Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 13.06.2016, 07:21

Das Momentum und warum es Lewis Hamilton 2016 unschlagbar machen könnte: Neun Punkte sind ein Polster, auf dem Nico Rosberg nicht mehr gut schlafen kann
Killerinstinkt: Lewis Hamilton hatte wieder einmal das bessere Ende für sich. Klicken Sie sich jetzt durch die Highlights und die umstrittene Sequenz in der ersten Kurve!

Killerinstinkt: Lewis Hamilton hatte wieder einmal das bessere Ende für sich. Klicken Sie sich jetzt durch die Highlights und die umstrittene Sequenz in der ersten Kurve!

(Motorsport-Total.com) - Liebe Leser,

bis zur vierten Kurve in Barcelona war sie noch in Ordnung, die Welt von Nico Rosberg. Seither ist sie es nicht mehr.

Kaum jemand hatte dem Mercedes-Fahrer nach der WM-Entscheidung in Austin 2015 zugetraut, doch noch Formel-1-Weltmeister zu werden. Aber dann gewann er plötzlich sieben Rennen am Stück, und sein Nemesis Lewis Hamilton schien zu wackeln. War öfter auf Partys als auf Siegerehrungen. Viele hatten das Gefühl: 2016 ist Rosberg dran.

Auch ich hatte meine in Austin 2014 aufgestellte Theorie, dass Nico Rosberg nie mehr einen WM-Titel gewinnen wird, bezweifelt. Aber seit der Karambolage in Barcelona, für die er selbst nichts konnte, hat das Momentum wieder die Seiten gewechselt. Und wir wissen: Wenn Hamilton das Momentum auf seiner Seite hat, ist er nicht zu schlagen. Zumindest nicht von Rosberg im gleichen Auto.

Nach dem Grand Prix von Kanada beträgt Hamiltons Rückstand in der Fahrerwertung nur noch neun Punkte. Gewinnt er in Aserbaidschan und Österreich, kommt er auf jeden Fall als WM-Leader zu seinem Heimrennen in Silverstone, selbst wenn Rosberg zweimal Zweiter werden sollte. Und mit so einem Lauf wäre er wohl nur sehr, sehr schwer davon abzuhalten, zum dritten Mal hintereinander die Formel-1-Krone zu erobern.

Entscheidet der Killerinstinkt die WM?

Während Hamilton zu seiner alten Form zurückgefunden hat, schleichen sich bei Rosberg alte Fehler ein. In Monte Carlo sah er blass aus - das Schneckentempo konnte weder er selbst noch das Team plausibel erklären. Und in der ersten Kurve in Montreal hat sich gezeigt, dass Hamilton in den entscheidenden Situationen jenen Killerinstinkt abrufen kann, der Rosberg immer noch fehlt.

Es mag noch nicht einmal Absicht gewesen sein, dass Hamilton so weit nach außen getragen wurde, dass für den Teamkollegen kein Platz mehr war. Die Version mit dem "massiven Untersteuern" nehme ich ihm trotzdem nicht ab. In den "Big Moments" strahlt er einfach ein Selbstbewusstsein aus, das solche Duelle entscheidet. Und Rennen. Und Weltmeisterschaften.


Nico Rosberg nach dem Grand Prix von Kanada

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Rosberg mag - sicher nur unterbewusst - durch den Kopf gegangen sein: "Wenn ich es jetzt drauf ankommen lasse, kracht's. Und dann bin ich bei Toto und Niki unten durch." Gedanken, die einem Killer wie Hamilton scheißegal sind. Selbst nach der Vorgeschichte von Barcelona. Das macht mir Rosberg persönlich sympathischer, aber Hamilton erfolgreicher.

Der Zeitpunkt für eine von Rosberg provozierte Karambolage wäre denkbar schlecht gewesen. Er hat Gerhard Berger damit beauftragt, aus dem neuen Mercedes-Vertrag mehr Geld rauszuholen. Am besten genauso viel wie Hamilton.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Nico Rosberg gratuliert Lewis Hamilton zur Pole-Position in Montreal

Der Haken daran ist: Wenn Rosberg jetzt eine Dummheit macht, kann ihn das seine Zukunft im besten Auto der Formel 1 kosten. Denn wenn es hart auf hart kommen sollte und nur einer übrig bleiben kann, würden sich die Herren Wolff und Lauda wahrscheinlich für Hamilton entscheiden.

