Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Redaktion » 02.12.2019, 07:54

Lewis Hamilton hat in Abu Dhabi noch einmal demonstriert, warum er ein würdiger Weltmeister ist - Der Mercedes-Pilot lieferte ein perfektes Wochenende ab
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton zeigte in Abu Dhabi wieder einmal ein echtes Meisterstück

Liebe Leserinnen und Leser,

nimmt man den Titel unserer Montagskolumne wörtlich, müsste ich dieses Mal wohl über alle Zuschauer schreiben, die den Gähn-Grand-Prix gestern in Abu Dhabi live gesehen haben. In der Rennvorschau im Podcast "Starting Grid" habe ich bereits vor dem Finalwochenende erklärt, warum ich aus sportlicher Sicht kein Fan von Abu Dhabi bin. Das Rennen gestern war wieder einmal eine Bestätigung.

Aber weil der Titel bekanntlich metaphorisch zu sehen ist, befassen wir uns auch dieses Mal wieder mit dem großen Gewinner des Wochenendes. Und das kann - zugegebenermaßen auch mangels Alternativen - nur Lewis Hamilton sein. Mit seinem Auftritt in Abu Dhabi hat der Mercedes-Pilot noch einmal ein Statement gesetzt und gezeigt, warum er in diesem Jahr mehr als verdient Weltmeister geworden ist.

Irgendwie hängen beide Faktoren auch so ein bisschen zusammen. Denn dass es gestern an der Spitze so langweilig war, das lag nicht nur an der Strecke sondern auch an einem Lewis Hamilton, der wieder einmal einen dieser Tage hatte, an denen er einfach nicht zu schlagen ist. Der Champion lieferte ein rundum perfektes Wochenende ab.

Zum sechsten Mal in seiner Karriere holte sich Hamilton einen sogenannten "Grand Slam" - einen Sieg inklusive Pole-Position und schnellster Runde, bei dem er zudem jede einzelne Rennrunde angeführt hat. Damit hat er jetzt auch in dieser Kategorie Michael Schumacher (5) überflügelt, mehr hat nur noch Jim Clark (8) auf dem Konto.

Dieses Zahl wird Hamilton selbst vermutlich nicht so viel bedeuten. Und doch war sein Sieg - vor allem in dieser Art und Weise - vor der Winterpause noch einmal ein dickes Ausrufezeichen. Ein Hinweis an die Konkurrenz, dass er auch 2020 wieder der Mann sein wird, den es zu schlagen gilt.

Wie wichtig so ein "Momentum" in der Pause sein kann, hat zum Beispiel Nico Rosberg im Winter 2015/16 gezeigt.

Und auch abseits der Rennstrecke war es für Hamilton nicht das schlechteste Wochenende. So berichtete die italienische 'Gazzetta dello Sport' darüber, dass sich der Weltmeister in diesem Jahr zweimal mit Ferrari-Vorstandschef John Elkann getroffen habe. Dabei geht es natürlich um einen möglichen Wechsel zur Scuderia ab 2021.

Warum das gut für Hamilton ist? Weil es seinen Marktwert noch einmal nach oben treibt. Ich bin mir sehr sicher, dass wir den Briten auch über 2020 hinaus bei Mercedes sehen werden. Bei den Verhandlungen mit den Silberpfeilen kann es aber natürlich nicht schaden, wenn es einen weiteren "ernsthaften" Interessenten gibt. So springt sicher noch der ein oder andere Dollar mehr heraus.

Davon abgesehen kann ich an dieser Stelle nicht mehr über Lewis Hamilton schreiben als das, was in dieser langen Saison 2019 bereits gesagt wurde - auch in dieser Kolumne, deren Protagonist Hamilton heute bereits zum vierten Mal in diesem Jahr ist. Außerdem möchte ich mir gerne noch ein bisschen Stoff für 2020 aufheben.

Denn die Chance, dass der Brite auch da wieder mehrfach Thema dieser Kolumne sein wird, ist nicht so gering.

Get in there Lewis!

Ihr
Ruben Zimmermann
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P.S.: "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" fand jahrelang jeden Montag auf unseren Portalen Formel1.de und Motorsport-Total.com statt. 2019 ist sie umgezogen zu de.motorsport.com. Wen es dieses Mal getroffen hat, erfahren sie hier!


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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von chrisspeed » 02.12.2019, 09:03

Ich finde Sainz hat am Besten geschlafen!

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von MarM » 02.12.2019, 10:15

Also ganz ehrlich... In Informatikersprech ist diese Kolumne sogenannter Boilerplate... Immer das gleiche (Der Rennsieger oder WM) mit dem natürlich zugehörigem Lob, hin und wieder mal anders formuliert....
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Die Autorennen von heute haben kaum noch etwas mit jenem Sport zu tun, den ich seit 60 Jahren vertrete.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Turel » 02.12.2019, 12:32

Starke Leistung dieses Jahr :thumbs_up:
TeamLH44 ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️⭐

I see no changes all I see is racist faces
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2Pac - Changes


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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitrag von Plauze » 05.12.2019, 15:36

Schön und gut - zurecht lässt man Lewis Hamilton ganz ausgezeichnet schlafen. Ein Jahr, das nach den Wintertests schwierig zu werden versprach, wurde nach Pleiten, Pech und Pannen des Konkurrenzteams zu einem Durchmarsch und dem bisher dominantesten Jahr für den Briten, der nun nicht nur erneut seinen Status als stärkster Fahrer im Feld unterstrichen hat, sondern auch in unmittelbarer Schlagdistanz zu Michael Schumachers eindrucksvollsten Rekorden in die nächste Saison geht. Es ist überhaupt nicht unwahrscheinlich, dass nächstes Jahr der eine Rekord (91 Siege) fällt und der andere (7 Titel) eingestellt wird. Ich als Schumacher-Fan habe mich damit eigentlich schon vor einem oder zwei Jahren abgefunden, denn ein so dominantes Gesamtpaket hat es in der Geschichte nun einmal noch nie gegeben. Gleichzeitig hat es, glaube ich, noch nie ein Paket gegeben, das so viele Chancen auf Punktegewinne aus der Hand gegeben hat wie in den letzten zweieinhalb Jahren Vettel und Ferrari. Und gleichzeitig hat es noch nie eine Formel 1 gegeben, die sich so zögerlich und schwächlich zu Regeländerungen aufraffen kann, um die Serie spannend und ausgeglichen zu halten und den Mercedes-Vorsprung auf diese Weise etwas zu egalisieren bzw. zu vermeiden, dass Mercedes im Grunde immer nur einen Stein auf den anderen setzen muss, um sich in einer komfortablen Führungsposition zu behaupten (was für sich genommen schon eine starke Leistung, aber leider nicht besonders aufregend ist).
All das schreibe ich nicht, um Hamiltons sportliche Leistung in irgendeiner Weise zu relativieren. Er gehört zu den besten Fahrern in der Geschichte, und er hat Geschick und Glück in gleichem Maße in eine optimale Chancenverwertung umgemünzt, sowohl in Bezug auf einzelne Rennen als auch auf seine Karriere in der (bisherigen) Gesamtschau.
Deshalb kann man ihm auch in diesem Jahr nur gratulieren und anerkennen, dass genau der richtige Fahrer Weltmeister geworden ist.

Über den zweiten heimlichen "Weltmeister" in diesem Jahr wird nach meinem Empfinden in den letzten Wochen ein bisschen zu nachlässig hinweggegangen. Für mich ist das Carlos Sainz jr., der bei McLaren gerade einen zweiten Frühling erlebt und sich mit einem gigantischen Jahr 2019 für höhere Weihen empfiehlt, nachdem er bei Red Bull dank um sich greifender Verstappen-Manie nicht zum Zuge kam. Natürlich hat die Konzentration auf Verstappen bei den Bullen wegen der fahrerischen Klasse des Holländers ihre Berechtigung, aber eben auch den Nebeneffekt, dass man das zweite Red-Bull-Cockpit mit zwei Fahrern füllen musste, die in ihren kombinierten Rennen für Red Bull mit Ach und Krach halb so viele Punkte erreicht haben wie die Nr. 1. Ich würde jede Wette mit Helmut Marko eingehen, dass man mit Sainz im zweiten Red Bull das Jahr vor Ferrari abgeschlossen hätte.
Die fahrerischen Qualitäten, die Red Bull damit durch die Lappen gegangen sind, sind im McLaren aber auch ganz gut aufgehoben, denn mit Renault-Antrieb und einer entschlackten und fokussierteren Teamführung ist Sainz gefühlt zur richtigen Zeit an der richtigen Adresse, um aufhorchen zu lassen und uns Spaß im vorderen Mittelfeld zu bieten. Jedenfalls ist dieser sechste Platz im Gesamtklassement eine echte Hausnummer und eine phänomenale Leistung, zumal auch Sainz' neuer Teamkollege ein großes Talent und ein Topfahrer im Werden ist. An den Spanier, der sich anschickt, einige der besten Qualitäten eines Fernando Alonso in sich zu vereinen, reicht Norris jedoch noch nicht heran. Ich hoffe nur, dass entweder McLaren in den nächsten 1-2 Jahren noch einen weiteren deutlichen Schritt nach vorn bewältigen kann, oder dass für Sainz ein anderes lukratives Cockpit frei wird, damit er sich komplett entfalten kann. Der Formel 1, die sich dank der oben beschriebenen internen Trägheit und anderen Faktoren zu einer sehr gleichförmigen Show entwickelt hat, würde es gut tun.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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