FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

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bolfo
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon bolfo » 29.11.2018, 02:15

Aber Leute, das Argument von "toll, dass sie drinbleiben müssen, sonst könnten sie gelähmt sein, sollte der Rücken zerbröselt sein und sie dann aussteigen" ist sowas von an den Haaren herbeigezogen, dass es schon fast lächerlich ist. Das ist nun mal wirklich mehr als nur eine Konstruktion eines Arguments.

1. Wie oft ist in der Geschichte der F1 ein Fahrer so "geschädigt" worden? Wir sprechen hier von einer Querschnittslähmung infolge EIGENEN Aussteigens.

2. Leute mit Rückenschäden steigen alleine in der Regel NICHT mehr selbst aus. Die Folgeschäden sind jeweils wegen Fehlern bei der Bergung DURCH DEN RETTENDEN zu suchen.

3. Der Fahrer merkt selbst, dass etwas nicht mehr stimmt, trotz Adrenalin. Ralf Schumacher wäre in den USA 2004 mitnichten selbst aus dem Auto ausgestiegen. Im Eishockey habe ich nun mehrere Male Spieler gesehen, die einen Wirbelbruch bzw. Teilbruch erleidet haben im Spiel. Die stehen NICHT mehr selbst auf, die bleiben auf dem Eis liegen, obschon sie sonst mit jedem Gebrechen noch selbständig vom Eis wollen. Ein Wirbelbruch jedoch hat ganz andere Folgen.


Also bitte, keine Konstruktionen. Das mit dem Rückenschaden ist nun mal wirklich bloss ein Scheinargument. Ihr argumentiert gerade so wie Eltern, die nach einem Brand rechtfertigen, dass ihre Kinder im Schulalter selbst zu Hause gelassen und im 7. Stock eingeschlossen haben, argumentierend, das würde schon passen, denn sonst hätten ja geklaut werden können.
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Simtek » 29.11.2018, 11:25

bolfo hat geschrieben:Aber Leute, das Argument von "toll, dass sie drinbleiben müssen, sonst könnten sie gelähmt sein, sollte der Rücken zerbröselt sein und sie dann aussteigen" ist sowas von an den Haaren herbeigezogen, dass es schon fast lächerlich ist. Das ist nun mal wirklich mehr als nur eine Konstruktion eines Arguments.

1. Wie oft ist in der Geschichte der F1 ein Fahrer so "geschädigt" worden? Wir sprechen hier von einer Querschnittslähmung infolge EIGENEN Aussteigens.

2. Leute mit Rückenschäden steigen alleine in der Regel NICHT mehr selbst aus. Die Folgeschäden sind jeweils wegen Fehlern bei der Bergung DURCH DEN RETTENDEN zu suchen.

3. Der Fahrer merkt selbst, dass etwas nicht mehr stimmt, trotz Adrenalin. Ralf Schumacher wäre in den USA 2004 mitnichten selbst aus dem Auto ausgestiegen. Im Eishockey habe ich nun mehrere Male Spieler gesehen, die einen Wirbelbruch bzw. Teilbruch erleidet haben im Spiel. Die stehen NICHT mehr selbst auf, die bleiben auf dem Eis liegen, obschon sie sonst mit jedem Gebrechen noch selbständig vom Eis wollen. Ein Wirbelbruch jedoch hat ganz andere Folgen.


Also bitte, keine Konstruktionen. Das mit dem Rückenschaden ist nun mal wirklich bloss ein Scheinargument. Ihr argumentiert gerade so wie Eltern, die nach einem Brand rechtfertigen, dass ihre Kinder im Schulalter selbst zu Hause gelassen und im 7. Stock eingeschlossen haben, argumentierend, das würde schon passen, denn sonst hätten ja geklaut werden können.


