Alexander Wurz: Asphaltierte Auslaufzonen haben überhandgenommen

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Alexander Wurz: Asphaltierte Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Redaktion » 12.09.2019, 14:57

GPDA-Präsident Alexander Wurz ist der Meinung, dass viele asphaltierte Auslaufzonen überflüssig sind - Man müsse sich allerdings jede Kurve einzeln anschauen
Sergio Perez, Pierre Gasly, Stoffel Vandoorne

Fast überall gibt es mittlerweile zahlreiche asphaltierte Auslaufzonen

Der heftige Crash von Formel-3-Pilot Alex Peroni in Monza sorgt weiter für Diskussionen über die Sicherheit in der Formel 1 und ihren Unterkategorien. Peroni war am Wochenende in der Parabolica über einen "Baguette-Randstein" in der asphaltierten Auslaufzone gefahren, hob ab und flog anschließend mehrere Meter hoch und weit. Der Randstein wurde anschließend für den Rest des Wochenendes entfernt.

"Ich vermute, dass man den Kerb dort platziert hat, weil man nur an die Track-Limits gedacht hat. Vielleicht hat man dabei vergessen, dass Auslaufzonen in erster Linie der Sicherheit dienen", erinnert Alexander Wurz, Präsident der Fahrervereinigung GPDA. "Ich bin und war aus verschiedenen Gründen immer gegen 'Baguette-Kerbs'", stellt der ehemalige Formel-1-Pilot klar.

"Man muss sich an Imola 1994 erinnern. Nicht an die tödlichen Unfälle von Ratzenberger und Senna, sondern an Rubens Barrichello im Training", so Wurz. Der Brasilianer hob damals ebenfalls ab, nachdem er über einen erhöhten Randstein gefahren war. Auch dieser wurde später angepasst. "Sobald die Autos einmal abheben, hat man keine Kontrolle mehr über Flugbahn und Einschlagwinkel", erklärt Wurz.

Darum sind abhebende Autos so gefährlich

Bei normalen Unfällen, bei denen das Auto nicht abhebt, könne man die Gefahr und das Risiko heute gut abschätzen. Fliegende Autos seien dagegen komplett unberechenbar, weshalb die "Baguette-Randsteine" für Wurz ein "No-Go" sind. Das führt zu der Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Auslaufzonen an so viele Stellen zu asphaltieren. "Ich bin kein Fan der asphaltierten Auslaufzonen", stellt Wurz klar.

An manchen Stellen seien diese zwar "extrem effizient, sicher und gut", so der Österreicher. "Aber diesen Punkt haben wir weit überschritten", erklärt er und verrät, dass er an vielen Stellen Kies oder Gras bevorzugen würde. Er erklärt: "Am Kurveneingang, wo man in der Regel Probleme hat, wenn irgendetwas kaputtgeht, sind Auslaufzonen ziemlich gut, weil man mit einer hohen Geschwindigkeit ankommt."

"In solchen Situationen ist Kies manchmal wirklich gefährlich", weiß auch Wurz. Als Beispiel nennt er den Unfall von Fernando Alonso 2016 in Melbourne. Der Spanier rutschte damals seitlich ins Kiesbett und hob daraufhin ab. Am Kurvenausgang sei man dagegen langsamer, erinnert Wurz. Daher sei eine asphaltierte Auslaufzone hier in "80 Prozent" der Fälle unnötig.

Keine voreiligen Schlüsse bei Hubert-Unfall

"Es gibt keine einfache Lösung", weiß Wurz, denn jede Kurve sei anders. "Aber langsam verstehen alle, dass wir Lösungen brauchen. Und die gibt es auch", erklärt er. Das Thema komme auch in der GPDA häufig zur Sprache. Besonders akut ist das Gesamtthema Sicherheit zudem aktuell, weil es in Spa erst eine Woche zuvor einen tödlichen Unfall in der Formel 2 gegeben hatte.


Fotostrecke: Gedenkminute für Anthoine Hubert

Mit einer Schweigeminute hat sich die Fahrerlager-Gemeinschaft der Formel 1 und ihrer Nachwuchsserien in Spa-Francorchamps vom verstorbenen Anthoine Hubert verabschiedet.

Mit einer Schweigeminute hat sich die Fahrerlager-Gemeinschaft der Formel 1 und ihrer Nachwuchsserien in Spa-Francorchamps vom verstorbenen Anthoine Hubert verabschiedet.

