Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

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Redaktion
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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Redaktion » 24.06.2019, 09:00

McLaren ist die vierte Kraft der Formel 1 und holte das beste Quali-Ergebnis seit 2014: Wie es Andreas Seidl gelungen ist, den Intrigenhaufen in Schwung zu bringen © LAT McLaren-Geschäftsführer Andreas Seidl: Der smarte Bayer räumt in Woking auf Liebe Leserinnen und Leser,

ist es Ihnen auch aufgefallen? Das bereits totgeglaubte McLaren-Team hat sich ausgerechnet beim Renault-Heimrennen in Le Castellet zur vierten Kraft der Formel 1 aufgeschwungen und nur wegen Lando Norris' Hydraulikdefekt nicht die Plätze sechs und sieben belegt. Dazu kommt mit den Startplätzen fünf und sechs für Norris und Carlos Sainz das beste Qualifying-Ergebnis seit 2014!

Das ist bitter für die Franzosen, die nach der Trennung von Red Bull nun erneut zusehen müssen, wie ihnen ein Kundenteam den Auspuff zeigt. Es ist aber ein Triumph für den neuen McLaren-Geschäftsführer Andreas Seidl, der seit Mai im Amt ist.Matrix-Fehler und Schokofrösche: Der Weg aus der SackgasseGenau so muss sich der Bayer, der von McLaren-Boss Zak Brown in Woking mit allen Vollmachten ausgestattet wurde, seinen Einstand gewünscht haben: Seidl hatte zwar keinen Einfluss auf das neue Auto - das muss man in aller Fairness zugeben -, aber er gilt als einer, der Menschen führen kann.

Und genau daran hat es in Woking in den vergangenen Jahren gemangelt. Das zeigte auch eine völlig verunglückte Management-Matrix, die die Verantwortung auf zu viele Schultern verteilte und bei der nicht klar war, wer eigentlich den Hut aufhat. Und die Schokofrösche, die es als Überstundenlohn gab, während das Topmanagement abcashte - ein Hohn, der selbst den eifrigsten Mitarbeiter lähmen muss.Dass Seidls erste Amtshandlungen gleich von einem Aufschwung begleitet werden, mag auch eine glückliche Fügung sein. Dennoch geht dadurch ein Ruck durch die Mannschaft. Das einst so stolze Team spürt: Da geht wieder was!Seidls Schlüsselfigur zum McLaren-ErfolgDas hat auch damit zu tun, dass mit Ex-Toro-Rosso-Mann James Key ein Mann nun im Technikbüro das Zepter schwingt, der jahrelang vergeblich auf seine Beförderung zu Red Bull hoffte - und nun voll motiviert ist. Der Brite stieß nach Melbourne zum Team, und unter seiner Leitung wurden alle 40 Punkte des Teams, darunter drei sechste Plätze, geholt. © LAT Bruch mit der Vergangenheit: Seidl, Norris, Sainz und Key als neue McLaren-Gesichter Und auch die Updates funktionieren, wie vor allem die Startplätze fünf und sechs in Frankreich gezeigt haben. Seidl ist überzeugt davon, dass er mit Key den richtigen Mann an seiner Seite hat, um McLaren wieder zum Erfolgsteam zu machen.

"Ich bin sehr zufrieden mit James", lobt Seidl den hochgeschätzten Briten. "Auch wie er mit dem Team interagiert, wie er als Persönlichkeit ist, welche technischen Fähigkeiten er hat. Er ist einer meiner wichtigsten Angestellten. Ich sehe die nächsten Monate und Jahre sehr positiv."Der heimliche Teamchef ist GeschichteSeidl, der früher beim BMW-Sauber-Team Einsatzleiter war und dann vom nunmehrigen Volkswagen-Motorsport-Konzernleiter Fritz Enzinger beim erfolgreichen Porsche-Le-Mans-Projekt zum Teamchef auserkoren wurde, ist dennoch das Gesicht des Aufschwungs. © LAT Fernando Alonso sorgte für Topleistungen, aber auch für Unruhe im Team Und nicht Superstar Fernando Alonso, der sich nun vielleicht in den Hintern beißen wird, weil er sich kurz vor der Trendwende aus dem Formel-1-Projekt hinauskatapultierte. Seidl scheint's nicht unrecht gewesen zu sein, denn der stellte klar, dass es für Alonso kein Zurück ins Formel-1-Team gibt.