1. wie oft ist ein Fahrer in seinem Auto verbrannt oder hat schwere Brandverletzungen erlitten. Wir sprechen hier von Unfällen in der letzten sagen wir mal 20 Jahren. Also bitte keine Roger Williamson, ect. Ansonsten kann man auch gleich für ein Verzicht auf Sicherheitsgurte plädieren, wie es Fangio und co. gemacht haben, weil es ihnen lieber war aus dem Auto geschleudert zu werden.
2. Da wäre ich mir nicht sicher, so eine Verletzung merkst Du nicht sofort, ausser das "etwas nicht stimmt". Wenn ein Dachdecker vom Dach fällt wird er riesige Schmerzen haben wird aber trotzdem versuchen aufzustehen, selbst wenn die Kollegen sagen "Bleib erstmal liegen, wir holen einen Arzt."
3. Falsch, Ralle stieg nicht aus, weil er das Bewustsein verloren hatte. Er wäre auch nicht ausgestiegen, wenn sein Auto in Flammen aufgegangen wäre - was ja hier das Todtschlagargument gegen Halo ist.
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Simtek » 29.11.2018, 11:26

Calvin hat geschrieben:
Simtek hat geschrieben:
Hier wird übrigens immer gerne Alonsos Unfall in Melbourne genannt und wie fix er sich aus seinem (auf der Seite!!!) liegenden Auto gequetscht hat. Welchem Fahrer ist das denn in der Zeit ohne Halo - noch gelungen?


Perez
Bild

de la Rosa in Monza 2000
Kann bild nicht verlinken, müsst auf folgende Homepage gehen:

http://the-fastlane.co.uk/cpdb/crashpho ... ditid1=803

Fisichella in Monaco 2004 (sogar gegen die Barriere gelehnt)
Bild

Fisichella in Spa 200


Vor allem waren die Cockpit-Öffnungen damals noch kleiner.


O.K. Sorry, diese Situationen hatte ich nicht mehr alle im Kopf.
Aber die Cockpitöffnungen waren kleiner?
Na ja:
Schumis Ferrari 2004
Bild

Massas Ferrari 2010
Bild

Kimis Ferrari 2017
Bild

Sorry Leute mir wird das echt zu blöd, ich steige hier aus.
Wartet einfach auf euren Feuerunfall bei dem ein Fahrer schwere oder sogar tödliche Verletzungen erleidet, weil
1. das Auto brennt wie Dresden im zweiten Weltkrieg
2. die anwesenden Streckenposten keine funktionierenden Feuerlöscher haben
und
3. der Fahrer nicht aus dem Auto kommt.
Vielleicht steige ich dann wieder ein, also falls ich dann nicht schon dement im Altersheim sitze oder selber verbrannt in einer Urne liege.
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon daSilvaRC » 29.11.2018, 11:31

harakduru hat geschrieben:
Mal ganz davon abgesehen dass das hintere Rad auf dem Reifenstapel lag und deshalb sogar noch mehr Platz für den Fahrer war als es durch Halo gegeben hätte.


das ist schonmal komplett falsch. durch das angehobene Heck, lag der wagen nicht wie immer auf der airbox, sondern NUR auf dem HALO auf und der Nase auf. Ich bin mir nicht sicher, ob der wagen ohne Halo nicht auf Airbox und Nase gelegen hätte, und dann wäre es eng geworden für Hüleknberg da raus zu kommen.

sieht man hier recht gut:
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Formel Heinz » 29.11.2018, 18:59

daSilvaRC hat geschrieben:das ist schonmal komplett falsch. durch das angehobene Heck, lag der wagen nicht wie immer auf der airbox, sondern NUR auf dem HALO auf und der Nase auf. Ich bin mir nicht sicher, ob der wagen ohne Halo nicht auf Airbox und Nase gelegen hätte, und dann wäre es eng geworden für Hüleknberg da raus zu kommen.

sieht man hier recht gut:
https://www.kleinezeitung.at/sport/moto ... -Abu-Dhabi


Das bild täuscht, Halo "schwebt" ein paar centimeter über dem Boden wie in diesem Video zu sehen, was erst heute Abend veröffentlicht wurde. Aber viel macht das auch nicht mehr aus. Das war aber auch eine sehr spezielle Situation, wie das Auto auf den Tecpros "aufgebockt" war. Wenn es derart fast ganz 180° verkehrt rum steht ist auch ohne Halo nicht sonderlich viel Platz darunter glaube ich (wenn ich mir diese schematische Darstellung kurz erlauben darf), aber das ist halt auch nicht die "natürliche" Lage eines F1-Autos das auf dem Kopf steht... aber das geht natürlich auch wieder in die Richtung "was wäre wenn".
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon bolfo » 02.12.2018, 20:16

