Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

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NeverSurrender
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon NeverSurrender » 20.07.2018, 09:11

Sehr sehr guter Artikel, der beste den ich hier jemals gelesen habe :thumbs_up: :thumbs_up:

Gerade bei den letzten Sätzen merkte ich, wie sehr mir diese Strecke fehlt. Ich habe kein einziges Rennen dort live gesehen oder am Fernseher verfolgt, aber durch YouTube hatte ich die Möglichkeit mir das fehlende Wissen anzueignen.

Was hätten dort noch für Rennen ausgetragen werden können. Die 24h von Hockenheim wären vielleicht sogar möglich gewesen oder generell VLN, ADAC GTM oder WEC. So gesehen der kleine Bruder von Le Mans.

Wenn ich diese Bilder sehe und mir dann das Video vom GP 2001 vor Augen halte, bin ich schockiert und traurig. Eine so tolle Strecke abzureißen, nur weil man den neuen Kurs bauen musste um den Fans mehr zu bieten. Ich glaube, hätte man den Kurs so gelassen wie er war, hätte man den Zuschauern einen wesentlich größeren Gefallen getan. Eine Schande ist das! :cry2: :heartbeat:

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon modernf1bodyguard » 20.07.2018, 14:04

ElementalRP1 hat geschrieben:
modernf1bodyguard hat geschrieben:Ich bin schon unwahrscheinlich froh, dass von diesem Streckenverlauf nur noch Überbleibsel zu sehen sind. Es war schon eine ziemlich langweilige Strecke, deren Rennen selten bis nie etwas zu bieten hatten, was man nicht woanders kriegen konnte.


Tja, ich kann mich nur an das Gänsehautfeeling erinnern, wenn die Autos aus der Waldgeraden ins Motodrom eingebogen sind. War das nicht immer ein Vabanque-Spiel für die Teams, das richtige Setup zwischen Höchstgeschwindigkeit und Abtrieb zu finden...? Kann aber auch sein, dass man die Vergangenhiet manchmal verklärt. Jetzt hat der wahre F1-Fanboy endlich seine Betonwüste bekommen, in der er die Autos fast die ganze Zeit immer im Blick hat - das wollen die wahren F1-Fans doch sehen, oder...? Seltsam, dass Spa Franchorchamps so ziemlich die reizvollste Strecke für Fans ist, trotz sehr hoher Eintrittspreise und nur 44-maligem Blickkontakt zu den Boliden im Rennen...

Ich freue mich für dich, dass dir das so sehr gefallen aber für mich ist deine Gänsehaut nunmal kein Faktor, der eine Rolle spielt. Und ja, auch wenn du es sehr spöttisch formuliert hast, was ich nicht gutheiße aber angesichts der Strömungen in diesem Forum nicht verhindern kann, lege ich großen Wert darauf, ein Rennen möglichst in seiner Gänze verfolgen zu können.
Mal ganz davon abgesehen, und darum geht es mir mit meinem ersten Kommentar schon deutlich eher, waren die Rennen auf der alten Strecke selten besonders ereignisreich oder aufregend, wenn nicht gerade streckenexterne Faktoren Einzug hielten.
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Killking44 » 20.07.2018, 15:57

Schön geschriebener Artikel.
Ich persönlich finde es ziemlich schade, dass es den alten Kurs nicht mehr gibt. Es mag ja sein, dass die Rennen dort nicht gerade spanend und unterhaltsam waren - aber nach der Logik sollten andere Kurse auch schon mittlerweile im Nirwana verschollen sein (wann war denn bspw. Monza das letzte Mal so richtig spannend und unterhaltsam?) - jedoch war es einfach der brutale Kontrast zwischen dem vollbesetzten Motodrom und dem menschenleeren Wald, der die Strecke so besonders machte (für mich natürlich).
Ohne den Wald würde ich der Strecke keine Träne hinterher heulen, das Layout war ja alles andere als wirklich schwer. Es gab aber auch keinen Grund die alte Strecke gleich abzureißen, die paar Bäume, die man dort reinsetzte entschuldigen nicht die Abholzung, die man für den neuen Streckenabschnitt, machen musste.

