"Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

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"Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon Redaktion » 21.06.2019, 23:43

Der neue Asphalt in Le Castellet hat die Fahrer vor einige Probleme gestellt: Hinzu kommt ein Soft-Reifen, der im Rennen wohl die falsche Wahl sein dürfte
Kimi Räikkönen, Max Verstappen

Nicht nur Max Verstappen erwischte die Strecke von Le Castellet heute

So manch ein Fahrer wird sich am Freitag gefreut haben, dass der Circuit Paul Ricard nichts weiter als ein großer Parkplatz ist. Denn wäre die Auslaufzone voll Kies gewesen, hätte wohl so manch einer sein Training frühzeitig beenden müssen (Formel 1 2019 live im Ticker). Ausritte und Dreher waren im Training von Le Castellet ein häufiges Bild - und wieder einmal standen die Reifen im Fokus. Aber auch die Strecke.

Denn der Kurs wurde erst vor wenigen Wochen an einigen Stellen neu asphaltiert. Schon vor der Rückkehr der Formel 1 nach Frankreich wurde neuer Asphalt verlegt, doch als die Strecke bei einem Rennen der Blancpain-Serie Anfang Juni teilweise aufbrach, musste der Kurs stellenweise ausgebessert werden.

Doch der neue Asphalt hatte noch nicht genügend Zeit, um wirklich auszuhärten und ist dank einem höheren Anteil Bitumen und Öl deutlich rutschiger als vorher. Besonders in den Übergangen zwischen altem und neuem Asphalt wurden die Autos häufig ausgehoben.

"Der neue Asphalt ist nicht so toll", moniert Romain Grosjean. "Kaum kommst du auf den alten, passt es ganz gut, aber der neue ist sehr rutschig und unvorhersehbar. Mir fehlt der letztjährige Asphalt!"

Ricciardo und die Schokolade

Hinzu kamen die wohl heißesten Temperaturen der bisherigen Saison mit einem Asphalt, der fast 60 Grad Celsius heiß wurde. Das machte vor allem den Soft-Reifen stark zu schaffen, die schon nach kurzer Zeit Graining bekamen. "Die Reifen waren schon nach einer Runde hinüber", meint Lewis Hamilton.

"Es fühlte sich ziemlich eklig an", beschreibt es Daniel Ricciardo und bezeichnet den Soft-Reifen als "gooey", also in etwa zähflüssig. "Wenn es heiß ist, dann fühlt es sich an, als ob eine klebrige Masse drauf ist. Es verschmilzt mit der Strecke und fühlt sich nicht so an, als würdest du vorankommen."

Er zieht einen besonderen Vergleich: "Es ist wie geschmolzene Schokolade auf der Strecke - könnte lecker sein. Wobei: Es ist ein bisschen heiß für Schokolade, oder?", lacht er.

Soft: Oft gewählt, aber nicht gebraucht?

Doch schmecken tut der weiche Reifen in Frankreich nur den wenigsten. Zwar haben sich die Teams vor dem Wochenende reichlich mit dem Soft eingedeckt, doch Medium und Hard könnten sich im Rennen als die bessere Wahl herausstellen. Weil aber insbesondere von den harten Reifen wieder eine spärliche Anzahl mitgenommen wurde, hielten sich die Erkenntnisse damit am Freitag in Grenzen.

"Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Mischung im Rennen zum Einsatz kommt", sagt Pirelli-Manager Mario Isola. "Denn die Wettervorhersage ist für alle drei Tage gleich: ziemlich heiß."

Und das sind schlechte Aussichten für den Soft. Laut Lewis Hamilton verträgt sich das schwere Auto auf dem Longrun überhaupt nicht mit dem weichen Reifen. "Ich denke, auf diesen Reifen werden wir es nicht weit schaffen." Das spricht dafür, dass vor allem die Topteams versuchen werden, Q2 auf Medium-Reifen zu überstehen, um nicht mit dem Soft fahren zu müssen.

Wahrscheinlich nur ein Stopp

"Zwischen den Mischungen liegt nicht viel. Das macht jeden Reifen schnell", sagt Carlos Sainz. Auch das spricht dafür, dass an der Spitze wohl eher der Medium-Reifen am Start genutzt werden wird. Laut Isola liegen rund 0,5 oder 0,6 Sekunden zwischen dem Soft und dem Medium - bei mehr als 0,6 Sekunden Vorsprung von Mercedes auf Ferrari zumindest für die Silberpfeile eine scheinbar sichere Wahl.

