Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Redaktion » 26.03.2018, 06:15

Warum Chefredakteur Christian Nimmervoll findet, dass man die Freude bei McLaren über den Saisonauftakt in Melbourne etwas kritischer hinterfragen sollte © LAT Stehen 2018 unter enormem Erfolgsdruck: Eric Boullier und Zak Brown Liebe Leser,

in der Schwesternkolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" auf de.motorsport.com erzählt Ihnen heute mein Kollege Stefan Ehlen, warum sich McLaren-Rennleiter Eric Boullier als einer der Sieger des Wochenendes fühlen darf.

Grund genug für mich, genau gegenteilig zu argumentieren - und Ihnen in unserer beliebten Montags-Kolumne zu erklären, warum McLaren für mich ganz im Gegenteil einer der großen Verlierer des Melbourne-Wochenendes ist.

Um zu diesem Schluss zu kommen, muss man sich eigentlich nur die nackten Zahlen anschauen. Selbst Superstar Fernando Alonso, sicherlich besser als der Durchschnittsfahrer in der Formel 1, verlor in Q2 am Samstag 1,7 Sekunden auf die Bestzeit.

Das heißt, es fehlten 1,3 Sekunden auf Red Bull und 0,6 Sekunden auf Renault. Genau das müssen 2018 McLarens Gegner sein - weil die beiden Teams den gleichen Motor haben.

Im Rennen fuhr Alonso dann den auf den ersten Blick versöhnlichen fünften Platz ein, immerhin vor Max Verstappen. Das freilich hatte er purem Glück zu verdanken, denn bei nur marginal anderem Timing in der Safety-Car-Phase hätte er gegen Red Bull keine Chance gehabt.

Das beweisen die Daten: Vom Re-Start in Runde 32 bis zur Zieldurchfahrt verlor Alonso 20,6 Sekunden auf den vor ihm fahrenden Daniel Ricciardo. Also 0,8 Sekunden pro Runde.Melbourne war nur das absolute MinimumP11/12 im Qualifying und P5/9 im Rennen sind eine Steigerung, ja - aber nicht der Erfolg, den uns McLaren mit gespielter Zufriedenheit suggerieren möchte, sondern nur das absolute Minimum, das man erwarten musste.Wenn auf Red Bull durchschnittlich eine Sekunde fehlt, mit dem gleichen Motor und vergleichbaren Ressourcen, dann läuft etwas schief. Auch wenn Melbourne sicher - und in dem Punkt glaube ich Alonso und Boullier sogar - nur der Anfang war.Tatsache ist: Das McLaren-Management um Boullier, Marketingchef Zak Brown und Geschäftsführer Jonathan Neale steht unter Druck. Gewaltig.Nicht nur, dass McLaren seit Lewis Hamiltons Wechsel zu Mercedes (2012) keinen Grand Prix mehr gewonnen hat, was für ein sportlich so erfolgsverwöhntes Team eine Katastrophe ist; wäre auf dem Chassis in Papaya-Orange auch noch reichlich Platz für einen Hauptsponsor. Aber Fehlanzeige. F1 Debrief: Knackpunkte GP Australien Noch offene Fragen zum Rennen in Melbourne? Wir sind zuversichtlich, dass wir sie in diesem Highlight-Video beantworten können! Weitere Formel-1-Videos Brown unternimmt alles, um McLaren trotz ausbleibender Erfolge im Gespräch zu halten, innovativ aufzutreten, Sponsoren zu gewinnen. Aber das ist eine Herkulesaufgabe, solange das Team keine Rennen gewinnt. Dafür sind andere zuständig.Der Druck in Woking muss gigantisch sein. Denn bei der McLaren-Krise geht es nicht nur darum, dass man gern wieder mal einen Pokal in den Trophäenschrank stellen würde - sondern es geht um die Existenz des McLaren-Formel-1-Teams.Anleihen könnten zum Schulden-Bumerang werden2017, als "Mister McLaren" Ron Dennis in einem auch von privaten Animositäten durchzogenen Machtkampf um umgerechnet mehr als 300 Millionen Euro aus seinem Lebenswerk gekauft wurde, musste sich McLaren Geld besorgen.

