Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Redaktion » 01.04.2019, 08:40

Wieso Charles Leclerc trotz des verlorenen Sieges der eigentliche Bahrain-Gewinner ist und wie er mit Hirn-Telemetrie die Generation Hamilton in die Rente schickt © LAT Womit haben ich das verdient? Leclerc war Pechvogel und Gewinner zugleich Liebe Leserinnen und Leser,

normalerweise servieren wir an dieser Stelle am Montagmorgen die Kolumne "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" meines Kollegen Christian Nimmervoll. Die übersiedelt 2019 auf unser Schwesterportal de.motorsport.com - und beschäftigt sich heute mit den neuen Leiden des Sebastian Vettel. Wir konzentrieren uns hier aber auf den Gewinner des Wochenendes - und damit auf den Piloten, der letzte Nacht am besten geschlafen hat.

Wie das Charles Leclerc sein kann, der nach dem dominanten Wochenende in Bahrain wegen eines technischen Defekts den Sieg verloren hat und danach untröstlich war? Als Verlierer geht Leclerc sicher nicht durch. Denn: Alle im Fahrerlager von Bahrain haben gespürt, dass sie Zeugen der Geburtsstunde eines neuen Champions waren. Selbst der glückliche Sieger Lewis Hamilton klopfte dem Ferrari-Senkrechtstarter nach dem Rennen auf die Schulter und prophezeite: "Du wirst noch viele Siege feiern."Stallorder pro Vettel hilft Leclerc © LAT Sebastian Vettel konnte "Nummer 2" Charles Leclerc in Bahrain nicht halten Durch Leclercs selbstverständlichen Umgang mit dem eigenen Aufstieg vergisst man manchmal, wie beispiellos dieser ist. Seit Pedro Rodriguez in den 1960er-Jahren riskierte Ferrari nicht mehr, einen so jungen Piloten ins Cockpit zu setzen. Der Druck, mit dem sich Piloten in Maranello konfrontiert sehen, kann unmenschlich sein.

Genau das ist aber die Spezialität des 21-Jährigen, der sich in Bahrain zum zweitjüngsten Pole-Setter der Geschichte nach Sebastian Vettel krönte. Und damit dem wieder einmal fehlerhaften Ferrari-Piloten zeigte, dass nach den Jahren mit Kumpel Kimi Räikkönen nun ein anderer Wind in Maranello weht.Denn während andere Piloten die bereits vor der Saison angekündigte Stallorder pro Vettel als Demütigung sehen würden, begreift sie Leclerc als Chance. Er erkennt, dass die Aussagen von Teamchef Mattia Binotto eigentlich Vettel mental schwächen, der eine Stallorder als viermaliger Weltmeister gar nicht nötig haben sollte.Patenonkel Jules BianchiUnd er weiß, dass er nun mit Speed Ferrari dazu zwingen kann, auf ihn zu setzen. So wie er es in Bahrain auf eindrucksvolle Art und Weise gemacht hat. Das war der erste Volltreffer gegen Vettel, der schon in Melbourne nur dank eines Funkbefehls vor Leclerc ins Ziel kam. Und nun im WM-Klassement vier Zähler hinter dem Neuling liegt.Doch warum ist Leclerc für sein Alter schon so weit? Das hat vielleicht auch damit zu tun, was der überraschend bodenständige Youngster aus dem Fürstentum schon in jungen Jahren durchgemacht hat. 2015 starb mit Jules Bianchi der Rennfahrer, mit dem Leclerc an der Kartbahn aufwuchs und der nicht nur sein Patenonkel, sondern auch eine Art Mentor war. "Ich will die Titel gewinnen, die Jules verdient hätte", sagte er vor einigen Jahren über den Franzosen, der acht Jahre älter war.Dominantes Wochenende nach Tod des VatersZwei Jahre später der nächste Schicksalsschlag: Vater Herve Leclerc, ein früherer Formel-3-Pilot, starb im Alter von nur 54 Jahren nach schwerer Krankheit. Er war stets Charles Leclercs größter Fan. Sein damaliges Formel-2-Team ART stellte den Teenager für das Rennen auf dem herausfordernden Stadtkurs in Baku frei, doch der reagierte mit einem seiner besten Rennwochenenden.Er holte die Pole, siegte im Hauptrennen und wurde im Sprintrennen Zweiter. Das Fahrerlager war baff. Hat der Junge keine Emotionen? "Ich habe mich gefragt, was mein Vater gewollt hätte, wäre er noch da gewesen", meinte Leclerc damals. "Mir wurde rasch klar, dass es ihn gefreut hätte, wenn ich mich gut schlage. Ich wollte für ihn ein gutes Ergebnis einfahren."

