2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Teams

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Plauze
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2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Teams

Beitragvon Plauze » 05.12.2014, 21:41

Wie der Titel schon sagt, will ich hier (m)eine kleine Zusammenfassung der Saison, wie ich sie gesehen habe, präsentieren und zur Diskussion stellen. Der Thread soll dazu anregen, meine Überlegungen zu diskutieren und/oder ihnen eine eigene Zusammenfassung gegenüberzustellen.

Im Vordergrund steht eine Bewertung der Fahrer und Teams. Worauf beruht diese Bewertung? Auf meinen Beobachtungen in den einzelnen Rennen, die ich aber nicht explizit, sondern allenfalls fazitweise anschneiden will, damit dieser Beitrag nicht außer Proportion gerät.
Am Ende der Ausführungen zu jedem Fahrer und jedem Team steht eine zusammenfassende Schulnote, die man bitte nicht für allzu bare Münze nehmen sollte, sondern die lediglich in aller Kürze noch einmal beschreibt, wie ich eine Leistung insgesamt empfunden habe.
Auch wenn ich sie begründen kann, sind meine Beurteilungen natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern, wie im Titel angekündigt, sehr subjektiv, und jemand anderes mag zu anderen Ergebnissen kommen. Ich sollte das eigentlich nicht extra betonen müssen. Es darf und soll über meine Schlussfolgerungen und Analysen daher natürlich gern diskutiert werden.

Also dann – ich mache das immer bröckchenweise, Team für Team, damit die Beiträge nicht unzumutbar lang werden und man ggf. auch Einwände besser platzieren kann, okay?

Übersicht:
Mercedes: 2+
Hamilton: 1
Rosberg: 2

Red Bull: 2-
Vettel: 3
Ricciardo: 1

Williams: 2
Massa: 2-
Bottas: 2+

Ferrari: 4
Alonso: 1
Räikkönen: 4-

McLaren: 4+
Button: 2-
Magnussen: 3-

Force India: 2-
Hülkenberg: 2-
Perez: 3+

Toro Rosso: 3-
Vergne: 3
Kvyat: 3

Lotus: 5+
Grosjean: 4
Maldonado: 5+

Marussia: 4
Bianchi: 2-
Chilton: 4-

Sauber: 5
Sutil: 4-
Gutiérrez: 4

Caterham: 5+
Kobayashi: 4+
Ericsson: 5


Mercedes AMG Petronas:
Aldo Costa hat das wohl beste Auto der Saison gebaut, mit der unbestreitbar und mit großem Abstand besten Power Unit der neuen Generation. Die umfangreiche Entwicklungs- und Vorbereitungsarbeit in den letzten Jahren hat Früchte getragen und ist in der Formel-1-Geschichte in dieser Form wohl einmalig gewesen. Obwohl auch der Mercedes-Hybrid-Turbo nicht komplett von Defekten verschont geblieben ist, hat man sich das Jahr gut eingeteilt und geriet nicht in Gefahr, am Ende wegen eines illegalen Komponentenwechsels eine Strafversetzung zu riskieren. Das Paket war als Ganzes bei jedem einzelnen Rennen dominant. Die Arbeit der Teams in der Boxengasse war meistens makellos, zumal man sich selten besonders großen Druck machen musste – in den meisten Fällen war der nächste Nicht-Mercedes-Gegner ja recht weit weg.
Zur Mitte der Saison hin passierte es dann tatsächlich, dass man sich selbst ein bisschen zu sehr unter Druck gesetzt hat, wohl auch infolge des teaminternen Duells. Grundsätzlich ist es lobenswert, dass man seine Fahrer frei fahren lässt und sie allenfalls mittels der Boxenstrategie auseinanderhält. Bedingt durch technische Probleme, aber auch durch etwas zu verkrampftes Micro-Management nach Spa sah Mercedes in dieser Phase des Jahres nicht mehr so souverän aus wie es die Überlegenheit erlaubt hätte. Dafür hat man sich als Team am Ende der Saison – abgesehen von Rosbergs Defekten – keine Blöße mehr gegeben und beide Titel letztlich vollkommen verdient und mit erdrückender Dominanz gewonnen. Man muss sich mal vorstellen: Nur zwei Mal hat ein Mercedes-Pilot ein Rennen jenseits des Podiums beendet!
Fazit: Absolut überlegen, auf jeder Strecke schnell und siegfähig, Doppelsiegrekord, aber ein paar technische Defekte und etwas unsouverän nach Spa. Super-Saison, aber manches geht noch besser. - Note: 2+

Lewis Hamilton:
Hamilton ist völlig verdient Weltmeister geworden. Bei den meisten Rennen war er der schnellere Mercedes-Fahrer und hat sich nur wenige Fahrfehler geleistet (die gravierendsten in Spielberg und in Interlagos). Er hätte den Titel wohl mit noch deutlicherem Abstand zu Rosberg gewinnen können, musste aber mit Rückstand ins Jahr starten und wurde auch durch Defekte in Montreal und in den Qualifyings in Hockenheim und Budapest zurückgeworfen. Rosberg konnte diese Probleme meist geschickt für sich nutzen, so dass die WM bis zum Ende offen blieb – trotzdem sprechen elf Saisonsiege, darunter einmal vier, einmal fünf Siege in Folge und drei Hattricks, für sich und für eine Saison, in der man vieles schlechter, aber nicht viel besser machen kann.
Fazit: Hamiltons wohl beste Saison seiner bisherigen Karriere, hat bis zum Schluss die Nerven behalten, fuhr stets mit kontrollierter Aggression und hatte den Teamkollegen meistens im Griff. - Note: 1

Nico Rosberg
Rosberg komplettiert das stärkste Gesamtpaket und das stärkste Fahrerduo des Jahres. Er kann fünf Saisonsiege für sich verbuchen und sich über den in dieser Form wohl kaum erwarteten Sieg im Qualifyingduell gegen Hamilton freuen. Die letztgenannte Leistung dürfte wohl alle Zweifel darüber beseitigen, dass der Deutsche einer der stärksten Qualifyer überhaupt ist. Allerdings gibt es für diese zweifellos beeindruckende Leistung keine Punkte. Wenn es Punkte zu verteilen gab, hatte Rosberg meistens knapp das Nachsehen gegenüber Hamilton. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte ließ er sich auch zu einigen Schwächen und Fehlern hinreißen, die das Gesamtbild ein wenig trüben und in der Konsequenz Hamilton den Titel eingebracht haben. Während der dank Abu Double letztlich doch sehr deutliche Punkteabstand auf seinen Teamkollegen nicht das eigentliche Leistungsgefüge widerspiegelt, muss man doch sagen, dass rein fahrerisch ganz einfach ein kleines Quäntchen auf Hamilton und damit auch auf den Gewinn der ersten Weltmeisterschaft gefehlt hat.
Fazit: Rosberg ist phasenweise in absoluter Topform gewesen. Seine Fahrt mit beschädigtem Auto auf den zweiten Platz in Montreal war eine der stärksten Einzelleistungen der Saison. Trotzdem war Hamilton insgesamt etwas stärker, auch bedingt durch einige Fahrfehler von Rosberg in der zweiten Jahreshälfte. Note: 2