Also wurden Anleihen im Wert von mehr als 550 Millionen Euro aufgelegt, um an frisches Geld zu kommen. Erstens um Dennis auszahlen zu können, zweitens für neue Investitionen.

Aber was verpackt als "Bond" ziemlich hip klingt, ist in Wahrheit nichts anderes als ein gigantischer Schuldenberg, der den Investoren irgendwann zurückgezahlt werden muss.

Und wenn McLaren nicht bald in die Erfolgsspur zurückfindet, wird sich wohl auch kein neuer Hauptsponsor finden. Ohne weitere Investitionen in die Entwicklung freilich wird es schwierig, bald Rennen zu gewinnen. Ein Teufelskreis. © LAT P5: Die Leistung in Melbourne sah besser aus, als sie wirklich war Noch ist Dennis' Lebenswerk nicht vor die Wand gefahren. Aber Eric Boullier steht enorm unter Druck. Wenn es ihm mit seinen alten Freunden von Renault und Superstar Alonso nicht gelingt, McLaren zurück in den Kreis der Topteams zu führen, ist er gescheitert. Und sein Problem ist, dass das richtig schnell gehen muss.Honda als Ausrede gibt's nicht mehr ...Natürlich versucht man da gute Miene zum bösen Spiel zu machen, obwohl eine Sekunde pro Runde fehlt. Drei Jahre lang hat McLaren behauptet, eines der besten Chassis der Formel 1 zu haben, und gnadenlos auf Honda eingeprügelt.

Vom Renault-Motor wissen wir, dass er zwar nicht auf Mercedes-Niveau ist, aber Rennen gewinnen kann. Und trotzdem fehlen im ersten Qualifying der Saison 1,7 Sekunden. Das kann man nur als Misserfolg werten.

Dass sich der kommerzielle Druck durchaus auf das Sportliche auswirkt, konnte man im Rennen beobachten. Alonso fuhr eine befreite erste Runde, in der er gleich mal Landsmann Carlos Sainz außen zu überholen versuchte - etwas, was mit Honda-Power undenkbar gewesen wäre.Aber schon ein paar Runden später begann er wieder zu nörgeln. Mit dem Energiespeicher könne etwas nicht stimmen, schimpfte er. Der Kommandostand wusste aber nicht, was er damit meint ...

Die Formel 1 ist eigentlich viel zu komplex für schnelle Turnarounds. Aber genau das wird von Eric Boullier und seinem Team verlangt. Keine Aufgabe, um die ich ihn beneide. Sollte der Turnaround 2018 gelingen, bin ich der Erste, der aufsteht und applaudiert. Ehrlich.

Aber der Anfang in Melbourne war nicht so verheißungsvoll, wie man uns gerade zu verklickern versucht.Wer sonst noch schlecht geschlafen hat:Günther Steiner: Es hätte eigentlich das beste Teamergebnis in der noch jungen Haas-Geschichte in der Formel 1 werden sollen. Stattdessen flossen Tränen. Zweimal menschliches Versagen beim Boxenstopp, zweimal der Schlagschrauber verkantet. Auch wenn das vielleicht Ursachen hatte - jetzt heißt es für die gebeutelten Mechaniker fleißig Boxenstopps üben. Damit so etwas in Bahrain nicht noch einmal passiert.

Wenn Haas permanent auf Melbourne-Niveau fahren kann, wird bald kein Hahn mehr nach dem Drama krähen. Aber daran fehlt mir ehrlich gesagt der Glaube.

Toto Wolff: Wenn ein Auto schnell genug ist, um mit 0,7 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten auf Pole-Position zu fahren, sollte es eigentlich auch dazu in der Lage sein, einen Doppelsieg zu feiern. Überfahrer Lewis Hamilton hin oder her. Tatsache ist: Mercedes hätte beim Grand Prix von Australien 43 Punkte holen können, stattdessen wurden es nur 22. Das lag ein bisschen an unglücklichen Umständen (im Fall von Hamilton), aber auch sehr stark an Unvermögen (im Fall von Valtteri Bottas).Toto Wolff muss keine dauerhaften Schlafstörungen haben - dafür ist der Silberpfeil viel zu gut. Aber dass Sebastian Vettel und Ferrari zum Saisonauftakt unnötig ein Sieg (und Momentum) geschenkt wurde, wird den Österreicher zurecht wurmen.