Auch dort wurde über die Rolle der Auslaufzone diskutiert. "Da kenne ich zu wenig Faktoren", stellt Wurz aber gleich klar, als er auf das Thema angesprochen wird. Es sei ein sehr komplexer Unfall gewesen, weshalb er das Ergebnis der offiziellen Untersuchung abwarten wolle. Die FIA kündigte bereits an, dass man sich dabei Zeit lassen werde, um alle Faktoren zu beleuchten.

"Wir [von der GPDA] stehen mit der FIA in Kontakt. Bei allen Unfällen der vergangenen Jahre haben wir eine Rolle gespielt. Ich selbst war Teil der Untersuchung bei Jules Bianchi", verrät Wurz und erklärt: "Es gibt Dinge, bei denen wir Fahrer einen klaren Einfluss haben, weil wir letztendlich die Anwender des Produktes sind, das sie entwickeln. Und manchmal ist die Perspektive aus dem Cockpit eine ganz andere."

Halo nicht mehr wegzudenken

"Daher müssen wir zusammenarbeiten. Das ist der einzige Grund, warum die GPDA überhaupt gegründet wurde", erinnert er. Alleine in Monza habe man anderthalb Stunden zusammengesessen und über verschiedene Themen gesprochen. "Wenn die Autos sicherer sind, dann heißt das nicht, dass das Racing einfacher wird. Es heißt nur, dass man vielleicht mehr Glück hat, zu überleben", so Wurz.

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In diesem Zusammenhang spricht er auch über Halo, das beim Peroni-Unfall in Monza wohl eine wichtige Rolle gespielt hat. "Wir haben jetzt schon ein paar Fälle erlebt, in denen Halo geholfen hat. Es stört beim Racing nicht, aber es könnte einen Fahrer retten, der unglücklich in einen Unfall verwickelt wurde", erklärt Wurz. Einige Zuschauer lehnen das Sicherheitselement wegen seines Aussehens ab."Es könnte etwas ästhetischer sein", räumt auch Wurz ein. Allerdings sei Halo aufgrund seiner Funktion über jeden Zweifel erhaben. Zudem glaubt er, dass das Element "keinen Zuschauer mehr oder weniger" ausmache, wenn die Rennen selbst gut seien. Trotzdem kündigt er an, dass man aktuell daran arbeite, Halo für die Zukunft etwas ansprechender zu designen.

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Sportsmann » 12.09.2019, 15:33

Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen
Auch wenn ich für den Tierschutz bin, diese Asphal-tiere sollten eher in kleineren Stallungen gehalten werden. Zu viel Auslaufzonen haben negative folgen. Dann werden sie noch von Zuschauern nahe der Auslaufzonen gefüttert und dann kotieren die Tiere dank des ungeeigneten Futters noch überall hin, das ist schmierig und rutschig und somit eine Gefahr für alle an der Rennstrecke.

Mal ganz ehrlich 1* lass ich für einen Tippfehler durchgehen.
Das zitierte war die Überschrift, aber wir haben noch:
GPDA-Präsident Alexander Wurz ist der Meinung, dass viele asphaltiere Auslaufzonen überflüssig sind - Man müsse sich allerdings jede Kurve einzeln anschauen


Zum Inhalt: Wenn die elektronische Lösung und automatische Bestrafung eines Tages möglich ist, erledigt sich das Problem ggf. von selbst. Als Sicherheitsrisiko per se würde ich sie nicht sehen. Der Tod Huberts ist unglaublich unglücklich. Eventuell kann man auch diese eine Stelle verändern, aber generell tuen viele Auslaufzonen ihren Dienst schlimmeres zu verhindern. Das ist natürlich eine andere Sache als das Ärgernis, dass man die Zonen ausnutzt um sich einen Vorteil zu verschaffen. Wie gesagt, die elektronische Erfassung und Bestrafung wäre eine Lösung, ein Material was zu Zeitverlust führt - wie Teppich - ohne Abzuheben scheint in vielen Fällen auch sinnvoll. Nur Teppich muss leider erneuert werden. Womöglich ist ein 2m Grasstreifen und dahinter Asphalt eine der besten Lösungen für die F1 (Nicht für Motorräder).
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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon bolfo » 12.09.2019, 17:28

Sorry, aber Wurz ist ein Schnorrer. Er hat sich Jahre lang genau für asphaltierte Auslaufzonen eingesetzt, weil ja Gras oder Kies anscheinend viel zu gefährlich ist. Und jetzt kommt der doppelte Salto rückwärts. Er macht sich so einfach unglaubwürdig.
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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Polyphony » 12.09.2019, 18:22

bolfo hat geschrieben:Sorry, aber Wurz ist ein Schnorrer. Er hat sich Jahre lang genau für asphaltierte Auslaufzonen eingesetzt, weil ja Gras oder Kies anscheinend viel zu gefährlich ist. Und jetzt kommt der doppelte Salto rückwärts. Er macht sich so einfach unglaubwürdig.


