Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Kommentiere hier die Kolumnen unserer Formel-1-Experten

Moderatoren: News&Rennen, News & Rennen Moderatoren, Mods, Redaktion

Redaktion
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 5945
Registriert: 12.09.2007, 17:33

Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 23.10.2017, 07:23

Warum Toto Wolffs Anteil an den Silberpfeil-Erfolgen immer größer wird und wie das von ihm geführte "System Mercedes" seit 2014 perfekt funktioniert
Toto Wolff

Toto Wolff erobert mit Mercedes 2017 die WM-Titel Nummer sieben und acht

Liebe Leser,

normalerweise lassen wir an dieser Stelle jeden Montag einen "Verlierer des Wochenendes" schlecht schlafen, im übertragenen Sinn. Nur wenn der Fahrer-Weltmeister gekrönt wurde, haben wir den Titel geändert und jemanden "am besten" schlafen gelassen. Lewis Hamilton ist zwar noch nicht Champion 2017. Sein Mercedes-Team aber schon. Zeit also, den Beitrag von Toto Wolff zu der silbernen Erfolgsgeschichte zu würdigen.

Vorweg: Ich hatte immer etwas für die Theorie übrig, dass ihm die Sternstunden des Silberpfeil-Werksteams zu einem guten Teil in den Schoß gefallen sind. Als er im Januar 2013 die Nachfolge von Norbert Haug als Mercedes-Sportchef antrat (und gleichzeitig 30 Prozent der Teamanteile übernahm), war der Silberpfeil zwar noch kein Siegerauto. Aber der damalige Teamchef Ross Brawn hatte längst dafür die Weichen gestellt, Mercedes auf die Siegerstraße zu führen.

Dem Briten war es gelungen, den Vorstand des Daimler-Konzerns davon zu überzeugen, dass ein kosteneffizientes Budget nicht ausreichen wird, um in der Formel 1 Weltmeister zu werden. Er witterte die Chance, mit Einführung der neuen Hybrid-Motoren ab 2014 eine neue Epoche einzuleiten, wie er es seinerzeit schon mit Ferrari erlebt hatte. Das nötige Investment und eine akribische Projektvorbereitung vorausgesetzt.

Während sich Red Bull und Ferrari 2013 in den WM-Kampf verstricken ließen und über ein Ressourcen-Restriktions-Abkommen diskutierten, arbeitete Mercedes schon mit Vollgas und fast unlimitierten Mitteln am Projekt 2014.

Ross Brawn trieb das nötige Geld für das Team auf

Brawn hatte Lewis Hamilton engagiert (auch wenn Niki Lauda die Lorbeeren dafür gerne für sich reklamiert) - eine weitere elementare Komponente für das heutige Erfolgsteam. Und er stellte sicher, dass Motorenguru Andy Cowell Zugang zu allen Mitteln erhielt, die er für notwendig erachtete, um den besten Antriebsstrang der Formel 1 zu bauen.

Der Rest ist Geschichte.

Den Fahrer- und Konstrukteurs-WM-Titel 2014 hat Wolff quasi auf dem Silbertablett serviert bekommen. Er und sein Partner Niki Lauda (mit zehn Prozent am Team beteiligt) mussten nur ein System weiterlaufen lassen, das jemand anderer aufgebaut hatte. Die größte Herausforderung in jenen Anfangsjahren war, keine gravierenden Fehler zu machen. Alles andere lief von selbst.

Dass Mercedes unter dem Führungsduo Wolff/Lauda auch 2015 und 2016 beide WM-Titel eroberte, und das noch dazu in beeindruckender Manier, war die weit größere Leistung. Zwar war immer noch das von Brawn aufgebaute Fundament mitentscheidend für die Erfolge. Doch drei Jahre lang die Formel 1 zu dominieren, ist ohne ein funktionierendes Management nicht möglich.

Die Konstrukteurs-WM 2017 (der Fahrertitel wird aller Voraussicht nach schon in Mexiko folgen) aber ist Wolffs Meisterstück. Weil die Basis von 2014 nach drei Jahren längst überholt war, und weil ein komplett neues Reglement eingeführt wurde.

