Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

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Typ17 GTI
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Typ17 GTI » 15.10.2019, 14:34

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Mit einer Kiste, die 200 kg schwerer ist.
Na nicht ganz, es sind ca. 150 kg. Allerdings haben die heutigen Autos auch deutlich mehr Abtrieb und keine Rillenreifen, welche das ganze Rennen halten müssen. Wenn die mit dem härtesten Reifen gefahren wären, hätte Lewis die Zeit nicht geschafft.

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sliidey
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von sliidey » 15.10.2019, 15:16

Die Lenkkraft ist natürlich von Gewicht, Reifengröße und Reibwerte im Lenkssystem abhängig, aber auch technisch von z.B. dem Nachlauf bestimmt.

Die aktuelle Fahrwerksgeometrie der Formel 1 ist natürlich mit Servounterstützung ausgelegt und trotzdem sicherlich noch schwerer als bei einem Straßen PKW. Würde man die Servo verbieten, müsste die ganze vordere Aufhängung anders ausgelegt werden, damit ein Fahrer überhaubt die Kräfte ein ganzes Rennen lang aushalten kann. Mit der aktuellen Auslegung sicherlich nicht möglich außer man hat die Muskeln eines Ruderers oder so...

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reiskocher_gtr_specv
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von reiskocher_gtr_specv » 15.10.2019, 15:17

Typ17 GTI hat geschrieben:
reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Mit einer Kiste, die 200 kg schwerer ist.
Na nicht ganz, es sind ca. 150 kg. Allerdings haben die heutigen Autos auch deutlich mehr Abtrieb und keine Rillenreifen, welche das ganze Rennen halten müssen. Wenn die mit dem härtesten Reifen gefahren wären, hätte Lewis die Zeit nicht geschafft.
150 kg ist beinahe ein kompletter Tank von 2005 mit Reserve ohne nachzutanken. Differenz Leergewicht.
Diese Hybridbüchsen sind furchtbar schnell, klar, super Aero und so. Das streitet auch niemand ab. Also jetzt Rillenreifen. Ok, kann man machen. In der Quali greift das eher weniger.
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Typ17 GTI » 15.10.2019, 15:31

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Also jetzt Rillenreifen. Ok, kann man machen. In der Quali greift das eher weniger.
Darum ging es mir eigentlich nicht. Es ging mir eigentlich nur um den Speed im Rennen. Und da sind die aktuellen Autos im Vergleich zum Qualifying nicht so schnell. Das liegt aber nicht nur am hohen Gewicht, sondern an der Spritmenge , Reifenmanagment etc.pp. Ich wäre ja eher für leichtere Autos mit weniger Abtrieb, da könnte man eventuell wieder auf die Servo verzichten.

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Technikbegeisterter » 15.10.2019, 15:42

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:
Typ17 GTI hat geschrieben:
reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Mit einer Kiste, die 200 kg schwerer ist.
Na nicht ganz, es sind ca. 150 kg. Allerdings haben die heutigen Autos auch deutlich mehr Abtrieb und keine Rillenreifen, welche das ganze Rennen halten müssen. Wenn die mit dem härtesten Reifen gefahren wären, hätte Lewis die Zeit nicht geschafft.
150 kg ist beinahe ein kompletter Tank von 2005 mit Reserve ohne nachzutanken. Differenz Leergewicht.
Diese Hybridbüchsen sind furchtbar schnell, klar, super Aero und so. Das streitet auch niemand ab. Also jetzt Rillenreifen. Ok, kann man machen. In der Quali greift das eher weniger.
Die Tatsache, dass bei dem Rennen damals, pro Fahrzeug ziemlich genau doppelt so viel Benzin verbraucht wurde, ist nicht zu vernachlässigen und wird meiner Meinung nach total unterschätzt.
Lass mal ein aktuelles F1 Fahrzeug ohne Verbrauchs- und Durchflussbegrenzung und die derzeitigen Anforderungen an die Haltbarkeit der Komponenten antreten, da würden die 2005er Fahrzeuge im Rennen mehrfach überrundet werden.
Zuletzt geändert von Technikbegeisterter am 15.10.2019, 16:25, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Forza_Ferrari_93 » 15.10.2019, 15:59

Der Junge hat Eier dass muss man ihm lassen
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von turbolazi » 15.10.2019, 19:49

Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Der Junge hat Eier dass muss man ihm lassen
Ja, da ist dann wohl zuviel aus dem Gehirn nach unten gewandert:

Oh, wenn ich den Spiegfel festhalte kann ich ueber zig Runden bestimmt noch das Rennen gewinnen....