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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Olymp » 06.12.2014, 16:35

Der Thread ist eine sehr gute Idee. :thumbs_up:

Die Bewertung von Mercedes finde ich allerdings ein wenig streng. Natürlich geht es noch besser und es ist Luft nach oben - aber kann man eine perfekte Saison als Maßstab nehmen? Mercedes hat, trotz Defekten, in der Gesamtbilanz eines der besten Fahrzeuge aller Zeiten hingestellt. Technische Defekte sind nach einer größeren Reglement-Änderung durchaus die Regel, seit jeher waren die schnellsten Fahrzeuge aufgrund ihrer extremen Bauweise eher Anfällig für Ausfälle. Tatsächlich hat Mercedes, auch wenn man es kaum glauben mag, hinter McLaren und Ferrari die drittmeisten Rennkilometer zurückgelegt (auch wenn ich nicht verheimlichen möchte, dass sie natürlich aufgrund ihrer Überlegenheit seltenst durch Unfälle und Karambolagen gestoppt wurden)! Ob man das Verhalten der Vertreter des Teams (Wolff und Lauda) nach Belgien nun unbedingt dem ganzen Rennstall zur Last legen kann? Ich persönlich würde für die gezeigte Saisonleistung schon eine 1- vergeben und keine Note im 2er-Bereich. Nicht zuletzt, da Mercedes sich kontinuierlich im Laufe der Jahre nach vorne gearbeitet hat und 2014 ein wahrer Sprung gelungen ist (bei der Benotung sollten die Leistungen der vergangenen Jahre schließlich auch ein wenig Beachtung finden).

Die Bewertung von Hamilton finde ich angemessen, Rosberg würde ich eine Tendenz in Richtung einer 2+ attestieren, da er mich vor allem in den Bereichen der Qualifikationsgeschwindigkeit und dem Siegeswillen, der sich im Laufe der Saison entwickelte (wenn auch teilweise etwas zu stark), überrascht hat. Positivbeispiele sind hier die Qualifikation in Großbritannien, die Fahrt bis zur Ziellinie in Abu Dhabi und durchaus auch das harte Verteidigen beim Start in Kanada (endlich einmal kein Zurückstecken!); Negativbeispiel hingegen ist sicherlich der Start in Russland.

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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 06.12.2014, 17:44

Kann man sicherlich so und so sehen. Mercedes war unglaublich überlegen - dafür hat man sich meiner Meinung nach zwischenzeitlich ein bisschen zu sehr selbst unter Druck gesetzt, als man merkte, dass ja doch mal was kaputtgeht und die beiden Fahrer richtig ernsthaft miteinander kämpfen. Das fand ich eben unsouverän.
Aber klar, die Performance war von einem anderen Stern und auch im Vergleich zum Vorjahr hat man sich nochmal enorm gesteigert. Das bestreite ich auch nicht.


Red Bull
Newey hat ein sehr anständiges Auto gebaut. Die Traktion und der Abtrieb des Red Bull sind immer noch phänomenal und man konnte diese Stärken auch in die Turbo-Hybrid-Ära hinüberretten. Taktisch war man ebenfalls gut aufgestellt, vor allem bei Ricciardo wurde sehr offensiv und erfolgreich verfahren, wohingegen bei Vettel die Taktik meist okay war, aber manchmal auch eine bessere Platzierung verhinderte. Oft reichte es aber, sich als Best of the Rest zu positionieren, obwohl andere nicht selten schneller waren (Williams!). Als dritte Stärke des Teams sei natürlich die im Rückblick ziemlich geniale Entscheidung genannt, den Schritt zu wagen und Ricciardo zu verpflichten. Damit hat man die Juniorenriege von Red Bull geadelt (denn Vergne und Kvyat sind ja, den Ergebnissen bei Toro Rosso nach zu urteilen, auch nicht viel schlechter) und gezeigt, dass es eine Zukunft nach Vettel gibt. Ach, was sage ich, die Zukunft hat ja schon begonnen, denn Ricciardo war 2014 besser als der viermalige Weltmeister.
Trotzdem war die Saison von Red Bull nicht absolut einwandfrei. Man hat eindeutig die Zusammenarbeit mit Renault vor Saisonbeginn vernachlässigt und musste nach den Wintertests das Schlimmste befürchten. Ganz so dick ist es dann nicht gekommen, aber Red Bull ist den Problemen mit der PU zwar auch ein Stück weit ausgeliefert, aber nicht völlig unschuldig.
Zweitens sind da die Regelverstöße in Melbourne und Abu Dhabi, die Red Bull doch einige Punkte gekostet haben dürften und einige Fragen bezüglich der sportlichen Einstellung der Verantwortlichen aufwerfen.
Und drittens war es während der Saison nicht immer ganz fein, zu lesen, was die Teambosse (also Mateschitz, Horner und Marko) über die Zusammenarbeit mit Renault so gesagt haben. Das hat ihnen bei mir ein paar Sympathien gekostet, denn selbst wenn einiger Frust sicherlich nachvollziehbar gewesen ist, gewinnt und verliert man jeweils gemeinsam.
Zusammenfassung: An einen weiteren Titelgewinn war dieses Jahr nicht zu denken. Die Probleme sind nicht alle, aber zum Teil eben schon hausgemacht gewesen und Red Bull hat nicht zu jedem Zeitpunkt sportlich fair agiert. Trotzdem war es keine ganz schlechte Saison, man stand als einziges Team außer Mercedes ganz oben auf dem Podium und man hat mit Ricciardo einen Fahrer, der auch in Zukunft für Siege und Titel gut ist. - Note: 2-

Sebastian Vettel
Der Titelverteidiger hatte es dieses Jahr nicht leicht. Nach fünf Jahren in Folge, in denen er um den Titel fahren konnte, ließ es in dieser Saison das Material nicht zu, auch nur in direkte Schlagdistanz zu den Mercedes-Piloten zu kommen. Für Vettel wiegt indessen noch schwerer, dass sein neuer Teamkollege sich als ausgesprochen unbequemer Gegner und als eine harte Nuss herausstellte, der ihn sowohl im Qualifying- als auch im Rennduell schlagen konnte und an vielen Wochenende eine Pace an den Tag legte, der der Deutsche nicht folgen konnte.
Viele kleine und größere Probleme mit dem Auto verzerren das Bild zwar noch ein wenig zu Vettels Ungunsten, unterm Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass er mit Ricciardo seinen Meister gefunden hat. Siegchancen hatte Vettel selbst allenfalls in Kanada; ein paar gute Rennen und ein paar packende Zweikämpfe konnte er seinen Fans auch bieten. Insgesamt bleibt es aber eine sehr durchwachsene und schwierige Saison, mit der er das Kapitel Red Bull beschließt. Bei Ferrari warten die nächsten großen Herausforderungen auf ihn – Viel Glück dabei!
Fazit: Ein schwieriges Jahr für Vettel, und man kann nicht behaupten, dass er das Beste draus gemacht hätte. Ricciardo hatte ihn teilweise deutlich im Griff und war meistens der schnellere Fahrer. Vettels Kampf mit dem Handling der neuen Autos führte meist nur zu mäßigen Ergebnissen und zu einigen Frustrationsmomenten für den Deutschen. - Note: 3