W08 noch eine Schöpfung von Paddy Lowe

Wolff hat den F1 W08 EQ Power+ nicht selbst designt - das war in weiten Teilen das technische Team unter der Leitung von Paddy Lowe (der inzwischen zu Williams gewechselt ist). Aber er hat den richtigen Leuten an den richtigen Plätzen den nötigen Entfaltungsspielraum gegeben, damit sie ihren Job machen konnten. Besser als alle anderen.Sein wahrscheinlich größter Verdienst ist die Installation einer Kultur in Brackley (Chassis) und Brixworth (Antrieb), von der beispielsweise Lowe-Nachfolger James Allison in den höchsten Tönen schwärmt. Das ist insofern bemerkenswert, als Allison ausgerechnet von Ferrari zu Mercedes gekommen ist. Bei Ferrari konnte er seine Flügel nie entfalten, sondern er wurde zerrieben von der Politik in Maranello. In Brackley blüht Allison richtiggehend auf.Wolff hat es geschafft, dass bei Niederlagen nicht mit dem Finger auf den Schuldigen gezeigt wird. Schuldzuweisungen gehören bei vielen Formel-1-Teams immer noch zum Tagesgeschäft. Nach dem Motto: Lieber verliert der andere den Job als ich! Eine konstruktive Feedback-Kultur zu schaffen, in der die Probleme zwar identifiziert und angesprochen werden, aber trotzdem kein Klima der Angst herrscht, das geht vom Management aus. Und der oberste Manager ist Wolff.

Mercedes: Weltmeister durch guten Schlaf

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärt, warum Schlaf wichtig für die Leistung eines Formel-1-Teams ist und wie man sich selbst optimiert Weitere Formel-1-Videos

In dieser Atmosphäre blühen viele Mitarbeiter auf und werden von Headhuntern der Konkurrenz gejagt, obwohl sie vor ein paar Jahren noch niemand auf dem Schirm hatte. Jeder will etwas erfahren über das System Mercedes, jeder will an Insiderinformationen rankommen. Das geht am einfachsten, indem man Ingenieure wegkauft.Aber auch dagegen hat sich Wolff abgesichert. Bei keinem anderen Team in der Formel 1 sind die Verträge der wichtigsten Mitarbeiter mit so langen Arbeitssperren versehen. Bis zu zwei Jahre, klagt Renault-Teamchef Cyril Abiteboul, dürfen Mercedes-Ingenieure ab der Kündigung nicht zur Konkurrenz wechseln. Was der eine, der sein Team mit Top-Personal verstärken möchte, entnervt als "unfair" abstempelt, ist in Wahrheit nichts anderes als kluges, nachhaltiges Management.

Breite Basis an Know-how als Erfolgsgeheimnis

Und selbst wenn mal ein Mastermind dem Ruf des Geldes folgt und zu einem gegnerischen Team abwandert, weil die Angebote für Mercedes-Personal immer lukrativer werden, je mehr WM-Titel gewonnen werden: Die Kompetenzbasis in den beiden Fabriken ist so breit, dass auch prominente Abgänge abgefedert werden können. Dass Paddy Lowe nicht mehr da ist, hat bisher keiner gemerkt. Und natürlich würde ein (nicht zur Diskussion stehender) Abgang von James Allison wehtun. Aber niemand ist unersetzlich.

Sogar zu seinem vielleicht wichtigsten Asset, Lewis Hamilton, hat Wolff den richtigen Zugang gefunden. Es hat Hamilton gut getan, 2016 von Nico Rosberg geschlagen zu werden. Bei Mercedes weiß man, dass Hamilton auf lange Sicht der Talentiertere von beiden war. Aber er drohte abzuheben. Der gesunde Dämpfer kam zur rechten Zeit - und bei einer Aussprache in Wolffs Küche im Winter 2016/17 wurden die psychologischen Weichen gestellt, die Hamilton derzeit zum besten Fahrer der Formel 1 machen.


Fotostrecke: GP USA, Highlights 2017

Erster Matchball verwertet: Bereits drei Rennen vor Schluss steht Mercedes als Konstrukteurs-Weltmeister 2017 fest. Zum vierten Mal hintereinander. Und Lewis Hamilton braucht nach fünf Siegen in sechs Rennen nur noch einen fünften Platz, um den Titel zu fixieren. Die Silberpfeile dürfen in Austin jubeln!

