Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Redaktion » 12.11.2018, 06:50

Was Verstappen/Brasilien 2018 mit Verstappen/Brasilien 2001 zu tun (nämlich gar nichts!) und welche Vorgeschichte die Rauferei mit Esteban Ocon hat © Sutton Die Szene des Rennens: Max Verstappen kollidiert im Senna-S mit Esteban Ocon. Jetzt durch den Ablauf klicken! Liebe Leser,

ich möchte Sie zum Einstieg in diese Kolumne zunächst abholen und Ihnen eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die beginnt am 31. März 2001. Max Verstappen, das nur fürs Protokoll, ist da gerade dreieinhalb Jahre alt.

Ich erinnere mich gut. Im Jahr 2001 arbeitete ich für eine Website namens Daily F1, und damals wie heute gehörte das Live-Tickern zu meinen Kernaufgaben. Der wesentliche Unterschied bestand darin, dass ich es mit 19 noch für schlau hielt, mir mit Sportwetten ein kleines Zubrot zu verdienen, und dass es in meiner Heimat Österreich noch den Schilling gab und nicht den Euro.

Live-Wetten mit Quoten, die sich sekündlich aktualisierten, gab es nicht, und so tat sich ein tolles Chancenfenster auf, als Juan Pablo Montoya im Williams, damals noch ein krasser Außenseiter, im dritten Freien Training Zwischenbestzeiten fuhr und sich somit auf einen Schlag zum Geheimfavoriten mauserte. Ich reagierte schnell und platzierte 100 Schilling bei Quote 1:60 auf Sieg Montoya.

Tags darauf - es war ironischerweise ein 1. April - führte Montoya haushoch überlegen, bis er in Runde 39 beim Überrunden nach dem Senna-S auf den Arrows von Jos Verstappen auflief.

Richtig, das ist der Vater von Max Verstappen!Erinnerungen an Brasilien 2001Verstappen sen. wurde zunächst im TV-Kommentar unseres Experten Marc Surer noch als "vorbildlich" gelobt, weil er ohne jeden Widerstand Platz machte.

Aber in Kurve 4 klebte Verstappens Arrows im Heck des Williams, Montoyas Heckflügel war weg und meine 6.000 Schilling (inflationsbereinigt wären das heute immerhin rund 600 Euro) ebenfalls."Es tut mir sehr, sehr leid", entschuldigte sich der Niederländer damals. Zur Strafe musste er 15.000 US-Dollar an die FIA überweisen. Einen Teil davon, so fand ich, hätte er ruhig mir abdrücken können.

Was das alles mit dem Grand Prix von Brasilien 2018 zu tun hat?

Nun, ganz ehrlich gesagt: Gar nichts!Wurz: "Keine Entschuldigung" für Ocons DummheitDass auch Max' Vater irgendwann einmal einen blöden Fehler gemacht hat, entschuldigt Ocons Fehleinschätzung ganz und gar nicht. Ich stimme meinem Landsmann Alex Wurz zu, der da analysiert: "Der fährt um sein Leiberl in der Formel 1 und ist angefressen. Okay. Aber das entschuldigt nicht dieses Manöver."

Angefangen hat alles damit, dass Ocon in der 40. Runde zum Boxenstopp kam. Er lag schon davor, nach einem lang ausgedehnten ersten Stint, im Grunde in aussichtsloser Position: Zehnter auf der Strecke (boxenstoppbereinigt gar nur 14.), 47,5 Sekunden Rückstand auf Leader Verstappen, 12,2 auf Grosjean.Bis auf Kevin Magnussen waren da alle schon an der Box; aber der Däne (der später Neunter wurde) lag 25,5 Sekunden vor ihm.

Nach dem Boxenstopp war Ocon überrundet, aber plötzlich fuhr er mit frischen Supersofts schnellere Rundenzeiten als der führende Verstappen, dessen Reifen etwas härter und etwas älter waren. Die logische Konsequenz: Am Beginn der 44. Runde war Ocon plötzlich im Windschatten des Red Bull.

