Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 30.07.2018, 08:11

Vor der Weltöffentlichkeit für "totale Scheiße" zur Sau gemacht: Für Renault wird die selbst heraufbeschworene Schlammschlacht mit Red Bull zu einem PR-Debakel
Cyril Abiteboul, Jerome Stoll

Cyril Abiteboul und Renault-Sportchef Jerome Stoll bekommen es dicke ab

Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich, wie Renault ein weiteres PR-Debakel als Folge des vergifteten Verhältnisses zu Red Bull verhindern wollte? Richtig! Man einigte sich mit den Österreichern darauf, die Antriebe mit dem Namen seines Sponsors TAG Heuer zu bepflastern. Damit niemand auf die Idee kommt, Christian Horner und Helmut Marko würden Renault in Grund und Boden schimpfen. Was für ein Käse! Amtlich verbrieft, dass es sich um eine Schnappsidee handelte, ist es seit dem Ungarn-Grand-Prix in Budapest am Sonntag. Danach dürfte Renault-Sportchef Cyril Abiteboul kein Auge zugetan haben.

Das dieser Tag-Heuer-Trick nicht funktionieren würde, dachte ich mir schon, als die Renault-Schriftzüge Ende 2015 abgekratzt wurden. Als ob es etwas ändern würde, dass ein nobler Schweizer Uhrenhersteller, der für Hochtechnologie, Zuverlässigkeit und Präzision steht sowie Glanz aus der goldenen McLaren-Ära der Achtzigerjahre transportiert, seinen Namen verleiht. Renault-Motor bleibt eben Renault-Motor, und zwar auch leistungsmäßig.

Als Max Verstappen seinen Antrieb nach einem weiteren MGU-H-Defekt am Sonntag vor einem Millionenpublikum mehrfach als "scheiße" - wahlweise auch "total scheiße" - bezeichnete, wird kein betuchter Manager seine Tag Heuer Monaco (je nach Version zwischen 1.600 und 7.000 Euro teuer) in den Container für Alt-Elektro gefeuert haben. Auch Hollywood-Ikone Steve McQueen, der das Modell und die Marke einst weltberühmt machte, wird sich nicht im Grabe herumgedreht haben.


Fotostrecke: Motoren-Mogelpackungen in der Formel 1

Red Bull fährt in der Saison 2016 nicht mit Schweizer Luxusuhren im Heck, sondern wie gewohnt mit einem Hybridmotor und Renault-Power. Das hält die Österreicher nicht davon ab, die Antriebe des jüngst in Ungnade gefallenen Lieblingspartners nach dem neuen Premiumsponsor TAG Heuer zu benennen. Was nach einer Schnapsidee klingt, gab es in der Formel schon häufig. Wir haben unsere Datenbank bemüht und entlarven die Motoren-Mogelpackungen der Königsklasse.

Red Bull fährt in der Saison 2016 nicht mit Schweizer Luxusuhren im Heck, sondern wie gewohnt mit einem Hybridmotor und Renault-Power. Das hält die Österreicher nicht davon ab, die Antriebe des jüngst in Ungnade gefallenen Lieblingspartners nach dem neuen Premiumsponsor TAG Heuer zu benennen. Was nach einer Schnapsidee klingt, gab es in der Formel schon häufig. Wir haben unsere Datenbank bemüht und entlarven die Motoren-Mogelpackungen der Königsklasse.

Vielmehr könnten in Renaults PR-Abteilung Einrichtungsgegenstände zu Bruch gegangen sein, weil natürlich die Würdenträger der Marke herhalten mussten. Weil jeder weiß, was für ein Triebwerk im Red Bull steckt. Es wird problematisch, ein Formel-1-Engagement vor Aktionären zu rechtfertigen, wenn es sein einziger Nutzen ist, vor den Augen der Weltöffentlichkeit ordentlich zur Sau gemacht zu werden.

