Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Kommentiere hier die Kolumnen unserer Formel-1-Experten

Moderatoren: News&Rennen, News & Rennen Moderatoren, Mods, Redaktion

Redaktion
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 5945
Registriert: 12.09.2007, 17:33

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 09.10.2017, 06:18

"Tourette-Momente": Der Versuch einer Ursachenforschung, warum Sebastian Vettel 2017 wieder nicht Formel-1-Weltmeister wird
Jetzt wird's für Sebastian Vettel richtig schwierig: Lewis Hamilton gewinnt den Grand Prix von Japan und baut seinen Vorsprung in der WM auf 59 Punkte aus. Bei 100 noch zu vergebenden Punkten "ein Riesenschritt", wie Niki Lauda sagt.

Jetzt wird's für Sebastian Vettel richtig schwierig: Lewis Hamilton gewinnt den Grand Prix von Japan und baut seinen Vorsprung in der WM auf 59 Punkte aus. Bei 100 noch zu vergebenden Punkten "ein Riesenschritt", wie Niki Lauda sagt.

Liebe Leser,

wer diese Kolumne regelmäßig liest, der weiß, dass ich für Sebastian Vettel viel übrig habe. Ich halte ihn für einen begnadeten Rennfahrer. Und ich mag ihn menschlich. Dass er sich aus Facebook & Co. raushält und sein Privatleben schützt, mag zwar für mich als Journalisten kontraproduktiv sein. Mir als Mensch ist diese Haltung hingegen sympathisch. Und auch wenn ich nicht über jeden seiner Witze lachen muss (die mich im Übrigen frappierend an jemanden aus meinem Umfeld erinnern), finde ich es gut, dass er sich dank seines ausgeprägten Sinns für Humor nicht ganz so ernst nimmt wie manche seiner Superstar-Kollegen.

Warum ich Ihnen das erzähle? Weil einem Kritik an Menschen immer dann besonders schwer fällt, wenn man Sympathie für sie empfindet. Aber die heutige Montags-Kolumne wird wohl auf Vettel-Kritik hinauslaufen.

Dass er derjenige sein muss, der im übertragenen Sinn letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat, liegt nahe. 59 Punkte Rückstand bei 100 noch zu vergebenden Punkten, das bedeutet: Lewis Hamilton muss in den letzten vier Rennen nur noch zweimal Zweiter und einmal Dritter werden, dann ist er zum vierten Mal Weltmeister. Und zwar selbst dann, wenn Vettel alle vier Rennen gewinnen sollte.

Das zeigt schon: Die Nummer ist durch. Denn es ist unwahrscheinlich, dass Hamilton plötzlich in eine Pechsträhne läuft, und es ist ebenso unwahrscheinlich, dass Vettel vier Rennen hintereinander gewinnt. Dass beides gleichzeitig passiert, hat die Wahrscheinlichkeit eines Lottosechsers.

Aber darum soll es heute gar nicht primär gehen. Sondern vielmehr um eine Theorie, die Martin Brundle kürzlich in seiner Kolumne auf 'SkySports.com' niedergeschrieben hat. Und zwar unter dem Titel: "Einstellung und Verärgerung könnten Sebastian Vettel den WM-Titel kosten". Brundle stellt darin fest: "Er fährt brillant, aber sein Verhalten und seine Einstellung machen ihm das Leben unnötig schwer."Warum ich das in der Ursachenforschung jetzt aufgreife? Dazu muss ich kurz ausholen.Für unsere redaktionelle Arbeit gibt es eine Art Schwarzes Brett, auf dem wir mögliche Themen (und dazu passende Zitate) sammeln. Geschichten also, die wir nicht sofort veröffentlichen, sondern für die wir Material anhäufen. Diese Geschichten werden irgendwann gemacht oder auch nicht.Eine solche Geschichte ist bei uns notiert unter dem Arbeitstitel: "Nach Baku-Rammstoß: Persönlichkeitsstörung bei Sebastian Vettel?"Auch das muss ich in den richtigen Kontext setzen. Jemandem eine "Persönlichkeitsstörung" zu attestieren, ist harter Tobak. Aber Arbeitstitel haben es so an sich, dass sie nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind. Warum ich Ihnen das trotzdem erkläre: Weil es denke ich ganz gut die Richtung zeigt, in die ich mit dieser Kolumne gehen möchte.Grundsätzlich: Vettel ist der netteste und höflichste Mensch, den man sich vorstellen kann. Aber im Rennauto kommt gelegentlich eine ganz andere Seite seiner Persönlichkeit zum Vorschein. Der Egomane, dem in der Hitze des Gefechts schnell mal die Sicherungen durchbrennen. Der "eingebildete Bengel", wie es Eddie Irvine einmal formuliert hat.

