Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

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Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon Redaktion » 18.05.2016, 08:32

Die Analyse: Ein Bedienfehler war die ursprüngliche Ursache für den Crash, den sowohl Nico Rosberg als auch Lewis Hamilton verhindern hätten können
Die Schuldfrage spaltet die Experten: War es Nico Rosberg oder Lewis Hamilton? Bilden Sie sich mit unserer Fotostrecke selbst eine Meinung!

Die Schuldfrage spaltet die Experten: War es Nico Rosberg oder Lewis Hamilton? Bilden Sie sich mit unserer Fotostrecke selbst eine Meinung!

(Motorsport-Total.com) - Liebe Leser,

der spektakuläre Crash der beiden Mercedes-Stars am vergangenen Sonntag in Barcelona beschäftigt die Formel 1 immer noch. Über die Kollision an sich kann man geteilter Meinung sein. Die einen sagen, Lewis Hamilton hätte sich, gerade gegen den Teamkollegen, nicht schon in der allerersten Runde daneben drängeln müssen. Die anderen sagen, so aggressiv, wie Rosberg die Tür zugeschlagen hat, das war teamintern zu viel. Vermutlich wollte er einen Punkt setzen: So nicht mit mir! Nicht mehr.

Beide Argumentationslinien sind für mich nachvollziehbar.

Aber der Punkt ist: Auch wenn beide die Kollision verhindern hätten können, ausgelöst hat sie Rosberg. Unabsichtlich.

In der Aufwärmrunde befinden sich beide Fahrer, wie üblich, in einem Motorenmodus, der zum Beispiel auch während einer Safety-Car-Phase aktiviert wird. Um Sprit zu sparen, um die Hybrid-Batterie aufzuladen. So weit, so gut. Aber am Start muss der Fahrer dann vier bis fünf Einstellungen am Lenkrad selbst vornehmen, um in den normalen Startmodus für das Rennen zu wechseln. Dabei vergisst Rosberg, den Safety-Car-Modus zu deaktivieren.

Mercedes wusste vor dem Start Bescheid

Rosbergs Renningenieur Tony Ross sieht das über die Telemetrie, darf aber nicht via Funk eingreifen. Es erfordert große Disziplin, alte Instinkte zu überwinden und dem Fahrer in so einer Situation nicht zu helfen. Die FIA hat das unterbunden, indem der Funkverkehr streng limitiert wurde, um die Fahrer wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Rosberg geht dann noch vor der ersten Kurve an Hamilton vorbei in Führung. Mitten in der Kurvenkombination merkt er aber, dass etwas nicht stimmt. Ein rotes Licht blinkt, weil das Hybridsystem Energie auflädt. Dadurch fehlen 160 PS, und Hamilton hat plötzlich mehr Schwung. Rosberg drückt verzweifelt den Überholknopf, um den Hybrid-Boost zu aktivieren. Der ist aber im Safety-Car-Modus gesperrt. Kurz bevor die beiden kollidieren, beträgt der Geschwindigkeitsunterschied 17 km/h.


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Man kann nur mutmaßen, dass beide Fahrer über diesen Geschwindigkeitsunterschied überrascht waren. Rosberg, weil ihm vermutlich noch nicht klar war, dass er einen Bedienfehler gemacht hat. Hamilton, weil er nach der verlorenen ersten Kurve völlig unerwartet viel schneller auf die vierte Kurve zusteuerte. Der Instinkt des Rennfahrers sagt in so einer Situation nicht: Vom Gas gehen, nichts riskieren! Der Instinkt sagt: Ich muss da jetzt vorbei! Zumal er sonst auch von hinten unter Druck geraten wäre.

Der Punkt ist: Diese Verkettung unglücklicher Umstände wurde durch Rosbergs Bedienfehler ausgelöst.

Das muss man bei Mercedes teamintern wissen, aber man sagt es so deutlich nicht in der Öffentlichkeit. Weil man aus Spa-Francorchamps 2014 gelernt hat und diesmal von zu allzu klaren Schuldzuweisungen Abstand nimmt, um das Pulverfass nicht explodieren zu lassen. Nur Niki Lauda hat sich in einer ersten Reaktion vor laufenden Kameras gleich auf Rosbergs Seite geschlagen, lange bevor er alle Hintergründe gekannt haben konnte.