Erster Matchball verwertet: Bereits drei Rennen vor Schluss steht Mercedes als Konstrukteurs-Weltmeister 2017 fest. Zum vierten Mal hintereinander. Und Lewis Hamilton braucht nach fünf Siegen in sechs Rennen nur noch einen fünften Platz, um den Titel zu fixieren. Die Silberpfeile dürfen in Austin jubeln!

Es ist eine der Stärken des Systems Mercedes, aus Niederlagen zu lernen. Das klingt sehr nach inhaltsleerem Spruch, ist aber die Wahrheit. Wolff hat recht, wenn er sagt, dass die Tage, an denen sein Team die bittersten Niederlagen einstecken muss, in Wahrheit die sind, vor denen sich die Konkurrenz am meisten fürchten sollte. Denn bisher ist es den Silberpfeilen noch nach jeder Niederlage gelungen, stärker zurückzuschlagen.

Das geht nicht, indem man sich einfach vornimmt, es beim nächsten Mal besser zu machen. Dahinter stecken dutzende Meetings, Nachtschichten an der Grenze der Belastbarkeit und schonungslose Selbstkritik. Hinter verschlossenen Türen, mit einem intakten Teamgeist, auch wenn mal einer einen Fehler macht und alle anderen dafür büßen müssen. Fehler gehören systematisch eliminiert, nicht medial an den Pranger gestellt.

Vielleicht ist das Lob in dieser Kolumne ein bisschen dick aufgetragen. Es ist nicht alles Gold an Toto Wolff, was glänzt.

Aber darüber zu schreiben, dafür ist heute nicht der richtige Tag ...

Ihr
Christian Nimmervoll

PS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!


Link zum Newseintrag
Zuletzt geändert von Redaktion am 23.10.2017, 07:24, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: EXT TRIGGER

Benutzeravatar
AsgarLon
Mechaniker
Beiträge: 314
Registriert: 07.05.2011, 14:02
Lieblingsfahrer: MSC, VES
Lieblingsteam: Der Beste möge gewinnen!
Facebook: abgemeldet, kann ich jedem empfehlen
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon AsgarLon » 23.10.2017, 08:34

Ehre wem Ehre gebührt. Ohne Zweifel hat die Truppe seit 2014 einen beeindruckenden Job gemacht. :thumbs_up:
Schumacher: "Wir glauben fest an den Erfolg" (2011)
Mercedes-Fahrer Michael Schumacher ist weiterhin fest davon überzeugt, dass die Silberpfeile früher oder später an der Formel-1-Spitze mitfahren werden

Benutzeravatar
FU Racing Team
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 1636
Registriert: 04.05.2015, 13:06
Lieblingsfahrer: HAM, MSC, RIC, HULK
Lieblingsteam: BMW Sauber, Mercedes, McLaren

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon FU Racing Team » 23.10.2017, 08:50

In den letzten Wochen konnte ich der Kolumne nicht immer zustimmen, aber heute hat man mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen!

Toto hat bewiesen, dass Mercedes auch nach Regeländerungen unter ihm noch WMfähig ist. Dieser Titel wird ihm deswegen sicher noch mehr bedeuten als die drei vorigen. Die Kritiker müssen sich auch neue Ebenen zum Kritisieren suchen, denn der 2017er Titel ist Wolff/Lauda nicht in den Schoß gefallen.

MAMG hat es sich verdient!
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

ALO95
Mechaniker
Beiträge: 222
Registriert: 11.05.2014, 19:24

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon ALO95 » 23.10.2017, 09:00

Absoluter Schwachsinn.
Toto Wolff ist so etwas wie der Pressesprecher von Mercedes mehr nicht. Er hat Paddy Lowe vertrieben weil er vor den Kameras Teamchef spielen will aber in Wirklichkeit NICHTS zu sagen hat. Das ist jemand der sich Williams Anteile gekauft hat und dann im Fahrerlager herumspaziert ist und Interviews gegeben hat obwohl er zu 0% mit irgendetwas zu tun hatte.
Er ist ein Motorsportfan der sein Geld welches er mit Spekulationen verdient hat, dafür nutzt vor den deutschsprachigen Schirmen damit zu prahlen wie gut er ist. In englischsprachigen Medien wird Wolff viel kritischer gesehen und da ist er jemand der interviewgeil ist und den man deswegen immer etwas fragen kann.

Im Gegensatz zu Marko der für die Fahrer bei Red Bull verantwortlich ist hat Wolff nichts zu sagen. Da ihm aber 30% des Teams gehören lassen sie ihn halt vor der Kamera was erzählen.