Simtek hat geschrieben:1. wie oft ist ein Fahrer in seinem Auto verbrannt oder hat schwere Brandverletzungen erlitten. Wir sprechen hier von Unfällen in der letzten sagen wir mal 20 Jahren. Also bitte keine Roger Williamson, ect. Ansonsten kann man auch gleich für ein Verzicht auf Sicherheitsgurte plädieren, wie es Fangio und co. gemacht haben, weil es ihnen lieber war aus dem Auto geschleudert zu werden.
2. Da wäre ich mir nicht sicher, so eine Verletzung merkst Du nicht sofort, ausser das "etwas nicht stimmt". Wenn ein Dachdecker vom Dach fällt wird er riesige Schmerzen haben wird aber trotzdem versuchen aufzustehen, selbst wenn die Kollegen sagen "Bleib erstmal liegen, wir holen einen Arzt."
3. Falsch, Ralle stieg nicht aus, weil er das Bewustsein verloren hatte. Er wäre auch nicht ausgestiegen, wenn sein Auto in Flammen aufgegangen wäre - was ja hier das Todtschlagargument gegen Halo ist.



1. Brandverletzungen hatte unter anderem Verstappen 1994 nach dem Feuer in Hockenheim. Nur wurde dieses Feuer extrem schnell gelöscht. Es ist aber nicht so, dass es keine Feuer mehr gegeben hätte:
Der Renault von Heidfeld hat 2011 in Spanien lichterloh gebrannt. 2012 ist an selbiger Stelle der Williams von Maldonado plötzlich in der Garage in Flammen aufgegangen. 2013 brannte Webbers Red Bull in Südkorea ab, 2016 brannte Magnussens Renault in Malaysia am Freitag ab. Heuer in Frankreich brannte Ericssons Sauber nach einem Unfall.

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Brandunfälle sind also noch immer möglich. Das ist eine Tatsache und das haben die letzten 20 Jahre gezeigt. Und immer konnten die Fahrer sehr schnell aussteigen. Indes ist in den letzten 20 Jahren - ebenso wie kein Fahrer verbrannt ist - kein Fahrer von einem Rad erschlagen worden. Insofern ist die Frage obsolet.


2. Es gibt keinen einzigen dokumentierten Fall in der F1, wo ein Fahrer nachträgliche Rückenverletzungen erlitten hat, nachdem er selbst ausgestiegen wäre. Hier wird einfach der Fahrer selbst als blöd verkauft, dem man alles vorschreiben muss. Nach dem Motto: Du bist zu dumm, um zu merken, dass du verletzt bist. Also müssen wir doch aktiv daran hindern, selbst aussteigen zu dürfen. Sorry, das ist Bevormundungspolitik vom übelsten.

3. Ralle war bewusstlos. Schön. Gibt dennoch viele, die nicht ausgestiegen sind. Mansell stieg 1987 nicht aus in Suzuka nach dem Unfall. Ebenso gibts viele viele andere, die sitzen blieben nach einem schweren Unfall, ohne dass man sie aktiv am Aussteigen hindern musste.

Sorry, hier werden die Menschen einfach als dumm verkauft. Als nächstes fordert ihr noch, dass bei einem Unfall bei PKWs die Türen verriegelt werden, dass die Leute das Auto nicht verlassen können, weil sie sonst gelähmt zu Boden fallen können oder auf die Fahrbahn gehen. Prinzipiell war stets eine Sicherheitsanforderung, dass man sich SELBST in Sicherheit bringen kann. Dies war und ist BIS HEUTE überall Usus. Nun tut man plötzlich so, als sei dies Humbug, und will damit rechtfertigen, dass dies nicht mehr möglich ist. Mit fadenscheinigen Argumenten, man würde sich sonst selbst in Gefahr bringen. Das ist einfach eine "Dummbehandlung" der Leute, von denen man in der Tat meint, sie seien unmündig.
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Onkel Gustav » 03.12.2018, 03:34

Was will Charlie denn auch anderes sagen? Ich glaube nicht das ohne Halo mehr oder weniger passiert wäre. Aber da werden die Meinungen immer auseinander gehen.