Daniel Ricciardo
Als Red Bull im letzten Jahr Daniel Ricciardo als neuen Mann neben Vettel vorstellte, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass die beiden auch nur auf Augenhöhe miteinander agieren würden. Ricciardo wirkte ein bisschen zu unauffällig, vielleicht gar unbeständig und hatte bei Toro Rosso zwar ein paar Mal aufgezeigt, aber keine wirklichen Highlights gesetzt. Umso größer war die Überraschung, als er in Melbourne Vettel im Training vor der Nase herum und im Rennen sensationell auf Platz zwei fuhr. Betrüblicherweise wurde ihm dieser zweite Platz aberkannt, doch eine Eintagsfliege war es nicht gewesen.
Ricciardo ist eine Riesensaison gefahren. Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass er drei Siege holen und damit der einzige Grand-Prix-Gewinner sein würde, der nicht im Silberpfeil sitzt, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber nicht nur seine Triumphfahrten in Montreal, Budapest und Spa waren aller Ehren wert. Vielmehr erstaunte er mit einer unglaublich präzisen Fahrweise. Er versteht es, reifenschonend zu fahren, ist zweikampfstark und beherrscht das Handling der Hybrid-Turbos aus dem Effeff. Fahrfehler? Man muss lange suchen, und mir fällt auf die Schnelle nichts ein. Eine fast perfekte Saison des Australiers, und wenn Vettel in vielleicht drei Rennen besser war, spricht das dafür, dass Ricciardo ein ganz gefährlicher Titelkandidat sein wird, wenn Red Bull ihm ein konkurrenzfähiges Auto baut.
Fazit: Ricciardo ist die positive Überraschung des Jahres. Mit den neuen Fahrzeugen hat er sich schnell angefreundet und Vettel gezeigt, wo der Hammer hängt. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass seine Verpflichtung keine Laune des Helmut Marko war, sondern ein echter Geistesblitz, der sich für Red Bull ausgezahlt hat. - Note: 1
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 06.12.2014, 20:44

Williams
Was sich bei den Wintertests schon ankündigte, wurde in den ersten Rennen des Jahres zur Gewissheit: Williams war dank des Mercedes-Motors und dank eines schnellen, gut ausbalancierten und prima fahrbaren Autos wieder bei der Musik. Die Saison war die erfolgreichste des Teams seit 2003, man war, wenn auch hinter Mercedes, endlich wieder Dauergast auf dem Podium – für die Truppe aus Grove ein riesiger Erfolg.
Nur gelegentlich konnte man sich des Gefühls nicht erwehren, dass dann und wann noch mehr drin gewesen wäre. Während Bottas und Massa sich in einigen Rennen die Plätze hinter Mercedes nicht aus der Hand nehmen ließen, hat sich Williams bei anderen Gelegenheiten den einen oder anderen Taktikschnitzer geleistet, indem man sich etwa in Spielberg von Mercedes in der Box abhängen ließ, des öfteren nicht auf die progressiven und flexiblen Strategien von Red Bull reagierte oder, wie in Singapur, Bottas und Massa am Ende zu lange draußen ließ. Auch bei den Boxenstopps selbst agierten die Mannschaften nicht immer komplett fehlerlos.
Ab der Mitte der Saison gelang es meist mindestens einem der beiden Fahrer, das jeweilige Optimum herauszuholen. In der ersten Hälfte hingegen konnte man aus der tollen Pace nur selten ausreichend Kapital schlagen. Ansonsten wäre der Kampf gegen Red Bull in der Konstrukteurswertung offener verlaufen. Im weiteren Saisonverlauf aber konnte man das Entwicklungstempo der Konkurrenz nicht nur mitgehen, sondern sogar noch zulegen. Das Ergebnis ist der dritte Platz in der Team-Wertung - ein fantastisches und wohlverdientes Resultat.
Fazit: Williams ist zurück. Mit Mercedes-Power, zwei starken Piloten, einem superschnellen Auto und jeder Menge Erfolgshunger hat man den Anschluss an die Top-Teams wiederhergestellt und in der zweiten Saisonhälfte sogar Red Bull das Fürchten gelehrt – nachdem Ferrari bereits abgehängt war. Taktikschwächen und ein paar Leichtsinnsfehler in der Pit Lane muss man noch abstellen, wenn man endlich wieder gewinnen will. - Note: 2

Felipe Massa
Für den Brasilianer begann die Saison verheißungsvoll, aber dennoch recht mühsam. Bei den Testfahrten zeichnete sich ab, dass Williams ein konkurrenzfähiges Auto um eine überlegene PU herum gebaut hatte. Noch weniger als Bottas aber konnte er diese Möglichkeiten in den ersten Rennen nutzen – Kollisionen, technisches Pech oder Taktikfehler ließen ihn schwächer wirken als er war. In Spielberg ließ er dann mit seiner ersten Pole Position seit Interlagos 2008 aufhorchen, und wirkte seitdem, als sei er aus dem Winterschlaf aufgewacht. Die Saisonmitte, die einen auftrumpfenden Valtteri Bottas erlebte, brachte Massa weiteres Ungemach, indem er erst in Silverstone mit Raikkönen und dann in Hockenheim mit Magnussen kollidierte – beide Male mit einigem Dusel, denn Massa blieb trotz der heftig aussehenden Unfälle unverletzt.
Dass er gut unterwegs war, stand dennoch außer Frage, und in der zweiten Saisonhälfte konnte er dann seine Stärken unter Beweis stellen. Mit einem souveränen und ungefährdeten dritten Platz in Monza (zur Freude der Tifosi, die damit immerhin „fast einen Ferrarifahrer“ feiern konnten). Mit einem starken fünften Platz auf völlig abgefahrenen Reifen in Singapur. Und mit einem tollen Schlussspurt mit einem dritten und einem zweiten Platz beim Heimrennen und in Abu Dhabi. Dank der doppelten Punkte konnte sich Massa damit bis auf 27 Punkte an seinen alten Teamkollegen Alonso heranpirschen – das war ihm in der gemeinsamen Ferrari-Zeit nie gelungen.
Dennoch muss man Massa auch kritisieren – an der eher verkorksten ersten Jahreshälfte ist er nicht komplett unschuldig, und letztlich sind die 52 Punkte Rückstand auf den (zweifellos starken) Bottas ein paar Zähler zu viel.
Fazit: Von Bottas geschlagen, aber im Aufwind. Massas sehr gute zweite Saisonhälfte lässt auf noch stärkere Leistungen im nächsten Jahr hoffen. Er ist nicht wirklich langsamer als der junge Finne, aber man darf von einem Massa noch mehr erwarten. Teilweise fehlt (vor allem in den Startrunden) etwas die Übersicht, Massa ist immer noch zu oft in Kollisionen verwickelt. - Note: 2-