Im Rennen steht den Reifen dann eine besondere Herausforderung bevor, weil sie bei der Hitze lange halten müssen. "Ich hoffe, dass wir mehr Boxenstopps sehen werden", sagt Hamilton, nimmt sich diese Hoffnung aber selbst: "Diese Reifen sind so verdammt hart, dass wir am Ende dann wieder wohl nur einen Einstopper fahren werden."

Abgesehen von dem Soft sollten die Pneus lange halten, sodass man auch bei Pirelli an der Spitze mit nur einem Stopp rechnet - erst Medium, dann Hard. Denn Position auf der Strecke ist auch in Le Castellet wichtig, trotz der langen Geraden. Hinzu kommt, dass in der Boxengasse ein langsameres Tempolimit von 60 km/h gilt. "Niemand will 27 oder 28 Sekunden verlieren", weiß Hamilton.

"Ich erwarte daher kein allzu aufregendes Rennen, weil die Jungs versuchen werden, die Reifen so lang wie möglich am Leben zu halten", so der Brite weiter. Spannend dürfte aber sein, was mit dem neuen Asphalt passiert.


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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon besser.is.sicher » 22.06.2019, 03:06

Bei der Prognose werden die Einschaltquoten am Sonntag vermutlich durch die Decke gehen...
Einerseits Softreifen die nichtmal eine Runde überstehen. Andererseits sind die anderen Mischungen so hart, dass es trotzdem ein Einstopprennen wird.
Der Thrill von den vermutlich eintretenden Fahrfehlern durch die Asphaltlotterie, wird von den Flugplatzbedingungen geschluckt.
Zudem werden die Strategien durch die ewige Boxengasse so gummifreundlich ausgelegt, dass man Hinterherfahrende lieber kampflos ziehen lässt, um sein eigenes Rennen nicht zu ruinieren.

So, also der Start. Der liegt so fantastisch, um 15:10 Uhr bei bestem Wetter, richtig schön.

Abgesehen davon, dass dieses Gehampel und die Politk an den "Spitzenpositionen" nur noch Quark ist. Hamilton fährt ohne Gegner zum nächsten Titel und es wird seit Jahren nichts unternommen, um das ungleiche Leistungsniveau per Reglement etwas zu nivellieren. Im Gegenteil, man sanktioniert heute noch völlig überflüssig die Verfolger. Grandios.
Ich weiß genau was ich will, wenn was ich will, weiß was es will.

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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon Quebec » 22.06.2019, 06:36

Yep, das sehe ich auch so. Mit dem Asphalt ist wenigstens eine nicht errechenbare Komponente im Spiel wo die Fahrer zeigen müssen ob sie Poppometer haben oder nicht.
Schauen wir also wer das Problem am besten löst und wer mit Gewalt und Gasfuß sich ins Aus befördert.

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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon ElementalRP1 » 22.06.2019, 06:43

Man muss bedenken, dass die Reifenspezifikationen eigentlich Medium, Soft und Ultra-Soft entsprechen.

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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon MarvinAyrton007 » 22.06.2019, 07:56

besser.is.sicher hat geschrieben:Bei der Prognose werden die Einschaltquoten am Sonntag vermutlich durch die Decke gehen...
Einerseits Softreifen die nichtmal eine Runde überstehen. Andererseits sind die anderen Mischungen so hart, dass es trotzdem ein Einstopprennen wird.
Der Thrill von den vermutlich eintretenden Fahrfehlern durch die Asphaltlotterie, wird von den Flugplatzbedingungen geschluckt.
Zudem werden die Strategien durch die ewige Boxengasse so gummifreundlich ausgelegt, dass man Hinterherfahrende lieber kampflos ziehen lässt, um sein eigenes Rennen nicht zu ruinieren.

So, also der Start. Der liegt so fantastisch, um 15:10 Uhr bei bestem Wetter, richtig schön.

Abgesehen davon, dass dieses Gehampel und die Politk an den "Spitzenpositionen" nur noch Quark ist. Hamilton fährt ohne Gegner zum nächsten Titel und es wird seit Jahren nichts unternommen, um das ungleiche Leistungsniveau per Reglement etwas zu nivellieren. Im Gegenteil, man sanktioniert heute noch völlig überflüssig die Verfolger. Grandios.


Da solche Forderungen ja immer wieder aufkommen, was würdest du denn ändern damit es deiner Meinung nach ausgeglichener wird?
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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon Alonso7 » 22.06.2019, 08:21

ElementalRP1 hat geschrieben:Man muss bedenken, dass die Reifenspezifikationen eigentlich Medium, Soft und Ultra-Soft entsprechen.