Vielleicht wird es ja irgendwann einen originalgetreuen Nachbau geben, träumen darf man ja. ;)

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Iceman24 » 20.07.2018, 16:12

NeverSurrender hat geschrieben:
Was hätten dort noch für Rennen ausgetragen werden können. Die 24h von Hockenheim wären vielleicht sogar möglich gewesen oder generell VLN, ADAC GTM oder WEC. So gesehen der kleine Bruder von Le Mans.


Die VLN fährt ja nur auf dem Nürburgring, wie sich ja schon aus ihrem Namen ergibt. Da kann man wohl nicht davon ausgehen, dass die hier gefahren wäre.
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Ferrari Fan 33 » 20.07.2018, 19:01

LoK-hellscream hat geschrieben:Ich persönlich finde es eine Frechheit, dass die alte Rennstrecke durch den Wald abgerissen und aufgeforstet wurde. Jede Bruchbude steht unter Denkmalschutz, aber so eine geschichtsträchtige Strecke wird abgerissen. :thumbs_down:

Eine Sache bei der die Zuschauer aber zumindest eine gewisse Mitschuld tragen. Unzählige haben sich vor der Jahrtausendwende öffentlich beschwert, dass die F1-Autos für das Geld was man bezahlen muß für die Tickets zu selten an einem vorbeikommen. Die Hockenheimring GmbH hat damit auch auf die Wünsche der Zuschauer reagiert. Was dann letztendlich für ein verändertes Layout dabei herausgekommen ist, dass ist eine andere Sache.

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Aldo » 23.07.2018, 20:27

Sehr schöner Artikel. Warum gibt es sowas nicht öfters? Gibt Strecken wie Valencia die ähnlich nicht mehr wiederzuerkennen sind.

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Sehr schöner Artikel :thumbs_up:

Ich war 2005 oder 2006 vor Ort und da konnte man noch relativ einfach der alten Strecke folgen. Nun gut, das ist ja dann auch schon wieder 12 Jahre her.
Etwas verwundert hat es mich aber dennoch, dass es so schwierig ist, auf der ehemaligen Strecke zu bleiben, denn, wie auch beschrieben, kann man aus der Vogelperspektive immer noch sehr gut den Verlauf erkennen:

https://www.google.com.br/maps/@49.3341 ... a=!3m1!1e3

Die Frage ist halt, wie alt diese Aufnahmen von den Google-Maps Bildern sind. Ich glaube manche sind auch schon mal 8-9 Jahre alt.

Für alle die es interessiert. Dieses Video ist auch empfehlenswert:




Auch interessant wenn man bedenkt wie viele Tribünen da auch noch im Wald standen und damals war Hockenheim eben trotzdem komplett voll.
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Since 88 » 29.07.2018, 01:19

htb hat geschrieben:Wenn ich mich recht entsinne, war das der Deal, dass man für die neuen Streckenabschnitte Bäume fällen durfte


Du erinnerst dich richtig. Für jeden gefällten Baum musste ein neuer aufgeforstet werden, und der einzig mögliche Platz dafür war die alte Strecke. Das war kein Deal, sondern steht so im Forstgesetz, um zu verhindern, dass immer mehr Waldfläche planiert wird.

Die alte Waldgerade, die den Autor so fasziniert, ist nicht als Rennstrecke gebaut worden, sondern war der uralte Weg von Hockenheim nach Heidelberg. Die andere Gerade, die er nicht mehr gefunden hat, war der ebenso alte Weg von Hockenheim nach Oftersheim und Schwetzingen. Nur die Ostkurve zwischen diesen beiden Wegen ist neu angelegt worden, um das große Dreieck über die heutige B 291 abzukürzen, über das noch die ersten Motorradrennen gingen.

Bis zum Bau der A 8 ging die Strecke bis zur Spitzkehre am Ortseingang von Hockenheim. Als dieser Teil von der Autobahn abgeschnitten wurde, wurde als Ersatz das Motodrom mitten in den Wald gebaut. Die alte Strecke war fahrerisch ähnlich öde wie die AVUS: Zwei Vollgasstrecken mit sehr stumpfen Kurven, im Westen eine Spitzkehre (ähnlich der alten Spitzkehre vor Stavelot in Spa-Francorchamps) und eine schnelle Hundekurve im Osten.