Fahrer zunächst einzeln bearbeitet

Nach dem Zwischenfall gab es ein erstes Krisenmeeting im Mercedes-Truck. Toto Wolff, Paddy Lowe und Ron Meadows knöpften sich die beiden Fahrer in Einzelgesprächen vor. Irgendwann etwas später kamen, das war im TV zu sehen, Lauda und Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber dazu. Als die ersten Emotionen beruhigt waren und man sich auf eine Kommunikationslinie geeinigt hatte, ging es erst mal zum Hearing bei den FIA-Rennkommissaren. Die befanden: Rennunfall, keine Strafen notwendig.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Lewis Hamilton und Nico Rosberg nahmen nachher den Helm nicht ab

Nach dem Hearing und den ersten Interviews ging es noch einmal in ein Meeting, um offene Details zu besprechen. Was dabei genau diskutiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ansonsten wird es vor Monaco aber keine weiteren Krisenmeetings geben. Für mich nachvollziehbar: Dass die beiden Fahrer die Schuld beim jeweils anderen sehen, wird sich vermutlich nicht ändern. Und gegenüber den Medien - und das ist das Wichtigste - wissen sie sich zu benehmen.

"Die Sache ist durch", wird Lauda von der 'Daily Mail' zitiert. "Für mich gibt es nichts mehr zu tun. Wir brauchen keine Gespräche, um reinen Tisch zu machen. Wir hoffen einfach, dass solche Fehler in Zukunft nicht mehr passieren werden."

Rosberg sagt, mit einem Tag Abstand: "Das am Sonntag ist nicht gut gelaufen, aber unser Verhältnis bleibt so, wie es davor war." TV-Experte Martin Brundle merkt süffisant an: "Also nicht gut." Rosberg weiter: "Ich denke gar nicht mehr dran. Für mich ist das Schnee von gestern und es überrascht mich, dass noch darüber geredet wird. Okay, ich verstehe das. Aber für mich ist das Thema erledigt." Ein Luxus, den man sich leisten kann, wenn man trotz Kollision 39 WM-Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger hat.

Warum die Kollision gar nicht schadet

Bei Mercedes weiß man, dass man sich eine Kollision pro Jahr bei der aktuellen Überlegenheit erlauben kann. In Wahrheit ist das sogar gut für die Show, es generiert Interesse an der Formel 1, es ist somit auch irgendwie gut für das Team - zumindest mit ein bisschen Fantasie. Die größte Herausforderung ist nun: Erstens, dass es nicht wieder passiert. Zweitens, dass die Harmonie zwischen Rosberg und Hamilton nicht so stark beschädigt ist, dass einer am Jahresende gehen muss.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Stinksauer: Lewis Hamilton wirft im ersten Moment das teure Lenkrad weg

Rosberg wird, just nach Barcelona, ein "sensationeller Flirt" mit Ferrari nachgesagt. Vermutlich nur eine strategische Spielerei, bewusst nicht klar dementiert, um sich für die Vertragsverhandlungen mit Mercedes in Position zu bringen.

Wie es in Hamiltons Innerem aussieht, darüber können wir nur spekulieren. Wer gesehen hat, wie sein Lenkrad durch die Luft geflogen ist, der muss annehmen: Die öffentliche Entschuldigung in den ersten Interviews war nicht seine Idee, sondern wurde ihm von Teamseite "empfohlen". "Es überrascht mich, dass sich Lewis entschuldigt hat", sagt Brundle. "Meiner Meinung nach war er nicht schuld dran. Maximal 50:50."

Aber wenn das Verhältnis nach Spa-Francorchamps 2014 zu kitten war, dann wird das auch diesmal möglich sein. "Sie sind reife Charaktere. Ja, sie hatten auf der Strecke einen Crash, aber ich sehe keinen Grund, warum sie nicht im gleichen Team weitermachen können", sagt der ehemalige Williams-Boss Patrick Head, der in seiner Zeit einige ähnlich knisternde Fahrerpaarungen zu managen hatte. "Ich halte das für eine Überreaktion."

Das sehe ich genauso.

IhrChristian Nimmervoll

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon plastikschaufel » 18.05.2016, 08:38

Redaktion hat geschrieben:In der Aufwärmrunde befinden sich beide Fahrer, wie üblich, in einem Motorenmodus, der zum Beispiel auch während einer Safety-Car-Phase aktiviert wird. Um Sprit zu sparen, um die Hybrid-Batterie aufzuladen. So weit, so gut. Aber am Start muss der Fahrer dann vier bis fünf Einstellungen am Lenkrad selbst vornehmen, um in den normalen Startmodus für das Rennen zu wechseln. Dabei vergisst Rosberg, den Safety-Car-Modus zu deaktivieren...


