• 18. Mai 2017 · 16:14 Uhr

Verstappen kontert Neo-Chef Grosjean: "Brauche GPDA nicht"

Romain Grosjean wünscht sich alle 20 Piloten in der Fahrervereinigung GPDA und verrät alle Ausreißer - Max Verstappen versteht diese Logik nicht

(Motorsport-Total.com) - Romain Grosjean ist neuer Vorsitzender der Fahrervereinigung GPDA und hat als solcher bereits für Schlagzeilen gesorgt. Denn der Franzose, der auf Jenson Button an der Spitze der Vereinigung nachfolgte, will mehr Einheit unter den Piloten. Deshalb prangert er vor allem die Nicht-Mitgliedschaft einiger prominenter Namen an und verrät diese auch öffentlich. Max Verstappen ist einer von ihnen - und hat sich nun gewehrt.

Romain Grosjean, Max Verstappen

GPDA-Chef Grosjean und Red-Bull-Pilot Verstappen sind sich nicht einig Zoom Download

Am Rande des Grand Prix von Spanien erklärt der Haas-Pilot, dass "ziemlich viele" aus dem Fahrerlager in der GPDA fehlen würden. "Ein paar Piloten ist es völlig egal. Das ist aber die falsche Sichtweise, glaube ich", so Grosjean gegenüber 'Reuters'. Der neugewählte Chef - er wirkt gemeinsam mit Sebastian Vettel und Alexander Wurz - schreckt auch nicht davor zurück, alle Nicht-Mitglieder beim Namen zu nennen.

"Ich kann genau sagen, wer nicht Teil davon ist. Hamilton, Bottas, Verstappen, Stroll, Massa, Wehrlein, Sirotkin, Celis, Räikkönen, Hülkenberg und di Resta", verrät der Franzose. Laut Informationen von 'Reuters' hat außerdem Renault-Pilot Jolyon Palmer die GPDA verlassen, weil er gegen den Cockpitschutz, der von den anderen Piloten unterstützt wird, votiert. Aus einem ähnlichen Grund verließ auch Hamilton die Runde. Laut dem Briten wurde nur über sinnlose Themen diskutiert. "Wären wir 20 Fahrer in der GPDA von 20, die fahren, dann könnten wir einen starken Einfluss ausüben." Die Fahrer müssten alle vereinigt sein, um etwas zu bewirken, glaubt Grosjean.

Ricciardo: GPDA "jetzt mehr involviert in den Sport"

Der früher als "Crashkid" verschriene Pilot ist vor allem darüber überrascht, dass neben zwei Weltmeistern auch viele junge Fahrer nicht automatisch beitreten. Namentlich nennt er dabei Williams-Rookie Lance Stroll. "Das war eines der ersten Dinge, die ich tat, als ich in die Formel 1 kam, weil ich Teil der Gruppe sein wollte." Allerdings sei auch erwähnt, dass Grosjean selbst ausgetreten war und im Vorjahr wieder in die GPDA eintrat, nachdem er die Bestrebungen der Fahrer bei der Verbesserung der Pirelli-Regenreifen sah.

Auch Red-Bull-Pilot Max Verstappen ist nicht Mitglied in der GPDA. Gegenüber 'Motorsport-Total.com' erklärt der Niederländer bei einem Pressetermin in Spielberg: "Ich war nie ein Teil davon. Ich glaube, das braucht es auch nicht, um vereinigt zu sein. Am Ende entscheiden wir alle zusammen, daher braucht man nicht in der GPDA sein", kontert er dem neuen Vorsitzenden. Ganz anders denkt Verstappens Teamkollege Ricciardo darüber. Der Australier ist seit seiner Debütsaison in der GPDA fixes Mitglied.

"Wir können schon Fortschritte erkennen. Natürlich bekommen wir nicht immer das, was wir wollen. Es gab aber bereits Dinge in der Vergangenheit, die sich zum Besseren verändert haben", betont er vor allem die sicherheitstechnischen Bestrebungen der Gruppe. "In der GPDA geht es viel um die Sicherheit, wir sind jetzt aber auch ein bisschen mehr involviert in den Sport und können mitreden." Schon seit 2015 versucht die Fahrervereinigung mehr Mitspracherecht zu erlangen. Damals wurde die erste weltweite Fan-Umfrage von der GPDA initiiert.

Liberty nimmt GPDA ernst - Ricciardo will Verstappen überreden

Im Vorjahr folgte ein offener Brief an Bernie Ecclestone und die Führung des Sports, worin die Fahrer drastische Änderungen forderten. Der Brite bezeichnete die Piloten daraufhin als "Windbeutel" (Englisch: "windbags"), woraufhin diese mit dem Hashtag "#WindbagsUnited" reagierten. Die neuen Formel-1-Besitzer Liberty Media scheinen einen anderen Umgang mit der GPDA zu pflegen.

"Liberty wird mehr auf uns hören, das wollen wir auch", glaubt auch Grosjean. "Wir wollen das Gleiche wie Liberty und die FIA. Wir wollen, dass der Sport so erfolgreich wie möglich ist." Trotz der Meinungsverschiedenheiten müssten die Fahrer Einigkeit demonstrieren, betont der 31-Jährige. "Wir Fahrer steuern die Autos, also könnte die GPDA in der neuen Zukunft der Formel 1 sehr wichtig sein."

Im Fall von Max Verstappen könnte sich die Meinung des Red-Bull-Überfliegers sogar noch ändern, denn Teamkollege Ricciardo will dem 19-Jährigen ins Gewissen reden. "Es kostet einen kleinen Mitgliedsbeitrag im Jahr, aber ich denke, Max könnte es sich leisten. Ich werde später mit ihm darüber sprechen, während wir ein Schnitzel essen. Mal sehen, ob er seine Meinung ändern wird", schmunzelt der Australier.

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