Vettel angefressen: "Gurke" lahmt und Strategie versagt

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Vettel angefressen: "Gurke" lahmt und Strategie versagt

Beitragvon Redaktion » 09.06.2014, 03:55

Der Red-Bull-Star macht aus seinem Frust wegen eines Autos, mit dem Überholen beinahe ein Tabu war, keinen Hehl - Vettel verhinderte Horrorcrash mit Blitzreaktion
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel hätte die Mercedes-Siegesserie gerne selbst gebrochen

(Motorsport-Total.com) - Bei Red Bull lagen Freud und Leid beim Kanada-Grand-Prix am Sonntag dicht beieinander. Einerseits jubelte Daniel Ricciardo über seinen ersten Formel-1-Sieg, andererseits hatte Sebastian Vettel in die sprichwörtliche Zitrone gebissen. Der Heppenheimer hätte zu gerne die Mercedes-Blöße genutzt und erstmals in der Saison 2014 gewonnen, doch ein auf den Geraden indiskutabel langsamer RB10 sowie mangelnde Kreativität und Risikofreude bei der Strategie ließen das nicht zu. Im Interview sucht Vettel auch nach Positivem.

Frage: "Sebastian, um mit dem Positiven zu beginnen: Wie war dein Start?"Sebastian Vettel: "Ich kam perfekt weg. Ich glaube, ich habe gut reagiert und hatte dann ein bisschen Glück in der ersten Kurve. Da haben sich die zwei (Rosberg und Hamilton; Anm. d. Red.) arg bekämpft. Ich konnte dann an Lewis vorbeigehen, aber es war klar, dass ich ihn nicht halten kann. Man hat es zu Anfang des Rennens gesehen, wie er auf der Geraden vorbeigeschossen ist, obwohl er eigentlich ziemlich weit weg war."

"Entschuldigung, man muss ja mal sagen, dass da mit unserer Gurke auf der Geraden nichts geht. Es ist frustrierend, wenn man 50 Runden hinterherfährt, sich die Zähne ausbeißt, sich versucht, irgendetwas Cleveres zu überlegen, sich zurückfallen lässt, die Reifen schont, sich dann wieder herankämpft - und das aber alles nichts bringt, weil die Power fehlt. Obwohl der Sieg in Reichweite war."

Gute Miene machen und Ricciardo den Feiertrag nicht vermiesen

Frage: "Hast du einfach zu viel Zeit hinter Nico Hülkenberg verloren?"Vettel: "Natürlich. Letzten Endes war mein Rennen war zu diesem Zeitpunkt vorbei. Wir kamen nicht vorbei, das hat man gesehen. Ohne die Probleme von Force India wären wir auch zum Ende nicht vorbeigekommen. Das ist natürlich schade, denn ich hatte mir gewünscht, dass uns etwas Cleveres mit der Strategie einfällt. Aber das war nicht der Fall. So habe ich dann noch eine Position mehr verloren und Glück gehabt, dass mich Felipe nicht noch rausgekegelt hat."


Fotostrecke: GP Kanada, Highlights 2014

Pole-Position auf Lewis Hamiltons Lieblingsstrecke: Nico Rosberg nimmt das Momentum von Monaco mit und zwingt seinen Mercedes-Teamkollegen auch im Qualifying in Kanada in die Knie. Und Hamilton, diesmal sportlicher Verlierer, redet sich auch nicht auf seine kleinen Fahrfehler raus: "Nico ist einfach gut gefahren."

Pole-Position auf Lewis Hamiltons Lieblingsstrecke: Nico Rosberg nimmt das Momentum von Monaco mit und zwingt seinen Mercedes-Teamkollegen auch im Qualifying in Kanada in die Knie. Und Hamilton, diesmal sportlicher Verlierer, redet sich auch nicht auf seine kleinen Fahrfehler raus: "Nico ist einfach gut gefahren."

Frage: "Du hast Daniel Ricciardo fair zum Sieg gratuliert. Wie schwer fällt das?"Vettel: "Ich bin natürlich sehr angefressen, weil die Strategie mich über das Knie gelegt hat. Für ihn ist es natürlich ein fantastischer Tag. Ich glaube, es bringt nichts, in diesem Moment mit einem nicht so gut aufgelegten Gesicht herumzulaufen. Keine Frage, dass mich das anfrisst, denn um Zweiter oder Dritter zu werden bin ich nicht da. Gerade an Tagen, wo mehr drin ist. Für ihn ist es klasse, dass das so aufgegangen ist, Sergio (Perez; Anm. d. Red.) zum richtigen Zeitpunkt noch die Probleme auf der Bremse hatte und er vorbeikonnte. Es ist sein Tag und es wäre absolut nicht angebracht, wenn man seinen Tag nicht so schön gestaltet. Er wird gut schlafen in dieser Nacht. Oder sagen wir lieber: morgen früh."

Selbst mit DRS noch zu langsam

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel bezeichnet sein Auto in Kanada als "Gurke"

Frage: "Warum hast du es dann doch noch vorbei an Perez geschafft?"Vettel: "Sergio hat sehr früh gebremst. Sie hatten Probleme mit der Bremse. Es wurde hinten raus immer schlimmer, deshalb hatte ich überhaupt erst die Chance. Man hat es ja gesehen: Wir konnten deutlich schneller gehen, Daniel war ruckzuck weg. Genauso hat Felipe (Massa; Anm. d. Red.) uns alle in wenigen Runden eingeholt. Das Tempo der Force India im Rennen war generell schlecht, aber sie haben das gut gemacht und gut verteidigt. Wir hatten keinen Dampf, um vorbeizukommen."

"Das war frustrierend."Vettel über Top-Speed-Nachteil

"Für mich hat es dann Gott sei Dank auch noch gereicht. Ich kam gut aus der letzten Kurve heraus, er hat sich verbremst. Wir waren dann Seite an Seite. Sobald ich aus dem Windschatten herausgezogen bin, Flügel auf, Vollgas, maximale Leistungsstufe - da habe ich mich gewundert, wieso er angefangen hat, wieder an mir vorbeizuziehen. Das ist dann frustrierend. Sein Heckflügel ist zu, meiner ist auf. Das sollte schon gut zehn bis 15 Kilometer pro Stunde ausmachen. Selbst dann ist es sehr, sehr schwierig für uns. Vorher habe ich mein Rennen verloren und den Sieg hergeschenkt, weil uns - was die Strategie angeht - nichts Cleveres eingefallen ist. Da hätten wir besser reagieren können."

Da kam plötzlich ein Massa geflogen

Frage: "Was hättest du bei der Strategie anders gemacht?"Vettel: "Weiß ich nicht, ich stehe ja nicht am Kommandostand und weiß nicht, was um mich herum los ist. Es ist einfach, jetzt zu sagen, wir hätten etwas anders machen müssen. Aber vielleicht gab es dafür ja gar keinen Spielraum. Wir hätten mehr Risiko nehmen können, den die Reifen waren nicht das Problem. Einige Jungs sind mit ordentlichen Rundenzeiten lange gefahren, zum Beispiel Hülkenberg."


Fotos: Sebastian Vettel, Großer Preis von Kanada

Nico Hülkenberg (Force India) und Sebastian Vettel (Red Bull)

Frage: "Kannst du uns beschreiben, was zum Schluss mit Perez und Massa passiert ist?"Vettel: "Ich kam an ihm vorbei und dann auf dem Weg hin zu Kurve eins sah ich, dass sie sehr dicht beieinander waren. Ich sah etwas Weißes im Spiegel anrauschen und in letzter Sekunde reagierte ich und öffnete die Lenkung. Ich bin nach rechts gefahren und Felipe flog durch die Luft an mir vorbei. Irgendwie war das surreal, aber ich hatte Glück, dass er mich bei diesem Zwischenfall nicht getroffen hat und ich ihn rechtzeitig gesehen habe."

Frage: "Was nimmst du Positives mit?"Vettel: "Es ist eines der beiden Rennen, in denen wir keine Probleme hatten. Es gibt einiges Positives: Es ist ein Riesentag für uns. Nach dem miserablen Winter so zurückzukommen und direkt da zu sein, wenn die Mercedes mal patzen, ist sehr, sehr gut. Aber als Rennfahrer will man gewinnen und wenn man die Chance dazu hat, dann ist man nicht ganz zufrieden."


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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon HäkkinenFan » 09.06.2014, 07:08

Naja, Ricciardo hat mehr Punkte als Vettel und das obwohl ihm der dritte Platz in Australien aberkannt wurde. Dass RIC auf dem gleichen Niveau fährt wie Vettel, daran hätte niemand letztes Jahr geglaubt. In der Quali halte ich RIC sogar für einen Ticken schneller.

Was mir zudem aufgefallen ist, dass Hamilton dermaßen schneller ist als Rosberg. Das ist Wahnsinn. Er fuhr im ersten Stint direkt hinter Rosberg und sein Benzinverbrauch wahr der niedrigste im gesamten Feld. Als Rosberg zur Box fuhr, fuhr Hamilton promt 0.5sec schneller alleine im ersten Sektor. Ich bin mir sicher, dass Hamilton den Rosberg heute richtig gebügelt hätte.

Ob Ferrari wirklich gute Updates mitgebracht hatte, ist schlecht einschätzbar. Kanada war ein Mercedes Strecke.
RAI Ergenisse sehen zwar nicht gut aus, aber er hat zuviel Pech momentan. Immerhin schnellste Rennrunde im letzten Rennen und zweit schnellste in diesem Rennen. Ferrari tut sich schwer mit den Strecken, die eine lange Gerade haben. Da kämpfen sie mit Force India, Mclaren und Williams ( Mercedes Motoren halt ). Österreich ist auch einer dieser Strecken. Quasi Monza 2.0.

Motoren sind homologiert. Heute fuhr Rosberg mit 160PS vergleichbare Zeiten wie die Konkurrenz. Newey hat diesen Wochenende bekannt gegeben, dass er nur noch den Red Bull für nächsten Jahr mitkonstruiert. Danach wechselt er die Sportart. Anscheinend stehen viele langweilige Jahre bevor. Mercedes fährt allem Anschein nach nie mit 100% Power aufgrund der Haltbarkeit.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Thebastjan » 09.06.2014, 08:12

Die Enttäuschung von Vettel ist schon ok! Aber realistisch betrachtet war das Rennen so unübersichtlich zum Zeitpunkt der zweiten Stopps, dass man hier auch nicht von Strategieversagen sprechen kann. Aber klar. Prinzipiell war Vettel das Wochenende nicht schlechter als Ricciardo und muss doch zusehen wie der Aussie sich eins grinst ;)

Übrigens kann sich VEttel wohl durchaus nicht mehr alles erlauben. Ist von der Box doch ziemlich in die Schranken gewiesen worden zwischendurch. Auch wenn ich sicher bin, dass Rocky in dem Moment auch angestrengt versucht hat das Rennen zu verstehen :)
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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon G.E. » 09.06.2014, 08:21

So schnell kann sich das Blatt wenden und RB, vor allem Vettel, kann froh sein, das es letztendlich so ausgegangen ist.
Bei einem normalen Rennverlauf wäre niemand auch nur annähernd an MAMG heran gekommen.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Thebastjan » 09.06.2014, 08:29

G.E. hat geschrieben:So schnell kann sich das Blatt wenden und RB, vor allem Vettel, kann froh sein, das es letztendlich so ausgegangen ist.


Den Spruch verstehe ich nicht. Froh sein kann vor allem Riccardo, denn der ist durch das CHaos von 6 auf 1. Vettel Ist von 3 auf 3 geblieben. Ich denke dritter mit 2 MGP in front wäre fürs Ego besser gewesen
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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Ronnie_Peterson » 09.06.2014, 09:00

Der grundsätzliche Fehler bei RB ist, das Auto nur auf Downforce, statt auf Höchstgeschwindigkeit abzustimmen.
Auch wenn der Motor etwas weniger Leistung hat, ist der nicht das Problem.


lg Ronnie:-)
Hamilton China 2015: "Wenn er an mir vorbei will, dann soll er halt aufschliessen und mich überholen". Selber benötigt er dafür Teamorder gegen Bottas.
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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Formula-One » 09.06.2014, 09:26

Interessant das Vettel wusste das Perez Bremsprobleme hat, Massa bzw. sein Team davon aber nicht gewusst zu haben schienen.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Olymp » 09.06.2014, 09:39

HäkkinenFan hat geschrieben:Motoren sind homologiert. Heute fuhr Rosberg mit 160PS vergleichbare Zeiten wie die Konkurrenz. Newey hat diesen Wochenende bekannt gegeben, dass er nur noch den Red Bull für nächsten Jahr mitkonstruiert. Danach wechselt er die Sportart. Anscheinend stehen viele langweilige Jahre bevor. Mercedes fährt allem Anschein nach nie mit 100% Power aufgrund der Haltbarkeit.


Man muss aber auch realistisch bleiben. Von "vergleichbaren Zeiten wie die Konkurrenz" ist man dann doch weit entfernt, wenn der Wagen teilweise 2,5 Sekunden langsamer als ein Force India ist. Hast du gesehen, wie schnell sich Ricciardo von Rosberg absetzen konnte? Ricciardo war zum Zeitpunkt der Safety Car-Phase knapp 7 Sekunden vor Rosberg - und er hat den Deutschen doch erst zwei oder drei Runden vor Schluss überholt.
Der zweite Platz konnte herausgefahren werden, weil der Abstand zur Konkurrenz zum Zeitpunkt des Defektes bereits extrem groß war und weil Perez aufgrund abgefahrener Reifen (er war ein Einstoppkandidat) nicht an Rosberg vorbeikam, da dieser in den Kurven Zeit gut machen konnte. Perez wiederum hat alle anderen Fahrer aufgehalten, da er eine relativ überragende Topspeed auf der Gerade erreichen konnte. Ohne den Mexikaner wären wohl ziemlich wenig Punkte für Rosberg herausgekommen.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon G.E. » 09.06.2014, 09:41

Formula-One hat geschrieben:Interessant das Vettel wusste das Perez Bremsprobleme hat, Massa bzw. sein Team davon aber nicht gewusst zu haben schienen.


Vielleicht weil Vettel lange genug hinter Perez hergefahren ist?
Da kann man als Fahrer schon erkennen, wenn der Vordermann Probleme hat.
Massa hatte mehr Rückstand und dann, als er aufgeschlossen hatte, immer noch Vettel vor sich, also keinen freien Blick auf Perez.

Für mich hat der Unfall jedenfalls so ausgesehen, als ob Massa auf Perez aufgefahren ist.
Gibt es ein Video davon?
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Oiminator » 09.06.2014, 10:23

http://www.youtube.com/watch?v=BObcBrAe-ro" target="_blank

G.E. hat geschrieben:
Für mich hat der Unfall jedenfalls so ausgesehen, als ob Massa auf Perez aufgefahren ist.
Gibt es ein Video davon?


Also aus der Vogelperspektive bestätigt sich mein Verdacht, dass Perez Massa vors Auto gefahren ist. Ist aber dennoch sehr schwer zu erkennen.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon vaeterchen » 09.06.2014, 10:58

Die Kritik an Fahrzeug und Strategie war und ist mehr als berechtigt.
Vettel sollte jedoch mal über seinen sogenannten Rennningenieur nachdenken.
Bis heute hat er ihm ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das eines Ingenieurs aus einem Industrieland unwürdig war.
Das was gestern über den Boxenfunk von ihm kam war eine, freundlich ausgedrückt, Unverschämtheit. Wenn er ein Problem mit seinem Fahrer hat soll er das gefälligst intern klären.
Sollte Vettel auch nur ein bisschen Stolz haben, sollte er sich an die Werbung erinnern "Red Bull verleiht Flügel".
Genau das sollte er diesem sogenannten Ingenieur verpassen.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon FahrendeSchikane » 09.06.2014, 11:05

vaeterchen hat geschrieben:Die Kritik an Fahrzeug und Strategie war und ist mehr als berechtigt.
Vettel sollte jedoch mal über seinen sogenannten Rennningenieur nachdenken.
Bis heute hat er ihm ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das eines Ingenieurs aus einem Industrieland unwürdig war.
Das was gestern über den Boxenfunk von ihm kam war eine, freundlich ausgedrückt, Unverschämtheit. Wenn er ein Problem mit seinem Fahrer hat soll er das gefälligst intern klären.

Ich kann mich nur an einen negativen Funkspruch erinnern. Dieser war: "Konzentrier dich aufs Fahren".
War da noch mehr?
Denn der Funkspruch war korekt. Während eines Wettkampfes über vergangene vermisste Chancen diskutieren ist fast immer kontraproduktiv.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Heisenberg » 09.06.2014, 11:15

FahrendeSchikane hat geschrieben:
vaeterchen hat geschrieben:Die Kritik an Fahrzeug und Strategie war und ist mehr als berechtigt.
Vettel sollte jedoch mal über seinen sogenannten Rennningenieur nachdenken.
Bis heute hat er ihm ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das eines Ingenieurs aus einem Industrieland unwürdig war.
Das was gestern über den Boxenfunk von ihm kam war eine, freundlich ausgedrückt, Unverschämtheit. Wenn er ein Problem mit seinem Fahrer hat soll er das gefälligst intern klären.

Ich kann mich nur an einen negativen Funkspruch erinnern. Dieser war: "Konzentrier dich aufs Fahren".
War da noch mehr?
Denn der Funkspruch war korekt. Während eines Wettkampfes über vergangene vermisste Chancen diskutieren ist fast immer kontraproduktiv.


:thumbs_up:
Zumal Vettel und Rocky ein sehr gutes Team zu sein scheinen. In den letzten Jahren haben die beiden zusammen sehr gute Arbeit geleistet.

@vaeterchen
Sorry aber für mich klingt dein Post einfach zu sehr nach "Ich bin Vettel Fan, und alle im Team sind doof nur Vettel nicht"Leider liest man sowas dieser Tage von vielen Red Bull / Vettel Fans immer häufiger. Sei es der "Schrottmotor" von Renault, Vettels Renningenieur, oder gar das ganze Team. Alles doof außer Vettel. Als Team gewinnt und verliert man zusammen.

Zum Thema:
Vettel fuhr ein solides Rennen. Darauf sollte er nun aufbauen. Er stand mal wieder auf dem Podium, und das sollte ihm Selbstvertrauen für die nächsten Rennen geben. Er sollte versuchen die positiven Aspekte aus dem gestrigen Rennen zu sehen, und nicht die negativen.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon Plauze » 09.06.2014, 11:17

vaeterchen hat geschrieben:Die Kritik an Fahrzeug und Strategie war und ist mehr als berechtigt.
Vettel sollte jedoch mal über seinen sogenannten Rennningenieur nachdenken.
Bis heute hat er ihm ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das eines Ingenieurs aus einem Industrieland unwürdig war.
Das was gestern über den Boxenfunk von ihm kam war eine, freundlich ausgedrückt, Unverschämtheit. Wenn er ein Problem mit seinem Fahrer hat soll er das gefälligst intern klären.
Sollte Vettel auch nur ein bisschen Stolz haben, sollte er sich an die Werbung erinnern "Red Bull verleiht Flügel".
Genau das sollte er diesem sogenannten Ingenieur verpassen.

Vettel hat die Ausarbeitung einer alternativen Strategie gefordert, wo es dafür überhaupt keinen Spielraum gab. Man hat versucht, die Force India zum Covern der Zweistoppstrategie zu zwingen, diese haben sich (klugerweise) nicht beirren lassen und sind deshalb so lange vor Vettel und Ricciardo geblieben. Eine Alternative gab es schlichtweg zu diesem Zeitpunkt im Rennen nicht. Die Aussage, dass Vettel nicht viel mehr tun kann, als sich aufs Fahren (und ggf. Überholen) zu konzentrieren, war also richtig. Leider ist es ihm - außer einem Mal, wo er aber dann sofort wieder ausgekontert wurde - nicht gelungen, die überlegene Traktion des Red Bull aus der Hairpin zu nutzen. Da ging Ricciardo gegen Rennende einfach ein bisschen beherzter zu Werke.

Man muss aber schon sagen, dass es frustrierend sein muss, den Red Bull auf einer Strecke wie Montreal zu fahren. Das Setup war Fluch und Segen zugleich. Einerseits konnte man durch den genialen Abtrieb des Autos Rosbergs noch vorhandene Stärken im ersten Sektor kompensieren, andererseits wurde man von den Mercedes-Motoren auf den Geraden quasi im Stand ausbeschleunigt. Letztlich hat es geklappt, weil beide Fahrer am Ende stark unterwegs waren und weil Rosberg auf der Geraden keine 300 km/h mehr fuhr. Unter normalen Umständen wäre man wohl mit Ach und Krach Dritter und Vierter geworden. Es liegt sicherlich noch Arbeit vor Renault, aber ob die radikalen Setups von Red Bull immer so förderlich sind, halte ich zumindest für fraglich.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Vettel angefressen:

Beitragvon icke » 09.06.2014, 11:24

Heisenberg hat geschrieben:
Zum Thema:
Vettel fuhr ein solides Rennen. Darauf sollte er nun aufbauen. Er stand mal wieder auf dem Podium, und das sollte ihm Selbstvertrauen für die nächsten Rennen geben. Er sollte versuchen die positiven Aspekte aus dem gestrigen Rennen zu sehen, und nicht die negativen.


Ich denke, das hat er auch gemacht, wenn man sich das Interview durchliest. Allerdings, wenn man auf eine Runde deutlich schneller als sein Vordermann ist, dann sollte man wenigstens die Chance haben, auf der Geraden zu überholen. Wenn man trotz Vorbeifahrhilfe namens DRS am ausgestreckten Arm verhungert, dann darf dies zumindest angesprochen werden.
War schon eine interessante Beschreibung von Vettel, wie er an Perez vorbeigekommen ist (eigentlich nur auf der Bremse, denn Perez war dabei, Vettel (dieser mit DRS) auch ohne DRS wieder zu überholen). Ich weiß nicht, ob es stimmt aber Ricciardo kam auch nur deshalb ein paar Runden früher an Perez vorbei, weil dieser sein Auto "rebooted" haben soll !?
Solange wir es nicht schaffen, einen Apfel herzustellen, können wir noch viel von der Natur lernen.


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