Eddie Irvine: Vettel ein "eingebildeter Bengel"

Ex-Ferrari-Star Eddie Irvine erklärt, was es mit Sebastian Vettels "deutscher Arroganz" auf sich hat, und lobpreis Michael Schumacher. Weitere Formel-1-Videos

Mich erinnert Vettel in solchen Situationen immer ein bisschen an meine beiden Patenkinder - wenn sie nämlich bockig sind, weil sie irgendetwas nicht bekommen, was sie unbedingt wollen.Was Sebastian Vettel unbedingt will und 2017 wieder nicht bekommt, ist der WM-Titel.Wir erinnern uns: In Mexiko 2016 hinterließ er FIA-Rennleiter Charlie Whiting eine Nachricht. "ooooops off! Ehrlich jetzt. ooooops off!" Das fand der Weltverband gar nicht witzig und drohte dem Ferrari-Star damit, bei einer Wiederholung eines solchen Verhaltens härter einzugreifen.In Baku fuhr er Lewis Hamilton absichtlich ins Auto, weil er meinte, sein WM-Rivale habe ihn hinter dem Safety-Car absichtlich in einen "Brake-Test" laufen lassen. Vettel verlor daraufhin jede Beherrschung und sah auch Stunden später nicht ein, sich falsch verhalten zu haben. Dabei würde er im besonnenen Zustand sofort erkennen, dass es dazu keine zwei Meinungen geben kann.Gerade nach Baku zeigte sich eindrucksvoll, wie Gelassenheit dabei helfen kann, den Erfolg zu maximieren. Der angehende Weltmeister Hamilton positionierte sich in den Interviews als souveräner Siegertyp, von dem alles abprallt. Der geschlagene Vettel begab sich in die Welt der Realitätsverweigerung und des Frusts. In seiner subjektiven Wahrnehmung war das, was da gerade passiert war, einfach zu viel, um die Klappe zu halten und in sich zu gehen.
Sebastian Vettel, Pascal Wehrlein, Lance Stroll

