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  • 04. Januar 2016 · 15:49 Uhr

Kein B-Team: Ferrari-Boss distanziert sich von Haas

Sergio Marchionne sieht im US-Neueinsteiger einen Partner, keinen Prüfstand für neue Piloten - Haas-Teamchef weist Vorschusslorbeeren als "Propaganda" zurück

(Motorsport-Total.com) - Sein Vorgänger Luca di Montezemolo träumte von einem US-amerikanischen Ableger der Scuderia in der Formel 1, doch der neue Ferrari-Präsident Sergio Marchionne geht auf Distanz zum seinem Technikpartner Haas. Wie er erklärt, beschränke sich die Zusammenarbeit mit dem Neueinsteiger aus South Carolina auf die Belieferung mit Motoren und nicht-gelisteten Teilen sowie auf die Nutzung des Windkanals in Maranello. "Interpretieren Sie da nicht mehr rein", warnt Marchionne.

Sergio Marchionne

Sergio Marchionne sieht in Haas kein neues Ferrari-B-Team Zoom Download

Er betont, dass Haas zwar mit Ferrari "verbunden", auf keinen Fall aber "angeschlossen" sei. So betrachtet Marchionne die Saison der beiden Piloten Romain Grosjean und Esteban Gutierrez - bis vor wenigen Wochen noch Testpilot der Italiener - auch nicht als Castingshow für die mögliche Nachfolge Kimi Räikkönens in der Saison 2017. Über den Franzosen sagt der Ferrari-Boss: "Ich mag ihn als Menschen und habe ihn Rennen fahren sehen, aber ich kenne ihn überhaupt nicht."

Über Rochaden von Piloten von einem Team zum anderen zu spekulieren, sei deshalb "verfrüht" und "unangemessen", betont Marchionne - obwohl Gene Haas von einer Ferrari-Empfehlung für Gutierrez und dem Gefühl, dass der Mexikaner einer Reifeprüfung unterzogen werden sollte, gesprochen hatte. Marchionne vertraut Räikkönen und Sebastian Vettel: "Am Saisonende sehen wir, was im kommenden Jahr passiert und ob wir mit unserem bisherigen Aufgebot weitermachen."

Derweil geben sich die Verantwortlichen bei Haas bescheiden und weisen die Vorschusslorbeeren, die es im Vorfeld der Saison 2016 von der Konkurrenz hagelt, von sich: "Schön zu hören, aber es ist nur Gerede", meint der Teamchef Günther Steiner im Gespräch mit 'GPUpdate.net' und erkennt eine Gefahr für den Erfolg des Projektes: "Wir müssen aufpassen, nicht an die Propaganda zu glauben. Ich hebe nicht ab, sondern versuche, realistisch zu bleiben. Ich sage nicht voraus, dass wir Force India schlagen würden." Die Formel 1 sei weniger simpel als es von außen den Anschein hätte, so Steiner.

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