• 16. Juli 2017 · 20:58 Uhr

Pirelli: Stehendes Rad eher nicht Grund für Vettel-Schaden

Pirelli geht nicht davon aus, dass Sebastian Vettels Verbremser für den Reifenschaden verantwortlich ist - Unterschiedliche Gründe bei beiden Ferraris

(Motorsport-Total.com) - Bei Pirelli rätselt man, was zu den Reifenschäden der beiden Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel in der Schlussphase des Großen Preises von Großbritannien geführt hat. Zunächst ging beim Finnen zweieinhalb Runden vor dem Ende der linke Vorderreifen kaputt, einen Umlauf später traf es auch den Deutschen beim gleichen Rad. Was wie das gleiche Problem aussieht, ist es laut Reifenhersteller Pirelli aber nicht.

"Wir glauben, dass die beiden Arten der Schäden unterschiedlich sind - aber das muss noch bewiesen werden", erklärt Pirelli-Manager Mario Isola. Derzeit untersuchen die Italiener die Schäden der Reifen, um die genaue Ursache festzustellen. Dafür vergleicht man auch die Daten der anderen Teams, um eine möglichst genaue Eingrenzung vornehmen zu können.

Genauen Einblick geben kann Isola noch nicht. Bei Räikkönen schließt er lediglich einen Schaden an der Karkasse aus, weil in seinem Reifen noch Luft war, als er an die Box fuhr - auch Verschleiß hält er für unwahrscheinlich. "Sebastian hatte ein anderes Problem, bei ihm fehlte die Luft", sagt Isola. Derzeit liegt nahe, dass Vettel den Soft einfach zu lange aufgeschnallt hatte, weil er von Runde 18 bis 51 damit durchfahren wollte und schon einige Runden zuvor darüber geklagt hatte, dass seine Reifen den Geist aufgeben.

Doch einfach so Verschleiß als Ursache angeben, möchte man bei Pirelli nicht: "Es wäre einfach, das zu sagen, aber das wäre nicht professionell von uns", meint Isola. Derzeit könne man nichts ausschließen. "Es könnte auch ein Reifenschaden sein. Der Reifen vorne links muss hier hohe Belastungen aushalten", so der Pirelli-Mann.

Einige Runden zuvor war bei Vettel ein starker Verbremser zu sehen, als er sich gegen Valtteri Bottas wehren musste. Starker Rauch stieg auf, was dem Reifen ziemlich zugesetzt haben dürfte, doch das hält der Reifenhersteller nicht für die Ursache: "Ich denke nicht, dass es der Grund für den Schaden war." Doch was war es dann? Da gibt es viele Varianten, die überprüft werden müssen: "In den Telemetriedaten können wir sehen, ob sie Vibrationen hatten, oder ob es hohe Temperaturen gab."

Ausschließen kann man bei Pirelli jedoch, dass sich Ferrari außerhalb der Vorgaben des Herstellers bewegt habe. Bei den Dingen wie Reifendruck und Sturz hat sich die Scuderia innerhalb der Limits befunden. Auch die maximale Rundenempfehlung habe man nicht überschritten - aber nur, weil es keine gibt. "Wir geben ihnen dieses Jahr keine Limits, weil es verschiedene Autos sind, die die Reifen unterschiedlich verschleißen", sagt Isola. Die Teams erhalten die Daten vom Freitag, bekommen aber keine Empfehlungen mit auf den Weg.

Wann Pirelli die Ursache gefunden hat, ist unklar. Derzeit arbeitet man eng mit den Teams zusammen, um zum Wohle aller den Grund zu finden. Möglicherweise müssen die Pneus auch erst in Pirellis Heimat Mailand. Spätestens in der nächsten Woche wissen wir mehr.

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