"Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

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"Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Redaktion » 14.11.2016, 08:48

Max Verstappens Regenshow wird bereits mit Ayrton Senna und Michael Schumacher verglichen: Mit welchen Tricks der Youngster die Konkurrenz düpierte © Red Bull Mit dem Manöver gegen Räikkönen gab Verstappen einen ersten Vorgeschmack. Jetzt durch die Highlights des spektakulären Grand Prix von Brasilien klicken. Toto Wolff hat es irgendwie kommen sehen: Trotz des umstrittenen Anrufs bei Papa Jos Verstappen fuhr der 19-jährige Red-Bull-Pilot bei der Regenschlacht in Brasilien nach einer unglücklichen Strategie (siehe Rennbericht) völlig entfesselt auf Platz drei und ließ die Platzhirsche teilweise wie blutige Anfänger aussehen. Vergleiche mit den größten Leistungen der Formel-1-Geschichte fielen nach dem Rennen im Stakkato: Ayrton Sennas Regenshows in Monaco 1984 und Donington 1993 sowie Michael Schumachers erster Ferrari-Sieg in Spanien 1996, als die italienische Presse bereits Jesus-Vergleiche anstellte.

"Das war in dieser Liga", stimmt der stolze Red-Bull-Teamchef Christian Horner mit leuchtenden Augen in den Tenor ein. "Man sieht nicht oft so eine Vorstellung, das war etwas ganz Besonderes." Auch einen kleinen Seitenhieb auf Mercedes konnte er sich nicht verkneifen: "Das Rennen hat bewiesen, dass Totos Anruf keine allzugroße Wirkung auf Max' Art, Rennen zu fahren, hat."

Der Österreicher spendet ebenfalls Beifall: "Das war die Verstappen-Show. Er hat bei seiner unglaublichen Fahrt die Physik außer Kraft gesetzt." Für Niki Lauda war Interlagos 2016 das Bravourstück, mit dem Verstappen bewiesen hat, aus welchem Holz er geschnitzt ist. "Ich wusste, dass der Junge gut ist", so der Wiener gegenüber 'RTL'. "Aber heute hat er allen bewiesen, dass er ein zukünftiger Weltmeister ist. Das kann man klar sagen."Verstappen lässt Rosberg wie blutigen Anfänger stehenUnd sogar für Vater Jos Verstappen, der die Karriere des Youngsters seit Kindheitstagen steuert, fuhr der Red-Bull-Pilot in einer neuen Dimension. "Ich habe so etwas noch nicht gesehen", strahlt der ehemalige Formel-1-Pilot gegenüber 'Sky Sports F1'. "Das hat sogar mich überrascht! Ich kenne ihn seit einer langen Zeit und habe viele Rennen gesehen, aber heute war das unglaublich!" © xpbimages.com Verstappen nutzt bei seinem Manöver gegen Rosberg die Außenbahn Doch alles der Reihe nach: Schon nach der Freigabe des Rennen, das hinter dem Safety-Car gestartet wurde, gab Verstappen einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Er bremste sich trotz großen Rückstands auf der Start-Ziel-Geraden in der ersten Kurve innen am drittplatzierten Kimi Räikkönen vorbei.

Der nächste auf seine Liste war Rosberg, der zusehen musste, als Verstappen nach dem Senna-S in Kurve 3 außen am Mercedes vorbeiflog. Der Mercedes, das Über-Auto der vergangenen Jahre, wirkte dabei gegen den Red Bull wie ein chancenloser Formel-3-Bolide.