Frank Williams: Das einst so stolze Williams-Team ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Frank Williams, der Ende 1996 keine Skrupel hatte, Damon Hill als frischgebackenen Weltmeister vor die Tür zu setzen, weil er ihn für nicht gut genug hielt, muss das Herz wehtun, wenn er sieht, dass das Nachfolge-Management mit Lance Stroll und Sergei Sirotkin zwar das finanziell lukrativste, aber wahrscheinlich auch das schlechteste Fahrerduo der Formel 1 verpflichtet hat.

Der FW41 ist viel besser als der vorletzte Platz, den Stroll in Melbourne herausgeholt hat. Aber mit diesen Fahrern wird man von diesem technischen Potenzial in der Saison 2018 nicht viel sehen.

Ihr
Christian Nimmervoll

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Pipo92
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Pipo92 » 26.03.2018, 07:39

Ich weiß nicht so recht, ob man der Verlierer des Wochenendes ist, wenn man besser abschneidet, als ich die Performance zulässt. Bei McLaren ist sicher noch viel Luft nach oben, alleine schon durch die verkürzte Entwicklungszeit durch den späten Wechsel zu Renault, der Mythos, dass McLaren eines der besten Chassis hat ist jedoch vorerst zerstört.

An Verlierern hat es dabei gar nicht gemangelt, Bottas wird 8. im Mercedes (und dabei profitierte er schon von den Haas-Ausfällen).

Stroll wird Vorletzer, wobei er dabei auch noch von Hartleys Bremsplatten in der ersten Runde profitiert, beide Williams waren das ganze Wochenende zu langsam.

Die Torro Rosso Performance lag weit unter den Erwartungen, dazu bei beiden Autos technische Probleme.

Verstappen wirft ein gutes Ergebnis weg, erinnert mich an bisschen an Vettel, extrem stark wenn das Auto passt, wenn es aber mal nicht passt, wird krampfhaft versucht über Aggresivität mehr rauszuholen, als eigentlich drin ist.
Bei Verstappen zeigte sich das in einer Vielzahl von Quersteher, und einer davon endete in einem Dreher, der ihn statt um Platz 3 zu kämpfen auf Platz 6 beförderte. Das ist für mich derzeit der Unterschied zu kompletteren, erfahreneren Piloten wie Alonso, der merkt, wenn er das Maximum erreicht hat und hält dann dieses Level.

Ähnlich war es auch bei Sainz, der am Freitag um Samstag einen stärkeren Eindruck machte als Hülkenberg, im entscheidenden Qualifying hat er es aber nicht umsetzen können und im Rennen landetet er nach einem Ausritt durch das Kiesbett auf Platz 10 während Hülkenberg 7. wird.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Spocki » 26.03.2018, 08:14

Pipo92 hat geschrieben: Die Torro Rosso Performance lag weit unter den Erwartungen, dazu bei beiden Autos technische Probleme.
Was für Erwartungen denn? :shrug:
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von LoK-hellscream » 26.03.2018, 08:42

Pipo92 hat geschrieben:Ähnlich war es auch bei Sainz, der am Freitag um Samstag einen stärkeren Eindruck machte als Hülkenberg, im entscheidenden Qualifying hat er es aber nicht umsetzen können und im Rennen landetet er nach einem Ausritt durch das Kiesbett auf Platz 10 während Hülkenberg 7. wird.
Naja, bei Sainz war dies eigentlich ein toller Ergebnis, dafür, dass ihn seine Wasserflasche ertränken wollte. :mrgreen:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Pipo92 » 26.03.2018, 09:45

Spocki hat geschrieben:
Pipo92 hat geschrieben: Die Torro Rosso Performance lag weit unter den Erwartungen, dazu bei beiden Autos technische Probleme.
Was für Erwartungen denn? :shrug:
Nach den Tests sagte der Teamchef:
"Die ersten drei Plätze sind an Red Bull, Mercedes und so vergeben. Aber ab dem vierten Platz wird viel zwischen Force India, Williams, hoffentlich Toro Rosso, McLaren und Renault gekämpft werden"

Dass sie mit Williams kämpfen stimmt zumindest :mrgreen:

Und Hartley sagte folgendes:
"...bei diesen Tests haben wir auch unsere eignen Erwartungen übertroffen und werden jetzt definitiv in den Kampf um die Punkte eingreifen können."