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Iceman24 » 05.12.2018, 02:41

bolfo hat geschrieben:
Simtek hat geschrieben:1. wie oft ist ein Fahrer in seinem Auto verbrannt oder hat schwere Brandverletzungen erlitten. Wir sprechen hier von Unfällen in der letzten sagen wir mal 20 Jahren. Also bitte keine Roger Williamson, ect. Ansonsten kann man auch gleich für ein Verzicht auf Sicherheitsgurte plädieren, wie es Fangio und co. gemacht haben, weil es ihnen lieber war aus dem Auto geschleudert zu werden.
2. Da wäre ich mir nicht sicher, so eine Verletzung merkst Du nicht sofort, ausser das "etwas nicht stimmt". Wenn ein Dachdecker vom Dach fällt wird er riesige Schmerzen haben wird aber trotzdem versuchen aufzustehen, selbst wenn die Kollegen sagen "Bleib erstmal liegen, wir holen einen Arzt."
3. Falsch, Ralle stieg nicht aus, weil er das Bewustsein verloren hatte. Er wäre auch nicht ausgestiegen, wenn sein Auto in Flammen aufgegangen wäre - was ja hier das Todtschlagargument gegen Halo ist.




3. Ralle war bewusstlos. Schön. Gibt dennoch viele, die nicht ausgestiegen sind. Mansell stieg 1987 nicht aus in Suzuka nach dem Unfall. Ebenso gibts viele viele andere, die sitzen blieben nach einem schweren Unfall, ohne dass man sie aktiv am Aussteigen hindern musste.



Bei 12:20 sieht man, wie Ralf Schumacher versucht auszusteigen, es aber nicht schafft.

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon bolfo » 05.12.2018, 09:30

Iceman24 hat geschrieben:


Bei 12:20 sieht man, wie Ralf Schumacher versucht auszusteigen, es aber nicht schafft.



Tja, hätte man doch nur ein Halo gehabt, dann wäre er mit Sicherheit eingeschlossen geblieben.... und hätte es nicht mal versucht.... Nein, im ernst: offenbar hat ers ja nicht geschafft, was mit einer Wirbelverletzung eben nicht mehr einfach so funktioniert. Und siehe da, er sitzt nun nicht im Rollstuhl. So wie es bislang noch nie ein F1-Fahrer geschafft hat und mit bislang absolut kein einziger Fall aus dem Motorsport bekannt ist, wo dies der Fall gewesen wäre.

Für mich ist das Argument deshalb einfach absolut haltlos. Nein, sogar mehr. Ein "Dummverkaufen" der Fans.

Übrigens: Gerade erst ist einer "unseres" Eishockeyvereins unglücklich gegen die Bande geflogen. Mögliche Wirbelverletzung, hat recht harmlos ausgesehen. Und siehe da, er ist nicht selbst aufgestanden. Obschon ihn niemand daran gehinder hätte. Nur die F1-Fahrer, die wären offenbar dumm genug, noch auszusteigen und rumzurennen, bis sie gelähmt sind. Ich wundere mich deshalb, dass man noch nicht auf die Idee gekommen ist, die MotoGP-Fahrer an ihren Bikes festzuketten. Nicht, dass einer nach einem schweren Sturz noch aufsteht.

Ich finde es einfach erstaunlich, wie man mit "phantastischen" Geschichten, die in der F1 nie stattgefunden haben, irgend etwas rechtfertigen kann. Genau das zeigt einfach, dass man heute jeglichen Sinn für die Realität, was Gefahr eigentlich bedeutet, verloren hat. Ein "es könnte was passieren" reicht, um irgend etwas zu begründen, und möge die Gefahr noch so unrealistisch sein.

Ich habe übrigens erst gerade gelesen, dass man sich keine Pickel ausdrücken soll. Dies könne tödlich enden (und nein, das ist kein Witz, stand so im Focus). Vielleicht sollte man nun den Jugendlichen in der Schule obligatorisch die Fingernägel noch kürzer schneiden. Nicht, dass sich die armen Leute noch unnötig in Lebensgefahr begeben.
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon LoK-hellscream » 06.12.2018, 12:47

bolfo hat geschrieben:...


Wieso bist du nur auf so einem Kreuzzug gegen Halo. Es hat das Renngeschehen nie negativ beeinflusst. Und in Bezug auf Kopfüberliegende Autos bringe ich gerne wieder das Argument in's Spiel, dass in vielen Fällen der Fahrer aus Sicherheitsgründen das Fahrzeug springend verlassen muss, damit er keinen Stromschlag bekommen kann. Das wäre kopfüber sowieso nicht möglich, bis das Auto umgedreht ist.

Indes ist in den letzten 20 Jahren - ebenso wie kein Fahrer verbrannt ist - kein Fahrer von einem Rad erschlagen worden. Insofern ist die Frage obsolet.