Konzernchef Carlos Ghosn muss sich fragen lassen, ob er Ende 2015 nicht selbst die Ehe mit Red Bull vor den Scheidungsrichter hätte bringen sollen. Ich meine: Schon damals war absehbar, dass die nächste sportliche Krise eine neue Eskalationsstufe auslösen und man immer geneigt sein würde, dem glitzernden Weltmeisterteam Red Bull mehr zu glauben als Renault. Exakt das ist in Budapest passiert

Nicht erst im Rennen: Als die Strecke im Qualifying nass war und die Formel 1 auf den Husarenritt Max Verstappens wartete, ging das als Regengott verschrieene Supertalent baden. Und moserte anschließend über fehlende PS, die auf rutschiger Bahn doch angeblich nichts zählen. Egal, wie viel Wahrheit in solchen Worten steckt - es ist für Red Bull einfach geworden, sich hinter Renault zu verstecken. Es ist eine Analogie zu der Situation zwischen McLaren und Honda im vergangenen Jahr.

Max Verstappen

Max Verstappen wütete gegen Renault eifrig am TV-Mikrofon

Dass Teamchef Horner während des Rennens live im Fernsehen erklärte, er wolle Renault-Geschäftsführer Abiteboul wie einen Schuljungen antanzen lassen, damit er sich für den Defekt entschuldigt, war zweifelsohne Höhepunkt der Demütigungen. Gefolgt von der Tatsache, dass sich das Werksteam der Franzosen nach Anfängerfehlern am Samstag (Nico Hülkenberg hatte im Qualifying nicht genügend Sprit im Tank und im Training die falschen Reifen auf den Achsen) von Red Bulls B-Mannschaft mit Honda-Power bügeln ließ.Klar, Red Bull ist in solchen Situationen der Aggressor. Aber Renault unternahm zuletzt alles, um Horner und Co. zu provozieren. Schon Anfang 2018 bekannte man sich dazu, dass das Werksteam oberste Priorität genießen würde. Dann setzte man Red Bull mit einem Ultimatum für die 2019er-Motorenwahl unter Druck. Schließlich verweigerte man dem Team in Hockenheim neue Komponenten für das Auto von Daniel Ricciardo und suchte fadenscheinige Ausreden. Mehr als ungeschickt.Es war logisch, dass bei dem nächsten rauchenden RB14 die Fetzen fliegen würden. Ihre Trennung lösten McLaren und Honda eleganter und wahrten ihre Gesichter. Bei den Kollegen bricht nun der Rosenkrieg aus - um nicht von einer Schlammschlacht zu sprechen. Für das Kerngeschäft Renaults ist das nur ein Problem, wenn man der alten Weisheit "win on Sunday, sell on Monday" Glauben schenkt.

Renault: 40 Jahre Leidenschaft

Renault feiert seinen 40. Geburtstag in der Formel 1 und liefert uns dieses kleine Video Weitere Formel-1-Videos

Ich bin bei Mercedes-Sportchef Toto Wolff: ein linearer Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg und Absatzzahlen von Pkw existiert nicht. Wenn ein millionenteurer Prototyp, der mit den Logos eines Energydrink-Herstellers zugekleistert ist, ausrollt, wieso sollte Otto Normalbürger zurückschrecken, einen Renault Twingo zu kaufen? Hybridsysteme zur Energierückgewinnung wird es bei 18.000 Touren und 300 km/h nicht zerreißen, wenn der stolze Besitzer zwei Kästen Mineralwasser vom Supermarkt nach Hause transportiert. Aber sagen Sie das den Aktionären.Übrigens: Sicher wird auch "Wingman" Valtteri Bottas schon besser geschnarcht haben als vergangene Nacht. Da er nach dem Rennen in Hockenheim aber schon unser Schlechtschläfer war, vermuten wir, dass er sich an seine Rolle als Nummer 2 bei Mercedes zumindest gewöhnt haben dürfte.Wenn Sie weiterlesen möchten: Wir wollen nicht nur nörgeln (auch wenn es mehr Spaß macht). Daher gibt es zu dieser Kolumne das Schwesternformat "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" auf de.motorsport.com. Was meinem zweckoptimistischem Kollegen Norman Fischer eingefallen ist, können Sie hier nachlesen.Merci beaucoup für's LesenDominik SharafPS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_DominikS!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon DeLaGeezy » 30.07.2018, 08:40