"Innen war die Linie trockener, aber sobald du mit dem Reifen dorthin gekommen bist, wo mehr Wasser stand, warst du weg", erklärt der WM-Leader, warum er selbst nicht auf die Idee gekommen war, die äußere Linie zu wählen. "Es war also nicht eindeutig, dass du einfach außen komplett durch dieses Wasser fahren kannst. Daher großes Kompliment: Seine Kreativität hat sich ausgezahlt."Das Verstappen-Geheimnis: Linienstudium in Safety-Car-PhaseDoch warum war Verstappen besser vorbereitet als seine Rivalen? Er hatte sich in der Safety-Car-Phase zu Beginn des Rennens die unterschiedlichen Linien genau angeschaut, als seine Rivalen damit beschäftigt waren, die Bremsen auf Temperatur zu halten. "In der Safety-Car-Phase hat man gesehen, dass er sich sich die unterschiedlichen Stellen des Asphalts genau angeschaut hat und Grip gesucht hat", bestätigt Horner. "Er hat ständig geforscht.""In der Safety-Car-Phase hat man gesehen, dass er sich sich die unterschiedlichen Stellen des Asphalts genau angeschaut hat."Christian HornerVerstappens Herangehensweise, die Kurven auf der Außenspur zu fahren, stammt aus dem Kartsport. Damit geht man der Ideallinie aus dem Weg, die wegen des Reifengummis bei Nässe noch rutschiger ist. "Ich habe niemanden gesehen, der das so ausgelotet hat wie Max. Und das, obwohl sie alle diese Kart-Erfahrungen haben", wundert sich Horner.Auch das Rosberg-Manöver war auf die Kart-Linienwahl zurückzuführen. "Ich musste versetzt fahren, um zu erkennen, wo ich vorbeifahren kann. Deshalb habe ich alle möglichen Spuren ausprobiert", erklärt der Regenspezialist.Beinahe-Dreher: "Hätten fast die Unterhose wechseln müssen"Auf der Jagd nach Leader Lewis Hamilton musste Verstappen allerdings rasch einen kleinen Rückschlag hinnehmen: In den schnellen Linkskurven vor Start-Ziel, die normalerweise mit Vollgas gefahren werden, verlor der Niederländer nach heftigem Aquaplaning die Kontrolle über seinen Boliden. Doch im Gegensatz zu Marcus Ericsson und Felipe Massa konnte er sein Auto wie durch ein Wunder noch abfangen."Die meisten am Kommandostand hätten danach fast die Unterhose wechseln müssen, aber er blieb am Boxenfunk extrem ruhig", wundert sich Horner. "Abgesehen von diesem Zwischenfall hatte er stets alles unter Kontrolle."Elf Überholmanöver in 16 Runden © xpb.cc Auch Daniel Ricciardo musste den viel schnelleren Max Verstappen ziehen lassen Doch dann warf ihn Red Bulls Strategiepoker weit zurück: 16 Runden vor Schluss lag er nur auf dem 14. Platz. Was aber dann folgte, werden viele Formel-1-Fans nicht so schnell vergessen. Der Reihe nach überholte er Esteban Gutierrez, Pascal Wehrlein, Valtteri Bottas. seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo, Daniil Kwjat, Esteban Ocon, Felipe Nasr, Nico Hülkenberg, Sebastian Vettel, Carlos Sainz und Sergio Perez, um dann doch noch das Podest zu erklimmen.

Der Red Bull flog nur so durch das Feld. "Er war schneller als Perez bei freier Fahrt", staunt Horner. "Und das, obwohl er Verkehr hatte." Vor allem das Duell mit Vettel war nach dem Streit in Mexiko sehenswert. Der Ferrari-Star tat alles, um den Red-Bull-Piloten hinter sich zu lassen, doch nachdem es Verstappen in Kurve 11 außen probiert hatte, trickste er Vettel aus und setzte sich in Kurve 12 innen neben den Ferrari. Der viermalige Weltmeister ließ nicht locker, doch der Youngster ließ ihn außen verhungern.Highlights gegen Vettel und PerezObwohl Vettel per Funk klagte, mit den Vorderrädern vor Verstappen gewesen zu sein und somit eine Strafe forderte, war die Angelegenheit für Jos Verstappen klar: "Wenn man auf der Innenseite ist, dann hat man den Vorteil. Ich glaube nicht, dass das etwas Falsches dran war."Und zum Schluss krönte Verstappen seine Galavorstellung noch mit einem Überholmanöver gegen Sergio Perez im Infield, das er erneut außen in Kurve 10 einleitete. Bis Kurve 12 fuhren die beiden Rad an Rad, doch dann setzte sich der Red-Bull-Pilot durch.

