Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

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Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Redaktion » 12.11.2017, 10:10

Die Investments von Liberty wirken sich aus: Statt 289 Millionen US-Dollar Gewinn schreibt die Formel 1 im Jahr 1 nach Bernie Ecclestone 160 Millionen Dollar Verlust
Bernie Ecclestone, Chase Carey

Chasey Carey und Bernie Ecclestone verfolgen unterschiedliche Businesspläne

Gleich im Jahr 1 nach Bernie Ecclestone rutscht die einst äußerst profitable Formel 1 in die Verlustzone. Das ergeben die Geschäftszahlen der Dachgesellschaft der Königsklasse, Delta Topco, die nun vom Wirtschaftsmagazin 'Forbes' veröffentlicht wurden. Demnach hat Delta Topco in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 einen Verlust von 160 Millionen US-Dollar (umgerechnet 137 Millionen Euro) erwirtschaftet.

Im Vergleichszeitraum 2016, damals noch weitgehend unter der Kontrolle des inzwischen entmachteten Ex-Geschäftsführers Bernie Ecclestone, blieben für die Formel 1 unterm Strich 289 Millionen Dollar Gewinn stehen.

Leidtragende sind die Teams, die sich mit den Investoren wie Hauptaktionär Liberty Media die Einnahmen teilen und insgesamt rund 68 Prozent des Gesamtkuchens bekommen. Deren Anteil schrumpfte in den ersten drei Quartalen 2017 auf 650 Millionen Dollar. Das entspricht einem Minus von 41 Millionen Dollar (oder durchschnittlich 4,1 Millionen Dollar pro Team).

Die Gründe für die negative Zwischenbilanz sind vielfältig. In erster Linie verfolgt Liberty keine kurzfristig gewinnorientierte Strategie. Stattdessen wurde in ein größeres Team investiert, sodass die Personalkosten gestiegen sind, und es ist die Eröffnung eines weiteren Büros in New York geplant. Hinzu kommen Marketinginvestments wie etwa die Londoner Demo-Show vor dem Grand Prix von Großbritannien.

Woher die Verluste kommen

Außerdem fehlen 2017 die Einnahmen des Grand Prix von Deutschland, der allerdings schon vor Libertys Übernahme abgesagt wurde, in der Bilanz. Und die Zinsrückzahlungen für milliardenschwere Mittel aus Fremdfinanzierungen (über drei Milliarden Euro) sind deutlich gestiegen. Alleine dieser Punkt macht für die ersten drei Quartale 2017 175 Millionen Dollar aus (statt zwölf im Vergleichszeitraum 2016).

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Liberty wird sich anstrengen müssen, um die Formel 1 wieder in die Gewinnzone zu führen. Denn mit dem Grand Prix von Malaysia hat die Königsklasse eines ihrer profitabelsten Rennen verloren, und auch Silverstone hat seinen Formel-1-Vertrag im Juli gekündigt, sieben Jahre vor Ende der eigentlich vereinbarten Laufzeit. Auch wenn für den Grand Prix von Großbritannien noch mit einer Einigung gerechnet wird.

Liberty verfolgt eine langfristige Strategie

Andererseits waren kurzfristige Gewinne nie das Ziel. Das Führungsteam rund um Chase Carey, Sean Bratches und Ross Brawn arbeitet derzeit an einer neuen Struktur für die Formel 1. Das soll mittelfristig auch neue Rennen und neue Sponsoren bedeuten. Bisher hat Liberty in dieser Hinsicht nämlich keine konkreten Erfolge geliefert.
"Jetzt, wo Chase selbst am Ruder ist, kommt er drauf, dass es nicht so leicht ist, wie er sich das vorgestellt hatte. Er tut mir leid."Bernie Ecclestone
"Sie haben, soweit ich das sehe, bis jetzt noch nichts erreicht", sagt Ecclestone gegenüber der 'Daily Mail'. "Sie haben gesagt, sie werden keine Worte sprechen lassen, sondern Taten. Sie haben gesagt, dass ich immer viel geredet habe, bevor ich etwas getan habe. Stimmt nicht. Ich habe meine Sachen im Stillen erledigt. Sie reden nur."Der entmachtete Formel-1-Zampano verweist in diesem Zusammenhang auf die geplante US-Expansion: "Zum Beispiel haben sie gesagt, sie wollen sechs Rennen in Amerika." Bisher sehe er davon aber nichts. "Chase hatte ziemlich vorgefasste Ideen davon, was erledigt werden muss. Aber jetzt, wo er selbst am Ruder ist, kommt er drauf, dass es nicht so leicht ist, wie er sich das vorgestellt hatte. Er tut mir leid", stichelt der 87-Jährige.

