GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

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icke
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Re: Formel 1 Kanada 2019: Hamilton siegt dank umstrittener Vettel-Strafe

Beitragvon icke » 10.06.2019, 01:37

GenauDer hat geschrieben:
viva espania hat geschrieben:
GenauDer hat geschrieben:Hmm während ich hier jetzt mehrfach VET verteidigt hab, muss ich auch mal sagen, dass das im Nachhinein sicher richtig gewesen wäre, aber wenn man da mit hoher Geschwindigkeit an ein quer kommendes Auto heranfährt, weiß man sicher noch nicht ab wann es Grip bekommt und wo es am besten ist, vorbei zu kommen. Unter Umständen hätte genau das den Unfall verursachen können


Sehe ich auch so, links vorbei an Vettel wäre mMn niemals möglich gewesen. Der Versuch den strauchelnden Vettel etwas Abseits der Strecke auf der Ideallinie zu kassieren war schon richtig, zumindest der Versuch. Das Vettel diese Position unter allen Umständen verteidigen möchte, war klar und ist auch völlig verständlich. Ich denke mal jeder Racer würde aus Affekt ähnlich wie Vettel reagieren.

Was mir an Vettel heute gefiel ist, dass er nicht angepasst reagiert hat und Emotionen gezeigt hat. Sicherlich im Nachhinein etwas kindisch und umprofessionell manche Aktionen nach dem Rennen. Trotzdem, er ist auch nur ein Mensch und fühlte sich aus seiner Sicht um seine harte Arbeit betrogen.

Die Strafe war schon hart.

Für Vettel selbst ist die Strafe sowieso hundertfach besser, als wenn HAM nach dem Ausritt vorbei gekommen wäre.
Was glaubt ihr, was hier los wäre, wenn Vettel durch so einen Fehler SCHON WIEDER das Rennen weggeschmissen hätte - und noch dazu der so wichtige erste Sieg des Jahres?

Nun ja, wenn VET es geschafft hätte, bis zur Spitzkehre in HAMs Nähe zu bleiben, wäre evtl auch ein Überholen möglich gewesen. In der Spitzkehre hat HAM stets rund 2/10 s auf VET verloren, umgekehrt wäre VET dort dichter.rangekommen und mit DEM Topspeed UND DRS wäre ein Auskontern möglich gewesen.
Solange wir es nicht schaffen, einen Apfel herzustellen, können wir noch viel von der Natur lernen.

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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon Stulle68 » 10.06.2019, 02:00

Cainium hat geschrieben:

Was ist denn dann eine "gefährliche Rückkehr"?
Wie soll Hamilton das Verhalten von Vettels Auto korrekt einschätzen wenn nicht mal Vettel des konnte (Quersteher beim Zurückfahren auf die Strecke)? Letzteres hat Vettel dazu gezwungen die Linie halten zu müssen und nicht nach links ausweichen zu können.
Wie hätte Hamilton das vorher sehen sollen?
Außerdem, seit wann ist es "fair" ein Auto welches schon vor dem eigenem Hinterrad ist in die Mauer zu drängen?

Wenn Hamilton nur etwas später reagiert hätte dann wär sein Frontflügel und Vettels Hinterreifen weg gewesen. Und das ist dann Hamiltons Schuld weil Vettel selbstverschuldet die Schikane auslässt?



Wenn Hamilton nicht abschätzen kann wie sich das Auto von Vettel verhält, warum fährt er dann noch rechts neben ihn? Und wer hat ein Auto in die Mauer gedrängt? Vettel jedenfalls nicht.

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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon Kugelblitz » 10.06.2019, 02:03

Cainium hat geschrieben:
vettel-fan2011 hat geschrieben:KEINEN FEHLER MACHEN ist natürlich immer besser.

Ist aber nunmal passiert und in diesem Fall konnte er nicht mehr mehr aus der Situation herausholen.


Und? Das ändert nichts daran dass er gegen eine geltende Regel verstoßen hat.

Das er nicht anders konnte als den Regelverstoß zu begehen wurde ausgelöst durch SEINEN Fehler.

Also sind ab sofort Fahrfehler verboten und müssen bestraft werden?