Was dann passierte, konnte im TV jeder sehen.Podium-Room: Hamilton weist Verstappen zurechtNun kann man darüber diskutieren, ob sich ein überrundeter Fahrer zurückrunden darf oder nicht. Hat Lewis Hamilton übrigens im Podium-Room mit Verstappen getan - eine erfrischende Szene, wie der fünfmalige Weltmeister den Grünschnabel zurechtgestutzt hat: "Er hatte mehr zu verlieren als du." Verstappen versucht zu erwidern: "Ja, aber ich meine, ..." Aber Hamilton insistiert: "Nein! Du hattest mehr zu verlieren."

Verstappen hat schon einen Punkt, wenn er sagt: "Du kannst doch nicht in den Führenden crashen!" Aber selbst wenn: Gut geschlafen hat er letzte Nacht sicher nicht.Es kommt momentan viel zusammen für den armen Max. In Mexiko hätte er sich zum jüngsten Polesetter aller Zeiten krönen können, aber stattdessen kam ihm ausgerechnet Daniel Ricciardo wie aus dem Nichts in die Quere.

Der angeblich provokante Pole-Jubel des Teamkollegen machte Verstappen so wütend, dass er tags darauf eines seiner besten Rennen fuhr und gewann.

Jetzt war es Ocon, der ihn aus der Fassung brachte.

Außer Streit steht, dass der Franzose im Senna-S nichts an der Stelle zu suchen hatte, an der er sich befand: nämlich auf Kampflinie, aber nicht auf gleicher Höhe. Mag sein, dass man sich rein theoretisch zurückrunden darf. Aber für so ein Duell dürfen dann nicht die gleichen Maßstäbe angelegt werden wie bei einem echten Rad-an-Rad-Kampf.

Ocon hatte noch den Nerv, sich am Funk über Verstappen zu beschweren. Ob sich Papa Jos in dem Moment an sein eigenes Rennen von vor 17 Jahren erinnert hat?Verstappen & die Fäuste: Erblich vorbelastet ...Sein Sohnemann jedenfalls machte dem Namen Verstappen (und dessen Ruf) alle Ehre, als er den Mittelfinger ausfuhr, Ocon einen "Idioten" schimpfte und später auf der Pressekonferenz, als man eigentlich meinen sollte, dass der Ärger schon etwas verraucht sein könnte, auch noch eine "Pussy".

Das wurde im englischsprachigen TV-Broadcast überpiepst, aber unsere Aufnahmegeräte sind gnadenlos!

Nun gibt es meiner Meinung nach zwei Blickwinkel auf das, was nach dem Rennen passiert ist.Erstens: Verstappen muss lernen, dass man Rennen auch neben der Strecke gewinnt.

Dass sich Ocon in der Situation nicht groß zurückgenommen hat, mag auch ein bisschen an Max selbst liegen. Als die beiden noch gemeinsam Formel 3 gefahren sind, hat Verstappen Ocon einmal eine aufs Maul gegeben. Die genauen Umstände versuchen wir seit Monaten (leider erfolglos) zu recherchieren.

Sowas vergisst man nicht unter ebenso jungen wie ehrgeizigen Fahrern.Macht sich Verstappen zu viele Feinde?Und ich wage zu behaupten: Verstappen muss ein bisschen aufpassen, dass er mit seiner kompromisslosen Art zu fahren (und aufzutreten) nicht zu viel aneckt. Zu viele Feinde im Fahrerlager, das haben wir hautnah erlebt, können auch Punkte kosten. Und das tut in einer anderen Saison vielleicht irgendwann mal mehr weh als gestern.Zweitens: Dass er Ocon ein paar Mal geschubst und ihm wahrscheinlich nicht nur Freundlichkeiten an den Kopf geschmissen hat, sollte man nicht künstlich zu einem Eklat aufblähen.

Ocon hat Verstappen ganz klar den Sieg gekostet, und dass da einem 21-Jährigen mal die Sicherungen durchbrennen, ist nachvollziehbar. Gerade bei den Genen, die ihm Papa Jos, im Umgang mit den eigenen zwei Fäusten auch nicht unbedingt ein Kind von Traurigkeit, mitgegeben hat.Nehmt der Formel 1 nicht den Charakter weg!Bis zu einem gewissen Grad ist dieses Temperament sogar wünschenswert: Meistens sind es die gleichen Kommentaristi, die einerseits den guten alten Zeiten mit Charakterköpfen wie James Hunt und Eddie Irvine nachtrauern, die dann gleich aufschreien, wenn jemand mal versucht, die Dinge unter Männern zu regeln. Auf die altmodische Art.

Und, mal ganz ehrlich: Im Grunde genommen war das ja noch völlig harmlos. Die Szene in Hockenheim 1982, als Nelson Piquet Eliseo Salazar an die Gurgel gegangen ist, ist heute kein Eklat, sondern Formel-1-Kulturgut.Ach ja, übrigens: Piquet verprügelte Salazar (mit Händen und Füßen), weil er - richtig geraten - als Führender beim Überrunden mit ihm kollidiert ist.

Schon witzig, wie sich die Geschichte manchmal wiederholt ...

Ihr
Christian Nimmervoll

PS: In der Schwesterkolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" auf de.motorsport.com hält mein Kollege Sven Haidinger anlässlich von Mercedes' Triumph in der Konstrukteurs-WM eine Laudatio auf unseren gemeinsamen Landsmann Toto Wolff.

PPS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von cmd » 12.11.2018, 07:20

He had nothing to lose - and you had it all :thumbs_up:

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Hoto
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Hoto » 12.11.2018, 07:21

Tja, Hamilton hatte zwar schon auch recht, aber in welcher Position sollte man wohl mehr darauf vertrauen können, dass der Andere keinen Mist baut? Oder muss man als F1 Fahrer wirklich Jederzeit so fahren, als wären alle Anderen gegen einen und könnten einen abschießen? Das würde schwierig beim Überrunden und ein sehr anstrengendes Rennen.

Als Überrundeter ist man einfach nicht in der Position so hart gegen den Führenden kämpfen zu dürfen, egal wie man es dreht und wendet, es ist einfach so. Und man muss Jederzeit breit sein zurück zu ziehen um auf gar keinen Fall den Führenden auch nur irgendwie in Gefahr zu bringen, völlig egal ob der die Tür zu macht oder nicht.

Dennoch hat Hamilton wie gesagt auch recht und sein Ratschlag kommt eben von einem WM, der seine Lektion gelernt hat wie man WM wird.

Gut geschlafen hab ich übrigens auch nicht, weil ich konnte mich weder über den 1. noch den 2. Platz freuen, einzig über Kimis dritten. Vom Kräfteverhältnis her hätte einfach Verstappen vor Hamilton ins Ziel kommen müssen und eben erst Recht wenn so ein dummer Fehler eines Dritten für die verkehrte Reihenfolge schuld ist.

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Shogun
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Shogun » 12.11.2018, 07:28

[YouTube][/YouTube]Kann mit dem Bericht gut leben, nur finde ich die Passage mit der Gewaltvergangenheit von Jos ziemlich unpassend und klingt typisch für die heutige Gesellschaft. Immer liegt es an anderen (an dem Fall an den Genen vom Vater) das jmd. ein unangebrachtes Verhalten zeigt/zeigte. Max hat doch einen eigenen Kopf zum denken und Augen zum sehen um zu kapieren, was so ein Verhalten alles für Folgen habe könnte.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Staind » 12.11.2018, 07:31

Hoto hat geschrieben:Tja, Hamilton hatte zwar schon auch recht, aber in welcher Position sollte man wohl mehr darauf vertrauen können, dass der Andere keinen Mist baut? Oder muss man als F1 Fahrer wirklich Jederzeit so fahren, als wären alle Anderen gegen einen und könnten einen abschießen? Das würde schwierig beim Überrunden und ein sehr anstrengendes Rennen.

Als Überrundeter ist man einfach nicht in der Position so hart gegen den Führenden kämpfen zu dürfen, egal wie man es dreht und wendet, es ist einfach so. Und man muss Jederzeit breit sein zurück zu ziehen um auf gar keinen Fall den Führenden auch nur irgendwie in Gefahr zu bringen, völlig egal ob der die Tür zu macht oder nicht.
Prinzipiell hast du recht. Als Überrundeter sollte man auch verstehen, dass solche Rückrundungen nur dann funktionieren wenn alles glatt geht und der eigene Speed wirklich deutlich schneller ist. Und dem entsprechend die Sptze einfach ziehen lassen (zum zweiten Mal...).

Jefoch habe ich absolut kein Mitleid mit Verstappen.
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).
Siehe Suzuka 2018 mit Vettel und viele andere GPs... exakt der gleiche schmutzige Move.
Andere können sich nun mal nicht immer in Luft auflösen, erst recht nicht wenn diese bereits innen komplett auf dem Curb fahren um etwas Platz zu lassen.

Und dann die Aktion im Wiegeraum... hätte sich der kleine Holländer nicht mit einem Alonso oder Hamilton getraut. Die hätten ihn einmal quer durch den Raum geworfen...

Einzig lächerlich sind die Sozialstunden für Verstappen. Diesem großen Sportsmann und Hüter der Fairness.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von JAK-RX8 » 12.11.2018, 07:41

Hätte es HAM getroffen, würde er sämtliche Verschwörungstheorien der Welt auspacken. Kann sich seinen "Rat" an den Hut stecken.
Apropos HAM, in den meisten Medien ist von einem "unschlagbaren Hamilton" oder ähnlichem zu lesen und zu sehen... Schon seltsam, da hat einer in einem Rennen keine Chance, der souverän Führende verunfallt, aber HAM ist unschlagbar? Ja, ihr wisst, ich mag HAM nicht sonderlich, aber diese völlig verquere Wahrnehmung wenn es um HAM geht ist schon bedenklich.
Kein "wegen VER Ausfall" oder "glücklich" "mit Dusel" wie auch immer, nein ER war unschlagbar. Bin ich froh wenn die Saison rum ist.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von drk » 12.11.2018, 07:51

Staind hat geschrieben:
Hoto hat geschrieben:Tja, Hamilton hatte zwar schon auch recht, aber in welcher Position sollte man wohl mehr darauf vertrauen können, dass der Andere keinen Mist baut? Oder muss man als F1 Fahrer wirklich Jederzeit so fahren, als wären alle Anderen gegen einen und könnten einen abschießen? Das würde schwierig beim Überrunden und ein sehr anstrengendes Rennen.

Als Überrundeter ist man einfach nicht in der Position so hart gegen den Führenden kämpfen zu dürfen, egal wie man es dreht und wendet, es ist einfach so. Und man muss Jederzeit breit sein zurück zu ziehen um auf gar keinen Fall den Führenden auch nur irgendwie in Gefahr zu bringen, völlig egal ob der die Tür zu macht oder nicht.
Prinzipiell hast du recht. Als Überrundeter sollte man auch verstehen, dass solche Rückrundungen nur dann funktionieren wenn alles glatt geht und der eigene Speed wirklich deutlich schneller ist. Und dem entsprechend die Sptze einfach ziehen lassen (zum zweiten Mal...).

Jefoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit.
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).
Siehe Suzuka 2018 mit Vettel und viele andere GPs... exakt der gleiche schmutzige Move.
Andere können sich nun mal nicht immer in Luft auflösen, erst recht nicht wenn diese bereits innen komplett auf dem Curb fahren um etwas Platz zu lassen.

Und dann die Aktion im Wiegeraum... hätte sich der kleine Holländer nicht mit einem Alonso oder Hamilton getraut. Die hätten ihn einmal quer durch den Raum geworfen...

Einzig lächerlich sind die Sozialstunden für edit. Diesem großen Sportsmann und Hüter der Fairness.

exakt der gleiche schmutzige Move : Max war der Raceleader ! Ganz etwas anderes
der kleine Holländer : sag es mal in sein Gesicht und nicht anoniem auf einem Forum. Mal sehen wie gross du bist.

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KenTy
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von KenTy » 12.11.2018, 07:52

Staind hat geschrieben:
Hoto hat geschrieben:Tja, Hamilton hatte zwar schon auch recht, aber in welcher Position sollte man wohl mehr darauf vertrauen können, dass der Andere keinen Mist baut? Oder muss man als F1 Fahrer wirklich Jederzeit so fahren, als wären alle Anderen gegen einen und könnten einen abschießen? Das würde schwierig beim Überrunden und ein sehr anstrengendes Rennen.

Als Überrundeter ist man einfach nicht in der Position so hart gegen den Führenden kämpfen zu dürfen, egal wie man es dreht und wendet, es ist einfach so. Und man muss Jederzeit breit sein zurück zu ziehen um auf gar keinen Fall den Führenden auch nur irgendwie in Gefahr zu bringen, völlig egal ob der die Tür zu macht oder nicht.
Prinzipiell hast du recht. Als Überrundeter sollte man auch verstehen, dass solche Rückrundungen nur dann funktionieren wenn alles glatt geht und der eigene Speed wirklich deutlich schneller ist. Und dem entsprechend die Sptze einfach ziehen lassen (zum zweiten Mal...).

Jefoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).
Siehe Suzuka 2018 mit Vettel und viele andere GPs... exakt der gleiche schmutzige Move.
Andere können sich nun mal nicht immer in Luft auflösen, erst recht nicht wenn diese bereits innen komplett auf dem Curb fahren um etwas Platz zu lassen.

Und dann die Aktion im Wiegeraum... hätte sich der kleine Holländer nicht mit einem Alonso oder Hamilton getraut. Die hätten ihn einmal quer durch den Raum geworfen...

Einzig lächerlich sind die Sozialstunden für edit. Diesem großen Sportsmann und Hüter der Fairness.
Jedoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit.
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).

Da bin ich ganz deiner Meinung! Hab mir die Szene mehrmals angeschaut. In Wahrheit ist das von Verstappen ziemlich dumm wie er da die Kurve zufährt und dem Gegner (auch wenn es kein Unmittelbarer war) absolut keinen Platz lässt. Kann da die Kritik von Wurz (den ich ob seiner Sachlichkeit sonst sehr schätze) nicht nachvollziehen. Hamilton erklärt das dem jungen Heißsporn Verstappen nach dem Rennen eigentlich sehr freundlich und cool. Ham hat eben seine Lektionen gelernt und weiß wie man WM wird. Sicher nicht mit der Brechstange wie es auch Vettel in diesem Jahr mehrmals versucht hat.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von thegian » 12.11.2018, 08:07

KenTy hat geschrieben:
Staind hat geschrieben:
Hoto hat geschrieben:Tja, Hamilton hatte zwar schon auch recht, aber in welcher Position sollte man wohl mehr darauf vertrauen können, dass der Andere keinen Mist baut? Oder muss man als F1 Fahrer wirklich Jederzeit so fahren, als wären alle Anderen gegen einen und könnten einen abschießen? Das würde schwierig beim Überrunden und ein sehr anstrengendes Rennen.

Als Überrundeter ist man einfach nicht in der Position so hart gegen den Führenden kämpfen zu dürfen, egal wie man es dreht und wendet, es ist einfach so. Und man muss Jederzeit breit sein zurück zu ziehen um auf gar keinen Fall den Führenden auch nur irgendwie in Gefahr zu bringen, völlig egal ob der die Tür zu macht oder nicht.
Prinzipiell hast du recht. Als Überrundeter sollte man auch verstehen, dass solche Rückrundungen nur dann funktionieren wenn alles glatt geht und der eigene Speed wirklich deutlich schneller ist. Und dem entsprechend die Sptze einfach ziehen lassen (zum zweiten Mal...).

Jefoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit.
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).
Siehe Suzuka 2018 mit Vettel und viele andere GPs... exakt der gleiche schmutzige Move.
Andere können sich nun mal nicht immer in Luft auflösen, erst recht nicht wenn diese bereits innen komplett auf dem Curb fahren um etwas Platz zu lassen.

Und dann die Aktion im Wiegeraum... hätte sich der kleine Holländer nicht mit einem Alonso oder Hamilton getraut. Die hätten ihn einmal quer durch den Raum geworfen...

Einzig lächerlich sind die Sozialstunden für edit. Diesem großen Sportsmann und Hüter der Fairness.
Jedoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit.
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).

Da bin ich ganz deiner Meinung! Hab mir die Szene mehrmals angeschaut. In Wahrheit ist das von Verstappen ziemlich dumm wie er da die Kurve zufährt und dem Gegner (auch wenn es kein Unmittelbarer war) absolut keinen Platz lässt. Kann da die Kritik von Wurz (den ich ob seiner Sachlichkeit sonst sehr schätze) nicht nachvollziehen. Hamilton erklärt das dem jungen Heißsporn Verstappen nach dem Rennen eigentlich sehr freundlich und cool. Ham hat eben seine Lektionen gelernt und weiß wie man WM wird. Sicher nicht mit der Brechstange wie es auch Vettel in diesem Jahr mehrmals versucht hat.
Interessante Ansicht.
Aber als in Monza Hamilton aussen durch die Kurve ist und so gefahren ist als wäre er alleine, dass war ein tolles Manöver und Vettel war selberschuld.
Wie sich Meinungen ändern sobald es um einen Fahrer wie Hamilton geht. Was er macht ist Racing und alle anderen sind die Dummen :rofl:
Ocon hatte blaue Flagge, wieso fährt er da als würde es um einen wichtigen Platz gehen?
Ich mag Verstappens Verhalten auch nicht, aber es war seine Kurve, er war auf Platz 1, Ocon eine Runde zurück.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Shogun » 12.11.2018, 08:11

thegian hat geschrieben:
KenTy hat geschrieben:
Staind hat geschrieben:
Prinzipiell hast du recht. Als Überrundeter sollte man auch verstehen, dass solche Rückrundungen nur dann funktionieren wenn alles glatt geht und der eigene Speed wirklich deutlich schneller ist. Und dem entsprechend die Sptze einfach ziehen lassen (zum zweiten Mal...).

Jefoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).
Siehe Suzuka 2018 mit Vettel und viele andere GPs... exakt der gleiche schmutzige Move.
Andere können sich nun mal nicht immer in Luft auflösen, erst recht nicht wenn diese bereits innen komplett auf dem Curb fahren um etwas Platz zu lassen.

Und dann die Aktion im Wiegeraum... hätte sich der kleine Holländer nicht mit einem Alonso oder Hamilton getraut. Die hätten ihn einmal quer durch den Raum geworfen...

Einzig lächerlich sind die Sozialstunden für edit Diesem großen Sportsmann und Hüter der Fairness.
Jedoch habe ich absolut kein Mitleid mit edit
Da ist wiederholt ein Fahrer neben ihm.
Wiederholt hämmert er die Kurve durch als wäre er alleine (und streift mit den linken Reifen die Streckenmarkierung in einer Rechtskurve).

Da bin ich ganz deiner Meinung! Hab mir die Szene mehrmals angeschaut. In Wahrheit ist das von Verstappen ziemlich dumm wie er da die Kurve zufährt und dem Gegner (auch wenn es kein Unmittelbarer war) absolut keinen Platz lässt. Kann da die Kritik von Wurz (den ich ob seiner Sachlichkeit sonst sehr schätze) nicht nachvollziehen. Hamilton erklärt das dem jungen Heißsporn Verstappen nach dem Rennen eigentlich sehr freundlich und cool. Ham hat eben seine Lektionen gelernt und weiß wie man WM wird. Sicher nicht mit der Brechstange wie es auch Vettel in diesem Jahr mehrmals versucht hat.
Interessante Ansicht.
Aber als in Monza Hamilton aussen durch die Kurve ist und so gefahren ist als wäre er alleine, dass war ein tolles Manöver und Vettel war selberschuld.
Wie sich Meinungen ändern sobald es um einen Fahrer wie Hamilton geht. Was er macht ist Racing und alle anderen sind die Dummen :rofl:
Ocon hatte blaue Flagge, wieso fährt er da als würde es um einen wichtigen Platz gehen?
Ich mag Verstappens Verhalten auch nicht, aber es war seine Kurve, er war auf Platz 1, Ocon eine Runde zurück.
Es ist ein riesiger Unterschied zwischen einen Positionskampf in der 1. Runde und einer Überrundung mitten im Rennen.

Finde es ja interessant, dass Ocon noch nachfragte ob er überholen darf oder nicht. Das Team sagte er soll überholen. Warum die Teams da nicht untereinander sich absprechen? Todt rannte ja auch immer sonst wo hin
Zuletzt geändert von Shogun am 12.11.2018, 08:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von G.E. » 12.11.2018, 08:13

Verstappen hat sich in letzter Zeit gut entwickelt.
Er fährt besser, sauberer, aber immer noch so aggressiv.
Das ist es, was einen Rennfahrer ausmacht.

Denke wir mal an Zeiten von Senna und Konsorten.
Da hätte Ocon wohl nicht lange gegrinst neben der Waage.
Er wäre innerhalb eines Sekundenbruchteils am Boden gelegen.

Ich denke nicht, dass der Unfall an sich der Auslöser war, für die Schubserei.
Wenn man sich das Video genau ansieht, ist es Ocon selbst, der auch noch selbstherrlich grinst, als der wütende Verstappen daher kam.
Auch da muss man als Ocon zurückstecken.
Nicht nur in der Situation auf der Strecke.
Er hätte ganz leicht, mit einem Sorry, die Situation entschärfen können.

Ich hätte an Verstappens Stelle Ocon wohl in den Betonboden neben der Wage gestampft.
In diesem Moment ist einem wütdenden Menschen alles egal.
An Konsequenzen denkt man da nicht.

Wir alle wollen doch Charaktere in der Formel 1.
Wenn dann welche auftauchen, ist das Geschrei gross: "Aber doch nicht so!".

Wie dann?
Hätte Verstappen Ocon streicheln sollen und ihm leise ins Ohr flüstern: "Mein Liebing, wenn Du das noch mal machst werde ich böse."?
Unsinn.

Es haben schon ganz andere Kaliber Schlägereien in der Box gehabt.
Das auch oft aus gutem Grund.

Wenn Verstappen schlecht geschlafen hat, dann nur, weil ernicht gewonnen hat.
Der Scheiss mit Ocon lässt ihn nicht schlecht schlafen.

Vor 20 oder 30 Jahren hätte ich jetzt gesagt:
Ocon, pass auf wenn du Verstappen noch mal auf der Strecke begegnest.
Da kommst Du nicht ins Ziel.

Heute ist eine kleine harmlose Schubserei schon ein Verbrechen.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Ralonso » 12.11.2018, 08:18

Max hat genauso reagiert, wie jeder normale Mensch, dem durch so eine unnötige und dumme Aktion wie die von Ocon, der hart erkämpfte Sieg genommen worden wäre.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von plastikschaufel » 12.11.2018, 08:24

JAK-RX8 hat geschrieben:Hätte es HAM getroffen, würde er sämtliche Verschwörungstheorien der Welt auspacken. Kann sich seinen "Rat" an den Hut stecken.
Apropos HAM, in den meisten Medien ist von einem "unschlagbaren Hamilton" oder ähnlichem zu lesen und zu sehen... Schon seltsam, da hat einer in einem Rennen keine Chance, der souverän Führende verunfallt, aber HAM ist unschlagbar? Ja, ihr wisst, ich mag HAM nicht sonderlich, aber diese völlig verquere Wahrnehmung wenn es um HAM geht ist schon bedenklich.
Kein "wegen VER Ausfall" oder "glücklich" "mit Dusel" wie auch immer, nein ER war unschlagbar. Bin ich froh wenn die Saison rum ist.
Oh ja. Stell dir mal vor, ein Magnussen mit Ferrari Motor hätte einen Hamilton Abgeschossen und ein Kimi oder Vettel hätten dadurch gewonnen. Da hätte er die Sache sicher ein wenig anders gesehen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von ALO95 » 12.11.2018, 08:28

Ich denke Ocon hat schlecht geschlafen. So bleibt er in Erinnerung. Bei Red Bull sind jetzt auch ohne Mercedes Vertrag die Türen zu und wenn sie ihn bei Mercedes wollten hätte er Bottas auch schon nächstes Jahr ersetzten können. Es wird sehr schwierig für Ocon werden noch einmal in die F1 zurückzukehren

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von unclebernie » 12.11.2018, 08:36

JAK-RX8 hat geschrieben:Hätte es HAM getroffen, würde er sämtliche Verschwörungstheorien der Welt auspacken. Kann sich seinen "Rat" an den Hut stecken.
Apropos HAM, in den meisten Medien ist von einem "unschlagbaren Hamilton" oder ähnlichem zu lesen und zu sehen... Schon seltsam, da hat einer in einem Rennen keine Chance, der souverän Führende verunfallt, aber HAM ist unschlagbar? Ja, ihr wisst, ich mag HAM nicht sonderlich, aber diese völlig verquere Wahrnehmung wenn es um HAM geht ist schon bedenklich.
Kein "wegen VER Ausfall" oder "glücklich" "mit Dusel" wie auch immer, nein ER war unschlagbar. Bin ich froh wenn die Saison rum ist.
Tja, er hat sich diesen Ruf eben auch im Laufe der Jahre verdient. Von nichts kommt nichts.
"Mein Bart hat plötzlich angefangen zu flattern und ich verlor unter dem Helm Haare. Die sind mir dann auf das Gaspedal gefallen und ich bin mit dem Fuß deshalb abgerutscht. Sowas hatte ich noch nie"

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