Eine clevere Entscheidung, denn der Spanier gilt als Unruhestifter. Und genau das kann man in Woking nach Jahren des Fingerzeigens am wenigsten brauchen.Seidls erste AkzenteUm das zu begreifen, muss man nur ein Jahr zurückblicken: Da war McLaren nach dem niveaulosen Nachtreten gegen Ex-Partner Honda in einer eigens produzierten Amazon-Prime-Doku zurecht das Gespött des Fahrerlagers. Denn auf die angekündigten Siege mit Neo-Motorenpartner Renault folgte der Rückfall ans Ende des Feldes zu Williams. Die einstigen Dauersieger waren nur mehr ein Schatten ihrer selbst und blamierten sich bis auf die Knochen. © LAT Den Topteams im Genick: Das hat es bei McLaren schon lange nicht mehr gegeben Doch Seidl erkannte, dass McLaren im Gegensatz zu Williams eigentlich die Ressourcen hätte, um viel weiter vorne mitzumischen, und vor allem wegen eigener Fehler nicht konkurrenzfähig war. Und stürzte sich in die wohl größte Herausforderung seines Lebens.

Schon jetzt wirkt das Team im Auftreten viel demütiger als in den vergangenen Jahren, als man sich wie ein Dauersieger gab, aber eine Ohrfeige nach der anderen kassierte. Da hilft auch die Fahrerpaarung aus dem verlässlichen Sainz und dem hochtalentierten Youngster Norris, der in Frankreich durch Technikpech von Platz sechs auf Rang neun zurückfiel und wegen seines heldenhaften Kampfes der moralische Sieger war.Sainz und Norris gut für den TeamgeistDer Brite sprach nach Startplatz fünf vom "schönsten Tag" seiner Karriere und trug auch den Defekt mit Fassung, während Alonso vermutlich zuerst gegrantelt und dann gezündelt hätte. So etwas wirkt sich auch auf den Teamgeist aus.Noch fehlen dem Team laut Seidls Einschätzung 1,5 Sekunden auf die Spitze. Und die grundlegenden Änderungen, die Technikchef Key bringt, werden erst 2020 greifen.

Wenn es McLaren aber weiterhin gelingt, dem mit Stars besetzten Renault-Werksteam vor der Nase herumzutanzen, dann kann man sich genau dieses ehrliche Selbstbewusstsein zurückholen, dass das Team in den vergangenen Jahren verloren hat.

Sven Haidinger

PS: Warum dieses Mal Lokalmatador Pierre Gasly eine unruhige Nacht hatte? Das lesen Sie in unserer Schwesterkolumne "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" aus der Feder von Chefredakteur Christian Nimmervoll auf de.motorsport.com.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von theCraptain » 24.06.2019, 09:21

Dass Seidl und die McLaren-Jungs gut geschlafen haben ist nachvollziehbar. Jetzt schon solche Lobeshymnen auf Seidl zu singen ist doch viel zu früh. Seidl scheint den ihm von Brown geebeneten Weg richtig zu gehen, die Voraussetzungen im Umfeld hat aber Brown und wer weiss noch alles über mindstens 1 Jahr hinaus für ihn geschaffen.

In gewisser Weise hat er aber auch etwas Glück, dass das Auto wohl so gut funktioniert wie seit Jahren nicht mehr.

Realistisch gesehen, viel besser könnte der Start für ihn nicht passen, McLaren scheint auf einem guten Weg zu sein, endlich. Umso interessierter und erwartungsfroh blickt man als McLaren Sympathisant auf 2020
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Jonas_95 » 24.06.2019, 10:07

Endlich mal wieder eine Kolumne, die sich nicht um Mercedes oder Ferrari dreht!

Obwohl ich es immer noch bedeutend langweiliger finde, über den heimlichen Gewinner, statt über den heimlichen Verlierer des Wochenendes zu lesen. Naja...

