Pirelli: Überhitzen liegt mit diesen Autos in der Natur der Sache

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Pirelli: Überhitzen liegt mit diesen Autos in der Natur der Sache

Beitragvon Redaktion » 06.12.2017, 16:13

Pirelli-Manager Mario Isola erklärt, wieso das Überhitzen der Reifen bei den aktuellen Boliden unvermeidbar ist und wie man trotzdem 2018 dagegen vorgeht
Valtteri Bottas, Kimi Räikkönen

Laut Pirelli kann das Überhitzen beim Hinterherfahren nicht verhindert werden

Vor der Saison 2017 gab es die Hoffnung, dass die neue Pirelli-Reifengeneration nicht mehr wie in der Vergangenheit überhitzt. Doch das war laut Pirelli-Manager Mario Isola ein Ding der Unmöglichkeit. Ursache dafür ist das neue Aerodynamik-Reglement. "Beim aktuellen Design der Autos ist es unvermeidbar, dass die Reifen überhitzen", bestätigt der Italiener. Das liege daran, dass durch die optimierte Aerodynamik der Abtrieb im Verhältnis zum mechanischen Grip deutlich zugenommen hat.

"Das Auto wird also auf den Boden gedrückt, wodurch mehr Grip generiert wird", erklärt Isola. "Wenn man bedenkt, dass das Gewicht des Autos 700 Kilo beträgt und 1.400 bis 1.500 Kilogramm nur durch den Abtrieb enstehen, dann wird klar, welche Rolle das spielt. Und wenn man dann einem anderen Auto nachfährt und Abtrieb verliert, dann rutscht man natürlich über die Reifen."

Ziel von Pirelli war es daher, bei der Entwicklung der neuen Reifenmischungen für 2018 nicht, das Überhitzen der Reifen komplett zu verhindern, da dies laut dem Reifenhersteller gar nicht möglich ist, sondern "eine Mischung zu designen, bei der man weniger Performance verliert, wenn der Reifen überhitzt".

Das soll über ein breiteres Arbeitsfenster erreicht werden. Zur Erklärung: Der Reifen verliert also auch in einem höheren Temperaturbereich nicht so drastisch wie in der Vergangenheit an Grip. "Wir haben daher alle Arbeitsfenster überarbeitet", offenbart Isola. Als Basis für die neu entwickelten Mischungen Super-, Ultra und Hypersoft nahm man die Mischung Soft als Basis, da diese schon diese Saison über das gewünschte breitere Arbeitsfenster verfügte.

"Wir wollten dabei in die weichere Richtung gehen, ohne das breite Arbeitsfenster zu verlieren", beschreibt Isola das Ziel bei der neuen Reifengeneration für 2018. "Das sollte es einfacher machen, die Reifen zu verstehen und zu nutzen." Während die Piloten diese Saison immer wieder darüber klagten, dass die Reifen sehr schwer in das richtige Arbeitsfenster zu bringen sind, gelang Pirelli immerhin bei der Konstanz der Reifen ein Schritt in die richtige Richtung. Sie erlaubten es den Piloten, auch nach vielen Runden weiterhin zu attackieren.


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Re: Pirelli: Überhitzen liegt mit diesen Autos in der Natur der Sache

Beitragvon abloo » 06.12.2017, 16:49

Weiss jemand ob früher die Michelin und Bridgestonereifen das gleiche Problem hatten? Ansonsten würd ich eher sagen, Pirelli kriegt das Überhitzungsproblem nicht hin und gibt den schwarzen Peter jetzt dem Aero-Konzept...

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Re: Pirelli: Überhitzen liegt mit diesen Autos in der Natur der Sache

Beitragvon cih » 06.12.2017, 18:14

soweit ich weiss gab es das extreme Überhitzen damals nicht, obwohl einiges in der Aero extrem war. Pirelli bekommts einfach nicht gebacken oder bekommt von der FIA die falschen Vorgaben. Aufgrund der wenigen Reifentests heutzutage kein Wunder
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Re: Pirelli: Überhitzen liegt mit diesen Autos in der Natur der Sache

Beitragvon Sportsmann » 07.12.2017, 00:18

abloo hat geschrieben:Weiss jemand ob früher die Michelin und Bridgestonereifen das gleiche Problem hatten? Ansonsten würd ich eher sagen, Pirelli kriegt das Überhitzungsproblem nicht hin und gibt den schwarzen Peter jetzt dem Aero-Konzept...


Pirelli soll mehrere Boxenstopps produzieren, das ist ihr Problem. Dann kommt dazu, dass die Turbomotoren mehr Drehmoment auf die Straße bringen, bzw. abrupter wenn die Elektropower einsetzt. 1000 PS sind schon stärker als das was davor war. Selbst der V10 war knapp drunter.
https://www.auto-motor-und-sport.de/formel-1/das-abschiedskonzert-der-v10-trompeten-653022.html

https://www.auto-motor-und-sport.de/formel-1/die-staerksten-motoren-der-formel-1-bmw-haelt-rekord-mit-1430-ps-8220003.html


Und vielleicht konnten die Autos damals viel härtere Reifen besser aufwärmen, weil sie noch mehr Flügelchen hatten, oder weil sie besser darauf eingestellt waren. Denn es gab früher ja noch "unendlich" Testzeit. Alles nur Hypothesen, aber Pirelli wird nicht ohne Grund fast jede Saison, seit vielen Jahren, Änderungen vornehmen. Damals war das Reifenreglement meine ich auch noch relativ stabil und ohne Vorgaben, was es Michelin/Bridgestone erleichtert hat.
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Re: Pirelli: Überhitzen liegt mit diesen Autos in der Natur der Sache

Beitragvon Typ17 GTI » 07.12.2017, 07:30

Sportsmann hat geschrieben:Dann kommt dazu, dass die Turbomotoren mehr Drehmoment auf die Straße bringen, bzw. abrupter wenn die Elektropower einsetzt.

Das Drehmoment was am Rad anliegt hängt von der Übersetzung ab. Wenn ein Motor höher dreht, kann ich ihn kürzer übersetzen und erhöhe somit sein Drehmoment am Rad. Somit können Motoren mit unterschiedlich hohen Drehmomenten, das gleiche Drehmoment am Rad haben, bei ein und derselben Geschwindigkeit.


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