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Pentar » 15.10.2019, 21:03

Tja - was soll ich zu diesem Thema eigentlich noch sagen?

Ich schaue seit Mitte der 90er regelmäßig IndyCar (damals noch IRL & Champ-Car).
Und die haben bis heute keine Servolenkung!

Selbst für einen durchtrainierten ALO war dies bei seinem ersten Indy-500 eine echte Herausforderung.
Und in Phoenix werden bis zu 5G Beschleunigung in den Kurven erreicht.

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ALO sagte damals:
"Es war sehr anders: Die Geschwindigkeiten sind so hoch, du brauchst sehr großes Vertrauen ins Auto wenn du Vollgas an der Kurve ankommst. Die G-Kräfte, die Kompressionen, die Überhöhungen - definitiv eine neue Erfahrung. Die ersten paar Runden war ich etwas von meinen Gefühlen verwirrt, danach konnte ich es genießen."
Und auch beim Chassis gibt es selbstverständlich größere Unterschiede. "Die Formel 1 fühlt sich durch die Servolenkung ein bisschen einfacher an und du hast mehr Grip von der Aerodynamik", erklärt Alonso. "Alles ist technisch aufwendiger und vorhersehbarer. Hier ist es pur, mehr Racing. Es ist schnell, aber anders. Hier geht es ein bisschen mehr darum, was der Fahrer in verschiedenen Teilen der Kurve macht."

-------

Wer ein Interesse an dieser Sportart hat, dem empfehle ich ein monatlich kündbares DAZN-Abo.
Und natürlich gibt es auch einen Thread dazu in diesem Forum...

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Technikbegeisterter » 15.10.2019, 22:14

Pentar hat geschrieben: Selbst für einen durchtrainierten ALO war dies bei seinem ersten Indy-500 eine echte Herausforderung.
Und in Phoenix werden bis zu 5G Beschleunigung in den Kurven erreicht.
Wie schon gesagt, es ist reine Auslegungssache und hängt vom Fahrzeuggewicht, der Gewichtsverteilung, Anpressdruck, Reifendimensionen, und -reibungskoeffizienten, Kurvenradius und -geschwindigkeit, Lenkgetriebeübersetzung und der Lenkgeometrie (insbesondere, Nachlauf, Nachlaufwinkel, Spreizung und Lenkrollradius) ab.
Vor allem das Fahren im Oval unterscheidet sich deutlich von den Ansprüchen an ein F1-Fahrzeug, daher lässt es sich schwer vergleichen. Alleine der Lenkwinkel der Räder beträgt maximal 5°, da dürfte ein F1-Fahrzeug in einigen Kurven schon mehr als das Doppelte, wenn nicht sogar das Dreifache erreichen (ich habe jetzt keine Lust exakt nachzurechnen). Dementsprechend unterscheidet sich die Lenkgeometrie schon erheblich.

Edit: Ich habe jetzt doch nachgerechnet, da ich es hasse wenn haltlos Zahlen in den Raum geworfen werden. Der maximale Lenkwinkel in der Haarnadelkurve in Monaco beträgt ca.20°, also sogar 4-mal so hoch wie beim Indy-500.
Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe, für dieses Forum nichts mehr zu berechnen, da die meisten damit sowieso nichts anfangen können und die Ergebnisse mit irgendwelchen geratenen Werten oder haltlosen Argumenten meinen widerlegen zu müssen. Wenn man dann darauf hinweist, dass es jeder, der im Physikunterricht in der 9. Klasse aufgepasst hat doch selber nachrechnen könnte, bekommt man als Lohn für die Mühe auch noch eine Dankeskarte von den Mods.

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Calvin » 16.10.2019, 00:59

Technikbegeisterter hat geschrieben:...

Zudem sind die Fahrzeuge bei Ovalen so eingestellt dass die Fahrzeuge bei einer geraden Lenkeinstellung nach Links lenken und man auf den Geraden das Lenkrad leicht nach Rechts einschlägt.
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Technikbegeisterter » 16.10.2019, 08:56

Calvin hat geschrieben:
Technikbegeisterter hat geschrieben:...