wer sonst noch schlecht geschlafen hat:
LM: weil sie überlegen wie sie diesen GP aus dem Kalender bekommen werden..
die Angestellten von Force India: unklare Zukunft -> zur Sommerpause und wie gehts weiter?
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon phenO » 30.07.2018, 08:51

Und auch hier noch mal: wie es aussieht fährt RB die alte Spezifikation der MGU K und zwar aus freien Stücken! Wenn diese dann kaputt geht, kann man sich mal schön an die eigene Nase fassen.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon CompraF1 » 30.07.2018, 09:12

Eigentlich dürfte “Wingman“ am schlechtesten geschlafen haben. Er ist jetzt in aller Öffentlichkeit zum Barrichello degradiert worden. Es wußte zwar jeder aber offen reden wollte keiner darüber. Jetzt hat dieser Verein endlich offen geredet. Schade für Bottas aber das ist das Ergebnis wenn man in einem Team mit Hamilton ist. Die Siege die Bottas raus holt interessieren im Team wohl kaum jemand. Lediglich schöner Beigeschmack für die KWM.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Klemsi » 30.07.2018, 09:13

phenO hat geschrieben:Und auch hier noch mal: wie es aussieht fährt RB die alte Spezifikation der MGU K und zwar aus freien Stücken! Wenn diese dann kaputt geht, kann man sich mal schön an die eigene Nase fassen.


Verstappen neu, Riccardo alt! Also denk nochmal über dein Post nach!
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Pastor13 » 30.07.2018, 09:14

Zitat: "Es wird problematisch, ein Formel-1-Engagement vor Aktionären zu rechtfertigen, wenn es sein einziger Nutzen ist, vor den Augen der Weltöffentlichkeit ordentlich zur Sau gemacht zu werden."

Und das obwohl der Herr Verstappen dafür Millionenbeträge Kassiert!
Wie hatte doch Ferrari in den 90ger Jahren reagiert al Prost nach einem Ausfall über Ferrari gelästert hat?
Er wurde sofort entlassen! :wave: :wave: :wave:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 30.07.2018, 09:31

Pastor13 hat geschrieben:Zitat: "Es wird problematisch, ein Formel-1-Engagement vor Aktionären zu rechtfertigen, wenn es sein einziger Nutzen ist, vor den Augen der Weltöffentlichkeit ordentlich zur Sau gemacht zu werden."

Und das obwohl der Herr Verstappen dafür Millionenbeträge Kassiert!
Wie hatte doch Ferrari in den 90ger Jahren reagiert al Prost nach einem Ausfall über Ferrari gelästert hat?
Er wurde sofort entlassen! :wave: :wave: :wave:


Wenn Renault auch den obersten Käse vom Käse abliefern, haben die es auch verdient, dass die zur Sau gemacht werden.

Erst letztes Wochenende bei Riccardo und dem zweifelhaften eingriff und jetzt Verstappen.

Sry, dafür kann ich einfach kein Mitleid entwickeln.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 30.07.2018, 09:39

Klemsi hat geschrieben:
phenO hat geschrieben:Und auch hier noch mal: wie es aussieht fährt RB die alte Spezifikation der MGU K und zwar aus freien Stücken! Wenn diese dann kaputt geht, kann man sich mal schön an die eigene Nase fassen.


Verstappen neu, Riccardo alt! Also denk nochmal über dein Post nach!

