Pierre Gasly: Formel-1-Fahrer sein ist keine Arbeit

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Pierre Gasly: Formel-1-Fahrer sein ist keine Arbeit

Beitragvon Redaktion » 11.11.2017, 16:21

Endlich Formel-1-Pilot! Wie bitter es für Pierre Gasly war, trotz GP2-Titels Ende 2016 kein Cockpit zu bekommen, und warum Michael Schumacher sein großer Held ist
Pierre Gasly

Pierre Gasly hat es mit 21 Jahren doch noch in die Formel 1 geschafft

Die Formel-1-Karriere von Pierre Gasly schien schon vorbei, ehe sie überhaupt angefangen hatte. Denn Anfang 2017 wurde er trotz seines GP2-Titels von Toro Rosso nicht berücksichtigt. Doch durch seine überraschende Beförderung in Sepang als Ersatz für Carlos Sainz ging der Traum doch noch in Erfüllung. "Es ist natürlich viel Arbeit, aber ich würde es nicht einmal Arbeit nennen, denn ich mache es so gerne und habe so viele Jahre davon geträumt", lautet sein erstes Fazit, wie sich das Leben als Formel-1-Fahrer geändert hat. "Ich genieße jetzt jede einzelne Sekunde, ob im oder außerhalb des Autos und liebe die Formel 1 jetzt noch mehr als in der Vergangenheit."

Das hat auch damit zu tun, dass er so lange um seine Chance bangen musste. Und die Enttäuschung Ende 2016 entsprechend groß war, als er trotz seines GP2-Titels im dritten Anlauf in die Super-Formula nach Japan abgeschoben wurde, anstatt Daniil Kwjat bei Toro Rosso zu ersetzen. "Es war für mich hart, als Helmut Marko mir sagte, dass ich das Cockpit nicht bekommen würde", erinnert er sich an das Gespräch mit dem Chef des Red-Bull-Fahrerkaders.

"Ich habe so hart gearbeitet, damit ich in die GP2 komme, dann habe ich sie gewonnen - und trotzdem hat es nicht gereicht. Es hieß, dass ich am richtigen Ort war, aber zur falschen Zeit. Ich wusste natürlich auch nicht, ob ich irgendwann in der Zukunft die Chance bekommen würde."

Warum ihn die Rolle des Teamleaders nicht stresst

Dennoch habe ihn das Jahr in Japan mental gestärkt: Gasly spricht von einer Horizonterweiterung im Land der aufgehenden Sonne, zudem sei er nun durch den Rückschlag und den Umgang damit auch psychisch gefestigter. Mit dem Druck, in der Formel 1 mitten in der Saison ins kalte Wasser geschmissen zu werden und trotz geringer Erfahrung bereits als Teamleader agieren zu müssen, komme er klar.
"Bei Red Bull steht man 365 Tage pro Jahr unter Druck."Pierre Gasly
"Ob man 100 oder fünf Starts auf dem Konto hat...", holt Gasly aus, "am Ende geht es immer nur um das Gleiche: die bestmögliche Arbeit zu machen. Und ich bin das gewohnt, denn bei Red Bull steht man 365 Tage pro Jahr unter Druck. Damit muss man klarkommen. Ich kann mich nur auf meinen Job konzentrieren. Und wenn ich den gut mache, dann wird alles gut." Ob die Bestätigung, ob er auch 2018 für Toro Rosso an den Start gehen wird, "im Dezember oder im Januar" komme, spiele in Wahrheit keine Rolle.Doch was ist der größte Unterschied zwischen den Nachwuchsserien, in denen er bislang unterwegs war, und der Formel 1? Gasly verweist zuerst auf die Gridstrafen, die er derzeit Wochenende für Wochenende wegen der Renault-Probleme ausfasst. Das sei er aus der Vergangenheit nicht gewohnt. Abgesehen davon sei "der größte Unterschied, dass man in der Formel 1 mit so vielen Leuten arbeitet. In der GP2 umfasst ein Team 15 bis 20 Leute, in der Super Formula sind es vielleicht 25. In der Formel 1 sind es viel mehr." Aber auch das öffentliche Interesse sei nicht zu vergleichen: "Ich muss viele Interviews geben. Man muss präzise Antworten zu sehr spezifischen Dingen geben."

Formel-1-Begeisterung in die Wiege gelegt

Manchmal darf Gasly, den noch nicht viele im Fahrerlager wirklich kennen, aber auch über seine Wurzeln sprechen, wie alles angefangen hat. Sein größtes Kindheitsidol war Rekordweltmeister Michael Schumacher, dessen erfolgreiche Ferrari-Ära für den 1996 geborenen Franzosen prägend war.

"Ich kann mich daran erinnern, dass ich zu meiner Familie gesagt habe: 'Ich will so sein wie dieser Kerl. Ich will jedes Wochenende gewinnen und Formel 1 fahren.'", blickt Gasly zurück. Und lässt keinen Zweifel: "Michael mein Held, als ich klein war." Dabei wurde dem Mann aus der in der Normandie liegenden Hafenstadt Rouen, wo bis 1968 der Grand Prix von Frankreich ausgetragen wurde, die Motorsportbegeisterung im Grunde in die Wiege gelegt.

"Bereits als ich zwei Jahre alt war, hat mich meine Mutter an die Kartstrecken mitgenommen, um meine Brüder zu unterstützen", erzählt der jüngste von fünf Brüdern, von denen nur einer keine Kartrennen absolvierte. Auch der Großvater und der Vater waren im Kartsport aktiv. "Am Anfang war ich nur ein Fan, aber das hat mich schnell gelangweilt, und ich wollte es selbst ausprobieren", war der Weg zum ersten Kart-Einsatz nicht weit.


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