Sei doch mal ehrlich: Du hast gerade selbst zugegeben, daß Vettel die allerdings auch nur leichte Behinderung Hamiltons gar nicht verhindern konnte. Aufgrund reiner Physik war er bis zu dem Zeitpunkt, als er wieder Gas gab (und da war er schon rechts außen), nur Passagier, der versuchte, das Auto geradezuhalten, damit es nicht noch ausbricht und in die Wand oder einen Konkurrenten kracht. Das sehen gemessen an den Statements in den sozialen und anderen Medien übrigens alle ehemaligen Rennfahrer ganz genauso.

Also wofür wurde er hier bestraft? Daß er nicht auf dem Gras eine Vollbremsung versuchte, was ihn auf die Strecke hätte raustrudeln lassen, womit ein Unfall ausgelöst worden wäre, der Hamilton mit erwischt hätte? Man könnte vielleicht darüber diskutieren, ob er hier einen Vorteil hatte oder nicht. Ob er also im Anschluß an die Aktion Hamilton hätte vorbeilassen müssen. Aber deswegen gab die Strafe ja ausdrücklich nicht - sondern wegen angeblich unsicheren Zurückkommens auf die Strecke - zu dem es aber in der Situation schlicht keine Alternative gab. Wie du selbst ja auch sagst.

Somit ist die Strafe genau das, was (fast) alle Experten sagen: Ein schlechter Witz!

Und wenn ich schlechte Witze haben will, dann schaue ich ein Fips-Asmussen-Video - aber ganz bestimmt kein Formel1-Rennen mehr! Das Ding heute wird noch lange nachwirken. Und die FIA respektive Liberty Media werden es noch verfluchen, den seit Jahren kritisierten unhaltbaren Zustand nicht angegangen zu sein, daß in jedem Rennen andere Kommissare über die Regelauslegungen entscheiden, die in ihrer Mehrzahl keine Ahnung vom Rennsport haben.

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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon F1Schlaumeier » 10.06.2019, 02:40

Plauze hat geschrieben:
F1Schlaumeier hat geschrieben:Sehe ich komplett anders. Hamilton hatte vielleicht keine automatische Vorfahrt, aber die Lücke war da. Vettel ist schließlich links zurück auf die Strecke gekommen, während die Ideallinie rechts ist.
Dieses Bild zeigt die Lücke mMn. sehr gut: Bild
Mit Standbildern lässt sich immer prima argumentieren. Das Dumme ist nur, dass die Autos sich bewegen, und zwar nicht in Frame-für-Frame-Geschwindigkeit, sondern an dieser betreffenden Stelle mit ca. 140-150 km/h.
Vettel ist also vom Gras zurück auf die Strecke eben NICHT in der Lage, den Wagen mal eben an der Innenseite der Strecke gerade auszurichten, um ja Platz für Hamilton zu lassen, sondern bleibt auf seiner Linie, die er schon bei der Rückkehr auf die Strecke hatte, was für Hamilton auch absolut nachvollziehbar und berechenbar gewesen sein dürfte.

Das Standbild hat deine Behauptung widerlegt, dass es keine Lücke für Hamilton gab. Es kommt hier auch überhaupt nicht auf die Geschwindigkeit der Autos an, sondern auf die Geschwindigkeit, mit der sich die Lücke schließt. Und diese war tatsächlich vergleichsweise langsam.

Dass Vettel nicht in der Lage gewesen sein soll, eine größere Lücke zu lassen, halte ich für eine Falschbehauptung. Zu dem Zeitpunkt als das Standbild mit der mehr als ausreichenden Lücke für Hamilton entstand, war Vettel bereits wieder auf dem Gas. Das kann man anhand der Onboard-Aufnahmen mMn. glasklar erkennen. Daraus folgt, dass Vettel mit weniger Gas eine engere Kurve hätte fahren können. Völlig unabhängig von den dreckigen Reifen oder dem zweiten Quersteher. Ich wage sogar zu behaupten, dass er sogar trotz des Gasgebens hätte enger fahren können und eben nicht am Limit war, sondern Ham bewusst abgedrängt hat. Aber das ist nur eine Einschätzung von mir, der ich nicht allzu viel Wert beimessen würde. Viel wichtiger ist, dass Vettel nach dem Gasgeben die Lücke wesentlich verkleinert hat, was er durch weniger Gas hätte verhindern können.