Danke dir, wollte ähnliches schreiben. Du bringst es wie so oft auf den Punkt. :thumbs_up:

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon plastikschaufel » 12.09.2019, 19:31

Asphaltiert, von mir aus. Dann bitte aber so rauer Belag, dass er die Reifen schreddert. Dann wird das nicht so krass ausgenutzt.

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Calvin » 12.09.2019, 19:40

Redaktion hat geschrieben:"In solchen Situationen ist Kies manchmal wirklich gefährlich", weiß auch Wurz. Als Beispiel nennt er den Unfall von Fernando Alonso 2016 in Melbourne. Der Spanier rutschte damals seitlich ins Kiesbett und hob daraufhin ab.


Ich bin immer noch überzeugt dass der Unfall von Alonso mit einer asphaltierten Auslaufzone weniger glimpflich ausgeganen wäre. Er schlidderte mit der linken Seite, dessen Crashstruktur bereits beim ersten einschlag schaden genommen hatte durch das Kiesbett. Ohne Kiesbett wäre er auf dem Unterboden über den Asphalt geschliddert und mit viel Geschwindigkeit in die Banden geknallt. Durch das Kiesbett wurde die Energie in einem Überschlag abgebaut.
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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon GenauDer » 12.09.2019, 20:16

Polyphony hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Sorry, aber Wurz ist ein Schnorrer. Er hat sich Jahre lang genau für asphaltierte Auslaufzonen eingesetzt, weil ja Gras oder Kies anscheinend viel zu gefährlich ist. Und jetzt kommt der doppelte Salto rückwärts. Er macht sich so einfach unglaubwürdig.


Danke dir, wollte ähnliches schreiben. Du bringst es wie so oft auf den Punkt. :thumbs_up:

Bolfo ich bin ja fast immer deiner Meinung, aber urteilst du grad nicht etwas überstürtzt, fast polemisch?
1) als regelmäßiger ORF Zuseher, sind diese 2 Gegensätzlichen Berichterstattung ("Wurz für mehr Asphalt" und "Wurz gegen zu viel Asphalt" nämlich so ja nie vollständig korrekt gewesen: Wurz war immer gegen "zu viel" Asphalt, aber eben mehr an gewissen Stellen wo sie für die Sicherheit sinnvoll sind
2) selbst wenn er zuerst dafür gewesen wäre, dass alles Asphaltiert wird, und jetzt zurückrudert: mir war am liebsten immer ein Chef, der mal was neues probiert hat, aber dann später nach neubewertung der Situation zugeben konnte, dass es nicht völlig perfekt ist und zu änderungen bereit ist. Ich hatte schon Chefs die dann wenn sie auf einem offensichtlichen irrpfad waren, aus Trotz und Stolz weitergemacht haben, durchaus mit Aussagen wie "mein NACHfolger wird das schon ausbügeln". Besser wir haben einen wie Wurz, der noch während seiner Amtszeit draufkommt, falls er wo falsch gelegen ist, oder nicht?

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Lichtrot » 13.09.2019, 02:12

GenauDer hat geschrieben:
Polyphony hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Sorry, aber Wurz ist ein Schnorrer. Er hat sich Jahre lang genau für asphaltierte Auslaufzonen eingesetzt, weil ja Gras oder Kies anscheinend viel zu gefährlich ist. Und jetzt kommt der doppelte Salto rückwärts. Er macht sich so einfach unglaubwürdig.


Danke dir, wollte ähnliches schreiben. Du bringst es wie so oft auf den Punkt. :thumbs_up:

Bolfo ich bin ja fast immer deiner Meinung, aber urteilst du grad nicht etwas überstürtzt, fast polemisch?
1) als regelmäßiger ORF Zuseher, sind diese 2 Gegensätzlichen Berichterstattung ("Wurz für mehr Asphalt" und "Wurz gegen zu viel Asphalt" nämlich so ja nie vollständig korrekt gewesen: Wurz war immer gegen "zu viel" Asphalt, aber eben mehr an gewissen Stellen wo sie für die Sicherheit sinnvoll sind
2) selbst wenn er zuerst dafür gewesen wäre, dass alles Asphaltiert wird, und jetzt zurückrudert: mir war am liebsten immer ein Chef, der mal was neues probiert hat, aber dann später nach neubewertung der Situation zugeben konnte, dass es nicht völlig perfekt ist und zu änderungen bereit ist. Ich hatte schon Chefs die dann wenn sie auf einem offensichtlichen irrpfad waren, aus Trotz und Stolz weitergemacht haben, durchaus mit Aussagen wie "mein NACHfolger wird das schon ausbügeln". Besser wir haben einen wie Wurz, der noch während seiner Amtszeit draufkommt, falls er wo falsch gelegen ist, oder nicht?


Du musst noch lernen, dass die Leute hier alles perfekte Menschen sind. Diese haben auch niemals wiedersprüchliche Aussagen in ihrem Leben getätigt.
Sie haben seid ihrer Kindheit die selbe Meinung über Gott und die Welt und sind nie von etwas abgewichen. :wink:

Wenn man Wurz bisschen besser verfolgt hat - in Österreich geht das recht einfach - dann weiss man ganz genau, dass er immer erklärt hat warum und wieso er eine Meinung über etwas hat. Er war niemals dafür, dass Rennstrecken komplett asphaliert werden sollen. Das ist erfundener Quatsch. Er hat immer nur gesagt, dass wir wegen der Sicherheit nicht drum rum kommen werden und das eben jetzt im Motorsport die sicherste Alternative ist. Und das stimmt ja auch zum größten Teil.

Er würde auch lieber Gras und Kies sehen. Aber es geht heute eben in eine andere Richtung.

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon AktenTaschenAkne » 13.09.2019, 06:21

Was der Unfall von Peroni spektakulär aufzeigt: HALO war ne gute Idee!

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon bolfo » 13.09.2019, 06:31

GenauDer hat geschrieben:
Polyphony hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Sorry, aber Wurz ist ein Schnorrer. Er hat sich Jahre lang genau für asphaltierte Auslaufzonen eingesetzt, weil ja Gras oder Kies anscheinend viel zu gefährlich ist. Und jetzt kommt der doppelte Salto rückwärts. Er macht sich so einfach unglaubwürdig.


Danke dir, wollte ähnliches schreiben. Du bringst es wie so oft auf den Punkt. :thumbs_up:

Bolfo ich bin ja fast immer deiner Meinung, aber urteilst du grad nicht etwas überstürtzt, fast polemisch?
1) als regelmäßiger ORF Zuseher, sind diese 2 Gegensätzlichen Berichterstattung ("Wurz für mehr Asphalt" und "Wurz gegen zu viel Asphalt" nämlich so ja nie vollständig korrekt gewesen: Wurz war immer gegen "zu viel" Asphalt, aber eben mehr an gewissen Stellen wo sie für die Sicherheit sinnvoll sind
2) selbst wenn er zuerst dafür gewesen wäre, dass alles Asphaltiert wird, und jetzt zurückrudert: mir war am liebsten immer ein Chef, der mal was neues probiert hat, aber dann später nach neubewertung der Situation zugeben konnte, dass es nicht völlig perfekt ist und zu änderungen bereit ist. Ich hatte schon Chefs die dann wenn sie auf einem offensichtlichen irrpfad waren, aus Trotz und Stolz weitergemacht haben, durchaus mit Aussagen wie "mein NACHfolger wird das schon ausbügeln". Besser wir haben einen wie Wurz, der noch während seiner Amtszeit draufkommt, falls er wo falsch gelegen ist, oder nicht?


Ein Chef, der mal was neues probiert, ist schon toll. Allerdings eben nur, wenn er auch finanziell die Konsequenzen tragen muss. Und genau das tut Wurz nicht. Er lässt einfach was raus, und andere müssens dann bezahlen. Seine Vorschläge haben die Streckenbetreiber letztlich Millionen von Euro gekostet. Und da geht die Rechnung nicht mehr auf. Er hat weder die Konsequenzen aus finanzieller noch aus sicherheitstechnischer Sicht tragen müssen. Vielmehr ist er einfach dem Sicherheitshype-Zug aufgesprungen.

Machen wir uns nichts vor: Asphaltierte Auslaufzonen sind von Anfang an gescheiert. Und das aus einem einfachen Grund: Weil man es nicht für nötig befunden hat, die Rennfahrer daran zu hindern, diese mit Vollgas zu durchfahren. Sorry, es grenzt an Idiotie, asphaltierte Auslaufzonen zu fordern, und diese dann von den Fahrern als erweiterte Rennstrecke missbrauchen zu lassen. Die Idee wurde dann sofort ad absurdum geführt. Gleichzeitig wars von vornherein klar, dass die Fahrer nun genau deshalb noch mehr riskieren würden als zuvor. Schlicht, weil man notfalls eben durch eine erweiterte Rennstrecke fahren kann - und dabei keine Zeit verliert.

Ja, diesbezüglich bin ich von Wurz & Co. extrem enttäuscht, dass man hier renommierte Risikoforscher schlicht ausser Acht gelassen hat, die genau dies prophezeien, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Sicherheitserhöhung nur zu noch riskanteren Manövern führt. Und genau das sahen und sehen wir in der F1 dank den asphaltierten Auslaufzonen immer wieder. Vollgas durch. Und in Spa hat dies nun ein Todesopfer gefordert.

Von einem Sicherheitsberater erwarte ich, dass er Risiken klar einschätzen kann. Wenn Wurz aber, wie so oft, meinte, Kiesbetten seien gefährlich, so fragte ich mich halt immer wieder, wann ein Kiesbett einen Fahrer das Leben gekostet hat. Machen wir uns nichts vor: Das ist ein pures statistisches Risiko. Nicht mehr. Deshalb gabs auch keine Todesfälle wegen Kiesbetten. Andere Dinge sind viel gefährlicher. Eben z.B., wenn Fahrer mit Vollgas durch die Auslaufzonen fahren.

In Monza haben wir gesehen, was passiert. Mit Gras wäre es gar nie so weit gekommen, dass Peroni einfach auf dem Gas geblieben wäre. Dank der Auslaufzone wurde ihm aber genau diese Möglichkeit gewährt. Es zeigt sich doch seit Jahren, dass die asphaltierten Auslaufzonen ein kontraproduktives Verhalten der Fahrer an den Tag legt. Wenn man die Strecke verlässt, SOLL UND MUSS man vom Gas gehen. Der Sicherheit aller zuliebe. Und genau dies wird nicht mehr getan. Und ehrlich, das war absolut absehbar. Hier hat Wurz einfach als Sicherheitsberater versagt. Anders kann mans nicht sagen.

Es geht mir dann auch nicht darum, dass er falsch gelegen ist. Es geht mir um die Argumentation, die immer wieder verwendet wird, wenn man gegen solche "Erfindungen" ist. Dann wird man sofort als "du willst Tote sehen" Fan bezeichnet.Wurz tat dies nicht so hart, hat aber immer durch die Blume Kritiker als Ewiggestrige gesehen. Umso interessanter ists ja, dass man sich nun eingestehen muss, dass man falsch lag. Und ja, das finde ich durchaus tragisch. Jetzt darf man einfach wieder Millionen investieren, um dies zu ändern - und die, die es entschieden haben, müssen rein gar nichts dazu beitragen.
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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Formel-1-Fan » 13.09.2019, 08:32

bolfo hat geschrieben:Machen wir uns nichts vor: Asphaltierte Auslaufzonen sind von Anfang an gescheiert. Und das aus einem einfachen Grund: Weil man es nicht für nötig befunden hat, die Rennfahrer daran zu hindern, diese mit Vollgas zu durchfahren. Sorry, es grenzt an Idiotie, asphaltierte Auslaufzonen zu fordern, und diese dann von den Fahrern als erweiterte Rennstrecke missbrauchen zu lassen. Die Idee wurde dann sofort ad absurdum geführt. Gleichzeitig wars von vornherein klar, dass die Fahrer nun genau deshalb noch mehr riskieren würden als zuvor. Schlicht, weil man notfalls eben durch eine erweiterte Rennstrecke fahren kann - und dabei keine Zeit verliert.

Ja, diesbezüglich bin ich von Wurz & Co. extrem enttäuscht, dass man hier renommierte Risikoforscher schlicht ausser Acht gelassen hat, die genau dies prophezeien, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Sicherheitserhöhung nur zu noch riskanteren Manövern führt. Und genau das sahen und sehen wir in der F1 dank den asphaltierten Auslaufzonen immer wieder. Vollgas durch. Und in Spa hat dies nun ein Todesopfer gefordert.

Das Traurige ist, man musste nicht einmal Risikoforscher sein, um dies zu prophezeien, sondern in meinem Fall hat da schon ein Blick auf mich selbst gereicht. Nein, ich bin nicht selbst aktiver Motorsportler, sondern Rede davon, wie ich als damals 13-jähriger auf meiner (damals neuen :biggrin: ) PSP Formel 1 2005 gespielt und mir an den Stellen mit Asphaltauslaufzonen genau das gedacht habe: "Wunderbar, dann kann ich hier ja voll auf dem Gas bleiben, und wenn ich von der Strecke abkomme, fahre ich halt auf dem Asphalt neben der Stercke mit Vollgas weiter und habe so gut wie keine Zeit verloren!"

Zugleich habe ich mich aber auch damals schon gefragt, ob das so wohl Sinn der Sache sein kann und ebenfalls in Zweifel gezogen, ob Asphalt wirklich so viel bessere Bremseigenschaften hat. Was Alonsos Unfall in Melbourne 2016 betrifft, bin ich aus demselben Grund, den @Calvin genannt hat, der Überzeugung, dass dieser mit einer Asphaltauslaufzone weniger glimpflich ausgegangen wäre.

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon GenauDer » 13.09.2019, 08:53

bolfo hat geschrieben:
GenauDer hat geschrieben:
Polyphony hat geschrieben:
Danke dir, wollte ähnliches schreiben. Du bringst es wie so oft auf den Punkt. :thumbs_up:

Bolfo ich bin ja fast immer deiner Meinung, aber urteilst du grad nicht etwas überstürtzt, fast polemisch?
1) als regelmäßiger ORF Zuseher, sind diese 2 Gegensätzlichen Berichterstattung ("Wurz für mehr Asphalt" und "Wurz gegen zu viel Asphalt" nämlich so ja nie vollständig korrekt gewesen: Wurz war immer gegen "zu viel" Asphalt, aber eben mehr an gewissen Stellen wo sie für die Sicherheit sinnvoll sind
2) selbst wenn er zuerst dafür gewesen wäre, dass alles Asphaltiert wird, und jetzt zurückrudert: mir war am liebsten immer ein Chef, der mal was neues probiert hat, aber dann später nach neubewertung der Situation zugeben konnte, dass es nicht völlig perfekt ist und zu änderungen bereit ist. Ich hatte schon Chefs die dann wenn sie auf einem offensichtlichen irrpfad waren, aus Trotz und Stolz weitergemacht haben, durchaus mit Aussagen wie "mein NACHfolger wird das schon ausbügeln". Besser wir haben einen wie Wurz, der noch während seiner Amtszeit draufkommt, falls er wo falsch gelegen ist, oder nicht?


Ein Chef, der mal was neues probiert, ist schon toll. Allerdings eben nur, wenn er auch finanziell die Konsequenzen tragen muss. Und genau das tut Wurz nicht. Er lässt einfach was raus, und andere müssens dann bezahlen. Seine Vorschläge haben die Streckenbetreiber letztlich Millionen von Euro gekostet. Und da geht die Rechnung nicht mehr auf. Er hat weder die Konsequenzen aus finanzieller noch aus sicherheitstechnischer Sicht tragen müssen. Vielmehr ist er einfach dem Sicherheitshype-Zug aufgesprungen.

Machen wir uns nichts vor: Asphaltierte Auslaufzonen sind von Anfang an gescheiert. Und das aus einem einfachen Grund: Weil man es nicht für nötig befunden hat, die Rennfahrer daran zu hindern, diese mit Vollgas zu durchfahren. Sorry, es grenzt an Idiotie, asphaltierte Auslaufzonen zu fordern, und diese dann von den Fahrern als erweiterte Rennstrecke missbrauchen zu lassen. Die Idee wurde dann sofort ad absurdum geführt. Gleichzeitig wars von vornherein klar, dass die Fahrer nun genau deshalb noch mehr riskieren würden als zuvor. Schlicht, weil man notfalls eben durch eine erweiterte Rennstrecke fahren kann - und dabei keine Zeit verliert.

Ja, diesbezüglich bin ich von Wurz & Co. extrem enttäuscht, dass man hier renommierte Risikoforscher schlicht ausser Acht gelassen hat, die genau dies prophezeien, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Sicherheitserhöhung nur zu noch riskanteren Manövern führt. Und genau das sahen und sehen wir in der F1 dank den asphaltierten Auslaufzonen immer wieder. Vollgas durch. Und in Spa hat dies nun ein Todesopfer gefordert.