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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Sportsmann » 12.11.2017, 13:02

Ich glaube, es läuft in die richtige Richtung.

Und die Zinsrückzahlungen für milliardenschwere Mittel aus Fremdfinanzierungen (über drei Milliarden Euro) sind deutlich gestiegen. Alleine dieser Punkt macht für die ersten drei Quartale 2017 175 Millionen Dollar aus (statt zwölf im Vergleichszeitraum 2016).


Ergo wäre Libertymedia noch im Plus, wenn die Zinsen sich nicht verändert hätten? Bzw. sind es ggf. Verträge mit steigendem Zinssatz? Wie auch immer. Ob Bernie und Co. in 2017 eine Ähnlich tolle Bilanz erreicht hätte, werden wir leider nicht erfahren - zumindest die Zinsen hätte er auch verpacken müssen. Ecclestones kann kurzfristig gut lachen, würde ich auch tun - denn ich wäre sauer und frustriert (zu recht?). Aber in ein paar Jahren sehen wir vermutlich ein anderes Bild. Und das wir noch keine 6 Amerikagrandprixs haben ist einfach nur sinnvoll. Das lässt sich über Jahre aufbauen und nicht mit Schnellschüssen von Saison zu Saison. Sonst steigen die Kosten ins unermeßliche für die Abfindungen und medizinischen Kosten die für unter Druck geplatzte Logistiker anfallen würden :wink:
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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Hoto » 12.11.2017, 13:05

Ecclestone kann es nicht lassen, aber gut möglich, das er vor allem mit letzterem Recht haben könnte. Man tendiert leicht dazu sich Dinge einfacher vorzustellen wie sie am Ende sind. ;)

Allerdings sind manche Ziele von Chase auch nicht so schnell zu erreichen sondern brauchen länger und ich bin mir sicher einige der Ziele von Chase waren auf lange Sicht ausgelegt, nicht auf die nächsten Monate.

Das man bei einer Umstrukturierung erst mal kräftig in die Verlustzone rutschen kann ist jedoch nicht verwunderlich, eher normal. Interessant wird eher wann sie da wieder raus kommen und wie groß der Gewinn danach aussieht.
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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Methusalix » 12.11.2017, 13:22

wird schon werden....
noch mehr Show-einlagen,Stadtkurse,PayTV,etc.......
Die werden sich schon was einfallen lassen um die Fans in Verzücken zu versetzen.
Vielleicht kann Bernie ja noch in diesem Leben die Konkursmasse für 1$ aufkaufen. :mrgreen:

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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon GenauDer » 12.11.2017, 20:25

Aha große Unternehmen zahlen also so viele Zinsen? Wer als Privater derzeit einen Kredit nimmt, bekommt ja sogar Negativzinsen (ich hab -0.8%)

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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Pentar » 13.11.2017, 10:46

Sportsmann hat geschrieben:...und medizinischen Kosten die für unter Druck geplatzte Logistiker anfallen würden

:lol: :thumbs_up:
Den kannte ich auch noch nicht...

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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Simtek » 14.11.2017, 16:18

Sportsmann hat geschrieben: Aber in ein paar Jahren sehen wir vermutlich ein anderes Bild. Und das wir noch keine 6 Amerikagrandprixs haben ist einfach nur sinnvoll. Das lässt sich über Jahre aufbauen und nicht mit Schnellschüssen von Saison zu Saison.


Aus, find ich auch! Ich meine wer braucht schon GP in Spa, Hockenheim, Monaco oder Silverstone *gähn* , Stadtkurse in Hollywood, rund oder um das Weisse Haus - mit Donald Trump als Gridgirl. Das ist die Zukunft! Dazu noch den völlig veralterten Suzuka GP durch einen weiteres Rennen in der Golf Region (Katar wäre mein Favorit!) ersetzen und die F1 ist gerettet! :thumbs_up:
Viel Glück in Deinen wichtigsten Rennen, Michael.

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Re: Nach Bernie Ecclestone: Formel 1 rutscht in die Verlustzone

Beitragvon Pentar » 14.11.2017, 17:37

Simtek hat geschrieben: :chat:

Richtig - endlich raus mit diesen Retro-Klassikern & deren total veralteten Streckenlayouts!
^^^


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