Diese Szene hätte Sebastian Vettel durchaus eine Strafe einbringen können

In Malaysia leistete er sich gleich drei Schwächemomente. "Komm schon, Alonso! Ich dachte, du bist besser als das", kam ihm einmal über die Lippen, als er sich vom McLaren aufgehalten fühlte. Dann war er zumindest nicht schuldlos an der bizarren Kollision mit Lance Stroll in der Auslaufrunde, wie ein später veröffentlichtes Video inzwischen bewiesen hat. Und in der Situation auch noch das Lenkrad mitzunehmen und nicht wieder ins Cockpit zu stecken, wie es die FIA vorschreibt, spricht auch nicht für einen kühlen Kopf in einer aufgeladenen Situation. Das hätte ihm bei weniger Fingerspitzengefühl der Rennkommissare durchaus eine (Geld-)Strafe einbringen können.Oder nehmen wir das Fernbleiben von der Nationalhymne am Sonntag in Japan. Eine Kleinigkeit, gewiss, und höchst verständlich in einer Stresssituation, in der ihm der Sieg aus den Händen zu gleiten droht, bevor das Rennen überhaupt begonnen hat. Aber Tatsache ist: Die dafür kassierte Verwarnung führt dazu, dass er beim nächsten kleinen Vergehen eine Strafe kassieren wird. Unnötig.Ich möchte gar nicht auf jeder Kleinigkeit rumreiten, und sind wir mal ehrlich: Das Lenkrad in Malaysia wird ihn nicht die WM kosten. Aber all diese Vorfälle - und die gab es ja auch früher schon, man denke nur an "Get him out of the way!" oder seine emotionale Reaktion nach der Istanbul-Kollision mit Mark Webber, als er im Streckenposten-Fahrzeug mit quietschenden Reifen abhaute - zeichnen ein Persönlichkeitsbild, das für einen Spitzensportler möglicherweise kontraproduktiv sein könnte.Erinnern wir uns an das legendäre Fußball-WM-Halbfinale in Belo Horizonte, bei dem Deutschland Brasilien mit 7:1 aus dem Turnier geschossen hat. Während die Deutschen kühl und trocken ihr Programm abgespielt haben, so die Analyse der Experten später, zerbrachen die Brasilianer unter ihren eigenen Emotionen. Schon beim Abspielen der Nationalhymne fingen einige aus der Selecao vor eigenem Publikum beinahe an zu weinen. Das hilft nicht dabei, das persönliche Maximum abzurufen.
"Seb hat seine Tourette-Momente."Christian Horner
Ein bisschen was Brasilianisches steckt wohl auch in Vettel. "Er hat seine Tourette-Momente", sagt zum Beispiel einer, der es wissen muss, weil er lange mit ihm zusammengearbeitet hat: Christian Horner. "Seb trägt sein Herz auf der Zunge und ist extrem leidenschaftlich. Das ist Teil seines Charakters. Aber so gut er auch sein mag: Das ist eine Schwäche."Daniel Ricciardo, 2014 Vettels Teamkollege bei Red Bull, formuliert es ähnlich: "Er sagt, was er denkt. Manchmal bevor er denkt." Gleichzeitig sagt der Sonnyboy, selbst (zumindest bisher) die Gelassenheit in Person: "Ich bewundere diese Leidenschaft zu gewinnen, die er in sich trägt.""Seine Leidenschaft", ergänzt Horner, "hat ihm vier Weltmeisterschaften gebracht. Aber an einem Tag wie in Aserbaidschan muss er versuchen, diese Leidenschaft unter Kontrolle zu halten." Und er grinst: "Normalerweise werden die Menschen gelassener, wenn sie älter werden. Das kann man von Sebastian nicht behaupten!"Vettels Leben war von klein auf darauf ausgerichtet, Formel-1-Weltmeister zu werden. Es gibt eine TV-Doku, die ihn als kleinen Jungen zeigt, der das Kamerateam durch sein Kinderzimmer führt und stolz seine Bambini-Pokale zeigt. In der Formel 1 zu gewinnen, ist sein Kindheitstraum. Und es liegt auch ein bisschen in der Natur der Sache, dass Menschen negativ darauf reagieren, wenn ihre Kindheitsträume platzen.

Spiegel-TV-Doku über Sebastian Vettel

  Weitere Formel-1-Videos

Nur um das klarzustellen: Vettels gesamte Karriere ist ein einziger Kindheitstraum. Aber jeder einzelne WM-Titel, jeder einzelne Grand-Prix-Sieg für sich genommen auch. Es tut ihm weh, wenn er nicht Weltmeister wird oder ein Rennen nicht gewinnt.Gegenüber der 'Auto Bild motorsport' hat er kürzlich ein "Geständnis" abgelegt: "Wenn einem Dinge zu Herzen gehen und man viel Ehrgeiz entwickelt, dann gibt es vielleicht mal den Moment, wo man nicht zu 100 Prozent Herr über sich selbst ist. Jeder hat seinen Ehrgeiz, egal ob man den im Sport auslebt oder woanders. Wenn das nicht passieren würde, wäre das Leben dann immer so lebenswert? Für mich nicht. Wenn ich danach was auf die Mütze bekomme, dann muss ich damit leben."Es fällt mir heute besonders schwer, zu einem abschließenden Fazit zu kommen. Lassen Sie es mich so probieren:Hat Sebastian Vettel das, was Otto Normalverbraucher von der Couch aus - überspitzt formuliert - als "Persönlichkeitsstörung" bezeichnen würde? Vielleicht. Aber er ist schließlich auch nicht Otto Normalverbraucher, sondern einer der erfolgreichsten und besten Fahrer in der Geschichte der Formel 1. Genau deswegen.IhrChristian NimmervollPS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!

Link zum Newseintrag
Zuletzt geändert von Redaktion am 09.10.2017, 11:58, insgesamt 7-mal geändert.
Grund: EXT TRIGGER

Benutzeravatar
G.E.
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 2266
Registriert: 18.01.2013, 20:55
Wohnort: Viñuela, España
Kontaktdaten:

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon G.E. » 09.10.2017, 06:56

Etwas sehr an den Haaren herbei gezogen, dieser Artikel.

Wenn einem, egal wem, wegen seiner Leidenschaft und seinem Ehrgeiz, eine Persönlichkeitsstörung unterstellt wird, ist das schon harter Tobak.

Da würde ich einem Hamilton, mit seinem Getue, eher eine Störung unterstellen.