Plauze hat geschrieben:Ich habe folglich schon viele Fahrer von der Strecke trudeln und wieder zurückkommen sehen.

Das habe ich auch. Aber mir geht es darum, welches Verhalten richtig ist und nicht darum, welches am häufigsten vorkam.

Plauze hat geschrieben:Es ist die Natur eines Rennfahrers, seine Position mit allen legalen Mitteln halten zu wollen.

Da bin ich ganz deiner Meinung. Aber Abdrängen ist eben nicht legal, erst nicht nicht wenn man zuvor die Strecke verlassen hat. An manchen Kurven werden sogar extra Poller aufgestellt, um ein derartig rücksichtsloses Zurückkommen auf die Strecke zu unterbinden. Die Grundregel, dass man beim Rejoin niemandem vor das Auto fahren darf, gilt ja auch an jeder anderen Stelle der Strecke. Und in diesem Fall ist Vettel nicht einfach dem Gegner vor das Auto gefahren, sondern er hat sogar einen neben sich befindlichen Fahrer in die Mauer gedrängt. Das ist für mich nochmal eine große Stufe über einer verdienten Strafe.

Plauze hat geschrieben:Für mich ist es völlig logisch, dass Vettel nicht quasi stehenbleibt, nur damit Hamilton außen Platz zum Durchrutschen hat. Ich finde auch nicht, dass dies dies Interpretation von "Gefährlicher Rückkehr auf die Rennstrecke" sein sollte. Dann kann ja, wer rausrutscht, direkt das Rennen beenden

Dass du hier massiv übertreibst, weißt du sicher selbst. Zum einen fordert niemand, dass Vettel stehen bleibt. Er soll nur ein bisschen mehr Platz lassen und dafür hätte minimal weniger Gas oder einfach stärkeres Einlenken gereicht. Zum anderen kann von Aufgeben keine Rede sein. Vettel konnte immernoch Zweiter werden. Er hätte immernoch gewinnen können, wenn er einen Vorsprung von 5 Sekunden herausfährt. Er hätte Ham vorbeilassen und zurücküberholen können. Und und und.. Aber ich verstehe schon, was du meinst: Wer von der Strecke fliegt und nur minimal vor seinem Gegner liegt, verliert nach meiner Interpretation durch den Fehler sehr wahrscheinlich eine Position. Ich verstehe nur nicht, was daran verwerflich sein soll. Fehler gehören bestraft.

Plauze hat geschrieben:bizarrerweise wurden dann andererseits aber ganze Quadratkilometer an Auslaufzonen asphaltiert, damit die Fahrer eben nicht vom Gas müssen und ohne große Nachteile und Positionsverluste rejoinen können.

Das stimmt doch gar nicht. Die asphaltierten Auslaufzonen gibt es, weil Test gezeigt haben, dass Autos auf ihnen besser verzögern als im Kies. Dass man ohne große Verluste von der Strecke abkommen kann, ist ein Problem dieser Maßnahme und kein Vorteil. Als Folge gibt es ja diese andauernden Diskussionen über Track Limits.

Plauze hat geschrieben:Langer Rede, kurzer Sinn, ich sehe das gefährliche Rejoinen eher so, dass eine völlig unberechenbare Linienwahl geahndet werden sollte, nicht aber eine Beibehaltung der eingeschlagenen Lenkrichtung hin zurück zur Ideallinie.

Okay, legitimer Ansatz. Ich sehe es eben anders: Wer abfliegt, muss vor dem Rejoin auf die Ideallinie sicherstellen, dass er niemandem vor das Auto fährt. Aufgrund deiner langjährigen Begeisterung für Motorsport wirst du auch wissen, dass die FIA das nicht nur in diesem einen Fall nach meiner Sichtweise bewertet.