Valtteri Bottas
Die bisherige Karriere von Bottas bei Williams ist das vielleicht beste Beispiel für nachhaltige Talentförderung in der Formel 1. Vom Testfahrer und Simulatordauergast in Grove mit gelegentlichen Freitagseinsätzen an den Rennwochenenden hat sich Bottas durch harte Arbeit, Akribie, Fokussiertheit und jede Menge Talent zu einem der stärksten Jungfahrer in der Formel 1 gemausert. Diese Saison darf man getrost als sein Gesellenstück bezeichnen. Er präsentierte sich konstant, zweikampfstark, intelligent und schnell. Während ihm zu Saisonbeginn noch der eine oder andere Fehler passierte (v.a. die Wandberührung in Melbourne), war er spätestens ab Spielberg vollständig eingegroovt und stand ab dem Österreich-Grand-Prix von allen Fahrern nach Hamilton und Rosberg am häufigsten auf dem Podium. Mit starken Leistungen wie etwa in Silverstone und Hockenheim (jeweils Platz 2) untermauerte er seinen Anspruch auf Position 4 in der Fahrer-WM und konnte diesen Platz bis zum Schluss behaupten.
Kleinere Rückschläge wie das Reifenfiasko in Singapur und die schwache Performance des Williams-Teams im Regen von Suzuka konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen. Überhaupt bringt Bottas eine unheimliche Ruhe und Souveränität ins Team. Mit seinen 25 Jahren weist er schon Leader-Qualitäten auf, die man selbst bei einem arrivierten Piloten wie Massa vergeblich sucht.
Fazit: Wenn er einige kleine Fehlerchen und Unbeständigkeiten vom Saisonbeginn noch abstellt, gehört Bottas schon binnen kurzer Zeit zu den absoluten Top-Piloten. Eine wirklich starke Saison des Finnen, und wenn Williams sich vielleicht sogar noch verbessern kann, gehört er nächstes Jahr zu den Siegkandidaten. - Note: 2+
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 12.12.2014, 18:51

Ferrari
Für das Team aus Maranello lief 2014 ganz allmählich und dann immer deutlicher eine kleine Ära aus. Nach und nach verabschiedeten sich Stefano Domenicali, Luca di Montezemolo und schließlich Fernando Alonso von den Roten, neue Leute wurden akquiriert, die Leitung wurde von Fiat-Boss Marchionne höchstpersönlich übernommen und schließlich wurde mit Sebastian Vettel der erfolgreichste Fahrer der letzten 10 Jahre verpflichtet.
Wo solche Veränderungen vorgenommen werden, muss einiges im Argen gelegen haben. Und tatsächlich gibt es bei Ferrari Baustellen, wohin das Auge blickt. Fahrerisch wusste 2014 nur einer der beiden Piloten zu überzeugen - der ist allerdings zuletzt nicht mehr gewillt gewesen, bei Ferrari weitere Jahre seiner Karriere ohne erkennbare Fortschritte zu investieren. Mit Vettel konnte man nun den einzigen verfügbaren halbwegs adäquaten Ersatz gewinnen, doch sowohl der viermalige Weltmeister als auch Raikkönen haben 2014 enttäuschende Leistungen gezeigt und müssen sich steigern.
Den Umstieg auf die neue Motorengeneration hat Ferrari mehr schlecht als recht gemeistert. Die neue PU war zu schwer und das Auto, was in Maranello drumherumgebaut wurde, nicht gut ausbalanciert. Sowohl Alonso als auch Raikkönen hatten streckenweise sichtlich Mühe, den "F 14 T" sauber um die Kurven zu bringen.
Hinzu kamen mitunter fragwürdige Boxenstrategien, einige unsinnige Fehler (z.B. bei Alonso im Q1 in Brasilien) und die generelle Unruhe im Team, die wohl daher rührte, dass man erneut den eigenen Erwartungen hinterherfuhr und dass mittlerweile allgemeine Frustration und Ratlosigkeit herrschte.
Fazit: Mit nur zwei Podiumsplätzen war 2014 für Ferrari die erfolgloseste Saison seit 1992. Immerhin konnte man dank der Zuverlässigkeit des Autos und regelmäßigen Punktresultaten am vierten Platz in der Konstrukteurswertung festhalten. Dennoch war die Performance des Teams sowie die Performance von Raikkönen, des schlechtesten Ferrari-Stammfahrers seit 1981, eine herbe Enttäuschung. Man kann nur hoffen, dass die Zukunft besser wird, denn Ferrari im Mittelfeld tut der Formel 1 nicht gut. - Note: 4

Fernando Alonso
Der Spanier beendet nach 2014 seine Dienste für Ferrari und wechselt zu McLaren. Die unzureichende Performance der Roten hat er sich nicht anzukreiden, denn seine Leistung gehörte einmal mehr zu den besten im Feld. Wenn er ins Ziel kam, holte er, anders als sein Teamkollege, auch Punkte. Das persönliche Highlight dürfte der Große Preis von Ungarn gewesen sein, wo Alonso die Gunst der Stunde nutzte, um den Sieg kämpfen konnte und letztlich nur vom von hinten heranstürmenden Ricciardo abgefangen wurde. Ein weiterer Podiumsplatz in Shanghai sowie die gute Ferrari-Performance in Monaco und Singapur waren weitere Highlights. In Singapur wäre wohl auch noch mehr dringewesen als ein vierter Platz, dort wurde die Ferrari-Taktik allerdings durch die späte Safetycarphase zerstört.
Fahrfehler haben bei Alonso Seltenheitswert, und ich müsste gründlich nachdenken, damit mir einer einfiele... vielleicht maximal das illegitime Abkürzen am Start in Singapur.
Das Duell mit seinem neuen Teamkollegen wurde heiß ersehnt, doch wer sich einen spannenden Zweikampf erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Raikkönen wurde den Erwartungen zu keinem Zeitpunkt vollends gerecht, und Alonso führte ihn, von Barcelona, Monaco, Spa und Interlagos einmal abgesehen, nach Lust und Laune vor. Er hat Raikkönen deutlicher dominiert als Massa in den vier Jahren zuvor, und selbst wenn Raikkönen eine schwache Leistung erbracht hat, zeigt dieser Umstand einmal mehr die Klasse eines Fernando Alonso.
Fazit: Die nächste extrem starke Saison des Spaniers, der gut dreimal so viele Punkte geholt hat wie Raikkönen und fast durchweg der schnellere Fahrer war. Sein Rennen in Ungarn war eine der stärksten Einzelleistungen des Jahres und insgesamt war er erneut einer der konstantesten Piloten im Feld. - Note: 1