Genau das ist das Problem. Der Unterschied zwischen den Mischungen ist zu viel. Es wäre doch mal unterhaltsam, wenn die Jungs 3x stoppen müssten.

Also wenn ich bei der FIA wäre, dann würde ich aus „Sicherheitsgründen“ die Teams zwingen zu mindestens 2 Stopps :winky:

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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon terraPole » 22.06.2019, 11:07

Also in FP2 war LEC auf 7 Runden alten S ganze 4 Sekunden langsamer als VET auf M-Reifen!! Das ist schon extrem.
Ich glaub die Top-Teams werden den in Q2 nicht nutzen und morgen auf M starten und dann auf H wechseln.

MarvinAyrton007 hat geschrieben:
besser.is.sicher hat geschrieben:...
Abgesehen davon, dass dieses Gehampel und die Politk an den "Spitzenpositionen" nur noch Quark ist. Hamilton fährt ohne Gegner zum nächsten Titel und es wird seit Jahren nichts unternommen, um das ungleiche Leistungsniveau per Reglement etwas zu nivellieren. Im Gegenteil, man sanktioniert heute noch völlig überflüssig die Verfolger. Grandios.


Da solche Forderungen ja immer wieder aufkommen, was würdest du denn ändern damit es deiner Meinung nach ausgeglichener wird?

Am schnellsten, einfachsten und am günstigsten wäre es wenn man z.B. die Lauffläche der Reifen wieder dicker machen würde.
Das fordern ja nicht nur Binotto und Marko...das wollen ja fast alle Teams außer MAMG und RPFI (vorgeschickt von MAMG).

Aber ich muss auch sagen dass ich kein Freund von Regelanpassung bin nur um etwas spannender zu machen.
So bestraft man die die gute Arbeit geleistet haben und ich glaub selbst der härteste RB- und Ferrari-Fan muss zugeben dass MAMG in den letzten Jahren einfach die beste Arbeit geliefert hat.

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Re: "Wie geschmolzene Schokolade": Neuer Asphalt und Soft quälen die Fahrer

Beitragvon besser.is.sicher » 22.06.2019, 22:53

terraPole hat geschrieben:Also in FP2 war LEC auf 7 Runden alten S ganze 4 Sekunden langsamer als VET auf M-Reifen!! Das ist schon extrem.
Ich glaub die Top-Teams werden den in Q2 nicht nutzen und morgen auf M starten und dann auf H wechseln.

MarvinAyrton007 hat geschrieben:
besser.is.sicher hat geschrieben:...
Abgesehen davon, dass dieses Gehampel und die Politk an den "Spitzenpositionen" nur noch Quark ist. Hamilton fährt ohne Gegner zum nächsten Titel und es wird seit Jahren nichts unternommen, um das ungleiche Leistungsniveau per Reglement etwas zu nivellieren. Im Gegenteil, man sanktioniert heute noch völlig überflüssig die Verfolger. Grandios.


Da solche Forderungen ja immer wieder aufkommen, was würdest du denn ändern damit es deiner Meinung nach ausgeglichener wird?

Am schnellsten, einfachsten und am günstigsten wäre es wenn man z.B. die Lauffläche der Reifen wieder dicker machen würde.
Das fordern ja nicht nur Binotto und Marko...das wollen ja fast alle Teams außer MAMG und RPFI (vorgeschickt von MAMG).

Aber ich muss auch sagen dass ich kein Freund von Regelanpassung bin nur um etwas spannender zu machen.
So bestraft man die die gute Arbeit geleistet haben und ich glaub selbst der härteste RB- und Ferrari-Fan muss zugeben dass MAMG in den letzten Jahren einfach die beste Arbeit geliefert hat.


Ich hätte bereits vor Jahren eine Begrenzung der Systemleistung ausgearbeitet und diese in prozentschritten zur etappenweisen Entwicklung ausgedehnt. Statt dessen wurde der Token Quatsch rumgeeiert, der dann letztlich wieder abgeschafft werden musste. Der Vorsprung kann bis heute nicht aufgeholt werden. Im Gegensatz dazu, wäre es evtl sinnvoller gewesen, das Aero-Konzept nicht regelmäßig über den Haufen zu werfen. Immer wenn es enger wird im Feld, erfindet man das Rad neu.
Das Thema mit den Reifen hätte man sich auch sparen können, ja. Zudem hätte die FIA auch Regeln zu den Felgen festlegen können.
Ich weiß genau was ich will, wenn was ich will, weiß was es will.


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