Verdrängung war aber nicht das Erfolgsgeheimnis: "Ich bin für ihn gefahren. Und es war schwierig, denn selbst wenn man noch so viel Mentaltraining macht, bereitet einen nichts auf so eine Situation vor." Genau ein Jahr später gelang Leclerc übrigens am selben Ort auch in der Formel 1 bei Sauber der Durchbruch - mit Platz sechs!Wie der Durchbruch in der Formel 1 gelang © LAT Lewis Hamilton traut Charles Leclerc noch viele Siege in der Formel 1 zu Nach drei schwierigen Auftaktrennen: Er hatte beim Set-up wie in der Formel 2 auf ein übersteuerndes Auto gesetzt, was aber in der Formel 1 nicht funktioniert, weil durch den enormen Abtrieb der Grip völlig abrupt abreißen kann. Dass es nach dem Rat der Ingenieure, auf Untersteuern zu setzen, plötzlich perfekt klappte, sagt auch etwas über den Senkrechtstarter aus: Er ist nicht beratungsresistent, sondern zieht aus den Fehlern seine Schlüsse und lernt extrem schnell.

Das hat er auch bei Ferrari bewiesen: Nach Platz fünf im Melbourne-Qualifying war Leclerc stocksauer und nahm sich vor, in Bahrain seine besten Sektorzeiten in einer Runde zu bündeln. Der Plan ging auf. Und bumm - Pole-Position!Leclercs Hirn-TelemetrieDass er Dinge so schnell umsetzt, hat auch damit zu tun, dass er seine kognitiven Fähigkeiten und seine mentale Verfassung seit bereits elf Jahren in der Klinik von Formel-1-Arzt Riccardo Ceccarelli trainiert. Dabei werden seine Hirnaktivitäten bei einer Rennsimulation genau überwacht. "Ich habe immer geglaubt, dass ich mich bereits zu 100 Prozent konzentriere, und dann schaut man sich die Diagramme an und merkt, dass das nicht stimmt", erzählte er einmal. © LAT Man kennt sich: Charles Leclerc und der mächtige FIA-Boss Jean Todt "Das ist eine Art Telemetrie für das Gehirn. Ich habe so meine ideale Mischung aus Konzentration, Entspannung und Adrenalin gefunden." Das klingt nach einer gefährlichen Drohung für Vettel - und nach einer Ablöse der Generation um Hamilton (inzwischen auch schon 34 Jahre alt), die nur eine Frage der Zeit ist.

Zumal Leclerc auch politisch perfekt vernetzt ist. Sein Manager ist mit Nicolas Todt der Sohn von FIA-Boss Jean Todt, der als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im gesamten Motorsport gilt. Und selbst die Mutter ist nicht ohne Einfluss: Sie ist Friseurin. Und schneidet regelmäßig Experte David Coulthard die Haare. Wenn ihr Sohn aber so weiter macht, dann hat sie keinen Grund, mal etwas zu viel Haupthaar zu erwischen.

Sven Haidinger
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von CompraF1 » 01.04.2019, 08:59

Am besten geschlafen haben dürfte wohl die F1 Serie an sich. Es zeichnet sich wohl jetzt schon ab dass das Produkt F1 eine gute und unterhaltsame Show dieses Jahr bietet. Spannung, Dramatic und Action im ganzen Mittelfeld. Kommissare die nicht gleich alles verregeln und bestrafen ( Wobei man sich bei Giovinazzi streiten kann). Es war sehr unterhaltsam und geht in die richtige Richtung. Prozessionsfahrten sind wohl hoffentlich in nicht mehr so vielen Rennen an der Tagesordnung.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Sportsmann » 01.04.2019, 10:33

CompraF1 hat geschrieben:Am besten geschlafen haben dürfte wohl die F1 Serie an sich. Es zeichnet sich wohl jetzt schon ab dass das Produkt F1 eine gute und unterhaltsame Show dieses Jahr bietet. Spannung, Dramatic und Action im ganzen Mittelfeld. Kommissare die nicht gleich alles verregeln und bestrafen ( Wobei man sich bei Giovinazzi streiten kann). Es war sehr unterhaltsam und geht in die richtige Richtung. Prozessionsfahrten sind wohl hoffentlich in nicht mehr so vielen Rennen an der Tagesordnung.
Vorsichtig, Bahrrain war sicherlich die beste Strecke die wir für Überholmanöver haben. Dort gab es 2017 oder 2016 ebenfalls ein großartiges Rennen mit Perez auf Podium und die Zahl der Überholmanöver ist dort mit am höchsten, da kann keine Strecke so einfach mithalten. Dann wäre da noch die zusätzliche DRS Zone. Nicht jede Strecke hat so viele Geraden wo man das einbauen kann um das Folgen zu verbessern, bzw. hier sogar Überholmanöver zu ermöglichen. Ohne DRS wäre es vielleicht nicht zu dem Sainz/Verstappencrash gekommen, weil Sainz nicht vorbeigekommen wäre. Insgesamt sehe ich durchaus Hoffnung, dass es besser ist als in den Vorjahren und ich freue mich auf eine unterhaltsame und spannende Saison mit gutem Motorsport, aber ein weiteres Festival auf diesem Niveau werden wir nicht mehr häufig - wenn überhaupt - bekommen.