Benutzeravatar
AsgarLon
Mechaniker
Beiträge: 314
Registriert: 07.05.2011, 14:02
Lieblingsfahrer: MSC, VES
Lieblingsteam: Der Beste möge gewinnen!
Facebook: abgemeldet, kann ich jedem empfehlen
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon AsgarLon » 23.10.2017, 09:24

ALO95 hat geschrieben: :chat:

Mein alter Mathelehrer hätte jetzt entgegenet: Was bestärkt Dich in diesem Irrglauben? :mrgreen:

"Die Selektive Wahrnehmung ist ein psychologisches Phänomen, bei dem nur bestimmte Aspekte der Umwelt wahrgenommen und andere ausgeblendet werden." Oder auch: Filter der menschlichen Wahrnehmung

"Vorurteil heißt ein Urteil, wenn eine Person, eine Gruppe, ein Sachverhalt oder eine Situation vor einer gründlichen und umfassenden Untersuchung, Abklärung und Abwägung beurteilt wird, ohne dass die zum Zeitpunkt der Beurteilung zur Verfügung stehenden Fakten verwendet werden."

"Interpretation (lateinisch interpretatio „Auslegung, Übersetzung, Erklärung“) bedeutet im allgemeinen Sinne das Verstehen oder die subjektiv als plausibel angesehene Deutung von etwas Gegebenem oder wenigstens von etwas Vorhandenem. Das kann z. B. eine Aussage, ein Kunstwerk oder eine soziale Situation, aber auch etwas schlicht in der Natur Vorgefundenes sein."

Guten Start in die Woche an alle! :wave:
(edit: Rechtschreibfehler behoben)
Zuletzt geändert von AsgarLon am 23.10.2017, 09:43, insgesamt 2-mal geändert.
Schumacher: "Wir glauben fest an den Erfolg" (2011)
Mercedes-Fahrer Michael Schumacher ist weiterhin fest davon überzeugt, dass die Silberpfeile früher oder später an der Formel-1-Spitze mitfahren werden

ALO95
Mechaniker
Beiträge: 222
Registriert: 11.05.2014, 19:24

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon ALO95 » 23.10.2017, 09:41

AsgarLon hat geschrieben:
ALO95 hat geschrieben: :chat:

Mein alter Mathelehrer hätte jetzt entgegenet: Was bestärkt Dich in diesem Irrglauben? :mrgreen:

"Die Selektive Wahrnehmung ist ein psychologisches Phänomen, bei dem nur bestimmte Aspekte der Umwelt wahrgenommen und andere ausgeblendet werden." Oder auch: Filter der menschlichen Wahrnehmung

"Vorurteil heißt ein Urteil, wenn eine Person, eine Gruppe, ein Sachverhalt oder eine Situation vor einer gründlichen und umfassenden Untersuchung, Abklärung und Abwägung beurteilt wird, ohne dass die zum Zeitpunkt der Beurteilung zur Verfügung stehenden Fakten verwendet werden."

"Interpretation (lateinisch interpretatio „Auslegung, Übersetzung, Erklärung“) bedeutet im allgemeinen Sinne das Verstehen oder die subjektiv als plausibel angesehene Deutung von etwas Gegebenem oder wenigstens von etwas Vorhandenem. Das kann z. B. eine Aussage, ein Kunstwerk oder eine soziale Situation, aber auch etwas schlicht in der Natur Vorgefundenes sein."

Guten Start in die Woche an alle! :wave:


Dir ist schon klar dass dein Gegenargument allein auf deiner selektiven Wahrnehmung dass es nicht so ist wie ich es geschrieben habe basiert.

Benutzeravatar
Spocki
Testfahrer
Testfahrer
Beiträge: 393
Registriert: 01.08.2014, 11:26
Lieblingsfahrer: Vettel
Lieblingsteam: Arrows

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Spocki » 23.10.2017, 10:11

ALO95 hat geschrieben:Absoluter Schwachsinn.
Toto Wolff ist so etwas wie der Pressesprecher von Mercedes mehr nicht. Er hat Paddy Lowe vertrieben weil er vor den Kameras Teamchef spielen will aber in Wirklichkeit NICHTS zu sagen hat. Das ist jemand der sich Williams Anteile gekauft hat und dann im Fahrerlager herumspaziert ist und Interviews gegeben hat obwohl er zu 0% mit irgendetwas zu tun hatte.
Er ist ein Motorsportfan der sein Geld welches er mit Spekulationen verdient hat, dafür nutzt vor den deutschsprachigen Schirmen damit zu prahlen wie gut er ist. In englischsprachigen Medien wird Wolff viel kritischer gesehen und da ist er jemand der interviewgeil ist und den man deswegen immer etwas fragen kann.

