Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo
Australien

Porträt

(Stand: 8. Januar 2018) Die Saison 2014 bedeutete die große Chance des Daniel Ricciardo. Nach zwei Lernjahren bei Toro Rosso erhielt der Australier ein Cockpit bei Red Bull und bewies mit drei Grand-Prix-Siegen sowie einem gewonnen Teamduell gegen den bis dato amtierenden Weltmeister Sebastian Vettel, dass er den hohen Erwartungen an sein Talent gerecht wird. Dieses ist in der Formel 1 ein Dauerthema, seitdem Ricciardo beim Young-Driver-Test 2010 in Abu Dhabi Pole-Position-Zeit Vettels um 1,3 Sekunden unterbot. 2018 will er endlich um den WM-Titel kämpfen.

Seine Karriere begann im Kartsport, er fiel zunächst aber wegen seines zumeist unterlegenen Materials nicht als Überflieger auf. 2005 kämpfte Ricciardo um den nationalen Titel, doch in der letzten Runde wagte er ein riskantes Manöver und verlor alle Chancen. Er unternahm den Schritt nach Europa und durchwanderte die üblichen Formelserien bis hin zum Meistertitel in der Britischen Formel 3 im Jahre 2009. Anschließend verlor er die Krone in der Renault-World-Series im letzten Rennen, als er zwei Runden vor Schluss von seinem Rivalen Michail Aljoschin überholt wurde.

Seinen ersten Formel-1-Test absolvierte Ricciardo Anfang Dezember 2009 für Red Bull in Jerez - mit Bestzeit! Es folgte die kleine Sensation von Abu Dhabi, die ihm ab 2010 ein Engagement als offizieller Test- und Ersatzfahrer der beiden Red-Bull-Teams in der Formel 1 bescherte.

Nach einigen Freitagseinsätzen hätte Ricciardo Mitte 2011 eigentlich Jaime Alguersuari im Toro-Rosso-Cockpit ersetzen sollen, letztendlich durfte der Spanier aber bleiben. Stattdessen wurde Ricciardo bei HRT platziert, wo er in Großbritannien seine Grand-Prix-Premiere feierte. Bei den Spaniern war er mit unterlegenem Material chancenlos, lernte aber die Strecken und den Formel-1-Zirkus kennen. Ricciardo selbst misst dem HRT-Engagement heute kaum Bedeutung für seine Karriere bei.

Die Beförderung zu Toro Rosso erfolgte mit ein paar Monaten Verspätung ab der Saison 2012. Auf Anhieb ließ er beim Heimspiel in Australien erste WM-Punkte folgen. Beim Juniorteam des Getränkekonzerns fuhr Ricciardo erwartungsgemäß nicht um Grand-Prix-Siege. 13 Punktresultate in 39 Rennen waren aber genug, um bei Helmut Marko und Co. einen Stein ins Brett zu bekommen. Er stach Teamkollege Jean-Eric Vergne bei der Vergabe des Red-Bull-Drives (als Nachfolger von Mark Webber) aus und rückte als zweiter Pilot nach Sebastian Vettel vom B- ins A-Team auf.

An seinem neuen Arbeitsplatz zeigte sich Ricciardo 2014 von Beginn an unbekümmert. Er überholte den Chefpiloten mehrmals auf der Strecke und feierte in Kanada den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Mit konsequenten Überholmanövern und reifenschonendem Fahrstil überzeugte er die Fachwelt und holte zwei weitere Erfolge. Am Ende stand Rang drei in der Gesamtwertung zu Buche, dazu ein klar gewonnenes Teamduell gegen den erstmals in seiner Karriere sieglosen Vettel.

2015 ging es mit Red Bull bergab und ein teilweise frustrierter Ricciardo musste sich trotz einiger Glanzlichter in Form von Podiumsplätzen in der Gesamtabrechnung seinem jungen Teamkollegen Daniil Kwjat geschlagen geben: nur Rang acht. 2016 war er wieder besser in Form, fuhr den Russen aus der A-Mannschaft und verlor zwei mögliche Rennsiege aufgrund von Teampatzern. In Malaysia platzte der Knoten und Ricciardo etablierte sich als WM-Dritter, hatte jedoch zunehmend Probleme mit Shootingstar Max Verstappen. Der Niederländer sorgte auch 2017 für die Glanzlichter, obwohl Ricciardo beim Chaos-Grand-Prix in Aserbaidschan ein denkwürdiger Sieg glückte.

Ricciardo war lange mit seiner Liebe aus Schulzeiten liiert. Er und Landsfrau Jemma Boskovich trennten sich jedoch 2016. Überzeugt haben kann er sie einst nur mit seinem breiten Dauergrinsen, das praktisch nie von seinem Gesicht weicht. Der Honigdachs ist das persönliche Maskottchen des lebensfrohen Australiers, der gerne beim Barbecue am Stand entspannt, aber erst im Alter von 26 Jahren das Surfen für sich entdeckte, weil ihn zuvor immer wieder Angst vor Haien plagte. Der Honigdachs ist auch auf seinem Helm verewigt: Sieht putzig aus und ist eine freundliche Natur, aber wenn es darauf ankommt, verwandelt er sich in eine Kampfmaschine. Wie Ricciardo. Ein weiteres Markenzeichen war lange der "Shoey": Auf dem Podium trank er oft Champagner aus seinem verschwitzten Schuh. Die übrigen Piloten mussten mitmachen, was ihn jedes Mal diebisch freute.

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