Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

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Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Redaktion » 13.10.2019, 09:48

Anrollen bei roten Ampeln, aber innerhalb der Toleranz: Sebastian Vettel kam beim Formel-1-Rennen in Suzuka nach einem vermeintlichen Fehlstart ungeschoren davon © LAT Glück für Sebastian Vettel: Sein Start zog keine Strafe nach sich Die TV-Bilder schienen beim Grand Prix von Japan in Suzuka, dem 17. Rennen der Formel 1 2019, eine klare Sprache zu sprechen. Sebastian Vettel (Ferrari) rollte beim Start kurz an, obwohl die Startampeln noch rot zeigten. Für einen ähnlichen Vorfall hatte Kimi Räikkönen beim Grand Prix in Sotschi eine Durchfahrtstrafe erhalten.

Doch nach einer Untersuchung des Vorfalls kamen die Sportkommissare zu dem Ergebnis, dass Vettel kein Fehlstart vorzuwerfen sei und verhängten daher keine Strafe gegen den Deutschen.

Das sorgte nicht nur in unserer Redaktion im ersten Moment für Verwunderung. "Ich habe mir Sebs Start in der Wiederholung angesehen. Er bewegt sich und stoppt dann wieder. In den Regeln steht, dass man sich nicht bewegen darf", sagt Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Und auch Helmut Marko meint beim 'ORF': "Ich weiß nicht, was ein falscher Start sein soll, wenn das keiner war."Transponder entscheidet über FehlstartKurz vor dem Rennende lieferten die Sportkommissare rund um den Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen dann mit der schriftlichen Begründung ihrer Entscheidung Aufklärung. "Die Sportkommissare haben sich die Videoaufnahmen und den Bericht über Fehlstarts angesehen, der von der FIA anhand der in jedem Auto verbauten Transponder erstellt wird", heißt es dort."Das Video zeigt zwar eine Bewegung, aber die war innerhalb der Toleranz des F1-Fehlstart-Systems, nach der ein Fehlstart in Artikel 36.13(a) im Sportlichen Reglement der Formel 1 definiert ist", so die Begründung weiter.

Artikel 36.13(a) besagt, dass einzig das Signal des Transponders darüber entscheidet, ob ein Start ein Fehlstart ist oder nicht. Da Vettel den an der Startposition verbauten Sensor noch nicht überfahren hatte, kam er ohne Strafe davon.Vettel: "Es war mein Fehler""Die Ampeln waren sehr lange an, aber es war mein Fehler", sagt Vettel zu seinem Start. "Dadurch habe ich Schwung verloren. Es war schlimmer als ein schlechter Start, es war ein richtig schlechter Start. Man hat gesehen, dass ich keinen Vorteil hatte", so Vettel, der durch das kurze Anrucken beim eigentlichen Start schlecht wegkam und hinter Valtteri Bottas (Mercedes) auf Rang zwei zurückfiel.

Auch Bottas' Start sah auf den ersten Blick verdächtig aus, aber im Gegensatz zu Vettel wurde dieser nicht von den Sportkommissaren untersucht.
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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Technikbegeisterter » 13.10.2019, 09:54

Also eine ähnliche Nummer wie bei Bottas in Österreich. Die zurückgelegte Strecke beim ersten Zucken, reichte nicht aus, um vom System erfasst zu werden.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von McDrake » 13.10.2019, 09:56

oO

Das menschliche Auge erfast was und die Technik nicht und darum nimmt man die Technik als Massstab.

Warum ist die Regel nicht ganz einfach:
In der Zeit von der roten Ampel bis zu deren erlöschen darf KEINE Bewegung mess- oder Sichtbar sein.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von McDrake » 13.10.2019, 09:56

Technikbegeisterter hat geschrieben:Also eine ähnliche Nummer wie bei Bottas in Österreich. Die zurückgelegte Strecke beim ersten Zucken, reichte nicht aus, um vom System erfasst zu werden.
Aber Ricciardo hatte eine Millisekunde zu viel Power... das können sie dann wiederum messen.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Technikbegeisterter » 13.10.2019, 09:58