Leclerc muss für Vettel ein Weckruf sein. Ich bin auch ein Fan seit der Sauber Saison, aber dass er dann gleich so einschlägt ist schon Klasse. Jetzt ist klar warum der mittelklasse Fahrer Ericsson so weit distanziert wurde, weil Leclerc so ein genialer harter Arbeiter ist, der auch das mentale ganz hoch hält. Vettel hat spätestens jetzt gemerkt, dass er alle Hebel in Bewegung setzen muss um seine Position im Team zu festigen - mit Leistung. Und dazu gehört, wie man hier auch liest, Arbeit im psychologisch und neurologischen Bereich. Das mag nicht jeden Fahrfehler verhindern, aber unnötige Folgefehler.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Turel » 01.04.2019, 11:08

Leclerc bester Mann :thumbs_up: :heartbeat:

Wenn Lewis den Titel nicht holt, dann bitte Charles :checkered: :)
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von ItachiU » 01.04.2019, 17:22

Turel hat geschrieben:Leclerc bester Mann :thumbs_up: :heartbeat:

Wenn Lewis den Titel nicht holt, dann bitte Charles :checkered: :)
Mein Gedanke :thumbs_up:

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Forza_Ferrari_93 » 01.04.2019, 17:49

Die Medien mal wieder. In Australien hieß es Leclerc müsse noch Erfahrung sammeln usw und nach Bahrain ist er der zukünftige Champion. Lasst ihn mal 2-3 Rennen haben die richtig schlecht laufen. Was wird dann gefordert? Der Rücktritt? :wink:
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Red Baron » 01.04.2019, 18:21

Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Die Medien mal wieder. In Australien hieß es Leclerc müsse noch Erfahrung sammeln usw und nach Bahrain ist er der zukünftige Champion. Lasst ihn mal 2-3 Rennen haben die richtig schlecht laufen. Was wird dann gefordert? Der Rücktritt? :wink:
Ich bin mir auch noch nicht sicher.
Nach den ersten Tests war FER WM.
Nach den zweiten Tests war MAMG WM.
Nach Australien war BOT WM.
Nach Bahrain ist LEC WM.
Kann mir jemand die Lottozahlen für die nächsten 20 Wochen verraten :?:

Mir ist es egal welches Team oder welcher Fahrer am Ende, wenn die Punkte addiert werden, gewinnt.
Exzellente Leistung von BOT in Aussieland, exzellente leistung von LEC in Bahrain.
Hoffentlich ist es nächstes mal ein RIC oder VER oder..... oder....
Variety is the spice of life und erhöht die Spannung.
8) :popcorn:
The ultimate VER-Fan has orange hair and orange skin and not just during a race weekend but all the time :!:
Those signs of devotion can only be trumped by also painting his White House orange :!:

CrAzyPsyCho
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von CrAzyPsyCho » 01.04.2019, 19:03

Für Bottas ist Melbourne die Paradestrecke, für Leclerc ist es wohl Bahrain.
Beide haben in einem Rennen ihren Teamkollegen geschlagen. Sie haben da eine gute Leistung gebracht.
Das ist ein guter Anfang, mehr aber auch erstmal nicht.
Diese Leistung muss erstmal wiederholt werden und konstant bleiben.

Wobei ich mich frage was mit Vettel los war. Er mag ja seine Fehler machen, aber langsam war er eigentlich nie. Trotzdem war Leclerc deutlich schneller und zog locker vorbei.


Ich könnte mir aber vorstellen, dass es gut ist für Leclerc hier nicht zu gewinnen. So ein früher Sieg kann auch zur Übermotivation und Selbstüberschätzung führen.

f1fan02
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von f1fan02 » 01.04.2019, 19:55

Mir hat die Wer-letzte-Nacht-am-schlechtesten-geschlafen-hat-Kolumne besser gefallen.
"Neu muss nicht immer besser sein"

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