"Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

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"Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Redaktion » 11.11.2017, 13:02

Nach Hitler und Frauen in die Küche: Bernie Ecclestone tritt wieder ins Fettnäpfchen und bezeichnet die Force-India-Fahrer als "nettes, schwules Paar"
Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone tritt alle Jahre wieder ins verbale Fettnäpfchen ...

Bernie Ecclestone mag zwar in der Formel 1 keine operative Rolle mehr innehaben, aber für einen flotten Spruch ist der Ehrenvorsitzende der Königsklasse immer noch gut. So zum Beispiel in einem Interview mit der Zeitung 'Die Welt', in dem er sich über die pathetische Vorstartprozedur mit Fahrerpräsentation beim Grand Prix der USA in Austin echauffiert.

Die Show sei "vielleicht für die Amerikaner fantastisch" gewesen, "aber nicht für die Formel 1. Meine Freunde haben mir eine Unmenge an Kommentaren geschickt, einer von ihnen sagte: 'Es gab den Moment, als ich dachte, jetzt springt gleich Schneewittchen hervor.' Ich habe ein Vier-Sterne-Restaurant kreiert und sie haben es in McDonald's verwandelt", kritisiert Ecclestone die neuen Rechteinhaber Liberty Media.

Besonders gestört hat ihn die Präsentation von Sergio Perez und Esteban Ocon, die wegen Force Indias Sponsor BWT 2017 im rosa Rennoverall unterwegs sind: "Irgendwann habe ich gesehen, wie zwei Force-India-Piloten heraussprangen, beide ganz in Rosa. Und ich dachte: endlich mal ein nettes Paar schwule Piloten in der Formel 1."

Auf den Hinweis des Interviewers, dass diese Ausdrucksweise gesellschaftlich unzulässig sei, entgegnet Ecclestone nur, dass er "empört" gewesen sei: "So etwas ziehen die Fahrer nicht an! Wenn ich noch irgendetwas damit zu tun gehabt hätte, ich hätte sie zurückgeschickt, damit sie sich wieder umziehen. Das ist keine angemessene Weise, sich anzuziehen, hätte ich ihnen gesagt. In der Formel 1 gibt es einen gewissen Machismo, und den muss man respektieren."

Es ist der jüngste, aber bei weitem nicht der einzige verbale Fauxpas Ecclestones. Sein Lob für die anpackende Art von Adolf Hitler machte seinerzeit ebenso Schlagzeilen wie sein Spruch, dass Frauen in die Küche gehören. Der inzwischen 87-Jährige musste sich dafür stets Kritik anhören, stand letztendlich aber immer über den Dingen.


Fotostrecke: Ecclestones Skandale und Skandälchen

Im Laufe seines Berufs- und Privatlebens erwarb sich Bernie Ecclestone den Ruf, jede Krise sowie jeden Skandal unbeschadet zu überstehen und anschließend genauso weiterzumachen wie zuvor. Diese "Tefloneigenschaften" sicherten dem Zampano seine Macht in politischen Zwickmühlen, nach seiner Scheidung, bei allerlei juristischen Problemen und verbalen Entgleisungen. Erstmals wackelte Ecclestone aber nicht als Geschäftsmann, sondern als Rennfahrer. Ein Rückblick auf Skandale und Skandälchen.

Im Laufe seines Berufs- und Privatlebens erwarb sich Bernie Ecclestone den Ruf, jede Krise sowie jeden Skandal unbeschadet zu überstehen und anschließend genauso weiterzumachen wie zuvor. Diese "Tefloneigenschaften" sicherten dem Zampano seine Macht in politischen Zwickmühlen, nach seiner Scheidung, bei allerlei juristischen Problemen und verbalen Entgleisungen. Erstmals wackelte Ecclestone aber nicht als Geschäftsmann, sondern als Rennfahrer. Ein Rückblick auf Skandale und Skandälchen.

"Die Sache mit Hitler", erklärt er, "wurde falsch interpretiert. Sie hatten mich gebeten, Namen von historischen Persönlichkeiten zu nennen, die Nägel mit Köpfen gemacht haben. Ich sagte die Thatcher und nannte auch Hitler: Der hatte ein bankrottes Land übernommen und es wieder hochgezogen. Er wusste, wie man etwas anpackt, darin besteht kein Zweifel. Ich habe nie bestritten, dass er viele andere Dinge getan hat, auf die niemand stolz sein könnte."

"Das mit den Frauen jedoch, das war genau wie das mit den schwulen Piloten, nur ein Witz. Ich habe einen etwas respektlosen Sinn für Humor. Es tut mir leid, wenn jemand den nicht versteht. Das passiert recht oft, vor allem mit den Amerikanern", sagt Ecclestone, der für seinen britisch-schwarzen Humor berühmt ist.