Im Eifer des Gefechtes hat jeder Formel 1 Fahrer schon mal daneben gegriffen.
Uns auch, oder vor allem, ein Michael Schumacher war ja wohl extrem gestört, nach diesem Bericht.
Privat völlig anders als auf der Strecke.

Da ist dem Herrn Nimmervoll wohl der Gaul durchgegangen und davon gallopiert.
Gab es kein anderes Thema?

Dass der Titel verloren nicht geholt wird, liegt nur zum Teil an Vettel.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

Benutzeravatar
Connaisseur
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 1741
Registriert: 16.07.2010, 11:24

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Connaisseur » 09.10.2017, 07:03

Achso, dann ist der große Rückstand auf Vettels Persönlichkeitsstörung zu erklären.
Na dann, kann man in Maranello entspannt die Füße hochlegen und Vettel sollte unbedingt an sich arbeiten.

Glückwunsch Hr. Nimmervoll, mit dem Bericht sind sie bestenfalls einige Monate zu spät.

Btw. Ich hielt besagten Journalisten immer für einen großen Alonso Fan, was da oft aus seiner Feder für sachliche Rückschlüsse kamen.

Benutzeravatar
robinson
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 4423
Registriert: 14.11.2010, 23:15

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon robinson » 09.10.2017, 07:48

Mag sein das Vettel eine Persönlichkeitsstörung hat aber deshalb wird er DERZEIT wohl kaum schlecht schlafen. Klar Thema verfehlt.

SaintRaptor
Safety-Car-Fahrer
Safety-Car-Fahrer
Beiträge: 998
Registriert: 06.07.2014, 19:22
Lieblingsfahrer: RAI HAK GRO MSC BOT
Lieblingsteam: WESTMcLaren Ferrari Lotus
Wohnort: Ba-Wü

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon SaintRaptor » 09.10.2017, 08:18

Kein schlechter Artikel, allerdings hätte der nach Mexiko oder Baku gepasst. Dieser Montag ist der falsche Zeitpunkt für diesen Artikel.

ALO95
Mechaniker
Beiträge: 221
Registriert: 11.05.2014, 19:24

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ALO95 » 09.10.2017, 08:36

Denke das Vettel noch immer noch der Singapur Crash ärgert. Hamilton wäre maximal 5ter geworden und Vettel hätte gewonnen. Damit hätte er 35 Punkte weniger Rückstand und hätte noch die realistische Chance Weltmeister zu werden.

Benutzeravatar
Dr_Witzlos
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 1156
Registriert: 18.06.2016, 19:38
Lieblingsfahrer: VET, RAI, MSC, VES, ALO
Lieblingsteam: Ferrari, RedBull

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 09.10.2017, 09:04

Lieber Herr Nimmervool,

Was soll denn der Artikel bitte?! o,o

Egal ob Mexiko oder Baku. Ne Persönlichkeitsstörung haben in meinem Umfeld ganz andere. Aber kein Vettel.

Da haben sie wohl nicht aufgepasst, dass er in Mexiko fast in der letzten Runde abgeschossen wurde. Da ist die Reaktion, auf Grund der Kette der Ereignisse volkommen nachzuvollziehen.

Baku kann man durchaus zustimmen muss man aber nicht.

Singapur war frust pur, weil er hätte locker Hamilton 15 Pkte abnehmen können und Malaysia ebenso. Da kann ich auch verstehen, wenn in Suzuka sowas passiert, dass der da nicht friede Freude eierkuchen ist.

Der Artikel waren es wirklich nicht die Bits wert. Nach Baku hätte ich verstanden, das sowas kommt. Aber nicht nach einem unfreiwilligen Ausfall.

Benutzeravatar
FU Racing Team
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 1636
Registriert: 04.05.2015, 13:06
Lieblingsfahrer: HAM, MSC, RIC, HULK
Lieblingsteam: BMW Sauber, Mercedes, McLaren

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon FU Racing Team » 09.10.2017, 09:10

Ich denke auch eher das Vettel wegen anderer Dinge schlecht geschlafen haben wird.

Ich denke er wird viel an Schumi und die 90er Jahre denken, sich fragen, ob auch er einen langen Leidensweg bis zum ersten Titel in rot haben wird. Ob in Italien dieselbe Arbeitseinstellung an den Tag gelegt wird, wie er sie selber hat und lebt. Wie er das Team weiter voran bringen kann. Solche teils quälenden Fragen halte ich für realistischer.