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von reiskocher_gtr_specv » 24.06.2019, 10:28

Wäre schön, wenn es eine stetige Verbesserung bei MCL gäbe.
Paul Ricard war nun aber sehr speziell (Layout, Asphalt, Temperaturen), von daher gilt es abzuwarten, wie sich der Rest der Saison entwickelt.
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ALO95
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von ALO95 » 24.06.2019, 10:46

Am aufschwung anteil haben brown, stella und deferran. Seidl hat doch erst vor einem monat begonnen

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von CompraF1 » 24.06.2019, 10:54

Zumindest kann man sagen das McLaren dieses Jahr eine gute junge Fahrerpaarung hat, die man über Jahre halte kann.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Polyphony » 24.06.2019, 12:21

Hauptsache man hat es geschafft, wieder einen Beitrag zu posten, indem man nochmals betonen kann, dass Alonso Unruhe in seine Teams bringt.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Dai Jin » 24.06.2019, 12:25

Natürlich beißt sich ein Alonso in den Hintern. Schließlich ist der voll erpicht darauf auf Platz sechs zu fahren und beinahe überrundet zu werden. :wave:

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Aldo » 24.06.2019, 12:53

theCraptain hat geschrieben:Dass Seidl und die McLaren-Jungs gut geschlafen haben ist nachvollziehbar. Jetzt schon solche Lobeshymnen auf Seidl zu singen ist doch viel zu früh. Seidl scheint den ihm von Brown geebeneten Weg richtig zu gehen, die Voraussetzungen im Umfeld hat aber Brown und wer weiss noch alles über mindstens 1 Jahr hinaus für ihn geschaffen.

In gewisser Weise hat er aber auch etwas Glück, dass das Auto wohl so gut funktioniert wie seit Jahren nicht mehr.

Realistisch gesehen, viel besser könnte der Start für ihn nicht passen, McLaren scheint auf einem guten Weg zu sein, endlich. Umso interessierter und erwartungsfroh blickt man als McLaren Sympathisant auf 2020
Vollste Zustimmung.

Wenn diese Autoren hier etwas Fachkompetenz hätten, wüssten sie dass ein neuer Teamchef nicht binnen 3 Rennen ein Team Salonfähig machen kann. Die aktuelle Performance auf der Strecke ist den Neuverpflichtungen auf Technikseite zu verdanken, welche Brown alle an der richtigen Position installiert hat. Auch war es Brown, der die Truppe auf Strategie und Boxenstoppseite über den Winter komplett renoviert hat.

Seidel ist sicher ein super Mann aber er selbst hat doch gesagt dass er sich die ersten Rennen erstmal alles ansehen wird. Für mich als jemand der Zak Brown von Anfang an mochte und überzeugt von seiner Kompetenz war und sich zwei Jahre lang hier mit Kommentaren a'la 'Dieser Wirtschaftsfuzzi macht McLaren kaputt", "Holt Ron Dennis zurück", "Brown hat doch keine Ahnung", herumschlagen musste, ist es eine Genugtuung McLaren auf dem aufsteigenen Ast zu sehen.

Brown hat McLaren neues Leben eingehaucht, veraltete Prinzipien die in der F1 keinen Platz mehr haben ausgetrieben und das komplette Team saniert.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Senna+Berger » 24.06.2019, 13:09

Gibts überhaupt eine Kolumne von diesem Tastaturklopfer, in der er seine Abneigung gegen Alonso nicht offen kund tut?

Klar hat Seidl jetzt innherhalb von 4 Wochen den ganzen Haufen umgekrempelt und zur #4 gemacht ... weil Org-Änderungen ja kurzfristig greifen .. sieht man ja auch bei Ferrari, wo man vor kurzem dort und da Leute ausgetauscht hat und nun Merc. um die Ohren fährt ...

dass das ganze schon letztes Jahr - möglicherweise - mit der Entlassung Boullier, dem Auflösen besagter Matrix-Verantwortlichkeiten, etc. begonnen hat und mit der Testarbeit, die man ab Sommer bei all den Wochenenden geleistet hat ...
nö, mit dem hat's sicherlich nicht zu tun ... eigentlich hat lediglich die Aussage von Seidl "kein Platz für Alonso bei McLaren" der Maschine extra Speed eingehaucht ...
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Spocki » 24.06.2019, 13:15

Aldo hat geschrieben:
theCraptain hat geschrieben:Dass Seidl und die McLaren-Jungs gut geschlafen haben ist nachvollziehbar. Jetzt schon solche Lobeshymnen auf Seidl zu singen ist doch viel zu früh. Seidl scheint den ihm von Brown geebeneten Weg richtig zu gehen, die Voraussetzungen im Umfeld hat aber Brown und wer weiss noch alles über mindstens 1 Jahr hinaus für ihn geschaffen.

