• 11. November 2017 · 19:48 Uhr

Zu vorsichtig: Vettel verspielt Brasilien-Pole in erster Kurve

Sebastian Vettel hatte die mögliche Pole-Position in Brasilien vor Augen, doch beim Anbremsen in Kurve 1 fehlte dem Ferrari-Piloten der Mut

(Motorsport-Total.com) - Trotz des Unfalls von Lewis Hamilton in Q1 hat Ferrari die Pole-Position beim Großen Preis von Brasilien 2017 verpasst. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen rasten in der Qualifikation in Sao Paulo zu den Rängen zwei und drei und mussten Mercedes mit Valtteri Bottas den Vortritt lassen. Der Finne überflügelte Vettel in allerletzter Sekunde, nachdem der Deutsche zuvor nach dem ersten Versuch ganz vorne lag.

Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen wurden in Brasilien knapp geschlagen Zoom Download

Doch mit einsetzendem Regen in der Schlussphase regierte beim Ferrari-Piloten die Vorsicht, weil er sich nicht sicher war, wie viel Grip vorhanden war. "Ich habe in der ersten Kurve ein bisschen zu früh gebremst", erklärt er. Dadurch lag der Deutsche nach dem ersten Sektor bereits etwas mehr als eine Zehntelsekunde hinter seiner eigenen Bestzeit. Zwar konnte er in den beiden anderen Sektoren zulegen, doch es reichte für ihn nicht mehr zur Verbesserung.

Die wäre aber eigentlich drin gewesen, denn obwohl der Ferrari-Pilot mit seinem ersten Versuch laut eigener Aussage "sehr zufrieden" war, ließ er in der Schlusskurve etwas Zeit liegen. "Im zweiten Versuch habe ich dort die Zeit aufgeholt", sagt er, "aber ich habe es in der ersten Kurve verloren." Am Ende fehlten dem viermaligen Weltmeister 38 Tausendstelsekunden auf die Pole-Position. "Es war knapp", lacht er.

Hauptsache gute Ausgangsposition

"Wenn dir am Ende drei Hundertstel fehlen, dann denkst du natürlich immer, dass du hier oder dort noch etwas hättest holen können, aber egal", so Vettel weiter. Die Hauptsache ist, dass die Ausgangsposition für das Rennen vielversprechend ist und das Auto im Vergleich zum Freitag stärker geworden ist. Das ist Ferrari gelungen. "Es ist positiv. Wir sind viel näher als wir gestern waren und konnten uns verbessern. Wir sollten für morgen ein gutes Rennauto haben", nickt Vettel.

Teamkollege Kimi Räikkönen sicherte sich am heutigen Samstag Rang drei. Der Finne war 0,216 Sekunden langsamer als Bottas und musste sich teamintern wieder einmal geschlagen geben - bereits zum 14. Mal in dieser Saison. Dementsprechend beantwortet er Fragen nach seiner Zufriedenheit mit einem "geht so".

Auch der "Iceman" hadert etwas mit dem Anbremsen in der ersten Kurve, weil er es schwierig fand, die Reifen im passenden Arbeitsfenster zu haben. "Da fehlt es dann mal schnell an Vertrauen", seufzt er. Im Gegensatz zu Vettel lief es im finalen Versuch besser, "aber es hat eben nicht gereicht". Trotzdem muss Bottas morgen im Rennen aufpassen, denn Ferrari kommt dahinter gleich im Doppelpack und hat mächtig Zuversicht im Gepäck.

Vettel findet auch WM-Rang zwei wichtig

"Unsere Longruns waren vor allem im Vergleich zu Valtteris Longruns gut", macht sich Vettel Mut. Auch die größere Hitze könnte der Scuderia in die Karten spielen, weil Ferrari damit meist besser als die Silberpfeile zurechtkommt. "Es sollte zumindest nicht schaden", lacht der Deutsche, der morgen zusehen muss, dass Mercedes auf den Geraden nicht wegzieht. Vor allem bergauf sei die Konkurrenz deutlich stärker gewesen.

Deswegen versuchte Vettel im Qualifying übrigens auch, immer einen Windschatten im letzten Sektor zu bekommen. "Das hat ganz gut funktioniert, sonst wäre es wohl gar nicht so eng geworden", meint er.

"Schauen wir also mal, was morgen passieren wird." Ein Sieg gegen Bottas wäre für Vettel hilfreich im Kampf um die Vizemeisterschaft. 15 Punkte Vorsprung hat der Ferrari-Pilot noch, und gerne würde er sich den zweiten Platz in der Meisterschaft sichern, obwohl dieser am Ende wohl nur einen statistischen Wert hätte.

Doch der Heppenheimer betont, dass auch Rang zwei "eine Menge" bedeutet. "Den ersten Platz haben wir nicht geschafft, also wollen wir sicherstellen, dass wir Zweiter werden. Man könnte argumentieren, dass es keinen großen Unterschied macht, doch das tut es", stellt er klar. Denn darum gehe es im Rennsport. Für morgen ist das Hauptziel jedoch erst einmal der Sieg. "Das sollte auch im Kampf um Platz zwei helfen", weiß er.

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