Kimi Räikkönen
Die Hoffnung war es, dass mit Raikkönen ein zweiter starker Mann neben Alonso zum Team stößt, der Ferrari zu einer besseren Platzierung in der Konstrukteurswertung verhelfen und den direkten Gegnern Punkte wegnehmen könnte. Eine realistische Erwartung an einen Spitzenfahrer, doch dieser war in der vergangenen Saison leider alles andere als spitze.
Raikkönen blieb weit unter seinen Möglichkeiten, zeigte große Anpassungsschwierigkeiten an den unausgegorenen F14T und hat, von wenigen Rennen abgesehen, eine sehr enttäuschende Leistung erbracht.
Zu Saisonbeginn war der Finne auch von Pech geplagt. Mehrere Kollisionen und Berührungen, an denen er meist schuldlos war, verhinderten bessere Resultate. In Barcelona und Monaco war dann ein leichter Aufwärtstrend spürbar, was sich daran zeigte, dass er mit Alonso annähernd mithalten konnte (beinahe so wie es erwartet worden war). Mit schwachen Leistungen in Kanada und Spielberg sowie einem verhängnisvollen Fahrfehler und schweren Unfall in Silverstone konnte er dieses Momentum jedoch nicht bis zur Sommerpause beibehalten.
In Spa zeigte Raikkönen dann seine stärkste Leistung, die ihm notentechnisch gerade noch so die untenstehende Bewertung von mir sichert... von einem Fahrer seiner Klasse muss aber definitiv mehr kommen, denn auch nach dem Belgien-Rennen konnte der Finne das Niveau nicht halten, auch wenn seine Performance im Qualifying zuletzt etwas besser wurde und er in Interlagos nochmal gut unterwegs war. Das Auto war nicht gut, keine Frage, doch ein Raikkönen, der es im laut Tabelle viertbesten Auto mehrfach aus eigener Kraft nicht in die Punkteränge schafft, ist ein schlechter und austauschbarer Fahrer.
Fazit: Kimi Raikkönen mit der wohl schlechtesten Saison seiner Karriere. Weit abgeschlagen hinter Alonso und nur ganz vereinzelt halbwegs in dessen Nähe unterwegs. Manchmal wurde ihm ein besseres Resultat durch merkwürdige Strategien verhagelt, aber von Raikkönen erwartet man eben auch bei Ferrari, dass er lange Stints zu fahren imstande ist, wie er es bei Lotus zeigte. Das hat heuer eigentlich nur in Spa und Brasilien richtig gut funktioniert - ansonsten muss aber nächstes Jahr mehr kommen, wenn er seine Karriere nicht sang- und klanglos beenden müssen will. - Note: 4-
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 24.12.2014, 15:32

McLaren
Die letzte Saison der Truppe aus Woking, die man mit Mercedes-Motoren bestritt, war keine erfolgreiche. Nach 19 Jahren, drei WM-Titeln, einer Konstrukteursweltmeisterschaft und 78 Grand-Prix-Siegen gelang es in der vergangenen Saison, der zwanzigsten, nicht, der Erfolgsgeschichte ein weiteres glorreiches Kapitel hinzuzufügen. Dabei waren die Voraussetzungen eigentlich nicht so schlecht: Mercedes stellte die mit Abstand beste Antriebseinheit zur Verfügung und Button zeigte sich spätestens nach dem ersten Saisondrittel in Topform. Allerdings muss man natürlich annehmen, dass Mercedes McLaren nicht mehr in die Karten schauen ließ und der Informationsaustausch sich angesichts der Zusammenarbeit mit Honda im nächsten Jahr auf das Nötigste beschränkte.
McLaren muss sich aber ankreiden, einfach kein gutes Auto gebaut zu haben. Zwar erwies sich der MP4-29 als eines der zuverlässigsten Autos im Feld, konnte aber in der ersten Saisonhälfte nur in Melbourne wirklich mit der Spitze mithalten. Nach dem Magnussen-Debüt versanken die Chrompfeile im Mittelfeld und fuhren streckenweise gar als schlechtestes Mercedes-Kundenteam hinter Force India herum - in der zweiten Hälfte sah das Bild dann wieder besser aus und man konnte dank Button auf Augenhöhe mit Ferrari agieren.
Fahrerisch gab es Licht und Schatten. Magnussen fiel durch zu viele Feindberührungen und fragwürdiges Zweikampfverhalten auf, Button kam erst ab Montreal so richtig auf Touren.
Fazit: Letztlich wird man 2015 abwarten müssen, um die Performance in der letzten Saison wirklich beurteilen zu können. Möglicherweise hat man 2014 von vornherein als Übergangsjahr eingeplant, in dem man sich auf das Debüt mit Honda konzentrieren wollte. Nichtsdestotrotz muss vor allem aus Woking deutlich mehr kommen, wenn man in den nächsten Jahren wieder ganz vorn mitfahren will. Fahrerisch gibt es spätestens 2015 keine Entschuldigungen mehr. - Note: 4+

Jenson Button
Der Brite konnte in seinem fünfzehnten Formel-1-Jahr nicht mit einem gelungenen Saisonbeginn aufwarten. Die Performance von Magnussen in Melbourne dürfte ein ziemlicher Schock gewesen sein, und Button wusste ab diesem Moment, dass der Neue kein leichter Gegner sein würde. Zum Glück für ihn blieb in der Folge auch der junge Däne hinter seinen Möglichkeiten zurück und Button konnte sich im Gegenzug steigern. Spätestens ab dem Großen Preis von Kanada war er wieder voll auf der Höhe, auch wenn ihm im Qualifying die altbekannte Schwäche, dass er die (heuer recht harten) Pirelli-Pneus nicht rechtzeitig auf Temperatur brachte, Probleme bereitete. Für einen weiteren (nicht geerbten) Podiumsplatz reichte es 2014 zwar nicht mehr, aber Button stellte das Auto im Renntrimm regelmäßig vor die Konkurrenz von Ferrari und Red Bull.
Besonders auffällig bleibt Buttons unauffällige, unspektakuläre Fahrweise, die dabei jedoch meist hocheffizient war und schließlich dafür sorgte, dass er die Saison deutlich vor Magnussen beenden konnte. Im letzten Rennen gab es durch einen sauberen fünften Platz und die doppelten Punkte noch einmal einen saftigen Bonus, wohingegen Magnussen es in Abu Dhabi nicht in die Punkte schaffte.
Fazit: Jenson Button bleibt für McLaren weiterhin der Fahrer, der zur Stelle war und punktete, wenn es drauf ankommt. Dies sicherte ihm nicht zuletzt auch das Cockpit im McLaren-Honda, wo er sich aber nichtsdestotrotz weiter steigern muss, wenn er mit Alonso mithalten möchte. Buttons Saison war gut, doch der nicht ganz überzeugende Saisonbeginn und die nur mittelprächtige Leistung im Qualifying verhindern eine noch bessere Bewertung. - Note: 2-

