Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

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Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Redaktion » 13.06.2019, 20:53

Die FIA-Rennkommissare Ennser, Pirro und Remmerie haben sich zur Vettel-Kontroverse zu Wort gemeldet - Ferrari-Teamchef: Es wird keinen Protest geben © LAT Runde 48 in Montreal: Vettel kommt zurück auf die Strecke Die Bestrafung von Sebastian Vettel sorgt auch wenige Tage nach dem Grand Prix von Kanada noch für Gesprächsstoff. Im Fokus stehen dabei die FIA-Rennkommissare, die dem Ferrari-Piloten eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt hatten, weil er laut Reglement nach seinem Fahrfehler in Kurve 4 nicht sicher zurück auf die Strecke gefahren kam. Hans-Gerd Ennser und auch Emanuele Pirro haben sich nun zu Wort gemeldet. Derweil bestätigt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: Es wird keinen Protest geben.

Ennser ist seit 2010 Formel-1-Kommissar und außerdem Präsidiumsmitglied des Deutschen Motorsportbunds (DMSB). Gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) hat er sich zur Strafe zu Wort gemeldet: "Der Fünf-Sekunden-Zeitzuschlag für Vettel ist die geringste Strafe, die für solch ein Vergehen ausgesprochen werden kann."

Er bestätigt, dass sogar noch härtere Sanktionen, wie eine Zehn- oder gar Zwanzig-Sekunden-Strafe oder eine Stop-and-Go-Strafe möglich gewesen wären. Die "gefährliche Rückkehr auf die Strecke" ist im Reglement festgeschrieben, daher mussten die Kommissare aus ihrer Sicht den Regeln entsprechend handeln.Keine Strafe für NummerntauschZusätzlich verstieß der Ferrari-Pilot nach dem Rennen gegen das Protokoll - er erschien zunächst nicht zum Interview der Top 3 und vertauschte danach die Nummernschilder vor den Boliden. "Uns wurden diese Vorfälle mitgeteilt", so der deutsche Kommissar.Doch Vettel kam ohne weitere Strafe davon, da die FIA Nachsicht walten ließ: "Wir waren der Meinung, wegen der hohen Emotionen und dem großen Druck, unter dem Vettel stand, keine weiteren Strafen zu verhängen." Die Scuderia hatte bereits nach dem Grand Prix angedeutet, einen Einspruch gegen die Vettel-Strafe einlegen zu wollen.Das Team hat dafür 96 Stunden nach Ablauf des Rennens Zeit. Doch wie sich am Donnerstag herauskristallisierte, wird das Team keinen Protest gegen die Zeitstrafe einlegen. Im italienischen Fernsehen hat sich Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zur Causa Prima erstmals nach Sonntag zu Wort gemeldet. Vettel-Strafe: Wie wirkt sich die Kontroverse aus? Edd Straw, Scott Mitchell und Jonathan Noble diskutieren darüber, wie die Formel 1 zukünftig solche Kontroversen wie Kanada vermeiden könnte Weitere Formel-1-Videos Bei 'Rai' hat der Teamboss bestätigt, dass die Scuderia keine Berufung einlegen wird. Stattdessen stützt sich das Team auf den internationalen Sportkodex. Hat man neue Beweise parat, die Vettels Unschuld beweisen können, kann die Entscheidung der Kommissare erneut überprüft werden."Wenn wir uns