Zum Artikel. Persönlichkeitsstörung ist schon ein sehr harter Begriff. Ich denke "Hitzkopf" triffts eher. Aber wenn diese Hitzköpfigkeit einem 4 Titel (und zukünftig sicher noch den einen oder anderen mehr) einbringt, kann man Vettel selbst das kaum vorwerfen.
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

Benutzeravatar
Methusalix
Safety-Car-Fahrer
Safety-Car-Fahrer
Beiträge: 762
Registriert: 21.04.2017, 02:16
Lieblingsfahrer: MAN-MSC-ROS-VET
Lieblingsteam: Scuderia Ferrari
Wohnort: Carinthia/Austria

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Methusalix » 09.10.2017, 09:45

OMG

Hr.N. sollte weniger japanisches Bier oder Reisschnaps trinken.
Im Moment ist wohl das große Vettel-bashing angesagt.
Das Brundle und Co. solchen Blödsinn verzapfen wissen wir ja mittlerweile.
In Bezug auf "deutsche" Arroganz sollten sich die Leute im Spiegel anschauen.
Alles wäre einfach einfacher,wenn alles Einfache einfacher wäre.

Benutzeravatar
rot
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 1168
Registriert: 26.02.2014, 20:02
Lieblingsteam: Ferrari | what else?
Wohnort: St. Gallen

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon rot » 09.10.2017, 09:51

Persönlichkeitsstörung? Harter Tobak... :facepalm:

Einen normaler Charakter, egal welcher Art, als Persönlichkeitsstörung zu klassifizieren, muss einer Persönlichkeitsstörung geschuldet sein.

..::Borni::..
Testfahrer
Testfahrer
Beiträge: 383
Registriert: 01.12.2015, 18:06

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ..::Borni::.. » 09.10.2017, 10:08

Liebe Redaktion, ihr solltet euch vielleicht erstmal mit dem Thema Psychologie befassen. Oder einen Psychologen um Rat beten. Bei einer Persönlichkeitsstörung reden wir von einer schweren Phsychischen Erkrankungen. Dies kann sehr viel bedeutet. Hat er zum Beispiel eine Narzistische oder eine Borderline Persönlichkeit?
Wenn man als User in den Kommentaren solche Spekulation aufstellt ist das die eine Sache, allerdings wäre ich als Redaktion an eurer Stelle da etwas vorsichtiger. Ihr wollt ja sicher Seriösität ausstrahlen. Außerdem hätte ich bedenken vor einer Verleumdungsklage wenn ich als Redakteur jemanden ohne Beweise eine Persönlichkeitsstörung andicht. Ich will damit nicht sagen das ihr grundsätzlich nicht richtig liegen könnt. Aber der Vorwurf ist schon ziemlich Krass.

laruso
Safety-Car-Fahrer
Safety-Car-Fahrer
Beiträge: 890
Registriert: 02.10.2014, 07:48

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon laruso » 09.10.2017, 10:22

er wird schlecht geschlafen haben, aber nur weil er keine Punkte gemacht hat
den Rest konnte er wenig beeinflussen, außer in den Rennen zuvor
in dem Rennen war er ohne "Schuld" oder "Fehler", außer er hat die Zündkerzen gewechselt ;)

Benutzeravatar
reiskocher_gtr_specv
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 20882
Registriert: 07.06.2012, 14:19

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 09.10.2017, 10:30

"Tourette-Momente"..., Persönlichkeitsstörung...

Auch wenn es im Nachgang relativiert / erklärt wird, haben diese Schlagworte aus meiner Sicht hier nichts verloren.
Das geht zu weit.
Bild

Plauze
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 11287
Registriert: 15.06.2011, 03:02

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Plauze » 09.10.2017, 10:40

Leute, lest doch mal den Artikel, bevor ihr dem Verfasser unterstellt, er würde Vettel eine Persönlichkeitsstörung vorwerfen oder unterstellen.

Mit den Ausführungen von Nimmervoll kann ich diesmal ohne weiteres mitgehen.
Wir erleben im Alltag solchen verbissenen und unbedingten Ehrgeiz und Siegeswillen nur selten. Man erlebt ihn bei Kindern, die sich in Grund und Boden ärgern, wenn sie ein Gesellschaftsspiel verlieren. Deshalb liegt es durchaus nahe, zu schreiben, jemand, der sich im Alltag als erwachsener Mensch so verhalten würde wie ein Spitzensportler, litte an einer Persönlichkeitsstörung, ohne dass man diesem Sportler per sé eine solche Störung andichtet. Versteht ihr was ich meine und was der Schreiber der Kolumne meint?