McDrake hat geschrieben:
Technikbegeisterter hat geschrieben:Also eine ähnliche Nummer wie bei Bottas in Österreich. Die zurückgelegte Strecke beim ersten Zucken, reichte nicht aus, um vom System erfasst zu werden.
Aber Ricciardo hatte eine Millisekunde zu viel Power... das können sie dann wiederum messen.
Können sie nicht, dazu habe ich damals schon einiges geschrieben. Diese Mikrosekunde (!) war eine Behauptung von Renault, die sie aus ihren Daten wie auch immer abgeleitet haben. Messbar war es nicht.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von terraPole » 13.10.2019, 09:58

McDrake hat geschrieben:
Technikbegeisterter hat geschrieben:Also eine ähnliche Nummer wie bei Bottas in Österreich. Die zurückgelegte Strecke beim ersten Zucken, reichte nicht aus, um vom System erfasst zu werden.
Aber Ricciardo hatte eine Millisekunde zu viel Power... das können sie dann wiederum messen.
Also bei Bottas 2017 konnte ich die Entscheidung noch im Ansatz nachvollziehen da es sich im Millisekundenbereich abspielte aber das heute bei Vettel kann man nicht mehr mit Sensorentoleranz erklären..Vettel hatte sogar Zeit nochmal auf die Bremse zu treten.
Auch von der Bewegung her waren das keine Millimeter sondern einige cm (10-20?).
Das heute war ja sowas von offensichtlich. :eh:

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von reiskocher_gtr_specv » 13.10.2019, 10:03

McDrake hat geschrieben:Warum ist die Regel nicht ganz einfach:
In der Zeit von der roten Ampel bis zu deren erlöschen darf KEINE Bewegung mess- oder Sichtbar sein.
Weil bereits das Einlegen eines anderen Ganges dazu führen kann, dass sich ein Auto "bewegt". Deswegen gibt es diese Toleranzen, die aber wohl zu groß sind, wenn das heute noch durchgeht.
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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Technikbegeisterter » 13.10.2019, 10:07

terraPole hat geschrieben:
McDrake hat geschrieben:
Technikbegeisterter hat geschrieben:Also eine ähnliche Nummer wie bei Bottas in Österreich. Die zurückgelegte Strecke beim ersten Zucken, reichte nicht aus, um vom System erfasst zu werden.
Aber Ricciardo hatte eine Millisekunde zu viel Power... das können sie dann wiederum messen.
Also bei Bottas 2017 konnte ich die Entscheidung noch im Ansatz nachvollziehen da es sich im Millisekundenbereich abspielte aber das heute bei Vettel kann man nicht mehr mit Sensorentoleranz erklären..Vettel hatte sogar Zeit nochmal auf die Bremse zu treten.
Auch von der Bewegung her waren das keine Millimeter sondern einige cm (10-20?).
Das heute war ja sowas von offensichtlich. :eh:
Es kommt auf die Strecke an, nicht auf die Zeit. Da Bottas damals voll durchgezogen hat, hat er in kürzere Zeit eine ähnliche Strecke zurückgelegt. Vettel hat nur kurz gezuckt und wieder gebremst. Schau dir die Wiederholung an. In dem Moment in dem die Ampel ausgeht, befindet sich sein Auto noch in der Startbox und hat sich nur ca 3-4 cm bewegt.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Turel » 13.10.2019, 10:09

McDrake hat geschrieben:oO

Das menschliche Auge erfast was und die Technik nicht und darum nimmt man die Technik als Massstab.

Warum ist die Regel nicht ganz einfach:
In der Zeit von der roten Ampel bis zu deren erlöschen darf KEINE Bewegung mess- oder Sichtbar sein.
Wenn man ab heute an mit dem bloßen Auge "messen" würde, dann sieht einer einen Frühstart und der andere nicht.

Deshalb ist das System da schon gut.
Das Toleranzfenster ist eben zu groß, dass ist das Ding.

Blöd gelaufen alles ja, aber letzten Endes hat sich Vettel damit nur selbst ins aus gebracht.

Was man sich eher fragen sollte; warum ist Charles so schlecht weg gekommen?
Bottas hat Vettel überholt und der war auf P3, sogar Lewis war an Charles vorbei.

Hat der sich etwa an Vettel orientiert? Gab es vielleicht wieder eine Absprache? :think:
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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von McDrake » 13.10.2019, 10:10

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben: Weil bereits das Einlegen eines anderen Ganges dazu führen kann, dass sich ein Auto "bewegt". Deswegen gibt es diese Toleranzen, die aber wohl zu groß sind, wenn das heute noch durchgeht.
So weit so gut.
Sollten die Profis am Start da aber nicht in der Lage sein, den richtigen Gang drin zu haben, wenn sie am Start stehen und die rote Ampel anfängt zu leuchten?