In gewisser Weise hat er aber auch etwas Glück, dass das Auto wohl so gut funktioniert wie seit Jahren nicht mehr.

Realistisch gesehen, viel besser könnte der Start für ihn nicht passen, McLaren scheint auf einem guten Weg zu sein, endlich. Umso interessierter und erwartungsfroh blickt man als McLaren Sympathisant auf 2020
Vollste Zustimmung.

Wenn diese Autoren hier etwas Fachkompetenz hätten, wüssten sie dass ein neuer Teamchef nicht binnen 3 Rennen ein Team Salonfähig machen kann. Die aktuelle Performance auf der Strecke ist den Neuverpflichtungen auf Technikseite zu verdanken, welche Brown alle an der richtigen Position installiert hat. Auch war es Brown, der die Truppe auf Strategie und Boxenstoppseite über den Winter komplett renoviert hat.

Seidel ist sicher ein super Mann aber er selbst hat doch gesagt dass er sich die ersten Rennen erstmal alles ansehen wird. Für mich als jemand der Zak Brown von Anfang an mochte und überzeugt von seiner Kompetenz war und sich zwei Jahre lang hier mit Kommentaren a'la 'Dieser Wirtschaftsfuzzi macht McLaren kaputt", "Holt Ron Dennis zurück", "Brown hat doch keine Ahnung", herumschlagen musste, ist es eine Genugtuung McLaren auf dem aufsteigenen Ast zu sehen.

Brown hat McLaren neues Leben eingehaucht, veraltete Prinzipien die in der F1 keinen Platz mehr haben ausgetrieben und das komplette Team saniert.
Es dürfte aber auch klar sein, dass man sich auf Seidel ausgerichtet hatte. Allen voran natürlich auch die Technikseite.
Darüber hinaus wird mit Seidel natürlich auch ein frischer Wind gekommen sein, der wohl allen Mitarbeitern gut getan hat. Ähnlich wie beim Fussball: Jeder möchte sich beweisen und gibt sein besten und geht über sich hinaus. Ähnlich dürfte es mit Seidel verlaufen sein, was natürlich ein posiviter Effekt ist den Mclaren hoffentlich halten kann.

Ein veraltetes Prinzip, dass man, freiwillig oder unfreiwillig, ausgetrieben hat, war aber auch einer der zwei bisherigen Piloten. Mit zwei jungen Neuzugängen musste man dann einfach ein Risiko eingehen, wie es Brown mehrfach betont hatte. Dieses Risiko scheint aber mehr und mehr aufzugehen.
Ich finde es sehr schön zu sehen, dass McLaren nach und nach wieder auf die Beine kommt. Auch für Sainz und Norris freut mich das etwas, wenngleich ich den Abgang von Alonso und Vandoorne als eine Saison zu früh sehe. Ich finde gerade Vandoorne hätte noch eine Saison mehr verdient gehabt. Ich will es mir aber auch nicht zu einfach machen und sage, dass es jetzt im Nachhinein selbstverständlich leicht ist zu sagen, die Strategie war richtig und geht auf.

Die Saison ist noch lang und wir werden sehen, ob McLaren dieses Niveau halten kann oder in der zweiten Saisonhälfte wieder nach unten rutscht...Freuen würde es mich auf jeden Fall, aber Haas wird auch nochmal nachlegen.
Dai Jin hat geschrieben:Natürlich beißt sich ein Alonso in den Hintern. Schließlich ist der voll erpicht darauf auf Platz sechs zu fahren und beinahe überrundet zu werden. :wave:
Die Türe jetzt von Seidel so zugeschlagen zu bekommen, ist sicher nicht in Alonsos Interesse. Sonst wäre er wohl kaum noch einmal für Testfahrten ins Cockpit gestiegen.
Ärgern wird ihn das allemal, jetzt wo der Mclaren wieder besser läuft. Die Frage ist halt, ob er mehr oder weniger als Sainz und Norris hätte rausholen können. Was die beiden aus dem Auto kitzeln momentan, ist schon beeindruckend. Gerade Norris in seiner ersten Formel-1 Saison.
Zuletzt geändert von Spocki am 24.06.2019, 13:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Shogun » 24.06.2019, 13:42