Henry Surtees in der Formel 1 schon, und dieser Unfall kann in jeder Formel-Klasse passieren, wenn die Stahlseile den Reifen nicht halten können. Nur, weil die Formel 1 seit vielen Jahren auch irgendwie das Glück gepachtet hat, muss man es ja nicht herausfordern.

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Dr_Witzlos » 06.12.2018, 18:13

LoK-hellscream hat geschrieben:
Indes ist in den letzten 20 Jahren - ebenso wie kein Fahrer verbrannt ist - kein Fahrer von einem Rad erschlagen worden. Insofern ist die Frage obsolet.


Henry Surtees in der Formel 1 schon, und dieser Unfall kann in jeder Formel-Klasse passieren, wenn die Stahlseile den Reifen nicht halten können. Nur, weil die Formel 1 seit vielen Jahren auch irgendwie das Glück gepachtet hat, muss man es ja nicht herausfordern.


Die F1 hat nicht das glück gepachtet sondern hat immer wieder Maßnahmen ergriffen, dass mittlerweile ein Crash wie wir es in dem wilden 80ern haben, nicht mit Tod einer Person enden. Das muss man der FIA zu gute halten.

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon bolfo » 06.12.2018, 22:09

LoK-hellscream hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:...


Wieso bist du nur auf so einem Kreuzzug gegen Halo. Es hat das Renngeschehen nie negativ beeinflusst. Und in Bezug auf Kopfüberliegende Autos bringe ich gerne wieder das Argument in's Spiel, dass in vielen Fällen der Fahrer aus Sicherheitsgründen das Fahrzeug springend verlassen muss, damit er keinen Stromschlag bekommen kann. Das wäre kopfüber sowieso nicht möglich, bis das Auto umgedreht ist.


Ich bin nicht auf einem Kreuzzug gegen Halo. Das System ist mir prinzipiell egal. Wenn ich auf einem Kreuzzug bin, dann auf die "ich verkaufe dich jetzt für dumm" Argumentation, mit der man dieses System gutredet und welche Auswirkungen genau solche Verhaltensweisen für die Zukunft haben. Sorry, für mich ist es ein Dummverkaufen der Leute, wenn man argumentiert, es sei "wünschenswert", wenn Fahrer das Fahrzeug NICHT verlassen können. Für mich ist es ein Dummverkaufen der Leute, wenn man sagt, man würde Fahrer vor Querschnittlähmungen bewahren, indem man sie am Aussteigen hindert. Und für mich ist es ein Dummverkaufen von Leuten, wenn man nun bei jedem Zwischenfall das System hochjubelt, wie z.B. bei Ericssons Unfall in Monza, wo das Halo nun mal keinen und absolut keinen Einfluss hatte. Und ja, es ist für mich ein Dummverkaufen der Leute, wenn man sagt, die Argumentation, es sei in der F1 seit 30 Jahren in der F1 keiner in der F1 von einem Rad erschlagen worden, gleichzeitig aber die offensichtlichen Nachteile von Halo damit rechtfertigt, seit 30 Jahren sei in der F1 keiner mehr lebending im Auto verbrannt. Da passt weder die Logik noch sonst was.

Ja, ich erachte es als problemtatisch, dass man Gefahren, die nur statistischer Natur sind, derart heraufstilisiert, dass sie plötzlich zu Gefahren werden, die derart drastisch sein sollen, dass man Massnahmen ergreifen MUSS. Zwangsweise wird irgend einer kommen, der dann sagt, die offenen Räder seien eine Gefahr. Und das stimmt nun mal. Ergo wird es darauf hinauslaufen, dass man über kurz oder lang die offenen Räder verbieten wird. Es ist nun mal unweigerlich so, dass die schwersten Unfälle in der Vergangenheit gerade wegen der offenen Räder zustande gekommen sind. Desweiteren werden Kurse wie Monaco verschwinden müssen. Ebenfalls zur Diskussion stehen mittlerweile Ovalrennen, die von diversen Seiten her als "nicht mehr zeitgemäss" eingestuft werden. Und irgend einmal sind wir so weit, ich zitiere Brundle, dass wir eben die F1 Autos einfach in der Garage stehen lassen müssen, weil das Risiko nicht mehr vertretbar ist.