Will jemand eine historische Karte mit den alten Waldwegen vor dem Bau der Rennstrecke sehen?
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Simtek » 29.07.2018, 12:51

Toller Artikel mit einem traurigen Hintergrund. :(
Schade, das die alte Strecke nicht mehr existiert. Die Kombination aus den schnellen Waldgeraden und dem langsamen Motordrom war etwas einzigartiges. Ich finde es extrem schade, das man nicht die Chance genutzt hat, die alten Streckenteile zumindest in der Form eines Spazierwegs zu erhalten. :(
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon NeverSurrender » 30.07.2018, 09:58

Since 88 hat geschrieben:Will jemand eine historische Karte mit den alten Waldwegen vor dem Bau der Rennstrecke sehen?


Meinst du so etwas?

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Since 88
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Since 88 » 31.07.2018, 10:02

NeverSurrender hat geschrieben:
Since 88 hat geschrieben:Will jemand eine historische Karte mit den alten Waldwegen vor dem Bau der Rennstrecke sehen?


Meinst du so etwas?

Meine Karte ist 39 Jahre älter, ganz ohne Ostkurve. Die Waldwege um die Strecke herum und im ehemaligen Infield haben sich in über 100 Jahren übrigens nicht verändert.

Auf deiner Karte kann man aber noch gut erkennen, welche bestehenden Straßen genutzt wurden.
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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon stahlissimo » 31.07.2018, 13:52

Vielen Dank für diesen lebendigen Artikel! Ich habe mich beim Lesen gefühlt, als wäre ich die Runde mitgegangen.

Ich gehöre zu der Fraktion, die es bis heute nicht fassen kann, dass man den alten Hockenheimring "ermordet" hat.

Das Traurige ist: All die Gründe, die zum Umbau führten (zum Teil hier im Thead auch schon aufgeführt), waren gar keine Gründe!

Das waren hauseigene Argumente, die man genutzt hat, um den Umbau 2001 zu rechtfertigen. Aber was sich im Laufe der Jahre rauskristallisiert hat: Weder die kommerziellen Rechteinhaber der Formel 1 (damals noch vertreten durch Bernie Ecclestone) noch die Regel- und Sicherheits-Zuständigen der FIA sollen den Umbau jemals gefordert haben. Das passierte alles in Hockenheimring-Eigenregie, da man der eigenen Stärke nicht mehr traute und Angst hatte, den Grand Prix mittelfristig zu verlieren, da auch der damals brandneu aus der Taufe gehobene Lausitzring als potentieller Konkurrent gesehen wurde. Daher wollte man mit aller Macht eine "moderne" Strecke und hat dabei leider die meisten "Alleinstellungs-Merkmale" und Besonderheiten des alten Hockenheimrings geopfert, die ihn so weltberühmt gemacht haben.

Was mir dazu noch so einfällt:

- Dass man als Zuschauer auf der Tribüne nicht die ganze Strecke sieht, ist auf nahezu allen Kursen so.
- 45 Mal die Autos im Rennen zu sehen, finde ich vollkommen OK (in Spa sind es auch nur 44).
- Schuld an den nicht immer so spannenden Rennen war nicht so sehr die Strecke, sondern die Bauweise der Autos:
Mit dem richtigen technischen Reglement hätter der alte Hockenheimring Schauplatz spannender, Runden lang anhaltender Windschatten-Kämpfe sein können. Vor meinem geistigen Auge sehe ich vier, fünf Autos im Pulk und auf jeder Geraden ist jemand anders vorne.
- Problem der Formel 1-Rennen in Hockenheim war, dass man wegen fehlendem Abtrieb im Motodrom meist den Anschluß an den Vordermann verloren hat und daher für die erste Waldgerade oft nicht nah genug dran war, um ein Überholmanöver zu starten. Dieses Problem hätte man vielleicht lösen können, wenn man den Streckenverlauf im Motodrom etwas entwinkelt / flüssiger gemacht hätte.

Und wenn schon unbedingt umgebaut / gekürzt werden musste, dann doch bitte anders:

Ich hatte selber mal Skizzen gemacht, die ich hier aber leider nicht hochladen kann.

Variante 1: Ich hätte die komplette erste Wald-Gerade bis zur Jim-Clark-Kurve behalten, hätte dort qasi die Ost-Kurven-Schikane nachgebaut und hätte dann nach rechts durch den Wald Richtung Süden eine Gerade gesetzt, die an der Ayrton-Senna-Kurve angekommen wäre. Von da an wieder alter Streckenverlauf. Dann hätte ich noch das Motodrom von der Linie her etwas flüssiger gestaltet.

Ergebnis: Der Kurs hätte seine grundlegende Charakteristik weitestgehend behalten, wäre aber trotzdem kürzer. Zwei Geraden des alten Layouts wären weggefallen, dafür wäre eine neue dazu gekommen. Durch eine flüssigere, schnellere Motodrom-Variante hätten die Autos mit wenig Abtrieb fahren können und Hockenheim wäre eine Hochgeschwindigkeits-Piste geblieben.

Variante 2: Die erste Wald-Gerade bis zur Jim-Clark-Kurve hätte ich wieder behalten. Dort dann eine erste Spitzkehre eingebaut, gefolgt von einer Full Speed-Parabolika (ähnlich der heutigen), die die Strecke nach Süd-Westen führt. Dann wieder eine Spitzkehre. Im Anschluß eine kurze Gerade Richtung Osten, einen flüssigen leichten Rechtsknick, ganz kurz geradeaus, dann flüssiger Linksknick gefolgt von einer weit ausholenden Rechtskurve (als Option nach außen hin stark überhöht, erinnernd an eine kleine Steilkurve). Von da an wieder alter Streckenverlauf (also die Rechtskurve schließt dann in Höhe der alten Ayrton-Senna-Schikane quasi wieder an die letzte Gerade des alten Rings vor dem Motodrom an). Auch hier hätte ich die Linie im Motodrom wieder flüssiger gestaltet, so dass es schneller durchfahren werden kann.

Ergebnis: Der Kurs hätte seine grundlegende Charakteristik zwar ein Stück weit mehr verloren als bei Variante 1 (mehr neue Abschnitte), dabei aber trotzdem seinen Highspeed-Charakter behalten (durch Erhalt der ersten und letzten Waldgeraden und durch die lange, schnelle Vollgas-Parabolika). Durch die zwei Spitzkehren hätte man tolle Überholmöglichkeiten geschaffen, und die schnelle Passage nach der zweiten Spitzkehre mit drei Richtungswechseln wäre toll anzuschauen gewesen.

In beiden von mir erdachten Varianten gibt es viele Reminiszenzen an den alten Hockenheimring. Die sehe ich leider bei Tilkes Ist-Version nicht so deutlich.

Der aktuelle Hockenheimring ist eine 08 /15-Rennstrecke und im Gegensatz zur alten Strecke nichts besonderes. Er ist keine schlechte Strecke, aber es fehlt an Flair, Atmosphäre, Aura und Seele.

Ich bin nach wie vor traurig :cry2: :cry2: :cry2:
Zuletzt geändert von stahlissimo am 01.08.2018, 06:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Onkel Gustav » 31.07.2018, 18:07

Ein super Artikel der mich an spannende, interessante, spektakuläre aber auch langweilige Rennen erinnert. 1981 war ich das erste Mal da, und habe einen glücklichen Sieger Nelson Piquet gesehen. Aber das ist Geschichte. Wir müssen jetzt das nehmen was ist, aber die Erinnerungen an den alten Kurs kann denen die dabei waren keiner nehmen.

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon NeverSurrender » 01.08.2018, 09:07

Since 88 hat geschrieben:Meine Karte ist 39 Jahre älter, ganz ohne Ostkurve. Die Waldwege um die Strecke herum und im ehemaligen Infield haben sich in über 100 Jahren übrigens nicht verändert.

Kannst du deine Karte eventuell mal reinstellen? :D

stahlissimo hat geschrieben:[...]

Variante eins gefällt mir sehr gut. Man hätte den selben Flair mit den schnellen Waldgeraden (wenn auch gekürzt) - keine 08/15 Strecke, die eigentlich kaum noch etwas mit dem damaligen Ring zu tun hat, sondern weiterhin eine Hochgeschwindigkeitsstrecke. Ich glaube zwar, dass gerade die heutigen Boliden - bei denen Windschatten ja fast keine Wirkung mehr haben (verglichen mit den damaligen Boliden) - kaum noch spannende Duelle zustande gekommen wären. Aber wenn man bedenkt, dass bald vereinfachte Flügel zu Einsatz kommen werden, hätte diese Strecke wieder ihren Reiz bekommen. Dann wie du sagst, ein etwas flüssigerer Streckenverlauf im Motodrom und andere Strecken hätten einpacken können. Die Kurve eingangs Motodrom hätte man abstumpfen und die Sachs etwas verlagern können (oder auch abstumpfen).