Im Gegensatz zu Marko der für die Fahrer bei Red Bull verantwortlich ist hat Wolff nichts zu sagen. Da ihm aber 30% des Teams gehören lassen sie ihn halt vor der Kamera was erzählen.

Und hier haben wir ALO95, den wahrhaftigen CEO der Daimler AG.
Zetsche hat in Wirklichkeit nämlich gar nichts zu sagen, der ist nur so eine Art Pressesprecher. :rotate:

Benutzeravatar
AsgarLon
Mechaniker
Beiträge: 314
Registriert: 07.05.2011, 14:02
Lieblingsfahrer: MSC, VES
Lieblingsteam: Der Beste möge gewinnen!
Facebook: abgemeldet, kann ich jedem empfehlen
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon AsgarLon » 23.10.2017, 10:13

ALO95 hat geschrieben: :chat:

Ja da hast du Recht. Ich unterstelle Dir, aufgrund meiner selektiven Wahrnehmung, selektiv wahrgenommen zu haben und habe Dich damit gleichzeitig sogar vor-verurteilt. Das ist mir bewusst.

Jedoch ist, zu meiner Verteidigung, jede Deiner Aussagen eine Behauptung. Dazu kommt noch, dass Dein Beitrag, so meine Wahrnehmung, ziemlich emotional geschrieben ist.

Man muss ja nicht alles gut finden & mögen, was Wolff & Co. machen und es gibt einige Dinge, welche zu Recht negativ kritisiert werden können. Jedoch habe ich die Verantwortlichen anders wahrgenommen, als von Dir dargestellt. Und es gibt eben auch Positives hervorzuheben und Leistungen, welche Anerkennung und Lob verdienen. Und die Verantwortlichen verdienen dann auch das Gefühl der Freude.

Redaktion hat geschrieben:Vielleicht ist das Lob in dieser Kolumne ein bisschen dick aufgetragen. Es ist nicht alles Gold an Toto Wolff, was glänzt. Aber darüber zu schreiben, dafür ist heute nicht der richtige Tag ...

Wieso kann man sich nicht einfach mal über das Glück und die Freude anderer freuen? Zu den im Buddhismus sog. vier zu kultivierenden Verweilzuständen gehört u.a. "Mudita":

"Muditā (Mitfreude, Anerkennung) ist ein zentraler Begriff der buddhistischen Geistesschulung und Ethik. Muditā ist Teil der Vier Unermesslichen (Appamaññā) – auch die „Vier Göttlichen Verweilungszustände“ (Brahmavihara) genannt. Die Mitfreude ist im Wesentlichen darauf gerichtet, dass man sich selbst mit anderen Wesen für ihr erlangtes Wohlbefinden freut und ihnen wünscht, dieses Wohlbefinden nicht wieder zu verlieren."

Gruß,
Asgar
Schumacher: "Wir glauben fest an den Erfolg" (2011)
Mercedes-Fahrer Michael Schumacher ist weiterhin fest davon überzeugt, dass die Silberpfeile früher oder später an der Formel-1-Spitze mitfahren werden

ALO95
Mechaniker
Beiträge: 222
Registriert: 11.05.2014, 19:24

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon ALO95 » 23.10.2017, 10:20

AsgarLon hat geschrieben:Ja da hast du Recht. Ich unterstelle Dir, aufgrund meiner selektiven Wahrnehmung, selektiv wahrgenommen zu haben und habe Dich damit gleichzeitig sogar vor-verurteilt. Das ist mir bewusst.

Jedoch ist, zu meiner Verteidigung, jede Deiner Aussagen eine Behauptung. Dazu kommt noch, dass Dein Beitrag, so meine Wahrnehmung, ziemlich emotional geschrieben ist.