Hr. Seidel kam auch sehr sympathisch bei den Interviews rüber. Vllt. wird er wie Haug und der Erfolg kommt dazu

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Plauze
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Plauze » 24.06.2019, 14:58

Ich hab nichts gegen Herrn Seidl. Er ist bestimmt kein Schlechter und gerne darf man ihn als Symptom eines Aufschwungs und Mitinitiator einiger richtiger Entscheidungen bei McLaren benennen, der nach Le Castellet ganz gewiss nicht schlecht geschlafen hat. Ihn als die Schlüsselfigur zu nennen, dass es bei McLaren gestern mal nicht um die Plätze 8-15 ging, sondern um die Plätze 6-10, halte ich für etwas zuviel der Ehre, auch wenn sich die Story vom deutschen Kapitän, der das Steuer im Moment der höchsten Not herumreißt, in einem deutschen Forum ganz gut macht.
Was eigentlich passiert ist, ist, dass da zwei ausgesprochen fähige Piloten ihre nicht mehr ganz so unzuverlässigen Boliden auf die Positionen fahren, die mit einem McLaren, der die Reifen nicht so hart rannimmt wie die Konkurrenz, derzeit zu erzielen sind. Das alles gewiss unter der Ägide eines fähigen Geschäftsführers, der die Anstrengungen des Teams zu bündeln versteht.
Für Lando Norris tat es mir denn auch von Herzen leid, dass die Unzuverlässigkeit, die in den letzten Jahren, noch mit Honda, quasi sprichwörtlich war, auch in Le Castellet wieder zuschlagen musste und ihm die bessere Position verhagelt wurde.

Die große McLaren-Auferstehungshymne anzustimmen, ist meiner Meinung nach mindestens ebenso verfrüht wie das Loblied auf Herrn Seidl. McLaren hatte ein anständiges und endlich mal fast problemfreies Wochenende und punktet mit einem sehr guten Fahrerduo inklusive einem Rookie, der einiges für die Zukunft erhoffen lässt.
Mich als traditionsverhafteten Formel-1-Fan, für den McLaren in die Spitzengruppe gehört, lässt das aber noch lange nicht gut schlafen, denn bei anderthalb Minuten Rückstand auf einen Hamilton, der den Mercedes nun wirklich nicht um den Kurs prügeln musste, ist der Fortschritt des Traditionsteams aus Woking doch sehr relativ zu sehen. Dieses Loch, das sich seit 2013 zur Spitze aufgetan hat und sukzessive immer größer wurde, dürfte auch in Zukunft und mit riesigen finanziellen Anstrengungen nur sehr schwer wieder zu schließen sein.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Martinho » 24.06.2019, 15:37

theCraptain hat geschrieben:Jetzt schon solche Lobeshymnen auf Seidl zu singen ist doch viel zu früh.
In gewisser Weise hat er aber auch etwas Glück, dass das Auto wohl so gut funktioniert wie seit Jahren nicht mehr.
ich stimme dir vollkommen zu. dieses hochjubeln von seidl kommt viel zu früh. als der arrivabene bei ferrari angefangen hat lief es ja auch zunächst ganz gut und man hat natürlich gleich wieder vorschnell und falsch daraus geschlossen, dass es an arrivabene liegt. was daraus geworden ist wissen wir alle.

bei mercedes ist es ja genau das gleiche. fast jeder denkt, dass wolff der schlüssel zum erfolg ist obwohl es hauptsächlich am auto liegt.

und selbst wenn mclaren sich jetzt immer mehr steigert und in 2-3 jahren wieder wm wird kann man nicht mit absoluter sicherheit sagen, dass es an seidl gelegen hat.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Martinho » 24.06.2019, 15:39

Plauze hat geschrieben: Was eigentlich passiert ist, ist, dass da zwei ausgesprochen fähige Piloten ihre nicht mehr ganz so unzuverlässigen Boliden auf die Positionen fahren, die mit einem McLaren, der die Reifen nicht so hart rannimmt wie die Konkurrenz, derzeit zu erzielen sind.
so isses! aber die presse neigt halt zum hochjubeln und zu frühzeitigen fehlinterpretationen.

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