Kevin Magnussen
Der beste Rookie des Jahres hätte eigentlich noch besser sein können und müssen. Seinen Speed und sein Talent zeigte er in Melbourne, wo er sensationeller Dritter wurde. Dieses Resultat, das durch Ricciardos Disqualifikation noch aufgewertet wurde, weckte Hoffnungen, dass McLaren und Magnussen ein starkes und konkurrenzfähiges Gespann bilden würden. Die Erwartungen wurden aber nicht erfüllt. Auch Magnussen konnte ihnen nicht gerecht werden; Dafür unterliefen ihm im vorderen Mittelfeld, in das McLaren im weiteren Saisonverlauf zurückfiel, zu viele Fehler. Berührungen mit anderen Piloten, unsauberes Zweikampfverhalten und Strafen waren die Folge.
Es gelangen ihm Achtungserfolge wie der gute siebte Platz in Spielberg und Platz fünf in Sotchi - insgesamt war er aber zu selten zu sehen und fiel zu selten positiv auf, als dass eine Weiterbeschäftigung gerechtfertigt gewesen wäre, zumal wenn der Mitbewerber Button heißt.
Fazit: Talent hat er (mehr als der Papa), und Biss hat er auch. An seinen besten Tagen erinnerte er mich an Grosjean 2012: schnell, aber ziemlich unbeständig. Wenn er seine Hausaufgaben macht und die Zeit als Test- und Entwicklungsfahrer bei McLaren als Chance nutzt, seine Schwachstellen auszubügeln, hat er durchaus noch die Chance auf ein gutes Cockpit und eine erfolgreiche Karriere. Insgesamt war 2014 aber noch nicht das Jahr des Kevin Magnussen. - Note: 3-
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 25.12.2014, 13:37

Force India
Bevor Williams auf Touren kam und McLaren sich von dem Leistungsabfall nach Melbourne erholt hatte, war Force India zwischenzeitlich das beste Kundenteam von Mercedes. Mit einer Serie von fünften Plätzen, die Hülkenberg in Malaysia, Bahrain, Monaco und Kanada einfuhr, sowie dem ersten Podiumsplatz seit 2009, den Perez in Bahrain belegte, zeigte das kleine Team, dass es seine Hausaufgaben gemacht und ein sehr solides Fahrerduo zur Verfügung hatte. Kurzum, die erste Saisonhälfte war für Force-India-Verhältnisse richtig stark. In Kanada sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als könne Perez um den Sieg mitfahren, bis seine Bremsen nachgaben und er schließlich in die Kollision mit Massa geriet.
Nach dem Großen Preis von Kanada wurde die Konkurrenz sukzessive stärker. Williams hatte endlich seine Kräfte gebündelt und fuhr Podiumsplätze in Serie ein. McLaren war wieder mit Ferrari auf Augenhöhe - und Force India hatte das Nachsehen. Es ist eine schon in den letzten Jahren zu beobachtende Tendenz gewesen, dass die Erben des Jordan-Teams über das Jahr hinweg nicht im Entwicklungsrennen der Großen mithalten können.
Und so blieb Hülkenberg und Perez dann in der zweiten Saisonhälfte nicht viel anderes übrig, als Krümel aufzusammeln und etwa von einem schwächelnden Ferrari-Team zu profitieren. In Abu Dhabi kam Force India dann nochmal auf seine Kosten und die beiden Piloten fuhren in formidabler Manier einen sechsten und siebten Platz ein. Für den Angriff auf das eine oder andere große Team hat es auch in diesem Jahr wieder nicht gereicht, aber man konnte sich immerhin auf 26 Punkte an McLaren heranpirschen, deren Budget mindestens doppelt so groß sein dürfte.
Fazit: Alles in allem hat Force India eine gute Saison abgeliefert. Man hat die Erwartungen alles in allem erfüllt, durfte endlich mal wieder Champagner verspritzen und darf sich an der Gewissheit freuen, die richtigen Fahrer unter Vertrag zu haben, denn bessere sind derzeit nicht auf dem Markt verfügbar. Die alte Force-India-Krankheit, dass die zweite Saisonhälfte schlechter ist als die erste, dürfte darin begründet liegen, dass die Luft ganz oben dünn ist und finanzielle Ressourcen erfordert, die Force India nicht zur Verfügung hat. - Note: 2-

Nico Hülkenberg
Nach seiner fast schon sensationellen zweiten Saisonhälfte 2013 bei Sauber hätte Hülkenbergs Weg ihn eigentlich in ein Top-Team führen müssen. Red Bull setzte jedoch auf einen stalleigenen Zögling (was sich auszahlte) und Ferrari auf einen Ex-Weltmeister (was sich nicht auszahlte). Hülkenberg landete, wo er schon 2012 an der Seite von Paul di Resta gefahren war: bei Force India. Für die Mannschaft aus Silverstone zeigte er 2014 eine insgesamt starke Saison. Zwar war für das Highlight, den dritten Platz in Bahrain, diesmal der Teamkollege zuständig, doch Hülkenberg wusste durch seine Konstanz und durch seine Schnelligkeit zu beeindrucken. Erstere führte zu einem Sieg im Rennduell, letztere zu einem Sieg im Qualifying-Duell gegenüber Perez.
In der zweiten Jahreshälfte war er durch den sich vergrößernden Rückstand des Teams auf Ferrari und McLaren in Mitleidenschaft gezogen. In Ungarn passierte ihm ein ungewohnter Schnitzer, als er mit seinem Teamkollegen kollidierte und das Rennen infolge seines Fahrfehlers beenden musste. Auch in den darauffolgenden Rennen wirkte Hülkenberg etwas verunsichert und unsortiert und musste sich hinter Perez einreihen. Erst in den letzten beiden Läufen konnte er sich wieder als der bessere Force-India-Pilot behaupten und ließ Perez in Interlagos und Abu Dhabi hinter sich.
Fazit: An seine formidablen Leistungen bei Sauber konnte Hülkenberg heuer nicht heranreichen - trotzdem zeigte er sich in guter Form. Vor allem in der ersten Saisonhälfte gehörte er zu den konstantesten Punktesammlern im Feld. Es folgten ab Ungarn einige durchwachsene Leistungen, doch zum Jahresende hin stach Hülkenberg wieder als einer der besten Fahrer im Mittelfeld heraus. Die Vertragsverlängerung und damit erstmals Kontinuität in seiner Formel-1-Karriere wird ihm gut tun. - Note: 2-

