Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

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Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon Redaktion » 13.11.2017, 21:17

Christian Horner erkennt bei Liberty den "korrekten Ansatz" der Formel-1-Reform - Rote Zahlen seien Investments geschuldet - Haas deutet an: Lauda zu borniert?
Chase Carey, Christian Horner

Formel-1-Boss Chase Carey und Christian Horner: Man versteht sich offenbar

Die Kritik Niki Laudas an den Zukunftsplänen des neuen Formel-1-Besitzers Liberty Media ist bei Red Bull nicht gut angekommen. Teamchef Christian Horner findet die scharfen Töne von Mercedes' Team-Aufsichtsrat voreilig und wenig fundiert: "Ich denke, dass seine Aussagen etwas unfundiert und unfair waren", mokiert er sich und verteidigt den US-Medienkonzern für seine bisher präsentierten Ziele - darunter eine Budgetobergrenze und mehr Ausgeglichenheit im Starterfeld.

"Ihr Ansatz ist der richtige", unterstreicht Horner und betont, dass Liberty bisher nicht ausreichend Zeit gehabt hätte, um an den großen Stellschrauben zu drehen: "Es ist unfair, hart mit ihnen ins Gericht zu gehen, wenn sie erst neun Monate dabei sind und ihren ganzen Plan noch nicht präsentiert haben." Dem Briten gefällt es, dass mit Sportchef Ross Brawn an der Spitze sauber analysiert werden würde. "Es sind schon zu oft Entscheidungen aus der Hüfte geschossen worden", mahnt Horner.

Haas-Teamchef Günther Steiner glaubt, dass Urgestein Lauda ein Problem mit Neuerungen in der Formel 1 hätte. "Ich bin nicht so pessimistisch", meint der Südtiroler. "Es ist immer einfach, wenn man weitermacht wie immer. Im normalen Leben will auch keiner etwas verändern. Niki und Bernie (Ecclestone; Anm. d. Red.) waren 60 Jahre zusammen, da ist Wandel für ihn wohl schwieriger zu akzeptieren als für andere", so Steiner. Auch Lauda müsse von Liberty aber überzeugt werden.


Fotostrecke: Die Budgets der Formel-1-Teams 2017

Kleines Feld, große Unterschiede: Bei ihrem Jahresetat 2017 und ihrer Mitarbeiterzahl trennen die Formel-1-Teams Welten. Interessant ist, dass in Sachen Kosteneffizienz die vermeintlichen Geldverbrenner die Sparfüchse sind. Wir haben nachgerechnet, was die Teams ein WM-Punkt bisher (Stand Sommerpause) gekostet hat.

Kleines Feld, große Unterschiede: Bei ihrem Jahresetat 2017 und ihrer Mitarbeiterzahl trennen die Formel-1-Teams Welten. Interessant ist, dass in Sachen Kosteneffizienz die vermeintlichen Geldverbrenner die Sparfüchse sind. Wir haben nachgerechnet, was die Teams ein WM-Punkt bisher (Stand Sommerpause) gekostet hat.

Angesichts 160 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 137 Millionen Euro) Verlust in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 und entsprechend geschrumpften Preisgeldtöpfen wird dieses Unterfangen schwierig. Horner liefert Argumente, mit denen es doch gelingen soll: "Es wäre so oder so der Fall gewesen - ob mit Liberty oder ohne sie", kommentiert er die roten Zahlen und stellt erfreut fest: "Sie investieren in das Geschäft. Es ist ein anderes Modell als das, an das wir gewöhnt waren."

Denn früher stand der Königsklasse Bernie Ecclestone mitsamt einer kleinen Entourage vor. "Jetzt gibt es ein Marketingteam und eine richtige Geschäftsstruktur", lobt Horner. "Wer nicht investiert, der wächst auch nicht." Bei Haas hat man zwar keine Sorgen, aber Bedenken wegen der Verluste Liberty müsse das finanzielle Einbrechen erklären, weil das Unternehmen die Formel-1-Teams in der Hand hätte, so Steiner. "Wir bestimmen nicht mit, wo investiert wird. Wir müssen mitziehen", sagt er.


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Re: Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon Manisch » 14.11.2017, 10:08

Horner: es sind "erst" 9 Monate
Lauda: es sind "schon" 9 Monate

Denke, das ist der Unterschied :D
Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen.

Aber ich muss sagen, Horners Aussagen in letzter Zeit gefallen mir nicht so, die sind mir zu "retro".

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Re: Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon Hyeson » 14.11.2017, 16:14

Manisch hat geschrieben:Horner: es sind "erst" 9 Monate
Lauda: es sind "schon" 9 Monate

Denke, das ist der Unterschied :D
Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen.

Aber ich muss sagen, Horners Aussagen in letzter Zeit gefallen mir nicht so, die sind mir zu "retro".


Hätte man diese Situation zwischen 2010 und 2013 gehabt, wären die Rollen/Meinungen zwischen Herrn Horner und Herrn Lauda vermutlich genau andersrum (natürlich vorausgesetzt Herr Lauda wäre schon bei Mercedes gewesen).
Find ich nachvollziehbar... aber dann kann man sich's auch gleich sparen. Wobei ich mit Herrn Horner übereinstimme. Man versucht was zu ändern, ob sich das auszahlt sieht man halt nicht sofort.

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Re: Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon theCraptain » 15.11.2017, 13:50

Horner liefert Argumente, mit denen es doch gelingen soll: "Es wäre so oder so der Fall gewesen - ob mit Liberty oder ohne sie", kommentiert er die roten Zahlen

Wie ist das zu verstehen, waren es Investitionen die bereits durch die vorherigen Eigentümer in den Finanzplan 2017 geschrieben wurden?

Und wenn ja, was soll dann:
"und stellt erfreut fest: "Sie investieren in das Geschäft. Es ist ein anderes Modell als das, an das wir gewöhnt waren."

Also entweder LM hat in etwas investiert was die BEclestone-Connection nie gemacht hat und das hat 160 Mio Verlust gebracht oder es war bereits geplant, dann gilt: "so what?"

Wie auch immer, die Nachricht kommt eher so an wie ein Querschläger von BEcclestone um Unruhe zu stiften. Er lanciert die Meldung mit den 160 Mio Verlust, die kaum jemand richtig nachvollziehen kann, und schwupps wird LM kritisiert, BEcclestone steht als Strahlemann da und LM wird geschwächt.

Das ganze riecht doch sehr stark nach einem politischen Winkelzug um LM zu schwächen und die Hersteller zu stärken um die aktuelle PU-Formel 1:1 in das Reglement ab 2021 zu übernehmen.
Ross Brawn zur aktuellen PU: "Der Motor ist in vielerlei Hinsicht kein guter Rennmotor. Er mag eine unglaubliche Demonstration von Ingenieursfähigkeiten sein, aber er ist kein großartiger Rennmotor."

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Re: Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon Simtek » 15.11.2017, 16:36

Redaktion hat geschrieben:"Ihr Ansatz ist der richtige", unterstreicht Horner und betont, dass Liberty bisher nicht ausreichend Zeit gehabt hätte, um an den großen Stellschrauben zu drehen: "Es ist unfair, hart mit ihnen ins Gericht zu gehen, wenn sie erst neun Monate dabei sind und ihren ganzen Plan noch nicht präsentiert haben." Dem Briten gefällt es, dass mit Sportchef Ross Brawn an der Spitze sauber analysiert werden würde. "Es sind schon zu oft Entscheidungen aus der Hüfte geschossen worden", mahnt Horner.


Neun Monate, die gereicht haben um z.B. den USA GP mit einem lächerlichen Showprogramm zu verzieren. Da bekommt man fast Angst, was sich die Herrschaften noch einfallen lassen.
Viel Glück in Deinen wichtigsten Rennen, Michael.

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Re: Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon theCraptain » 15.11.2017, 18:02

Simtek hat geschrieben:.
.
Neun Monate, die gereicht haben um z.B. den USA GP mit einem lächerlichen Showprogramm zu verzieren. Da bekommt man fast Angst, was sich die Herrschaften noch einfallen lassen.

Was die in USA gemacht haben mag für uns eher unangemessen sein, den Yankees gefällt aber sowas. Ich persönlich kann dem auch nicht viel ab, letztendlich können die aber mit Zahlen belegen dass ihr "Format" in Austin erfolgreich war.

Es wurde auch seitens LM klargestellt, dieses "Format" war USA-spezifisch. Es sei weder gepkant diese Format auf andere GP anzuwenden noch jeden GP mit irgendeinem spezifischen Format zu verändern.

Oder befürchtest du, dass zum German-GP Helene Fischer als Top Act geladen wird und die Fahrervorstellung macht. Und in der Fahrerparade auf dem LKW und zur Autogrammstunde müssen alle Fahrer mit Seppl-Lederhosen erscheinen :mrgreen:
Ross Brawn zur aktuellen PU: "Der Motor ist in vielerlei Hinsicht kein guter Rennmotor. Er mag eine unglaubliche Demonstration von Ingenieursfähigkeiten sein, aber er ist kein großartiger Rennmotor."

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Re: Red Bull: Niki Laudas Kritik an Liberty "unfundiert und unfair"

Beitragvon Simtek » 15.11.2017, 18:49

theCraptain hat geschrieben:
Simtek hat geschrieben:.
.
Neun Monate, die gereicht haben um z.B. den USA GP mit einem lächerlichen Showprogramm zu verzieren. Da bekommt man fast Angst, was sich die Herrschaften noch einfallen lassen.

Was die in USA gemacht haben mag für uns eher unangemessen sein, den Yankees gefällt aber sowas. Ich persönlich kann dem auch nicht viel ab, letztendlich können die aber mit Zahlen belegen dass ihr "Format" in Austin erfolgreich war.

Es wurde auch seitens LM klargestellt, dieses "Format" war USA-spezifisch. Es sei weder gepkant diese Format auf andere GP anzuwenden noch jeden GP mit irgendeinem spezifischen Format zu verändern.

Oder befürchtest du, dass zum German-GP Helene Fischer als Top Act geladen wird und die Fahrervorstellung macht. Und in der Fahrerparade auf dem LKW und zur Autogrammstunde müssen alle Fahrer mit Seppl-Lederhosen erscheinen :mrgreen:


Wundern würde es mich bei den schrägen Ideen von LM nicht. Allerdings erwarte ich dann eher, das Heino die Nationalhymne singt. :eh2:
Viel Glück in Deinen wichtigsten Rennen, Michael.


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