Man muss ja nicht alles gut finden & mögen, was Wolff & Co. machen und es gibt einige Dinge, welche zu Recht negativ kritisiert werden können. Jedoch habe ich die Verantwortlichen anders wahrgenommen, als von Dir dargestellt. Und es gibt eben auch Positives hervorzuheben und Leistungen, welche Anerkennung und Lob verdienen. Und die Verantwortlichen verdienen dann auch das Gefühl der Freude.

Redaktion hat geschrieben:Vielleicht ist das Lob in dieser Kolumne ein bisschen dick aufgetragen. Es ist nicht alles Gold an Toto Wolff, was glänzt. Aber darüber zu schreiben, dafür ist heute nicht der richtige Tag ...

Wieso kann man sich nicht einfach mal über das Glück und die Freude anderer freuen? Zu den im Buddhismus sog. vier zu kultivierenden Verweilzuständen gehört u.a. "Mudita":

"Muditā (Mitfreude, Anerkennung) ist ein zentraler Begriff der buddhistischen Geistesschulung und Ethik. Muditā ist Teil der Vier Unermesslichen (Appamaññā) – auch die „Vier Göttlichen Verweilungszustände“ (Brahmavihara) genannt. Die Mitfreude ist im Wesentlichen darauf gerichtet, dass man sich selbst mit anderen Wesen für ihr erlangtes Wohlbefinden freut und ihnen wünscht, dieses Wohlbefinden nicht wieder zu verlieren."

Gruß,
Asgar


Natürlich war mein Beitrag vielleicht etwas übertrieben. Aber mir würde nichts einfallen für welchen Erfolg Toto Wolff verantwortlich sein soll. 2013 war Ross Brown Teamchef und Paddy Lowe Technikchef. Da kannst du dir hoffentlich vorstellen wie groß der Einfluss von Toto Wolff auf das Team sein hat können. Dass er Paddy Lowe losgeworden ist weil er ihm etwas Rampenlicht weggenommen hat ist ein offenes Geheimnis und dass Allison dessen Arbeit nun im Hintergrund verrichtet. Ein weiter Punkt er ist der einzige "Teamchef" der nicht am Kommandostand sitzt. Denke er hat auch keine Teamcheflizenz (Das ist kein Witz die gibts wirklich bei McLaren hat die z B. nur der Boullier)

Benutzeravatar
Elektrotechnik
Mechaniker
Beiträge: 218
Registriert: 18.05.2016, 10:22
Lieblingsfahrer: Meine Freundin
Lieblingsteam: Asterix & Obelix

Mehr schlecht als recht

Beitragvon Elektrotechnik » 23.10.2017, 10:24

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat, wird wohl Hülkenberg sein:
Schon wieder nicht angekommen und damit nun schon fast doppelt so oft nicht ins Ziel gekommen (11x) wie ins Ziel gekommen (6x). Das ist schon eine "beeindruckende Serie", die Renault ihm da liefert und die er auch hier und da um eigene Patzer ergänzt hat wie man zugeben muss.

Ich kann ihn ja echt gut leiden, aber wer sich da keine Gedanken macht... jetzt muss er bei den kommenden Rennen erstmal zeigen, dass er Sainz im Griff hat, den sehe ich mindestens auf Augenhöhe.

Und ich hoffe, dass auch bei Renault mal ein paar Leute schlecht schlafen. Das Auto geht ja teilweise recht gut, man muss es nur zu häufig abstellen - so wird das nichts mit der Aufholjagd auf die Teams vorne. Zumal kommendes Jahr die Zuverlässigkeit noch wichtiger wird.

Benutzeravatar
Dr_Witzlos
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 1156
Registriert: 18.06.2016, 19:38
Lieblingsfahrer: VET, RAI, MSC, VES, ALO
Lieblingsteam: Ferrari, RedBull

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 23.10.2017, 10:46

Gehen wir es mal sachlich nüchtern an.

Mercedes hat in den 4 Jahren ein tollen Job gemacht. Lowe hat den Grundstein gelegt, gut man hat ihn wie einige schrieben, den vom Hof vertrieben. Wolff und Lauda haben drauf aufgebaut und es effizient gemacht, dass ist die eigentliche Stärke.
Und man kann Mercedes (obwohl ich eher Ferrari-Freund bin) mit Fug und Recht zum KWM-Titel gratulieren. Auch wenn es manchmal Dinge sind, die moralisch sehr flexibel sind. Aber das hat man bei Ferrari auch schon gesehen.