die Bilder und Daten ansehen, die uns zur Verfügung stehen, sind wir überzeugt, dass es keine Unregelmäßigkeiten gab, aber Sebastian hat einen Fehler gemacht, als er von der Strecke abgekommen ist", gibt der Italiener zwar zu, merkt aber auch an: "Danach hat er nur versucht, das Auto einzufangen, langsamer zu fahren und sicher auf die Strecke zurückzukehren".Die Neuüberprüfung der Sachlage kann bis zu 14 Tage nach Erscheinen des finalen Klassements beantragt werden, was dem Team mehr Zeit verschafft. Binotto bestätigt: "Für unseren Teil sammeln wir alle verfügbaren Daten." Mit neuen Beweisen will das Team eine andere Entscheidung herbeiführen. "Wir werden sehen, wie und in welcher Form, aber wir machen definitiv weiter."Pirro fühlt sich von Kommentaren verletztAuf Sebastian Vettel selbst werde die Kontroverse keine Auswirkungen haben, ist sich der Teamchef sicher. Sein Pilot werde gestärkt daraus hervorgehen. Für Vettels Aktion nach dem Rennen hat Binotto, wie auch die Kommissare, vollstes Verständnis. Das sei ein Moment der Authentizität gewesen.Für Fahrerkommissar Emanuele Pirro war die Situation nach dem Rennen besonders schwierig. Der Ex-Formel-1-Pilot und fünffache Le-Mans-Gewinner sah sich massiver Kritik ausgesetzt. Der Italiener, der 40 Jahre im Motorsport aktiv war, ist ebenfalls seit 2010 für die FIA als Kommissar tätig.Er fühlte sich von vielen Kommentaren, auch von Ex-Rennfahrerkollegen wie Nigel Mansell oder Mario Andretti, nach dem Rennen verletzt. Nur wenige sprachen sich für die Strafe aus, etwa Nico Rosberg. "Zum Glück verhielten sich viele auch solidarisch", wird er von 'Formula Passion' zitiert. Wie das Vettel-Urteil zustande kam Unser Video zeigt auf, weshalb die Rennkommissare in Kanada eine Zeitstrafe gegen Sebastian Vettel ausgesprochen haben! Weitere Formel-1-Videos "Es schmerzt jedoch, wenn großartige Rennfahrer wie Mario Andretti und Nigel Mansell so etwas sagen." Der Brite sprach von einer "peinlichen" Entscheidung. Pirro macht deutlich, dass die Weltmeister von damals in einer ganz anderen Zeit gefahren sind, als Sicherheit noch kein großes Thema war."Die Welt hat sich verändert, so auch die Rennen." Als Motorsportfan und Ferrari-Fan tat ihm das Rennende dann aber doch auch leid. "Wie man verstehen kann, ist es nicht einfach, solche Entscheidungen zu treffen, aber die Integrität des Sports muss gewahrt werden."Auch der dritte FIA-Kommissar, Mathieu Remmerie hat die Strafe für Vettel verteidigt. Gegenüber 'Sporza' meinte der Belgier aber auch: "Dass man nun vorschlägt, die Regeln zu ändern, ist akzeptabel." Als Motorsport-Enthusiast möchte er selbst natürlich großartige Rennen sehen."Haben sich die Regeln in einigen Fällen als zu weitreichend dargestellt? Wohl ja. Dennoch gibt es immer schwierige Situationen, die es zu evaluieren gilt." Eine davon geschah in Runde 48 des Grand Prix von Kanada 2019.
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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von bolfo » 13.06.2019, 21:33

An Peinlichkeit kaum zu überbieten. Und nun fühlt sich Pirro noch verletzt. Der arme.

Zu denken geben sollte uns das Statement, Mansells und Andrettis Kritik sei nicht angebracht, weil sie in Zeiten fuhren, wo die Sicherheit keine Rolle spielte. Absoluter Bullshit. Das, was Vettel gemacht hat, war absolut ungefährlich, da Hamilton jederzeit freie Sicht und Zeit zum Bremsen hatte. Wenn man das heute als "gefährlich" einstuft, dann frage ich mich, wie dieser Herr es zulassen kann, dass die Fahrer überhaupt noch Rennen fahren dürfen. Einfach lächerlich.
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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von vettel-fan2011 » 13.06.2019, 21:35

bolfo hat geschrieben:An Peinlichkeit kaum zu überbieten. Und nun fühlt sich Pirro noch verletzt. Der arme.

Zu denken geben sollte uns das Statement, Mansells und Andrettis Kritik sei nicht angebracht, weil sie in Zeiten fuhren, wo die Sicherheit keine Rolle spielte. Absoluter Bullshit. Das, was Vettel gemacht hat, war absolut ungefährlich, da Hamilton jederzeit freie Sicht und Zeit zum Bremsen hatte. Wenn man das heute als "gefährlich" einstuft, dann frage ich mich, wie dieser Herr es zulassen kann, dass die Fahrer überhaupt noch Rennen fahren dürfen. Einfach lächerlich.
Die sind einfach völlig Verweichlicht geworden.. Zumindest alle von der FIA. :shrug:
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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von rot » 13.06.2019, 21:48

Ja, klar, musste eine Strafe sein. So wie Pirro dem Hamilton vs Ricciardo KEINE verhängte. Aber hey, "früher", also vor 3 Jahren, war eben auch alles anders. :wink:

Und ja, härtere Strafe. 10, 20 Sekunden, Stop and go, und vielleicht noch eine Woche Hausarrest? Sorry die Typen sind bekloppt...
bolfo hat geschrieben:An Peinlichkeit kaum zu überbieten. Und nun fühlt sich Pirro noch verletzt. Der arme.
Einfach lächerlich.
:thumbs_up:

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Sieversen » 13.06.2019, 21:54

Wäre auch ein Wunder gewesen, wenn sich da nachträglich noch was getan hätte. Man muss der Fairness halber aber auch anmerken, dass eine Zurücknahme der Strafe jetzt auch nicht besser gewesen wäre als die Strafe selbst. Dann hätten wir das gleiche in Silber mit einem beraubten Hamilton. Super.

Ich verbuche dieses Wochenende einfach mal unter "Dinge auf die die Formel 1 nicht stolz zurückblicken wird."
Mann echt, was für ein :puke: Rennwochenende...
Heute ist die gute alte Zeit von morgen.

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von afa1515 » 13.06.2019, 21:59

bolfo hat geschrieben:Das, was Vettel gemacht hat, war absolut ungefährlich, da Hamilton jederzeit freie Sicht und Zeit zum Bremsen hatte.
Es war vielleicht nicht gefährlich, aber Fakt ist Vettel fuhr in die Rennlinie.
Als er auf die Strecke zurückkam, hätte er auch runterbremsen können um weiter links zu bleiben.
Sonst soll sich auch bitte niemand mehr beschweren, dass Verstappen oder Magnussen mal härter vor einem reinbremsen...

Das es die F1 mit Strafen übertreibt ist richtig, aber so eine Strafe wäre unabhängig von welchen Fahrer auch immer gerechtfertigt. Die Situation ist ähnlich wie die Verstappen-Strafe in Monaco, als er Bottas in den Weg fuhr.

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Forza_Ferrari_93 » 13.06.2019, 22:01

"Er fühlte sich von vielen Kommentaren, auch von Ex-Rennfahrerkollegen wie Nigel Mansell oder Mario Andretti, nach dem Rennen verletzt."

Jetzt darf nicht mal mehr Kritik geübt werden? Wie wäre es die eigene Entscheidung zu hinterfragen? Wenn sich gefühlt 95% gegen eine Strafe aussprechen sollte das einem eigentlich zu denken geben. BTW: Die FIA und ihr Sicherheitswahn wird die F1 früher oder später zu Grunde richten.
"Ich möchte mich bei allen bedanken, die weiter an mich geglaubt haben. Mir haben so viele Menschen Briefe und Nachrichten geschickt, das war sehr wichtig für mich"

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Kugelblitz » 13.06.2019, 22:03

rot hat geschrieben:Ja, klar, musste eine Strafe sein. So wie Pirro dem Hamilton vs Ricciardo KEINE verhängte. Aber hey, "früher", also vor 3 Jahren, war eben auch alles anders. :wink:

Und ja, härtere Strafe. 10, 20 Sekunden, Stop and go, und vielleicht noch eine Woche Hausarrest? Sorry die Typen sind bekloppt...
bolfo hat geschrieben:An Peinlichkeit kaum zu überbieten. Und nun fühlt sich Pirro noch verletzt. Der arme.
Einfach lächerlich.
:thumbs_up:
Wirklich peinlich. Zumal nur ein Rennen zuvor die Kommissare eine eindeutige Unsafe-Release, die auch als solche erkannt wurde, statt der im Reglement dafür bestimmten 10-Sekunden-Stop-and-go nur mit einer 5-Sekunden-Strafe belegten - trotz daß es dabei sogar zu einer Kollision mit Sachschaden und Gefährdung der Boxencrews in der Boxengasse kam. Und zumindest da sollten doch schon dieselben "Sicherheitsregeln" gegolten haben, wie in Kanada, oder?