Wie konnte sich Verstappen am Ende so stark in Szene setzen? "Er hat natürlich am Ende den frischen Reifen gehabt im Unterschied zu den anderen", spielt Wolff darauf an, dass der Niederländer im Gegensatz zu seinen Piloten 19 Runden vor Schluss noch einmal frische Reifen aufziehen ließ. "Aber von der Leistung kann man nichts wegnehmen."Warum war Verstappen so schnell?Auch die bekannte Red-Bull-Stärke bei Regen war kein Nachteil. "Das Auto war sicher gut zu fahren und ist gut gelegen", meint Lauda. "Deswegen konnte er es voll ausnutzen, die richtigen Linien fahren und derart schnell durchs Feld fahren. Da ist auf ihn und das Auto zurückzuführen."

Doch auch Ricciardo, der mit der Sicht haderte, saß in einem Red Bull und kam über Platz acht nicht hinaus. Dafür hat der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende eine Erklärung: "In unserem Fall war Lewis auch das ganze Wochenende lang schneller als Nico. Bei Red Bull war es das gleiche mit Verstappen und Ricciardo. Der eine bringt alles auf den Punkt, er zieht die richtigen Linien durch und macht keinen Fehler. Da passt alles. Der andere hatte vielleicht vom Setup her nicht die gleichen Bedingungen. Das Auto liegt ihm nicht so und dadurch wird man langsamer."
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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Bifi » 14.11.2016, 09:37

:zzz: ...Ein Senna oder Schumi hätte mit dem RB auf Regensetup gewonnen...
Martini MK69 at St.Ursanne CH-----> http://www.youtube.com/watch?v=jLUf6KwosOQ" target="_blank

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von NR6-KeepFightingMSC » 14.11.2016, 09:53

Bifi hat geschrieben::zzz: ...Ein Senna oder Schumi hätte mit dem RB auf Regensetup gewonnen...
Dann ist Ricciardo wohl ne Gurke im Regen.

Das Zweikampfverhalten, diese Konsequenz und die Bereitschaft, auf anderen Linien ans Limit zu gehen(was sau gefährlich sein kann) war schlichtweg sau stark.

Aber sein Fehler wäre natürlich fast gravierend gewesen. Da frage ich mich immernoch. Warum durfte Rosberg den Auslöser für gelb unter gelb nicht überholen?
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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von abloo » 14.11.2016, 09:57

die 11 Überholmanöver in 16 Runden wurden ihm quasi geschenkt...
...was nämlich im Bericht fehlt. Alle hatten alte HeavyWets drauf, die teilweise 30-40 Runden alt waren und der Verstappen hatte nigelnagelneue Schlappen drauf... und das auch noch als der Regen immer stärker und stärker wurde. Eigtl. kein Wunder das keiner Verstappens Tempo mitgehn konnte in der Schlussphase.

Aber hier wird der bub wieder aufs aller höchste Gelobt...
Vergleiche mit den größten Leistungen der Formel-1-Geschichte fielen nach dem Rennen im Stakkato:
äh wie meinen, liebe Redaktion? Was meint ihr mit Stakkato? Wisst ihr schon was Stakkato überhaupt ist?
Erklärung; musikalischer Vortrag mit kurzen, gestoßenen, betonten Tönen.

Heisst so habt ihr diese Laudatio von vielen vernommen? Mit kurzen, gestoßenen und betonten Worten musikalisch vorgetragen. *G* - und dabei hat Verstappen noch die Grenzen der Physik verschoben...

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meanmc
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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von meanmc » 14.11.2016, 10:02

Bifi hat geschrieben::zzz: ...Ein Senna oder Schumi hätte mit dem RB auf Regensetup gewonnen...
Was zwar zu beweisen wäre, aber man darf hier ruhig erwähnen, dass Verstappen das Rennen NICHT gewonnen hat!
Er fuhr also nicht ne Gurke von 13 auf 2 (bis zur Halbzeit des Rennens), oder besiegte haushoch überlegene (1,7 bzw. 1,4 Sekunden in der Quali :!:) Gegner (Williams) in diesem Rennen mit "Runde Vorsprung" (wie einst zb ein Senna, der ja eine ganze Reihe an solchen Rennen in seiner Karriere hatte).