Sergio Perez
Für "Checo" war 2014 ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Tollen Fahrten wie dem Podium in Bahrain, einem sehr guten sechsten Platz in Spielberg (wo Force India eigentlich schon längst nicht mehr zu den besten drei Teams gehörte) und einer kämpferischen Glanzleistung in Singapur, stehen leichtsinnige Punkteverluste wie in Kanada und schlichte Dummheiten wie in Austin entgegen. Insgesamt hat der Mexikaner aber eine Steigerung zu seinem McLaren-Jahr zeigen können und vieles, was 2013 noch kritikwürdig war, ausgebügelt. Trotzdem hat man bei ihm immer noch ein wenig das Gefühl, dass Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen und ein grandioses Rennen von einer Sekunde auf die andere zuende sein kann (wie in Kanada). Natürlich ist das für das Team nicht immer toll, aber solche Typen sind ja irgendwie auch das Salz in der Formel-1-Suppe.
Perez muss weiterhin an seiner Konstanz arbeiten und daran, ein Rennen zu verwalten. Obwohl er grundsätzlich ähnlich schnell ist wie Hülkenberg, ist ihm das nicht immer gelungen. In der zweiten Saisonhälfte fuhr er aber dann auf Augenhöhe mit dem Deutschen - und das ist das größte Kompliment, das man ihm zu seinem ersten Jahr bei Force India aussprechen kann. Wenn er 2015 von Anfang an und konstant Leistungen wie in Monza, Singapur und Abu Dhabi zeigt, wird er auch einem ausgeglichenen teaminternen Duell deutlich näher kommen. Die Fähigkeiten dazu hat er auf jeden Fall.
Fazit: Perez mit einer Saison, die von einigen Highlights, aber auch einigen Dummheiten geprägt war. Das Positive ist, dass er noch immer zu tollen Leistungen imstande ist und ein Rennen quasi im Alleingang sehenswert machen kann. Das Negative ist, dass er dazu tendiert, gute Ergebnisse wegzuwerfen. Trotzdem ist er der richtige Mann für Force India, denn er ist talentiert und schnell und kann sich weiter steigern. - Note: 3+
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Lurchi » 25.12.2014, 22:27

Ich finde den Thread super und würde gern dazu mehr kommentieren, aber das geht fast nicht, denn ich kann dir praktisch überall einfach zustimmen. Nur bei Button wäre ich persönlich etwas großzügiger gewesen und hätte so in die Richtung 2/2+ tendiert. Er hatte tatsächlich einige wenige schwache Rennen, aber den Großteil seiner Leistungen fand ich gut bis sehr gut. Er hat, wo es nur ging, für tolle Zweikämpfe gesorgt, mutige Strategien ausprobiert und McLaren am Saisonende eindeutig den Hintern gerettet. Außerdem fand ich ihn - anders als du - auch im Qualifying insgesamt überzeugend (besser im Vergleich zu 2012 und 2013), da täuscht es vielleicht, dass Magnussen bis zur Saisonmitte im Q-Duell vorne lag, Button ihm aber dann besonders im letzten Saisondrittel selbst im Qualifying kaum eine Chance mehr gelassen hat. Letztlich hat Button das Duell ja auch gewonnen.
Vielleicht spielt da bei mir auch ein bisschen die Sympathie für Button mit rein, aber ich hätte ihn echt etwas weniger "streng" bewertet :)
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Green Hell » 26.12.2014, 01:21

Plauze , deine Arbeit in allen ehren , aber wieso Perez 3+ :?: :?
Der hat max ne 4 verdient .
Canada GP
Ungarn GP
Singapore GP
Austin GP
und hätte Hülkenberg nicht mehrmals zurückgesteckt , so hätte es auch dort gekracht wie 2013 mit Button und anderen .

Laut deiner Beurteilungsformel , die ja nicht oberflächlich ist , und zudem auch harte und Strenge Urteile hat , gehört der eigendlich auf 5+
Hinzu kommt noch sein mangeldes Schuldbekenntnis zu den Unfällen .
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 26.12.2014, 01:28

Lurchi hat geschrieben:Ich finde den Thread super und würde gern dazu mehr kommentieren, aber das geht fast nicht, denn ich kann dir praktisch überall einfach zustimmen.

Thx!!
Lurchi hat geschrieben:Nur bei Button wäre ich persönlich etwas großzügiger gewesen und hätte so in die Richtung 2/2+ tendiert. Er hatte tatsächlich einige wenige schwache Rennen, aber den Großteil seiner Leistungen fand ich gut bis sehr gut. Er hat, wo es nur ging, für tolle Zweikämpfe gesorgt, mutige Strategien ausprobiert und McLaren am Saisonende eindeutig den Hintern gerettet. Außerdem fand ich ihn - anders als du - auch im Qualifying insgesamt überzeugend (besser im Vergleich zu 2012 und 2013), da täuscht es vielleicht, dass Magnussen bis zur Saisonmitte im Q-Duell vorne lag, Button ihm aber dann besonders im letzten Saisondrittel selbst im Qualifying kaum eine Chance mehr gelassen hat. Letztlich hat Button das Duell ja auch gewonnen.
Vielleicht spielt da bei mir auch ein bisschen die Sympathie für Button mit rein, aber ich hätte ihn echt etwas weniger "streng" bewertet :)

Du hast ja Recht.
Ich mache mir bei der Note, auch wenn's natürlich nur subjektive Einschätzungen sind, immer ein paar Gedanken, aber natürlich ist das alles nicht in Stein gemeißelt.
Einerseits muss man natürlich ein wenig an den Erwartungen an den jeweiligen Fahrer messen, und die hat Button gewiss erfüllt.
Ich versuche aber auch das Verhältnis zu anderen Fahrern zu beachten, und da habe ich Button an Rosberg gemessen. War er fahrerisch wirklich gleich gut oder gar minimal besser als Rosberg? Olymp meinte ja schon, dass ich evtl. Rosberg zu harsch bewertet habe. Mag sein. Gut möglich sogar, dass die Lücke zwischen Hamilton und Rosberg zu groß ist. Aber okay, ich ziehe es jetzt einfach mal so durch ;) ; Und demzufolge hat Rosberg die 2, und ich wollte Button und Hülkenberg nicht auf dasselbe Niveau wie Rosberg heben - denn da sah ich sie heuer einfach nicht ganz.
Wer will, kann Rosberg natürlich auch jederzeit die 1- oder 2+ geben und Button und Hülkenberg dann dementsprechend anheben, sofern man das dann wiederum in Relation zu den schlechteren Fahrern verantworten kann.
Alles nicht so einfach. Mir ist es schon immer schwer gefallen, die reinen fahrerischen Leistungen möglichst abgekoppelt vom Material und vom Verhältnis zu anderen Fahrern zu beurteilen. Das macht es ja auch so subjektiv (aber dennoch spaßig) - ich kann's nur immer wieder betonen :)

@Green Hell: Was war mit Perez in Ungarn und Singapur? In Ungarn war Hülkenberg der Auslöser einer Kollision, der Dreher später war unglücklich, ist aber auch einem Vettel passiert. Nenn's meinetwegen einen Freebie, die Bedingungen waren sehr schwierig. In Singapur zeigte Perez ein starkes Rennen mit einem hervorragenden Schlussspurt. Eine 4 wäre mir für den ersten Podiumskandidaten von Force India seit 2009 zu wenig, zumal dieser zeitweilig auf Augenhöhe mit Hülkenberg fahren konnte. Und den Charakter eines Fahrers lasse ich nicht einfließen in meine Bewertung, sofern sie die sportliche Performance nicht nachweislich beeinträchtigt haben.
Vielleicht ist eine 3+ objektiv betrachtet ein wenig zu günstig. Aber wie gesagt mag ich Fahrer, die einem Rennen Würze verleihen. Mit denen man mal richtig mitfiebern und sich freuen kann, oder über deren Leistung man dann und wann auch mal die Hände überm Kopf zusammenschlägt. Und diese Eigenschaft kann man einem Perez nun einmal nicht absprechen.
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Green Hell » 26.12.2014, 01:42