Lt. AMS + Abiteboul fahren beide RBR die alte Spezifikation:
Vermutlich stieg die Elektromaschine MGU-K aus. Renaults Sportchef Cyril Abiteboul erklärte: „Wir haben nach Monaco auf eine verbesserte MGU-K umgestellt. Red Bull fährt sie aber nicht. Weil sie sparen wollen und der Einbau im Auto anders ist. Mit der neuen MGU-K haben wir die Temperaturen viel besser im Griff. In unseren Autos gab es keine Probleme. Aber wir können Red Bull nicht zwingen, damit zu fahren. Es ist ihre Entscheidung.“ Das zweite Kundenteam McLaren fährt wie Red Bull mit der ersten Spezifikation. „Sie wechseln mit dem nächsten frischen Motor“, sagt Renaults Sportchef.

https://www.auto-motor-und-sport.de/for ... se-rennen/

BTT:
Der erneute Zwist ist nicht überraschend. Es war ohnehin nie eine wirkliche Partnerschaft, RBR lobt nur sich selbst bei Erfolg und kritisiert den Zulieferer bei Misserfolg.
Man darf jetzt bereits gespannt sein, wie das Ganze mit Honda weitergeht.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon phenO » 30.07.2018, 09:40

Klemsi hat geschrieben:
phenO hat geschrieben:Und auch hier noch mal: wie es aussieht fährt RB die alte Spezifikation der MGU K und zwar aus freien Stücken! Wenn diese dann kaputt geht, kann man sich mal schön an die eigene Nase fassen.


Verstappen neu, Riccardo alt! Also denk nochmal über dein Post nach!


Vermutlich stieg die Elektromaschine MGU-K aus. Renaults Sportchef Cyril Abiteboul erklärte: „Wir haben nach Monaco auf eine verbesserte MGU-K umgestellt. Red Bull fährt sie aber nicht. Weil sie sparen wollen und der Einbau im Auto anders ist. Mit der neuen MGU-K haben wir die Temperaturen viel besser im Griff. In unseren Autos gab es keine Probleme. Aber wir können Red Bull nicht zwingen, damit zu fahren. Es ist ihre Entscheidung.“ Das zweite Kundenteam McLaren fährt wie Red Bull mit der ersten Spezifikation. „Sie wechseln mit dem nächsten frischen Motor“, sagt Renaults Sportchef.
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 30.07.2018, 09:44

Richtig schlecht geschlafen dürfte auch Sebastian Vettel haben.

Denn mit dem vergeigten Boxenstopp hat man eine bessere Chance auf dem Sieg weggeworfen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Plauze » 30.07.2018, 09:45

Man kann Verstappens Kritik auf emotionaler Ebene sicher nachvollziehen, wenn man sich ansieht, wie übel ihm der Defektteufel im letzten Jahr bereits mitgespielt hat. Fakt ist aber, dass dieses Jahr der Holländer deutlich mehr selbst verschuldete Nullnummern zu verzeichnen hat, darunter sogar eine teaminterne Kollision mit einem Komplettausfall beider Autos, als Red Bulls durch Defekte der Renault-PU ausrollten. Ja, der Renault ist immer noch der defektanfälligste Motor im Fahrerfeld. Ja, es fehlen wohl auch immer noch Pferdestärken im Vergleich mit Mercedes und Ferrari. Die Aggression gegenüber dem Motorenpartner ist trotzdem wohlfeil, denn man fährt mit Ricciardo ja immer noch auf Platz 4, und nach einem verregneten Q3 über fehlende PS zu meckern, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, wenn sich gleichzeitig Sainz im Werks-Renault und ein Gasly im vermutlich noch schwächer motorisierten Toro-Rosso-Honda vor Verstappen qualifizieren. Selbst wenn Defekte wie der gestern in höchstem Maße ärgerlich sind - wenn es um mangelhafte Resultate und fehlende Punkte geht, muss Red Bull zuerst vor der eigenen Tür kehren. Das sollte Herr Abiteboul bei dem von Horner anberaumten Treffen dem Team auch in aller Deutlichkeit sagen.