LoK-hellscream hat geschrieben:
Pipo92 hat geschrieben:Ähnlich war es auch bei Sainz, der am Freitag um Samstag einen stärkeren Eindruck machte als Hülkenberg, im entscheidenden Qualifying hat er es aber nicht umsetzen können und im Rennen landetet er nach einem Ausritt durch das Kiesbett auf Platz 10 während Hülkenberg 7. wird.
Naja, bei Sainz war dies eigentlich ein toller Ergebnis, dafür, dass ihn seine Wasserflasche ertränken wollte. :mrgreen:
Mit den ganzen 0,7Litern Inhalt?
0,7 Liter auf 1,5 Stunden sind jetzt glaube ich kein riesiges Problem und auf die Idee, das Wasser einfach auszuspucken scheint er wohl auch nicht gekommen zu sein :eh:

Mark Webber hat 2007 wirklich in seinen Helm gekotzt und ist noch weitergefahren auf Platz 2 liegend.

Offtopic: Bis Lewis Hamilton im Regen hinter dem Safety-Car eine Vollbremsung hinlegte und so einen Auffahrunfall von Webber und Vettel verusachte, statt einer entsprechenden Strafe für Hamilton wurde nach Auswertung der Telemetriedaten lediglich die Strafe für Vettel aufgehoben. Gab es da nicht einen ähnlichen Vorfall letztes Jahr? :popcorn:
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Darkdriver » 26.03.2018, 09:47

Pipo92 hat geschrieben:Ich weiß nicht so recht, ob man der Verlierer des Wochenendes ist, wenn man besser abschneidet, als ich die Performance zulässt. Bei McLaren ist sicher noch viel Luft nach oben, alleine schon durch die verkürzte Entwicklungszeit durch den späten Wechsel zu Renault, der Mythos, dass McLaren eines der besten Chassis hat ist jedoch vorerst zerstört.

An Verlierern hat es dabei gar nicht gemangelt, Bottas wird 8. im Mercedes (und dabei profitierte er schon von den Haas-Ausfällen).

Stroll wird Vorletzer, wobei er dabei auch noch von Hartleys Bremsplatten in der ersten Runde profitiert, beide Williams waren das ganze Wochenende zu langsam.

Die Torro Rosso Performance lag weit unter den Erwartungen, dazu bei beiden Autos technische Probleme.

Verstappen wirft ein gutes Ergebnis weg, erinnert mich an bisschen an Vettel, extrem stark wenn das Auto passt, wenn es aber mal nicht passt, wird krampfhaft versucht über Aggresivität mehr rauszuholen, als eigentlich drin ist.
Bei Verstappen zeigte sich das in einer Vielzahl von Quersteher, und einer davon endete in einem Dreher, der ihn statt um Platz 3 zu kämpfen auf Platz 6 beförderte. Das ist für mich derzeit der Unterschied zu kompletteren, erfahreneren Piloten wie Alonso, der merkt, wenn er das Maximum erreicht hat und hält dann dieses Level.

Ähnlich war es auch bei Sainz, der am Freitag um Samstag einen stärkeren Eindruck machte als Hülkenberg, im entscheidenden Qualifying hat er es aber nicht umsetzen können und im Rennen landetet er nach einem Ausritt durch das Kiesbett auf Platz 10 während Hülkenberg 7. wird.
Verstappen hatte sich die Badgebords zerstoert, von da an ging nichts mehr. Das Auto scheint sehr sensibel zu sein...
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von FU Racing Team » 26.03.2018, 10:00

Ich dachte ja die Haas-Crew würde man am schlechtesten schlafen lassen, aber es ist auch schön von der Kolumne überrascht zu werden ;-)

Insgesamt eine gute erste Kolumne zum Start der Saison :thumbs_up:

Williams wird wohl leider wirklich ein Trauerspiel 2018 hinlegen. Von denen erwartet man einfach mehr als bspw. von Toro Rosso, da sie den Mercedes-Motor haben. Aber mit Stroll und Sirotkin wird das schwierig werden.
Und wie sehr sich McLaren steigern kann, wird eine der spannendsten Fragen während der Saison sein...
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von abloo » 26.03.2018, 10:04

Redaktion hat geschrieben: Frank Williams: Das einst so stolze Williams-Team ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Frank Williams, der Ende 1996 keine Skrupel hatte, Damon Hill als frischgebackenen Weltmeister vor die Tür zu setzen, weil er ihn für nicht gut genug hielt, muss das Herz wehtun, wenn er sieht, dass das Nachfolge-Management mit Lance Stroll und Sergei Sirotkin zwar das finanziell lukrativste, aber wahrscheinlich auch das schlechteste Fahrerduo der Formel 1 verpflichtet hat.

Der FW41 ist viel besser als der vorletzte Platz, den Stroll in Melbourne herausgeholt hat. Aber mit diesen Fahrern wird man von diesem technischen Potenzial in der Saison 2018 nicht viel sehen.
Viel besser wird Williams nicht sein... aber das die Fahrer jetzt nicht die besten sind stimme ich zu

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Pipo92 » 26.03.2018, 10:14

Darkdriver hat geschrieben:
Pipo92 hat geschrieben:...

Verstappen wirft ein gutes Ergebnis weg, erinnert mich an bisschen an Vettel, extrem stark wenn das Auto passt, wenn es aber mal nicht passt, wird krampfhaft versucht über Aggresivität mehr rauszuholen, als eigentlich drin ist.
Bei Verstappen zeigte sich das in einer Vielzahl von Quersteher, und einer davon endete in einem Dreher, der ihn statt um Platz 3 zu kämpfen auf Platz 6 beförderte. Das ist für mich derzeit der Unterschied zu kompletteren, erfahreneren Piloten wie Alonso, der merkt, wenn er das Maximum erreicht hat und hält dann dieses Level.

...
Verstappen hatte sich die Badgebords zerstoert, von da an ging nichts mehr. Das Auto scheint sehr sensibel zu sein...
Es war eine Beschädigung am Diffusor, die er sich in Runde 6 zugezogen hat, als er in Kurve 12 zu weit von der Strecke abkam, während er am Haas vorbei wollte.

Und dann kommt die, sagen wir mal Rennintelligenz/Erfahrung ins Spiel.
Fahre ich weiter mit Volldampf in der verwirbelten Luft des vor mir fahrenden Wagen, obwohl ich Probleme mit übersteuern in Kurven habe, oder nehme ich etwas Dampf raus, schone die Reifen und versuche den Haas per Overcut durch die härteren Reifen und das höhere Renntempo zu überholen (was sich durch den Ausfall dann ja von selbst erledigt hätte).

Wenn man als Fußballspieler die gelbe Karte sieht und danach noch 2-3 Fouls begeht, sollte man ja auch verhindern, dass man vom Platz fliegt, bzw. in diesem Fall von der Strecke.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von SaintRaptor » 26.03.2018, 10:21

Gelungener Artikel!
Klar wird man bei Haas auch keine tolle Nacht gehabt haben, aber das Auto hat am ersten Rennwochenende bestätigt, was viele Verantwortliche und Experten in der Formel 1 Welt vorhergesagt haben. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Natürlich schmerzen die weggeworfenen Punkte schon sehr, das wären einfach mal um die 20 Punkte gewesen, aber in der ersten Saisonhälfte sollte man in der Lage sein, regelmäßig in die Punkte zu fahren. Man ist knapp vor Renault und deutlich vor Mclaren und co. Wenn es stimmt, dass das Setup nicht wirklich gut war ist man klar 4. Kraft.
Natürlich wird McLaren und Renault im Verlauf der Saison aufholen und vielleicht sogar vorbeiziehen. Aber zufrieden kann man bei Haas mit der allgemeinen Situation auf jeden Fall sein.