Passend dazu ist auch das Verhalten des Systems. Todt bekommt für Halo einen Award. Tönt schön, aber wofür sollte man ihn denn sonst auszeichnen? Sonst hat er ja nichts zustande gebracht in seiner Amtszeit. Todt ist schlicht unfähig. Gleichzeitig hat ein internen FIA-Report - welch eine Überraschung - gezeigt, dass Leclerc in Spa am Visier getroffen worden wäre. Auch hier - was sollte denn anderes rauskommen? Interne Reporte sind noch nie objektiv gewesen. Aber anstatt dies nun einem externen, neutralen Organ zur Untersuchung zu geben, analysiert man die Dinge lieber selbst. Mag toll klingen. Aber ich kenne auch 100 Studien, wo Alkohol- und Tabakhersteller bewiesen haben, dass ihre Produkte nicht schädlich sind und Pharmaunternehmungen, die gezeigt haben, dass ihre Produkte 100%ige Besserungen zeigen. Mich stört es, wie man heute mit Kritikern umgeht und sich selbst als Retter der Nation aufspielt. Genau so führt man keine Debatten. Das sieht man unweigerlich an der Berichterstattung. Jeder Halo-Gegner wurde gegeisselt. Aber wo bleibt jetzt die Bewertung von Wolffs Aussage, der nach dem Abu Dhabi GP kritisiert hat, dass Hülkenberg nicht aus dem Auto steigen konnte? Der gesagt hat, man müsse sich das System doch nochmals überdenken? Das wurde nun unter den Tisch fallen gelassen. Denn was nicht sein darf, das darf eben nicht sein.

Und hier agiert die F1 seit Jahren mit grossen Aktivismus. Ich erinnere da gerne an 2009 zurück, als man nach Massas Zwischenfall in Ungarn sogleich das Renault Team fürs Folgerennen sperren wollte, weil ein Reifen nicht richtig angezogen war. Wir bewegen uns immer mehr in die Richtung, wo jedes kleinste Risiko ausgemerzt werden MUSS, weil man sich ansonsten vor Klagen fürchtet.

Fakt ist, dass Halo den Nachteil bringt, dass der Fahrer nicht in jedem Fall selbständig aussteigen kann. Dies bringt nun mal ein potentielles Risiko mit sich, weil die Streckenposten umso schneller vor Ort sein müssen, womöglich noch bevor die Sache neutralisiert wurde. Jeder redet davon, dass Halo vielleicht Bianchis Leben hätte retten können. Aber keiner spricht davon, dass Bianchi um ein Haar mehrere Streckenposten mit in den Tod gerissen hätte. Bei Halo verlässt man sich nun einfach darauf, dass im Notfall die Streckenposten so schnell wie möglich vor Ort sind. Damit überträgt man das Risiko einfach auf sie, und nicht mehr auf die Fahrer. Und ja, diesen Ansatz finde ich gleich völlig falsch.





Indes ist in den letzten 20 Jahren - ebenso wie kein Fahrer verbrannt ist - kein Fahrer von einem Rad erschlagen worden. Insofern ist die Frage obsolet.


Henry Surtees in der Formel 1 schon, und dieser Unfall kann in jeder Formel-Klasse passieren, wenn die Stahlseile den Reifen nicht halten können. Nur, weil die Formel 1 seit vielen Jahren auch irgendwie das Glück gepachtet hat, muss man es ja nicht herausfordern.


Die F1 hat das Glück nicht gepachtet, sondern eben stets reagiert. Die Stahlseile sind eine grossartige Errungenschaft gewesen, die nicht nur Fahrer, sondern vor allem Fans und Streckenposten schützt. Das Problem bei Surtees war in erster Linie nicht ein fehlendes Halo, sondern nicht vorhandene Stahlseile. Am Ende sollte es nicht das Ziel sein, nur die Auswirkungen von etwas zu bekämpfen, sondern die Ursachen derer. Und das hat man mit den Stahlseilen gemacht. Ganz allgmein hat die F1 sehr gute Arbeit geleistet. So haben wir dank zusätzlichen Sicherheitsmechanismen keine herumfliegenden Räder mehr, wenn sie bei einen Boxenstopp nicht sauber angebracht wurden. Diese Systeme haben allesamt super funktioniert und KEINE Nachteile gebracht.
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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon LoK-hellscream » 07.12.2018, 07:52

Dr_Witzlos hat geschrieben:Die F1 hat nicht das glück gepachtet sondern hat immer wieder Maßnahmen ergriffen, dass mittlerweile ein Crash wie wir es in dem wilden 80ern haben, nicht mit Tod einer Person enden. Das muss man der FIA zu gute halten.