Was einfach schade ist, ist der Fakt, dass man damals viel zu schnell und unüberlegt gehandelt hat. Wenn man sich das Video von Aldo auf der letzten Seite anschaut, sieht man, dass sogar die Tribünen im Hardtwald reich gefüllt waren. Die Zuschauer waren also nicht gelangweilt, sodass es ein Muss darstellte, die Strecke zu verändern. Man hat nicht nur einer der letzten Flaggschiffe der Hochgeschwindigkeit aus dem Rennbetrieb genommen, man hat sie auch noch nahezu restlos zerstört.

Meine Hoffnung ist, dass irgendwann mal eines Tages sich ein Milliardär bereit erklärt den Wiederaufbau zu finanzieren und die Hockenheim-Ring GmbH aufwacht und bemerkt, was heutzutage dem Rennsport fehlt. Layouts mit Charakter und Hochgeschwindigkeit. Träumen darf man ja :cry: :cry:
Zuletzt geändert von NeverSurrender am 02.08.2018, 09:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon axt » 01.08.2018, 09:41

War am Rennwochenende auch auf nostalgischer Erkundungstour im Wald. Viel ist dort wirklich nicht mehr zu erkennen. Man sieht es eigentlich wirklich nur noch am Pflanzenbestand, wobei man dort auch schon wissen sollte wie in etwa die alte Strecke verlief. Am Eingang Ost ist dann noch die alte Strecke zu erkennen wie es der Autor beschrieben hat. Der Fuhrmannsweg, von dem der Autor schrieb, ist allerdings noch ein Teil der ganz alten Rennstrecke.

Hier gibt es übrigens eine schöne Doku über den unnötigen und viel zu teuren Umbau. Qualität ist allerdings eher bescheiden.


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Re: Der "alte" Hockenheimring: Auf Spurensuche im Hardtwald

Beitragvon Since 88 » 01.08.2018, 18:47

NeverSurrender hat geschrieben:
Since 88 hat geschrieben:Meine Karte ist 39 Jahre älter, ganz ohne Ostkurve. Die Waldwege um die Strecke herum und im ehemaligen Infield haben sich in über 100 Jahren übrigens nicht verändert.

Kannst du deine Karte eventuell mal reinstellen? :D

Genau meine habe ich online nicht gefunden, nur die erste Aktualisierung von 1917. Da hat sich im Wald aber nichts verändert: https://geogreif.uni-greifswald.de/geog ... 7Kopie.jpg

Da gibt es dieselbe Karte mit dem Stand um 1945, mit der Ostkurve, aber ansonsten wenig Änderungen, aus dem Satz der von den Aliierten beschlagnahmten Karten: https://contentdm.lib.byu.edu/digital/c ... 3447/rec/1

Und bevor jemand fragt: Der Nürburgring, Stand 1893, also ohne Ring (geht über zwei Blätter);
https://geogreif.uni-greifswald.de/geog ... 3Kopie.jpg
https://geogreif.uni-greifswald.de/geog ... 3Kopie.jpg

Stand ca. 1945, also der ursprüngliche Ring vor GP-Kurs usw.:
https://contentdm.lib.byu.edu/digital/c ... 2374/rec/1
https://contentdm.lib.byu.edu/digital/c ... 2375/rec/1

Die alte Strecke von Spa gibt es in 1:25000 leider nur zur Hälfte, weil die preußisch-belgische Grenze mitten durch ging, und von 1945 überhaupt nicht, weil Eupen-Malmedy 1921 an Belgien fiel. Deshalb kann ich da nur 1:200000 anbieten:
https://geogreif.uni-greifswald.de/geog ... sgabeA.jpg

Nachtrag: Da gibt es eine etwas bessere Auflösung der alten Strecke, noch ohne Raidillon und ohne Masta-Schikane: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... -12655.jpg
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