Nico Rosberg hat in dieser Saison noch nicht viel falsch gemacht. Aber die kleinen Nachlässigkeiten waren genug, um Hamilton aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken.

Und wenn Hamilton einmal hellwach ist, im besten Auto, dann ist er unter normalen Umständen unschlagbar.

Grund genug für eine schlaflose Nacht...

Wer sonst noch schlecht geschlafen hat:

Daniel Ricciardo: In Barcelona und Monte Carlo hat ihm das Red-Bull-Team den Sieg gekostet, die Stimmung war danach vergiftet. Zu einer Besserung hat Montreal kaum beigetragen. Dass Max Verstappen die Stallorder ignoriert hat und dafür von Teamchef Christian Horner noch nicht einmal gerüffelt wurde, sagt Ricciardo, für wen bei Red Bull die Herzen schlagen. Dass obendrein auch noch sein Boxenstopp verpatzt wurde (schon wieder), war da nur ein ins Bild passender Randaspekt.

Felipe Massa: Der Ausfall wegen zu hoher Motortemperaturen wird dem 35-Jährigen keine schlaflosen Nächte bereiten. Der Unfall wegen DRS-Versagens am Freitag ebenso nicht. Der Blick in die Zukunft aber schon. Denn während Teamkollege Valtteri Bottas über das erste Williams-Podium 2016 jubeln durfte, verdichteten sich Gerüchte, dass Frank Williams 2017 lieber mit Jenson Button statt mit Massa weitermachen möchte.

Romain Grosjean: Der Glanz der ersten Rennen ist beim Haas-Team verblasst, die Euphorie bei Grosjean längst Ernüchterung gewichen. Das Auto ist nicht schnell genug, wird im Saisonverlauf nicht groß weiterentwickelt. Damit rückt der Traum, sich mit überragenden Ergebnissen für ein Ferrari-Cockpit zu empfehlen, in weite Ferne. Vielleicht wäre Grosjean doch bei Renault besser bedient gewesen. Dort ist zumindest die langfristige Perspektive aussichtsreich.

IhrChristian Nimmervoll

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Motörhannes » 13.06.2016, 09:04

Für mich hat Hamilton ganz klar das Rennen von Rosberg kaputt gemacht.
Massives Untersteuern sieht anders aus. Und wenn schon, so hat er zu spät gebremst.
Was für eine Entschuldigung, Untersteuern ist ein Fahrfehler da man das Auto überfährt.
Hoffentlich hauen sie sich bei den nächsten Rennen raus.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Champion_2001 » 13.06.2016, 11:29

Motörhannes hat geschrieben:Für mich hat Hamilton ganz klar das Rennen von Rosberg kaputt gemacht.
Massives Untersteuern sieht anders aus. Und wenn schon, so hat er zu spät gebremst.
Was für eine Entschuldigung, Untersteuern ist ein Fahrfehler da man das Auto überfährt.
Hoffentlich hauen sie sich bei den nächsten Rennen raus.


Sehe ich ähnlich. Es wird ja so getan, als ob Untersteuern ein überirdisches Phänomen sei, welches unvorhersehbar eintritt und man dagegen machtlos ist. Man muss solche Fälle immer betrachten, als ob da eine Mauer wäre, was wäre dann pssiert? Rosberg wäre in der Mauer gelandet. Aber das ist nicht neues bei Hamiboy, dass er es mit dem Platz lassen nicht so genau nimmt. Mir fallen da unzählige Situationen ein. Übrigens auch Valencia 2012, als er Maldonado überhaupt keinen Platz lässt. Klar muss er sich dann nicht so ungestüm wieder reindrücken, aber eigentlich hat er es richtig gemacht, da ja Lewis immer weiter macht mit seiner Härte und es einfach nicht lernt, dann muss es eben auch mal krachen. Und ganz nebenbei hat uns das ein Podium für Micha beschert :mrgreen:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Borsti » 13.06.2016, 12:31

Ganz klar hat Rosberg schlecht geschlafen! Da bin ich ausnahmsweise mal einer Meinung mit dem Autor.
Aber nicht nur Rosberg wird schlecht geschlafen haben, sondern vermutlich auch einige Fans von ihm und viele Freunde des Motorsports. Selbst solche, die nicht expliziet Fan von Rosberg sind.
Noch bis zum Interview von Toto Wolff nach dem Barcelona Rennen war ich mir relativ sicher, dass offensichtlich ein Umdenken bei Mercedes stattgefunden haben muss. Gerade durch Laudas direkte und unerwartet neutrale Sicht des Unfalls.
Ab dann wurde es aber mit jedem Moment wieder deutlicher: Mercedes AMG möchte einen Hamilton als Weltmeister. Warum auch immer. Die Gründe, woran ich das festmache sind vielfältig.
Schade, aber da wundert es nicht, dass Rosberg schlecht geschlafen hat. Ist ihm doch wieder klar geworden, dass der Weltmeister dieses Jahr nur Hamilton heißen kann.
Wenn zwei Fahrer auf derart hohem Niveau fahren, machen Kleinigkieten eben den Unterschied. Und die deutliche mehr Sympathie seitens Hamitlon ist dabei schon keine Kleinigkeit mehr. Da ist man dann schon fast Chancenlos.

Fast aber auch nur, weil es noch eine Möglichkeit gibt.
Scheißt Rosberg auf einen weiteren Vertrag bei Mercedes, kann er noch WM werden. Dann kann es ihm auch egal sein, dass man ihn seitens Mercedes lieber los werden will, um einen sichereren Nummer 2 Pilot zu holen, der eben nicht das Potential von Rosberg hat. Dann muss er nur noch für sich fahren.
Bleibt dann nur zu hoffen, dass Mercedes sonst nichts unauffälliges Einfällt um ihn zu bremsen und es keine sonstigen Klauseln in seinem Vertrag gibt.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Calinostro » 13.06.2016, 12:43

Motörhannes hat geschrieben:Für mich hat Hamilton ganz klar das Rennen von Rosberg kaputt gemacht.
Massives Untersteuern sieht anders aus. Und wenn schon, so hat er zu spät gebremst.
Was für eine Entschuldigung, Untersteuern ist ein Fahrfehler da man das Auto überfährt.
Hoffentlich hauen sie sich bei den nächsten Rennen raus.


Ich sehe wir sind uns einig, die einzige Möglichkeit für Ros die WM-Führung zu behalten ist Ham und sich selbst aus jedem der weiteren Rennen zu crashen. Fahrerisch oder per angewandter Rennintelligenz wird er es sicher nicht schaffen :mrgreen: .
Rosberg hat sich das Rennen selbst versaut weil er zwanghaft zu glauben scheint, dass er nur gewinnen kann, wenn er in der ersten Runde an Ham vorbeikommt (Stimmt vermutlich sogar). Am Kurveneintritt waren beide Autos auf gleicher Höhe, wie er zu der Idee gekommen ist, dass Ham ihm den Vortritt lassen würde, ist mir schleierhaft. Von Lauda über Piquet, Alonso, Mansell, Senna Schumacher (you name them) usw., keiner dieser Fahrer hätte ihm das erlaubt, die meisten hätten vermutlich noch stärker gegengehalten.

Notiz am Rande: Die Konstrukteursmeisterschaft ist ein Teamevent, die Fahrermeisterschaft ist jeder gegen jeden. Wer teamorintiertes handeln in Positionskämpfen erwartet sollte den Sport wechseln. Room to live, ja, vorbeilassen ohne Not, never.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon modernf1bodyguard » 13.06.2016, 12:56