Plauze hat geschrieben: Tja, da sind wir wieder mit der Geschichte mit der Auslegungssache. So riesengroß war der Geschwindigkeitsüberschuss nach meiner Wahrnehmung nicht, dass Hamilton auf jeden Fall vorbeigekommen wäre, wenn Vettel sich nicht breit gemacht hätte. Vettel wurde zu diesem Zeitpunkt auch bereits wieder schneller, sodass dabei meiner Ansicht nach ein sehr enges, aber nicht besonders gefährliches Nebeneinander herfahren herausgekommen wäre. Richtig ist, dass Hamilton auf die Randsteine ausweichen musste und die Situation dadurch grenzwertig war.

Ja stimmt, kann man so oder so sehen. Ich denke er wäre vorbeigekommen, aber fest steht das natürlich nicht. Ist aber auch egal. Wenn die Regel gebrochen wird, muss der Täter unabhängig von potenziellen Ausgang bestraft werden. Wer eh vorne bleibt, hat ein Abdrängen ja auch nicht nötig.

Plauze hat geschrieben:Dem könnte man jetzt entgegnen, dass sich andere Fahrer ihrerseits auch schon auf Hamiltons Übersteuern einstellen mussten. Im Zweikampf wird's halt auch mal eng...

Wer durch Übersteuern im Zweikampf seinen Gegner abräumt, trägt die Schuld. Auch wenn es Hamilton passiert. Willst du Vettel etwa freisprechen, weil Hamilton schon mal etwas Ähnliches passiert ist?

Plauze hat geschrieben:Tatsächlich finde ich, dass die Definitionen von Blocken, Abdrängen etc. einer Revision unterzogen gehören, denn Rennsport und Formel 1 sind nicht Straßenverkehr. In einem Zweikampf sollte auch der Verteidiger die Möglichkeit haben, Kampflinie zu fahren und sich aggressiv zu verteidigen, solange er den Angreifer nicht fahrlässig in eine klare Gefahrensituation bringt.

Das ist sehr interessant. Ich finde, dass (hauptsächlich bei FIA Serien) der Verteidiger weniger Rechte bekommen sollte, um spektakuläre Zweikämpfe über mehrere Kurven zu fördern. Aktuell wird (vorallem in der F1) Abdrängen noch sehr oft toleriert, wenn der Angreifer noch nicht allzu weit daneben war. Aber jedes Abdrängen zerstört ein Rad and Rad Duell zur nächsten Kurve. Außerdem wird der Angreifer für seinen Mut bestraft außenherum oder an einer unkonventionellen Stelle überholt zu haben. Ich muss allerdings einräumen, dass dieser Ansatz in der F1 momentan kaum fruchten würde, da Zweikämpfe dort ohnehin nur bei massiven Paceunterschied entstehen. Dieses Gegenseitige Zurücküberholen und Rad an Rad fahren über mehrere Kurven wie bei Arnoux/Villeneuve in Dijon oder auch Glock/Paffet in Hockenheim letztes Jahr funktioniert ja nicht, wenn einer der Piloten pro Runde 1 Sekunde oder mehr schneller ist. Deshalb würde mein Ansatz Zweikämpfe in der F1 im Schnitt wohl sogar verkürzen.

Plauze hat geschrieben:Ich führe immer ganz gerne das Duell zwischen Arnoux und Villeneuve 1979 in Dijon an, weil immer wieder gern auf dieses als Beispiel eines hervorragenden Zweikampfes verwiesen wird. Tatsächlich ist aber zu sehen, wie beide das gesamte offensive und defensive Arsenal ausschöpfen. Ich will nicht wissen, wie heute auf ein solches Duell reagiert würde, denn es war halt eine beispiellose Aneinanderreihung gegenseitigen Abdrängens, Blockens, Antäuschens, und Kampflinie-Fahrens inklusive Berührungen...

Ich finde den Zweikampf der beiden natürlich auch klasse! Keine Frage. Allerdings kann ich manche deiner Punkte gar nicht in dem Zweikampf wiederfinden. Nach heutigem Maßstab (und auch nach meiner Philosopie) kann man nur Villeneuves Eingang zu Kurve 5 in der letzten Runde kritisieren. Er hat Arnoux sehr wenig Platz gelassen, weshalb die beiden sich berührten. Hätte Villeneuve daraus irgendeinen Vorteil gezogen (er war ja der Leidtragende dieses Kontakts), wäre das in meinen Augen tatsächlich ein Mangel an dem sonst so fairen und spektakulären Duell gewesen.

Ich finde "hartes Racing" und "faires Racing" widersprechen sich gar nicht. Oftmals lese ich Beispiele für angebliches hartes Racing, das ich aber schlicht unfair finde. Es gibt jedoch genug Beispiele für hartes Racing, wo es sehr fair zuging. Dijon 79 sehe ich bis auf diese kleine Ausnahme als ein Beispiel dafür an.

Plauze hat geschrieben:Erstens sieht Von der Strecke Fliegen für mich anders aus. Es war zu jedem Zeitpunkt absehbar, dass Vettel mit nicht ganz wesentlich verminderter Geschwindigkeit auf die Strecke zurückkehren würde. Hamilton konnte das antizipieren und hat das auch antizipiert. Er hat sich genauso dafür entschieden, draufzuhalten und auf den Positionsgewinn zu spekulieren, wie Vettel darauf spekulierte, ihn hinter sich halten zu können. Es war selbstverständlich eine klassische Zweikampfsituation, und dazu gehören nun einmal beide Fahrer.

Wenn man voraussetzt, dass ein Vettel nach dem Verlassen der Strecke für ein sicheres Rejoinen verantwortlich ist, unterscheidet sich die Situation natürlich schon von einer klassischen Zweikampfsituation. Hinzu kommt, dass ich Vettels Manöver wie gesagt auch im Rahmen einer klassischen Zweikampfsituation als regelwidrig ansehen würde.

Plauze hat geschrieben:Es stimmt, dass Abdrängen nicht erlaubt ist und nie erlaubt war. Ich habe es aber heute auch nicht gesehen :)

Ich schon.
Bild | Bild |Bild

Hamilton sieht die Lücke, fährt daneben und Vettel schiebt ihn so weit von der Strecke, dass er selbst sogar die weiße Linie berührt. Für mich ganz klassisches Abdrängen.

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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon Sieversen » 10.06.2019, 03:18

Ich vor ein paar Stunden:

Komme um Mitternacht gebeutelt von der Arbeit nach Hause, setz mich aber trotzdem noch vor den Bildschirm und tue alles in meiner Macht stehende um die Wiederholung auf F1TV anzumachen, ohne dabei das Rennergebnis herauszufinden (Bildschirm abdecken bis auf 1 cm und dann Werbung wegklicken, einloggen und Stream starten usw. Nicht einfach) und schaue bis 2 Uhr morgens Formel 1, weil ich mich den ganzen Tag drauf gefreut habe und nicht bis zum Frühstück warten wollte.

Ich in der Gegenwart.

Sitze totmüde vor dem PC und lese 25 Seiten Forenkommentare, weil ich zu enttäuscht und frustriert bin, um schlafen zu können und denke mir nur: Wäre ich mal ins Bett gegangen. Ich kann echt nicht glauben, dass ich der selbe Typ bin, der noch vor 3 Stunden nach der Spätschicht aufgeblieben ist, um die Widerholung eines F1 Rennens zu schauen. Zum Glück hab ich morgen frei...

Unterm Strich gibt es nur Verlierer und alle sind unglücklich. Einigen Fans haben sie damit sogar den Rest gegeben, wie ich hier sehe. Aber hey, lasst uns darüber philosophieren, was Vettel da in den Sekundenbruchteilen alles hätte anders machen können/sollen und ob die Strafe nun gerechtfertigt war oder nicht. Darum geht es hier ja auch, ne?
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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon Onkel Gustav » 10.06.2019, 04:35

Vettel hat einen Fehler gemacht. Niemand ist zu Schaden gekommen. Selbst ehemalige Rennfahrer sagen die Strafe war in der Situation sehr unglücklich. Ich glaube keiner der Rennzuschauer hätte nicht auch mit einer Ermahnung leben können.
Am Ende steht da auch noch ein Hamilton, der schuldlos von den Zuschauern ausgebuht wird.
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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon mcdaniels » 10.06.2019, 11:44

evosenator hat geschrieben:
mcdaniels hat geschrieben:Monaco 2016 vs Kanada 2019:

https://www.youtube.com/watch?v=Craussd_Ikc

Ziemlich ähnlich / gleich. 2016 keine Strafe...

FIA = inkonsistent!


"inkonsequent" meinst Du oder ?!

Wundert Dich das noch bei der FIA? :rofl:


hey,
nein ich meine schon inkonsistent und inkonsequent sind sie auch...

Inkonsistenz bedeutet insbesondere Widersprüchlichkeit oder Unbeständigkeit (Zusammenhanglosigkeit).

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Re: Formel 1 Kanada 2019: Hamilton siegt dank umstrittener Vettel-Strafe

Beitragvon mcdaniels » 10.06.2019, 11:51

F1Schlaumeier hat geschrieben:
mcdaniels hat geschrieben:
F1Schlaumeier hat geschrieben:Okay, dann verstehe ich deinen Standpunkt. Das fett markierte ist ja schon so etwas wie die Basis meiner gesamten Argumentation.

Aber deine Ansicht würde ja voraussetzen, dass Vettel auch auf dem Asphalt kein Gas gegeben hat, bis er seinen geringsten Abstand zur Mauer erreicht hat. Ich persönlich bin mir zu 100% sicher, dass das nicht stimmt. Man hört ihn Gas geben, während er sich der Mauer nähert (obwohl er schon etwas nach links lenkt) und sieht mMn. sogar optisch, dass er schneller wird.


Ich rede eigentlich eher von Gas auf dem Gras (das reimt sich, gefällt mir *lach*). Jetzt hab ich mir die Szene noch 10x angeschaut. Er gibt kurz nachdem er mit allen 4 Rädern wieder auf dem Asphalt ist, langsam Gas, muss kurz korrigieren... viel Platz ist da generell nicht mehr zur Wand.

Eurer Meinung nach hätte er quasi abbremsen sollen, Hamilton vorbeifahren lassen sollen, um dann ein safe return sicherzustellen.

Du sagst ja selbst, dass er "langsam" Gas gab. Ich fordere selbstverständlich keine Bremsung, nur dass er eben weniger Gas gibt. Du hast Recht: Da war generell nicht mehr viel Platz. Aber doch genug, oder nicht? Aus den Luftaufnahmen erkennt man ungefähr 2 Wagenbreiten. Dieser Abstand hat sich auf weniger als 1 Wagenbreite reduziert, nachdem Vettel aufs Gas gegangen ist. Er überfuhr ja sogar die weiße Linie leicht.


...ja wie er eigentlich schon wieder auf der Straße war, ist er leicht aufs Gas. Im Grunde genommen läuft das alles innerhalb von Sekundenbruchteilen ab und ich glaube Vettel hier, dass er damit beschäftigt war das Auto unter Kontrolle zu bringen. Ich glaube weiters, dass er gar keine andere Chance hatte als die Linie, die er hier gewählt hat. Hamilton war hinter ihm, in einem anderen Beitrag weist jemand darauf hin, dass der dahinterfahrende Fahrer nicht in einer Brechstangenaktion vorbeipreschen kann und Vettel ja noch immer vorne war. Klar könnte man diskutieren, dass Ham sich einbremsen musste. Aber gerade in diesem Szenario, ist das RACING, wir sprechen hier nicht von einem x-fachen Spurwechsel während einer den anderen auf der Geraden überholen will und blockiert wird.

Ich bleib bei meiner Meinung, Racing-incident. Die Fia tut ihr bestes, die Formel 1 zu zerstören und nimmt uns hiermit noch den letzten Funken an Spannung. Das ganze Rennen innerhalb von Sekundenbruchteilen zerstört. Und ja, Vettel hat einen Fehler gemacht. Aber Fahrer am Limit, mit einem noch dazu schwer zu fahrenden Ferrari machen Fehler. Das ist aber gerade die Essenz von gutem Rennsport, das erzeugt Spannung.

Was die Fia da macht ist Selbstmord.

Schade, dass ich mich nach Monacoabstinenz, wieder dazu durchgerungen habe den GP anzuschauen. Jedenfalls weiß ich was ich zukünftig mache. Wenn überhaupt, dann nur noch mit einem halben Auge die F1 verfolgen.

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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 10.06.2019, 11:59

First of all: Welcome back, Forum!

Was die Strafe für/gegen VET betrifft, haben wir hier vielleicht endlich einmal den Präzedenzfall, der genügend Öffentlichkeit erzeugen könnte, um die chirurgische Bestraferei mit "5 Sekundenstrafen" und ähnlichem Klamauk für 2021 ff. abzustellen.

Ja, VET hat einen Fehler gemacht und ggf. hätte er das auch anders lösen können, aber selbst ich, der ja ansonsten eher ein Verfechter von "Ordnung" ist (insbesondere bei unsafe release, weil das echt echt gefährlich werden kann), muss hier sagen, hey, was soll's.

Man muss das sportliche Reglement dahingehend zurückfahren, dass man nicht auf molekularer Ebene Strafen aussprechen kann. Soweit zu beurteilen, was schwierig ist, geht es um absichtliche Benachteiligung des Gegners. Also müssen zuerst die unsäglichen Zeitstrafen wieder weg.

Verwarnung, Durchfahrtsstrafe, 10 seconds stop&go, black flag. Was nicht in diesen Rahmen fällt, wird nicht bestraft.
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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon Tracklimit_F1 » 10.06.2019, 12:04

Onkel Gustav hat geschrieben:Am Ende steht da auch noch ein Hamilton, der schuldlos von den Zuschauern ausgebuht wird.
Formel lächerlich!


Ich weiß nicht, aber vielleicht haben die Zuschauer auch gebuht, weil Hamilton erst gesagt hat, dass er es anders als Vettel sieht und dann später sagt, dass er das nicht entschieden habe. (für mich wirkt das, als ob man sich aus reinem Populismus davon distanzieren möchte)

Aus Hamiltons Perspektive hätte bestimmt fast jeder das so gesehen (Vettel an Hamiltons Stelle sicher auch), einfach weil das ein Vorteil ist, aufjedenfall sollte man schon eine klare Haltung dazu einnehmen und nicht weder Fisch noch Fleisch sein.

Ich kann mich noch daran erinnern, als die Fahrer sich am laufenden Band, über "Tracklimits" beschwerten, da hat man auch keine Gelegenheit ausgelassen, den anderen in die Pfanne zu hauen.

Ich gebe dir aber recht, Buhen muss nicht sein.
Zuletzt geändert von Tracklimit_F1 am 10.06.2019, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon Spocki » 10.06.2019, 12:07

F1Schlaumeier hat geschrieben:...

Dein ganzer Aufwand den du hier betreibst um die Strafe zu rechtfertigen zeigt doch nur, dass die Bestraferei schon viel zu weit gegangen ist. Es sollte klar ersichtlich sein, wenn jemand bestraft werden soll.
Das war hier nicht der Fall.

Und komm schon...Hier mit irgendwelchen Standbildern zu widerlegen, was Fahrer in der Situation im Cockpit fühlen und tun. Das grenzt irgendwie auch schon an Lächerlichkeit.

Ich bin mir außerdem sicher, dass Hamilton ganz genau weiß, dass die Strafe nicht gerechtfertigt war. Sonst würde er Vettel nicht auf den ersten Platz des Podiums hiefen und sich bei den Interviews irgendwie rausreden, wenn er gefragt wird, ob es gerechtfertigt war. Er weiß einfach, dass es unfair war.
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Re: Formel 1 Kanada 2019: Hamilton siegt dank umstrittener Vettel-Strafe

Beitragvon pomaq » 10.06.2019, 12:17

Dr_Witzlos hat geschrieben:
F1Schlaumeier hat geschrieben:Man bekommt eine Strafe für unsicheres Zurückfahren auf die Strecke, wenn man nur an der falschen Seite des Pollars vorbeifährt. Das ist lächerlich. Wenn man nach einem Fehler so rücksichtlos auf die Strecke zurückkommt, dass man den Gegner um ein Haar in die Mauer schiebt, ist eine Strafe absolut notwendig. Da sind 5 Sekunden noch viel zu wenig. Ich finde man kann hier nicht nur Fahrlässigkeit sondern auch eine gewisse Absicht erkennen.

Ich kann keinen Experten verstehen, der hier den Quersteher oder die angebliche Unkontrollierbarkeit des Autos anführt. Vettel war extrem früh auf dem Gas und das war seine Entscheidung. Er wollte eben um jeden Preis vor Hamilton bleiben. Aber so geht das nunmal nicht, wenn man von der Strecke geflogen ist. Sicher auf die Strecke zu kommen, wäre ein Kinderspiel gewesen in der Situation.

Jeder enttäuschte Ferrarifan sollte (wieder einmal) sauer auf Vettel sein und nicht auf die Rennleitung, die einfach nur ihren Job gemacht hat. Hätte Ferrari zwei fähige Fahrer, wäre der Sieg heute drin gewesen. Vettel hat es versaut. Und sein Verhalten nach dem Rennen ist an Unreife nicht zu überbieten. Keine Anung wie man so jemanden sympathisch finden kann. Vettel war schon immer ein extrem schlechter Verlierer und hat es heute wieder in aller Deutlichkeit bestätigt.

Unterm Strich eigentlich alles wie gewohnt: Vettel wie immer fehleranfällig, unsportlich und ein schlechter Verlierer.

Leclerc wurde wieder einmal von seinem Team aus dem Rennen genommen. Der zweite Platz wäre ihm sicher gewesen. Von der Pace her war er klar der schnellste Mann im Feld. Schade drum, aber man hat sich ja inzwischen daran gewöhnt.



Danke und Amen! :thumbs_up:


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Re: Formel 1 Kanada 2019: Hamilton siegt dank umstrittener Vettel-Strafe

Beitragvon Pinking » 10.06.2019, 12:18

Clemson hat geschrieben:Unabhängig muss man sagen das Vettel und Ham ein Top Rennen gefahren sind. Vet im unterlegenen Auto alles rausgeholt und Ham halt wie immer fehlerfrei.

??? Du hast das Rennen sicher nicht gesehen, richtig? Hamilton hat sich mehrfach verbremst, also "fehlerfrei" ist anders.

Zur Strafe: Bin da etwas hin und her gerissen, hätte allerdings "in dubio pro reo" entschieden. Hätte Vettel seinen Boliden komplett verloren und mit nem Dreher Hamilton abgeräumt, hätte es keine Strafe gegeben. Vettel hat seinen Karren aber mehr oder weniger kontrolliert über das Gras gebracht und hat einen Crash verhindert. Hamilton musste auch nicht stark bremsen, da die Linie von Vettel klar vorhersehbar war. Es sah jedenfalls nicht so aus, als hätte Vettel diese Abfanglinie freiwillig (oder besser mutwillig) gewählt, sondern mehr nach "einzige Möglichkeit, ohne Crash zurück auf die Strecke zu kommen".

Es war in jedem Fall ein spannendes Rennen mit vielen Fights. Wollte nach Bekanntgabe der Strafe eigentlich abschalten, bin aber dann zumindest bis zur Zieleinfahrt dabei geblieben. Siegerehrung etc... habe ich mir allerdings gespart, wollte mir diese Farce nicht auch noch geben...

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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon icke » 10.06.2019, 12:24

Ausbuhen des Siegers ist immer Schei.... gehört sich nicht. Bei seiner Aktion auf dem Podium hat HAM vielleicht einen kurzen Flashback auf sein Glück in Monaco vor drei Jahren gehabt? Wer weiß?
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Re: GP Kanada 2019: Kontroverser Sieg für Hamilton - Vettel tobt!

Beitragvon CanadaGP » 10.06.2019, 12:27

icke hat geschrieben:Ausbuhen des Siegers ist immer Schei.... gehört sich nicht. Bei seiner Aktion auf dem Podium hat HAM vielleicht einen kurzen Flashback auf sein Glück in Monaco vor drei Jahren gehabt? Wer weiß?


Das denke ich nicht. Letztes Wochenende hat Hamilton noch gesagt, sein Gedächtnis ist so schlecht, dass er sich nicht mal ans letzte Rennen erinnern kann. Ich denke eher er hat den Zweikampf gewürdigt und weiß selber, dass Vettel den Sieg genau so verdient hätte.


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