Die Kommissare reiten sich mit solchen Bemerkungen nur noch tiefer rein. Strafen sollte es für bewußte Regelverstöße geben. Nicht dafür, daß ein Fahrer nach einem Fahrfehler das Auto noch abfängt, und mangels Alternative (Mauer an der Streckenbegrenzung) dies auf der Strecke tun mußte.

Hätten die Kommissare auf Vorteil entschieden, den Vettel nicht an Hamilton abgab, hätten sie dieselbe Strafe (oder mehr) verhängen können, und die Strafe wäre zwar immer noch fragwürdig, aber sachlich nicht anfechtbar gewesen. Aber für ein "unsicheres Zurückkommen" auf die Strecke? Damit haben die Kommissare einen Offenbarungseid abgegeben.

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Stulle68 » 13.06.2019, 22:06

afa1515 hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Das, was Vettel gemacht hat, war absolut ungefährlich, da Hamilton jederzeit freie Sicht und Zeit zum Bremsen hatte.
Es war vielleicht nicht gefährlich, aber Fakt ist Vettel fuhr in die Rennlinie.
Als er auf die Strecke zurückkam, hätte er auch runterbremsen können um weiter links zu bleiben.
Sonst soll sich auch bitte niemand mehr beschweren, dass Verstappen oder Magnussen mal härter vor einem reinbremsen...

Das es die F1 mit Strafen übertreibt ist richtig, aber so eine Strafe wäre unabhängig von welchen Fahrer auch immer gerechtfertigt. Die Situation ist ähnlich wie die Verstappen-Strafe in Monaco, als er Bottas in den Weg fuhr.
Sorry, aber ohne Worte :facepalm:

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von FU Racing Team » 13.06.2019, 22:07

Also so wie ich die Sache verstehe, wird uns dieses ätzende Thema (mindestens!) noch bis zum Rennsonntag in Frankreich begleiten, oder?
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Stulle68 » 13.06.2019, 22:10

Kugelblitz hat geschrieben:
rot hat geschrieben:Ja, klar, musste eine Strafe sein. So wie Pirro dem Hamilton vs Ricciardo KEINE verhängte. Aber hey, "früher", also vor 3 Jahren, war eben auch alles anders. :wink:

Und ja, härtere Strafe. 10, 20 Sekunden, Stop and go, und vielleicht noch eine Woche Hausarrest? Sorry die Typen sind bekloppt...
bolfo hat geschrieben:An Peinlichkeit kaum zu überbieten. Und nun fühlt sich Pirro noch verletzt. Der arme.
Einfach lächerlich.
:thumbs_up:
Wirklich peinlich. Zumal nur ein Rennen zuvor die Kommissare eine eindeutige Unsafe-Release, die auch als solche erkannt wurde, statt der im Reglement dafür bestimmten 10-Sekunden-Stop-and-go nur mit einer 5-Sekunden-Strafe belegten - trotz daß es dabei sogar zu einer Kollision mit Sachschaden und Gefährdung der Boxencrews in der Boxengasse kam. Und zumindest da sollten doch schon dieselben "Sicherheitsregeln" gegolten haben, wie in Kanada, oder?

Die Kommissare reiten sich mit solchen Bemerkungen nur noch tiefer rein. Strafen sollte es für bewußte Regelverstöße geben. Nicht dafür, daß ein Fahrer nach einem Fahrfehler das Auto noch abfängt, und mangels Alternative (Mauer an der Streckenbegrenzung) dies auf der Strecke tun mußte.

