Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

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Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon Redaktion » 17.07.2017, 15:09

Wie sich das neue Reglement dieses Jahr auf die Überholmanöver ausgewirkt hat und wieso das Fazit trotz weniger Positionsverschiebungen positiv ausfällt
Max Verstappen, Sebastian Vettel

In Silverstone bewies die Formel 1, das Überholen auch 2017 möglich ist

Vor der Saison 2017 befürchteten viele Experten ein Jahr ohne große Zweikampf-Action. Der Grund: Die neuen Boliden reagieren durch den zusätzlichen aerodynamischen Abtrieb viel intensiver auf die Luftverwirbelungen des Vordermannes. Zudem sind sie breiter als ihre Vorgänger, was Duelle auch nicht unbedingt vereinfacht.

Die ersten beiden Saisonrennen in Australien und China gaben dann eine gute Kostprobe dessen, inwiefern sich die neue Formel 1 von der alten unterscheidet: 2017 wird weniger überholt, dafür prozentuell öfter ohne DRS. Auf einer Strecke wie im Albert Park, wo das Überholen generell schwierig ist, sorgt das für eine Prozession mit nur 14 Positionsverschiebungen inklusive der Startphase (2016 waren es noch 50), während die Fans auf dem überholfreundlichen Shanghai International Circuit in den Genuss puristischer Rennaction kommen.

Dieses Jahr gab es in China 52 Positionsverschiebungen auf der Strecke, während es 2016 noch 182 waren. Dafür ist das "Vorbeifahren" mit offenem Heckflügel nicht mehr so verbreitet: Dieses Jahr kam es in Schanghai zu zehn DRS-Manövern, 2016 waren es noch ganze 70.

Anteil der DRS-Manöver halbiert

DRS

Die DRS-Zonen werden durch das neue Reglement unattraktiver

Auch allgemein ist bei der Analyse der Überholdaten eine klare Tendenz sichtbar: 2017 wird um rund ein Drittel weniger überholt als im Vorjahr, es gibt aber sogar nur halb so viele DRS-Manöver wie in der vergangenen Saison. Die Positionsverschiebungen, die auf das Drag Reduction System zurückgehen, machen nun etwas weniger als ein Zehntel aus. Im Vorjahr war es noch rund ein Drittel.

Und es gibt auch Ausreißer, wie am Wochenende in Silverstone, wo dieses 56 Mal überholt wurde, im Vorjahr hingegen nur 39 Mal. Der neuen Formel 1 können auch die Teamchefs einiges abgewinnen. "Wir hatten dieses Jahr einige fantastische Rennen", schwärmt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost, der sich vor einem Jahr noch äußerst skeptisch über das neue Reglement äußerte.

Reglement wird positiv aufgenommen

"Es stimmt, dass ich damals etwas besorgt war", gibt er zu. "Ich war damals der Ansicht, dass es wegen der Dirty Air und der breiten Reifen schwierig sein würde, dem Vordermann zu folgen, weil die Autos in den Kurven ziemlich schnell sind. Außerdem sind die Bremszonen wegen des zusätzlichen Abtriebes viel kürzer, was es auch schwieriger macht."

Das Ergebnis sorgt beim Österreicher aber für ein gutes Gefühl. Er verweist auf das Stadtrennen in Baku, das dieses Jahr im Vergleich zur Vorjahresporzession "sehr unterhaltsam" war. "Außerdem hat Ferrari Mercedes eingeholt und hält ziemlich erfolgreich dagegen", sieht Tost noch einen weiteren Spannungsfaktor.

Dem stimmt auch Haas-Teamchef Günther Steiner zu: "Auch wir waren skeptisch, aber es könnte eigentlich nicht besser sein. Hoffentlich liefern wir in den kommenden Jahren die gleiche Show. Es war also richtig, diese Reglement-Richtung einzuschlagen, denn die Autos sehen schön aus, sorgen für eine gute Show und die Fans sind denke ich ziemlich zufrieden."


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..::Borni::..
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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon ..::Borni::.. » 17.07.2017, 15:29

Ja aber bitte noch was am Sound machen!!!

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theCraptain
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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon theCraptain » 17.07.2017, 15:39

Und es gibt auch Ausreißer, wie am Wochenende in Silverstone, wo dieses 56 Mal überholt wurde, im Vorjahr hingegen nur 39 Mal.

Die reine Anzahl an Überholmanövern ist kein Indikator. Ich fand z. B. den Silverstone GP 2017 einen der langweiligsten GP dieser Saison und enen der langweiligsten Silverstone-GP ever, ganz einfach, weil es keinen Kampf um #1 gab.