Meines Erachtens wird hier ein Drama aufgebauscht, dass es garnicht gibt.
Hamiltons Manöver gegen Rosberg war völlig in Ordnung und sollte eigentlich keinerlei Raum für Diskussionen lassen; wenn man in der ersten Kurvenkombination von Montreal versucht, auf Rosbergs Linie zu überholen, muss man zwangsläufig mit einem Gegenmanöver des Inneren rechnen, das war 2014 schließlich nicht anders, nur war Hamilton schlau genug, zurückzuziehen, eine Option, die heutzutage viel zu selten gewählt wird.
Dieses hier vorgebrachte Denkmodell, man müsse sich in jeder Situation dieser Art eine Mauer herbeidenken, ist leider kompletter Unsinn und nicht ansatzweise anwendbar, schlicht und einfach, weil dort keine Mauer ist und das wissen die Fahrer auch.
Wer jetzt mit Paragraphen bezüglich festgelegter Freiräume im Zweikampf um sich wirft, dem muss leider auch bewusst sein, dass solche Geschichten beim Start nunmal eine eher untergeordnete Rolle spielen; um etwas als Rennunfall zu bezeichnen, brauch man ja nicht immer unbedingt Trümmerteile.
So weit, so offenkundig, was bis hierhin genannt wurde, befindet sich alles in einem Rahmen gewisser Diskussionswürdigkeit. Dass jetzt jedoch schon wieder Stricke für den Mercedes-Vorstand angefertigt werden, ist nur noch erbärmlich. Ganz im Ernst, stehen eure Gehirne regelrecht unter Hochspannung bis sie sich bei dem kleinsten Indiz entladen können oder was sollen diese völlig ungerechtfertigten Überreaktionen? Lauda hat Hamilton verteidigt, offenkundig, schließlich ist er in den meisten Diskussionen ein Verfechter der etwas härteren Positionsverteidigung, das war in Barcelona ebenfalls zu beobachten und Toto Wolff möchte die Angelegenheit eher in einem teaminternen Rahmen bewahren, ebenfalls verständlich. Das einzige, was sich festhalten lässt, ist, dass Mercedes sich in Sachen Fahrerbehandlung seit Spa 2014 nach wie vor nichts zu Schulden kommen lassen hat, hier gibt es lediglich ein paar Geier, die in Mercedes den bösen Geheimbund, der die Formel 1 kontrolliert, sehen wollen.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon SaintRaptor » 13.06.2016, 15:25

Motörhannes hat geschrieben:Für mich hat Hamilton ganz klar das Rennen von Rosberg kaputt gemacht.
Massives Untersteuern sieht anders aus. Und wenn schon, so hat er zu spät gebremst.
Was für eine Entschuldigung, Untersteuern ist ein Fahrfehler da man das Auto überfährt.
Hoffentlich hauen sie sich bei den nächsten Rennen raus.


Wurst egal ob Hamilton für die Kameras von Untersteuern spricht.
Rosberg sollte einfach mal dazulernen. Wenn man in einer Kurve außen daneben geht hat man in der Regel keine Chance. Der Fahrer innen lässt sich raustreiben um die Position zu halten. Das ist hart, aber erlaubt. Auch wenn man das meiner Meinung nach nicht unter Teamkollegen machen sollte. In Spanien hat Hamilton Rosberg sogar fair Platz gelassen, nur um dann durch ein grenzwertiges Mannöver von Rosberg aus dem Rennen genommen zu werden.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon SaintRaptor » 13.06.2016, 15:30

modernf1bodyguard hat geschrieben:Meines Erachtens wird hier ein Drama aufgebauscht, dass es garnicht gibt.
Hamiltons Manöver gegen Rosberg war völlig in Ordnung und sollte eigentlich keinerlei Raum für Diskussionen lassen; wenn man in der ersten Kurvenkombination von Montreal versucht, auf Rosbergs Linie zu überholen, muss man zwangsläufig mit einem Gegenmanöver des Inneren rechnen, das war 2014 schließlich nicht anders, nur war Hamilton schlau genug, zurückzuziehen, eine Option, die heutzutage viel zu selten gewählt wird.
Dieses hier vorgebrachte Denkmodell, man müsse sich in jeder Situation dieser Art eine Mauer herbeidenken, ist leider kompletter Unsinn und nicht ansatzweise anwendbar, schlicht und einfach, weil dort keine Mauer ist und das wissen die Fahrer auch.
Wer jetzt mit Paragraphen bezüglich festgelegter Freiräume im Zweikampf um sich wirft, dem muss leider auch bewusst sein, dass solche Geschichten beim Start nunmal eine eher untergeordnete Rolle spielen; um etwas als Rennunfall zu bezeichnen, brauch man ja nicht immer unbedingt Trümmerteile.
So weit, so offenkundig, was bis hierhin genannt wurde, befindet sich alles in einem Rahmen gewisser Diskussionswürdigkeit. Dass jetzt jedoch schon wieder Stricke für den Mercedes-Vorstand angefertigt werden, ist nur noch erbärmlich. Ganz im Ernst, stehen eure Gehirne regelrecht unter Hochspannung bis sie sich bei dem kleinsten Indiz entladen können oder was sollen diese völlig ungerechtfertigten Überreaktionen? Lauda hat Hamilton verteidigt, offenkundig, schließlich ist er in den meisten Diskussionen ein Verfechter der etwas härteren Positionsverteidigung, das war in Barcelona ebenfalls zu beobachten und Toto Wolff möchte die Angelegenheit eher in einem teaminternen Rahmen bewahren, ebenfalls verständlich. Das einzige, was sich festhalten lässt, ist, dass Mercedes sich in Sachen Fahrerbehandlung seit Spa 2014 nach wie vor nichts zu Schulden kommen lassen hat, hier gibt es lediglich ein paar Geier, die in Mercedes den bösen Geheimbund, der die Formel 1 kontrolliert, sehen wollen.


:thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up:
Natürlich sind solche Manöver hart, aber eben erlaubt. In der Kurve kann man halt kaum überholen. Rosberg muss auch wissen, dass Hamilton sich (wieder) so verhalten wird. In Montreal muss er dann halt zurückstecken. Auf anderen Strecken, beispielsweise in Austin hat man auch die Möglichkeit früher zu bremsen und dann innen reinzustechen und so zu überholen. Solche Manöver hat man 2013 in jedem Rennen gesehen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon pilimen » 13.06.2016, 15:36

modernf1bodyguard hat geschrieben:Meines Erachtens wird hier ein Drama aufgebauscht, dass es garnicht gibt.[...]

Die Medien, RTL allen voran, wollen halt ein "Krieg der Sterne" aufbauen um die Zuschauerzahlen zu erhöhen.

Abgesehen davon schaffen die Medien so eine Diskussion (wie man auch hier unschwer erkennen kann). Mehr ist es nicht.

Wer hingegen Ahnung von der Materie hat und dazu in der Lange ist, neutral zu urteilen, der sieht in dieser Situation ganz schnell eine völlig normale Rennsituation. Es wurde nichts bestraft, nichts wurde untersucht, Teamchef findet die Situation an sich in Ordnung (nicht das Ergebnis), beide Fahrer stempeln es als Renngeschehen ab.
Wie gesagt. Nur die Medien (und einige ihrer Gefolgsleute) scheinen hier weiter denken zu können als die Beteiligten selbst.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Joachim Großkopf » 13.06.2016, 15:39

Ich kann den "Momentum-Schwachsinn" nicht mehr lesen und hören, die Schwätzer bei Ran-NFL brachten das auch dauernd. Unmöglich finde ich auch, dass jetzt ständig Hamilton als Bösewicht hingestellt wird (ich kann ihn und sein Gerede, wie das von Wolff auch nicht ab). Aber das Manöver war zwar hart aber absolut in Ordnung. Den Fehler hat Rosberg selber gemacht, schon wieder, da kann man außen herum auf gleicher Höhe nicht vorbei kommen, außer der Gegner lässt die Türe auf und von einem 3-fachen Weltmeister erwarte ich in der Situation genau das nicht, sondern dass er keinen Platz macht. Rosberg hat damit doch schon mehrfach Erfahrung gemacht und lernt nichts aus den Manövern von Hamilton, die immer die gleichen sind, genau das sagt doch schon alles!!!! Dazu in Barcelona hat Rosberg schon einen Riesenfehler gemacht, er war im falschen Programm und hatte Leistungsverlust (Lademodus, hätte sicher mehrere Plätze gekostet), was halt dann zu dem Crash führte (dafür konnte er aber nichts), in Monaco viel zu langsam, wohl auch seine Schuld und jetzt ein ganz dummes Manöver am Start. Niemand sollte Hamilton die Schuld am Versagen Rosbergs geben. Leider scheint es so als ob Rosberg einfach die Härte, Dominanz und das Selbstvertrauen zu einem WM-Titel fehlt. Jetzt hat er noch einmal die Gelegenheit zu beweisen, schon an diesem Wochenende, dass er es drauf hat Hamilton im Qualifying und Rennen und Weltmeisterschaft zu besiegen. Hört endlich auf Hamilton und Mercedes dafür schuldig zu sprechen, dass Rosberg einfach selbst nicht liefert, immer dann wenn es darauf ankommt!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon jacobi22 » 13.06.2016, 17:38

Joachim Großkopf hat geschrieben:Den Fehler hat Rosberg selber gemacht, schon wieder, da kann man außen herum auf gleicher Höhe nicht vorbei kommen,

er muß doch nicht vorbei, nur daneben :wink: :lol:
und das war er ja in Kurve 1 noch.
Sein Fehler war, kurz vor Kurve 2 nach rechts auf die Wiese bzw Auslaufzone abzubiegen, hätte er gegen gehalten, greift wieder der Satz vom Chef, der da meint, wer innen fährt, gibt die Linie vor. Dieser Satz gilt nicht nur für die erste Kurve.
Hält er gegen, fliegen im schlimmsten Fall beide raus - so hat er (wieder mal) nur verloren...
Uwe

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon motorsportfan88 » 13.06.2016, 18:20

Ich glaube Kimi hat am schlechtesten geschlafen.
Er war einfach so deutlich langsamer als Vettel, dass hat an 2014 gegen Alonso erinnert.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon pilimen » 13.06.2016, 21:07

jacobi22 hat geschrieben:[...]Sein Fehler war, kurz vor Kurve 2 nach rechts auf die Wiese bzw Auslaufzone abzubiegen, hätte er gegen gehalten, greift wieder der Satz vom Chef, der da meint, wer innen fährt, gibt die Linie vor.

Dann wäre aber Rosberg aufs Gras gekommen und daraufhin wären beide in der folgenden Kurve ein einander gekracht ähnlich wie in Barcelona.

jacobi22 hat geschrieben:Dieser Satz gilt nicht nur für die erste Kurve.

Dieser Satz gilt natürlich nicht nur für die erste Kurve, aber es war nun mal die erste Kurve und nicht die zweite.

jacobi22 hat geschrieben:Hält er gegen, fliegen im schlimmsten Fall beide raus - so hat er (wieder mal) nur verloren...

In dem Fall wäre aber dann Rosberg der Hauptschuldige, somit völlig unnötig für das Team und erst recht unvorteilhaft für seine Vertragsverhandlung.

Rosberg war einfach in einer schlechteren Position und das wussten sowohl er als auch Hamilton. Hamilton hat es dann halt ausgenutzt, ähnlich wie Rosberg in Melbourne.
In Zukunft empfehle ich beiden Fahrern, rechtzeitig zurückzustecken und sich gleich hinter dem anderen einordnen und es dann mit mehr "Schwung" in den nächsten Kurven versuchen.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon toddquinlan » 14.06.2016, 00:53

näher als in diesem Jahr war Rosberg einem möglichen WM-Titel noch nie

"Wenn ich es jetzt drauf ankommen lasse, kracht's. Und dann bin ich bei Toto und Niki unten durch."


und wenn er wirklich so denken sollte (was ja eigentlich nur der Phantasie des Autors entspringt), dann wird er es auch niemals wieder sein.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon daSilvaRC » 14.06.2016, 02:36

ich kann Herrn Nimmervoll diesmal nur zustimmen.
Rosberg wird deshalb kein Weltmeister weil ihm der Biss dazu fehlt. Einer mit diesem hätte eben nicht zurückgesteckt...

Massa: Sicherlich wird der sich gedanken machen, aber ganz ehrlich ich glaube für ihn it da alle gar nicht mehr o wichtig, der fährt ne abschiedstournee.

RIC: Oh ja, wie chlecht hat der Aussie geschlafen?
Damals als er zu RB kam wurde er als RBs liebling gefeiert und der alte Liebling wirkte plötzlich blass (Vettel) das scheint jetzt bei Ricciardo zu passieren. Interessantestes Teamduell nach dem von Mercedes.


Grosjean: Schade das Haas scheinbar nicht weiterrkommt und auf der Stelle tritt, hatte mir da mehr erhofft- woran liegts? Geld scheint kein Problem zu sein...


Wer in dieser Kolummne unterging?

Kimi! Was bitte ist mit ihm los? Lässt sich mehrfach überholen, völlig ohne gegenwehr. Während Vettel vorne erneut am Sieg schnüffelt, fährt er irgendwo recht weit hinten rum. Auch hier vermute ich: Abschiedstournee. Kimi wirkte irgendwie völlig zahnlos, das kennt man von ihm ganz anders, dachte schon in Barcelona das er den VES gleich angreifen wird, aber: nichts. er brachte sich nichtmal ansatzweise in die richtige position.

mögen die Spiele beginnen... (silly Season)
Früher war alles besser... auch die Zukunft!

„Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd“


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