Hätten die Kommissare auf Vorteil entschieden, den Vettel nicht an Hamilton abgab, hätten sie dieselbe Strafe (oder mehr) verhängen können, und die Strafe wäre zwar immer noch fragwürdig, aber sachlich nicht anfechtbar gewesen. Aber für ein "unsicheres Zurückkommen" auf die Strecke? Damit haben die Kommissare einen Offenbarungseid abgegeben.
Zumal Bottas in Monaco für seine Bummelei bei Safetycar in die Box ja auch keine Strafe bekam. Aber wenn ich da wieder spekulieren würde das das ja ein Mercedes ist...

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von B-316 » 13.06.2019, 22:30

Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:"Er fühlte sich von vielen Kommentaren, auch von Ex-Rennfahrerkollegen wie Nigel Mansell oder Mario Andretti, nach dem Rennen verletzt."

Jetzt darf nicht mal mehr Kritik geübt werden? Wie wäre es die eigene Entscheidung zu hinterfragen? Wenn sich gefühlt 95% gegen eine Strafe aussprechen sollte das einem eigentlich zu denken geben. BTW: Die FIA und ihr Sicherheitswahn wird die F1 früher oder später zu Grunde richten.
Auch wenn der F1-Sarg schon gefertigt wurde und abholbereit steht, war es nicht nötig mit der Strafe bereits den ersten Spatenstich fürs Formel 1 Grab zu setzen, solange die F1 noch im RTW reanimiert wird und Überlebenschancen bestehen.
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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von h00bi » 13.06.2019, 22:35

"Der Fünf-Sekunden-Zeitzuschlag für Vettel ist die geringste Strafe, die für solch ein Vergehen ausgesprochen werden kann."
Das ist halt nur die halbe Wahrheit. Ja, das ist die kleinstmögliche "Strafe". Das Reglement sieht hier aber explizit vor, dass die Rennleitung den Fahrer anweisen kann seinen Vorteil zurück zu geben. Also hätte die Rennleitung auch entscheiden können Vettel anzuweisen Hamilton vorbei zu lassen. Das gilt jedoch nicht als Strafe.

Es ist also richtig dass es die kleinstmögliche Strafe ist, aber es gab immer noch eine (bessere) Lösung zwischen dieser Strafe und "no further action". Man wollte hier bewusst eine Strafe aussprechen. Der soll das jetzt nicht so darstellen dass sie gar nicht anders konnten.
plastikschaufel hat geschrieben:Aber Toto hat gesagt, dass [absurden Schwachsinn hier einfügen] :lol:

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Stulle68 » 13.06.2019, 23:08

h00bi hat geschrieben:
"Der Fünf-Sekunden-Zeitzuschlag für Vettel ist die geringste Strafe, die für solch ein Vergehen ausgesprochen werden kann."
Das ist halt nur die halbe Wahrheit. Ja, das ist die kleinstmögliche "Strafe". Das Reglement sieht hier aber explizit vor, dass die Rennleitung den Fahrer anweisen kann seinen Vorteil zurück zu geben. Also hätte die Rennleitung auch entscheiden können Vettel anzuweisen Hamilton vorbei zu lassen. Das gilt jedoch nicht als Strafe.

Es ist also richtig dass es die kleinstmögliche Strafe ist, aber es gab immer noch eine (bessere) Lösung zwischen dieser Strafe und "no further action". Man wollte hier bewusst eine Strafe aussprechen. Der soll das jetzt nicht so darstellen dass sie gar nicht anders konnten.

Warum hätte die Rennleitung das anweisen sollen? Vettel hatte keinen Vorteil, sondern hat noch Zeit verloren und Hamilton war nicht vor Vettel gewesen. Im übrigen hätte man ja auch sagen können "Thats Racing" und gar keine Strafe verteilen, dann gibt es auch keine Diskussion über die kleinstmögliche Strafe.

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Re: Sportkommissar: Sogar härtere Sanktionen für Vettel waren möglich

Beitrag von Calvin » 13.06.2019, 23:23

afa1515 hat geschrieben: Als er auf die Strecke zurückkam, hätte er auch runterbremsen können um weiter links zu bleiben.
Als er auf die Strecke zurück kam, kämpfte er immer noch mit dem ausbrechendem Heck. Wäre er da auf die Bremse hätte er sich gedreht und es hätte auf jeden Fall gekracht.
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