Verstappen zeigte eine klasse Leistung, aber mit den genannten Leistungen von Schumacher und Senna ist es dann doch eher nicht zu vergleichen.
Dafür hätte er zb bereits zu Beginn an Rosberg vorbeigehen müssen - da fuhr dieser aber noch auf Attacke und hatte kein Problem Verstappen hinter sich zu halten.
Und generell schien Hamilton ohnehin einen Tick stärker gewesen zu sein... somit KANN Verstappen eigentlich gar nicht an jene Glanzleistungen der ehemaligen Helden angeknüpft haben :wink:

Eine tolle Show, und ein klasse Rennen war es aber ohne Frage seinerseits!
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Smokie » 14.11.2016, 10:06

Also mit den "frischeren Reifen " hatte das wenig bis gar nichts zu tun . Man hat schon zu Anfang des Rennens gesehen wie viel besser er mit den Begebenheiten klar kam und da hatten alle noch genau so frische Reifen. Der Regenreifen baut doch kaum ab wenn genug Wasser liegt . Er hat Ric heute gaaaaanz schön alt aussehen lassen . Für mich ist Ric der Top Kandidat für die Kolumne " wer hat am schlechtesten geschlafen".

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von eifelbauer » 14.11.2016, 10:14

Oh welch eine Freude hier heute morgen die Kommentare zu lesen :heartbeat:
Top das wir heute alle Verstappen Fan´s sind :thumbs_up:

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Peter Revson » 14.11.2016, 10:25

Super Show von Max.

Schade, dass ihn die etwas seltsamen Reifenwechsel zu den meisten Überholmanöver genötigt und so wohl um eine bessere Platzierung gebracht haben.
Aber zum Zusehen war es toll :)

Traurig hingegen ist, wozu mein einstiger Liebling Vettel verkommen ist.
Diese ständige Jammerei ist dermaßen unwürdig... wenn es ihm in der F1 zu hart zur Sache geht, soll er doch sein Karriere beenden.
Hoffentlich reißt er sich endlich mal zusammen und läßt wieder Taten auf der Strecke sprechen.

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Darkdriver » 14.11.2016, 10:45

NR6-KeepFightingMSC hat geschrieben:
Bifi hat geschrieben::zzz: ...Ein Senna oder Schumi hätte mit dem RB auf Regensetup gewonnen...
Dann ist Ricciardo wohl ne Gurke im Regen.

Das Zweikampfverhalten, diese Konsequenz und die Bereitschaft, auf anderen Linien ans Limit zu gehen(was ooooops gefährlich sein kann) war schlichtweg ooooops stark.

Aber sein Fehler wäre natürlich fast gravierend gewesen. Da frage ich mich immernoch. Warum durfte Rosberg den Auslöser für gelb unter gelb nicht überholen?
Ricciardo hatte leider das Pech, dass sein Visier staendig beschlug, wer mal im Regen mit dem Motorrad unterwegs war, weiss wie unangenehm das ist. Max hat aufgezeigt, dass er ein starker Regenfahrer ist und Mut bewiesen.
Vettel jammert in letzter Zeit nur noch, er war doch fuer so viele hier, der naechste "Regengott"
Bild[/quote]
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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von schumi791 » 14.11.2016, 11:40

Nun ohne die Leistung Verstappens jetzt abwerten zu wollen, aber die Vergleiche mit Senna in Monaco 1984 und Doninghton 1993, sowie der Vergleich mit Schumacher in Spanien 1996 sind dann doch etwas hoch gegriffen. Immerhin haben die Fahrer in den genannten Rennen auch gewonnen bzw. ein Senna hat 1984 in Monaco im Toleman auf Prost aufgeholt, der im Mclaren saß.

Die genannten Leistungen sind ja deshalb so besonders, weil Senna in Monaco 1984 mit dem Toleman auf P2 fuhr und wohl ohne den Abbruch auch an Prost vorbeigekommen wäre. Die Leistung in Doninghton hat ihre Besonderheit darin, dass Senna in der ersten Runde 5 Autos überholte und sich so an die Spitze setzte und das Rennen dann dominierte.
Das Besondere an Schumachers Leistung in Spanien ist, dass dieser nach schwachem Start der Konkurrenz 2-3 Sekunden abnahm. Er hat die überlegenen Williams beide nass gemacht. Darüber hinaus fuhr Schumacher ab der Hälfte nur noch auf 8 statt 10 Zylindern und konnte seinen Vorsprung trotzdem immer weiter ausbauen.

Jedoch ist Verstappen noch jung und er wird uns garantiert auch noch eine Leistung zeigen, die auf einer Stufe mit den genannten besonderen Leistungen stehen wird. Vorrausgesetzt die Rennleitung lässt dies zu.
Michael Schumacher will always be the greatest!
http://www.youtube.com/watch?v=Ka5FCLy14Uw
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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von FU Racing Team » 14.11.2016, 11:45

Max war top und wäre wohl ohne Strategie-Unsinn zweiter geworden. Aber naja, er hat noch viele (Regen-)Rennen vor sich und wird noch oft begeistern!

Tja, und Vettel sollte den Winter wirklich nutzen, um wieder zu sich selbst zu finden. Wir alle wollen den Vettel von 2010-2013 wieder sehen. Damit meine ich nicht mal die Titel, sondern die Einstellung zum Sport und gute Laune!
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Simtek » 14.11.2016, 12:01

So, zunächst möchte ich mich nach über einjähriger Pause zurückmelden. Es gab in meinem Umfeld diverse private und gesundheitliche Probleme, die mich von diesem Forum ferngehalten haben.

So, jetzt aber zum Thema:
Verstappen ist ein Ausnahmetalent. Was er gestern abgezogen hat, war einfach Weltklasse. :thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up: Man kann ihn meiner Meinung nach, sehr wohl mit den Leistungen eines jungen Senna oder Schumacher vergleichen. Jedenfalls traue ich es ihm zum in näherer Zukunft Weltmeister zu werden. Allerdings ist er oft noch etwas zu heissblütig und schiesst über das Ziel hinaus.
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von scott 90 » 14.11.2016, 12:32

Simtek hat geschrieben:So, zunächst möchte ich mich nach über einjähriger Pause zurückmelden. Es gab in meinem Umfeld diverse private und gesundheitliche Probleme, die mich von diesem Forum ferngehalten haben.
Schön das du zurück bist ;)
Allerdings ist er oft noch etwas zu heissblütig und schiesst über das Ziel hinaus.
Das eine scheint das andere wohl mit sich zu bringen, wäre er nicht so risikobereit gewesen, dann hätte gestern seine Fahrt wohl auch anders ausgesehen.
Es scheint aber, wie man ja auch an seinem fast Abflug gesehen hat, durchaus schwierig zu sein die Balance zu finden.
In Monaco hatte er die bspw. eben auch nicht gefunden.
Während es in Silverstone wieder anders war, grundsätzlich hat er für mich gestern auch großes Potenzial im Regen gezeigt.

Von dem her sollte man mal abwarten wie er sich in Zukunft unter ähnlichen Bedingungen macht. Wenn die Taktik des Teams dann besser passen sollte, ist durchaus vorstellbar, dass er seine Fahrt dann auch krönt und der Vergleich mit anderen Größen wird eher ersichtlich.
Generell würde ich mich aber weniger auf die Vergangenheit konzentrieren, sondern eher darauf ob er wirklich ohne den Stopp auf Inter Hamilton hätte gefährlich werden können. Denn der ist gestern ja auch stark gefahren und wurde gleichzeitig aber auch nicht bis aufs letzte gefordert. Die Sache hätte durchaus spannend werden können. Etwas schade, dass wir gestern auf der Strecke keine Antwort auf die Frage bekommen haben.
Bild
RIP #77DW #17JB #25JW

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von phenO » 14.11.2016, 13:26

Wirklich eine klasse Leistung gestern, leider wird beim Hype aber wieder maßlos übertrieben.

Ja, es hat vom Fahrstil her an Schumacher oder Senna erinnert, aber ich glaube nicht, dass Verstappen dieses Rennen gewinnen konnte. Hamilton hatte vorn den Finger in der Nase und spätestens zum Ende hin ist Rosberg nur noch auf ankommen gefahren.
Mal abgesehen davon wär er auch fast in der Wand geendet, dann wär der Hohn wieder groß gewesen, wie in Monaco. Da war er schließlich auch schon stark unterwegs- hat aber am Ende weggeworfen.

Wirklich beeindruckend war die Fahrt nichtsdestotrotz.
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: "Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Beitrag von Sportler92 » 14.11.2016, 13:30

Naja, die Leistung von gestern hat mir auch sehr gefallen, ist zu recht Klasse!

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