Ich würde Sharaf (seit wann verfasst denn der die Schlechtschläferkolumne?) daher schon widersprechen: Die harsche Kritik vonseiten Verstappens und Horners fällt auf den Rennstall selbst zurück, denn selbst wenn Renault seit 2014 nicht das beste Bild abgegeben hat und das Wettrüsten um die beste PU klar gegen Mercedes und Ferrari verloren hat, so ist doch der Imageschaden, den sich Red Bull durch das ruppige und reichlich kindische Auf-den-Boden-Gestampfe seither zugezogen hat, nicht wegzudiskutieren. Zumindest in Fachkreisen und bei Beobachtern der F1-Szene dürfte das Team sich damit keine Freunde gemacht haben, ganz zu schweigen von Honda als künftigem Motorenpartner. Erhofft Red Bull sich davon, dass Druck aufgebaut wird und Honda sich besonders viel Mühe gibt, es dem neuen Edelkunden recht zu machen? Das geht auch anders und ohne Nestbeschmutzung gegenüber einem verdienten Hersteller, der Red Bull immerhin 8 WM-Titel beschert hat.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Sportsmann » 30.07.2018, 09:47

CompraF1 hat geschrieben:Eigentlich dürfte “Wingman“ am schlechtesten geschlafen haben. Er ist jetzt in aller Öffentlichkeit zum Barrichello degradiert worden. Es wußte zwar jeder aber offen reden wollte keiner darüber. Jetzt hat dieser Verein endlich offen geredet. Schade für Bottas aber das ist das Ergebnis wenn man in einem Team mit Hamilton ist. Die Siege die Bottas raus holt interessieren im Team wohl kaum jemand. Lediglich schöner Beigeschmack für die KWM.


Die Medien und die welche darauf anspringen haben ihn degradiert, nicht Wolff der nur einen netten Spruch getätigt hat um das katastrophale Rennen schönzureden. Wingman ist eigentlich etwas nettes, einer der aushilft. Da ist nicht gesagt worden dass eine Rotation der Positionen ausgeschlossen ist. Wolff sagte nicht, Bottas sei nach diesem Rennen nun klar der WIngman, oder Bottas sei der ewige Wingman. Schlagzeilengeile Medien und medienunkritische Empfänger sind ein Trauerspiel für unser Zeitalter was auch "Informationszeitalter" genannt wird. Und dann ist Bottas so dumm darauf anzuspringen was ihm ein Medienvertreter mitteilt. Die richtige Antwort wäre gewesen: Kann ich mir nicht vorstellen dass er das gesagt hat, oder so gemeint hat wie Sie das jetzt sagen. Die falsche war: Oh, da muss ich jetzt nachfragen, das ist ja eine Aussage die mich verletzt.
Schlecht geschlafen sollte Bottas aber auch so, denn die letzten Runden waren Mist.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon FU Racing Team » 30.07.2018, 10:03

Sportsmann hat geschrieben:
CompraF1 hat geschrieben:Eigentlich dürfte “Wingman“ am schlechtesten geschlafen haben. Er ist jetzt in aller Öffentlichkeit zum Barrichello degradiert worden. Es wußte zwar jeder aber offen reden wollte keiner darüber. Jetzt hat dieser Verein endlich offen geredet. Schade für Bottas aber das ist das Ergebnis wenn man in einem Team mit Hamilton ist. Die Siege die Bottas raus holt interessieren im Team wohl kaum jemand. Lediglich schöner Beigeschmack für die KWM.


Die Medien und die welche darauf anspringen haben ihn degradiert, nicht Wolff der nur einen netten Spruch getätigt hat um das katastrophale Rennen schönzureden. Wingman ist eigentlich etwas nettes, einer der aushilft. Da ist nicht gesagt worden dass eine Rotation der Positionen ausgeschlossen ist. Wolff sagte nicht, Bottas sei nach diesem Rennen nun klar der WIngman, oder Bottas sei der ewige Wingman. Schlagzeilengeile Medien und medienunkritische Empfänger sind ein Trauerspiel für unser Zeitalter was auch "Informationszeitalter" genannt wird. Und dann ist Bottas so dumm darauf anzuspringen was ihm ein Medienvertreter mitteilt. Die richtige Antwort wäre gewesen: Kann ich mir nicht vorstellen dass er das gesagt hat, oder so gemeint hat wie Sie das jetzt sagen. Die falsche war: Oh, da muss ich jetzt nachfragen, das ist ja eine Aussage die mich verletzt.
Schlecht geschlafen sollte Bottas aber auch so, denn die letzten Runden waren Mist.



