• 11. August 2013 · 08:11 Uhr

Vettel: Die besten zehn Formel-1-Autos der Geschichte

Sebastian Vettel stellt eine Rangfolge seiner Allzeitfavoriten unter den Formel-1-Autos auf - vom 1954er-Silberpfeil über Schumachers Ferrari bis hin zum Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Sebastian Vettel gestern bereits Einblicke in seine Top-10-Fahrer gewährt hat, stehen heute die Fahrzeuge in seinem Fokus. In einer expliziten Reihenfolge, vor der er sich bei seiner Fahrernominierung noch gescheut hat, nennt er gegenüber 'Sport Bild' zehn legendäre Formel-1-Autos, die seiner Ansicht nach ihren Platz in der Geschichte der Königsklasse sicher haben. Zwar sind auch zwei Boliden dabei, die der 26-Jährige während seiner eigenen Karriere kennengelernt hat, großteils greift Vettel aber weit in der Zeit zurück und beweist, dass er eine Menge Ahnung von der Formel-1-Historie hat.

Sebastian Vettel

Triumphator Vettel: Zwei seiner Top-10-Autos hat er selbst zur WM geführt Zoom Download

1. McLaren MP4/8
Ganz oben auf Vettels Liste steht ein McLaren aus dem Jahr 1993, den in erster Linie sein Fahrer berühmt gemacht hat: Ayrton Senna. "Mein absolutes Lieblingsauto. Es war eines meiner ersten Formel-1-Modelle, es hatte einen Ehrenplatz in meiner Vitrine", erinnert sich der Heppenheimer an seine Kindheit. "Der McLaren war nicht das beste Auto in dieser Saison, aber trotzdem gewann Senna fünf Rennen damit." Besonders legendär sei das Regenrennen in Donington gewesen: "Senna startete im strömenden Regen als Vierter, kam als Führender mit Vorsprung aus der ersten Runde und gewann."

2. Red Bull RB6
2010 holte Vettel seine erste Fahrerweltmeisterschaft, nachdem er im letzten Saisonrennen in Abu Dhabi gewann, während sein Rivale Fernando Alonso die nötigen Punkte liegen ließ. Die Nummer zwei auf der Liste ist daher ein Auto, das Vettel selbst gefahren ist: Der RB 6. Der aktuell Gesamtführende der laufenden Saison erinnert sich noch sehr gut an das Fahrgefühl im Cockpit: "Die Überwaffe - das beste Auto 2010. Alles andere als der Titel wäre für uns sehr enttäuschend gewesen."

Ayrton Senna

Ayrton Senna im McLaren MP4/8 von 1993 ist Vettels absolute Nummer 1 Zoom Download

3. Red Bull RB7
Noch besser dürfte er sich an seine persönliche Nummer drei erinnern, schließlich hat er auch den Red Bull 7 vor gerade einmal zwei Jahren selbst zur Weltmeisterschaft geführt. "Mein WM-Auto von 2011. Ein super Allrounder, der Wagen war einfach überall gut und schnell." Zu der Vielseitigkeit der Red-Bull-Wunderwaffe sei seine hohe Zuverlässigkeit hinzugekommen, an die sich der Dreifachchampion gern erinnert. Vettel dominierte die Saison 2011 nach Belieben, gewann am Ende mit 122 Punkten Vorsprung (insgesamt 392) seinen zweiten Titel - die höchste Punktzahl aller Zeiten.

Sebastian Vettel, RB6

Sebastian Vettel fuhr im RB6 zu seiner ersten Weltmeisterschaft Zoom Download

4. Brabham BT46B
Deutlich älter ist da Vettels Nummer vier: der Brabham BT46B. Vor über 30 Jahren - genauer gesagt 1978 - nahm Niki Lauda hinter dem Steuer dieses Boliden Platz. Die Besonderheit des Rennwagens war sein Heck - "Laudas Auto mit einem Riesenpropeller hinten", denkt Vettel amüsiert zurück. Nachdem der Österreicher allerdings in Schweden gewonnen hatte, war der "Staubsauger", wie Vettel ihn nennt, verboten worden - eine kuriose Erinnerung bleibt dennoch.

Emerson Fittipaldi im Lotus 72D von 1973

Emerson Fittipaldi im Lotus 72D von 1973 - drei Jahre nach Jochen Rindts Unfall Zoom Download

5. Lotus 72
An fünfter Stelle liegt der Lotus 72, der zwischen den Jahren 1970 und 1975 zum Einsatz kam und für Furore sorgte. Er ist damit noch ein paar Jahre älter als das Lauda-Auto und damit das zweitälteste Gefährt in der Aufzählung des Weltmeisters. Mit gemischten Gefühlen erinnert sich Vettel an den Lotus: "Schön und tragisch zugleich. Mit ihm wurde Jochen Rindt Weltmeister, mit ihm verunglückte er aber beim Training in Monza tödlich." Der Österreicher war 1970 nach einem seitlichen Einschlag beim italienischen Grand Prix verstorben, wurde aber am Ende der Saison dennoch posthum zum Weltmeister erklärt, da seine Konkurrenz den Rückstand nicht mehr aufholen konnte - ein Einzelfall in der Formel-1-Geschichte.

Michael Schumacher

Michael Schumacher wurde im Ferrari F2002 zum fünften Mal Weltmeister Zoom Download

6. Ferrari F2002
Dann kehrt Vettel in die modernere Formel 1 zurück, von der er auch aus eigenen Erinnerungen erzählen kann. Herausgestochen hat für ihn hier der Ferrari seines großen Idols und jetzigen Freundes Michael Schumacher im Jahr 2002. Der Rekordweltmeister gewann in ihm elf von 17 Rennen und wurde mit bis dahin sagenhaften 144 Punkten zum fünften Mal Weltmeister. "Dieser Ferrari war ein Hammer. Michael Schumacher schien mit der Konkurrenz zu spielen. Kein Wunder, dass er schon in Frankreich Weltmeister wurde", so Vettel. Erstaunlicherweise konnte Schumacher diese beeindruckende Punktzahl 2004 sogar noch übertreffen (148 Punkte) - allerdings mit einem Rennen mehr.

Mika Häkkinen, Melbourne, Albert Park Melbourne

Mika Häkkinen in seinem McLaren MP4/13 im Albert Park von Melbourne Zoom Download

7. McLaren MP4/13
An Platz sieben in Vettels Top-10 rangiert erneut ein McLaren. Mika Häkkinen brach 1998 die zweijährige Dominanz der Williams und holte seinen ersten WM-Titel im MP4/13. Vor allem der Überraschungsfaktor war riesig, als McLaren beim Auftaktrennen in Melbourne zum Doppelseig kam. "Damals kamen die Rillenreifen, darum erinnere ich mich noch so gut. Es war eines der Wunderautos, die Adrian Newey baute", erwähnt Vettel stolz seinen aktuellen Red-Bull-Chefdesigner. "Es schien Mika Häkkinen wie auf den Leib geschnitten. Er gewann dann ja auch den Titel."

 Michael Schumacher, Gerhard Berger, Jean Alesi, Mika Häkkinen

Zwei Williams FW14 in Front: Riccardo Patrese und Nigel Mansell im Jahr 1992 Zoom Download

8. Williams FW14
"Noch so ein fantastisches Auto aus der Feder von Newey", lobt Vettel den ihm so vertrauten Briten weiter. Nigel Mansell hatte im Cockpit des Williams FW14 die Weltmeisterschaft 1992 mit über 50 Punkten Vorsprung gewonnen. "Es hatte, glaube ich, eine aktive Radaufhängung. Das Auto fuhr damit wohl wie auf Schienen", stellt Vettel sein Geschichtswissen zur Schau. Mansell mit diesem Williams zum ersten Piloten, der neun Rennen in einer Saison gewinnen konnte, darüber hinaus holte er in 14 von 16 Rennen die Pole-Position.

Nico Rosberg, Mercedes W196

Nico Rosberg fuhr in diesem Jahr einen Mercedes W196 in Goodwood Zoom Download

9. Mercedes W196
Position neun in Vettels Rangfolge hat er dem einzigen deutschen Auto vorbehalten: dem Mercedes W196. Er ist gleichzeitig das mit Abstand älteste Auto in der Aufzählung und datiert auf das Jahr 1954 zurück. Für Vettel ist der Renner eine echte Legende: "Mercedes kehrte in den Grand-Prix-Sport zurück und landete auf Anhieb mit diesem 'Silberpfeil' in Frankreich einen Doppelsieg. Juan Manuel Fangio wurde in diesem Jahr logischerweise Weltmeister."

Nelson Piquet, 1983, Brabham BT52

Nelson Piquet in seinem Brabham BT52 mit BMW-Motor im Jahr 1983 Zoom Download

10. Brabham BT52B
Den zehnten und letzten Platz im Ranking des Weltmeisters nimmt erneut ein Brabham ein: der BT52B aus dem Jahr 1983. "Damit gewann BMW seinen letzten WM-Titel mit Nelson Piquet", weiß Vettel. "Das Auto mit Turbomotor soll im Qualifying 1500 PS gehabt haben, war also mehr Rakete als Auto. Wahnsinn, besonders im Regen", staunt er. Dann schließt Vettel sein Fazit zum Brabham mit einem Satz ab, der wohl für fast alle Autos in seiner Top-10-Liste gelten könnte: "Den wäre ich gern gefahren."

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