Von einem Sicherheitsberater erwarte ich, dass er Risiken klar einschätzen kann. Wenn Wurz aber, wie so oft, meinte, Kiesbetten seien gefährlich, so fragte ich mich halt immer wieder, wann ein Kiesbett einen Fahrer das Leben gekostet hat. Machen wir uns nichts vor: Das ist ein pures statistisches Risiko. Nicht mehr. Deshalb gabs auch keine Todesfälle wegen Kiesbetten. Andere Dinge sind viel gefährlicher. Eben z.B., wenn Fahrer mit Vollgas durch die Auslaufzonen fahren.

In Monza haben wir gesehen, was passiert. Mit Gras wäre es gar nie so weit gekommen, dass Peroni einfach auf dem Gas geblieben wäre. Dank der Auslaufzone wurde ihm aber genau diese Möglichkeit gewährt. Es zeigt sich doch seit Jahren, dass die asphaltierten Auslaufzonen ein kontraproduktives Verhalten der Fahrer an den Tag legt. Wenn man die Strecke verlässt, SOLL UND MUSS man vom Gas gehen. Der Sicherheit aller zuliebe. Und genau dies wird nicht mehr getan. Und ehrlich, das war absolut absehbar. Hier hat Wurz einfach als Sicherheitsberater versagt. Anders kann mans nicht sagen.

Es geht mir dann auch nicht darum, dass er falsch gelegen ist. Es geht mir um die Argumentation, die immer wieder verwendet wird, wenn man gegen solche "Erfindungen" ist. Dann wird man sofort als "du willst Tote sehen" Fan bezeichnet.Wurz tat dies nicht so hart, hat aber immer durch die Blume Kritiker als Ewiggestrige gesehen. Umso interessanter ists ja, dass man sich nun eingestehen muss, dass man falsch lag. Und ja, das finde ich durchaus tragisch. Jetzt darf man einfach wieder Millionen investieren, um dies zu ändern - und die, die es entschieden haben, müssen rein gar nichts dazu beitragen.

Bolfo was ist denn los mit dir? So bist du ja sonst nicht?
1. Entscheidet Wurz das nicht alleine
2. Keiner meiner Chefs musste je selbst ein finanzielles Risiko tragen
3. Dass man bei sichereren Verhältnissen mehr Risiko eingeht ist keine Regel aber stimmt natürlich zum Teil. Es geht aber eben darum, dass man auf Asphalt besser kinetische Energie abbauen kann im Falle des Unfalls. Beispiele wo dies helfen würde gibts genug und sind nicht nur statistisch. Darüber hinaus beißt sich die Erkenntnis sogensnnter Sicherheitsexperten mit der Realität. Zwar fahren die Leute immer riskanter mit den Autos, Ski (seit der Helm eingeführt wurde) und Rad. Aber bei den Autos etwa gibts immer weniger Tote. Dein Ansatz klingt ja so als sollte man alle Sicherheitsmaßnahmen verbieten. Das führt dann dazu (deiner Theorie nach), dass alle Fahrer ganz vorsichtig fahren und nie wieder einen schweren Unfall haben werden. Weder willst du vorsichtige Fahrer sehen, noch wird das mit der Znfallfreiheit passieren.
4. Wie gesagt Wurz ist GEGEN viele der aktuellen Asphaltauslaufzonen gewesen. Aus 2 Gründen: es macht die Strecken hässlicher und es bestraft Fahrer manchmal weniger.

Glaubst du wirklich wegen dem Asphalt ist jemand die Eau Rouge schneller gefahren als ohne?

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Typ17 GTI » 13.09.2019, 09:04

GenauDer hat geschrieben:Glaubst du wirklich wegen dem Asphalt ist jemand die Eau Rouge schneller gefahren als ohne?


Es geht nicht darum, daß man sie schneller durchfahren kann, was nicht so ist, sondern daß man voll auf dem Gas bleibt wenn man sie nicht optimal angefahren hat. Man macht dann einfach die Lenkung etwas auf und fährt dann eben voll durch die asphaltierte Auslaufzone. Wäre dort Kies würde der Fahrer vom Gas gehen um nicht ins Kiesbett zu kommen.

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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon KIMI-ICEMAN » 13.09.2019, 09:21

bolfo hat geschrieben: :chat:


Ein sehr guter Beitrag wie ich finde.