Als Formel-1-Fahrer, der um den Titel kämpft, stehst du unter einem solchen Druck und konzentrierst all deine Kräfte auf dieses Ziel, dass es ungemein niederschmetternd sein muss, wenn du deine Chancen schwinden siehst. Damit locker und souverän umzugehen, ist nicht jedem Menschen gegeben, und oft sind diese souveränen Naturen nicht die erfolgreichsten.
Vettel hat in diesem Jahr unter Druck häufiger als Hamilton unsouverän reagiert, hatte es als Herausforderer im Ferrari, auf den die Blicke gerichtet sind, naturgemäß auch etwas schwerer. Wenn wir die Sache mal ganz nüchtern betrachten, ist das einfach etwas, was Vettel im nächsten und den darauffolgenden Jahren besser machen könnte. Im Titelrennen zwischen zwei Topfahrern, die sich, was das Auto anbelangt, auf Augenhöhe begegnen, zählen nun einmal Kleinigkeiten.

Aber dann zählen eben oft auch (aus Fahrersicht) Glück und Pech. In der Konsequenz würde ich auch weiterhin Brundle nicht darin zustimmen, dass es die beschriebene Unsouveränität (also das, was Brundle als "Einstellung" und Horner als "Tourette-Momente" bezeichnet) ist, die Vettel den WM-Titel kostet.
Selbst wenn man Vettel eine Teilschuld für den Stroll-Crash gibt, hat er damit keine Punkte verloren (auch wenn es das Risiko gab); ausschlaggebend dafür, dass er in Malaysia Punkte auf Hamilton verloren hat, war der Defekt im Qualifying.
Selbst wenn Vettel die Nationalhymne "geschwänzt" hat, war dieses gar schreckliche Fehlverhalten nicht ausschlaggebend für den Punktverlust von Suzuka; sondern der Defekt am Ferrari war es.
Man kann hin und her diskutieren, ob Vettel sich am Start in Singapur anders hätte verhalten müssen. Grundsätzlich sind am Start aber immer alle für alles mitverantwortlich, weil sich eben jeder seine Linie sucht und diese behaupten möchte, um durch die erste Kurve zu kommen. Einigen, die bestimmte Fahrer nicht leiden können, scheint dieses Konzept eines Starts fremd zu sein. Wenn überhaupt, müsste man Vettel vorwerfen, nicht gut genug weggekommen zu sein, um sich vor diesem Getümmel zu befinden. Aber dann geht es wirklich ans Erbsenzählen. Letztendlich ist es oft auch einfach Glück oder Pech, ob ich am Start heil davonkomme oder nicht.
Es bleibt also Baku als ein entscheidender Moment, in dem Vettel Punkte durch Fehlverhalten wie in der Kolumne beschrieben verschenkt hat. So etwas kann die WM natürlich ausmachen. Allerdings sprechen wir zurzeit ja von 59 Punkten, und das sind halt deutlich mehr als 25 bzw. 13, die er mit einem Baku-Sieg mehr hätte...

Zusammenfassend kann man also schon sagen, dass Vettel an seiner Contenance arbeiten müsste, um einen ebenbürtigen Gegner wie Hamilton, der in seinen besten Saisons (2015, 2017) keine einzige mentale Schwäche zeigt, besiegen zu können.
Es bleibt aber dabei, dass die Vorzeichen für Vettel, der nun in der zweiten Jahreshälfte den Titel nicht wegen seines Verhaltens, sondern wegen Defekten verliert, denkbar schlecht sind, wenn Hamilton gleichzeitig seine Runden wie ein Uhrwerk drehen kann, weil sich der Mercedes einfach als zuverlässiger erweist als Vettels rote Göttin. Es braucht ganz einfach keine Vettel-Ausraster, um seine Niederlage gegen Hamilton zu erklären.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

Benutzeravatar
Dr_Witzlos
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 1156
Registriert: 18.06.2016, 19:38
Lieblingsfahrer: VET, RAI, MSC, VES, ALO
Lieblingsteam: Ferrari, RedBull

Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 09.10.2017, 10:55

@Plauze: Stimm ich dir im groben und ganzen zu. Ändert nix daran mit ner Persönlichkeitsstörung zu vergleichen. Das hätte man journalistisch eleganter erklären können.


Zurück zu „Kolumnen-Kommentare“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste