Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 25.06.2018, 06:22

McLaren knochentief in der Krise: Warum ein Frosch in "Schoko-Gate" eine wichtige Rolle spielt und die Tage von Eric Boullier gezählt sind (sein sollten)

Liebe Leser,

ich war gerade mal acht Jahre alt, als mein damaliger Hero Gerhard Berger 1990 von Ferrari zu McLaren gewechselt ist. Zwei Jahre zuvor, 1988, war ich mit sechs noch etwas zu jung, um die legendären Fights zwischen Ayrton Senna und Alain Prost wirklich zu realisieren und dauerhaft abzuspeichern. Aber Berger-Senna, die frühen 1990er-Jahre, das hat sich bei mir eingebrannt.

Die rot-weißen Marlboro-Zigarettenschachteln, ebenso ikonisch wie erfolgreich, prägten die späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre wie kein anderes Team. Senna trug viel zu diesem Mythos bei, aber auch Ron Dennis mit seiner unterkühlten, aber effizienten Art und Weise, McLaren zu führen. Es war sein Team. Nicht jeder mochte seinen Führungsstil mit den Blüten, die "Ronspeak" eben manchmal so trieb. Aber zumindest gab es einen klaren Leader mit klarer Kante.

Das ist 28 Jahre später anders. Eric Boullier lässt für geleistete Überstunden offenbar Schokoriegel an seine Mitarbeiter verteilen. Und die Arroganz von McLaren, die auch in der Dennis-Ära immer ein bisschen mitgeschwungen hat, ist in Zeiten der Erfolglosigkeit leider ebenso omnipräsent wie unerträglich geworden.

Der Trainer muss Verantwortung übernehmen

Es steht mir nicht zu, aus der Ferne Diagnosen anzustellen, was bei McLaren schiefgelaufen ist, seit Lewis Hamilton Ende 2012 in Richtung Mercedes abgehauen ist. (Oder vielleicht schon davor.) Aber klar ist: Genau wie im Fußball muss letztendlich der Trainer die Verantwortung übernehmen. Und der Trainer, das ist in diesem Fall Boullier.

"Schoko-Gate" hat eine sekundäre Dimension, die vielen noch gar nicht bewusst ist. Auf den Freddo-Schokoriegeln, die es bei Amazon übrigens auch in Deutschland zu kaufen gibt (um 7,99 Euro für sechs Stück), ist ein Frosch abgebildet. Und für die Engländer - ob das nun politisch korrekt ist oder nicht, sei dahingestellt - sind die Franzosen abschätzig Frösche. Boullier wahrscheinlich ganz besonders.

Ob der ehemalige Lotus-Teamchef nun einer der Gründe für die McLaren-Misere ist oder nicht, wie die 'Daily Mail' behauptet, sei dahingestellt. Aber es ist Zeit für einen Wechsel. Das scheint auch Zak Brown erkannt zu haben. Auf Nachfrage, ob alle McLaren-Mitarbeiter in Silverstone noch dabei sein werden, antwortet er mit Ja. Für Abu Dhabi legt er sich allerdings nicht hundertprozentig fest.

McLaren ist am Tiefpunkt, und das erfüllt viele im Paddock mit Schadenfreude. Drei Jahre lang hat man das eigene Ego verteidigt, die Nase hochgehalten und trotz der ernüchternden Plätze neun, sechs und neun in der Konstrukteurs-WM beharrlich behauptet, man habe das wahrscheinlich beste Chassis im Feld. Nur der Honda-Motor sei so schlecht.

Honda-Ausreden: Man kann sie nicht mehr hören!

Ach ja, der Honda-Motor! Jener Motor also, mit dem Toro Rosso trotz schlechterer Fahrer fast so viele Punkte gesammelt hat wie zum gleichen Zeitpunkt 2017. Und den Red Bull in Kenntnis der relevanten Leistungsdaten als gut genug empfindet, um 2019 und 2020 damit auf Titeljagd zu gehen. Dieser Honda-Motor war an allem schuld.

Boulliers größtes Problem ist: Der Wechsel von Honda zu Renault hat McLaren alle Ausreden weggenommen, denn Red Bull gewinnt mit dem Renault-Motor Rennen. Also kann man McLaren nun seriös an der eigenen Leistung messen. Und da ist die Realität: Die war in der 53-jährigen Geschichte des Teams noch nie so schlecht.

Fernando Alonso

Wie lange tut sich Fernando Alonso dieses McLaren-Team noch an?

Wenn ein Superstar wie Fernando Alonso, der gerade noch Le Mans gewonnen hat, in Le Castellet in Q1 ausscheidet, muss man davon ausgehen, dass McLaren nicht eines der besten, sondern eines der schlechtesten Chassis im Feld hat.

Ron Dennis wird zu Hause sitzen und sich ein Lächeln der Rache nicht verkneifen können, wenn er sieht, wie seine Nachfolger mit ihren Plänen gnadenlos scheitern. Jene Nachfolger nämlich, die ihn einst ausgehebelt und verdrängt haben, und das noch mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht.

Nach dem Saisonauftakt in Melbourne vertröstete Boullier: Der Grand Prix von Australien werde das schlechteste Wochenende des Jahres bleiben, von jetzt an werde es nur noch aufwärts gehen. In großen Schritten.

Die Realität ist: Melbourne war das erfolgreichste Wochenende des McLaren-Teams in dieser Saison. Seither ging es nur noch abwärts.

Hochmut nicht vor dem, sondern mitten im Fall

Hochmut kommt bei McLaren nicht vor dem Fall, sondern mittendrin. Es entbehrt nicht einer unappetitlichen Überheblichkeit, wenn der umstrittene Zeitungsbericht der 'Daily Mail' von Zak Brown als glatte Lüge abgetan wird, als Hirngespinst eines einzelnen frustrierten Mitarbeiters, der mit seinem Leben nicht klarkommt und in Racheabsicht zu einem Journalisten gelaufen ist, um sich auszuheulen.

McLaren stellt die Unzufriedenen im Team als Einzelfälle dar. Unweigerlich bei mehr als 800 Mitarbeitern, dass es sowas gibt. Aber liest man sich anonyme Bewertungen des Unternehmens durch seine Mitarbeiter durch, wird ein ganz anderes Bild gezeichnet. Die Atmosphäre in Woking muss fürchterlich sein, ein Klima der Angst scheint sich auszubreiten.


Fotostrecke: GP Frankreich: Fahrernoten der Redaktion

Lance Stroll (5): Der Ritt über den "Baguette-Kerb" im Quali hat ihn auf den letzten Platz katapultiert, von dem aus ihm erneut einer seiner Raketenstarts gelang. Aber Stroll hat den Reifenplatzer im Rennen mit einem Verbremser selbst verschuldet. Man hat das Gefühl: Er versucht es mit der Brechstange. Zu sehr.

Lance Stroll (5): Der Ritt über den "Baguette-Kerb" im Quali hat ihn auf den letzten Platz katapultiert, von dem aus ihm erneut einer seiner Raketenstarts gelang. Aber Stroll hat den Reifenplatzer im Rennen mit einem Verbremser selbst verschuldet. Man hat das Gefühl: Er versucht es mit der Brechstange. Zu sehr.

Und wenn AND (Brown und Boullier) davon tatsächlich nichts mitbekommen, dann bestätigt das nur die Theorie ihrer Kritiker, dass sie völlig entkoppelt von jeder Realität durch die Flure schreiten.

Es ist an der Zeit, dass sich bei McLaren etwas ändert. Und diesmal bitte nicht nur die Farbe!

Wer sonst noch schlecht geschlafen hat:

Sebastian Vettel: Auch wenn er sich nach dem Rennen nachvollziehbar verteidigt hat: Die Aktion gegen Valtteri Bottas in der ersten Kurve war völlig daneben. Vettel will Weltmeister werden, und dann sollte er wissen, dass er Grands Prix nicht in der ersten Kurve gewinnt. Schon gar nicht gegen den Teamkollegen seines schärfsten Rivalen. Max Verstappen hat darum gebeten, dass die Medien nun auch mit Vettel scharf ins Gericht gehen. Bitte, gern geschehen!

Paddy Lowe: Genau wie bei McLaren müssen sich langsam auch bei Williams die handelnden Personen fragen, ob die anhaltende Erfolglosigkeit nicht an ihnen selbst liegt. Es war ein Fehler, dem Ruf des Geldes zu folgen und die schlechtesten Fahrer der Formel 1 zu verpflichten. Aber Lowes Team hat auch eine Gurke sondergleichen gebaut, mit der man in Wahrheit keinen Blumentopf gewinnen kann. Wäre Frank Williams noch am Ruder, wäre er seinen Job schon längst wieder los.

Christian Estrosi: Der Chefveranstalter des Grand Prix von Frankreich muss sich nach dem heillosen Verkehrschaos des vergangenen Wochenendes unangenehme Fragen stellen lassen. Sollte man meinen! Denn die "Pressekonferenz" nach dem Event bestand im Wesentlichen aus einer glorifizierenden Selbstdarstellung, wie toll das Frankreich-Comeback nicht gelaufen sei, und zwei, drei Alibi-Fragen hinterher. Wir haben inzwischen ein ausgeklügeltes Verkehrskonzept für 2019 erarbeitet, das wir Estrosi gern kostenlos zur Verfügung stellen: Wie wär's vielleicht mit Shuttlebussen?

Übrigens: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat, nämlich Sauber-Rookie Charles Leclerc, das können Sie jetzt in der Schwesternkolumne meines Kollegen Stefan Ehlen auf de.motorsport.com nachlesen.

Ihr
Christian Nimmervoll

PS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!


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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon bolfo » 25.06.2018, 07:21

Ich habs schon mal geschrieben: McLaren hat bis heute nicht realisiert, dass man kein Top-Team mehr ist. Obschon man seit 2014 (!!!) einem Podiumsplatz hinterher fährt, tut man so, als ob man weltmeisterlich wäre, engagiert gleich zwei Weltmeister mit Rekordgehältern und verärgert Sponsoren, weil sie nicht "potent" genug seien. Dafür fuhr man lange mit einer blanken Kiste rum. Ebenso holt man sich einen Exklusivvertrag mit Honda, obschon man mit einem zweiten Team mehr Daten über die Motoren und auch einen direkten Vergleich zu einem Konkurrenten haben könnte. Aber nein, stattdessen redet man die grosse kommende McLaren-Honda Dominanz herbei. Und holt dafür die alten Kisten von 1988 aus dem Mottenlager und setzt Alonso für Showrunden ein. Genau so eine Dominanz soll es nämlich werden. Geworden ist daraus ein Desaster. Den einzigen Rekord, den man aufgestellt hat, ist ein Strafenrekord, weil man teilweise 50 Plätze und mehr nach hinten versetzt wurde. Dabei schreit man aber in die Welt, man habe das wohl beste Chassis. Lächerlich. Genau deshalb hat man schon 2013 und 2014 eben keine Rennen gewonnen - trotz Mercedes-Motoren.

Der Wechsel zu Renault hat nun alle Ausreden gekostet. Man ist - und zwar ersichtlich - das schlechteste Renault-Team, währenddem STR mit dem Honda-Motor gleich im zweiten Rennen McLarens Bestleistung mit P4 übertrumpft. Man hat sich also in allen Bereichen der Lächerlichkeit preisgegeben.

Man wird im Verlauf des Jahres wohl weiterhin zurückfallen. Aktuell ist man nur dank Alonso überhaupt auf P5. Aber das sind sehr teuer erkaufte Punkte. Ohne Alonso würde man sich wohl mit Williams um die goldene Ananas streiten.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Meister_Eder » 25.06.2018, 07:36

Also McLaren ist in meinen Augen nicht mehr das was es einmal war. Man hat es gestern am Boxenfunk gehört wie frustrierend das für einen Alonso sein muss, mit so einer orangen Schnecke rum zufahren. Ich an seiner Stelle hätte mein Auto irgendwo am Rand geparkt und fertig!

Zu Vettel:
Mein Gott, ja er hat einen Fehler gemacht ist halt gestern nur 5 geworden. Aber in meinen Augen versucht er alles um Weltmeister zu werden. Wer nix wagt kann nur verlieren! Also in Österreich wird der ganze Spaß auch schon wieder anders aussehen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Spocki » 25.06.2018, 07:44

Redaktion hat geschrieben:
Nach dem Saisonauftakt in Melbourne vertröstete Boullier: Der Grand Prix von Australien werde das schlechteste Wochenende des Jahres bleiben, von jetzt an werde es nur noch aufwärts gehen. In großen Schritten.

Die Realität ist: Melbourne war das erfolgreichste Wochenende des McLaren-Teams in dieser Saison. Seither ging es nur noch abwärts.

Ich musste echt lachen. :lol: :lol: :lol:
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Rennsemmel » 25.06.2018, 09:37

Natürlich steckt McLaren in der Krise. Man muss aber auch fairerweise sagen, dass Honda mit TR noch schlechter war!
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon phenO » 25.06.2018, 10:05

Boullier raus, Whitmarsh und/oder Capito zurückholen und das Auto dieses Jahr nicht mehr weiterentwickeln.

Neustart ab 2019, Sponsoren auch kleinerer Güte akzeptieren und das Indy-Projekt so schnell es geht an den Start bringen um Alonso halten zu können.
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ALO95 » 25.06.2018, 10:11

Ich mag zwar den Boullier überhaupt nicht aber ich denke nicht dass bei ihm die Hauptschuld zu finden ist. Da wird so getan als sei er der Technische Direktor. McLaren hat eine enorm aufgeblasene Hierarchie und da hat halt auch der Boullier einen Platz als Rennleiter. Er ist halt bei den Rennen immer vor Ort und wird deswegen verantwortlich gemacht obwohl er fast keine Befugnisse hat.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon freshman » 25.06.2018, 10:15

Würde mich freuen Alonso in der IndyCar zusehen jedoch ist das Projekt für das Team nicht optimal. Man kann nicht mit dem gleichen Elan auf zwei Hochzeiten tanzen. Geht in die selbe Richtung wie die Aussagen "nur ein Werksteam kann Weltmeister werden".

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon RoRo35 » 25.06.2018, 10:41

Solange man nicht genau weis, woran es liegt, kann man viel sagen und schreiben. Fakt ist aber eins, von Rennen zu Rennen wird es schlechter. Und die Mechaniker machen auch nur das, was die Hauptakteure sagen.
Vielleicht ist ja ein Mercedes Mitarbeiter zu MCL gegangen und revoltiert die ganze Zeit im Hintergrund und stichelt ständig gegen Alonso (Rückblickend auf 2008) (SPASS)

In anderen Sportarten muss auch die Führungsriege gehen, wenn die Leistung des gesamten Teams nicht erbracht wird. Und diese Leistung die hier erbracht wurde, ist deutlich schlechter als in den letzten Jahren.

Gestern habe ich F1 ausgemacht, weil ich diesen leiden nicht mehr mit anschauen konnte. Ärgerlich das ein Alonso auf Platz 16 rum eiert... und das nervt mich ziemlich -.-

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon daSilvaRC » 25.06.2018, 10:52

Eine schande was da passiert.

Fahrerisch kann man Alonso nicht viel vorwerfen, ich kann sogar verstehen wenn er da keinen Bock mehr hatte gestern.

Boullier war schon Bei Lotus dabei als das Team stark abfiel.
Früher war alles besser... auch die Zukunft!

„Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd“

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon theCraptain » 25.06.2018, 11:03

phenO hat geschrieben:Boullier raus, Whitmarsh und/oder Capito zurückholen und das Auto dieses Jahr nicht mehr weiterentwickeln.

Neustart ab 2019, Sponsoren auch kleinerer Güte akzeptieren und das Indy-Projekt so schnell es geht an den Start bringen um Alonso halten zu können.

:thumbs_up:

Und für die Engländer - ob das nun politisch korrekt ist oder nicht, sei dahingestellt - sind die Franzosen abschätzig Frösche. Boullier wahrscheinlich ganz besonders.

ich glaube nicht nur für die Engländer :mrgreen:

Und Herr Nimmervoll sollte auch nschlecht geschlafen haben. Nicht wegen dieser Kolumne, die ist wie immer gelungen, nein wegen seinem dämlichen Bericht gestern dass es zum GP sehr wahrscheinlich regnen wird.
https://www.formel1.de/news/grand-prix-berichte/2018-06-24/wettervorhersage-regenrennen-in-le-castellet-wahrscheinlich

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon EffEll » 25.06.2018, 11:43

ALO95 hat geschrieben:Ich mag zwar den Boullier überhaupt nicht aber ich denke nicht dass bei ihm die Hauptschuld zu finden ist. Da wird so getan als sei er der Technische Direktor. McLaren hat eine enorm aufgeblasene Hierarchie und da hat halt auch der Boullier einen Platz als Rennleiter. Er ist halt bei den Rennen immer vor Ort und wird deswegen verantwortlich gemacht obwohl er fast keine Befugnisse hat.