Volltreffer! Kann dir nur in allen Punkten zustimmen. :thumbs_up:

Bottas war letztes Jahr sowohl im Qualifying als auch in den meisten Rennen nicht auf Augenhöhe mit Hamilton. Dieses Jahr hat er bei der Qualifying-Performance zugelegt und es steht lediglich bei 7:5 für Ham. Aber in den meisten Rennen fährt ihm Lewis immer noch davon. Der jetzige Punkteunterschied von immerhin 81 Punkten nach 12 Rennen kam doch nicht nur durch Pech zustande. Was soll MAMG denn da machen? Sollen sie glaubhaft verbreiten, dass beide Fahrer noch Chancen auf den WM-Titel haben? Das ist doch Quatsch. Letzten Endes wird ab jetzt die Rolle des Wingmans klar auf Bottas zufallen. Das heißt aber nicht, dass er diese Rolle 2019 gleich wieder inne hat und das ist ein großer Unterschied zu Rubens Barrichello, der bei Ferrari fest als Wingman verankert war. Quasi einzementiert. Aber auch dabei muss man fairer Weise sagen, dass Rubens auch nicht die fahrerische Klasse von Schumi hatte. Manche Dinge bedingen sich eben auch gegenseitig.
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon DeLaGeezy » 30.07.2018, 10:05

Plauze hat geschrieben:Ich würde Sharaf (seit wann verfasst denn der die Schlechtschläferkolumne?) daher schon widersprechen: Die harsche Kritik vonseiten Verstappens und Horners fällt auf den Rennstall selbst zurück, denn selbst wenn Renault seit 2014 nicht das beste Bild abgegeben hat und das Wettrüsten um die beste PU klar gegen Mercedes und Ferrari verloren hat, so ist doch der Imageschaden, den sich Red Bull durch das ruppige und reichlich kindische Auf-den-Boden-Gestampfe seither zugezogen hat, nicht wegzudiskutieren. Zumindest in Fachkreisen und bei Beobachtern der F1-Szene dürfte das Team sich damit keine Freunde gemacht haben, ganz zu schweigen von Honda als künftigem Motorenpartner. Erhofft Red Bull sich davon, dass Druck aufgebaut wird und Honda sich besonders viel Mühe gibt, es dem neuen Edelkunden recht zu machen? Das geht auch anders und ohne Nestbeschmutzung gegenüber einem verdienten Hersteller, der Red Bull immerhin 8 WM-Titel beschert hat.


red bull erinnert an mclaren. ich finde aber, man gewinnt und verliert gemeinsam. auch daraus kann man motivation schöpfen(gut, lohnt sich dieses jahr nicht mehr).
ob das mit honda gutgeht, wenns mal nicht so ganz läuft?
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ItachiU » 30.07.2018, 10:23

CompraF1 hat geschrieben:Eigentlich dürfte “Wingman“ am schlechtesten geschlafen haben. Er ist jetzt in aller Öffentlichkeit zum Barrichello degradiert worden. Es wußte zwar jeder aber offen reden wollte keiner darüber. Jetzt hat dieser Verein endlich offen geredet. Schade für Bottas aber das ist das Ergebnis wenn man in einem Team mit Hamilton ist. Die Siege die Bottas raus holt interessieren im Team wohl kaum jemand. Lediglich schöner Beigeschmack für die KWM.


Er darf wenigstens ein paar Siege einfahren, nicht wie Kimi bei Ferrari. Schade für KIMI aber das ist das Ergebnis wenn man in einem Team mit Vettel ist.


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