Er hat den Modus nie abgeschaltet? Umso überraschender finde ich es, dass Rosberg den Hamilton in Kurve 1 überholt hat.

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon AceWotan » 18.05.2016, 09:04

plastikschaufel hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:In der Aufwärmrunde befinden sich beide Fahrer, wie üblich, in einem Motorenmodus, der zum Beispiel auch während einer Safety-Car-Phase aktiviert wird. Um Sprit zu sparen, um die Hybrid-Batterie aufzuladen. So weit, so gut. Aber am Start muss der Fahrer dann vier bis fünf Einstellungen am Lenkrad selbst vornehmen, um in den normalen Startmodus für das Rennen zu wechseln. Dabei vergisst Rosberg, den Safety-Car-Modus zu deaktivieren...


Er hat den Modus nie abgeschaltet? Umso überraschender finde ich es, dass Rosberg den Hamilton in Kurve 1 überholt hat.


dann muss Hamilton ja unglaublich schlecht gestartet sein, wenn Nico ihn sogar im Safety-Car-Modus überholt hat.

viel sinnvoller ist für mich das jetzt ne blöde ausrede gesucht wird, mit der man Hamilton ruhig stimmen kann

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon GT-E-Andy » 18.05.2016, 09:07

AceWotan hat geschrieben:
plastikschaufel hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:In der Aufwärmrunde befinden sich beide Fahrer, wie üblich, in einem Motorenmodus, der zum Beispiel auch während einer Safety-Car-Phase aktiviert wird. Um Sprit zu sparen, um die Hybrid-Batterie aufzuladen. So weit, so gut. Aber am Start muss der Fahrer dann vier bis fünf Einstellungen am Lenkrad selbst vornehmen, um in den normalen Startmodus für das Rennen zu wechseln. Dabei vergisst Rosberg, den Safety-Car-Modus zu deaktivieren...


Er hat den Modus nie abgeschaltet? Umso überraschender finde ich es, dass Rosberg den Hamilton in Kurve 1 überholt hat.


dann muss Hamilton ja unglaublich schlecht gestartet sein, wenn Nico ihn sogar im Safety-Car-Modus überholt hat.

viel sinnvoller ist für mich das jetzt ne blöde ausrede gesucht wird, mit der man Hamilton ruhig stimmen kann


Oder aber das Geheimnis der guten Starts liegt darin?
- Kann mir schon vorstellen, dass 750PS einfacher voll auf die Straße zu bringen sind, als der gleiche Bruchteil von 900 PS... nur hat er beim Überholen vielleicht vergessen umzustellen? Und Mercedes hat somit vielleicht sein Startgeheimnis gelüftet?
Grüße aus dem Saarland

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon AceWotan » 18.05.2016, 09:17

GT-E-Andy hat geschrieben:Oder aber das Geheimnis der guten Starts liegt darin?
- Kann mir schon vorstellen, dass 750PS einfacher voll auf die Straße zu bringen sind, als der gleiche Bruchteil von 900 PS... nur hat er beim Überholen vielleicht vergessen umzustellen? Und Mercedes hat somit vielleicht sein Startgeheimnis gelüftet?


Beim losfahren ok, aber danach hat er ihn außenrum ausbeschleunigt und das mit 150PS weniger? im Lademodus??

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon modellmotor » 18.05.2016, 09:30

Schon einmal habe ich geschrieben, dass die komplizierten computergesteuerten Hybrid-Antriebe die Unfallgefahr erhöhen.
Wenn der Computer am Ende der Geraden noch im Lademodus ist und plötzlich Leistung fehlt,wird das zwar durch ein blinkendes Rotlicht am Heck signalisiert, aber wie bereits geschehen,schon Mal übersehen.Das Ende ist ein Auffahrunfall.
Wie unsinnig das Funkverbot ist und sogar Unfalle produziert, zeigt sich hier am Mercedes-Crash in Barcelona.Wenn die komplizierte Technik , wie in diesem Fall, nicht funktioniert und dadurch eine Unfallgefahr heraufbeschworen wird,muss es in einem solchen Fall der Box gestattet sein den Fahrer auf die Gefahr aufmerksam zu machen.
Grüße vom
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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon GT-E-Andy » 18.05.2016, 09:30

AceWotan hat geschrieben:
GT-E-Andy hat geschrieben:Oder aber das Geheimnis der guten Starts liegt darin?
- Kann mir schon vorstellen, dass 750PS einfacher voll auf die Straße zu bringen sind, als der gleiche Bruchteil von 900 PS... nur hat er beim Überholen vielleicht vergessen umzustellen? Und Mercedes hat somit vielleicht sein Startgeheimnis gelüftet?