Das wollte ich damit nicht abstreiten. :wink:

Aber es gab auch genügend Unfälle, bei denen auch viel Glück dabei war.

bolfo hat geschrieben:Ich bin nicht auf einem Kreuzzug gegen Halo. Das System ist mir prinzipiell egal.


Diese Aussage schlägt sich ein bisschen damit, dass ich gefühlt jedesmal dich seitenweise gegen Halo schreiben sehe, wenn es ein Thema hergibt. Aber es ist deine Sache, das geht mich nichts an.

Das Problem bei Surtees war in erster Linie nicht ein fehlendes Halo, sondern nicht vorhandene Stahlseile. Am Ende sollte es nicht das Ziel sein, nur die Auswirkungen von etwas zu bekämpfen, sondern die Ursachen derer. Und das hat man mit den Stahlseilen gemacht. Ganz allgmein hat die F1 sehr gute Arbeit geleistet. So haben wir dank zusätzlichen Sicherheitsmechanismen keine herumfliegenden Räder mehr, wenn sie bei einen Boxenstopp nicht sauber angebracht wurden. Diese Systeme haben allesamt super funktioniert und KEINE Nachteile gebracht.


Es gab auch bei Surtees Stahlseile, nur halt weniger als in der Formel 1. Und wie auch in der Formel 1 zu sehen, trotz Stahlseile kann mal ein Reifen wegfliegen, wenn beim Unfall dementsprechende Kräfte wirken.

Deshalb bleibe ich dabei, dass ein Kopfschutz meiner Meinung nach sinnvoller ist, als das Problem, kopfüber nicht aussteigen zu können (was dank der Gefahr mit dem Stromschlag in manchen Situationen auch ohne Halo nicht möglich ist). Außerdem kann ein Billy Monger sich dank Halo sogar besser aus dem Auto hanteln als gäbe es kein Halo. :mrgreen:

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon Formel-1-Fan » 07.12.2018, 12:47

LoK-hellscream hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Ich bin nicht auf einem Kreuzzug gegen Halo. Das System ist mir prinzipiell egal.


Diese Aussage schlägt sich ein bisschen damit, dass ich gefühlt jedesmal dich seitenweise gegen Halo schreiben sehe, wenn es ein Thema hergibt. Aber es ist deine Sache, das geht mich nichts an.


Das dürfte aber eher daran liegen, dass am laufenden Band Artikel erscheinen, in denen das System beweihräuchert und genau das getan wird, womit bolfo laut eigene Aussage ja auch auf Kriegsfuß steht: Das Dummverkaufen der Leute. Genau wie bei mir. Das System an sich ist auch mir ziemlich egal geworden, sogar an die Ästhetik habe ich mich gewöhnt. Du kannst wohl getrost davon ausgehen, dass, sollten die Beweihräucherungsartikel für Halo einmal verstummen, auch bolfo das diesbezüglich sehr bald tun wird, ebenso wie ich.

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Re: FIA mit Hülkenberg-Rettung zufrieden: Trotz oder gerade wegen Halo?

Beitragvon bolfo » 08.12.2018, 03:19

LoK-hellscream hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Ich bin nicht auf einem Kreuzzug gegen Halo. Das System ist mir prinzipiell egal.


Diese Aussage schlägt sich ein bisschen damit, dass ich gefühlt jedesmal dich seitenweise gegen Halo schreiben sehe, wenn es ein Thema hergibt. Aber es ist deine Sache, das geht mich nichts an.


Das hat weniger mit dem Thema zu tun als mit den Beiträgen, die dazu veröffentlicht werden. Ich finde, eine Sache durchzusetzen und dazu zu stehen, ist eine Sache. Eine Sache aber politisch durchzusetzen und die Leute für dumm zu verkaufen, ist eine andere. Wenn man was durchsetzt, sollte die Argumentation schlüssig sein und nicht so aufgebaut, dass man Kritiker für dumm verkauft.

Was mich stört, ist folgendes:

1. Der mediale Druck auf die Fahrer. Diverse Fahrer haben sich gegen Halo ausgesprochen, sind dann aber aufgrund des medialen Drucks (und wohl auch von der GPDA) zurückgerudert.