Es würden schon 3-4 geniale über mehrere Runden vorbereitete Überholmanöver reichen wenn es um die #1 und den Rennsieg geht, also VET gegen HAM gegen VER und umgekehrt. Da wäre es egal wer tatsächlich gewinnt, sofern es sich einigermassen ausgleichen würde.

Die neuen Autos gehen in die richtige Richtung, es gibt aber noch viel zu tun, allem voran der Sound. Die Materialsparerei und die Gridstrafen sind auch lästig und gehören überarbeitet.
Merc nach Silverstone 2017 mit Heckflügel-Schriftzug: "Abandon All Hope."

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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon lou10and » 17.07.2017, 18:32

Diese Zahlen sind ausgewürfelt oder wie? Nur 10% mit DRS? Nimmt man da natürlich auch schön die schleichenden Ferraris he die wurden sogar in Kurven überholt wo es noch nie Überholmanöver gab :roll:

Ohne das jetzt mit Zahlen zu unterlegen gehen mindestens 50% auf die Kappe von DRS. Alles was in Silverstone auf der Hangar-Straight bzw. der Gegengerade passiert ist, geht auf die Kappe von DRS. Das waren dann doch eher 11-12 %...

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Laundry
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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon Laundry » 17.07.2017, 19:44

Gefühlt wurde in 90% der Fälle der Überholende einfach vorbei gelassen.
Ich erinnere mich nur an drei Manöver. (Start ausgenommen)

Vettel vs. Verstappen (auch wenn Vettel nur kurz vorbei war)
Bottas vs. Vettel
Ricciardo vs. Hulk.

Aber lieber drei richtige Zweikämpfe als 100 DRS Vorbeigelasse.

Wenn man wieder Racing will, dann muss man dieses Reifen schonen abschaffen.
Vor 2009 wurde in jeder Runde gepusht bis zum abwinken. Die Fahrer waren ständig bemüht so schnell wie möglich zu sein.Ab 2009 fing es an mit dem Reifen schonen an. Der Höhepunkt war dann wohl letztes Jahr. Da wurde tatsächlich nur noch geschont. 2017 geht es wieder in die richtige Richtung, wobei die Reifen nach meiner Meinung immer noch zu sehr im Mittelpunkt stehen.
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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon EffEll » 17.07.2017, 19:48

lou10and hat geschrieben:Diese Zahlen sind ausgewürfelt oder wie? Nur 10% mit DRS? Nimmt man da natürlich auch schön die schleichenden Ferraris he die wurden sogar in Kurven überholt wo es noch nie Überholmanöver gab :roll:

Ohne das jetzt mit Zahlen zu unterlegen gehen mindestens 50% auf die Kappe von DRS. Alles was in Silverstone auf der Hangar-Straight bzw. der Gegengerade passiert ist, geht auf die Kappe von DRS. Das waren dann doch eher 11-12 %...

Das hast du jetzt durch das Ansehen des World-Feed statistisch erfasst?
Klar, man könnte das jetzt durchaus anzweifeln, aber deine Angaben scheinen doch eher ausgewürfelt zu sein.
Gefühlte Statistik :wink:
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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon schumi791 » 18.07.2017, 12:00

Laundry hat geschrieben:Gefühlt wurde in 90% der Fälle der Überholende einfach vorbei gelassen.
Ich erinnere mich nur an drei Manöver. (Start ausgenommen)

Vettel vs. Verstappen (auch wenn Vettel nur kurz vorbei war)
Bottas vs. Vettel
Ricciardo vs. Hulk.

Verstappen hat Vettel doch überhaupt nicht vorbeigelassen. Und wenn der Hintermann ein deutlich schnelleres Auto hat, wie im Fall Bottas vs. Vettel oder Ricciardo vs. Hülkenberg, dann sehen die Überholmanöver nunmal ziemlich einfach aus, dies war aber schon immer der Fall.

Aber lieber drei richtige Zweikämpfe als 100 DRS Vorbeigelasse.

Wenn man wieder Racing will, dann muss man dieses Reifen schonen abschaffen.
Vor 2009 wurde in jeder Runde gepusht bis zum abwinken. Die Fahrer waren ständig bemüht so schnell wie möglich zu sein.Ab 2009 fing es an mit dem Reifen schonen an. Der Höhepunkt war dann wohl letztes Jahr. Da wurde tatsächlich nur noch geschont. 2017 geht es wieder in die richtige Richtung, wobei die Reifen nach meiner Meinung immer noch zu sehr im Mittelpunkt stehen.