Beim losfahren ok, aber danach hat er ihn außenrum ausbeschleunigt und das mit 150PS weniger? im Lademodus??


Schau dir den Start an... ich sah da nichts blinken, also kein Laden. Das kam erst als er aus der Kurve raus langsamer wurde und Ham daneben ging.

Zusammengefasst denke ich aber, dass es Rosberg nicht geschadet hat und er damit ein Rennen gegen Ham gewonnen hat - außerdem hat er auch mal ein Zeichen gesetzt, ich denke da liegt der Nimmervoll nicht unbedingt falsch.
Grüße aus dem Saarland

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon ..::Borni::.. » 18.05.2016, 09:34

AceWotan hat geschrieben:
GT-E-Andy hat geschrieben:Oder aber das Geheimnis der guten Starts liegt darin?
- Kann mir schon vorstellen, dass 750PS einfacher voll auf die Straße zu bringen sind, als der gleiche Bruchteil von 900 PS... nur hat er beim Überholen vielleicht vergessen umzustellen? Und Mercedes hat somit vielleicht sein Startgeheimnis gelüftet?


Beim losfahren ok, aber danach hat er ihn außenrum ausbeschleunigt und das mit 150PS weniger? im Lademodus??


Ich würde mal davon ausgehen das er im Startmodus war, genau wie Lewis. Aber dann ist Lewis Auto automatisch in den Rennmodus gegangen und Rosbergs ist den Lademodus, weil er eben vorher falsche Einstellungen gemacht hat.

Bleibt noch die Frage zum Funkverbot. Was wenn bei den Unfall jemand verletzt worden wäre? Wie ist das Funkverbot da weiter zu rechtfertigen? Wundert mich das die Diskussion noch nicht entfacht ist.

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon AceWotan » 18.05.2016, 09:40

also blinken sehe ich es erst beim Crash, aber das ist wohl normal. soweit ich weiß blinkt das licht wenn der akku leer ist und Nico wird beim Start wohl das meiste verbraucht haben.

Entscheidender ist doch aber das die aussage von Mercedes damit nicht stimmen kann, sonst hätte es doch beim Start geblinkt und in der box sieht man doch sofort welches Mapping der fährt, das hätte man also direkt nach dem Start gewusst udn nicht erst nachdem man sich stundenlang ne Ausrede ausgedacht hat.

Für mich eindeutig, man will das beide Schuld sind, damit einer nicht anfängt zu zicken

Das Funkverbot zählt hier nicht, da es Sicherheitsrelevant ist, wenn einer ganz vorne nach dem start plötzlich unerwartet viel langsamer wird.

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon phenO » 18.05.2016, 09:45

plastikschaufel hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:In der Aufwärmrunde befinden sich beide Fahrer, wie üblich, in einem Motorenmodus, der zum Beispiel auch während einer Safety-Car-Phase aktiviert wird. Um Sprit zu sparen, um die Hybrid-Batterie aufzuladen. So weit, so gut. Aber am Start muss der Fahrer dann vier bis fünf Einstellungen am Lenkrad selbst vornehmen, um in den normalen Startmodus für das Rennen zu wechseln. Dabei vergisst Rosberg, den Safety-Car-Modus zu deaktivieren...


Er hat den Modus nie abgeschaltet? Umso überraschender finde ich es, dass Rosberg den Hamilton in Kurve 1 überholt hat.


Am Start gibt es einen FIA-Modus, der alle anderen überschreibt. Erst als Rosberg den deaktiviert hat, ist er wieder in den falschen zurück gefallen.
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon GT-E-Andy » 18.05.2016, 09:50

phenO hat geschrieben:
plastikschaufel hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:In der Aufwärmrunde befinden sich beide Fahrer, wie üblich, in einem Motorenmodus, der zum Beispiel auch während einer Safety-Car-Phase aktiviert wird. Um Sprit zu sparen, um die Hybrid-Batterie aufzuladen. So weit, so gut. Aber am Start muss der Fahrer dann vier bis fünf Einstellungen am Lenkrad selbst vornehmen, um in den normalen Startmodus für das Rennen zu wechseln. Dabei vergisst Rosberg, den Safety-Car-Modus zu deaktivieren...