Bei Williams setzt sich die Abwärtsspirale fort, die jetzt auch schon seit 2014 andauert. Da ändert auch das glückliche Podium aus dem letzten Jahr von Stroll nichts. Je kleiner der Motorenvorteil von Mercedes wird und je wichtiger das restliche Auto wird, desto weiter rutscht Williams in Richtung roter Laterne. Der Fahrerpaarung kann man auch nur in den absoluten Chaosrennen Punkte zutrauen und je nach Entwicklungsgeschwindigkeit (und Entwicklungserfolg) von Honda wird man letzter in der KWM.

Nun zu Mclaren:
Natürlich versucht man da gute Miene zum bösen Spiel zu machen, obwohl eine Sekunde pro Runde fehlt. Drei Jahre lang hat McLaren behauptet, eines der besten Chassis der Formel 1 zu haben, und gnadenlos auf Honda eingeprügelt.
Das fasst es eigentlich sehr gut zusammen. Dadurch fehlt mir auch etwas der Glaube, dass man ab dem nächsten Rennen erst volle Leistung fährt und man ganz viele tolle Updates in der Pipeline hat.
Klar wird nach den Top 3 lediglich Renault mithalten können, was die Entwicklung des Autos innerhalb der Saison angeht, aber es fehlt eine Menge auf die Spitzenteams und die haben mehr finanziellen Spielraum als Mclaren. Der Abstand in der Quali ist die eine Sache, aber fast eine Sekunde pro Runde im Rennen auf RedBull zu verlieren ist eine Demütigung für Mclaren.
Man ist meiner Meinung nach auch deutlich hinter Haas und ein gutes Stück hinter Renault.
Machen wir uns nichts vor, das Streckenlayout und die Fehler der anderen Teams haben Mclaren hier die Punkte eingebracht. Hier sind ja mehrere Dinge zusammengekommen die Mclaren und vor allem Alonso geholfen haben.

Bottas startet aus dem Mittelfeld und kommt auf Grund der Strecke nicht wirklich vorwärts. Beide Haas sind ausgeschieden, haben dabei noch die VSC bzw. SC Phase ausgelöst, die es Alonso ermöglicht hat an Verstappen(der keinen guten Tag hatte) und Hülkenberg vorbeizukommen. Auf Grund der Strecke konnte man sich dann vornehalten, ansonsten hätte man wohl mit Sainz (der ebenfalls Probleme hatte) um den 10. Platz gekämpft.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von daSilvaRC » 26.03.2018, 10:33

Mir fehlt hier definitiv Force India.

Wenn man in Australien 11 und 12. wird obwohl man letztes JAhr in der WM klar 4. Kraft war, der kann nicht gut geschlafen haben.
Früher war alles besser... auch die Zukunft!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Derbe_klopp_te » 26.03.2018, 10:55

Pipo92 hat geschrieben:Ich weiß nicht so recht, ob man der Verlierer des Wochenendes ist, wenn man besser abschneidet, als ich die Performance zulässt. Bei McLaren ist sicher noch viel Luft nach oben, alleine schon durch die verkürzte Entwicklungszeit durch den späten Wechsel zu Renault, der Mythos, dass McLaren eines der besten Chassis hat ist jedoch vorerst zerstört.

An Verlierern hat es dabei gar nicht gemangelt, Bottas wird 8. im Mercedes (und dabei profitierte er schon von den Haas-Ausfällen).

Stroll wird Vorletzer, wobei er dabei auch noch von Hartleys Bremsplatten in der ersten Runde profitiert, beide Williams waren das ganze Wochenende zu langsam.

Die Torro Rosso Performance lag weit unter den Erwartungen, dazu bei beiden Autos technische Probleme.

Verstappen wirft ein gutes Ergebnis weg, erinnert mich an bisschen an Vettel, extrem stark wenn das Auto passt, wenn es aber mal nicht passt, wird krampfhaft versucht über Aggresivität mehr rauszuholen, als eigentlich drin ist.
Bei Verstappen zeigte sich das in einer Vielzahl von Quersteher, und einer davon endete in einem Dreher, der ihn statt um Platz 3 zu kämpfen auf Platz 6 beförderte. Das ist für mich derzeit der Unterschied zu kompletteren, erfahreneren Piloten wie Alonso, der merkt, wenn er das Maximum erreicht hat und hält dann dieses Level.