Benutzeravatar
AsgarLon
Mechaniker
Beiträge: 314
Registriert: 07.05.2011, 14:02
Lieblingsfahrer: MSC, VES
Lieblingsteam: Der Beste möge gewinnen!
Facebook: abgemeldet, kann ich jedem empfehlen
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon AsgarLon » 23.10.2017, 10:47

ALO95 hat geschrieben:Aber mir würde nichts einfallen für welchen Erfolg Toto Wolff verantwortlich sein soll.

Der Artikel beantwortet diese Frage zum Teil. Der Autor schreibt im zweiten Absatz:
Redaktion hat geschrieben:Vorweg: Ich hatte immer etwas für die Theorie übrig, dass ihm die Sternstunden des Silberpfeil-Werksteams zu einem guten Teil in den Schoß gefallen sind. Als er im Januar 2013 die Nachfolge von Norbert Haug als Mercedes-Sportchef antrat (und gleichzeitig 30 Prozent der Teamanteile übernahm), war der Silberpfeil zwar noch kein Siegerauto. Aber der damalige Teamchef Ross Brawn hatte längst dafür die Weichen gestellt, Mercedes auf die Siegerstraße zu führen.[...] Den Fahrer- und Konstrukteurs-WM-Titel 2014 hat Wolff quasi auf dem Silbertablett serviert bekommen.

Diese Theorie hat durchaus seine Berechtigung, ich sympathisiere ebenfalls damit. Jedoch relativiert er diese Aussage meiner Meinung nach, mittlerweile, zu Recht & argumentiert wie folgt:
Redaktion hat geschrieben:Dass Mercedes unter dem Führungsduo Wolff/Lauda auch 2015 und 2016 beide WM-Titel eroberte, und das noch dazu in beeindruckender Manier, war die weit größere Leistung. Zwar war immer noch das von Brawn aufgebaute Fundament mitentscheidend für die Erfolge. Doch drei Jahre lang die Formel 1 zu dominieren, ist ohne ein funktionierendes Management nicht möglich. Die Konstrukteurs-WM 2017 (der Fahrertitel wird aller Voraussicht nach schon in Mexiko folgen) aber ist Wolffs Meisterstück. Weil die Basis von 2014 nach drei Jahren längst überholt war, und weil ein komplett neues Reglement eingeführt wurde.
[...]
Eine konstruktive Feedback-Kultur zu schaffen, in der die Probleme zwar identifiziert und angesprochen werden, aber trotzdem kein Klima der Angst herrscht, das geht vom Management aus. Und der oberste Manager ist Wolff. In dieser Atmosphäre blühen viele Mitarbeiter auf
[...]
Bis zu zwei Jahre, klagt Renault-Teamchef Cyril Abiteboul, dürfen Mercedes-Ingenieure ab der Kündigung nicht zur Konkurrenz wechseln. Was der eine, der sein Team mit Top-Personal verstärken möchte, entnervt als "unfair" abstempelt, ist in Wahrheit nichts anderes als kluges, nachhaltiges Management.
[...]
Es ist eine der Stärken des Systems Mercedes, aus Niederlagen zu lernen. Das klingt sehr nach inhaltsleerem Spruch, ist aber die Wahrheit. Wolff hat recht, wenn er sagt, dass die Tage, an denen sein Team die bittersten Niederlagen einstecken muss, in Wahrheit die sind, vor denen sich die Konkurrenz am meisten fürchten sollte. Denn bisher ist es den Silberpfeilen noch nach jeder Niederlage gelungen, stärker zurückzuschlagen. Das geht nicht, indem man sich einfach vornimmt, es beim nächsten Mal besser zu machen. Dahinter stecken dutzende Meetings, Nachtschichten an der Grenze der Belastbarkeit und schonungslose Selbstkritik. Hinter verschlossenen Türen, mit einem intakten Teamgeist, auch wenn mal einer einen Fehler macht und alle anderen dafür büßen müssen. Fehler gehören systematisch eliminiert, nicht medial an den Pranger gestellt.