Hast du dir den verlinkten Zeitungsbericht mit den "Prämien" und die anonymen Firmenbewertungen durchgelesen?
Es geht doch gar nicht um die Rennen.
Dass bei einer solchen "Wertschätzung" der eigenen Arbeitsleistung und genereller Ahnungslosigkeit der Führung die Ergebnisse fehlen, ist überhaupt kein Wunder.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Kimi0804 » 25.06.2018, 12:51

bolfo hat geschrieben:Ich habs schon mal geschrieben: McLaren hat bis heute nicht realisiert, dass man kein Top-Team mehr ist. Obschon man seit 2014 (!!!) einem Podiumsplatz hinterher fährt, tut man so, als ob man weltmeisterlich wäre, engagiert gleich zwei Weltmeister mit Rekordgehältern und verärgert Sponsoren, weil sie nicht "potent" genug seien. Dafür fuhr man lange mit einer blanken Kiste rum. Ebenso holt man sich einen Exklusivvertrag mit Honda, obschon man mit einem zweiten Team mehr Daten über die Motoren und auch einen direkten Vergleich zu einem Konkurrenten haben könnte. Aber nein, stattdessen redet man die grosse kommende McLaren-Honda Dominanz herbei. Und holt dafür die alten Kisten von 1988 aus dem Mottenlager und setzt Alonso für Showrunden ein. Genau so eine Dominanz soll es nämlich werden. Geworden ist daraus ein Desaster. Den einzigen Rekord, den man aufgestellt hat, ist ein Strafenrekord, weil man teilweise 50 Plätze und mehr nach hinten versetzt wurde. Dabei schreit man aber in die Welt, man habe das wohl beste Chassis. Lächerlich. Genau deshalb hat man schon 2013 und 2014 eben keine Rennen gewonnen - trotz Mercedes-Motoren.

Der Wechsel zu Renault hat nun alle Ausreden gekostet. Man ist - und zwar ersichtlich - das schlechteste Renault-Team, währenddem STR mit dem Honda-Motor gleich im zweiten Rennen McLarens Bestleistung mit P4 übertrumpft. Man hat sich also in allen Bereichen der Lächerlichkeit preisgegeben.

Man wird im Verlauf des Jahres wohl weiterhin zurückfallen. Aktuell ist man nur dank Alonso überhaupt auf P5. Aber das sind sehr teuer erkaufte Punkte. Ohne Alonso würde man sich wohl mit Williams um die goldene Ananas streiten.

Damit triffst du den Nagel auf dem Kopf :thumbs_up:
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon BruderimHerrn » 25.06.2018, 13:24

Natürlich ist Boullier bei McLaren eine absolute Katastrophe, nicht erst diese Saison. Allein das GPS-Märchen, mit eine Charakteristik des Hondamotors drehfreudig und gut fahrbar im unteren Drehzahlband, sich einfach an die eigene McLaren-Fahne zu heften und von einem der besten Chassis zu sprechen :roll: .
Nun jetzt ist der Hondamotor weg und ein Renault drin, bei dem keine Kennfelder für McLaren entwickelt werden ( hätte man natürlich im technischen Stab von McLaren wissen können :confused: ) und schwupps ist man in langsamen Kurven auch eine Gurke :mrgreen: was ein Zufall.
Natürlich ist Boullier nicht alleine Schuld an der McL Situation, einen Pat kann eine gute Bindung in der Firma locker ausgleichen aber leider ist da auch noch Patachon. Brown schafft es nicht eine Bindung zur Kernbelegschaft zu bekommen, er spricht nicht die selbe Sprache und versteht die Abläufe nicht. Aus der Deckung kommt er auch nicht, stellt sich feige hin und erklärt für die Technik ist auf keinen Fall er verantwortlich, daß mag stimmen (er hat auch keine entsprechende vita) aber dann bitte den Posten räumen. Lieber gibt er sich mit seinem teuersten Angestellten ab und bündelt seine Arbeitskraft in ein Schaulaufen an diversen Rennstrecken der Welt. Ein schönes Hobby, während die Firma für die man eig. verantwortlich ist vor die Hunde geht. Und für Teamstimmung, Arbeitsmotivation und Zusammenhalt kann man ihn sehr wohl verantwortlich machen.

Das McLaren F1 Team hat derzeit wohl einen Wertverlust bei dem es Ron locker zurückkaufen könnte, leider ist es aber an die McLaren Group gebunden ( obwohl auch gut sonst wäre es pleite) und deren Geschäfte laufen zum Glück.
Danke Legende ***

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon afa1515 » 25.06.2018, 14:39

Bei McLaren und Williams gehören einige Teamverantwortliche ausgewechselt.


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