Das Reifenschonen ist schon abgeschafft und gepusht wird auch jede Runde, wenn dies erforderlich ist. Die Reifen halten trotz höherer Belastung durch die Fahrer wesentlich länger. Abgesehen davon werden die Reifen, als die Komponente welche die Antriebskraft auf die Strecke übertragen muss, immer im Mittelpunkt stehen. Das liegt nunmal in der Natur der Sache und war schon vor 40 Jahren so.
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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon lou10and » 18.07.2017, 12:02

EffEll hat geschrieben:
lou10and hat geschrieben:Diese Zahlen sind ausgewürfelt oder wie? Nur 10% mit DRS? Nimmt man da natürlich auch schön die schleichenden Ferraris he die wurden sogar in Kurven überholt wo es noch nie Überholmanöver gab :roll:

Ohne das jetzt mit Zahlen zu unterlegen gehen mindestens 50% auf die Kappe von DRS. Alles was in Silverstone auf der Hangar-Straight bzw. der Gegengerade passiert ist, geht auf die Kappe von DRS. Das waren dann doch eher 11-12 %...

Das hast du jetzt durch das Ansehen des World-Feed statistisch erfasst?
Klar, man könnte das jetzt durchaus anzweifeln, aber deine Angaben scheinen doch eher ausgewürfelt zu sein.
Gefühlte Statistik :wink:


Die 11-12% sind sarkastisch zu verstehen. Ich rede hier ja von meinem Gefühl - der Artikel wirft angebliche Fakten auf. Ich persönlich habe nicht die Zeit und Lust das zu recherchieren. Behauptet wird: ein Zehntel aller Moves ist auf das DRS zurückzuführen. Faktisch ist in Silverstone aber jedes Manöver DRS unterstützt welches sich auf der Hangar Straight und der Gegengerade abspielt. Und das sind mehr als 10% das sollte jeder der diese Strecke kennt bzw. auch schonmal nur 1 Rennen dort gesehen hat eigentlich wissen.

Der Artikel spricht auch von den anderen Rennen und eigentlich ist es dort ähnlich: Die besten Chancen gibt es am Ende einer DRS-Gerade. Klar würde es dort auch ohne DRS die beste Chance geben - nur das kann man nicht rausrechnen.

Wenn du, oder ein anderer mir beweisen könnt das tatsächlich 90% der Manöver nicht dort stattfinden bzw. fanden(keine Boxenstopps, Überrundungen oder das Vorbeifahren an beschädigten Autos) gibt's von mir ein 6-pack bestes österreichisches Bier als Belohnung :wink:

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Re: Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Beitragvon racingfan8 » 18.07.2017, 13:50

Laundry hat geschrieben:Gefühlt wurde in 90% der Fälle der Überholende einfach vorbei gelassen.
Ich erinnere mich nur an drei Manöver. (Start ausgenommen)

Vettel vs. Verstappen (auch wenn Vettel nur kurz vorbei war)
Bottas vs. Vettel
Ricciardo vs. Hulk.

Aber lieber drei richtige Zweikämpfe als 100 DRS Vorbeigelasse.

Wenn man wieder Racing will, dann muss man dieses Reifen schonen abschaffen.
Vor 2009 wurde in jeder Runde gepusht bis zum abwinken. Die Fahrer waren ständig bemüht so schnell wie möglich zu sein.Ab 2009 fing es an mit dem Reifen schonen an. Der Höhepunkt war dann wohl letztes Jahr. Da wurde tatsächlich nur noch geschont. 2017 geht es wieder in die richtige Richtung, wobei die Reifen nach meiner Meinung immer noch zu sehr im Mittelpunkt stehen.


:thumbs_up: Korrektur nur dahingehend, dass der Höhepunkt des Reifenschonens 2011 zu finden war. Auch in der 1. Saisonhälfte 2013 war das Reifenschonen DEUTLICH schlimmer als letztes Jahr.

Persönlich muss ich sagen, dass ich eine Rückkehr von Bridgestone herbeisehne. Die Pirellis sind auch nach mehr als 5 Jahre nach dem Einstieg nicht F1-würdig. Die Reifen verschleißen entweder abnormal schnell (2011-2016) oder haben ein verschwindend kleines Temperaturfenster (2017). Und selbst dieses Jahr mit den unstabilen Reifen kann man ohne Reifenschaden keine 30 Runden lang pushen. Seit dem Pirelli-Einstieg steht der Umgang mit den Reifen viel zu stark im Mittelpunkt, dass fahrerische Können hat sich vom Pushen in meinen Augen zu stark in das Reifenmanagement (Schonen und im Temperaturfenster halten) verlegt. Eine echte Schande.


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