Gruß,
Asgar
Schumacher: "Wir glauben fest an den Erfolg" (2011)
Mercedes-Fahrer Michael Schumacher ist weiterhin fest davon überzeugt, dass die Silberpfeile früher oder später an der Formel-1-Spitze mitfahren werden

papi
Renningenieur
Renningenieur
Beiträge: 720
Registriert: 18.04.2010, 11:21

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon papi » 23.10.2017, 10:50

Und dennoch haben es Wolff/Lauda geschafft, das Mercedes Team zu einem der unsympatischsten zu machen (nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung der meisten mit denen ich darüber spreche). Mag sein, dass das Team funktioniert, aber nicht nur die Personen Wollf/Lauda sind zutiefst unsympatisch, sondern auch das ganze Team.

Und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein deutscher Hersteller hat ein Werksteam, bei dem das deutscheste die deutsche Hymne bei der Siegerehrung ist. Ansonsten sehe ich da keine Verbundenheit zum deutschen Stammmarkt. Ich dachte immer, dass das team ein Markenbotschafter sein soll und Werbung machen soll. Aber jeden den ich Frage und das F1-Team dazu als Maßstab setze, lautet die Antwort meist: Ein Grund nicht zu kaufen. Und so sehe ich das auch. In meinen Augen macht der unsympatische Eindruck des Teams jede Werbewirkung kaputt. Und dafür sind Wolff/Lauda sehr stark für Verantwortlich.

Natürlich bilden ich und mein Umfeld nicht die Mehrheit in Deutschland ab. Aber vielleicht stehen wir damit ja nicht alleine da.

PS: Und es liegt nicht nur daran, das ich Hamilton nicht mag. Ich mag Bottas, und habe Rosberg alle Daumen gedrückt, da er in meinen Augen einer der sympathischsten Fahrer im Feld war. Aber auch als Rosberg Weltmeister wurde habe ich gegenüber dem Mercedes-Team so empfunden. Und ich war für Rosberg fast schon froh, das er Wltmeister wurde und dann aufhörte. "Richtige Entscheidung" dachte ich da nur.

Benutzeravatar
daSilvaRC
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 26765
Registriert: 06.02.2010, 22:04
Lieblingsfahrer: Sokadem, M.Button
Lieblingsteam: Team X-Ray
Wohnort: Niedersachsen

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon daSilvaRC » 23.10.2017, 11:04

papi hat geschrieben:Und dennoch haben es Wolff/Lauda geschafft, das Mercedes Team zu einem der unsympatischsten zu machen (nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung der meisten mit denen ich darüber spreche). Mag sein, dass das Team funktioniert, aber nicht nur die Personen Wollf/Lauda sind zutiefst unsympatisch, sondern auch das ganze Team.
...

Und dafür sind Wolff/Lauda sehr stark für Verantwortlich.

...



ähnliches hat man auch schon lesen können als Haug und Co. noch da waren.
Zugegeben Wollf und Lauda finde ich auch ziemlich ätzend- vor die kamera sollte man keinen der beiden brüder lassen. Aber ihren Job scheinen sie extrem gut zu machen.
Das grösste Problem der F1 ist, das sie es versuchen den Fans recht zu machen.
Der Fan weiss aber nicht was er will.

Anderson for President!

Früher war alles besser... auch die Zukunft!

Benutzeravatar
Dr_Witzlos
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 1156
Registriert: 18.06.2016, 19:38
Lieblingsfahrer: VET, RAI, MSC, VES, ALO
Lieblingsteam: Ferrari, RedBull

Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 23.10.2017, 11:11

daSilvaRC hat geschrieben:
papi hat geschrieben:Und dennoch haben es Wolff/Lauda geschafft, das Mercedes Team zu einem der unsympatischsten zu machen (nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung der meisten mit denen ich darüber spreche). Mag sein, dass das Team funktioniert, aber nicht nur die Personen Wollf/Lauda sind zutiefst unsympatisch, sondern auch das ganze Team.
...

Und dafür sind Wolff/Lauda sehr stark für Verantwortlich.

...



ähnliches hat man auch schon lesen können als Haug und Co. noch da waren.
Zugegeben Wollf und Lauda finde ich auch ziemlich ätzend- vor die kamera sollte man keinen der beiden brüder lassen. Aber ihren Job scheinen sie extrem gut zu machen.


Letztendlich ist es Bockwurst, was die beiden für sinnloses Geschwalle ins Mikro texten.

Wenn die Zahlen stimmen und der Erfolg da ist. Ist das die Bestätigung guter Arbeit hinter den Kulissen.


Zurück zu „Kolumnen-Kommentare“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast