• 12. Februar 2018 · 10:49 Uhr

Ex-Red-Bull-Zögling: "Und plötzlich wollten sie Geld von mir"

Der ehemalige Red-Bull-Nachwuchsmann Filipe Albuquerque über seinen geplatzten Traum vom Formel-1-Cockpit: "Damals dachte ich, die Welt wäre immer gerecht"

(Motorsport-Total.com) - Mit seinem Sieg bei den 24 Stunden von Daytona hat sich Felipe Albuquerque mal wieder etwas in den Fokus der Öffentlichkeit gefahren. Der 32-jährige Portugiese hat sich nach seinen Erfolgen in Nachwuchsklassen, dem Gewinn des Race of Champions 2010 sowie seinen Einsätzen für Audi in der DTM und bei den 24 Stunden von Le Mans mittlerweile als feste Größe auf der Langstrecke etabliert. Warum es nie mit einem Formel-1-Cockpit geklappt hat? "Eigentlich nicht gerecht", meint Albuquerque.

Filipe Albuquerque

Hat mit dem Thema Formel 1 längst abgeschlossen: Filipe Albuquerque Zoom Download

"Als ich jung war, hat mich das wirklich extrem genervt. Ich hatte im Alter von 18 Jahren einen Vertrag mit Red Bull. Alle haben in mich den Glauben gesetzt", erklärt der Portugiese in der Zeitung 'Diario de Noticias'. Damals sei ihm der Traum vom Formel-1-Engagement real erschienen. "Alle sorgten dafür, dass ich glaubte, die Welt sei ganz toll und gerecht." Dies habe sich allerdings in späteren Jahren als unwahr herausgestellt.

"Ich habe alle Vorgaben von Red Bull erfüllt, ich war damals der beste Rookie. In allen Meisterschaften habe ich nach der Rookiesaison gesiegt. Mehr hätte man damals kaum erwarten können. Aber in der letzten Phase, als es über die GP2 in Richtung Formel 1 hätte gehen sollen, da sagten sie mir plötzlich, dass ich etwas mitbringen müsste. Ich sollte Geld besorgen. Das genau ist das Problem: In der Formel 1 zählt Geld mehr als Talent."

Filipe Albuquerque

Daytona 2018: Filipe Albuquerques Tochter bringt die Rolex-Uhr in Sicherheit Zoom Download

Die anfängliche Bitterkeit ist beim Familienvater aus Coimbra längst verflogen. "Ohne Red Bull hätte ich studieren gehen müssen. Ich hätte keinen Motorsport finanzieren können", sagt Albuquerque. "Aber dennoch: Ich war jung und hatte meinen Traum. Und diese Ungerechtigkeiten von damals sind heutzutage immer noch normal. Aber was soll's? Es gibt auf der Welt viel größere Ungerechtigkeiten als diese. Und ich kann mich nur mit Dingen beschäftigen, die ich selbst beeinflussen kann."

"Ich bin nun soweit, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss. Aber natürlich muss ich weiterhin schnell fahren, denn sonst kommt ein junger Bursche daher und macht mir meinen Platz streitig", erklärt der 32-Jährige, der mittlerweile nicht mehr zum Werksfahrer-Kader von Audi gehört. "Ich habe die heftigsten Phasen, in denen ich unter Druck Leistung bringen musste, hinter mir. Jetzt will ich Spaß haben. Und wenn ich Spaß habe, dann bin ich auch schnell. Dann kann ich meinen Job machen und meine Rechnungen bezahlen."

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