Ja, mag jetzt pingelig sein und auch "einmalig".
Aber ist es wirklich so schwierig hier eine einfach Lösung zu finden?
Zeigt doch irgendwie wiedermal, wie "kompliziert" das Regelwerk ist.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Technikbegeisterter » 13.10.2019, 10:12

Turel hat geschrieben:
Was man sich eher fragen sollte; warum ist Charles so schlecht weg gekommen?
Bottas hat Vettel überholt und der war auf P3, sogar Lewis war an Charles vorbei.

Hat der sich etwa an Vettel orientiert? Gab es vielleicht wieder eine Absprache? :think:
Das habe ich mich auch sofort gefragt, nachdem man Vettels Start aus der Onboard gesehen hat. Leider wurde Leclercs Start nicht aus seiner Perspektive gezeigt.

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Turel » 13.10.2019, 10:13

McDrake hat geschrieben:
reiskocher_gtr_specv hat geschrieben: Weil bereits das Einlegen eines anderen Ganges dazu führen kann, dass sich ein Auto "bewegt". Deswegen gibt es diese Toleranzen, die aber wohl zu groß sind, wenn das heute noch durchgeht.
So weit so gut.
Sollten die Profis am Start da aber nicht in der Lage sein, den richtigen Gang drin zu haben, wenn sie am Start stehen und die rote Ampel anfängt zu leuchten?

Ja, mag jetzt pingelig sein und auch "einmalig".
Aber ist es wirklich so schwierig hier eine einfach Lösung zu finden?
Zeigt doch irgendwie wiedermal, wie "kompliziert" das Regelwerk ist.
Die Fahrer kommen ja nicht im ersten Gang an und wenn die da stehen und auf den Rest des Feldes warten,
geht man in den Leerlauf, hat viele Gründe.
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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von Technikbegeisterter » 13.10.2019, 10:15

McDrake hat geschrieben:
reiskocher_gtr_specv hat geschrieben: Weil bereits das Einlegen eines anderen Ganges dazu führen kann, dass sich ein Auto "bewegt". Deswegen gibt es diese Toleranzen, die aber wohl zu groß sind, wenn das heute noch durchgeht.
So weit so gut.
Sollten die Profis am Start da aber nicht in der Lage sein, den richtigen Gang drin zu haben, wenn sie am Start stehen und die rote Ampel anfängt zu leuchten?

Ja, mag jetzt pingelig sein und auch "einmalig".
Aber ist es wirklich so schwierig hier eine einfach Lösung zu finden?
Zeigt doch irgendwie wiedermal, wie "kompliziert" das Regelwerk ist.
Nö, das Regelwerk ist hier nicht kompliziert, sondern eindeutig. Das Problem liegt hier in den technischen Direktiven, in denen das Messsystem inkl. aller Toleranzen beschrieben wird und die leider nicht veröffentlicht werden.
Es steht den Fahrern ja frei wann sie den ersten Gang einlegen. Die vorderen in der Startaufstellung erledigen das vielleicht schon bevor die erste rote Ampel angeht, die hinteren vielleicht erst danach. Ab wann soll das Frühstartsystem jetzt freigeschaltet werden? Erst wenn 1, 2, oder 3 rote Ampeln an sind?

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von AMG Peter » 13.10.2019, 10:18

Steiner hat vollkommen Recht, wenn er über die Stuarts lästert !
EDIT
So einen Fehlstart von Vettel "übersehen " grenzt auch noch an Blindheit ....!!!!!
Zuletzt geändert von BT46B am 13.10.2019, 10:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beleidigung

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Re: Rennleitung erklärt: Deshalb war Sebastian Vettels Start kein Fehlstart

Beitrag von McDrake » 13.10.2019, 10:18

Turel hat geschrieben:
Die Fahrer kommen ja nicht im ersten Gang an und wenn die da stehen und auf den Rest des Feldes warten,
geht man in den Leerlauf, hat viele Gründe.
Danke für die Erklärung... ich als nicht Autofahrer kenn' mich da wohl zu wenig aus ;)

Trotzdem klappts ja bei 98% der Starts.
Ist halt wieder ein schwieriger Fall für den Zuschauer, wenn sowas dann durchgeht.

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