2. Die Aussage von Wurz, dank Halo könnten wir nun noch spektakulärere Rennen sehen, weil man vor Kollisionen keine Angst mehr haben müsse. Dies ist für mich ein Dummverkaufen von Leuten. Der Sinn einer Sicherheitsverbesserung soll nicht Sinn und Zweck sein, dass sich die Leute nachher einfach noch dümmer verhalten können. Wurz hat sich mit dieser Aussage diesbezüglich selbst disqualifiziert. Für mich wollte er sich mit Halo einfach insbesondere selbst ein Denkmal setzen, dass er auch mal was durchgebracht hat. Seine Argumentation stört mich. Niemand würde eine Maschine an einem Arbeitsplatz sicherer machen, nur damit nachher die Arbeiter besoffen zur Arbeit kommen können, und dann eben weniger passiert. Für mich setzen gewisse Sicherheitsvorkehrungen in der F1 falsche Anreize. Beispiel seien hier asphaltierte Auslaufzonen, die nicht mehr als Auslaufzonen, sondern als erweiterte Rennstrecke gesehen werden. Sicherheitsvorkerungen sollen prinzipiell eben der Sicherheitserhöhung dienen, und nicht, dass man sich fahrlässiger verhalten darf. Viele Aspekte der F1 gehen aber genau darauf hin.

3. Die Aussage, es sei wünschenswert, dass die Fahrer bei einem Überschlag nicht selbst aussteigen können. Dies ist für mich einfach eine Verarschung hoch drei. Ich denke, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Hier werden sehr hypothetische Fälle ins Feld geführt, wo der Fahrer Rückenverletzungen haben KÖNNTE und diese NICHT ERKENNT und infolge eines eigenen Aussteigens nachher gelähmt ist. Sorry, konstruierter gehts nicht mehr. Das ist Dummverkaufen ver Leute. Mehr nicht.

4. Die aktive Verschiebung des Risikos auf die Streckenposten. Diese sollten meiner Meinung nach möglichst gar nicht zum Einsatz kommen. Das Argument, im Falle eines Brandes müssten eben Streckenposten möglichst schnell vor Ort sein, tönt gut. Nur sind diese dann in der Tat einer potentiellen Gefahr ausgesetzt, die höher ist als die der Fahrer. Möglichst schnelles Eingreifen der Streckenposten erfordert eine möglichst schnelle Neutralisierung. Diese ist aber nicht immer gegeben. Ich sehe nicht ein, warum man diese Leute in Gefahr bringen sollte (siehe Brundle 1994 oder Bianchi 2014 in Suzuka).




Das Problem bei Surtees war in erster Linie nicht ein fehlendes Halo, sondern nicht vorhandene Stahlseile. Am Ende sollte es nicht das Ziel sein, nur die Auswirkungen von etwas zu bekämpfen, sondern die Ursachen derer. Und das hat man mit den Stahlseilen gemacht. Ganz allgmein hat die F1 sehr gute Arbeit geleistet. So haben wir dank zusätzlichen Sicherheitsmechanismen keine herumfliegenden Räder mehr, wenn sie bei einen Boxenstopp nicht sauber angebracht wurden. Diese Systeme haben allesamt super funktioniert und KEINE Nachteile gebracht.


Es gab auch bei Surtees Stahlseile, nur halt weniger als in der Formel 1. Und wie auch in der Formel 1 zu sehen, trotz Stahlseile kann mal ein Reifen wegfliegen, wenn beim Unfall dementsprechende Kräfte wirken.

Deshalb bleibe ich dabei, dass ein Kopfschutz meiner Meinung nach sinnvoller ist, als das Problem, kopfüber nicht aussteigen zu können (was dank der Gefahr mit dem Stromschlag in manchen Situationen auch ohne Halo nicht möglich ist). Außerdem kann ein Billy Monger sich dank Halo sogar besser aus dem Auto hanteln als gäbe es kein Halo. :mrgreen:


Es ist eine Abwägungssache. Nur ist die sehr schwierig, weil in der F1 in den letzten 30 Jahren kaum was geschehen ist. Dennoch: Sollte gerade durch Halo eine brenzlige Situation entstehen, wo ein Fahrer nicht aussteigen kann und wirklich was ist, wird man mehr als nur den schwarzen Peter haben..
Never argue with an idiot. They bring you down to their level and beat you with experience.


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