Acht Wochen, acht Rennen: Hartley "könnte Schlaf vertragen"

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Acht Wochen, acht Rennen: Hartley "könnte Schlaf vertragen"

Beitragvon Redaktion » 11.11.2017, 10:28

Brendon Hartley kämpft sich durch ein wahres Mammutprogramm: Wie der Formel-1- und WEC-Pilot mit der Belastung umgeht und wieso Brasilien der Höhepunkt ist
Brendon Hartley

Brendon Hartley geht derzeit an die Grenze der Belastbarkeit

Brendon Hartley befindet sich mitten in einem wahren Mammut-Programm. Insgesamt ist der Neuseeländer, der neben seinem Toro-Rosso-Engagement auch noch die letzten WEC-Einsätze für Porsche bestreitet, an acht aufeinanderfolgenden Wochenenden im Einsatz. "Ich bin ein bisschen müde, weil ich auch noch in unterschiedlichen Zeitzonen war", gibt Hartley, der am Freitag seinen 28. Geburtstag feierte, zu. "Und ich könnte ein bisschen Schlaf vertragen, aber grundsätzlich ist es in Ordnung. Dafür werde ich schon noch Zeit haben."

Das Formel-1-Gastspiel ist sein sechster Einsatz in Folge, denn in der Woche vor dem Formel-1-Debüt in Austin trat er auch noch beim Langstreckenklassiker Petit Le Mans in Road Atlanta an, wo er siegte. Danach ging es Schlag auf Schlag: Formel 1 in Austin - Formel 1 in Mexiko - WEC in Schanghai - Formel 1 in Interlagos. Danach stehen noch der WEC-Lauf in Bahrain und das Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi auf dem Programm (außer der absolute Worst-Case tritt ein und Toro Rosso gehen tatsächlich die Motorenkomponenten aus), ehe sich Hartley Ende November nach acht Wochen Dauerstress endlich ausruhen kann.

Zieht er sein Programm tatsächlich bis zum Ende durch? "Ich muss ja nicht mehr durch so viele Zeitzonen", antwortet Hartley, der vor Interlagos seine Uhr um zehn Stunden zurückdrehen musste. "Ich habe es also fast geschafft." Der wahrte Härtetest findet für ihn an diesem Wochenende statt, denn neben der Zeitumstellung gilt das gegen den Uhrzeigersinn führende Autodromo Jose Carlos Pace mit seinen enormen g-Kräften als Herkulesaufgabe: "Das wird ein hartes Rennen, denn Interlagos ist physisch sehr anstrengend, es handelt sich um eine der herausforderndsten Strecken. Da werden einem in einem Formel-1-Auto die Augen geöffnet."

Jetlag und g-Kräfte: Interlagos als wahrer Härtetest

Brendon Hartley

Nach dem Antriebsproblem konnte Hartley im ersten Training etwas durchatmen

Dazu kommt, dass sich Hartley nicht auf sein Formel-1-Engagement vorbereiten konnte: Er wurde kurz vor Austin als Ersatz für Pierre Gasly engagiert und fährt nun statt Daniil Kwjat. Sein Sitz wurde nicht in der Fabrik, sondern kurzfristig in Austin angefertigt. Doch wie ist es um seine Fitness bestellt? "Nicht so schlecht", zuckt er mit den Schultern. "Die Tatsache, dass ich nun sechs Wochenenden im Einsatz bin, bedeutet ja auch, dass ich rennfit bin."

Klar spüre er die Belastungen in Interlagos und müsse seinen Kopf in Passagen wie den Kurven 3 und 5 an der Kopfstütze anlehnen. "Da lüge ich nicht, und das werde ich auch im Rennen tun", sagt er. "Ich habe aber den Eindruck, dass es auch für andere Fahrer hart ist." Zwischen den Rennen trainiere er zwar ein bisschen, aber bloß um gesund zu bleiben: "Zwischen China und hier habe ich einen Tag in Europa verbracht, habe eine Nacht in meinem eigenen Bett geschlafen", sagt der Le-Mans-Sieger. "Ich habe auch ein bisschen im Fitnessraum trainiert, aber wenn man so gestresst ist, geht es einfach darum, nicht krank zu werden."

Hartley fühlt sich immer wohler

Generell habe er sich aber trotz des Kraftakts, der sicher auch beim Chef des Red-Bull-Fahrerkaders Helmut Marko Eindruck macht, gut in der Formel 1 eingefunden. Er habe in Brasilien erst einmal ein paar Runden gebraucht, um sich vom Porsche-LMP1-Boliden wieder an den Toro Rosso zu gewöhnen, zudem verzeichnete er im ersten Training gleich ein Antriebsproblem und musste zuschauen.

"In Mexiko habe ich begonnen, mich in diesem Team wohlzufühlen", sagt Hartley. "Viele Dinge sind ähnlich wie zum Beispiel die Anzahl der Leute, mit denen ich arbeite, und die Struktur", vergleicht er das kleine Toro-Rosso-Formel-1-Team mit der Porsche-Werkstruppe in der WEC. "Mein Vertrauen wird größer und größer." Gleichzeitig ist ihm aber bewusst, dass er noch einen weiten Weg vor sich hat: "Ich habe viel Respekt, weiß, dass ich viel zu lernen habe und konzentriert bleiben muss. Moderne Formel-1-Autos sind eine knifflige Angelegenheit."


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