Ich möchte dir deinen Thread nicht zerreden , bin halt nur in diesem Punkt völlig anderer Meinung .
Ein Fahrer der das Salz in der Suppe sein kann , weil ein Unfall schon fast vorprogrammiert ist hat nichts mit Charaktereigenschaft zu tun , wenn du jetzt auf die Uneinsichtigkeit ansprichst , die aber serwohl zu bewerten wäre .
Zeitweilig auf Augenhöhe von Hülkenberg , ja , aber nur zeitweilig .
Schau mal auf die Punkte .
Ach ja , da waren doch
Canada GP
Ungarn GP
Singapore GP
Austin GP
die keine ständige Augenhöhe zuließen , sonst hätte er sogar noch ne 1 bekommen .
Plauze , ich bitte dich , bei Perez schaust du durch die Fanbrille was deine Bewertung angeht .
Alleine das Rennen wo er Kimi und Adrian berührte und sogar Kimi noch dafür verantwortlich machte als Ausrede sich nicht bei Adrian zu entschuldigen ,sorry , wenn ich nicht wüsste , dass er in anderen Serien schon Talent bewiesen hätte , wäre er raus aus der F1 .
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Plauze » 26.12.2014, 02:08

Ich schaue ja auf die Punkte, deshalb ist Perez ja auch schlechter benotet als Hülkenberg. Allerdings hat Perez seinen Erwartungen vom Vorjahr eher entsprochen als Hülkenberg, dementsprechend wurde auch der Aufwärtstrend miteinbezogen ;)

Der Vorfall in Austin ist außerdem berücksichtigt.
Du erwähnst wieder Singapur ohne genauere Erläuterung, was dich an Perez' Rennen dort gestört hat. Diesmal erwähnst du es gar als Argument, warum Perez nicht auf Augenhöhe mit Hülkenberg gewesen sei - ähm, Perez hat das Rennen in Singapur vor Hülkenberg beendet!
Und ja, selbstverständlich würde ich einen Fahrer, der völlig fehlerlos fährt und mehr Punkte als sein Teamkollege holt, im 1er oder guten 2er Bereich ansiedeln. Perez ist das nicht gelungen - Hülkenberg aber auch nicht, wobei letzterer näher dran war. Deshalb muss ich aber keinem von ihnen eine 5 geben. Anscheinend hast du noch keinen wirklich schlechten Formel-1-Fahrer gesehen.
Im übrigen bin ich kein ausgesprochener Perez-Fan, habe also auch keine Fanbrille auf.
Ich habe seine Schwächen angesprochen und berücksichtigt, aber auch seine Stärken.
Perez aus der Formel 1 rauszuschreiben, ist geradezu absurd.
Hast vielleicht eher du eine Anti-Brille auf?
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon meanmc » 26.12.2014, 04:08

@ Plauze

Danke für die Mühe... Es ist sehr erfreulich, dass es User gibt, die sich so intensiv mit dem Thema beschäftigen!

Denke über die Notenvergabe kann man geteilter Meinung sein, sollte sie aber nicht zu streng bewerten. Im Schnitt gehen die von dir genannten Noten in Ordnung!
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
Dave Mustaine : "If there's a new way, I'll be the first in line (But it better work this time)"

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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Lurchi » 26.12.2014, 11:07

@ Plauze: Okay, Rosbergs Bewertung hatte ich jetzt als Vergleich nicht beachtet. Da muss man sich schon überlegen, ob man Button die gleiche Note geben könnte. Button würde ich für 2014 als den fehlerfreieren und zweikampfstärkeren Fahrer als Rosberg einschätzen, Rosberg hat natürlich dagegen mit sehr starken Quali-Leistungen geglänzt und hatte einige richtig tolle Rennen (zum Beispiel Kanada). Man kann sicherlich beide Richtungen (Rosberg 2+, Button 2 / Rosberg 2, Button 2-) rechtfertigen.

Green Hell hat geschrieben:Plauze , deine Arbeit in allen ehren , aber wieso Perez 3+ :?: :?
Der hat max ne 4 verdient .
Canada GP
Ungarn GP
Singapore GP
Austin GP
und hätte Hülkenberg nicht mehrmals zurückgesteckt , so hätte es auch dort gekracht wie 2013 mit Button und anderen

Das ist doch Käse, wo hat es denn 2013 mit Button gekracht? Ich kann mich nur daran erinnern, dass bei einer winzigen Berührung in Bahrain ein kleines Teil von Perez' Frontflügel abgefallen ist. Das ist doch wohl das Normalste der Welt, gerade bei einem so heftigen Zweikampf wie damals. Und ist ja auch nichts weiter passiert.
Und wo hat Hülkenberg dieses Jahr zurückgesteckt?
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Re: 2014 - Tops & Flops - Subjektive Bewertung v. Fahrern&Te

Beitragvon Green Hell » 26.12.2014, 15:34

meanmc hat geschrieben:@ Plauze

Danke für die Mühe... Es ist sehr erfreulich, dass es User gibt, die sich so intensiv mit dem Thema beschäftigen!

Denke über die Notenvergabe kann man geteilter Meinung sein, sollte sie aber nicht zu streng bewerten. Im Schnitt gehen die von dir genannten Noten in Ordnung!


Seh ich ja ebenso .
Zu Perez Singapore

braucht man eigendlich nicht weiter ein zugehen , völlig unnötig gewesen
Button und Perez haben sich meines wissens 2013 2 mal berührt . Einmal seitlich und dann hinten drauf .
Waren zwar leicht , aber muss nicht sein
Müsste ich die Funksprüche noch raussuchen .
Ja Button hat des öfteren Zurückgesteckt .
Monaco war zB so eine Situation in 2013 obwohl ich dies Manöver als Fair ansah , die 3 folgenden nicht .
Auf 2013 möchte ich aber überhaupt nicht eingehen
In 2014 gab es ebenso etliche Situation , wo Perez von der Umsichtigkeit der anderen Fahrer profitierte .
Sonst wären es noch mehr Rennen gewesen , wo es gekracht hätte .
Hülkenberg lässt erst gar keinen engen 2 Kampf zu und macht lieber einen Bogen um Perez .
Er weiß , dass dies sichere Punkte fürs Team sind , solange beide in die Punkte fahren .
Hülkenberg hatte 2 Ausfälle und 2 mal nicht in den Punkten wo er das Rennen beendete
Perez hatte 4 Ausfälle und 3 mal nicht in die Punkte wo er das Rennen beendete
Von der Reife eines Hülkenbergs ist er noch sehr weit entfernt.

Aber wie bereits geschrieben , diese Auflistung ist Deine Ansicht und ich bin in diesem speziellen Fall einer anderen Meinung

Wir haben nächstes Jahr die gleiche Fahrerpaarung
Vieleicht holt sich Perez in den Wintermonaten , die von Grosjean empfohlene , Hilfe :wink2:
Schaden kann er nicht , wie man bei Grosjean´s Entwicklung sehen konnte .
War dieser noch 2012 das Enfant Terrible der F1
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