Ähnlich war es auch bei Sainz, der am Freitag um Samstag einen stärkeren Eindruck machte als Hülkenberg, im entscheidenden Qualifying hat er es aber nicht umsetzen können und im Rennen landetet er nach einem Ausritt durch das Kiesbett auf Platz 10 während Hülkenberg 7. wird.
Ich gebe dir in allen Punkten recht. Aber dennoch finde ich die auswahl der Redaktion hier besser. Gerade bei bottas und Verstappen kann man sagen, dass sie fehler gemacht haben, die man im laufe der langen Saison wieder ausbügeln kann.
Das sähe freilich anderes aus, würden sie sich kurz vor schluss im direkten titelkampf befinden.

Williams wird ja auch von der Redaktion gennant.
Toro rosso muss jetzt halt mit dem Honda klarkommen, außerdem ist die Fahrerepaarung meiner meinung nach auch eher mau.

Auch für sainz wirde es noch viele möglichkeiten geben

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von Illuminati » 26.03.2018, 11:54

Recht hat er.

McLaren hat jahrelang behauptet, dass das Chassis auf Top Niveau war, ich meine auch oft gehört zu haben, auf Red Bull Niveau und alles wäre nur der Motor Schuld. Jetzt sind sie auch mit einem vernünftigen Motor nur im Mittelfeld. P5 von Alonso war dazu auch den Umständen geschuldet, normalerweise dreht sich Verstappen nicht, Bottas hat keinen Crash und es fallen nicht beide Haas aus..

McLaren kann wieder mitkämpfen, dass ist schön. Jetzt müssen sie ihren Worten der letzten Jahre aber auch Taten folgen lassen. Heißt, mindestens Renault schlagen.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von EffEll » 26.03.2018, 11:56

LoK-hellscream hat geschrieben:
Pipo92 hat geschrieben:Ähnlich war es auch bei Sainz, der am Freitag um Samstag einen stärkeren Eindruck machte als Hülkenberg, im entscheidenden Qualifying hat er es aber nicht umsetzen können und im Rennen landetet er nach einem Ausritt durch das Kiesbett auf Platz 10 während Hülkenberg 7. wird.
Naja, bei Sainz war dies eigentlich ein toller Ergebnis, dafür, dass ihn seine Wasserflasche ertränken wollte. :mrgreen:
Ja, das mit der Trinkflasche war blöd. Noch viel blöder war es allerdings, die unaufhörlich geförderten Wassermengen auch zu trinken! XD
Laut eigenen Aussagen wurde ihm dann schlecht, weil das ganze Wasser im Magen in den Kurven hin und her schwappte.
Ganz ehrlich, wie blöd ist das denn? Warum lässt er es nicht einfach laufen? Wollte er allen ernstes das Problem damit beheben, in dem er das ganze Wasser einfach trinkt? Danach beschwerte er sich am Funk über Übelkeit.
Mal davon abgesehen, dass da nicht mal ein dreiviertel Liter drin sind.
Diese trink ich mal eben aus, ohne das mir schlecht wird und selbst wenn es sich über den Overall ergießt, ist das bei 25° in einem heißen Rennwagen sicher kein Problem von Dauer...
Zuletzt geändert von EffEll am 26.03.2018, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitrag von abloo » 26.03.2018, 12:07

EffEll hat geschrieben:Wollte er allen ernstes das Problem damit beheben, in dem er das ganze Wasser einfach trinkt? Danach beschwerte er sich am Funk über Übelkeit.
ich glaub eher das ganze hat was von Waterboarding... Mal überlegen. Der Trinkschlauch geht in den Mund, um den Mund rundum ist diese Feuerfeste weisse Wäsche und drüber der Helm. Wenn er es immer ausgespuckt hätte wär alles nass gewesen und evtl. hat er es gleich gar nicht gemerkt das die Wasserpumpe auf Vollgas läuft. 0,75 Liter sind etwa 8-10 große Schlücke. Ich weiss auch nicht inwieweit man unter dem Fahren den Schlauch ausspucken kann... Glaub da gibts schon Sachen an die man normal nicht so denkt.

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