Zudem sind die Fahrzeuge bei Ovalen so eingestellt dass die Fahrzeuge bei einer geraden Lenkeinstellung nach Links lenken und man auf den Geraden das Lenkrad leicht nach Rechts einschlägt.
Ja, das kommt noch alles dazu. Außerdem noch die Asymmetrie beim statischen Sturz, den Radlasten vermutlich sogar in der kompletten Lenkgeometrie. Durch die Überhöhung ließe sich das ganze sogar so auslegen, dass zumindest bei einer bestimmten Geschwindigkeit, überhaupt keine Kraft am Lenkrad nötig wäre und das Fahrzeug selbstständig einer Linie folgen würde.

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Pentar » 16.10.2019, 14:51

Calvin hat geschrieben:
Technikbegeisterter hat geschrieben: :chat:
:chat:
Alles richtig & mir als langjähriger Zuschauer auch bekannt.
Natürlich ohne die technischen Details zur Aufhängung, Lenkgeometrie etc. zu kennen.

Eines möchte ich aber noch kurz erwähnen:
ALOs Statements von damals bezogen sich ja primär auf das von ihm gefahrene Indy-500.
Dort wird "das Lenken" (aufgrund der oben beschriebenen Details) vermutlich keine große Herausforderung sein.
Aber die Serie fährt eben auch auf Permanent-Rennstrecken & Stadtkursen.
Auf solchen Strecken dürfte sich der Unterschied zur F1 vermutlich stärker bemerkbar machen...

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Technikbegeisterter » 16.10.2019, 15:39

Pentar hat geschrieben: ALOs Statements von damals bezogen sich ja primär auf das von ihm gefahrene Indy-500.
Dort wird "das Lenken" (aufgrund der oben beschriebenen Details) vermutlich keine große Herausforderung sein.
Aber die Serie fährt eben auch auf Permanent-Rennstrecken & Stadtkursen.
Auf solchen Strecken dürfte sich der Unterschied zur F1 vermutlich stärker bemerkbar machen...
Ja, richtig. Die Frage ist nur wie sehr sich die Fahrzeuge zwischen den normalen Rundkursen und den Ovalen unterscheiden. Es kann auch gut sein, dass das Lenken leichter wird, da die Fahrer auf den Rundkursen viel mehr Lenken müssen als auf den Ovalen. Aber dafür kenne ich mich in der Serie nicht genug aus.

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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Pentar » 16.10.2019, 19:15

Technikbegeisterter hat geschrieben: :chat:
Das verhält sich ähnlich, wie in der F1.
Die fahren in Monaco voll auf Abtrieb & Grip (Aerodynamik & Fahrwerk) - dazu den maximalen Lenkeinschlag für die Haarnadel (früher "Loews & Fairmont", heute "Grand Hotel Hairpin"), der gar eine andere Lenk-Übersetzung erfordert.
In Monza hingegen sieht das Setup gänzlich anders aus - angefangen beim Mini-Heckflügel.
Lediglich die Getriebeabstufung bleibt immer gleich, da diese bereits vor der Saison für alle Rennen festgelegt werden muss - was ich persönlich als einen schlechten Witz & für die Königsklasse unangemessen empfinde.

Bei den IndyCars gibt es ebenfalls verschiedene Aero-Kits. Ich persönlich konzentriere mich aber hauptsächlich auf das Renngeschehen. Für mich stehen in dieser Serie nicht Technik oder Politik - sondern Spannung & Unterhaltung maximal im Vordergrund - und davon gibt es genug bei den IndyCars - Rennen für Rennen - egal, auf welchem Kurs.
Zu den technischen Details können ganz sicher unsere "IndyCar-Spezialisten" (z.B. "Iceman24", "scott 90", "asd" oder "Yukky1986") mehr Informationen beitragen.

LG
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Re: Spiegel lose: Charles Leclerc durchfährt 130R einhändig

Beitrag von Forza_Ferrari_93 » 17.10.2019, 17:18

turbolazi hat geschrieben:
Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Der Junge hat Eier dass muss man ihm lassen
Ja, da ist dann wohl zuviel aus dem Gehirn nach unten gewandert:

Oh, wenn ich den Spiegfel festhalte kann ich ueber zig Runden bestimmt noch das Rennen gewinnen....
Ach, nimm es doch nicht so Ernst. Die Jungs sind immer am Limit unterwegs, da hat Man(n) keine Zeit großartig nachzudenken. :wink:
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