Um die Parabolica sollte man auch ein Kiesbett legen. Das hätte viel mehr Stil und würde die Kurve anspruchsvoller machen. Zudem würden dann auch nicht solche skurrile, unverantwortliche Unfälle wie in Sachen Peroni passieren.

Asphaltierte Auslaufzonen sind ja an gewissen Stellen wichtig und sinnvoll. Z.B. nach langen Geraden, siehe 1. Schikane in Monza. Aber die Zonen sind ja mittlerweile überall. Hässlich und blöd fürs Racing.
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Re: Alexander Wurz: Asphaltiere Auslaufzonen haben überhandgenommen

Beitragvon Formel-1-Fan » 13.09.2019, 09:33

GenauDer hat geschrieben:3. Dass man bei sichereren Verhältnissen mehr Risiko eingeht ist keine Regel aber stimmt natürlich zum Teil. Es geht aber eben darum, dass man auf Asphalt besser kinetische Energie abbauen kann im Falle des Unfalls. Beispiele wo dies helfen würde gibts genug und sind nicht nur statistisch. Darüber hinaus beißt sich die Erkenntnis sogensnnter Sicherheitsexperten mit der Realität. Zwar fahren die Leute immer riskanter mit den Autos, Ski (seit der Helm eingeführt wurde) und Rad. Aber bei den Autos etwa gibts immer weniger Tote. Dein Ansatz klingt ja so als sollte man alle Sicherheitsmaßnahmen verbieten. Das führt dann dazu (deiner Theorie nach), dass alle Fahrer ganz vorsichtig fahren und nie wieder einen schweren Unfall haben werden. Weder willst du vorsichtige Fahrer sehen, noch wird das mit der Znfallfreiheit passieren.

Das wiederum klingt von dir ein wenig polemisch formuliert. bolfo schrieb nicht, man solle alle Sicherheitsmaßnahmen verbieten, sondern vielmehr geht es um die Abwägung zwischen der Sicherheitsverbesserung und dem höheren eingegangen Risiko. Und wie bolfo schon ganz richtig schrieb, hat es tatsächlich einen Toten oder sehr schwer Verletzten, bei dem dies auf ein Kiesbett zurückzuführen gewesen wäre, nie gegeben. Und auch das mit dem besseren Abbau kinetischer Energie ist auf Asphalt nur dann zweifelsfrei gegeben, wenn die Räder noch am Auto sind und die Bremsen noch funktionieren, auch ist es eine Frage des Winkels, in dem ein Auto ankommt. Gesetzt dem Fall, dass alle Bremsen versagen und das Auto auch nur leicht quer kommt, dürfte immer noch in den meisten Fällen Kies die besseren Bremseigenschaften haben. Und ja, auch durch Überschläge wird kinetische Energie abgebaut, bevor man einschlägt. Bzw. kam es in vielen Fällen genau deshalb (z.B. Schumacher in Melbourne 2001) gar nicht mehr zum Einschlag in die Streckenbegrenzung.

Anders ausgedrückt: Selbst wenn summa summarum die reine gebotene Sicherheit (sprich gleiches Verhalten der Fahrer vorausgesetzt) bei Asphalt noch ein wenig höher sein sollte, so ist dies eben doch eher marginal. Zugleich war aber in einem Sport, in dem es um die Zeitenjagd und jede Tausendstelsekunde geht, absolut klar, dass es die Herangehensweise der Fahrer grundlegend ändert, wenn sie im Falle eines Abkommens von der Strecke fast keine negativen Konsequenzen zu befürchten haben. Dahingehend, dass sich insbesondere in den freien Trainings nicht mehr "von unten", sondern "von oben" an das Limit herangetastet wird. In derselben Kurve fünfmal von der Strecke abgekommen? Kein Problem, da ist ja dann Asphalt, von dem aus man einfach wieder auf die Strecke zurückfährt, bzw. wo man (etwa in der Eau Rouge) mit Vollgs durchfahren kann und in der Folge gar keine Trainingszeit verliert. Und wenn es dann im Zehnten Versuch passt, hat man auch den richtigen Ansatz fürs Qualifying.

In früheren Zeiten, als bereits das erste Abkommen von der Strecke ein Steckenbleiben im Kiesbett bzw. auch Beschädigungen am Auto und den entsprechenden Verlust an Trainingszeit bedeuten konnte, sah dies eben noch anders aus.


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