Er hat den Modus nie abgeschaltet? Umso überraschender finde ich es, dass Rosberg den Hamilton in Kurve 1 überholt hat.


Am Start gibt es einen FIA-Modus, der alle anderen überschreibt. Erst als Rosberg den deaktiviert hat, ist er wieder in den falschen zurück gefallen.


FIA-Modus? Ist mir neu.... lasse mich aber gerne belehren! :thumbs_up:
Grüße aus dem Saarland

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon FU Racing Team » 18.05.2016, 10:33

guter Artikel! :thumbs_up:
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon phenO » 18.05.2016, 11:04

GT-E-Andy hat geschrieben:FIA-Modus? Ist mir neu.... lasse mich aber gerne belehren! :thumbs_up:


Anders gesagt: Rosberg startet im falschen Modus, der funktioniert am Start genauso gut, wie der richtige. Der "FIA-Modus" verhindert nun aber zB das drücken des Überholknopf, deshalb konnte Rosberg nicht weiter beschleunigen bzw den "Boost" bekommen. Eine Änderung in den richtigen Modus ist wohl möglich, wär aber erst nach dem bremsen in Kraft getreten...da hatte Hamilton ihn aber schon abgeschossen.

Klingt alles furchtbar kompliziert und normalerweise bekommt man davon scheinbar auch überhaupt nichts mit.

Hier die Quelle, die es auch versucht zu erklären: http://www.auto-motor-und-sport.de/formel-1/rosberg-im-safety-car-modus-motor-schalter-in-falscher-position-11255407.html
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon thegian » 18.05.2016, 11:05

Man wusste also, das die plötzliche Leistung fehlen wird, aber hat nicht informiert.

Verstehe in dem Fall auch nicht warum man nun mit der Funkverbotregel kommt. Wie ist es, wenn man in der Box weiss, dass ein Rad nicht richtig angezogen ist und beim Start passiert dann etwas. Ist das was anderes?

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Re: Kolumne: Was den Mercedes-Crash wirklich ausgelöst hat

Beitragvon Elektrotechnik » 18.05.2016, 11:27

Moin zusammen, ich empfehle das Studium dieses Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=QqwDSMJBv70" target="_blank" target="_blank

Daraus erschließt sich:
1. Rosberg war tatsächlich in einem anderen Strategie-Modus als Hamilton; es ist keine Team-Ausrede.
2. Sobald in Kurve 3 das Harvesting aktiv wird und die Power fehlt bemerkt Rosberg den Fehler und korrigiert die Einstellung am Lenkrad.
3. Während der Korrekturen am Lenkrad zieht er tendenziell schon leicht nach rechts und beginnt die Tür zuzumachen noch bevor Hamilton neben ihm ist (das wurde ja in den ersten Berichterstattungen anders dargestellt), seine Fahrtrichtung ist klar ersichtlich.

Hamilton versucht es trotzdem weil er aus der Vergangenheit gewohnt ist, dass Rosberg schön Platz lässt und trifft überrascht auf einen Rosberg, der dazu nicht mehr bereit ist.

Insofern hat Rosberg einen befriedigenden Grand-Prix gehabt: Guter Start und tolles Überholmanöver trotz ungünstiger Motoreneinstellung (wobei der PS-Nachteil aufgrund der Art der Kraftentfaltung des Motors nicht all zu groß gewesen sein sollte), durchgesetzt gegenüber Hamilton und Härte bewiesen (beim nächsten mal überlegt Hamilton sich das evtl. dann nochmal) und zu guter Letzt keine Punkte gegenüber Hamilton verloren (auch keine gewonnen, aber keine verlieren ist wichtiger).

Das einzige Was-wäre-wenn das ich mir da erlaube: Was wäre passiert, wenn Rosberg Hamiltons Abflug geahnt und deswegen später die Kurve angebremst hätte? Wäre er dann vielleicht nicht getroffen worden? Aber hätte er dann die Kurve noch irgendwie bekommen können? Hätte er dann vll. eine Strafe bekommen? Man wird es nie erfahren. ;)


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