Zum Abschluss lässt er in dem 'Welt'-Interview auch die Gelegenheit nicht aus, dem aktuellen FIA-Präsidenten Jean Todt zwar prinzipiell ein Lob auszusprechen, gleichzeitig aber zwischen den Zeilen eine mitzugeben. Todt sei "ein komplizierter Mann, ein harter Arbeiter, der gerne berühmt sein möchte. Ich glaube, er wäre gern Premierminister von Frankreich", schmunzelt Ecclestone.

Wahrscheinlich auch nur ein Witz ...


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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Sinokle » 11.11.2017, 13:28

"Die Sache mit Hitler", erklärt er, "wurde falsch interpretiert."

Das sagt die AFD auch. Ansonsten kann man nur den Kopf schütteln :facepalm:

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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Staind » 11.11.2017, 13:33

Sinokle hat geschrieben:
"Die Sache mit Hitler", erklärt er, "wurde falsch interpretiert."

Das sagt die AFD auch. Ansonsten kann man nur den Kopf schütteln :facepalm:


Quelle mit Link?

Oder persönliche Hetze?
"Auf Michaels Kappe wäre noch Platz für zwei weitere Sterne." (Willi Weber / Sep. 2004)

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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Manisch » 11.11.2017, 14:08

Kommt mir das nur so vor, oder werden hier in letzter Zeit häufig aus "uralten" Aussagen immer noch Artikel gemacht?
Den Schwulen-Spruch hab ich doch vor Wochen schon gelesen...

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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon fibonacci » 11.11.2017, 14:25

Der, und der Macker der Queen in einen Sack.
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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon mamoe » 11.11.2017, 14:40

eccelstone wusste es nur nicht besser ...
:roll:
die farbe rosa war jahrhundertelang die farbe der jungen
und die farbe blau war die farbe der mädchen.
rosa wurde das kleine rot genannt, weil rot als signalfarbe der männlichkeit galt !

8)
klein-, groß- sowie rechtschreibfehler sind beabsichtigt und führen bei logischer
verbindung zu einem code, mit welchem man einen schatz findet!

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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon lou10and » 11.11.2017, 14:47

Sinokle hat geschrieben:
"Die Sache mit Hitler", erklärt er, "wurde falsch interpretiert."

Das sagt die AFD auch. Ansonsten kann man nur den Kopf schütteln :facepalm:


Und doch sind es nicht deren Anhänger welche gewaltsam gegen Leute mit abweichender Meinung vorgehen...

Zu seiner Aussage - und das sollten sich auch die Gutesten unter den Guten zu Herzen nehmen:

Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Hoto » 11.11.2017, 18:53

Ja, Eccelstone hat einen merkwürdigen Humor, mit dem wohl wirklich nicht viele etwas anfangen können, aber mein Gott, es gibt wirklich schlimmeres.

Zugute halten kann man ihm jedenfalls, dass er sagt was er denkt, auch wenn das nicht immer gut ankommt. Lieber so als das eine zu sagen und das Gegenteil zu denken.
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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Plauze » 11.11.2017, 19:29

lou10and hat geschrieben:Zu seiner Aussage - und das sollten sich auch die Gutesten unter den Guten zu Herzen nehmen:

Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

Darf er doch gerne tun, der arme alte Mann. Es interessiert sich halt nur niemand mehr dafür.
Sein Nachtreten passt bestens ins Bild, das man sich über die Jahre von seinem Charakter bilden konnte.

Ich fand die Show in Austin ja auch drüber. Die grundlegende Kritik halte ich aber für unangebracht, denn die Formel 1 muss nun einmal massentauglich sein, um die Milliardenausgaben aller Beteiligten wieder reinzubekommen. Davon, wie man das Geschäft heute betreiben muss, ohne sämtliche Geschäftspartner in den Ruin zu treiben, hat Ecclestone bei allen Verdiensten nachweislich keine Ahnung gehabt.
Da bleibt nur, es mal anders zu versuchen, und Liberty Media beschreitet da lobenswerterweise neue Wege. Nicht alle gefallen mir, die Grundrichtung stimmt aber meiner Meinung nach.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon unclebernie » 12.11.2017, 11:20

Im Kontext seiner damaligen Position und dem (vermeintlich) entsprechenden Bezug zu seiner Arbeitsweise, wurde ihm da natürlich ein Strick draus gedreht. Zurecht. Aber prinzipiell hat er doch Recht mit Hitler. "Nägel mit Köpfen" machte der Mann, nur nicht im positiven Sinne
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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Iceman24 » 12.11.2017, 18:49

Die Auswüchse der Political Correctness gehen mir echt auf den Sack.
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Re: "Schwulen"-Spruch: Bernie Ecclestone eckt wieder an

Beitragvon Aldo » 12.11.2017, 19:10

Iceman24 hat geschrieben:Die Auswüchse der Political Correctness gehen mir echt auf den Sack.

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