebauten Bodenwellen und riskiert einen Schaden am Unterboden oder am Frontflügel. Kommt natürlich auch darauf an, wie man sich verbremst. Wer schon mit stehenden Rädern auf die Schikane zuschlittert, der nimmt natürlich den langsamen Notausgang.

Leclerc hat sich für die riskantere Variante entschieden und hat seinen Vorsprung eingebüßt. Somit hat er, da es keine widersprüchliche Vorgabe für diese Schikane an diesem Wochenende gibt, keine Regel verletzt. Danach ist er auch nicht Zick-Zack gefahren. Wenn man sich die Aufnahmen ansieht, dann sieht man deutlich, dass Hamilton nur einen Wimpernschlag vor Leclerc die Linie wählt. Somit war Hamilton erst für Leclerc dort zu sehen, als er selbst bereits diesen Weg gewählt hat. Das ist Pech für Hamilton, es gibt keinen Freibrief für eine Linie, nur weil man einen Bruchteil einer Sekunde diese früher gewählt hat, aber noch nichtmal annähernd auf gleicher Höhe ist. Deshalb hat auch niemand außer Hamilton dies kritisiert. Nichtmal Toto Wolff, einzig Hamilton spricht vom Zick-Zack.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon vettel-fan2011 » 09.09.2019, 10:30

GenauDer hat geschrieben:
EvNix hat geschrieben:Ich glaube nicht das dieses Wochenende so vorteilhaft für Leclerc war, er hat nur bewiesen das er den Alonso machen kann (Nichts gegen ihn nur das beste Bespiel für Teamkollegen im Qualifying verarschen) und so etwas ist bei keinem Team gerne gesehen.

Ich muss mir das Quali mal LIVE neu ansehen ob da wirklich 100% Absicht dahinter war. Bislang sah ich nur die Zusammenfassung und da hat man wenig gesehen was LEC betrifft, nur die beiden Trödler vorne.


Ich glaube nicht das es Absicht war, und selbst wenn, er stand ja schon auf Pole und nur er kam mit Sainz ja über die Linie. Glück, aber alles richtig gemacht. Und welche Teams meinst du @EvNix? Ein netter ist noch nie WM geworden!
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